Journal Samstag, 13. Februar 2021 – Klirrende Sonne und Hühnersuppe

Sonntag, 14. Februar 2021 um 8:35

Wohlig lang ausgeschlafen, zum Dämmern eines weiteren klaren Wintersonnentags aufgewacht.

Bettwäsche gewaschen.

Als Nachtisch fürs Abendessen machte ich die Coffee Caramel Panna Cotta von David Lebovitz (mit entkoffeiniertem Espresso, damit sie mich nicht wachhielt).

Allerdings mit meiner Karamell-Standardmethode (für die beschriebende bin ich replizierbar zu blöd, auch wenn sie wie hier so liebevoll und detailliert erklärt wird: bei mir klumpt der Zucker, während ein Teil bereits schwarz geschmolzen ist, bleiben weiße ungeschmolzene Stücke).

Gelang nicht wirklich, ich hätte vielleicht nach Gelatine-Zugabe bis zum völligen Abkühlen rühren müssen. (Nein, mit der Abwandlung der Karamellmethode hatte das sicher nichts zu tun, und sonst hatte ich mich ans Rezept gehalten.) Abends stellte sich allerdings heraus, dass sie trotzdem super schmeckte: Unten Espressocreme, oben Sahnekaramell. Hätte ich absichtlich nie hinbekommen.

Dabei über Spotify Musik von Pink gehört, um die mal kennenzulernen – bei der ersten Werbeunterbrechung laut aufgelacht: Auch bei Radiowerbung gilt offensichtlich, dass jeder Schwurbel-Werbetext ohne Produktnennung dann doch auf Autowerbung hinaus läuft, wie im Fernsehen. (Es erinnere mich an Zeiten, als für Produkt-Raten bei Schwurbel-Werbung der Joker Parfums waren.)

Frühstück kurz nach eins: Käsebrot und Joghurt mit Mango und Mandarinen (die trotz Beschilderung sich als doch keine herausstellten, sondern irgendeine kernlose Kreuzung).

Hühnersuppe aufgesetzt: Die gesammelten Gemüsereste und Parmesanrinde aus der Gefriere im Kichererbsen-Sackerl, um sie besser entfernen zu können, das alte Huhn (weil dunkelgelbes Fett – ich konnte mir vormachen, dass das wirklich die klassische Legehenne war, die nach Ablauf ihrer Legezeit noch für eine Suppe diente) halbiert, damit es im Topf weniger Platz wegnahm und ich weniger Wasser brauchte, ansonsten Zwiebel, Lorbeerblatt, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, ein Stück Ingwer, weil noch da, eine große Karotte, kein Salz, damit die Salze aus dem Suppenhuhn ins Wasser gezogen wurden, Osmose FTW!

Während die Suppe köchelte, wollte ich Sonnenluft schnappen und ging raus. Ich marschierte über der Südfriedhof, den Westermühlbach entlang Richtung Isar, aber die Uferwege waren schwarz vor Menschen. Also bog ich ins Schlachthofviertel. Von dort nahm ich dann doch nicht die große Runde über die Theresienwiese, weil zum einen Hüfte und Rücken protestierten, zum anderen war es bei aller Sonne dann doch scheißkalt – zu kalt für einen eher drögen Weg, auf dem ich dennoch ständig auf die Straße ausweichen musste, um Abstand zu Paaren oder Gruppen zu halten.

Daheim werkelte Herr Kaltmamsell im Wohnzimmer: Er packte Bücher in der Aufteilung, in der sie in der neuen Wohnung in mehreren Räumen stehen werden (und an der er seit Wochen mit Zollstock, Block und Stift tüftelt), baute Regale ab, markierte diese und die Bückerkisten mit Farbcodierung fürs Umzugsunternehmen. Ich dankte ihm mal wieder für das Übernehmen dieses Jobs, setzte mich mit Füßehoch aufs Bett und las Wochenend-SZ.

Als Herr Kaltmamsell Feierabend machte, nutzte ich das Wohnzimmer für eine Runde Yoga.

Zur Hühnersuppe kochte ich Suppennudeln und öffnete eine Flasche spanischen Rosé, der gut passte.

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Journal Samstag, 13. Februar 2021 – Klirrende Sonne und Hühnersuppe“

  1. Joël meint:

    Sehr gute Musikauswahl! Pink ist einfach immer gut!

  2. Roland B. meint:

    Noch besser, wenn Floyd dabei ist.

  3. Rainer meint:

    Eventuell war die Masse noch zu heiß, als du die Gelatine eingerührt hast, da geht die Wirkung oft kaputt.

  4. die Kaltmamsell meint:

    Hm, mit gut handwarm fürchtete ich sogar eher, dass sie zu kühl war, Rainer.

  5. Christine meint:

    Ich mach Karamell auch immer im Topf, in der Pfanne geht sowas daneben, grade, wenn man es nicht so häufig macht.

    Dieses Rezept (wer sich mit Karamellkochen nicht auskennt, unbedingt das Video angucken!) hatte mich damals angefixt: https://web.archive.org/web/20170401225649/http://www.littlejamie.com/caramel-au-beurre-sale/

  6. phline meyer-clason meint:

    Ich bewundere ja seit langem Ihre grossartigen Rezepte Frau Kaltmamsell, die Sie da mit Ihrem Mann machen. Ausser Lammgulasch, Rindergulasch, was ich jetzt richtig gut kann, weil ich das dann einfach auch mal ohne Zwiebeln anschwitzen ( weil keine da) stundenlang vor sich hinköcheln lasse, nach einigen unergiebigen und katastrophalem Ergebnis erstmals mich wieder getraut habe Short Bread zu backen, dieses mit portugiesischem Flor de Sal oben drauf. 0/815 Rezept aus dem Netz probiert und entgegen meiner bisherigen Meinung: wieso muss der Teig ne halbe Stunde in den Kühlschrank, dies befolgt und Bingo: es hat funktioniert. Sie ermutigen mich sogar, mal ein Brot backen zu probieren. Wiewohl das für einen 1 Personenhaushalt dann doch dazu führen würde, 1 Woche lang nur Brot zu essen, in Ermangelung einer Tiefkühle. Ihnen und Ihrem Mann gut Mut zum Umzug und ein gutes Durchhalten zum Tag der Tage. Treppauf, Treppab. Herzliche Grüsse!

  7. Simone meint:

    Hahaha, der war gut!

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