Journal Donnerstag, 2. Juli 2026 – Abendplausch in Hinterhofgrün
Freitag, 3. Juli 2026 um 6:38Am Ende des guten Schlafes doch wieder in Angstwirbeln geschwommen, erschlagen aufgestanden.
Meine seit Laufsturz schmerzenden Rippen schmerzten immer noch, dennoch nahm ich meine täglichen Bank- und Seitstütze wieder auf: Sollten sich nicht so anstellen.
Zumindest wurden die Schmerzen dadurch nicht größer (ich testete das den Tag über immer wieder durch besonders tiefes Einatmen).
Marsch in die Arbeit in herrlich frischer Luft, ich brauchte sogar eine Jacke.
Aus dem wegen Haus in der Ligsalzstraße wird wieder ein Haus.
Im Büro war ich sehr schnell vereinnahmt von der einen großen Aufgabe des Tages, die mich sehr belastete – mal wieder intensive Visualisierung des Danachs, um Durchhaltekraft zu schöpfen. Ich bin mittlerweile so darauf geeicht, mich an “und wenn das erst rum ist” und “wenn jenes endlich überstanden ist” festzuhalten, dass es mir immer schwerer fällt, in schönen Momenten abzubremsen: JETZT ist’s grad gut. (Alkohol hilft dann.) Stresskopfweh.
Dadurch kam ich mittags nicht raus, obwohl das Wetter perfekt aussah (Sonne bei 24 Grad). Mittagessen Apfel (jetzt ist aber wirklich gut bis zur nächsten Ernte) und Skyr/Joghurt/Leinsamenschrot (Skyjolei?).
Nachmittags Abschluss der belastenden Tagesaufgabe. Mich erwischte eine rare Hunger-Attacke, ich nutzte die gemischten Nüsse, die ich genau dafür in der Schreibtisch-Schublade habe.
Nach Feierabend die nächste Verabredung der Woche, diese mit zwei früheren Mitschülerinnen: Wir schafften es tatsächlich, uns dieses Jahr bereits ein zweites Mal zu treffen.
Ich spazierte in Sommerwetter über die südliche Theresienwiese, die Sonne schien bereits wieder unangenehm heiß.
In der Unterführung zum Skaterpark entdeckte ich neue Kunst – von Die Bunten aus Augsburg.
Wir trafen uns im Café Pfundig, eine Verabredung hatte von dem grünen und weitläufigen Innenhof geschwärmt, in dem der Außenbereich liegt. Zurecht: Innenhöfe werden in der Münchner Innenstadt ja standardmäßig versiegelt als Parkplätze genutzt, doch dieser erwies sich als schattige Oase. Ich aß zu zwei alkoholfreien Weißbieren Schweinsbraten mit Knödeln und Krautsalat (gibt es nur Donnerstag und Freitag ab fünf, für mich ein Indiz für Frische), unterhielt mich bis fast in die Dunkelheit über aktuelle Lebensumstände, Befinden der alten Familie, holte mir Geschichten über weitere unerwartete Folgen der Hitze in der Vorwoche ab (u.a. hitzebedingt kaputte Türelektronik, die einen Handwerksbetrieb aus den eigenen Räumen ausschloss und der dadurch nicht fristgerecht Angebote einreichen konnte).
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Falk Steiner schreibt auf bluesky in einem Thread über den Tod – und über eine Seite der Vorsorge, die oft fehlt (der ganze Thread ist nur eingeloggt sichtbar):
Eines der größten Probleme sind unsere heutigen, oft komplexen Lebensgeschichten. Wir kennen Menschen an vielen Orten, für die Hinterbliebenen aber kaum zuordenbar wie gut, intensiv etc. Und natürlich unerreichbar — wenn wir nicht selbst vorher für Erreichbarkeit sorgen und eine Liste pflegen.
Gebt Euren Angehörigen eine faire Chance, jene Menschen zu informieren, einzuladen, an Trauer und Abschied teilzunehmen. Das ist für Menschen wichtig — und auch schön, wenn dann Menschen einander treffen, die sich vorher nicht kannten. Ein bisschen wie eine Geburtstagsparty – nur ohne Gastgeber.






