Archiv für Januar 2022

Journal Sonntag, 16. Januar 2022 – Gemütlicher Tag mit viel Sonne

Montag, 17. Januar 2022

Nach dem Ausschlafen (kein Kater, keine Migräne – das ist so schön!) geräumt, draußen herrlichster Sonnenschein. Vor allem anderen aber zog ich mein Bett ab und steckte die Bettwäsche in die Waschmaschine, damit sie über den Tag möglichst viel Zeit zum Trocknen hatte. Klar: Notfalls würde ich halt mit der Sommerbettwäsche überziehen, das Risiko war also nicht allzu hoch.

Gemütliches Bloggen, immer wieder sah ich raus. Zu meiner Laufrunde an der Isar brach ich erst nach elf auf, ich nahm die U-Bahn nach Thalkirchen.

Laufen ging gut und leicht, weder Hüfte noch Wade bereiteten mir Probleme, eher schon die rutschende Laufhose. Ich war sehr froh um meine Sonnenbrille.

Von Thalkirchen lief ich über den Hinterbrühler See hoch zur Großhesseloher Brücke, einmal drüber und zurück, dann über den Flaucher bis zur Wittelsbacherbrücke und nach Hause. Erst nach 100 Minuten wechselte ich am Alten Südfriedhof ins Spazieren.

Von der Großhesseloher Brücke Richtung Innenstadt: Der Isarwehrkanal links führte mehr Wasser als die Isar.

Blick von der Thalkirchner Brücke Richtung Flaucher.

Zu Hause hatte Herr Kaltmamsell Geschirr und Gläser gespült, die Küche in Vor-Gäste-Zustand gebracht. Ich duschte und pflegte mich, erst kurz vor drei setzte ich mich zum Frühstück: Apfel, Salatreste vom Vorabend, eine dicke Scheibe Idiotenbrot. Das machte mich nochmal bettschwer, ich legte mich zu einer Siesta hin (Bettzeug geliehen von Herrn Kaltmamsell).

Freude an den Ranunkeln und ersten Tulpen der Saison des Gastgeschenk-Straußes in der schrägen Wintersonne.

Ich las die Wochenend-Süddeutsche, ein paar liegengebliebene Zeitungsteile, alles gemütlich. Das Tageslicht räumte den Himmel für Wolken und Nebel.

Abendessen war restliche Polenta vom Vorabend, Herr Kaltmamsell hatte dazu eine Tomatensauce gekocht.

Nachtisch war auch noch da (Sticky Toffee Pudding), außerdem Schokolade.

Telefonat mit Bruder, Austausch von Sorgen und Beruhigung.

Die Bettwäsche hatte es nur zum Teil geschafft trocken zu werden: Überzüge ja, Spannbettlaken nein. Aber dafür hatte ich ja Ersatz im Schrank.

Journal Samstag, 15. Januar 2022 – Die letzte Lampe, endlich wieder Gäste

Sonntag, 16. Januar 2022

Für gestern Morgen hatte ich den Wecker gestellt, denn es gab Programm.

Zum einen reisten vormittags meine Eltern an, bei trockenem, kalten Wetter mit gelegentlich Nebel (auch im Park vorm Haus) ganz entspannt. Der Übergangs-Lichtschalter bekam einen echten, außerdem brachte mein Elektrikerpapa die letzte fehlende Lampe an (aufwändig, weil er erst eine Leitung dafür legen musste).

Diesmal beim Handwerkereinsatz gelernt: Eine Eisenfeile sägt in unter einer Minute eine Aussparung für Kabel in leichtes Metall (mir gleich mal gemerkt, welche ich also meinem Vater für einen eventuell nötigen Gefängnisausbruch ins Brot backen muss). Zudem:
“Immer erst die Erdung.”
(“Und woran erkenne ich die?”
“Gelb-grünes Kabel.”)

Meine Mutter hatte aus ihrem Bestand mögliche Vorhang-Schals fürs Arbeitszimmer dabei. Auch in diesem Fall zeigte sich, dass ihre Anbringung dem Zimmer gut tun würde, meine Mutter wird sie an ihrer Nähmaschine auf die passende Länge bringen und ein Vorhangband ergänzen. Bereits mit dem Mittagsläuten machten sich meine lieben Eltern wieder auf den Heimweg, ich bin SO dankbar für ihre Unterstützung.

Nicht mal ein Jahr nach Einzug hängen/stehen alle Lampen, das finde ich eine echte Leistung. Eingerichtet ist allerdings noch lang nicht fertig, als nächstes kommen der Esstisch und weitere Stühle, ganz oben auf der Erledingungsliste stehen jetzt ein Teppich für unterm Esstisch sowie eine große Pflanze für mein Schlafzimmer.

Ich räumte die Spuren der Handwerkerei auf, warf Verpackungsmaterial weg. Es folgte die Vorbereitung des Abendprogramms: Wir hatten endlich mal wieder Gäste zum Abendessen eingeladen – nahe genug stehende Freunde, denen wir den Balkontisch zur Bewirtung zumuten konnten. Zur Begleitung der Vorspeise buk ich Idiotenbrot, angesetzt am Vortag von Herrn Kaltmamsell. (Wie lang her es mir erscheint, dass mich 20 Stunden Gare noch erstaunten konnten; heute backe ich Brote, deren Vorteige bis zu drei Tage gären.)

Während das Brot abkühlte, ging ich für letzte Einkäufe zum Supermarkt. Frühstück nach zwei. Ich hatte aus Faulheit doch wieder beim Bäcker Mauerer Frühstückssemmeln gekauft: Yep, immer noch so staubtrocken wie seit über 20 Jahren, weshalb ich den Einkauf dort eigentlich meide.

Ein paar gemütliche Stunden mit Internetlesen, bevor ich den Tisch deckte, mich umzog und die Vorspeise vorbereitete: Unsichtbaren Salat (aka Wintersalat mit Datteln), in der Vinaigrette allerdings den Honig, der sich immer so schlecht auflöst, durch Ahornsirup ersetzt. Vorbereitung hieß in diesem Fall: Alles so weit, dass ich vor dem Servieren nur noch Avocado schälen/schneiden musste und die Zutaten mit Dressing vermischen.

Als die beiden Gäste kamen (für die Kulturwissenschaft der Zukunft: es hat sich etabliert, dass man einander vor Treffen ein Bild des negativen Schnelltests schickt, habe ich bereits mehrfach erlebt), war erst mal umfangreiches Wohnungzeigen. Dann gab’s Whiskey Sour mit Meyer Lemon zum Aperitif, bevor gesessen und Salat gegessen wurde. Den Hauptgang hatte Herr Kaltmamsell zubereitet: Ochsenbackerl mit Wirsinggemüse (Ernteanteil), ich steuerte cremige Polenta bei (zum Merken für mich selbst: 700 gr Wasser und 400 gr Milch auf 200 gr Polenta, mit Knoblauchzehe und Lorbeerblatt aufgekocht, vor Quellphase der Polente ein Essl. Thymian eingerührt, abschließend mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt). Auch die Nachspeise hatte Herr Kaltmamsell gemacht: Sticky Toffee Pudding.

Das waren ein paar sehr schöne Stunden, in denen ich endlich wieder ein bisschen vom Leben dieser Freunde mitbekam, ihren freundlichen und wohlerzogenen Hund flauschen konnte (der alle Teppiche mit ausgiebigem Schubbern einweihte), Geselligkeit erlebte.

Nach dem mitternächtlichen Abschied räumten wir noch ein wenig, um die erste Spülmaschine starten zu können.

Wenn wir tatsächlich ohne Wäschetrockner auskommen wollen (vorübergehend oder auf lange Sicht), brauche ich zusätzliche Bettwäsche. Bislang habe ich eine Garnitur für Sommer und eine für Winter, beide in England gekauft, wo 200×200 cm große Bettdecken nicht so preistreibend exotisch sind wie in Deutschland, Kissenbezüge außerdem als Standard für schmale Kissen geschnitten sind und nicht quadratisch. Beide Garnituren auch nach über zehn Jahren Nutzung in tiptop Zustand (na gut, die Sommervariante franst ein ganz kleines Bisschen an den Ecken). Gewaschen wurde bisher am Wochenende oder sonst einem freien Tag: Morgens abziehen und waschen, im Trockner trocknen, wieder überziehen. Doch wenn die Bettwäsche an der Luft in Innenräumen trocknen muss (wir verfügen weder über Garten noch über einen Trockenraum), wird sie nicht verlässlich in zwölf Stunden trocken. Weitere Folge: Ich muss auf flauschige Handtücher und Nicki-Anzüge verzichten.

Journal Freitag, 14. Januar 2022 – Produkte fürs Leben

Samstag, 15. Januar 2022

Gut geschlafen, an der Länge arbeiten wir noch.

Der klarkalte Morgen knackte frostig mit hellem Himmel1, über den Kaminen standen im Gegenlicht schräge Rauchsäulen.

Die Arbeit strengte mich gestern sehr an. Zwar gab es angenehm wenige Querschüsse, ich hätte eigentlich Raum für zügiges Wegarbeiten gehabt, doch es fehlte an Konzentration und Energie. Doch ich schaffte das Nötigste, ermöglichte anderen die Weiterarbeit, lernte weitere Details über neue Softwaresysteme.

Und: Gestern fand die Über- und damit Weggabe einer beschwerlichen Aufgabe statt, beim Übergeben bemerkte ich, wie viel ich dabei trotz allem gelernt hatte.

Zu Mittag gab es Pumpernickel, Orange, Grapefruit, das Obst daheim vorbereitet und im Glas dabei: Ich freue mich im Büro immer sehr, wenn ich die Brotzeit nicht erst noch erarbeiten muss, sondern gleich essen kann.

Sonniger Nachmittag, der Januar machte auf hübsch. Und ja: Die Tage sind bereits merklich länger. Beim Verlassen des Hauses zu Feierabend war es nicht mehr so frostig, roch aber eindeutig nach Winter.

Auf dem Heimweg Einkäufe beim Vollcorner.

Zauberhaftes Abendlicht fiel auf St. Paul.

Schmerzliche Familiennachrichten. Dabei soll es doch bitte! allen! gut gehen!

Beim Heimkommen war es war früh genug für eine geruhsame Runde Yoga. Ich machte eine Schüssel Chicorée-Salat zu dem Nachtmahl, auf das ich mich schon den ganzen Tag freute: Herr Kaltmamsell hatte klassische Lasagne angekündigt.

Na gut nicht ganz klassisch: Statt Hackfleisch hatte er Sojabrösel verwendet, da wir schon vor Längerem festgestellt hatten, dass die Funktion in lang geköcheltem Ragú vor allem Textur ist. Die Sauce enthielt aber zudem Leber (Funktion Geschmack), also keine vegetarische Version. Die Lasagne schmeckte sehr gut. Dazu ein Glas Lemberger/Merlot: Auch auf den Alkohol hatte ich mich gefreut, wollte aber nach dem ersten Kick keinen weiteren. Nachtisch zu viel Schokolade, mein Bauch zwickte. (Wenn ich über die fehlende Lernfähigkeit anderer Menschen stolpere, brauche ich nur an meine eigene zu denken.)

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Ein kleiner Fernseh-Beitrag vom BR über die Werkstatt, aus der mein edler Bräter kommt: Hoffmann Metallgefäße.

via @giardino

Ich bin eine sehr zufriedene Kundin, aber wie Berthold Hoffmann in dem Beitrag konstatiert: Er hat keine Stammkunden, weil fast alle nur einmal im Leben bei ihm einkaufen – die Produkte halten mehrere Generationen. Umso lieber empfehle ich ihn.

§

Apropos Produkte fürs Leben: Herzbruch erzählt die Geschichte hinter dem Ding, das auf Fotos von ihrer Wohnung immer wieder auftaucht und jedes Mal für einen Saugroboter gehalten wird. In Wirklichkeit handelt es sich um das Schlafzimmer ihrer Eltern.

§

Herbert Achternbusch ist gestorben, war Donnerstagabend der Tagesschau eine lange Meldung wert, gestern der Süddeutschen die obere Titelseite. Er war schon was sehr Besonderes.

Bereits von 2016 stammt dieser Beitrag von Kathrin Passig zum Thema.

  1. LYRISCH ODER WAS?! []

Journal Donnerstag, 13. Januar 2022 – Hausgerätaufstand

Freitag, 14. Januar 2022

Dieses Wegarbeiten-damit-kein-Nachtsorgen klappte gleich mal überhaupt nicht: In der unruhigen Nacht fielen mir noch viel mehr Probleme ein, die sich durch diverse Veränderungen in der Arbeit für meinen Job ergeben. (Oder überhaupt ergeben und für die ich mich in der Wehrlosigkeit des Halbschlafs offensichtlich zuständig fühlte.) Ich hatte zwar gleich Ideen für Lösungen oder zumindest für eine Kommunikation dieser Probleme, doch schlafen ließ mich auch das nicht.

Kurz nach fünf stand ich gerädert auf, betütelte später den angeschlagenen Herrn Kaltmamsell.

Fußweg in die Arbeit durch frostigen Nebel, Augen und Nase liefen.

Arbeit verlief gestern zum Glück in ruhigeren Bahnen. Ich lernte sehr Nützliches, lehrte hoffentlich Nützliches, konnte Kolleginnen unterstützen und sogar Dinge selbst anschieben.

Mittagessen jetzt wieder ganz normal: Pumpernickel mit Butter, zwei Tarocco-Orangen (bei Eataly mit Gold aufgewogen, doch das waren sie wert, mich betörte bereits beim Schälen ihr ganz besonderer Duft). Der Bauch verarbeitete alles nach Vorschrift.

Extra früher Feierabend, denn ich hatte schon um fünf einen Friseurtermin – diesmal zwei Wochen früher als im bisherigen Turnus, weil mir eingefallen war, dass ich mir ja auch am Anfang der Phase, in der ich den Schnitt als rausgewachsen empfand, einen neuen holen könnte. Selbst wenn der nicht eigentlich schlecht aussah.

Ich marschierte durch erste Winterabenddämmerung an den Stiglmaierplatz.

Auf der Hackerbrücke wurde auch bei Kälte gesessen.

Gründlicher Haarschnitt, ich fühlte mich wieder angenehm aufgeräumt. Auch nach Hause ging ich zu Fuß, ich hatte immer noch Bedürfnis nach Frischluft.

Beim Heimkommen sah ich auf der Straße schon von Weitem, dass die Wohnungsfenster dunkel waren. Ich machte mir umgehend Sorgen, denn Herr Kaltmamsell hätte zuhause sein müssen. Twitter-Check (die dortigen Direktnachrichten sind unser üblicher Kurznachrichtenkanal): Keine Nachricht. Vielleicht war er ja so krank, dass er schlafend im Bett lag! Doch als ich die Wohnungstür aufschloss, leuchtete er mir bereits mit seiner Handylampe entgegen: “Stromausfall!” Da ich in anderen Wohnungen im Haus Licht gesehen hatte, lag das Problem ziemlich klar bei uns. Wir räumten den Sicherungskasten leer: Die Hauptsicherung war draußen. Mit Ein- und Ausschalten der Einzelsicherungen kreisten wir den verursachenden Raum ein: Es war der, in dem der altehrwürdige Wäschetrockner stand. Und nachdem wir den ausgesteckt hatte, hielten auch alle Sicherungen. Über die Konsequenzen denken wir wannanders nach.

Aber Herr Kaltmamsell war tatsächlich weiterhin malade. Er machte sich zum Abendessen Moro-Karottensuppe, ich aß Käse und Hefezopf. Und dann reichlich Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

Journal Mittwoch, 12. Januar 2022 – What a week, huh?

Donnerstag, 13. Januar 2022

Gute Nacht, aber mit offener Tür und ohne Ohrstöpsel, um nach Herrn Kaltmamsell horchen zu können.

Morgens echte Lust auf Milchkaffee, das war schön. Ich genoss ihn.

Fußweg in die Arbeit in bissigem Frost, vor dem Haus wurden Autoscheiben freigekratzt. Die neuen Schneeschuhe machten sich mit Wärme bezahlt.

In der Arbeit zackiger Vormittag, noch verhältnismäßig sortiert. Zum späten Mittagessen traute ich mich Salzstangen, Avocado, ein paar Löffel Joghurt – schmeckte alles gut. Doch der Bauch war später immer noch wackelig.

Ungeplante Turbulenzen am Nachmittag. Ich schaffte anschließend lieber mal viel Absehbares weg, da auch die nächste Zeit in erster Linie Unabsehbares ansteht und ich sorgenvoll schlaflose Nächte vermeiden möchte. Es wurde spät. Einer von den Arbeitstagen, an dessen Ende die Ereignisse des Morgens sich anfühlten, als hätten sie bereits am Tag zuvor stattgefunden.

Herrn Kaltmamsell ging es nicht mal mittelgut, ich hatte ihn wohl doch angesteckt. Er bat um Take-away-Abendessen und schickte mich für Nah-Östliches zu Servus Habibi. Ich bestellte und holte uns je einen Mischteller.

Fürs Abendessen wandelte ich die Strick-Methode ab, nach der man bei Knappwerden der Wolle schneller stricken muss, damit sie noch reicht: Ich aß meine wundervoll schmeckende Schale zügig leer, dann mittelgroße Mengen Nüsse in Schokolade im selben Tempo – um intensiven Genuss zu bekommen, bevor mein Magen auf Protest schalten konnte und mir die Freude verderben. Schlau oder was. (Mein Bauch war ebenso beeindruckt und rumpelte erst nachts ein wenig.)

§

Die Seite Drei der Süddeutschen deckte gestern nach eigener Ansicht investigativ auf, welche Rolle instagram bei Magersucht spielt (“Wie Instagram den Weg in die Magersucht weisen kann”).

Mir war ob der Wischiwaschigkeit der Faktenbasis, der Vermischung mit dem Thema sexuelle Gewalt und des Einrennens offener Türen ziemlich unwohl, auch wenn erwähnt wurde, dass der an einem konkreten Einzelfall beschriebene Einfluss von Social Media bei Fachleuten “umstritten” sei. Anorexie ist eine Krankheit mit sehr vielfältigen Ursachen, mit komplexen Wechselwirkungen, verheerenden Auswirkungen und bis heute praktisch ohne verlässliche Therapie. Vereinfachungen helfen bei deren Untersuchung wirklich nicht. Ein Tweet brachte mein Unwohlsein gut auf den Punkt:

(Überhaupt: Waren wir uns nicht eben noch einig, dass die Mütter an Magersucht schuld sind? Wie an fast allem?) (Scherz.)

Journal Dienstag, 11. Januar 2022 – Darm-Gewackel*

Mittwoch, 12. Januar 2022

Unruhige Nacht, mein Bauch signalisierte mir, dass nackter Reis als Abendessen die bessere Idee gewesen wäre. Das Curry dazu sprach auch am nächsten Morgen noch mit mir. Wirklich wohl wurde mir über den Vormittag erst, als der Magen wieder völlig leer war und knurrte. Zu Mittag beließ ich es also bei Kräutertee und ein wenig Hefezopf – und das auch erst, als der Schmerz des Hungers das vorherige Weh wegen Nahrungsaufnahme übertroffen hatte. So gut wie Montagmorgen mit komplett leerem Verdauungssystem ging es mir seither aber nicht mehr. Doch man kann ja auf Dauer auch nicht nicht essen. (Außerdem spielte in meinem Kopf seit Sonntag “I’m just one stomach flu away from my goal weight” and that’s SO NOT me!)

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In der Arbeit wieder Sturm von allen Seiten, zum Glück hauptsächlich intern, es gingen aber auch Dinge voran. In den letzten Stunden war ich vor Erschöpfung leider nicht mehr sehr produktiv, außerdem fror ich (der Körper hatte ja keinen Brennstoff!).

Nach Feierabend nahm ich eine U-Bahn nach Schwabing, um ein Buch abzuholen, nach Hause marschierte ich zu Fuß. Zu Hause wieder eine Runde Yoga, diese mit viel Dehnen, angenehm.

Für den Abend hatte ich zur Besänftigung des Verdauungssystems Moro-Karotten-Suppe bestellt, von Hundehalterinnen empfohlen. Herr Kaltmamsell hatte sie zwar zubereitet, war jetzt aber selbst malade und aß davon nur ein Tellerchen – hoffentlich habe ich ihn nicht angesteckt. Ich hingegen war erst nach einer zusätzlichen Hand voll Salzstangen satt.

§

Auch in einer Großstadt wie München gibt es Originale und Exzentriker ohne Promi-Status, die alle kennen. Jetzt haben wir einen weniger: Einer der beiden Hotpants-Zwillinge (hier wissen Münchner*innen, wer gemeint ist) ist gestorben, die Meldung schaffte es bis auf die Zeitungskästen an den Straße.

Von Frau Klugscheißer ein ganz persönlicher Nachruf:
“Going home”.
Ich schließe mich ihrem abschließenden Appell von Herzen an.

§

Vor 15 Jahren konnte ich noch Lacher erzielen, wenn ich die Apotheken-Umschau als “Rentner-Bravo” bezeichnete, mittlerweile ist das das Epiteton gesetzt. Zum gleichzeitigen 66. Geburtstag haben sich die beiden Magazine tatsächlich für eine Ausgabe zusammengetan – ich bin begeistert und gewinne Glauben in die deutsche Medienlandschaft zurück.

*Billiger Versuch, Kopfkino zu erzeugen.

Journal Montag, 10. Januar 2022 – Wunderheilung

Dienstag, 11. Januar 2022

Am Sonntagabend hatte ich beim Vorbereiten meines Krankheitstags für die Arbeit noch gescherzt: “Außer es tritt Wunderheilung ein.”
Und dann bekam ich sie (tät ich beten oder nähme ich Zuckerkügelchen, wüsste ich warum). Schon in der Nacht auf Montag schlief ich tief, und bei den beiden Malen Aufwachen merkte ich deutlich: Nicht mehr krank.

Als der Wecker um sechs läutete, sprang ich wirklich munter und gesund auf, machte Milchkaffee, entfernte den Zettel für den Putzmann “Bin krank!” von meiner Zimmertür. Die nächsten Stunden fühlte ich mich lediglich light headed, schließlich hatte ich schon ziemlich lang nichts mehr gegessen, aber nicht mal richtig schwindlig. Hurra!

Ich kam erst so spät von Zuhause los, dass ich in den Schulradlverkehr geriet – und mehrfach vor den in Gruppen auf dem Gehweg radelnder Kindern auf die Straße ausweichen musste. Es war kalt, vereinzelte Schneeflocken in der Luft.

In der Arbeit ging es genauso heftig zu wie erwartet, wenn auch nicht in der Art und Weise wie erwartet. (Außer den Postbergen: Die hatte ich genau so erwartet. Waren aber nachmittags zügig weggeschafft.) Aber da ich auf Tumult und Durcheinander gefasst war, fest entschlossen, dabei locker in den Knien zu bleiben, da ich zudem alles Vorbereitbare vor Weihnachten vorbereitet hatte, war ich für meine Verhältnisse auch innerlich geradezu gelassen. Außerdem stellte sich heraus, dass über die Weihnachtsferien Menschen regelnd und konzipierend aktiv gewesen waren, mit denen ich nicht gerechnet hatte, und dass so eine Baustelle zumindest strukturiert war.

Mittags aß ich Hokkaido milk bread (wenn das Hefezopf ist, ist es der saftigste, fluffigste, den ich je hatte), Tarocco-Orange, Granatapfelkerne – also ganz normal. Das war wohl voreilig nach dem Infekt: Ich wurde extrem müde davon und fühlte mich nicht mehr so gesund wie mit leerem Magen. (Hätte vielleicht doch erst mal mit Salzstangen anfangen sollen?)

Nachmittags ging es heftig weiter, zum späten Feierabend hing ich ziemlich in den Seilen.

Doch draußen war die Luft gut und nicht zu kalt, ich genoss den Spaziergang nach Hause über Paketabgabe und Vollcorner. Daheim eine Runde Yoga, darin eine Reihe Übungen, die ich nicht schaffte.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell das Mufflon-Curry mit französischen Trockenpflaumen, das er schon am Sonntag zubereitet hatte. Ich bat vorsichtshalber um viel trockenen Reis, zu dem ich ein wenig davon versuchen wollte. Es schmeckte sehr gut, wahrscheinlich nahm ich den einen oder anderen Löffel zu viel. Auch Fruchtgummi zum Nachtisch traute ich mich.

Im Fernsehen lief aus Anlass von Sidney Poitiers Tod Rat mal, wer zum Essen kommt. Hatte ich vor vielen Jahren schon mal gesehen, dabei war mir aber nicht aufgefallen, dass Poitier eine doch vielschichtige Rolle hat, Katharine Houghton als seine Verlobte aber nicht mehr Merkmale als jung, hübsch, naiv bekommt. Zum Thema Rassismus/Antirassismus ist der Film von 1967 ein interessantes Zeitdokument; mittlerweile weiß man, dass “ich sehe keine Hautfarben” keineswegs zu Gleichberechtigung führt.

Sehr früh ins Bett weil müde.


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