Journal Sonntag, 22. Mai 2022 – Schwimmfrieren, Hochsommerschwitzen

Montag, 23. Mai 2022 um 6:19

Ein weiterer Hochsommertag im Mai (ab Dienstag soll’s aber deutlich unter 20 Grad werden).

Nach guter Nacht nicht ganz so lange geschlafen, wie ich es mir gewünscht hätte, aber doch munter aufgestanden. Wäsche gewaschen, ausführlich gebloggt – das nahm gestern dann doch über zwei Stunden in Anspruch. Draußen herrlichster Sonnenschein von knallblauem Himmel, doch durch die Fenster wehte es angenehm kühl herein, zu kühl für den ersten Balkonkaffee.

Herr Kaltmamsell fuhr seine Eltern besuchen, sonnencremte mir zuvor noch den Rücken ein: Ich plante eine Schwimmrunde im Dantebad. Dorthin radelte ich durch einen Sommermorgen, den man nur strahlend nennen kann.

Schlangen gab es diesmal nicht am Eingang, auch die Schwimmbahnen waren angenehm übersichtlich belegt. Nur: Ich fror ab Meter 1.500 immer stärker. Im Sommer wird das Wasser weniger geheizt als im Winter, offensichtlich nicht genug für meinen derzeit so meschuggenen Körpertemperaturhaushalt. Ich ging nach 2.000 Metern raus aufs Klo, auf dem Weg wärmte mich die Sonne. Doch auch die restlichen 1.000 Meter schwamm ich mit Reibeisen-Gänsehaut, da kann ich zur nächsten Schwimmrunde auch gleich in mein näher gelegenes Lieblingsbad Schyrenbad gehen und dort frieren.

Ich wärmte mich in der heißen Innendusche auf, holte mein Zeug aus der Umkleide, wo ich mich getrocknet und sonnengecremt hatte. Einstand des neuen Bikinis.

Aufwärmen in der Sonne auf der Liegewiese, es war richtig heiß. Während ich döste, hörte ich einer Clique alter Männer zu. Einer mit starkem Münchner Dialekt zählte durch, wer schon wie lange nicht mehr gekommen sei, offensichtlich trafen sich hier Menschen regelmäßig, kannten einander, achteten vielleicht sogar aufeinander. Der Durchzähler erinnerte sich dann an das Kriegsende zu seinen Kinderzeiten, in den Bruchstücken kamen ein Bauernhof vor, Butterbrote aus selbstgebackenem Brot, “die Amis”, die sich beim Durchziehen in der Küche des Bauernhofs Spiegeleier brieten (das wiederholte er in immer wieder neuen Formulierungen, wie sie sich “Spiegeleier brat’n” hätten) – alles hochinteressant.

Ein wenig Musik hörte ich dann auch: Nachdem ich im Süddeutschen Magazin ein Interview mit Florence Welsh (€) gelesen hatte, wollte ich wissen, wie die Musik von Florence + the Machine klang. Ja, gefällt mir.

Beim sonnen-bedösten Heimradeln machte ich einen Umweg zum Semmelholen in Schwabing. Die Robinien blühten, dufteten aber noch nicht. (Warfen allerdings bereits mit Blüten – die werden doch wohl nicht die Duftphase vergessen haben?!) Am Stachus stechende Hochsommerhitze – ich versuchte an roten Ampeln möglichst im Schatten zu warten.

Freibad-Chic.

In der Wohnung ließ ich erst mal mehr Rollläden herunter, um die Hitze auszusperren, dann war’s aber dringend Zeit für Frühstück: Semmeln um drei.

Duschen, cremen, ein wenig lesen, bügeln. Es kühlte draußen ein wenig ab, ich konnte die Wochenendzeitung auf dem Balkon lesen.

Als Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell die großen Mengen Spinat aus Ernteanteil mit weißen Bohnen, spanischem Chorizo und Morcilla zu einem Eintopf verwandelt.

Schmeckte sehr gut. Zum Nachtisch gab’s Erdbeeren mit Sahne, Schokolade. Wohnungräumen und Kruschen für den Wochenenanfang. Das war ein sehr volles Wochenende, dennoch hätte ich nichts gegen einen zusätzlichen Tag gehabt.

die Kaltmamsell

1 Kommentar zu „Journal Sonntag, 22. Mai 2022 – Schwimmfrieren, Hochsommerschwitzen“

  1. Christine meint:

    Hier in der Gegend haben die jeweiligen Stadtwerke angekündigt, dass diesen Sommer aus Gründen der Energiekosten die Freibäder weniger beheizt werden als sonst.
    Darüberhinaus gibt es zusätzlich ein großes Problem, ausreichend Personal für die Bäder zu rekrutieren.

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