Journal Sonntag, 14. Februar – Leuchtende Theresienwiese

Montag, 15. Februar 2021 um 7:41

Gut geschlafen, dass kann so bleiben.

Das Wetter hielt sich auch gestern an die Vorhersage und war strahlend sonnig.

Fürs Techniktagebuch schrieb ich auf, wie ich vergangenes Jahr an der Studie „Wohnqualität im Sommer“ teilnenommen hatte:
„Datenerhebungsmaschinchen für Hitzeprofil“.

Dann Sportprogramm: Die halbe Stunde Crosstrainer strampelte ich mit Sonnenaussicht.

Das Unscharfe ist die beschlagene Innenscheibe: Die hölzernde und ziemlich bröslige Wand zwischen Wintergarten und Balkon wird bei der Grundsanierung erneuert werden, die Heizung aus der Küche in den Wintergarten verlegt (in dem derzeit nur Geschirrschränke und der Crosstrainer stehen), es entsteht ein wirklich bewohnbarer Raum.

Anschließend zwischen Bücherkisten Krafttraining mit Schwerpunkt Reha-Übungen, die kabellosen Kopfhörer verhalfen mir jetzt auch hier zu Musikuntermalung.

Raus zum Semmelholen, es war zu meiner Freude milder geworden. Zum Frühstück gab’s den Hühnersuppenrest vom Vortag und eine Semmel.

Die Sonne und gestiegene Temperaturen lockten, ich machte mich auf an die frische Luft. Ziel war erst mal die Theresienwiese, doch der Weg, auf dem ich sie kreuzen wollte, war verstellt: Polizeiwagen, Krankenwagen, geparkte Autos – die Beschallung verriet mir, dass gerade eine Demo von Coronaleugnern stattfand.

Ich machte eine Umweg, um über die Theresienwiese hinauf in den Bavariapark und von dort über die Fußgängerstege zum Westpark zu spazieren. Eine Sonnenbrille wäre schlau gewesen, der Schnee und glänzende Eisflächen blendeten mich.

Eigentlich hatte ich Lust auf Tempo, doch die Hüfte bremste mich bei zu schnellem Schritt mit Schmerzen. Derzeit kann ich mir nicht recht vorstellen, dass ich sechs Monate nach OP, also in sechs Wochen, wieder mit Joggen anfangen kann (laut Standard-Zeitplan). Gleicher Weg zurück, nur querte ich die Theresienwiese nicht, sondern ging drumrum. Die Demo war schon nicht mehr zu sehen.

Es war genug Wäsche angefallen, dass sich mal wieder Bügeln lohnte. Ich zog dafür in mein Schlafzimmer, denn das Wohnzimmer steht bereits zu voll mit Kisten.

Umzugsvorbereitung: Ich kruschte in unserem Kammerl und im Keller (der zum Glück zu klein ist für einen echten und verhängnisvollen Lagerraum). Erste größere Wegwürfe und Fahrplan für weiteres Vorgehen, im Keller stand noch ein große Kiste Renovierungsmaterialien und -rest vom Einzug vor 21 Jahren.

Als Snack aß ich eine weitere Semmel, außerdem Orange und Mandarine.

Zeit für die Wiederholung der Yoga-Einheit vom Vortag.

Das Abendessen hatte wieder Herr Kaltmamsell zubereitet: Ein Salat nach einem Ottolenghi-Rezept mit marinierten Kichererbsen (anders als im Rezept selbstgekocht, weil wir keine vorgekochten hatten, dafür getrocknete), gerösteten Erdnüssen, gebratenen Zwiebeln, frischen Gurken, Frühlingszwiebeln, Radieserln – zufällig vegan.

Schmeckte ausgezeichnet (allerdings nicht so deutlich nach Kichererbsen, wie es der Koch gewünscht hätte).

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Eine Twitterin erzählt in einem Thread über ihren „leichten“ Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Ja, es gibt auch Erkrankte, die von ihrem Verlauf sagen, er sei „überhaupt nicht schlimm“ gewesen und darunter ein paar, die daraus schließen, jeder und jede mit schlimmeren Beschwerden stelle sich nur an (darunter der brasilianische Regierungschef). Doch die allerallermeisten „leicht“ erkrankten sagen anschließend übereinstimmend „Das willst du echt nicht haben“ und betonen, dass die Beschwerden der Pandemie-Einschränkungen weitaus weniger schlimm sind als Covid-19.

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Striptease seit 2020.
via @DonnerBella

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Bislang fand ich Ergometer mit Online-Anfeuerung ausgesprochen unattraktiv (u.a. weil Cardio im Sitzen). Saturday Night Live hat das vielleicht geändert:
„Introducing Pelotaunt. The only exercise bike that provides you with personalized at-home negative reinforcement and relentless criticism.“

die Kaltmamsell

1 Kommentar zu „Journal Sonntag, 14. Februar – Leuchtende Theresienwiese“

  1. obadoba meint:

    Bei uns (Mann und ich, absolut unverständlich, wo wir uns gleichzeitig angesteckt haben könnten) war der Verlauf total mild und es war tatsächlich nicht schlimm. Eine Erkältung mit Rückenschmerzen, fertig. Bekäme ich das nochmal, wäre mir das so egal und lästig wie jede andere Erkältung.

    Die Pandemie-Einschränkungen finde ich trotzdem weniger schlimm. Ich sage das allerdings aus einem sehr, sehr bequemen Blickwinkel, intovertiert und eh viel solo, finanziell abgesichert, kinderlos, mit Platz zum Bewegen und Natur vor der Haustür. Ich merke die Einschränkungen kaum.

    Ich kann mir aber schon vorstellen, dass die Einschränkungen für Leute, die Geldsorgen haben, deren Kinder nichts mehr lernen (können?), anders gestrickt sind oder anders leben (wollen), eine ganz andere Hausnummer sind.
    Disclaimer: Für Querdenken und Corona-Leugnen bin ich trotzdem nicht.

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