Journal Samstag, 30. August 2025 – Zurück zu Routine-Samstag
Sonntag, 31. August 2025 um 7:18Gut geschlafen, nur einmal von einem Rumbrüller vorm Schlafzimmerfenster rausgerissen worden.
Nach Bloggen mit Milchkaffee und Ingwertee wirbelte ich noch eine Weile haushaltlich, bevor ich zu meinem Tagessport loskam: Schwimmen im Dantebad. Das Wetter war als durchwachsen angekündigt, es sollte auch regnen – ich ließ das Fahrrad lieber stehen und nahm die U-Bahn.
Semmelkauf beim Stiglmaierplatz diesmal auf dem Hinweg noch vor elf, um mir etwas größere Auswahl als nach eins auf dem Rückweg zu sichern.
Die Sammelumkleide im Dantebad war schonmal vielversprechend wenig genutzt. Schwimmen ähnlich wenig gestört unter wechselndem Himmel, ich bekam also auch immer wieder Sonne auf meinen 3.300 Metern.
Schon am Freitag hatte sich abgezeichnet, dass Feldhamster und Eichhörnchen auf dem Wiener Zentralfriedhof nicht die einzigen Viecher waren, mit denen ich zu tun hatte: Auf meiner Haut blühten Mückenstiche, und nicht zu knapp. Gestern zeigten sie sich in ihrer ganzer Juckigkeit an Armen, Beinen, Hals.
Frühstück um halb drei: Semmeln, Zwetschgenkuchen, Trauben.
Wenigstens die Münchenteile der Süddeutschen der Woche las ich nach: Diese Infos finden mich im Gegensatz zu Deutschland- und Weltpolitik nicht so einfach auf anderen Kanälen.
Mehr Häuslichkeiten: Ich bügelte alle, was sich bügeln ließ, und sei es noch sehr feucht vom Wäscheständer (um das Kleidungsstück dann nur wenig weniger feucht zurückzuhängen).
Mehr Lesen, jetzt aber Roman und mit oft sonniger Aussicht.
Parallel bat ich auf Mastodon um Hilfe bei Recherche um das einzige Foto, das wir vom biologischen Vater meiner Mutter haben. Ich bekam tatsächlich Informationen, denen ich nachgehen kann. (Nach einer Weile, in der ich mich wieder beruhigt habe.)
Die Reportage im SZ-Magazin über Zwangsarbeiterinnenkinder hatte mir klargemacht: Dadurch dass meine polnische Oma sich weigerte, einen Antrag auf Entschädigung zu stellen (“Leck mi am Oasch, will i nix zu tun haben” als meine Mutter sie seinerzeit darauf ansprach), wurde sie nicht offiziell erfasst. Das erschwert jede Recherche nochmal.
Schöne Runde Yoga, eine anstrengende Folge.
Zum Nachtmahl bekam ich Linsen (!): Herr Kaltmamsell baute die im Meiselmarkt erworbenen geselchten Schweineripperl ein, das machte sich sehr gut. Nachtisch Zwetschgenkuchen und Schokolade.
Wir sahen die letzte Folge Mad Men der ersten Staffel an, mit wirklich überraschendem Knaller am Ende (wenn auch rückblickend genügend Hinweise dagewesen waren).
Im Bett las ich endlich (in Wien war ich kaum zum Lesen gekommen) Ottessa Moshfegh, Eileen von 2015 aus. Na ja, ein erzähltechnisch interessanter Versuch, mit der Schilderung eines zentralen Ereignisses durch geballtes Foreshadowing die Jahrzehnte Leben danach zu berichten, mit der Perspektive der alten Frau auf ihr Leben als 24-Jährige. Doch in meinen Augen las sich das arg angestrengt (da nach über einem Drittel das zentrale Ereignis noch nicht mal ansatzweise eingetreten war, kalkulierte ich sogar ein, dass außer Foreshadowing gar nichts passieren würde), die Details, vor allem die äußeren, wiederholten sich irgendwann.
3 Kommentare zu „Journal Samstag, 30. August 2025 – Zurück zu Routine-Samstag“
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31. August 2025 um 9:48
Ich kann bei Mastodon nicht antworten. Es gab bei US-Armee wohl Wachabteilungen, die sich aus ehemaligen polnischen Zwangsarbeitern rekrutierten. Vielleicht gibt es da ja einen Zusammenhang zu Ihrer Familiengeschichte.
https://www.usarmygermany.com/Ext/LaborService/history.htm
31. August 2025 um 10:01
Guten Morgen,
ich habe gestern Abend in der ARTE-Mediathek noch etwas sehr schönes gefunden:
Zu Tisch…Wien (abrufbar wohl nur bis 29.09.25). Ich musste sehr an Sie und Ihre Wienvermissung denken!
Herzliche Grüße
Eva
31. August 2025 um 11:38
Ich antworte mir jetzt mal selbst. Die Uniformen auf diesem Bild sehen zumindest ähnlich aus wie die Ihres Großvaters.
https://www.usarmygermany.com/LaborService/Partials_4010th%20LS%20Co%205.htm