Journal Mittwoch, 3. November 2021 – Tagesvermischungen

Donnerstag, 4. November 2021 um 6:52

Beim morgendlichen Fensteröffnen einen Herbstfortsauger gesichtet.

Wie schon am Vortag beim Theresienwiesenbild freute ich mich daran, wie hervorragend sich das Straßenreinigungs-Orange auf Großstadtansichten macht. Oft sind es Gruppen von Reinigungsmännern (in München immer Männer) – plaudernd, rauchend, diskutierend, scherzend, kehrend – die mir ästhetisch ins Auge fallen, aber ich habe zu große Hemmungen, die zu fotografieren. Die kleinen Fahrzeuge mit ihren Besenhaltern hinten habe ich besonders ins Herz geschlossen: Ich male mir immer aus, dass sie auf dem Weg nach Hogwarths sind, ihre Besen mit orangem Plastik-Reisig das allerneueste Modell an Renn-Besen.

In der Arbeit ging’s derart zu, dass ich zwei Tage in meinem Kopf vermischte und gleichzeitig Sportzeug für Abendsport dabei hatte (Mittwoch), Herrn Kaltmamsell im Zug nach Augsburg sah und ihm Grüße an seine Eltern auftrug (Donnerstag), mich auf abendliche Pasta freute (Mittwoch) und gleichzeitig Ernteanteil-Abholung sowie eine große Schüssel Salat aus Ernteanteil plante (Donnerstag). Raum-Zeit-Kontinuum, pft. Herr Kaltmamsell sortierte mich wieder.

Mittagessen: Von Herrn Kaltmamsell zubereiteter Waldorf-Salat (Sellerie und Apfel aus Ernteanteil), Mandarinen, Trauben.

Aufgeschobenen unangenehmen Job angepackt und erledigt, weil ein noch unangenehmerer reinkam, der den anderen schlagartig attraktiv machte – der Zauber funktioniert immer wieder.

Gegen Feierabend stellte ich fest, dass ich doch keine Lust auf Crosstrainerstrampeln hatte, sondern lieber daheim Yoga machte, um schmerzhaft verspannte LWS-Muskulatur zu lockern.

Alles für einen Tag Homeoffice eingepackt. Dass ein Restaurant und mein Sportverein durch sorgältigen 3G-Check Infektions-geschütztere Orte sind als mein Büroarbeitsplatz, weil der Arbeitgeber halt nichts Gesundheitliches über Angestellte fragen darf (aus guten Gründen!) – macht mich fertig. Bei einer aktuellen 7-Tage-Inzidenz in Bayern von über 260 (in München 124) soll jetzt für den Arbeitsplatz 3G eingeführt werden – ich bin wirklich gespannt, wie das rechtskonform umgesetzt werden soll.

Auf dem Heimweg weitete ich meine Suche nach der weihnachtlichen Süßigkeit Baumstamm aus, die ich bislang nirgends finden konnte: Ich ging in einen Lidl. Dort wurde zwar etwas unter dem Namen angeboten, doch korrekt müsste er natürlich so aussehen, die dicke, knackige Schokoladenhülle ist essenziell.

Daheim eine schöne Runde Yoga mit Adriene, die tatsächlich so gut tat wie erhofft.

Herr Kaltmamsell kochte zum Nachtmahl ein weiteres Rezept aus Rachel Roddys A-Z of Pasta: Fettuccine mit Hühnerleber und Salbei – weil wir noch so viel Salbei von Dienstag hatten.

Köstlich.

§

Doña Donnerhallen hat strukturiert auf den Tisch gehauen:
“Agiler Feminismus oder – was der Impfstatus von Joshua Kimmich mit dem Patriarchat zu tun hat”.

Sie beginnt mit:

Meine berufliche Vita ist so seltsam, dass ich erst im aktuellen Job in einem a) wirklich großen Unternehmen und b) einer deutlichen weiblichen Minderheit arbeite. Und obwohl ich die Feminismus-Fahne schon lang vor mir her trage, führe ich erst oder eigentlich immer noch bei Kollegen aller Altersstufen und jeden Bildungshintergrundes bizarre Grundlagengespräche. Weil Frauen werden nicht mehr diskriminiert, das war früher. Jetzt müssten wir nur endlich alle Vollzeit arbeiten und halt ordentlich netzwerken, dann klappt das mit der Karriere auch. (Der Kollege fand sich selbst für seine 6 Monate Elternzeit quasi einen Superhelden.)

Auch die Quote, oh Gott, so überzeugt man doch Männer nicht, so schafft man nur Ressentiments. Wirklich, das war das Argument.

(Der erste, der mit “not all men” kommt, wird… ausgelacht.)

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 3. November 2021 – Tagesvermischungen“

  1. Amélie meint:

    Guten Morgen, den beschriebenen Baumstamm mit knackiger Hülle hole ich immer bei Aldi (auch bei mir Süd). Schöne Grüße!

  2. U. meint:

    Den “korrekten” Baumstamm habe ich kürzlich bei Penny erworben (war der erste seit bestimmt fünf Jahren). Ich bin mir relativ sicher, dass Aldi (Süd) sie auch noch hat.

  3. Ina meint:

    Genau, Aldi Süd wolle ich auch gerade empfehlen. Mir schmecken sie auch gut. Ich meine mich zu erinnern dass es sie dort sogar vor Ostern gibt, als sogenannter Frühlingsbaumstamm.

  4. Roland B. meint:

    Tagesschau.de differenziert auf der Landkreiskarte mittlerweile nach Altersgruppen bei der Inzidenz.
    Praktisch überall haben die 5- bis 14-Jährigen den deutlich größten Anteil, also die noch Ungeimpften.
    Leider wird nicht nach geimpft und ungeimpft unterschieden – woimmer ich mal dazu Zahlen gefunden habe, liegt der Anteil der trotz Impfung infizierten bei etwa 10%. Und ich glaube nicht, daß das daran liegt, daß Ungeimpfte halt deutlich häufiger getestet werden, wobei dann auch symptomlose Infektionen aufgedeckt werden.

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