Journal Donnerstag, 13. Juli 2017 – Fledermäuse
Freitag, 14. Juli 2017 um 6:51Kein guter Tag, gar kein guter Tag. Die ganze Last der Aussicht, statistisch noch 35 Jahre durchhalten zu müssen, drückte mir im Nacken. Meine polnische Oma und ihr regelmäßiges “Lebt i eh nimme lang” – rückblickend halte ich das nicht mehr für bedauerndes Jammern oder gar eine Drohung, sondern für eine Hoffnung.
Der Tag war kühl, aber brillant sonnig mit schönem Wind, ein idealer Wandertag.
Hier sieht man ein wenig, welch robuste Häuser die “Zelte” auf dem Oktoberfest werden.
Vor dem Zu-Bett-Gehen zum Lesen stellte ich mich ans Fenster und bewunderte den schönen Abendhimmel. An dem ich plötzlich ein torkelndes Flattern entdeckte. Und noch eines. Und eines unters Dach des Nebengebäudes. Fledermäuse! Ich holte den vom Tage völlig erschöpften Herrn Kaltmamsell aus seinem Bett, der bestätigte: Fledermäuse. Er habe sich eigentlich schon immer gedacht, dass dies Fledermausgebiet sein müsste.
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Was Umweltschutz-Interessierte nie dazu sagen, weil es sich wohl von selbst versteht: Sie wollen unseren Planeten, Tiere und Pflanzen, für die Menschheit erhalten, besonders für die eigenen Nachkommen – nicht den Planeten an und für sich, der ganz prima ohne Menschheit auskäme. Weswegen das Ergebnis dieser Studie sich für die meisten ein wenig paradox anfühlen wird:
“Want to fight climate change? Have fewer children”.
The greatest impact individuals can have in fighting climate change is to have one fewer child, according to a new study that identifies the most effective ways people can cut their carbon emissions.
(…)
The new study, published in Environmental Research Letters, sets out the impact of different actions on a comparable basis. By far the biggest ultimate impact is having one fewer child, which the researchers calculated equated to a reduction of 58 tonnes of CO2 for each year of a parent’s life.
The figure was calculated by totting up the emissions of the child and all their descendants, then dividing this total by the parent’s lifespan. Each parent was ascribed 50% of the child’s emissions, 25% of their grandchildren’s emissions and so on.
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Read on begegnet in der Ausstellung von Franz Kafkas Manuspkript Der Prozess einer erwartbar gelangweilten Schulklasse und erzählt, warum dann alles anders kam.
“Franz Kafka. Der ganze Prozess.”
Und wieder denke ich an den Deutsch-Referendar, der einer 6. Klasse (ich war 11!) Kafkas “Die Verwandlung” vorlas und mir zu einem der intensivsten Erlebnisse meiner gesamten Schulzeit verhalf.
(Für den Prozess war ich damals aber wirklich noch zu jung.)























