Journal Sonntag, 12. November 2023 – Ein Jahr Mastodon

Montag, 13. November 2023 um 6:28

Erfrischt und früh aufgewacht – das war gut, denn ich hatte ein wenig zu tun vor dem Aufbruch nach Ingolstadt. Erst mal stellte ich den Möhrenstrudel fürs vegane Mittagessen fertig und buk ihn, der Ofen meiner Mutter würde ja mit Gänsen besetzt sein.

Wäscheaufhängen, Bloggen mit Milchkaffee, Wasser, Tee.

Problemlose Zugfahrt nach Ingolstadt, vor den Fenstern Holledau in Herbstsonne, kahle Hopfengärten, drumrum Laubbaumfasching.

Es folgten schöne Stunden mit meinen Eltern, den lieben Schwiegers, Teilen der Bruderfamilie, einer Dithmarschen Gans.

Beilagen: Wirsing, Blaukraut, Kartoffelknödel. Nachtisch Rotweincreme.

Der Möhrenstrudel wurde als schmackhaft bezeichnet (war in der Mikrowelle erwärmt worden).

Da Herr Kaltmamsell noch arbeiten musste, brachen wir am mittleren Nachmittag bereits wieder auf. Der Zug zurück nach München war voll, traf aber pünktlich ein. Allerdings regnete es mittlerweile heftig, bis daheim waren wir ordentlich durchgefeuchtet.

Häuslichkeiten, eine Folge Yoga-Gymnastik (anstrengend, endlich mal wieder), Brotzeitvorbereitungen. Abendessen war restliches Linsen-Curry vom Vorabend, Apfelkuchen, Schokolade.

Abendunterhaltung im Fernsehen: Der erste Winnetou-Film Der Schatz im Silbersee. Herr Kaltmamsell erinnerte sich, wie er den als Kind sah, das Erlebnis in hunderten Zeichnungen verarbeitete. Meine Spielkamerad*innen im Wohnblock verarbeiteten durch Nachspielen, und da ich den Film nicht sehen hatte dürfen (Abendprogramm! außerdem war ich wirklich zu klein dafür), musste ich fürs Mitspielen gut gebrieft werden.

§

Ein Jahr nach dem Umzug, weshalb ich mich auf Mastodon mittlerweile so wohl fühle: Weil ich dort das kriege, was ich mir auch auf Twitter geholt habe, dort halt immer mühsamer zusammengestellt aus all den aufgezwungenen Veränderungen. Ich bekomme Einblicke in den Alltag von Leuten, die ich kenne, Alltagsbeobachtungen, oft auch pointiert formuliert, Hinweise auf Lesenwertes, seriöse Welt- und Lokalnachrichten, schöne Fotos, Interessantes – und das nur von Kanälen, die ich selbst abonniert habe und in chronologischer Reihenfolge. Zum Beispiel abgefahrene Threads von Leuten, die viel, viel schlauer sind als ich.

(Nachtrag: Hier sind auch die Drukos sehr interessant. Weiterer Pluspunkt Mastodon.)

Und ich habe mal wieder das Glück, dass ich nicht saublöd, Laune-vermiesend ankommentiert werde. Dazu kommt ganz untwitterig, dass die kleine Instanz, auf der ich meinen Account habe, von jemandem gehostet wird, den ich persönlich kenne und dem ich komplett vertraue, technisch und menschlich.

Dass sich andere von einer Microblogging-Plattform etwas ganz Anderes wünschen, zum Beispiel etwas, was sie bis vor einem Jahr auf Twitter bekamen, ist ja wohl selbstverständlich (empfohlene Inhalte, eine inhaltliche Community zu ihnen wichtigen Themen, Berufskolleg*innen). Was ich vermisse, sind bestimmte Menschen – die sich entweder weiterhin nur auf X äußern,1 oder auf Bluesky aktiv sind, wo mir wichtige Features fehlen, das wieder in den Händen einer zwielichtigen Einzelperson ist und für das man immer noch Einladungs-Codes braucht.

  1. Ich übernehme die Argumentation, die ich vergangene Woche gehört habe, und nenne den Laden “X” – damit maximal deutlich wird, wie wenig er mit dem verblichenen Twitter zu tun hat. []
die Kaltmamsell

1 Kommentar zu „Journal Sonntag, 12. November 2023 – Ein Jahr Mastodon“

  1. Geräuschtasche meint:

    Ich bin sowohl bei Mastodon als auch auf Bluesky und kann Ihre beiden Definitionen bestätigen Und da ich gerne beides habe, bleibt das erst einmal für mich so. Time will tell.
    Ich nenne das alte Wohnzimmer mittlerweile Xitter (Schitter ausgesprochen), denn wie mein Kind richtigerweise sagte: “Mama, Xitter ist ein Kofferwort aus Twitter und ScheißElonMusk.”

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