Journal Freitag, 31. Juli 2026 – Ende Arbeit vor Urlaub
Samstag, 1. August 2026Immer noch Juli.
Aber schon deutlich später hell.
Erst unterwegs merkte ich, dass keine Zeitung geliefert worden war (Urlaubspause definitiv erst ab 1. August beantragt). Vor Ärger und Seufzen wollte ich aber checken, ob vielleicht der Urlaubs-Zugriff auf die Online-Ausgabe schon freigeschaltet war – war er!
Vorerst Abschied von der Theresienwiese.
Das Büro erreichte ich heiser vom enormen Schreckensschrei, weil in der Heimeranstraße ein Krankenwagen direkt neben mir losLALÜ!t hatte, in voller Lautstärke (ich weiß inzwischen, dass es verschiedene Stufen gibt). Dabei hatte ich diese Gafahr gebannt geglaubt: Es hatte deutlich hinter mir ein LALÜ gegeben, ich hielt mir die Ohren zu und sah mich nach der Quelle um: Nichts zu sehen, und das LALÜ verstummte. Um halt direkt neben mir erneut loszubrüllen. Ich bin ja eh auf auch noch so entfernte LALÜs geeicht, berechne umgehend die Wahrscheinlichkeit einer Annäherung. Am wenigsten nehme ich übrigens Polizei-Autos die Notwendigkeit ab, um jede Tages- und Nachtzeit ohrenbetäubend über rote Ampeln oder überhaupt Straßenzüge lang dahinlärmen zu müssen.
Mühsames Arbeiten, weil es mein Hirn bereits nach Brighton zog, es Pläne machte (was läuft im Kino? gibt es dieses eine Lokal noch? ist der Undercliff Walk offen?) und nur schwer zu anderen Themen zu überreden war. (Nick Cave übernimmt am heutigen Samstag das Programm des Programmkinos Duke of York. Wohnt ja dort.)
Für Mittagscappuccino raus in die Hitze, die im Schatten noch erträglich war. Das Schicksal drohte mir zweimal mit Haxenbruch:
1. Die Bäckerei, in der ich eine Semmel kaufte, war gerade nass durchgewischt worden. Das merkte ich, als ich ausrutschte und nur knapp nicht stürzte.
2. Umknicken auf Pflastersteinen (kann ich auch mit ganz flachen Schuhen), ich fing mich gerade noch mit sehr un-ballettösen Verrenkungen.
Bei Rückkehr an den Arbeitsplatz ging eine eigentlich unlösbare Aufgabe ein, für deren Bewältigung ich mich bei zahlreichen Menschen lästig machen musste.
Dadurch verspätetes Mittagessen (und kompletter Appetitverlust, aber half ja nichts): Gurke, Kohlrabi (der sich über den Nachmittag immer wieder mit Rülpsluft zurückmeldete), Vollkornsemmel (erfreulich), Pfirsich (besonders erfreulich).
Emsiger Nachmittag mit physischem und digitalem Aufräumen für zwei Wochen Abwesenheit. Als der Feierabend näher kam, wartete ich noch auf eine abschließende Information. Und ertappte mich bei der Idee, dass ich bis dahin ja schonmal meinen Arbeitsrechner einpacken könnte. Ich bin offensichtlich urlaubsreif (oder echt blöd, auch eine Erklärung).
U-Bahn-Fahrt in die Innenstadt für letzte Erledigungen. Die Hitze (Thermometer an zwei Apotheken zeigten 36 Grad an) war nur schwer erträglich, ich bewegte mich schleichend. Auch gestern erreichte ich die heimische Wohnung völlig erledigt, musste mich eine ganze Weile setzen. Dann Koffer aus dem Keller geholt, gepackt. Jetzt war ich sogar so weit wiederhergestellt, dass ich Lust auf Pilates bekam – tat sehr gut.
Letzte Abstimmung mit meiner Mutter zu ihrem Münchenurlaub in unserer Wohnung – hoffentlich hat sie es schön. Abendessen war ein Fenchel-Kohlrabi-Pfannengemüse aus Ernteanteil, wohlschmeckend, Tomate, Gurke. Auf meine Bitte hatte Herr Kaltmamsell auf dem Viktualienmarkt nochmal echte Blaubeeren besorgt: Die gab es wieder mit Sahne, köstlich. Und Schokolade.
Sehr früh ins Bett, weil Wecker auf 3 Uhr.





