Journal Samstag, 15. Januar 2022 – Die letzte Lampe, endlich wieder Gäste

Sonntag, 16. Januar 2022 um 9:14

Für gestern Morgen hatte ich den Wecker gestellt, denn es gab Programm.

Zum einen reisten vormittags meine Eltern an, bei trockenem, kalten Wetter mit gelegentlich Nebel (auch im Park vorm Haus) ganz entspannt. Der Übergangs-Lichtschalter bekam einen echten, außerdem brachte mein Elektrikerpapa die letzte fehlende Lampe an (aufwändig, weil er erst eine Leitung dafür legen musste).

Diesmal beim Handwerkereinsatz gelernt: Eine Eisenfeile sägt in unter einer Minute eine Aussparung für Kabel in leichtes Metall (mir gleich mal gemerkt, welche ich also meinem Vater für einen eventuell nötigen Gefängnisausbruch ins Brot backen muss). Zudem:
“Immer erst die Erdung.”
(“Und woran erkenne ich die?”
“Gelb-grünes Kabel.”)

Meine Mutter hatte aus ihrem Bestand mögliche Vorhang-Schals fürs Arbeitszimmer dabei. Auch in diesem Fall zeigte sich, dass ihre Anbringung dem Zimmer gut tun würde, meine Mutter wird sie an ihrer Nähmaschine auf die passende Länge bringen und ein Vorhangband ergänzen. Bereits mit dem Mittagsläuten machten sich meine lieben Eltern wieder auf den Heimweg, ich bin SO dankbar für ihre Unterstützung.

Nicht mal ein Jahr nach Einzug hängen/stehen alle Lampen, das finde ich eine echte Leistung. Eingerichtet ist allerdings noch lang nicht fertig, als nächstes kommen der Esstisch und weitere Stühle, ganz oben auf der Erledingungsliste stehen jetzt ein Teppich für unterm Esstisch sowie eine große Pflanze für mein Schlafzimmer.

Ich räumte die Spuren der Handwerkerei auf, warf Verpackungsmaterial weg. Es folgte die Vorbereitung des Abendprogramms: Wir hatten endlich mal wieder Gäste zum Abendessen eingeladen – nahe genug stehende Freunde, denen wir den Balkontisch zur Bewirtung zumuten konnten. Zur Begleitung der Vorspeise buk ich Idiotenbrot, angesetzt am Vortag von Herrn Kaltmamsell. (Wie lang her es mir erscheint, dass mich 20 Stunden Gare noch erstaunten konnten; heute backe ich Brote, deren Vorteige bis zu drei Tage gären.)

Während das Brot abkühlte, ging ich für letzte Einkäufe zum Supermarkt. Frühstück nach zwei. Ich hatte aus Faulheit doch wieder beim Bäcker Mauerer Frühstückssemmeln gekauft: Yep, immer noch so staubtrocken wie seit über 20 Jahren, weshalb ich den Einkauf dort eigentlich meide.

Ein paar gemütliche Stunden mit Internetlesen, bevor ich den Tisch deckte, mich umzog und die Vorspeise vorbereitete: Unsichtbaren Salat (aka Wintersalat mit Datteln), in der Vinaigrette allerdings den Honig, der sich immer so schlecht auflöst, durch Ahornsirup ersetzt. Vorbereitung hieß in diesem Fall: Alles so weit, dass ich vor dem Servieren nur noch Avocado schälen/schneiden musste und die Zutaten mit Dressing vermischen.

Als die beiden Gäste kamen (für die Kulturwissenschaft der Zukunft: es hat sich etabliert, dass man einander vor Treffen ein Bild des negativen Schnelltests schickt, habe ich bereits mehrfach erlebt), war erst mal umfangreiches Wohnungzeigen. Dann gab’s Whiskey Sour mit Meyer Lemon zum Aperitif, bevor gesessen und Salat gegessen wurde. Den Hauptgang hatte Herr Kaltmamsell zubereitet: Ochsenbackerl mit Wirsinggemüse (Ernteanteil), ich steuerte cremige Polenta bei (zum Merken für mich selbst: 700 gr Wasser und 400 gr Milch auf 200 gr Polenta, mit Knoblauchzehe und Lorbeerblatt aufgekocht, vor Quellphase der Polente ein Essl. Thymian eingerührt, abschließend mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt). Auch die Nachspeise hatte Herr Kaltmamsell gemacht: Sticky Toffee Pudding.

Das waren ein paar sehr schöne Stunden, in denen ich endlich wieder ein bisschen vom Leben dieser Freunde mitbekam, ihren freundlichen und wohlerzogenen Hund flauschen konnte (der alle Teppiche mit ausgiebigem Schubbern einweihte), Geselligkeit erlebte.

Nach dem mitternächtlichen Abschied räumten wir noch ein wenig, um die erste Spülmaschine starten zu können.

Wenn wir tatsächlich ohne Wäschetrockner auskommen wollen (vorübergehend oder auf lange Sicht), brauche ich zusätzliche Bettwäsche. Bislang habe ich eine Garnitur für Sommer und eine für Winter, beide in England gekauft, wo 200×200 cm große Bettdecken nicht so preistreibend exotisch sind wie in Deutschland, Kissenbezüge außerdem als Standard für schmale Kissen geschnitten sind und nicht quadratisch. Beide Garnituren auch nach über zehn Jahren Nutzung in tiptop Zustand (na gut, die Sommervariante franst ein ganz kleines Bisschen an den Ecken). Gewaschen wurde bisher am Wochenende oder sonst einem freien Tag: Morgens abziehen und waschen, im Trockner trocknen, wieder überziehen. Doch wenn die Bettwäsche an der Luft in Innenräumen trocknen muss (wir verfügen weder über Garten noch über einen Trockenraum), wird sie nicht verlässlich in zwölf Stunden trocken. Weitere Folge: Ich muss auf flauschige Handtücher und Nicki-Anzüge verzichten.

die Kaltmamsell

17 Kommentare zu „Journal Samstag, 15. Januar 2022 – Die letzte Lampe, endlich wieder Gäste“

  1. Die Toni meint:

    Wir haben auch den letzten Trockner nach dessen Versterben aus Energiespargründen nicht mehr ersetzt und dasselbe Problem. Bei fünf Personen kommt noch hinzu, dass der Platz zum Aufhängen aller Teile nicht ausreicht, so dass nicht mehr alle Betten an einem Wochenende frisch bezogen werden können. Wir machen das jetzt seit einem Jahr und hadern noch ein wenig. ;-)

    Das ist m.E. ein winziges, aber treffendes Beispiel für notwendige Verhaltensänderungen aus Anlass des Klimawandels: Ohne Lästigkeiten wird es nicht gehen.

  2. Pippilotta meint:

    Wäsche (zumindest im Sommer) auf dem Balkon zu trocknen ist nicht möglich? Und im Winter auf einem Wäscheständer ausgebreitet im beheizten Innenraum reicht nicht aus? Vielleicht wäre mittelfristig auch die Anschaffung eines Waschtrockners eine Alternative zu Trockner plus Waschmaschine?
    (Mindestens) eine zweite Bettwäschegarnitur fände ich dennoch eine Überlegung wert, aber jeder Jeck ist anders…

  3. Christine meint:

    Noch nie habe ich einen Wäschetrockner besessen, hatte aber meistens die Gelegenheit die großen Teile im Keller/Terrasse.. aufzuhängen.

    Zwischendurch bin ich aber auf eine andere Möglichkeit umgestiegen: Man kann im Waschsalon auch nur Wäsche trocknen. Das geht recht schnell (halbe Stunde) und ist mittelfristig wahrscheinlich sogar günstiger als einen Wäschetrockner anzuschaffen. Und es ist ökologisch sinnvoller: Die dort verwendeten Trockner sind gasgetrieben (zumindest bei uns hier in den Salons). Was ich als wesentlich effizienter erachte. Vielleicht ist bei Ihnen in der Nähe ja auch die Möglichkeit?

  4. Rebekka meint:

    Interessant, wusste ich noch nicht, werde ich für meine Gegend auch mal prüfen!

  5. Jürgen meint:

    ohne Trockner ??

    ich würde sofort einen Neuen anschaffen.
    Kratzende Handtücher und alles so hart. Nee, Nee das geht nicht.

  6. Anja meint:

    Ich hatte noch nie einen Trockner. Die Anschaffung eines guten Wäscheständers lohnt sich. Meiner hält seit 20 Jahren und einigen Umzügen. Bettbezüge zu trocknen ist kein Problem (werden gefaltet aufgehängt), Spannbettlaken hänge ich ebenfalls im gefalteten Zustand auf.
    Mittlerweile steht der Wäscheständer im Waschkeller. Dort trocknet die Wäsche schnell.

  7. Ellen meint:

    Gas ist nur dann eine gute Idee, wenn der sonst verwendete Strom eine noch schlimmere Klimabilanz als der verbrannte fossile Energieträger Gas hat. Seit ich gelernt habe, dass die klimawirksamen Verluste über undichte Pipelines enorm sind, bin ich da noch zurückhaltender geworden.

    Hier Wäschetrockner – aber mit eigenem Solarstrom und nicht für Bettwäsche. Die ist aus Leinen und wird auf der Leine deutlich besser.

  8. Defne meint:

    Einen Wäschetrockner anzuschaffen ist sicher die ungünstigste Lösung. Meine Ursprungsfamilie hat den Wäschetrockner schon vor Jahrzehnten abgeschafft, das ist wirklich eine sehr unsinnige Erfindung. In meinem Haushalt hatte ich nie einen Wäschetrockner und würde auch nur im äußersten Notfall einen solchen benutzen. Das wäre im hohem Alter wenn ich das Wäscheaufhängen nicht mehr schaffe. Wir haben einen Mietwäschetrockner für die Hausgemeinschaft im Keller, den ich noch nie benutzt habe.
    In München gibt es sehr viele Waschsalons mit Wäschetrockner in Gehdistanz.

    Es wäre wirklich interessant zu wissen was von der Klimabilanz her günstiger ist: Das Trocknen der Wäsche im Waschsalon oder eine Anschaffung von neuer Bettwäsche.

  9. Ein Bayer in Zürich meint:

    Zum Thema Grössen der Bettwäsche: die Schweiz kennt 200 x 210cm Oberbett- mit 65 x 100 cm Kopfkissenbezug zu normalen (Schweizer) Preisen.

  10. Alexa meint:

    “Immer erst die Erdung.”
    (“Und woran erkenne ich die?”
    “Gelb-grünes Kabel.”)

    Dazu kann ich nur sagen, dass das relativ ist…. In unserer alten Wohnung hat vor und (mindestens) ein “Bastler” gewohnt, der diverse Kabel verlegt und die Farben wild durcheinander angeschlossen hatte. Ein Graus!! Seither sind wir da immer erst Mal misstrauisch… Und bei Strom habe ich sowieso immer Respekt…

  11. Ina Pö. meint:

    Die neuen Stühle sehen so schön aus, ich würde sie die ganze Zeit streicheln weil ich die Oberfläche so sehr mag.

  12. Ina Pö meint:

    Hasi und Mausi hat ganz schöne Sachen in 200×200 https://www2.hm.com/de_de/productpage.0897124003.html
    La Redoute hat grad 50% auf Bettwäsche https://www.laredoute.com/de/pplp/100/cat-84100.aspx#opeco=hp:module:soldestt50:PE22&srt=noSorting&facets=size*139_40_9900196:200×200%20cm

  13. Peter Ringeisen meint:

    Ich wüsste nicht, welche Gesundheitstipps ich hier anbringen könnte, selbst wenn ich wollte. Alles sehr in Ordnung.

    Glückwunsch zu den handwerklich talentierten Eltern und ihrer Hilfsbereitschaft!
    Auch hier vor kurzem Einladung sowohl gegeben als auch erlebt – sehr schöne Erinnerungen an Normalität, die zuversichtlich stimmen auf eine Zeit *nach* “C”.
    Gut gelaunte Grüße!

  14. engl meint:

    so schön, die lampe, das licht. bislang die schönste ecke in der wohnung und jetzt bald fertig. ich sehe es vor mir.

    aber ernsthaft: du wusstest gelb-grün nicht? himmel! ; )

  15. Sebastian meint:

    Die Lampe hängt, wo andere stehen. Sehr schön.

  16. Corsa meint:

    Sehr, sehr schöne Ecke mit der Lampe!

  17. Simone meint:

    @Pippilotta:
    Zur Anschaffung eines Waschtrockners würde ich nicht raten wollen. Ich hatte mir vor Jahren mal aus Platzgründen ein solches, nicht billiges Gerät angeschafft, es war nach knapp einem Jahr kaputt. Der herbeigerufene Monteur riet mir von einer Reparatur ab, da zu teuer und meinte nur: Sowas kauft man auch nicht. Und auf die Frage warum nicht: Weil sog. 2in1-Geräte fast immer halbe Sachen sind.

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