Journal Mittwoch, 28. Dezember 2022 – Schwimmen mit Trick, Start der Berufsgeschichte von Frau Schwieger

Donnerstag, 29. Dezember 2022 um 8:14

Herrlich und lang geschlafen.

Was mein Weltbild mal wieder durcheinander bringt: Die Münchner Stadtwerke SWM haben mir über 200 Euro zurückgezahlt (nochmal: DIE haben MIR Geld zurückgezahlt). In meinem privilegierten Wohlstand hatte ich es nie nötig, mir über die genauen Zusammenhänge Gedanken zu machen, hatte lediglich abgespeichert, dass Herr Kaltmamsell und ich beim Umzug nach München vor 23 Jahren vereinbarten, dass er Telefon/Internet übernimmt, ich die Rechnungen der Stadtwerke. Erst jetzt kapiere ich, dass dieser SWM-Abschlag nur unseren Stromverbrauch zahlt, die sprunghaft teurer gewordene Wärme (Wasser, Heizung) über unsere monatliche Miete beglichen wird, wir zahlen Warmmiete. Und Strom haben wir im vergangenen Jahr deutlich weniger benötigt, auch wenn unser Verbrauch schon immer unterdurchschnittlich war. Der Verdacht liegt nahe, dass die Ursache die Abschaffung des sehr alten Wäschetrockners war. Ordentlich nachzahlen werden wir also bei der Jahresabrechnung der Hausverwaltung, doch selbst da hat Herr Kaltmamsell anhand der Vorjahreswerte und der aktuellen Preise berechnet, dass wir mit einem dreistelligen Betrag davonkommen müssten.

Den gestrigen freien Tag nutzte ich für eine Schwimmrunde. Angenehmes Radeln ins Olympiabad, ich erwischte endlich mal auf der Schleißheimerstraße eine fast grüne Welle, radelte immer wieder länger am Stück und kam gut aufgewärmt an.

Schwimmen im wenig besetzten Becken: Mit einem Trick kam ich doch zu meinen 3.000 Metern. Es fröstelte mich bereits ab 1.200 Metern, obwohl ich wegen Überholens mehrfach Zwischenspurts einlegte, ich richtete mich auf 2.500 Meter ein. Doch als ich danach auf die Uhr sah, war ich so schnell wie schon lange nicht gewesen – jetzt wollte ich unbedingt wissen, wie lange ich für 3.000 Meter brauchen würde, und schwamm mit Energie weiter. Ich blieb tatsächlich unter 80 Minuten; meine schnellsten drei Kilometer, an die ich mich zu erinnern glaube, brauchten 75 Minuten.

In der Umkleide des Olympiabads.

Die Muskelkater-Situation: Ja. Und zwar praktisch überall (Ausnahmen: Unterschenkel, Unterarme), ich weiß schon, warum ich diese Folge auf Fitnessblender besonders mag, Bauchmuskelkater gleichzeitig oben und unten hatte ich schon lang nicht mehr. Aber nichts davon Eleganz-mindernd.

Auf dem Heimweg radelt ich zum Vollcorner, ging nach Radlparken aber erst mal zu anderen Einkäufen: Beim Emilo scheiterte ich gleich, das Café war zu (öffnet vor endgültiger Schließung aber im Januar nochmal), also weder Espressobohnen noch ein besonders guter Cappuccino. Meine Semmelpläne gingen ebenso wenig auf, beim Zöttl gab es keine Laugenzöpferl. Also weiter zum Bäcker Wimmer für Handsemmeln. Im Vollcorner kaufte ich die Einkaufsliste leer.

Daheim gab’s zum Frühstück Semmeln, außerdem Birne mit Joghurt (da ich sie gleich essen wollte, hatte ich welche gekauft, die so aussahen – ich möchte hier eine Kommentatorin zu dem Foto von David Lebovitz zitieren: “I wouldn’t even think of eating a pear unless it looked like it had lost a bar fight!”).

Nachmittags nochmal raus für Einkäufe: Ich hatte die Hefe vergessen, wollte aber abends Brotteige ansetzen.

Viel Zeit mit Beobachten der Live-Kamera an der Wasserstelle in der namibischen Wüste verbracht. Es kam eine kleine Rotte Warzenschweine vorbei, jetzt wurde sich auch gesuhlt. Später sah ich Zebras trinken, mehr als ein halbes Dutzend, und stellte fest, dass die sich mit herzallerliebsten Gluckslauten verständigen.

Herr Kaltmamsell bereitete das Abendessen zu: Aus dem Ernteanteil-Wirsing wurde Lasagne nach einem Kartoffelkombinat-Rezept.

Schmeckte sehr gut, war halt deutlich knuspriger (trockener) als klassische Lasagne. Nachtisch Christmas Cake, dann Schokolade. Auf Tele5, dem weiteren Arthouse-Sender neben arte, lief Der kleine Horrorladen von 1986, ewig nicht mehr gesehen. Im Bett meine nächste Lektüre begonnen: Candice Carty-Williams, Queenie.

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Herr Kaltmamsell hat den ersten Teil der Geschichte meiner (eh ziemlich coolen) Schwiegermutter veröffentlich und wie sie in den 1960ern zur Programmiererin ausgebildet wurde (unter anderem inklusive ihres ersten Arbeitsvertrags bei NCR und Fotos aus ihrer ersten Zeit):
“Meine Mutter als Programmiererin 1: Werdegang”.

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Spuren im Schnee, die man bei uns sehr wahrscheinlich nie findet.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 28. Dezember 2022 – Schwimmen mit Trick, Start der Berufsgeschichte von Frau Schwieger“

  1. FrauC meint:

    Die Schwiegermutter-Geschichte habe ich gestern schon bei Herrn Kaltmamsell gelesen und möchte ihm auf diesem Weg danken. Sehr spannend, vor allem auch der Arbeitsvertrag!
    Eine Frage hätte ich noch: wie war das, als die Brüder im Kindergarten waren und die Mutter wieder arbeiten ging? Teilzeitarbeit, Ganztageskindergarten, Oma? Ich bin wenige Jahre jünger und erinnere mich hauptsächlich an Kinder mit Hausfrau-Müttern. Mein Kindergarten hatte damals Vormittags- und Nachmittagsgruppen, aber keine Möglichkeit der Ganztagsbetreuung. Darum kümmerten sich Omas, sofern sie selbst nicht (mehr) berufstätig waren. Insofern interessiert mich, wie andere Familien das gelöst haben.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Ich habe die Fortsetzung noch nicht gelesen, FrauC, gehe aber davon aus, dass es Herrn Kaltmamsell vor allem um die technisch fachliche Seite der beruflichen Tätigkeit seiner Mutter geht – die war das eigentlich Besondere. Erwarten Sie also lieber keine Schilderung von Familienorganisation.

  3. Ilka meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

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  4. iris meint:

    Vielen Dank für den Tipp mit der FitnessBlender Übungseinheit! Ich habe gestern das Programm einmal mit 2-kg-Hanteln durchgeturnt und habe heute ordentlich Muskelkater! (Das muss ich öfters machen.)

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