Journal Dienstag, 25. November 2025 – Überstunden statt Feierabendschwimmen

Mittwoch, 26. November 2025 um 6:24

Gut geschlafen, hätte gerne länger als bis Weckerklingeln sein dürfen – im Traum hatte mir gerade im Café eines kleinen Barockschlosses eine sympathische junge Bedienung einen Cappuccino serviert, der sehr interessant aussah und den ich gerne probiert hätte.

Draußen regnete es immer noch, allerdings war die Luft wärmer.

Gerade als ich meinen Marsch in die Arbeit antrat, hörte der Regen auf. Allerdings fiel mir eine weitere Beschwernis der Winterzeit auf: Rollsplit. Obwohl ich zu meinem Rock Schnürstiefel mit eng anliegendem Schaft trug, gerieten beim Gehen Steinchen hinein.

In meinen Arbeitsrucksack hatte ich auch Schwimmsachen gesteckt, ich hoffte auf pünktlichen Feierabend mit nachgeholter Schwimmrunde vom Samstag im Dantebad.

Um die Theresienwiese war jetzt der Bauzaun weg – vielleicht am Mittwoch einen neuen Versuch der Querung wert?

Emsiger Vormittag, der Himmel draußen düster, aber ohne Regen. Mittagscappuccino im Westend, ich genoss die Bewegung in nicht zu kalter Luft.

Mittagessen dann doch zu gewohnter Zeit (Termin-Hin-und-Her): Bananen, Quark mit Joghurt.

Sehr unruhiger Nachmittag mit dem Ergebnis, dass ich lieber nicht überpünktlich Feierabend machte für eine Schwimmrunde: Menschen waren persönlich im Haus, die sonst für viele Dinge schwer greifbar sind – das wollte ich nutzen. Und dann stürzten noch ein paar Sachen auf mich herein, es wurde sogar später als sonst.

Heimweg verlängert über Süßigkeiten-Einkäufe, ich sehnte mich nach Bewegung. Daheim Yoga, tat sehr gut.

Nachtmahl von Herrn Kaltmamsell ganz ohne Ernteanteil (bereits weggegessen): Dinkel-Strozzapreti mit Brokkoli und Champignons, sehr gut. Nachtisch Schokolade.

Kurzer Anfall von Bücherausmisten, ausgelöst durch die Verfilmung von Die unendliche Geschichte im Fernsehen – die ich nie gesehen habe, doch ich erinnerte mich daran, wie sehr mich das Buch beeindruckt hatte. Ich zog es aus dem Regal, errechnete übers Exlibris, dass ich bei der Lektüre schon 16 war – und wusste sicher, dass ich es nie, nie wieder lesen würde. Also weg damit. Und wo ich schon dabei war …

Nach einem Dutzend aussortierter Bücher brach ich ab, denn es formierte sich das Kriterium: Welches Buch werde ich sicher nicht vermissen, weil ich nie wieder nach ihm greifen werde? Doch damit würden fast alle Bücher rausfliegen, die ich besitze (ich weiß sehr gut, wie selten ich in den vergangenen vier Jahren seit dem Umzug an unseren Bücherschränken war), dafür war gestern Abend aber nicht der richtige Moment.

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Es gibt wieder ein Stöckchen (YAY STÖCKCHEN!), das seit einiger Zeit in der – Achtung: ein Wort, das sofort 15 Jahre älter macht – Blogosphäre herumgereicht wird.

Benutzt du Zahnseide? Ja, jeden Abend. (Nein jetzt wirklich – ich bekomme erst in letzter Zeit mit, dass das eines von den Müsste-man-eigentlich-aber-wer-macht-das-schon-Dingen wie Sporttreiben ist.)

Tee, Kaffee oder Wasser? Ja, aber in anderer Reihenfolge: An einem Arbeitstag Kaffee, Wasser, Tee, Kaffee, Tee / an einem freien Tag daheim Kaffee, Wasser, Tee, Wasser, Wasser, Wasser.

Welche Schuhe trägst du am liebsten? Im Sommer Langstrecken-fähige Sandalen, im Winter Turnschuhe.

Dein Lieblingsdessert? Richtig aromatisches, reifes Obst.

Was machst du als erstes, wenn du aufwachst? Aufs Klo gehen, dann Schlumpfklamotten anziehen.

In welchem Alter würdest du gerne bleiben? In dem bevor diese eine bestimmte Eizelle und dieses eine bestimmte Spermium zu mir zusammenfanden.

Wie viele Hüte besitzt du? Einen sehr schönen von der Hutmacherei Triska (hier kurz nach Kauf), sonst zwei Schirmmützen in Militär-Anmutung zum Wandern/Laufen.

Beschreibe das letzte Foto, dass du gemacht hast? Ein handgeschriebender Scherz auf einer Tafel vor Jacques’ Weindepot in der Heimeranstraße – den ich sofort an meinen Vater schickte.

Die schlechteste Fernsehsendung? Ich finde die meisten Fernsehsendungen schlecht – am wenigsten ertrage ich Reality TV.

Was war als Kind dein Berufswunsch im Erwachsenenalter? Astronautin, Feuerwehrfrau, Archäologin, Meteorologin (Reihenfolge nicht verlässlich).

Etwas auf deiner Wunschliste, das du nicht rechtfertigen kannst zu kaufen? Jedes von den zahlreichen Weinpaketen.

Welcher Jahreszeit fühlst du dich am meisten verbunden? Sommer. Auch wenn ich Hitze nicht mag.

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Der passende Begriff zur rechten Zeit.

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Erst kürzlich habe ich Vincent Klink im Web wiedergefunden, weiterhin fröhlich vor sich hin bloggend (wieso nur kam er mir irgendwann abhanden?). Unter anderem schreibt er über seine
“Septemberreise Paris-Perigord”.

Ganz am Ende eine Formulierung, die mich ansprach:

Bei solchen Erlebnissen traf ich nie reiche Leute, sondern nur solche, die wenigstens kurzzeitig über ihre Verhältnisse leben. Letzteres, das über die Verhältnisse feiern, ohne dass man dauerhaft außer Kontrolle gerät, das ist das wahre satte Leben, das am Ende befriedigt, vielleicht auch glücklich zurückschauen lässt.

“Kurzzeitig über meine Verhältnisse leben” – ab sofort auf meiner Liste von Dingen, die mir wirklich Freude bereiten. Umso mehr als ich mit Herrn Kaltmamsell einen Partner habe, der das auch gern tut.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 24. November 2025 – Durchgeregnet

Dienstag, 25. November 2025 um 6:25

Tagesstart mit einem Wetter, bei dem ich sogar Winterfans Ablehnung unterstelle: Düsterer Schneeregen mit Betonung auf -regen. Auf meinem Marsch in die Arbeit erzählte das Rascheln unter meinen Schneestiefeln, dass es nachts geschneit hatte und jetzt darauf regnete. Zumindest in Münchens Mitte war es aber mild genug, dass ich kein Glatteis fürchten musste.

Nach meinen Berechnungen (letzte Novemberwoche, erster Schneefall durch) sollte die Theresienwiese nach fünfeinhalb Monaten Sperrung wieder querbar sein, also steuerte ich darauf zu.

Irrtum, mittlerweile nähern wir uns heuer einem halben Jahr, das die Fläche gesperrt ist.

Auf mich wartete ein Arbeitstag mit vollem Programm, zum Glück war übers Wochenende nur wenig dazugekommen.

Eingeplant hatte ich auch einen schnellen privaten Einkauf im Discounter (Schirm gegen Sauwetter), bevor ich mich wieder als möglicherweise höchst bezahlte Kaffeekocherin Münchens betätigte. Alles war gut geplant und vorbereitet, da mir niemand dazwischen kam, lief es wie am Floskel-Schnürchen (wo kommt diese Wendung eigentlich her? man weiß es wohl nicht genau). Und ich bekam ordentlich Stufen sowie Schritte auf meinen Bewegungs-Tracker.

Mittagscappuccino in der Cafeteria, Mittagessen nach abgeschlossener Veranstaltungsherrichtung Apfel, Persimon, Hüttenkäse.

Emsiger Nachmittag, draußen Dauerregen. Die Veranstaltungsaufräumung brachte deutlich weniger Stufen und Schritte auf den Tracker, weil alle Teilnehmenden mithalfen (ist ja ein wirklich freundliches und nettes Team).

Feierabend-Entertainment: An der Kammerspielkasse meine Abo-Eintrittskarte für den 3. Dezember umtauschen, ich war höchst gespannt, wie das rein technisch mit meinem Handy-Ticket ablaufen würde. Dorthin nahm ich die U-Bahn zum Odeonsplatz, unterm Schirm marschierte ich in die Maximilianstraße.

An der Theaterkasse musste ich erstmal als Abonnentin im System gefunden werden, das war wohl nicht einfach (ich hatte als Adressdatenbanknutzerin großes Mitgefühl). In diesem System wurde mein Platz für den Abend freigegeben, ich bekam einen Gutschein, mit dem ich selbst Ersatz buchen werde.

Zu Hause traf ich auf die Crowdfarming-Kiste, nach der dritten Ankündigung waren Mangos und Avocados tatsächlich geliefert worden. Zu meiner Erleichterung nicht als gefrorener und wieder aufgetauter Matsch, sondern lediglich mit ein paar schwarzen Tupfen – von denen ich aber nicht weiß, ob die Früchte sie nicht ohnehin gehabt hätten.

Ich turnte Yoga, die verschobene Sporteinheit vom Vorabend; jetzt war sie genau richtig.

Als Abendessen verwendete Herr Kaltmamsell Grünkohl und Lauch aus Ernteanteil, kochte daraus einen Eintopf mit weißen Bohnen – schmeckte sehr gut trotz wenig attraktivem Aussehen. Nachtisch Schokolade, Gebäck, Erdnusseis.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Eine BR-Beschichte aus der Serie Unser Land:
“Tödlicher Unfall: Plötzlich Witwe mit vier Kindern und Hof”.

Der Tod des Partners ist natürlich furchtbar, doch ich finde in diesem Artikel die Arbeits-Details spannend:

Auch Martin Stadler war bei der SVLFG versichert. Da er bei einem Arbeitsunfall verunglückt ist, schickt die Versicherung sofort eine Betriebshelferin. Drei Tage nach dem Unglück kommt Kathrin Schlickenrieder auf den Hof und packt mit Monika Stadler an. Es gilt, den Milchviehbetrieb mit 70 Milchkühen am Laufen zu halten. Dazu kommen 60 Hektar Land und 23 Hektar Forst, die bewirtschaftet werden müssen. Mit Martin ist nicht nur der Vater und Ehemann gestorben, sondern auch der Betriebsleiter.

Die Stadlers haben für diesen Fall vorgesorgt, mit einem Ehe- und Erbvertrag, der alles regelt. Außerdem hatte Martin seine gesamte Arbeit akribisch dokumentiert, sodass Monika direkt als neue Betriebsleiterin weitermachen konnte. “Er hat im Stall seinen Kasten gehabt, wo er seine ganzen Spickzettel drin hatte. Da stehen alle Adressen drauf oder was am Melkroboter schon immer falsch zusammengebaut war und dass man es dann bei der nächsten Wartung wieder falsch zusammenbauen muss.”

(…)

Eigentlich ist die verwitwete Monika Kauffrau für Bürokommunikation und Hauswirtschaftsmeisterin. Gerade das kommt ihr zugute, glaubt die gelernte Landwirtin Kathrin. Monika habe sich monatelang in die Fütterung der Milchkühe eingelesen, Futterproben genommen und am Ende die Fütterung der Tiere verändert – mit Erfolg. Seit der Futterumstellung hat sich die durchschnittliche Milchleistung der Kühe von 9.000 auf 10.000 Kilogramm pro Jahr gesteigert.

Überraschend für mich am Filmbeitrag: Wie tiefes Bayrisch die Berichterstatterin spricht. Ich empfehle ihn auch für einen Einblick, wie Leute in der oberbayerischen Landwirtschaft zum Beispiel aussehen und sind.

§

In Wien gibt es ein fast 120 Jahre altes Geschäft für Insekten:
“Die letzten ihrer Art: Frau Winkler und das Wiener Nachtpfauenauge”.

via @sauer_lauwarm

Die Insekten interessierten Hildegard Winkler so sehr wie die Tische, Sessel oder Kochlöffel um sie herum – gar nicht. Und die Kundschaft machte es nicht besser: “immer diese alten grau-griesgrämigen Herren”. Mit dem Geschäft, gegründet 1906 von ihrem Großvater, wollte sie nichts zu tun haben. Doch es kam anders: Seit 45 Jahren öffnet sie die alte Holztür des Ladens jeden Tag aufs Neue.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 23. November 2025 – Sonniges Novemberklirren

Montag, 24. November 2025 um 6:22

Dank verdunkeltem Schlafzimmer wieder fast zehn Stunden Schlaf bekommen – unerwartet, weil ich dazwischen eine ganze Weile von Reizhusten wachgehalten wurde (WTF?). Außerdem war es im Park vorm Schlafzimmer so laut (Menschenlärm – und das bei dieser eisigen Kälte?), dass ich trotz geschlossener Fenster Ohrstöpsel brauchte.

Ich stand auf zu frostigem Sonnenschein, wie schön!

Laufen bei Frost tut mir erfahrungsgemäß nur bei niedrigen einstelligen Minusgraden gut, ab zweistelligen und darunter protestieren meine Lungen mit Schmerzen. Deshalb freute ich mich, dass das Wetter gestern in diesen Bereich fiel und nahm eine Tram zum Tivoli – dachte sogar an eine Sonnenbrille. Ab Haltestelle Paradiesstraße trabte ich an die Isar und nach Norden. Schnell merkte ich allerdings dass meine Bronchien immer noch empfindlich waren. Mir fiel mein dünner Halsschlauch ein und ich zog ihn über Mund und Nase – umgehende Wirkung, so kann ich vielleicht auch bei noch stärkerer Kälte laufen. Allerdings löste er Pandemie-Flashbacks aus: Meine Brille beschlug über dem improvisierten Atemschutz. Auf dem Rückweg beschlug sie so sehr, dass ich die Mund-Nasen-Bedeckung lieber runterzog, ich wollte ja nicht stürzen.

Doch es wurde schon auch ein schöner Lauf: Nachdem ich auf dem Rückweg etwas schwächelte, hatte ich doch noch Kraft und Lust auf knapp zwei Stunden (in denen ich nicht mal 18 Kilometer weit kam – nur damit sie mein Tempo einschätzen können). Die Wege waren gut genutzt von Läufer*innen und Spaziervolk, wenigen Radler*innen. Das riesige Verbrenner-Auto auf Höhe Oberföhring in deutlich schneller als Schritttempo verstörte mich allerdings, für Pkw-Verkehr ist der Weg eigentlich gesperrt.

Tram zurück nach Hause, dort ausführliche Körperpflege (aus dem Fußbad wurde dann doch ein Vollbad, ich sehnte mich nach heißem Wasser). Dadurch war es schon halb drei durch, als ich mich zum Frühstück setzte: Körnersemmel mit Käse, Orange mit Joghurt.

Nachmittag mit Wäschewaschen, Lesen. Der Himmel zog langsam mit Wolken zu.

Große Lust auf Yoga, doch die nächste Folge im 30-Tage-Programm (ich checke gerne vorher mit Durchscrollen) wäre eine sehr sportliche gewesen. Sonst hochwillkommen, wenige Stunden nach einem so ausführlichen Lauf allerdings nicht das Passende: Ich sah durch mein gespeichertes und kommentiertes Stortiment, entschied mich für eine Stretch-and-Relax-Folge von Jessica Richburg.

Zum Abendessen war Herr Kaltmamsell aushäusig, ich machte mir restlichen Zuckerhut als Salat, dazu Eier und Salami. Nachtisch ein Rest Apple Crisp und Schokolade.

§

Ach da schau her: Es ist gar nicht mein Arbeitgeber, sondern ein Trend! SZ-Magazin über Kollektivitis:

Endlose Termine und Abstimmungsschleifen prägen den Alltag in vielen Büros. Jeder Vorschlag wird zerredet, alles dauert ewig. Warum kann niemand mehr allein arbeiten und entscheiden?

“Sollen wir dazu kurz teamsen? Bitte nicht!”.
(Und lautes Auflachen beim Autoren-Abbinder.)

§

Übers Sterben. Hier erzählt Journalistin Tatiana Schlossberg von ihrem eigenen an Leukämie und welchen Einfluss ihr Cousin, US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy, Jr., darauf hat:
“A Battle with My Blood”.

For my whole life, I have tried to be good, to be a good student and a good sister and a good daughter, and to protect my mother and never make her upset or angry. Now I have added a new tragedy to her life, to our family’s life, and there’s nothing I can do to stop it.

(…)

I watched from my hospital bed as Bobby, in the face of logic and common sense, was confirmed for the position, despite never having worked in medicine, public health, or the government.
Suddenly, the health-care system on which I relied felt strained, shaky. Doctors and scientists at Columbia, including George [her husband], didn’t know if they would be able to continue their research, or even have jobs. (Columbia was one of the Trump Administration’s first targets in its crusade against alleged antisemitism on campuses; in May, the university laid off a hundred and eighty researchers after federal-funding cuts.) If George changed jobs, we didn’t know if we’d be able to get insurance, now that I had a preëxisting condition. Bobby is a known skeptic of vaccines, and I was especially concerned that I wouldn’t be able to get mine again, leaving me to spend the rest of my life immunocompromised, along with millions of cancer survivors, small children, and the elderly. Bobby has said, “There’s no vaccine that is safe and effective.” Bobby probably doesn’t remember the millions of people who were paralyzed or killed by polio before the vaccine was available. My dad, who grew up in New York City in the nineteen-forties and fifties, does remember. Recently, I asked him what it was like when he got the vaccine. He said that it felt like freedom.

As I spent more and more of my life under the care of doctors, nurses, and researchers striving to improve the lives of others, I watched as Bobby cut nearly a half billion dollars for research into mRNA vaccines, technology that could be used against certain cancers; slashed billions in funding from the National Institutes of Health, the world’s largest sponsor of medical research; and threatened to oust the panel of medical experts charged with recommending preventive cancer screenings. Hundreds of N.I.H. grants and clinical trials were cancelled, affecting thousands of patients. I worried about funding for leukemia and bone-marrow research at Memorial Sloan Kettering. I worried about the trials that were my only shot at remission. Early in my illness, when I had the postpartum hemorrhage, I was given a dose of misoprostol to help stop the bleeding. This drug is part of medication abortion, which, at Bobby’s urging, is currently “under review” by the Food and Drug Administration. I freeze when I think about what would have happened if it had not been immediately available to me and to millions of other women who need it to save their lives or to get the care they deserve.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 22. November 2025 – Ernsthaft frostig, aber drinnen warm

Sonntag, 23. November 2025 um 9:20

Nächtliches Herablassen des Rollladens erleichterte langen Schlaf, ich stand nur wenig verkatert auf (mehr von Geselligkeit als Alkohol). Draußen kümmerliche Schnee-Überzuckerung, Aussicht auf viele Monate Fahlheit vorm Fenster.

Wie ich mir die Wintermonate schönrede, Teil viele: In kahlen Bäumen sehe ich die Eichhörnchen viel besser. Gestern zum Beispiel eines beim Zeitungholen morgens vorm Haus: Dunkelbraun und angemessen propper und rund gefuttert.

Wieder diese Illusion: Ach, wenn ich um acht aufstehe, bin ich locker zwei Stunden später startklar für Schwimmen. Nein. Weil Geschirrspüler ausräumen und neu füllen, Milchkaffee kochen, bloggen, dazwischen mit Herrn Kaltmamsell über den Vorabend reden und was mir sonst so durch den Kopf geht, weiterbloggen, Tee kochen, Wohnung räumen, unter anderem Tischverlängerungsplatte zurückräumen (wir hatten schon so lange keine größere Gruppe Gäste mehr gehabt, dass mir Freitagabend nicht auf Anhieb eingefallen war, wo die wohnt – mein erster Gedankenblitz “auf dem Wandschrank in meinem Zimmer” stellte sich zum Glück als korrekt heraus).

Verrücktheit des Tages: Ich blies meine Schwimmpläne ab. Als ich schon gepackt hatte und auf dem Weg zur Morgentoilette war, ging ich im Kopf die weiteren Schritte des Tages durch, und als mir klar wurde, dass es beim Kauf der Frühstückssemmeln bereits deutlich nach zwei sein würde, fühlte sich der Tag gehetzt an – schließlich wollte ich noch Stollen backen. Statt dessen also gemütliche Morgentoilette und Einkaufsrunde inklusive Frühstückssemmeln.

Ich spazierte im Frost extra Umwege, um auf dem Viktualienmarkt und in der Sendlinger Straße Touristen zu gucken. Am Hackenplatz blieb ich eine Weile stehen und sah nach oben: Ich hatte im wintergrauen Himmel eine blaue Lücke entdeckt.

Die Christkindlmarktbuden waren noch deutlich im Werden: Anders als in Hamburg startet diese Phase in München in deutlicherer Sichtweite von Advent (die meisten Standorte öffnen dieses Jahr am Freitag, 28. November).

Zudem: erster Praxistest Apple Pay. Vergangene Woche war die Kreditkarte eingetroffen, die ich als Sparda-Kundin dafür benötige, Inbetriebnahme am Handy brauchte nur eine Extra-Schleife, weil ich dafür eine Kundennummer nachschlagen musste, die nichts mit meiner üblichen zu tun hat. Die gestrigen Einkäufe zahlte ich dann alle mit Handy – völlig problemlos, ohne Werbeunterbrechungen und ohne vorheriges Aufladen der App wie beim vorherigen Dienstleister. Ich warte aus reinem Aberglauben noch ein Weilchen und weitere Praxiseinsätze, bis ich ich Account und App dieses Vorgänger-Dienstleisters lösche.

Daheim also Stollenbacken nach dem vertrauten Rezept von Bäcker Süppke.
Die Küche wurde überraschend hell: Draußen kam tatsächlich die Sonne raus.

Während der Stollenteig ging, gab es um zwei Frühstück: Gelbe Kiwi, Körnersemmel mit Chili-Käse – nur eine von den beiden Semmeln, die ich gekauft hatte, weil ich davon unerwartet satt wurde (fehlendes Schwimmen?).

Nachmittag mit Stollenbacken, Zeitunglesen – alles in Muße und mit Zeit sogar für längere Blicke aus dem Fenster, um zum Beispiel Krähen beim Flug ins Abendrosa nachzusehen. Dabei sehr erfreulich: Ich bekam die Wohnung problemlos warm.

Abends nochmal Kücheneinsatz: Aus den Ernteanteil-Äpfeln bereitete ich zum Nachtisch Apple Crisp.

Während der Ofenphase eine Einheit Yoga, ich genoss sie.

Erste Male: Bettelbesuch vom Roten Kreuz an der Wohnungstür. Als es abends klingelte, hoffte ich auf die ersehnte Crowdfarming-Lieferung (siehe unten), doch die junge Frau mit Tablet in der Hand wollte mich als Spenderin gewinnen. Ich reagierte freundlich mit der Behauptung, das würde ich mir überlegen (an der Haustür unterzeichne ich gar nichts, was erlaube), recherchierte aber nachher, ob es sich überhaupt um etwas Seriöses handelte: Ja, das Rote Kreuz bettelt auch an Haustüren.

Zum Nachtmahl gab es nach einem Calvados-Tonic als Aperitif herrliche Curry-Reste vom Vorabend plus Postelein-Salat aus Ernteanteil, zum Nachtisch Apple Crisp mit flüssiger Sahne (die Haferflocken-Streusel besonders dunkel, weil ich Muscovado-Zucker verwendet hatte).

Gestern sollte ein Crowdfarming-Paket geliefert werden, Mangos und Avocados. Zustellung war eigentlich für Freitag angekündigt gewesen, Freitagabend hieß es, dass sie auf Samstag verschoben werde. Gestern Abend sah ich zweimal im ganzen Haus und vor dem Tor nach (ich hatte die Option Abstellen vor der Wohnung gewählt): nichts. Zweimal morgens Verladen und abends Ausladen, zwei Tage in Eiseskälte hätten mich schon bei gestriger Lieferung gespannt auf den Zustand der Ware gemacht – jetzt rechne ich nicht mehr damit, dass ich verzehrbaren Inhalt erhalte.

§

Lesetipp aus der Wochenend-Süddeutschen 1: “Wie konnte aus der ‘Renaissance der Bahnhöfe’ so ein Debakel werden?” Gerhard Matzig analysiert, was der immer schlechtere Leumund deutscher Großinnenstädte mit Bahnhofsbaustellen zu tun hat (€):
“Man versteht nur noch Bahnhof”.

§

Lesetipp aus der Wochenend-Süddeutschen 2: Die Rubrik “Kostprobe”, also die Restaurantkritik im Münchner Lokalteil, gibt es seit 50 Jahren. Die lese ich eigentlich immer, habe schon manchen wertvollen Hinweis bekommen und schätze die Inhaltsstruktur, der ich entnehmen kann, ob das Lokal etwas für mich ist oder nicht (so mag ich auch Roman-Rezensionen) – Berichte über Landgasthöfe zum Beispiel, für deren Anfahrt ein Auto nötig ist, lasse ich gleich aus.

Aus diesem Anlass erzählen die anonymen Koster*innen (Kern des Konzepts) von ihren Erlebnissen (€):
“Guten Appetit! Oder lieber doch nicht?”

Diese Anekdote aus den 50 Jahren gefiel mir besonders:

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 21. November 2025 – Offizieller erster Schnee, Currys mit Gästen

Samstag, 22. November 2025 um 9:39

Recht gute Nacht, aber Freude aufs Ausschlafen am Wochenende.

Weitere Handgriffe zur Vorbereitung der Wohnung auf Gäste – nicht wegen “was sollen die sonst denken?!”, sondern weil Gäste es bei uns möglichst schön haben sollen. Was bei mir regelmäßig den Wunsch auslöst, es selbst auch immer so schön in der Wohnung zu haben und zu nachhaltigerem Aufräumen führt.

Zum ersten Mal Arbeitsweg in kompletter Winterkleidung mit langem Wintermantel, warmer Mütze, warmen Handschuhen, Stiefeln.

Zum emsigen und etwas durcheinanderen Arbeitsvormittag gehörten auch Einkäufe. Weg zum Mittagscappuccino in Wintergrau mit vereinzelten winzigen Schneeflocken.

Im Töpferatelier Maria Cepissakova gegenüber vom Stray in der Gollierstraße neue Tonkunst, die mich von der Ferne sehr an von Hagens Körperwelten erinnerte.

Zu meinem Mittagessen (Trockenpflaumen, eingeweichtes Muesli mit Joghurt) wurden die Schneeflocken größer und dichter. Das Licht typisch dezemberlich, mein Gemüt verschattete sich jahreszeitsgemäß.

Pünktlicher Freitagsfeierabend, Heimweg über ein paar Vollcorner-Einkäufe in leichtem Schneefall.

Räumen und Vorbereiten für die Abendessensgäste (Arbeitskolleg*innen von Herrn Kaltmamsell), die Wohnung duftete bereits wundervoll nach den Currys, die Herr Kaltmamsell kochte.

Es klingelte pünktlich, ein heiterer Abend mit gutem Essen begann: Gin Tonic zum Aperitif und zur Wohnungsführung, dann Palak Paneer (mit Blattspinat besonders gut), Butter Chickpeas, Chicken Tikka, Paneer Tikka, Dhal, gefülltes Pfannenbrot, Reis. Im Glas ein frischer Rheinhessischer Riesling. Als Dessert servierte Herr Kaltmamsell zu meiner großen Freude Sticky Toffee Pudding. Dazu rege Unterhaltung, über die Arbeit wurde tatsächlich am wenigsten gesprochen. Zu fotografieren vergaß ich völlig, jetzt erst fällt mir ein, dass ein Gruppenfoto vom Abend – auch noch so gestellt – später sehr gefreut hätte. Vielleicht denke ich zukünftig bei Einladungen dran.

Abschied im Pulk gegen halb zwölf, mit Herrn Kaltmamsell räumte ich noch ein halbes Stündchen und brachte Wohnung und Küche zumindest in einen Zustand, zu dem man am nächsten Morgen gern aufstehen würde.

§

In der Süddeutschen zu 80 Jahren Nürnberger Prozesse fünf spannende Portraits (€):
“Fünf Frauen, die Weltgeschichte schrieben”.
Es geht um eine Völkerrechtlerin, eine Auschwitz-Überlebende, eine Technikerin und eine Übersetzerin.

§

Auf Bluesky ein Thread, der in Erinnerung ruft, wie viel Schattierungen von Übergriffigkeit und sexueller Gewalt an Universitäten und im Berufsleben Frauen klein halten. Ich schaffte es nicht, alle Replys zu lesen, meine Stimmung war eh schon dunkelgrau).

Mein Appell an Männer, die ihr sowas niemals tätet: Es reicht nicht, diese Täter-Männer zu verachten. Denkt darüber nach, wie ihr sie davon abhalten könnt. Spannt Antennen auf in eurem Arbeitsumfeld für Kollegen, die sich daneben benehmen, für Mädchen und Frauen, die bestimmte Männer meiden. Ich habe zum Beispiel erst Jahrzehnte nach der eigenen Schulzeit erfahren, dass die Lehrer, die ich halt creepy fand, nicht nur das waren.
In diesen Fällen entsteht der Schaden übrigens nicht durch not all men, sondern durch Ablenkung der Aufmerksamkeit auf die (real existierenden) Fälle von Falschbeschuldigungen – die extrem selten sind.

Mal wieder wichtig: Nur dass Ihnen das als Frau nie passiert ist, bedeutet nicht, dass die betroffenen Frauen irgendwas falsch gemacht haben oder gar selbst schuld sind. Und wenn Ihnen persönlich zudem solche Geschichten nie erzählt werden, bedeutet das nicht, dass es sie in Ihrem persönlichen Umfeld nicht gibt.

§

Der neue Stuttgarter Bahnhof wird auch weiterhin erstmal nix, die Verschiebungsmeldungen haben ungefähr denselben News-Wert wie 50 Jahre lang die Verschiebungsmeldungen zum neuen Berliner Flughafen. Der aber, und das möchte ich allen Stuttgarter*innen und allen Bahnfahrenden zur existenziellen Aufmunterung unbedingt anreichen, Ende 2020 TATSÄCHLICH IN BETRIEB GENOMMEN WURDE!!! Daran halte ich mich ja auch bei der Baustelle München Hauptbahnhof fest, die weit niedriger unterm Radar ins Unendliche fliegt als Stuttgart 21.
Der schwäbische Comedian Fabi Rommel raffte sich dennoch zu einem Kommentar auf.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 20. November 2025 – Erster Schnee auf Vertrauensbasis

Freitag, 21. November 2025 um 6:27

Mittelgute Nacht, aber ich litt nicht.

Es war milder als am Mittwoch, kein Frost auf Straßen und Autos.

Arbeitsvormittag turbulenter als erwartet. Doch ich lernte dabei einiges, konnte anderen mit Wissen aushelfen, das ich nur durch meine mittlerweile über zehnjährige Betriebszugehörigkeit habe (ich bin jetzt offiziell eine der alten Kolleginnen, bei denen man sich Bitten um Hilfe wahrscheinlich dreimal überlegt, weil man zur Hilfe unweigerlich Geschichten aus der Betriebshistorie anhören muss).

Aber auch im Internet lernte ich wieder Dinge, so war mein Wort des Tages: geleint.
So heißt es wohl, wenn im Schwimmbecken Bahnen mit Trennleinen separiert sind. Beispiel: Das Sportbad am Rabet Leipzig ist komplett geleint.
Das musste ich natürlich sofort auf Mastodon weitergeben (schließlich ist meine Motivation für Schreiben ins Internet vor allem “Da! Guck mal!”) und wurde mit dem Hinweis auf die Podcastserie Chlorgesänge belohnt, mit dem möglicherweise besten Podcast-Namen überhaupt. Beim Stöbern dortselbst (leider gibt es in meinem Leben ja nahezu keinen Platz für Podcast-Hören) entdeckte ich, dass es tatsächlich Wettbewerbe im Geräteschwimmen gibt, zum Beispiel Finswimming mit Flossen.

Ein Mittagscappuccino im Westend war dann doch möglich (nach dreimal Terminverschiebungen).

Auf meinem Rückweg Sichtung der allerersten kleinen Schneeflocken – aber was nicht fotografierbar ist, güldet bekanntlich nicht.

Zu Mittag gab es später Birnen, Bananen, Trockenpflaumen, Nüsse.

Am frühen Nachmittag ein biiiiisschen größere Schneeflocken, aber nur wenige Minuten lang.

Fast pünktlicher Feierabend, denn ich war dran mit dem Abholen des Ernteanteils, Herr Kaltmamsell war verhindert. Ich marschierte hin durch kalte, aber weiterhin nicht frostige Luft, Stimmung leider bereits dezemberlich. Inhalt des Ernteanteils besonders schöne Äpfel, Zuckerhut, eine Stange Lauch, Grünkohl, Postelein.

Daheim erstmal Häuslichkeiten. Ich bügelte Tischdecken und räumte schon mal ein bisschen in der Wohnung: Für Freitagabend hatte Herr Kaltmamsell Gäste zum Essen eingeladen, während er fürs Einkaufen und Kochen zuständig war, erledigte ich den Rest. Und stellte fest, dass wir schon zu lange keine Gäste mehr gehabt hatten, ich musste viele Stapel und Nester verstecken (echtes Aufräumen später, vielleicht).

Yoga geturnt, nur wenig aufhellend. Zum Abendessen bereitete ich mir aus Ernteanteil zwei Drittel des Zuckerhuts als Salat zu, mit Orangen-Haselnussmusdressing. Diesmal rieb ich auch ein wenig Orangenschale rein – schmeckte hervorragend, mache ich künftig immer. (Küchenzeilenbeleuchtung übrigens wieder zurück auf eins von fünf, Spüle komplett unbeleuchtet – aber die fast 24 Stunden mit Licht waren echt schön.) Nachtisch Kekse und Schokolade, zu viel davon.

§

50 Jahre nach dem Tod Francos gibt es in deutschen Medien verstärkt Berichterstattung über die Zeit seiner Diktatur, die noch lange nicht aufgearbeitet ist. Für die Süddeutsche schreibt Spanien-Korrespondent Patrick Illinger über die Zehntausenden Frauen, die unterm Franco-Regime (und den zehn Jahren danach) in katholischen Besserungsanstalten gequält wurden (€):
“‘Meine eigene Mutter lieferte mich im Heim ab'”.

Für die taz berichtet Rainer Wandler aus Spanien über den Jahrestag:
“Francos langer Schatten”.

Was für viele Opfer am schwersten wiegt, ist die Straffreiheit der Täter. Sie wurden nie gerichtlich verfolgt, denn die Verbrechen fallen für die spanische Justiz unter die Amnestie von 1977. Damals wurden diejenigen, die wegen antifranquistischer Aktivitäten eingesperrt waren oder verfolgt wurden, amnestiert, aber auch die Verantwortlichen für die knapp 40 Jahre dauernde Repression in Bürgerkrieg und Diktatur. Ein klarer Verstoß gegen internationales Recht. Denn Verbrechen gegen die Menschlichkeit verjähren nicht und können auch nicht amnestiert werden. Spanien hält dennoch daran fest.

§

Ich hatte mir nicht vorstellen können, Emma Thompson noch mehr zu lieben, aber es geht.
“Emma Thompson Boards Oscar Contender ‘Jane Austen’s Period Drama’ as ‘Executive Menstrual Advisor’: ‘A Bloody Little Gem'”

The Oscar shortlists for live action short and a number of other awards will be announced on Dec. 16, which just so happens to be Jane Austen’s 250th birthday.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 19. November 2025 – Mit jemenitischem Abendessen

Donnerstag, 20. November 2025 um 6:21

GUT GESCHLAFEN! Nur einmal Klogang, kurz vor Weckerklingeln erfrischt aufgewacht, das war schön.

Während sogar Rheinhessen die ersten Schneeflocken des Winters meldete, hatte es die Münchner Innenstadt gerade mal zu Frost geschafft. Dafür gab es bei uns blauen Himmel und Sonne.

Stand der Theresienwiese. Gesperrt ist sie nach fünf Monaten Oktoberfest-Aufbau, -Toben, -Abbau aber immer noch.

Emsiger Vormittag, ich fühlte mich nützlich und an der richtigen Stelle. Erster nennenswerter Mittagscappuccino der Woche im Westend inklusive Marsch durch helle, kalte, Winterluft.

Zu Mittag gab es am Schreibtisch Kiwi, Banane, eingeweichtes Muesli mit Sojajoghurt.

Emsiger Nachmittag, der sich durch besonders geschickte Work-arounds erfolgreich anfühlte. Allerdings länger schon gar nicht vermisstes Feature: Schwindel.

Nach Feierabend Lebensmitteleinkauf in größerem Umfang (u.a. wegen Stollenbacken am Wochenende), auch hoffte ich, dass endlich Meyer Lemons auftauchen würden. Leider enttäuschten mich die Obstregale.

Zu Hause packte ich nur schnell aus: Mit Herrn Kaltmamsell war ich zu aushäusigem Abendessen verabredet, wir wollten ein jemenitisches Lokal in der Landwehrstraße ausprobieren, das sommers wie winters sehr gut besucht ist, das Bab Al Yemen (anders als für die Süddeutsche in ihrer Restaurantbesprechung läuft es für uns Anwohnende ja unter local food).

Wir bestellten eine Zusammenstellung von vier Vorspeisen (frischen Auberginen-Salat, Hummus, Baba Ganoush und eine Paprika-Creme, dazu hausgemachtes Fladenbrot), außerdem ein Okra-Gericht in Tonschüssel und – nicht abgebildet, wurde später serviert – gewürztes, geschmortes Lamm. Alles schmeckte sehr gut. Das nächste Mal werde ich aber einen der frischen Fruchtsäfte statt Ayran dazu bestellten: Die Gläser, die an uns vorbeitragen wurden, sahen sehr verlockend aus. (Alkohol gibt es hier gar nicht, jemenitischen Tee traute ich mich nicht wegen Koffein).

Daheim noch ein wenig Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen von Granta India, unter anderem ein Interview mit Salman Rushdie, der 1980 zu den allerersten im Granta Magazine veröffentlichten Autor*innen gehört – allerdings, wie sich hier herausstellt, unfreiwillig (kostenlos online lesbar):
“Reclaiming the Territory”.
Nie vergessen, wie witzig Rushdie ist.

die Kaltmamsell