Journal Freitag, 22. Mai 2026 – Start Freibadsaison, Start Balkonabendessen

Samstag, 23. Mai 2026 um 9:20

Letzter eigentlicher Urlaubstag (aber vor langem Pfingstwochenende), dennoch mit Weckerwecken, denn ich wollte Herrn Kaltmamsell endlich wieder vor seiner Arbeit Milchkaffee servieren. Und mir von ihm den Rücken fürs Schwimmen im Dantebad eincremen lassen, win win.

Nachricht von der Deutschen Bahn über Rückzahlung wegen 65 Minuten Verspätung: 7,15 Euro – damit ist fast die Brotzeit auf der Rückreise drin.

Als ich, bereits aufbruchfertig, im angekündigten strahlenden Sonnenschein Altglas zur Tonne brachte, grüßte ich einen Bauarbeiter, der wohl zur Baustelle im Hinterhaus gehörte (wo eine Wohnung anscheinend komplett entkernt wird, der Dauer der Arbeiten und dem Bauschutt in den Containern nach zu schließen), bekam eine launige Antwort. Als wir uns bei meinem tatsächlichen Aufbruch gleich nochmal begegneten, fragt er, ob ich neu eingezogen sei, er habe mich ja noch nie gesehen. Ich lachte und erklärte, dass ich Urlaub hätte und sonst halt während seiner Arbeitszeit auf der Baustelle selbst in der Arbeit sei.

Radeln zum Dantebad in der Sonne begann erstmal schön mit einmal kurz Robinienduft, doch schon bald schlug der Werktagsverkehr zu: Ich war noch nicht mal 500 Meter unterwegs, als ich wegen eines LALÜs direkt neben mir und zwei Straßenzüge lang abspringen musste, um mir die Ohren zuzuhalten. Nach weiteren 300 Metern Vollbremsung, weil eine telefonierende Frau mit gefülltem Kinderwagen auf den Radweg scherte. An Ampelkreuzung 3 und 5 weitere Vollbremsungen, um nicht von einem rechtsabbiegenden Auto / Lieferwagen vom Radl geholt zu werden. Da war ich dann bereits durch mit den Nerven, Teilnahme am Münchner Straßenverkehr auf dem Rad künftig wieder nur an Sonn- und Feiertagen.

ABER! Im Dantebad war es herrlich. Wie erwartet wenig los, das 50-Meter Becken wenig frequentiert, ich schwamm gut mit nur leisester Ahnung, dass Waden- und Fußkrämpfe im Bereich des Möglichen lagen. Dennoch widerstand ich der Versuchung, auf die 3.000 Meter weitere draufzulegen (auch weil ich in den nächsten drei Tagen mehr Bewegung plane).

Aus den anfangs angezeigten 20 Grad Lufttemperatur waren am Ende meiner Schwimmrunde 23 geworden, ideal für ein kleines Sonnenbad nach nochmaligem Eincremen.

Dabei hörte ich Musik: Meine Berliner Freundin aus der Musikbranche hatte mir Links zu zweien ihrer Spotify-Playlists geschickt – und mir dadurch einen ganz speziellen Zugang zu neuer Musik verschafft. Das wird ein herrlicher Musik-Sommer! Im Hintergrund hörte ich eine Gruppe Teenager, die wohl gerade den gestrigen Start der Pfingstferien mit einem Freibadbesuch feierten – alterstypische Geräusche der rührenden Art.

Auf dem Heimweg verschreckte mich der Verkehr zum Glück nicht weiter, ich stieg an einer Bäckerei ab für Frühstückssemmeln. Die gab es mit Butter und Münchner Honig aus Kolleginnenvatershand (semsationell aromatisch).

Jetzt machte ich mich auf eine Runde Lebensmitteleinkäufe fürs Wochenende.

Plan war das Eröffnen der Balkon-Abendessen-Saison mit wie immer Salade niçoise, dazu stellte ich mir aus Wir2liebenWein einen mal anderen Rosé von Pittnauer vor. Bekam ich auch, doch als ich Salade niçoise als Ziel fallen ließ, bekam ich gleich eine zusätzliche, ganz gezielte Empfehlung – anders als in Buchhandlungen nehme ich die im Weinladen gerne an.

Nächste Draußenrunde: Erdbeeren und Friseurtermin holen. Die jüngste Friseur-Katastrophe war bereits nach vier Wochen rausgewachsen und brauchte dringend einen Haarschnitt. Doch der liebe Nachbarschaftsfriseur war feierabends ausgebucht und macht demnächst Urlaub, ich werde weitere vier Wochen durchhalten müssen.

Zeitunglesen auf dem Balkon, eine Runde Pilates mit Gabi Fastner, dann öffnete ich den Wein zum Abendessen:

Nittnaus Zorra 2004 (Zweigelt und Blaufränkisch). Oh ja, der gefiel mir schonmal sehr gut, entwickelte sich im Glas mit der Luft unglaublich vielfältig. Und tatsächlich passte er zur Salade hervorragend.

Für die Salade niçoise hatte Herr Kaltmamsell Dosensardinen statt Thunfisch verwendet, die Tomaten schmeckten bereits sehr gut, insgesamt ein Gedicht. Nachtisch Erdbeeren mit Sahne und danach noch Schokolade. Wir saßen lange auf dem Balkon und erzählten einander, fast bis es dunkel wurde.

§

Mal wieder ein Das-ist-MEIN-Internet-Moment: Victoria bat um einen Näh-/Flicktipp für ihre Leinenhose.

Es folgen wirklich praktische Tipps inklusive einer Stich-Anleitung aus Satzzeichen.

(Aber im selben Internet gibt es halt auch dieses – wobei: Ein bissl lustig ist es schon.)

die Kaltmamsell

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