Journal Freitag, 11. November 2022 – Filmdreh an der Theresienwiese

Samstag, 12. November 2022 um 8:04

Das Weckerklingeln kam mir gestern zu früh, löste Vorfreude aufs wochenendliche Ausschlafen aus.

Nochmal ein herrlich klarer Morgen, doch ich hätte eine Mütze vertragen.

An der Theresienwiese wird seit einigen Tagen gedreht, ich war ein paar Morgen an einer lange Reihe blauer Kleinlaster mit der Aufschrift “Filmbau” vorbeigekommen. Gestern sah ich sie näher an und entdeckte, dass laut Schildern nicht nur “Zoe”, “Franz” und “Vater Renald” eine Garderobe haben, sondern auch “Toter”.

“Tote brauchen keine Umkleide” wird hiermit von der Liste der Titel für den Roman, den ich niemals schreiben werde, gestrichen. Auch bei uns am Nußbaumpark hatte ich diese Woche immer wieder die markanten blauen Kleinlaster “Filmbau” gesehen – kann jemand von Ihnen mit den Namen an der Garderobe etwas anfangen?

Die Oktoberfestreste auf der Theresienwiese verschwinden nach und nach, nur noch zwei Festzelt-Gerippe stehen. (Dafür sind die Zelte fürs Tollwood längst aufgebaut.) Vielleicht kann ich schon nächste Woche meinen Arbeitsweg wieder auf Luftlinie ausrichten.

Ruhige und geordnete Arbeit in der Arbeit. Mittags spazierte ich zu einem Cappuccino. Weil ich eh wieder Espresso für daheim brauchte, ging ich zur Rösterei Emilio am Anfang der Gollierstraße.

Doch, das ist derzeit mein Lieblingscappuccino in München.

Zurück im Büro gab es als Mittagessen Apfel, Pumpernickel mit Butter, Granatapfelkerne mit Joghurt.

Freitäglich pünktlicher Feierabend. Auf dem Heimweg erledigte ich kurze Besorgungen, für daheim hatte ich mir Tüchtigkeit vorgenommen (Herr Kaltmamsell war aushäusig verabredet), fühlte mich auch bei Ankunft danach: Gardinen waschen und aufhängen, Streusel für Apple Crumble vorbereiten, Granatäpfel entkernen, Wasserfilter tauschen. Dazwischen baute ich eine Runde Yoga ein, wie immer konzentrierte sich Tag 6 des 30-Tage-Programms von Adriene auf die Bauchmuskeln (mit durchaus spannenden Übungen).

Zum Nachtmahl machte ich mir den Ernteanteil-Salat mit Tahini-Dressing an, dann gab es noch reichlich Käse, ein paar Nüsschen und Schokolade. Ich hörte vor Bauchdrücken oder Übelkeit auf, der Erfolg des Tages.

Nicht immer nur Verschlechterungen berichten: Meinem zwickenden Kreuz geht es erheblich besser. Weil die Besserung deutlich merkbar nach der Schwimmrunde vor zwei Wochen einsetzte, beschließe ich mal kurz Kausalität: Kraulschwimmen tut meiner LWS gut.

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Nein, ich glaube nicht, dass der neue Alleineingentümer “Twitter nicht verstanden” hat. Es ist ihm einfach egal, was Twitter bislang war; er macht es jetzt zu dem, was er will. In einer Mitarbeiterversammlung hat er gestern Fragen des Teams beantwortet, aus denen zumindest ungefähr hervorgeht, was das ist (eine Content-Verkaufsplattform mit angeschlossener Bank – halt nicht mehr “social”, also für zwischenmenschlichen Austausch).
The Verge veröffentlicht den Wortlaut der Mitarbeiterversammlung (eine Kommunikationsabteilung, die Inhalte professionell und im Sinn des Unternehmens vermittelt, gibt es ja nicht mehr bei Twitter).
“Inside Elon Musk’s first meeting with Twitter employees”.

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Frau… Mutti hat sich vor anderthalb Jahren mit Corona infiziert und ist nicht mehr gesund geworden. Hier fasst sie zusammen, wie es ihr gerade geht:
“Long COVID”.

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Ein weiteres Portrait von Jamie Lee Curtis – immer lesenswert, dieses in der New York Times.
“Under the Skin of Jamie Lee Curtis”.

Es freut mich sehr dem Artikel zu entnehmen, dass Everything Everywhere All at Once als Award-Favorit gehandelt wird – und verstehe immer noch nicht, warum das deutschsprachige Feuilleton so lauwarm darauf reagiert hat.

Curtis had a lot of input into Deirdre’s distinctive look, which includes red rectangular eyeglasses, a mustard turtleneck and a potbelly that many assumed to be a prosthetic but is actually the actress’s own. Showcasing that figure onscreen was the natural result of her let-it-all-hang-out mantra. “I said I would like to not be sucking my stomach in for the entire movie, because I’m a 64-year-old woman,” Curtis told me, slapping her belly with panache.

HAHAHAHAHA!

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Der John Lewis-Werbespot 2022 ist da – die Weihnachtszeit hat offiziell begonnen.

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https://youtu.be/1z0jfP2gCIs

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Freitag, 11. November 2022 – Filmdreh an der Theresienwiese“

  1. Sigrid meint:

    Auf arte ist ja aktuell eine Dokumentation über Jamie Lee Curtis zu sehen.

    https://www.arte.tv/de/videos/103039-000-A/jamie-lee-curtis-schrei-nach-freiheit-in-hollywood/

    Ich fand sie sehr sehenswert.

  2. Stefan meint:

    Beim Franz könnte es sich um den Münchner Tatort-Kommissar Franz Leitmayr handeln, gespielt von Udo Wachtveitl. Die anderen Rollen waren dann wohl Folgen-spezifisch

  3. Frau Irgendwas ist immer meint:

    Jamie Lee Curtis – diese Frau, diese Schauspielerin – endlich jemand mit kurzen Haaren. Ich hatte/habe keinerlei Probleme mit meinen Strubbelkurzhaar, aber diese Frau war/ist da schon ein tolles Vorbild! Ich mag jedes Bild von ihr sehr.
    Ich freue mich ja wenn Sie (hoffentlich) was gegen die Schmerzen gefunden haben und dann noch das geliebte Schwimmen. Ich drücke die Daumen!

  4. Joe meint:

    Die Rolle “Toter” ist auch in jedem Tatort dabei.

  5. Lempel meint:

    Und auch noch mit grauen Haaren! In meinem doch recht großen Kollegium sind eine andere Kollegin und ich die einzigen, die nicht regelmäßig nachhelfen, um graue Haare zu verdecken. Deswegen bin ich froh, wenn ich andere Frauen sehe, die Grau tragen und freue mich auch immer, wenn hier Berichte über die Friseurbesuche der Kaltmamsell stehen.

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