Journal Ostermontag, 1. April 2024 – Großfamilie um Frühstückstafel vereint

Dienstag, 2. April 2024 um 6:14

Ich hatte einen Wecker gestellt, da ich zum Osterfrühstück bei Elterns einen frisch gebackenen Zopf mitbringen wollte, dessen Teig über Nacht im Kühlschrank ging. Herr Kaltmamsell allerdings vertraute offensichtlich meiner Zeitplanung nicht und stand eine halbe Stunde vorher in meinem Schlafzimmer, um mich vor dem Verschlafen zu bewahren. Na, wo ich schonmal wach war – gegen einen dadurch gemütlicheren Morgen hatte ich ja nichts.

Die Zopflanleitung zum Rezept ist glasklar, die ersten Male konnte ich sie problemlos nachvollziehen. Doch die letzten Male, auch gestern, kapierte ich sie nicht und verlegte mich irgendwann auf Wurschteln. Ich werde nicht um einen Kurs rumkommen.

Mit dem warmen Zopf im Gepäck setzten wir uns in einen Zug nach Ingolstadt, kamen nahezu pünktlich an. Es folgten Herzen und Küssen von enger Verwandtschaft, Zusammensetzung wie vor einem Jahr auf Großfamilienurlaub in Spanien.

Hastig abfotografierte Frühstückstafel. Das bunte Gebäck rechts ist ein Geschenk ukrainischer Nachbarn, bitte beachten Sie Rote-Bete-Püree und frisch geriebenem Meerrettich (seit vielen jahren opfert sich und seine Tränen dafür mein Bruder) als polnische Note. Nicht im Bild: Die Platte mit veganer Wurst. Dazu viel Austausch und Gespräche, ich konnte Neffe 1 für das Ausleihen von Larissa Kikols Signed danken. Draußen immer wieder Regenschauer.

Osterspaziergang in eher unangenehmem kalten Wind:

Die Neffen kennen hier jeden Stein und jedes Spielplatzdetail: Sie und ihre Schwester verbrachten ihre ganze Kindheit hindurch einen Tag die Woche bei den Großeltern, die mit ihnen die Umgebung nutzten. Mehr Gespräche mit Updates, zurück bei meinen Eltern sahen wir zusammen das Fotoalbum unseres Großfamilienurlaubs vor einem Jahr an.

Eine warme Mahlzeit gab es auch:

Besonders zartes Lamm, nach kastilischer Art nur mit Salz langsam im Ofen gegart, ganz köstlich. Dazu hatte ich Lust auf Rotwein, mein Vater schenkte einen spanischen aus. Nachtisch Schokolade aus einem großen Korb voller Ostereier.

Rückfahrt nach München in gar nicht mal so vollem Zug, ich hatte mehr Rückreiseverkehr befürchtet. Ankunft mit unwesentlicher Verspätung.

Daheim erstmal Häuslichkeiten, unter anderem reinigte ich meine von Schwiegers ererbte Kaffeemühle (KRUPSCH!): Ich mahlte darin altes Weißbrot, das nahm die Kaffeepulverreste mit, abschließendes Auskehren mit altem Zahnbürstl.

Meine diesmal besonders schönen Osterferien waren vorbei, ich bereitete den Arbeitstag vor. Und wechselte währenddessen wieder in die Birkenstocks als Hausschuhe – derzeit tausche ich ständig zwischen warmen Puschen und den offenen Pantoffeln, wie halt die Anforderungen des Wetters wechseln.

Früh ins Bett zum Lesen, die Geschichte von Robert Menasses Die Vertreibung aus der Hölle fesselt mich.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Ostermontag, 1. April 2024 – Großfamilie um Frühstückstafel vereint“

  1. Schlosswiler meint:

    Ich habe lange gekämpft mit dem Zopfflechten.
    Aber ganz einfach geht’s, wenn man den Zopf nicht horizontal flechtet, sondern in die Vertikale baut.
    Einfach die zwei Stränge aufeinander legen, und immer die tieferliegenden zwei Enden über dem entstehenden “Turm” kreuzen.
    Natürlich kippt der Turm, bei grossen Zöpfen, irgendwann um, aber wenn man die ersten vier fünf Überkreuzungen gemacht hat, gelingt die Fortsetzung auch in der Horizontalen.

  2. Franz meint:

    Ich bin in Niederbayern aufgewachsen, da gehört frischer Meerettich ebenfalls zum Ritual des Osterfrühstücks, das ich bis heute pflege. Die Mutter nahm alle Zutaten, wie gekochte Eier, Salz, Osterfladen, Meerrettich am Stück und im Brotteig gebackenen gekochten Schinken am frühen Morgen mit in den Ostergottesdienst. Dort wurden sie gesegnet – die Tasche weit aufgemacht, damit der Segen auch gut reinkommt. Zu Hause wurde dann alles mit Genuss zum Ende der Fastenzeit verspeist. Nichts durfte übrigbleiben, die Eierschalen wurden als Dünger im Garten verstreut, bei den Bauern auf den Feldern.

  3. FrauC meint:

    Mir hat beim Zopf die Erkenntnis geholfen, dass im Gegensatz zu einen Drei-Stränge-Zopf das Ergebnis schräg auf der Arbeitsfläche liegt. Ich wollte immer “von oben nach unten” flechten, das ergab aber Gewurschtel. Für mich völlig schlüssig erklärt hat das ein Video von Carmen Glück.

  4. Saumselig meint:

    Die Vertreibung aus der Hölle von Robert Menasse habe ich vor Jahren gelesen, und das Buch ist mir sehr nachdrücklich in Erinnerung geblieben. Bin neugierig wie Sie es wohl finden.

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