Journal Mittwoch, 27. Mai 2026 – Beifang aus dem Internetz

Donnerstag, 28. Mai 2026 um 5:39

Aufgestanden zu bewölktem Himmel und angenehmer Morgenfrische – für Hochsommer.

Mein Marsch in die Arbeit war mit Aussicht auf die konkreten Inhalte des Tages eher unbeschwingt. Alle Robinien auf dem Weg in voller Blütenpracht – aber weiterhin geruchslos, mittlerweile finde ich das unheimlich.

Am Schreibtisch sofort losberserkert: Berg 1, damit jemand anderes weiterarbeiten konnte, Berg 2, um Überblick zu bekommen. Schon am Vormittag war es unangenehm warm im Büro, geschlossene Fenster und zum kühlenden Atrium geöffnete Bürotür richteten kaum etwas aus.

Komplexe Tätigkeiten, immer diese abgrundtiefe Erleichterung, wenn jemand wirklich hilfreich ist, einfach als Arbeitseinstellung, und mich aus Bredouillen holt – selbst wenn ich sie mir durch möglicherweise überzogene Ansprüche selbst eingebrockt habe. (Man kann mit dem Suchen und Buchen einer einzigen Übernachtung durchaus Stunden verbringen.)

Der Himmel immer wieder diesig und dunstig, manchmal Gewitter versprechend, die aber doch nicht kamen.

Mittagscappuccino nahm ich mit Kollegin in der Kantine, erst deutlich später ging ich auf einen Marsch um die Blöcke – und wurde mit einer Phase Schatten, Lüftchen und angenehmen Temperaturen überrascht.

Wegen mehr komplexer Tätigkeiten gab es mein Mittagessen spät: Aprikosen (na ja, die vor vier Wochen ebenfalls aus Spanien waren deutlich besser), Plattpfirsiche (gut!), Banane (perfekt), Buttermilch.

Emsiger Nachmittag, zum Glück kam nichts Anstrengendes neu dazu.

Heimweg in mittlerer Hitze, aber mit angenehmem Wind, Abstecher zur Änderungsschneiderin: Ja, ihr fiel etwas zum zu engen Rock ein, aber mit Aufwand verbunden. Ich wurde ermahnt, was ich mir jetzt eh hinter die Ohren schreiben werde: Lieber eine zu große Größe riskieren, denn Engermachen ist einfach. Weiterer Abstecher zum Bodyshop unterm Stachus, Vorräte aufgefüllt – diesmal akzeptierte ich das geschenkte Duschgel, weil Einkauf über 50 Euro (sonst lehne ich eisern alles ab, was ich nicht brauche, mein winziger Beitrag gegen hirnlosen Überkonsum), wird in den nächsten Jahren schon wegkommen.

Daheim Yoga, während Herr Kaltmamsell das Abendessen zubereitete: Mit Korianderwurzel (Ernteanteil) gewürztes Dhal, Bratkartoffeln aus Ernteanteil auf indische Art, indisches Fladenbrot, Sößchen aus frischen Korianderblättern, Limette etc. Nachtisch auch Schokoladen, doch bei den aktuellen Temperaturen schien mir der Schwenk von Schokolade zu Marzipan geradezu weise.

Früh ins Bett zum Lesen, schon um neun konnte ich die Fenster in angenehme Temperaturen öffnen.

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Seit ein paar Wochen enthalten Cookie-Klicki-Pop-ups auf Webseiten auffallend oft die Möglichkeit “Ablehnen” – bislang konnte ich mich meist allerhöchstens auf “Nur notwendige Cookies” beschränken, und für diese Option musste ich meist erstmal durch “Weitere Optionen” scrollen.
Ein hilfreicher Kommentar auf Mastodon verwies mich auf die wahrscheinliche Ursache:
“noyb-Erfolg: ORF.at muss irreführenden Cookie-Banner korrigieren”.

Es Hundsbuam, es elendigen!

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Spanien tut sich aus verschiedenen Gründen schwer mit der Aufarbeitung des Bürgerkriegs 1936-1939, und es geht nur sehr langsam. Jetzt lernte ich, dass zu dieser Aufarbeitung auch die Restitution von Kunstwerken gehört, die beschlagnahmt wurden:
“Fifty years after Franco, Spain begins to give back art seized during the Civil War”.

Übersetzung: 50 Jahre nach Franco beginnt Spanien Kunst zurückzugeben, die während des Bürgerkriegs konfisziert wurde.

Colorado Castellary has so far identified over 26,000 confiscated objects, of which around a third were never returned to their owners. Much of the remainder was deposited in museums—more than 4,000 pieces—but also with the church and public administrations from universities to the ministry of justice. More than 3,300 are missing. “For example, six artworks were sent to the Museum of Fine Arts of Valencia, but we have located only one,” he says. Many could have ended up in the private collections of Franco sympathisers, he says. “The internal workings of the regime were rooted in corruption.”

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Dieses Foto von Rey Felipe und Margaret Atwood rührte mich gleich am Morgen an. Greise Schriftstellerinnen sollten jederzeit einen König als Stütze zur Hand haben.

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Die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof hat Humor!

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 26. Mai 2026 – Arbeitsächzen in Mai-Hochsommer

Mittwoch, 27. Mai 2026 um 6:19

Sehr unruhige Nacht mit viel Aufwachen, nicht wieder einschlafen können, unangenehmen Träumen (Menschen starben!).

Aufgestanden zu einem sonnigen, frischen Sommermorgen.

So früh in der Saison noch eine gefühlte Sensation: Balkonkaffee. Ich bin gerade auf dem Weg zu einem neuen Lieblings-Mischverhältnis meines Morgenmilchkaffees mit immer weniger Milch.

Für den Weg in die Arbeit hätte es die Jacke über meine nackten Arme im Kleid nicht mal gebraucht.

Im Büro tatsächlich keine Katastrophen, nicht mal nach Einblick ins E-Mail-Postfach. Gegen zehn hatte ich bereits einen Überblick, was zu tun war. Und ich stellte fest, dass eine Abwesenheit von sechs Arbeitstagen (die durch Feiertage und Wochenenden zwölf freie Tage am Stück ergab) gut hinterherlesbar ist.

Ich schuf mir locker Zeit für Obsteinkauf sowie Mittagscappuccino.

Zu Mittag gab es Banane sowie Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Auch der Arbeitsnachmittag ließ sich geordnet an – bis ein Urlaub halt dann doch kein Urlaub war, sondern ein Strom von komplexen Arbeitsaufträgen. Der Feierabend war noch weit, als ich bereits erschöpft in den Seilen hing.

ABER! Schöne neue Sandalen sind schön und tragen sich auch auf mittleren Strecken bequem. Für den Marsch in die Arbeit und nach Hause schlüpfte ich allerdings vorsichtshalber in leichte Turnschuhe. (Sandalenmarke “Alma en pena” – manchmal wünschte ich, ich verstünde kein Spanisch.)

Auf dem Heimweg suchte ich Schatten, die Sonne stach unangenehm, aber ich fand ja eh gerade alles scheiße.

Lebensmitteleinkäufe beim Vollcorner. Daheim Yoga, auf das ich mich sehr gefreut hatte. Dann Aufbruch mit Herrn Kaltmamsell zu aushäusigem Essen – Pläne unter Vorbehalt: Wir wollten im Schnitzelgarten nachsehen, ob er vielleicht nicht mehr Touristen- und Instagrammer-überlaufen war. Doch wir hatten Pech: Eine deutliche Schlange davor, und ein Blick durch den früheren Zugang direkt zum Biergarten zeigte, dass tatsächlich alle Tische besetzt waren. Für einen Biergarten stelle ich mich auch bis auf Weiteres in keine Schlange, Schnitzelgarten müssen wir von unserer Sommerliste streichen. (Hat ja noch genug Posten unter anderem von Gans am Wasser über Taverna Melina und Romans bis Flaucherbiergarten und Hirschgarten.)

Keine hundert Meter weiter warteten bei Honghong chinesische breite Ramennudeln auf uns (und köstlicher Gurkensalat):

Auch diesmal sehr gut und launehebend. Daheim Schokolade zum Nachtisch.

Früh ins Bett zum Lesen.

die Kaltmamsell

Journal Pfingstmontag, 25. Mai 2026 – Ereignislos entspannt

Dienstag, 26. Mai 2026 um 6:28

Nach einer Nacht mit ein paar Lärmstörungen von draußen lange geschlafen. Einsatz für den ersten Balkonkaffee der Saison!

Aber auch übergangslos Alltag mit Hitzevorsorgemaßnahmen: Vormittags alle Außenfenster schließen, Sonnenlicht mit Rollläden aussperren, Fenster zum kühlen Innenhof auf Kipp.

Irgendwas verschattete mir das Gemüt, doch da ich keinerlei Ursache fand (nicht mal Aussicht auf Rückkehr in die Arbeit, die Woche müsste ruhig verlaufen), ignorierte ich das halt.

Sportplan des Tages: Schwimmen im Dantebad. Nicht allzu spät radelte ich los, mit Aussicht auf feiertagsruhigen Verkehr nahm ich die schöne Strecke über Nymphenburger Straße, Rotkreuzplatz, Gern. Das war schön, vertrieb die Schatten allerdings nicht. Diese Vertreibung schaffte dann die Schwimmrunde: Obwohl die Schlange an der Kasse sehr lang war, vor allem aus Familien bestand (ich passierte sie ungeschlangt dank meiner reichlich aufgeladenen Bäderkarte) und trotz rege beschwommener Bahnen war gedankenloses Durchziehen möglich – die meisten schwammen eh nur ein paar Bahnen.

Ich hängte 100 Meter an meine üblichen 3.000 dran, fühlte mich leicht und beschwingt. Nach kurzem Abbrausen, Abtrocknen, neuem Sonnencremen legte ich mich auf die bereits gut genutzte Liegewiese und hörte Musik.

Hamilton-Filter dank verschmierter Linse, automatische Anonymisierung, sehr praktisch. Ein Stündchen genoss ich die Sonne im leichten Wind, es war sogar weniger heiß als befürchtet.

Das Abendessen vom Sonntag lag mir immer noch quer im Bauch. Und es hatte aus so viel Brot bestanden (fast eine halbe Stange), dass ich keine Lust auf Frühstückssemmeln hatte. Also radelte ich direkt nach Hause, ausgebremst von durchgehend roten Ampeln (mit zwei Ausnahmen, genervt hatte ich irgendwann wieder zu zählen begonnen). Frühstück um zwei: Tomaten, Äpfel, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.

Nachmittag im angenehm temperierten Drinnen mit Wäschewaschen, Internetlesen (es hatten sich wieder reichlich Newsletter gesammelt) – und dann doch Wegwerfen der toten Efeutute.

Das Umtopfen samt Verkleinern des Wurzelballens hatte die Pflanze komplett ausgeknockt, meine Theorie: Die Wurzeln schafften es nicht mehr, die dicken Äste und riesigen Blätter zu versorgen. Die Beseitigung war eine rechte Sauerei, sehr viel tote Pflanze.

Im Topf ist noch ein einziges grünes Blatt übrig, jetzt hoffe ich darauf, dass sie der Neubeginn ist. (Hier ein Foto vom vorherigen Standort, hier eines nach Umtopfen/Umsiedeln vor sechs Wochen.)

Muttertelefonat (nur mittel beruhigend, aber Gelegenheit Berlin-Details zu erzählen, die im Blog nichts zu suchen haben), eine Runde Yoga, Brotzeitvorbereitung, zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell selbstgemachte Gnocchi aus der Gefriere mit Ernteanteil-Salbei in Butter, ganz wunderbar.

Fürs Dessert spazierten wir (mit vorgekühlten Schüsselchen und eigenen Löffeln) zum Nachbarschafts-Eisdieler. Für die Chronik: Preis der Kugel dort 2 Euro.

Zu meiner Erleichterung hatte die Luft bereits gegen acht deutlich abgekühlt und war nicht mehr heiß. Also daheim bald Fenster und Türen auf Durchzug. Früh ins Bett zum Lesen, Hoffnung auf Nachtruhe von außen (vielleicht mussten alle anderen am nächsten Tag auch arbeiten) und innen (eigentlich sollte in dieser Arbeitswoche nichts Unangenehmes anstehen – außer es hatten sich in meinem Urlaub große Veränderungen ergeben).

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Theresa Bäuerlein war lange meist die einzige, die auf Geselligkeiten beim Mineralwasser blieb, jetzt gehört sie oft zur Mehrheit. Ausgerechnet das bringt sie zum Nachdenken (mein Geschenk an Sie):
“Vielleicht macht weniger Alkohol die Gesellschaft gar nicht besser”.

Denn die Kehrseite ist unter anderem Vereinzelung durch Selbstoptimierung.

Sicher, betrunkene Männer sind kein schöner Anblick. Aber wie gruselig sind Typen wie der Influencer MacKenzie William, der auf Social Media seine Bettlaken superakkurat auf Kante dampfbügelt und danach mit totem Blick etwa 17 Hautpflege-Seren in seinem Gesicht verteilt? Mir wäre wirklich wohler, er würde ab und zu ein Selfie mit seinen Kumpels in einem Biergarten posten.

Mehr noch, möglicherweise geht uns mit der Kultur des gemeinsamen Trinkens ein seit Jahrtausenden etabliertes soziales Schmiermittel abhanden, und zwar ersatzlos. Ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland fühlt sich laut Statistischem Bundesamt zumindest teilweise einsam, knapp 20 Prozent sogar sehr. Die Entwicklung, dass Menschen in westlichen Gesellschaften mehr Zeit allein verbringen, begann schon vor der Pandemie. Die Forscherin und Autorin Sarah Stein Lubrano unterscheidet hier zwei Phänomene, die oft verwechselt werden: Einsamkeit als Gefühl, und auf der anderen Seite wie wir verlernen, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. Sie nennt das Soziale Atrophie. Wer soziale Fähigkeiten nicht benutzt, verliert sie, wie Muskeln, die man nicht trainiert.

die Kaltmamsell

Journal Pfingstsonntag, 24. Mai 2026 – Der erste heiße Sommertag / Theaterwechsel

Montag, 25. Mai 2026 um 8:13

Weckerwecken, um genug Zeit für mein Tagesgrogramm zu haben, aufgestanden nach einer eher unruhigen Nacht mit teils hochspannenden Träumen (leider keine Erinnerung daran, nur ans interessierte und positive Gefühl dabei).

TOP 1: Bloggen – am Samstag hatte ich mich lediglich zu Bilder-Download und Stichpunkten aufgerafft, musste also schreiben, Bilder auswählen und bearbeiten, gegenlesen.

TOP 2: Pflanzengießen. Der zweite Feigen-Versuch auf dem Küchenbalkon nach Süden scheint zu klappen, aber brutaldirekte Sonne mögen wohl wirklich nur Kakteen so richtig.

TOP 3: Isarlauf, aus Vernunftgründen (und weil ich mich danach nicht vor Abfahrt zur Mittagesseneinladung hetzen wollte) nur 90 Minuten. Mit abschließendem Brotkauf fürs Abendessen.

PFINGSTrosen auf dem Alten Südfriedhof.

Nachwuchs-Robinie beim Tierpark Hellabrunn – genauso wenig duftend wie ihre Verwandtschaft, was ist los? Das Laufen war schön und angenehm, es täte meinem Körper so viel besser, könnte ich zwei- bis dreimal wöchentlich 80 bis 90 Minuten laufen statt einmal fast zwei Stunden. Und vor zehn war die Luft auch lediglich angenehm warm, noch nicht heiß.

TOP 4: Wasserwechsel für die Rosentagsrosen.

TOP 5: Fahrt mit Herrn Kaltmamsell nach Augsburg, der gekühlte Regionalzug war bereits angenehm. Die lieben Schwiegers luden uns in ein italienisches Restaurant am Rand von Haunstetten ein, ich aß auf der schattigen Terrasse gute Penne mit Spargel und Tomate. Den abschließenden Espresso gab’s bei Schwiegers, dazu Plauderei, das war schön.

Zurück in München fühlte sich die Hitze gerade noch erträglich an, die Aussicht auf weiter steigende Temperaturen allerdings bedrückend. Auf dem Heimweg kam uns in der Schillerstraße ein Mann mit Vogelkäfig entgegen (Kopf intonierte umgehend Zauberflöte), darin saß auf einer Sittich-Schaukel schaukelnd eine Kohlmeise, die einen fröhlichen Eindruck machte. Wir Großstädterinnen wundern uns ja eher selten.

In der Woche zuvor hatte ich gelesen, dass das Residenztheater sein Programm für die neue Spielzeit vorgestellt hatte – JETZT müsste doch endlich der Kauf eines Abos möglich sein (in den Monaten davor hatte ich mehrfach vergeblich danach gesucht). Und tatsächlich war es das. Also kündigte ich mein Kammerspiele-Abo, ab Spielzeit 2026/2027 bin ich Resi-Abonnentin. Ich nutzte den Wechsel gleich für einen Wechsel von Mittwoch auf Sonntag: Früherer Beginn der Vorstellungen, kein Arbeitstag davor, und an Sonntagabenden habe ich wirklich praktisch nie etwas vor. Aufregende Neuerungen nach 17 Jahren Kammerspiel-Abo! (Ich erinnerte mich, wie es zur Entscheidung für ein Mittwochs-Abo gekommen war: Damals machte ich noch viel Sport im Sportstudio, und an Mittwochfeierabenden gab es dort NIE etwas für mich Interessantes.)

Jetzt Gymnastik, Start eines 30-Tage-Programms von Adriene, diesmal wieder “Flow”. Nochmal stelle ich mir vor, dass ich ab und zu Pilates mit Gabi Fastner einschiebe – der ich jetzt endlich auch regelmäßig ein wenig Geld überweise, das fühlte sich anständig an.

Fürs Abendessen hatte ich mich verantwortlich gemacht: Ein Rest Meatballs aus der Gefriere ergab Meatball Sandwiches, dazu Asiasalat aus Ernteanteil. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zu langem Lesen, Louise Erdrich, The Sentence findet einen weiteren überraschenden Umgang mit dem Thema native Americans im weitesten Sinn und ist lustig. Wohlige Aussicht auf einen weiteren freien Tag.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 23. Mai 2026 – Sommerwanderung von Starnberg nach Herrsching

Sonntag, 24. Mai 2026 um 7:59

Wunderbar lang und gut geschlafen, aufgestanden zu dem angekündigten Sommertag – allerdings noch zu kühl für Balkonkaffee.

Als Tagesprogramm war eine Wanderung mit Herrn Kaltmamsell geplant: Auch wenn er seine Pfingstferien für Arbeit benötigt, bieten sie ihm genug freie Zeit für solch einen Ausflug. Die Routenwahl fiel auf Starnberg nach Herrsching, also vom Starnberger See zum Ammersee über Andechs.

Weder Tageslänge noch Wetter beschränkten uns, wir ließen uns Zeit für den Aufbruch. Meine Vorbereitungen schlossen gründliches Einsprühen mit Insektenspray ein: Nach Regen in der Vorwoche und bei den angekündigten warmen Temperaturen wollte ich kein Mückenrisiko eingehen.

Beim Verlassen des Hauses trafen wir die 91-jährige (sie nennt ihr Alter bei jeder Begegnung) Nachbarin am Rollator, sehr edel zurechtgemacht. Ihre Reaktion auf das Kompliment für ihr Outfit:
„Die Konkurrenz ist groß!“

Und dann erklärte sie, sie trage ihre viele schöne Kleidung und ihren großen Schmuck jetzt einfach im Alltag: Worauf solle sie warten?
Großartige Einstellung – die Geburtstagseinlader*innen dieses Sommers können sich auf was gefasst machen.

Wie ich bereits befürchtet hatte, war die Anfahrt etwas umständlich: Schulferien plus Wochenende bedeuten gewöhnlich verstärkte Bauarbeiten. Also U-Bahn zum Heimeranplatz, umgeleitete (und verspätete) S-Bahn nach Starnberg.

Schon beim Aussteigen sperrte ich Mund und Augen auf: Die HATTEN aber auch ein Panorama aufgehängt!
Erstmal Mittagscappucino an der Promenade.

Dann über die Maisinger Schlucht und den Maisinger See Richtung Westen. Es wurde schnell ziemlich warm, wärmer braucht es beim Wandern für mich nicht werden. Angenehmes Gehen, allerdings ist das einstündige Fehlen von Bankerln zwischen Aschering und JVA Rothenfeld ein Mangel – zumal wir hier nach zweieinhalb Stunden gerne Brotzeitpause gemacht hätten. Wir mussten bis fast drei Stunden warten.

Hochwillkommener letzte Trinkwasserstopp an den Starnberger Wasserwerken.

Maisinger See

Nach unserer Pause (Apfel, Nussschnecke) bei Rothenfeld. Wir waren nicht die einzigen mit Bankerl-Sehnsucht: Ein weiteres Wanderpaar fragte, ob es sich für Brotzeit zu uns setzen dürfe, es gebe ja wirklich wenig Gelegenheit.

Sonst hatten wir mit Samstag wieder den besseren Wandertag am Pfingswochenende erwischt: Es war sehr wenig los auf den Wegen, allerdings wurde alles berennradelt, was ging, einzeln bis in großen Gruppen und durchaus aggressiv. Nachdem ein Wortgefecht bis “AUF’S MAUL?!” eskaliert war, musste ich mich damit aufmuntern, dass die Kunststoff-versiegelten Rennradler Kilometerzahlen und Laktatwerte heimbrachten, ich aber Anblicke, Milansichtung, Blümchenfotos und Erinnerungen.

Den Aufstieg nach Kloster Andechs ließen wir aus (genossen aber über eine halbe Stunde lang herbeiwehende Blasmusik – zum ersten Mal fiel mir auf, dass manche bayerischen Märsche durchaus was von Pasodoble hatten), genossen statt dessen ein Stündchen Uferweg am Ammersee.

In Herrsching fanden wir nach gut fünf Stunden und gut 20 Kilometern einen noch geöffneten Supermarkt, große Freude über die Möglichkeit zum Wassernachkauf – und ich entdeckte heimischen Wein, über den ich schon gelesen hatte: Gleich mal ein Fläschchen mitgenommen.

Unterwegs hatte ich wieder Spaß mit Flora incognita: Das Fotografieren und schnelle Bestimmen mit der App fühlte sich an wie Einstecken der Pflanze in einen Tornister – genauer beschäftigen würde ich mich damit daheim.

Von links oben im Uhrzeigersinn: Wolfsmilch kannte ich schon, die App sagte Zypressen-Wolfsmilch / Mausohr-Habichtskräuter – ein Knaller, der mir beim Wandern immer besonders aufgefallen war / Glockenblume (Wiesen-Glockenblume) und Margarite (Wiesen-Margarite) wollte ich lediglich bestätigt sehen.

Wiesen-Bocksbart / Kriechender Günsel (gnihihi) / Schlangen-Knöterich / Kuckucks-Lichtnelke – ich lernte Nelken-Varianten.

Auch der Rückweg von Herrsching war durch die S-Bahn-Bauarbeiten etwas umständlich: Wir kamen erstmal nur nach Pasing, eine völlig überfüllte Regionalbahn brachte uns dann zur Haltestelle Hauptbahnhof.

Beim Ausräumen daheim wurde ich erinnert: Sommerliche Temperaturen bedeuten offene Fenster bedeuten Splatter-Sound aus dem Kreisssaal der Klinik gegenüber frei Haus!

Ich hatte mich sehr auf ein reiningendes Vollbad gefreut (große Seltenheit) und genoss es. Dadurch später als sonst servierte Herr Kaltmamsell das Nachtmahl: Aus Ernteanteil Mangold und Kräutersaitlinge gebraten, dazu Wildreis. Ich hatte wieder Lust auf Alkohol und öffnete einen am Vortag gekauften Pittnauer Rosé by Nature – hefig und mit Rhabarbernoten sehr erfrischend, gefiel mir gut, wird als möglicher Aperitif vermerkt.

Nachtrag: Nachtisch Erdbeeren, Berliner Marzipan, Schokolade.

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Für die taz berichtet Reiner Wandler aus Madrid:
“Jobwunder dank Migration
Spanien feiert zweiundzwanzig Millionen!”

Dazu gehört aber auch die Kehrseite “niedrige Durchschnittslöhne und prekäre Arbeitsverhältnisse in vielen Branchen” – und dass die meisten Einwander*innen aus Südamerika stammen, somit bereits die Landessprache können, ist ein nicht auf andere Länder übertragbarerer Faktor.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 22. Mai 2026 – Start Freibadsaison, Start Balkonabendessen

Samstag, 23. Mai 2026 um 9:20

Letzter eigentlicher Urlaubstag (aber vor langem Pfingstwochenende), dennoch mit Weckerwecken, denn ich wollte Herrn Kaltmamsell endlich wieder vor seiner Arbeit Milchkaffee servieren. Und mir von ihm den Rücken fürs Schwimmen im Dantebad eincremen lassen, win win.

Nachricht von der Deutschen Bahn über Rückzahlung wegen 65 Minuten Verspätung: 7,15 Euro – damit ist fast die Brotzeit auf der Rückreise drin.

Als ich, bereits aufbruchfertig, im angekündigten strahlenden Sonnenschein Altglas zur Tonne brachte, grüßte ich einen Bauarbeiter, der wohl zur Baustelle im Hinterhaus gehörte (wo eine Wohnung anscheinend komplett entkernt wird, der Dauer der Arbeiten und dem Bauschutt in den Containern nach zu schließen), bekam eine launige Antwort. Als wir uns bei meinem tatsächlichen Aufbruch gleich nochmal begegneten, fragt er, ob ich neu eingezogen sei, er habe mich ja noch nie gesehen. Ich lachte und erklärte, dass ich Urlaub hätte und sonst halt während seiner Arbeitszeit auf der Baustelle selbst in der Arbeit sei.

Radeln zum Dantebad in der Sonne begann erstmal schön mit einmal kurz Robinienduft, doch schon bald schlug der Werktagsverkehr zu: Ich war noch nicht mal 500 Meter unterwegs, als ich wegen eines LALÜs direkt neben mir und zwei Straßenzüge lang abspringen musste, um mir die Ohren zuzuhalten. Nach weiteren 300 Metern Vollbremsung, weil eine telefonierende Frau mit gefülltem Kinderwagen auf den Radweg scherte. An Ampelkreuzung 3 und 5 weitere Vollbremsungen, um nicht von einem rechtsabbiegenden Auto / Lieferwagen vom Radl geholt zu werden. Da war ich dann bereits durch mit den Nerven, Teilnahme am Münchner Straßenverkehr auf dem Rad künftig wieder nur an Sonn- und Feiertagen.

ABER! Im Dantebad war es herrlich. Wie erwartet wenig los, das 50-Meter Becken wenig frequentiert, ich schwamm gut mit nur leisester Ahnung, dass Waden- und Fußkrämpfe im Bereich des Möglichen lagen. Dennoch widerstand ich der Versuchung, auf die 3.000 Meter weitere draufzulegen (auch weil ich in den nächsten drei Tagen mehr Bewegung plane).

Aus den anfangs angezeigten 20 Grad Lufttemperatur waren am Ende meiner Schwimmrunde 23 geworden, ideal für ein kleines Sonnenbad nach nochmaligem Eincremen.

Dabei hörte ich Musik: Meine Berliner Freundin aus der Musikbranche hatte mir Links zu zweien ihrer Spotify-Playlists geschickt – und mir dadurch einen ganz speziellen Zugang zu neuer Musik verschafft. Das wird ein herrlicher Musik-Sommer! Im Hintergrund hörte ich eine Gruppe Teenager, die wohl gerade den gestrigen Start der Pfingstferien mit einem Freibadbesuch feierten – alterstypische Geräusche der rührenden Art.

Auf dem Heimweg verschreckte mich der Verkehr zum Glück nicht weiter, ich stieg an einer Bäckerei ab für Frühstückssemmeln. Die gab es mit Butter und Münchner Honig aus Kolleginnenvatershand (semsationell aromatisch).

Jetzt machte ich mich auf eine Runde Lebensmitteleinkäufe fürs Wochenende.

Plan war das Eröffnen der Balkon-Abendessen-Saison mit wie immer Salade niçoise, dazu stellte ich mir aus Wir2liebenWein einen mal anderen Rosé von Pittnauer vor. Bekam ich auch, doch als ich Salade niçoise als Ziel fallen ließ, bekam ich gleich eine zusätzliche, ganz gezielte Empfehlung – anders als in Buchhandlungen nehme ich die im Weinladen gerne an.

Nächste Draußenrunde: Erdbeeren und Friseurtermin holen. Die jüngste Friseur-Katastrophe war bereits nach vier Wochen rausgewachsen und brauchte dringend einen Haarschnitt. Doch der liebe Nachbarschaftsfriseur war feierabends ausgebucht und macht demnächst Urlaub, ich werde weitere vier Wochen durchhalten müssen.

Zeitunglesen auf dem Balkon, eine Runde Pilates mit Gabi Fastner, dann öffnete ich den Wein zum Abendessen:

Nittnaus Zorra 2004 (Zweigelt und Blaufränkisch). Oh ja, der gefiel mir schonmal sehr gut, entwickelte sich im Glas mit der Luft unglaublich vielfältig. Und tatsächlich passte er zur Salade hervorragend.

Für die Salade niçoise hatte Herr Kaltmamsell Dosensardinen statt Thunfisch verwendet, die Tomaten schmeckten bereits sehr gut, insgesamt ein Gedicht. Nachtisch Erdbeeren mit Sahne und danach noch Schokolade. Wir saßen lange auf dem Balkon und erzählten einander, fast bis es dunkel wurde.

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Mal wieder ein Das-ist-MEIN-Internet-Moment: Victoria bat um einen Näh-/Flicktipp für ihre Leinenhose.

Es folgen wirklich praktische Tipps inklusive einer Stich-Anleitung aus Satzzeichen.

(Aber im selben Internet gibt es halt auch dieses – wobei: Ein bissl lustig ist es schon.)

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 21. Mai 2026 – 33. Rosentag japanisch

Freitag, 22. Mai 2026 um 8:04

Gut- und ausgeschlafen, sehr angenehm. Erster Handgriff morgens am Rechner: Ausfüllen des Fahrgastrechteformulars der Deutschen Bahn, ein wenig Rückerstattung des (ohnehin niedrigen Superspar-) Fahrpreises sollte drin sein.

Bloggen an Milchkaffee und Wasser, dann stieg ich in Laufkleidung. Mein erster Weg führte aber zum Nachbarschafts-Blumenladen, denn 21. Mai ist Rosentag (seine Geschichte, meine Geschichte).

Nein, dieses Vase funktioniert nicht mehr.

Später vaste ich um (der Rand der idealen Vase wäre allerdings sieben Zentimeter niedriger).

Keine Lust auf Radeln, zumal das bedingt, dass ich meinen Lauf an derselben Stelle beenden muss, an der ich ihn starte. Also zwei Stationen U-Bahn bis Odeonsplatz. Am Marienplatz stiegen zwei Polizisten zu, über und über mit Ausstattung behängt, die in meinen Augen nach Kampfausstattung aussah. Da half auch das Lächeln des einen nicht: In solcher Gegenwart fühle ich mich nicht sicherer, sondern bedroht. Der gute alte bayerische Polizist in klar erkennbarer grüner Uniform, diese aber als einzige sichtbare Waffe, hatte da ganz andere Wirkung. Selbst wenn er grantelte. Der neue Phänotyp strahlt auf mich nur Gewalt aus.

Auf Mastodon meinte dazu jemand aber:

Daran halte ich mich künftig fest.
Interessanterweise äußerten sich auf Mastodon aber auch viele, die sich durch diese Präsenz tatsächlich beschützt und sicherer fühlen, die die Polizisten in den vorherigen Uniformen als schwach, wenn nicht sogar lächerlich empfanden. Jetzt muss ich nachdenken, worin die Unterschiede, wahrscheinlich in der Selbstdefinition bestehen.

Schöner Lauf durch den touristischsten Teil des Englischen Gartens an die Isar, von dort nach Norden und zurück bis Tivoli. Nachts hatte es genug geregnet, um den Boden ein wenig federnder zu machen – doch der niedrige Wasserstand ist weiterhin besorgniserregend. Der Körper spielte gut mit, signalisierte lediglich jenseits der 90 Minuten Laufdauer (diesmal sah ich auf die Uhr), dass jetzt gut war, vor allem die Waden.

Was ich bei meinen Wochenend-Läufen nie zu sehen bekomme: Im Hofgarten wurde gegeärtnert.

Robinienblüte startklar, aber noch ohne Duft.

Unterwegs hatte ich Spaß mit der Pflanzenbestimmungs-App Flora Incognita und ließ mir Blümchen am Wegesrand bestimmen:

Wiesen-Salbei (hatte ich bislang Rittersporn genannt)

Akeleiblättrige Wiesenraute (fiel mir zum ersten Mal auf)

Pyrenäen-Storchschnabel (vertrauter Anblick, aber was macht ein Pyrenäen-Kraut an der Isar?)

Zottiger Klappertopf (sehr vertraut, auch in Parkanlagen – aber mit dem Namen nehmen die mich auf den Arm, oder?)

Diesmal guckte ich auch Blumen nach, die ich gut kenne. Zum Beispiel die gute alte Butterblume.

Um zu lernen, dass Profis sie Scharfer Hahnenfuß nennen. Kann man wenigstens sagen: “Die Butterblume ist die Blüte des Scharfen Hahnenfußes”?

Eine Tram brachte mich nach Hause, ich stieg aber einen Halt früher aus, um Frühstückssemmeln zu besorgen. Meine Lieblingssorte sah ich schon von fern als noch vorrätig, doch dann wurde meine Bestellung abgewürgt: Keine Kartenzahlung möglich, technische Probleme. Enttäuschend, dann folgte ich halt meinem anderen Frühstücksgelüst Erdbeeren. Die ich im Supermarkt ebenfalls ins Regal zurückstellen musste: Nur Barzahlung möglich, technische Probleme. Beim Laufen habe ich halt nur mein Handy dabei, empfinde es als sehr bequem, dass ich damit auch bezahlen kann. Eigentlich. Nun war ich sehr enttäuscht, fürs Frühstück um halb drei (nach Duschen eh schon spät, deswegen kein neuer Einkaufsversuch mit Bargeld) griff ich auf Kühlschrankvorräte zurück. Gab es halt wieder Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot – schmeckt mir schon, ist aber in erster Linie funktionale Hungerbekämpfung.

Herr Kaltmamsell hatte auf meine Bitte eine Plastikhülle von Hemdenreinigung aufbewahrt: In die hängte ich Wintermantel und -jacke, beides kam in den Keller – jetzt habe ich ausreichend Platz im Schrank für meine (zu vielen) Sommerklamotten.

Beim Ankleiden für den festlichen Abend musste ich mir eine Dummheit gestehen: Der blaue Sommerrock, den ich mir aus Spanien habe schicken lassen, ist einfach zu eng. Die Rumrechnerei mit den Größen (EU/Deutschland) war geraten gewesen, und als der Rock ankam, kniff sein Bund. Doch Zurückschicken/Umtausch war mir zu umständlich, also redete ich mir ein, dass er halt lediglich nicht ganz bequem sein würde und bügelte ihn auf. Gestern erwies sich beim ersten Tragen: Nein, geht nicht. Letzte Chance Änderungsschneiderin, vielleicht hat sie einen Erweiterungstrick auf Lager.

Zur Feier des gestrigen Rosentages hatte ich in einem japanisch(ischen) Restaurant im Westend reserviert: Koji in der Parkstraße. Dorthin geführt hatte mich meine (vergebliche) Suche nach einem japanischen Restaurant in München, dessen Karte nicht um Sushi herum gebaut war: Vor Jahrzehnten hatte es in Augsburg einen edlen Japaner gegeben, dessen Menü an einem Küchen-Karree vor den Augen der Gäste zubereitet wurde, fein abgestimmt von Gang zu Gang in Texturen, Zutaten, Geschmäckern, optischer Komposition – wie es auch seither Japan-Reisende von Menüs im Land selbst berichten. Den gibt es auch in Augsburg nicht mehr, und in München fand ich nichts Derartiges. Also wurde es “Fusion” im Koji, hier wurde zumindest ein Menü des Hauses und aus dem Moment ohne Sushi angeboten.

Besonders freute ich mich über die Begleitung mit Sake, ausführlich erklärt. Hier als Aperitif Sparkling Sake mit Eiswürfeln, gut und überraschend.

Wir aßen Fisch-lastig und sehr gut. Die verschiedenen Sakes waren sehr interessant und schmeckten mir alle, als mein Sake-Liebling erwies sich Takasago Junmai Daiginjo Omachi: Er war uns als ein traditioneller vorgestellt worden, und als ich dem (freundlichen und aufmerksamen) Kellner meine Begeisterung kundtat, wies er fein lächelnd darauf hin, dass das auch sein hochwertigster sei – sofort fühlte ich mich als Sake-Obercheckerin.

Nicht zu später Heimweg in letztem Tageslicht und unter Mauersegler-Schrillen, der tapfere und sehr erschöpfte Herr Kaltmamsell hatte sehr gut durchgehalten.

Ich war sogar noch munter genug (Sake macht deutlich weniger betrunken als Wein-Begleitung) für Start einer neuen Lektüre: Louise Erdrich, The Sentence.

die Kaltmamsell