Journal Mittwoch, 27. Oktober 2021 – Nymphenlücke und Abend im Schmock

Donnerstag, 28. Oktober 2021 um 6:34

Ereignisarmer Morgen, ich beschloss, nach dem energischen Strampeln am Vorabend den sonst täglichen Bank- und Seitstütz ausfallen zu lassen.

Über einem Teil der Theresienwiese Morgennebel (sie ist so groß, dass sie unterschiedliche Mikroklimen hat), der mir erst mal durch die Nebel-Lichtkegel vor Fahrrädern auffiel.

Hier wären ein paar Nymphen im Bild recht gewesen, doch die wohnen natürlich alle in Nymphenburg und müssten als Bayerische Staatsbeamte zur Theresienwiese eigens teilabgeordnet werden.

Wieder tüchtig Arbeit in der Arbeit. Zu Mittag gab es Apfel, Birne, Pumpernickel mit Butter. Der mittelfrühe Feierabend war gestern trotz aktueller Querschüsse nicht verhandelbar: Ich war verabredet.

Dazu marschierte ich ins Schlachthofviertel; zum Glück ließ ich mir von Google Maps eine Route vorschlagen und dadurch darauf hinweisen, dass ich ja hintenrum über die Südspitze der Theresienwiese gehen konnte, so dauerte der Weg deutlich kürzer, als ich geschätzt hatte. Wir trafen uns am neuen Volkstheater im Schmock. Corona-Einlasskontrolle war bereits im Innenhof aufgebaut für Theater und Restaurant: Erst zum dritten Mal erlebte ich ordnungsgemäßen Scan meines Impf-Zertifikats inklusive Abgleich mit Personalausweis. Im Gegenzug bekam ich ein rotes Bändel ums Handgelenk geklebt; das musste ich am Eingang des Schmock nur noch vorzeigen.

Der großzügige Raum des Restaurants im neuen Volkstheater ist wirklich schön (wie auch, wir waren uns einig, der gesamte Neubau angenehm harmonisch und heimelig ist; fast schon familiäre Funktionalität statt Angebertum), wir freuten uns über die vom alten Schmock vertrauten Plakate, und ich bilde mir sogar ein, dass die Wandlampen dieselben sind.

Meine Verabredung und ich aßen gut; vor mir standen ausführliche nah-östliche Vorspeisen, gegenüber gab es einen Rinderfilet-Gamba-Spieß, dazu hatte ich sogar mitten unter der Woche Lust auf ein Glas Wein und bestellte einen israelischen Gamla Cabernet Sauvignon, der mir ausgezeichnet schmeckte.

Gespräche über berufliche Umstände mit vielen erfreulichen Informationen, aber auch der (wiederholten) Erkenntnis, dass an deutschen Universitäten und in der europäischen Forschungslandschaft byzantinische Verhältnisse herrschen. Es wurde nicht allzu spät, ich spazierte durch langsam aufsteigenden Herbstnebel nach Hause.

§

Die Welt braucht gute Nachrichten. Diese hier ist aus München und kommt dem Antrag zuvor, den ich in der jüngsten Bürgerversammlung hätte stellen wollen:
“Stadtrat beschließt mehr Fahrradparkplätze am Hauptbahnhof”.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 27. Oktober 2021 – Nymphenlücke und Abend im Schmock“

  1. FrauC meint:

    Spannend finde ich die
    Anzahl von “mindestens 1.158” Fahrradstellplätzen. Gleichzeitig präzise und vage. Aber in jedem Fall eine gute Nachricht!

  2. iv meint:

    1158: Stadtgründungsdatum Münchens.

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