Journal Dienstag, 3. August 2021 – Idee: Bürgerbüro Mobilitätsberatung

Mittwoch, 4. August 2021 um 6:32

Nach ordentlicher Nacht vom Wecker aus tiefem Schlaf geholt – diesmal wirklich, vorher hatte mich schon mal ein lediglich geträumter Wecker geweckt.

Die Ladung der programmierten Waschmaschine aufgehängt.

Das Draußen war sonnig und überraschend mild. Auf dem Weg in die Arbeit sah ich nochmal versprengte Mauersegler am Himmel.

Im zweiten Jahr ohne Oktoberfest lässt sich die Theresienwiese immer mehr die Wiese raushängen. Geben Sie uns nochmal zehn Jahre ohne Zelte, Fahrgeschäfte und Menschenmassen – und es springen Wolpertinger im Morgentau über die Büsche.

Mittagessen war der Rest vom selbstgebackenen Brot und ein wenig Tsatsiki, außerdem Pfirsich und Aprikosen.

Das Wetter verdüsterte sich und wurde kühler, auf dem Heimweg trafen mich Regentropfen. Im Süpermarket Verdi besorgte ich Obst für die nächsten Tage.

Zu Hause Yoga (mein erstes Mal Yin Yoga), dann versorgte ich endlich die Wanderschuhe nach dem jüngsten Einsatz durch Säubern und Einfetten.

Herr Kaltmamsell servierte als Nachtmahl Kichererbsen mit Spinat, Tomaten und Salsiccia aus der Gefriere – sehr gut. Zum Nachtisch gab es Wassermelone, und die Anweisungen von Herrn Kaltmamsell schafften es, dass ich mich nicht damit überfraß.

Vorbereitungen für den ersten Übernachtungsbesuch seit Pandemie-Ausbruch und überhaupt in der neuen Wohnung, der Mittwochabend eintreffen wird und große Freude und Aufregung auslöst.

Auf dem Weg in die Arbeit hatte ich beim Anblick vieler weiterhin unter Bäumen verdreckender Autos mit Anwohnerparkausweis eine Idee: ein Bürgerbüro Mobilitätsberatung. Dort könnten sich alle anhand ihrer konkreten Umstände von Verkehrsfachleuten der Stadt einen Plan erstellen lassen, wie sie sich am Gemeinschafts-verträglichsten durch den Alltag bewegen. (Vages Vorbild: Sprechstunde zum Münchner Förderprogramm Energieeinsparung.)

Denn ich halte die allermeisten Bürgerinnen und Bürger für beratungsoffen: Sie möchten ein München mit entspannterem Verkehr und sind grundsätzlich bereit, auch selbst dazu beizutragen.
Doch die wenigsten bringen die Energie auf, sich nach allen Möglichkeiten und Angeboten zu erkundigen und diese auf ihren individuellen Alltag abzustimmen. Das Mobilitätsreferat selbst kennt diese Möglichkeiten am besten – und gewinnt durch die Beratung wertvolle Informationen für künftige Verkehrsplanung. Zwar gibt es bereits die Website „München unterwegs“, doch die muss man zum einen erst mal kennen und finden (Energie-Aufwand), zum anderen wäre diese Mobilitätsberatung grundsätzlich und umfassend.

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Dienstag, 3. August 2021 – Idee: Bürgerbüro Mobilitätsberatung“

  1. Poupou meint:

    Gute Idee!

  2. Ilka meint:

    Guten Morgen,
    Erstes Grins der Wolpertinger wegen, zweites für die Wassermelone (wie macht man das mit dem nicht Überfressen?).
    Das mit der Mobilitätsberatung finde ich gut, wenn es professionell gemacht ist. Wir hatten an einem Umwelttag bei der Info, dass Arbeitsbeginn gegen 6:00 Uhr in der ganz großen Stadt ist, mal die Beratung „gehen Sie auf die Internetseite und da kann man Verbindungen raussuchen“. Ok, Losfahren am Vorabend um 22:46 war keine Option. Und der gute Rat, dann doch für den Rückweg ÖPNV zu nutzen, ließ uns sprachlos zurück.
    Viele Grüße
    Ilka

  3. streckenweise meint:

    Ich möchte zu bedenken geben, daß das aktuelle Jahr nicht eben aussagekräftig ist, wie sehr ein PKW wirklich benötigt wird. Ich habe Kollegen, die mit dem Auto zur Arbeit kommen, weil sie mit Öffentlichen 2 Stunden (einfache Strecke) brauchen würden. Unsere Firma ermöglicht es uns derzeit immer noch, weitestgehend zu Hause zu arbeiten, also werden diese Autos derzeit nicht benötigt. Die Firma hat aber auch angekündigt, daß wir nach Ende der Pandemie wieder sehr viel öfter im Büro präsent sein müssen – dann brauchen die Kollegen die Autos wieder.
    Prinzipiell bin ich aber ganz bei Ihnen: Die parkenden Autos stören. Darum verstehe ich es überhaupt nicht, daß in Berlin bei Neubauten nur für jede zweite Wohnung ein Parkplatz geplant werden muß. Warum nicht für jede einen Tiefgaragenplatz vorschreiben? Die können ja auch an Menschen die in Nachbarhäusern wohnen vermietet werden.

  4. Defne meint:

    @streckenweise
    Das ist doch das Problem dass weiterhin mit so vielen Autos geplant wird. Meine Wohnanlage hat einen Stellplatzschlüssel von 0,3 also weniger als Ihr Beispiel mit 0,5.
    Mit meiner Wohnung gibt es keinen Stellplatz und das ist auch richtig so denn es gibt ein gutes Angebot des ÖPNV. Ich mußte in der Mietvertragsanlage unterschreiben dass ich nie ein Auto haben werde. Die eh schon hohen Baupreise werden dadurch reduziert. Gut wäre auch eine Regelung dass nur ein Auto angeschafft werden kann wenn ein Stellplatz nachgewiesen wird. Es ist ja leider so dass viele Autofahrer ihr Auto lieber billiger auf die Straße stellen und keinen Stellplatz in der nahegelegenen Tiefgarage mieten.

    Wenn der Weg zur Arbeit mit dem ÖPNV 2 Stunden dauert dann kann sicher auch noch was verbessert werden wie z.B. als Kompromis ein kleines Stück mit dem Auto zur Bahn fahren oder Fahrgemeinschaften wo dann wenigstens 2 bis 4 Leute in einem Auto sitzen. Je mehr Leute mit dem ÖPNV fahren umso besser werden auch die Chancen dass die Verbindungen besser werden.
    In München habe ich persönlich noch nie jemanden kennengelernt der einfach 2 Stunden zur Arbeit mit dem ÖPNV fährt. 1 1/2 Stunden waren so das Maximum und darüber hat niemand geklagt. Sehr weit außerhalb Münchens zu wohnen hat meistens auch keinen Sinn weil man dann ggf. in beliebten Urlaubsgebieten wohnt und es auch sehr teuer ist. Kollegen hatte ich z.B. aus Augsburg, Weilheim, Regensburg.

  5. Feathers McGraw meint:

    Ich wohne in einem Berliner Neubau (in Mitte), in dem nur ein 0.3 Stellplätze pro Wohnung in der Tiefgarage vorhanden sind, und die ist trotzdem immer noch halb leer. Ich finde auch nicht dass quasi als Standard in der Planung Menschen angenommen werden müssen, die 2 Stunden ins Büro pendeln. Statt Parkplatzausbau lieber Ausbau der Öffis, da hätten auch mehr Leute was von.

  6. Lola Babalon meint:

    Yin yoga ist super!! Besonders vorm schlafengehen. Ich liebe Brittany von Timberlakeyoga auf youtube. Sie ist Kanadierin, man hat ganz viel Auswahl, mit oder one Polster. Sie ist kommuniziert sehr klar, spricht wenig und will einem nichts verkaufen. Mein Koerper mag das total und ich bin seit zirka 2 Jahren ein ganz grosser Fan. =)

  7. streckenweise meint:

    @ Defne: Ihnen ist schon klar, daß Berlin fast 3 mal so groß ist wie München – und damit Entfernungen ganz andere? Der Berliner Nahverkehr ist schon verdammt gut (vor allem in der Innenstadt), aber wenn man ans andere Ende der Stadt muß, dann dauert das. Und ich sehe es nicht als Problem, daß „immer noch“ mit so vielen Autos geplant wird, weil zumindest ich immer in Gegenden wohnte, bei denen damals als sie entstanden mit noch deutlich weniger als ihren 0,3 geplant wurde (Anfang 1900er Jahre, 30er/70er der DDR) und das jetzt eben zu großen Problemen führt.
    Ich weiß, daß in der Berliner Innenstadt längst nicht jeder Haushalt ein Auto hat, und trotzdem sind die Straßen ohne Ende zugeparkt. Darum die Idee mit den Tiefgaragen – das war ja auch in den Niederlanden die Lösung, um die Straßen von geparkten Autos zu befreien.
    Ich sehe das übrigens nicht als entweder/oder, also entweder Tiefgaragen oder mehr öffentlicher Nahverkehr, sondern ganz entschieden als und. Gerade außerhalb des S-Bahn-Rings muß in Berlin noch sehr viel getan werden. Es hilft nämlich auch nix, wenn man mit den Öffentlichen bequem zur Arbeit kommt, aber am Wochenende die Ausflugsziele nur umständlich bis gar nicht erreicht (im Pankower Norden zum Beispiel ein Problem).
    Und, klar: Meine Idee wäre schon, daß, wenn es denn genügend Tiefgaragenstellplätze gibt, die Parkflächen an den Straßen reduziert oder mindestens auch kostenpflichtig werden. Aber so, wie es jetzt ist ((gut ausgelastete) Parkplätze werden mit Wohnhäusern bebaut und die weggefallenen Stellplätze werden nicht nur nicht ersetzt, sondern es wird zusätzlicher Bedarf geschaffen ist halt auch für Fußgänger doof, weil es zur Folge hat, daß Fußwege und Kreuzungsbereiche zugeparkt werden.
    (Weitere Idee von mir: gesetzlich geregelte Maximalmaße für PKW, die ausreichend kleiner sind als die gesetztlich geregelte Parkboxengröße. Damit auch tatsächlich alle vorgesehenen Parkboxen genutzt werden können. Inzwischen sind die Karren ja so lang und breit wie so eine Parkbox – nur bleibt dann eben kein Platz mehr zum rangieren oder ein-/aussteigen)

    Achso, ich sollte vielleicht noch ergänzen: Ich bin überzeugte Nutzerin der Öffentlichen Verkehrsmittel. Ich habe auch in Braunschweig fast nur die Öffentlichen genutzt, obwohl das da nicht wirklich vorgesehen ist. Aber ich sehe halt auch, daß es viele gibt, die das nicht können oder wollen – und kann man durch Zwang nicht überzeugen. Also sollte man versuchen Kompromisse zu finden, die für alle passen. Autos in Tiefgaragen parken statt am Straßenrand ist für mich solch ein Kompromiss.

  8. Kuchenschwarte meint:

    Sowas wie die Mobilitätszentralen in BW? :)
    https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/vier-neue-mobilitaetszentralen-als-anlaufstelle-fuer-buergerinnen-und-buerger/

  9. die Kaltmamsell meint:

    Ja, Kuchenschwarte, das liest sich sehr so!

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