Journal Dienstag, 2. Dezember 2025 – Wie ich einmal auf einer Gästeliste stand: Berlin in München

Mittwoch, 3. Dezember 2025 um 6:29

Die letzte Stunde vor Weckerklingeln von Ängsten gemartert, zumindest mit einer handfesten Jobliste für die erste Bürostunde aufgestanden.

Draußen nasskalter Nebel, der für märchenhafte Nachtansichten auf der Theresienwiese sorgte.

Arbeitsstart mit der Jobliste aus schlafloser Morgenstunde, nach dem ersten Job unterbrochen von Querschüssen und den nächsten Ausfällen bei eh schon unprofessionell wackliger Struktur. Mit Nebenwirkungen wie Vergessen, eine fertig geschriebene E-Mail auch abzuschicken (eintreffender Querschuss direkt vor Klick auf “Senden”) und Verwunderung über ausbleibende Rückmeldung.

Berufliche Einkäufe ermöglichten mir die erste Frischluftrunde. Nach einigem Werkeln und gerade als sich der Hochnebel verzogen hatte, ging ich für eine zweite Runde raus auf Mittagscappuccino – wäre am liebste ganz weit weiter gegangen.

Entdecke das Selfie!

Zu Mittag gab es später Persimon sowie eingeweichte Haferflocken (mit ein wenig Muesli untergemischt) mit Joghurt. Die Sonne blieb.

Sehr emsiger Nachmittag mit viel Gerenne. Um halb vier kam der Hochnebel zurück und brachte gleich die Dämmerung mit.

Flotter Heimweg mit Besorgung nötigster Lebensmittel, daheim nur kurzes Blumengießen und Brotzeitvorbereiten, denn ich hatte einen Abendtermin: Vor einigen Monaten war ich per instagram-DM in kurzem Austausch mit Katja Berlin (die ich ja schon kannte, als sie unglücklich in einer Agentur saß und ihr Unglück auf Twitter auffallend pointiert und treffend formulierte) – und sie fragte mich, ob sie mich auf ihrer 2025er-Tournee mit den Torten der Wahrheit für München auf die Gästeliste setzen solle. Ich war noch nie auf der Gästeliste bei einer Tournee! Und ich wollte Katja Berlin ohnehin sehr gerne als Show sehen, also bat ich darum. Seither stand der Termin zum Vorfreuen in meinem Kalender, und kurz vor dem gestrigen Abend stellte sich auch noch heraus, dass ich auf dieser Gästeliste mit +1 stand – Herr Kaltmamsell kam gern mit.

Gestern nahmen wir also eine U-Bahn zur Münchner Freiheit und spazierten zum Lustspielhaus; dass man dort an Tischen saß und gutes Essen vor der Show bekam, wussten wir von einem vorherigen Besuch.

Bei mir gab es Spaghetti mit reichlich Garnelen, ganz ausgezeichnet. Vor allem aber gab es dann Katja Berlin.

Ich hatte mir nicht recht vorstellen können, wie man aus lustigen Grafiken eine Show macht, stellte sich heraus: Es war im Grunde eine Lesung – die ja bei Grafiken auch nicht klassisch funktioniert -, thematisch mit Hintergründen, Überleitungen, Zusatzpointen. Und das funktionierte ganz wunderbar, war erwartbar klug und amüsant, ich fühlte mich die zwei Stunden lang bestens unterhalten. Katjas Tournee ist fast zu Ende, Empfehlung, wenn Sie sie noch in Hamburg oder Rostock erwischen können.

Das Publikum vorwiegend weiblich, aber sogar mehr männlich durchsetzt als erwartet, Herr Kaltmamsell und ich waren am oberen Ende des Altersschnitts.

Nicht zu spät verließen wir das Lustspielhaus vorbei am rege besuchten Büchertisch und fuhren heim, die Nacht kalt und trocken.

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Zwei Wiederbloggerinnen, großes HURRA!
1. Die Lu auf Miagolare
2. Frau Mutti

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Eine kluge Erklärung, warum viele sich gegen Vielfalt und ihre immer größere Sichtbarkeit wehren (aka the ‘anti-woke’ movement), in einem Tiktok-Filmchen anhand eines recht alten Cartoons.

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Sie sagen Flugtaxi, ich sage Flugfahrrad.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Dienstag, 2. Dezember 2025 – Wie ich einmal auf einer Gästeliste stand: Berlin in München“

  1. Croco meint:

    Wie schön, dass Frau Mutti wieder bloggt.
    Und, hey, Gästeliste!

  2. Claudia meint:

    Für alle, die in oder um Köln herum leben: Katja Berlin kommt mit ihrem Programm auch zur Lit. Cologne. Termin ist 19.3.26

  3. Sonni meint:

    Lustig, den Witz des Cartoons sah ich bisher darin, dass die Bedienung und nicht der Kunde die Abläufe verlangsamt, ganz ohne anti-woken oder sonst irgendwie politischen Bezug.

    Somit illustriert der Cartoon für mich die Aussagen des TikTokers nicht, was diese aber nicht weniger wahr macht.

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