10 Irrtümer über Feminismus – Teil 1

Donnerstag, 13. August 2009 um 8:25

Feministinnen mögen keine Männer

Das hatten wir ja schon.

Feminismus schadet der Beziehung zwischen den Geschlechtern

(Ich habe Remingtons polemische Behauptung versachlicht.)

Möglicherweise handelt es sich gar nicht um einen Irrtum. Die Ruhe zwischen den Geschlechtern in früheren Jahrhunderten ist tatsächlich dahin. Vor der Frauenbewegung gab es eine klare Hierarchie: Frauen waren (gottgewollt und natürlich) weniger wert als Männer. Deswegen nahmen sie gesellschaftlich eine untergeordnete Position ein, die gesetzlich festgehalten war, durften weder über das öffentliche Leben (Wahlrecht) noch über ihr eigenes bestimmen. Es herrschten Ruhe und Ordnung zwischen den Geschlechtern, die man nach Belieben als Harmonie bezeichnen kann. Eben so, wie Ruhe in der Hierarchie zwischen Kirche und Kirchenvolk herrschte, zwischen Monarchen und Untertanen. Doch dann begannen einige Menschen, hauptsächlich Frauen, diese Hierarchie zu hinterfragen und in der Folge als ungerecht und schlecht zu bezeichnen. Seither ist Schluss mit der vorherigen Ruhe und Ordnung – und sehr wahrscheinlich ist sie nie wieder in ihrer früheren Form herzustellen. Denn seither wird die Beziehung zwischen den Geschlechtern diskutiert, hinterfragt, nicht mehr einfach hingenommen. Nur: Ich sehe darin keinen Schaden, sondern eine Bereicherung. Die vorherige Harmonie entsprach der Friedhofsruhe, die durch Diktaturen hervorgebracht wird, durch oppressive Religionen und Sklaverei.

Feministinnen sind hässlich

Matt in drei Zügen. Frauen sind seit Jahrtausenden darauf geeicht, dass ihr Wert von attraktivem Äußeren abhängt – nur deshalb ist es eine wirkungsvolle Diffamierung, ihnen dieses abzusprechen. Selbst wenn eine Frau es gerade zur Regierungschefin gebracht hat, kann man sie immer noch mit dem Verweis auf ihre angebliche Hässlichkeit klein machen.
Doch vielleicht steckt ja auch hierin ein praktischer Kern: Vielleicht verstecken sich hässliche Frauen nicht, wenn sie Feministinnen sind? Vielleicht wird es als besonders verwerfliche Unverschämtheit angesehen, wenn eine Frau sich sichtbar macht, wenn sie sich der Öffentlichkeit stellt und zu ihren Ansichten steht – und dabei nicht mal hübsch ist?

Feminismus ist überflüssig geworden

Sie sind der Meinung, dass das Geschlechterthema gelöst ist? Dass die gesellschaftlichen Bedingungen für Männer wie Frauen perfekt sind?

Schaun Sie einfach mal bei feministing vorbei. Eine zufällige Auswahl aus den Themen:
- Eine Schülerin wird für zwei Wochen vom Unterricht ausgeschlossen, weil sie in der Öffentlichkeit die Pille genommen hat.
- Putzmittelwerbung richtet sich fast ausschließlich an Frauen.
- Es gibt Babyschühchen mit High Heels.
- Im Sudan wird eine Frau mit Peitschenhieben dafür bestraft, dass sie Hosen getragen hat.

Frauen sind weiterhin wegen ihres Geschlechts Diskriminierungen unterworfen. Nein, nicht als einzige Bevölkerungsgruppe der Welt. Nein, nicht alle. Aber mehr als genug, dass sich der Kampf für ihre Rechte lohnt.

Feministinnen halten Männer und Frauen für ununterscheidbar

Das geht ein wenig ans Eingemachte, doch dieser Irrtum ist ein schöner Anlass, die verschiedenen Grundrichtungen des Feminismus zu betrachten.

Auch für den heutigen Feminismus relevant sind die Grundrichtungen
- Radikalfeminismus (Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind hauptsächlich durch gesellschaftliche Machtstrukturen und Sozialisation der Menschen begründet – im Grundsatz sind sie gleich)
- Differenzfeminismus (zwischen Männern und Frauen gibt es naturgegebene, zeitlose Unterschiede, die sie von Geburt an bestimmen und die sie unabhängig von Kultur und Geschichte gemeinsam mit allen Geschlechtsgenossen haben)

Vor allem im Differenzfeminismus gibt es zahlreiche Unterformen, die alle auf der angeborenen Besonderheit von Frauen basieren. Der gynozentrische Feminismus schreibt Frauen Intelligenz und Pazifismus zu, die für eine größere Beteiligung an der Weltpolitik sprechen. Der kulturelle Feminismus spricht von einem besonderen und zu präferierenden „weiblichen Ansatz“, militanter Feminismus will Männer vernichten, esoterischer Feminismus spricht Frauen magische Kräfte zu… und so viel weiter fort. Der Wikipedia-Artikel erweckt zwar den Eindruck, diese verschiedenen Strömungen seien unterscheidbar wie Parteiprogramme (sind sie nicht), ist aber dennoch ein guter Einblick.

Sollten Sie also jemanden treffen, der oder die sich als Feministin bezeichnet (hören Sie auf zu lachen: in einem durchschnittlich 76 Jahre währenden Leben kann das ein bis zwei Mal passieren), erkundigen Sie sich besser, was sie darunter verstehen.

Wenn Sie hier im Blog meine Kämpfe gegen Geschlechterstereotypen mitverfolgt haben, wird es Sie nicht überraschen, dass ich deutlich dem Radikalfeminismus zuneige: Die Unterschiede zwischen die Geschlechtern halte ich für erheblich geringer als die Unterschiede zwischen Individuen eines Geschlechts. Geschlechterstereotypen behindern Entscheidungsfreiheit und persönliche Entfaltung ähnlich wie Rassismus. Nach meiner Beobachtung liege ich damit in den zeitgenössischen feministischen Hauptströmungen.

Allen Feminismen (nun ja, wahrscheinlich außer der männermordenden Splitterrichtung) gemein ist, dass sie für die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung von Männern und Frauen eintreten, von Buben und Mädchen. Wenn Sie diese Forderung unterschreiben, sind Sie ein Feminist, eine Feministin – tja.

die Kaltmamsell

27 mal Beifall zu “10 Irrtümer über Feminismus – Teil 1”

  1. katha meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

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  2. Kai meint:

    “…Allen Feminismen … gemein ist, dass sie für die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung von Männern und Frauen eintreten…”.

    Oh fuck! Ich bin Feminist? Hätt’ ich jetzt auch nicht gedacht. Liegt wohl an meinem Frauenüberschuss zuhause (Frau und zwei Töchter). :-P

  3. Nathalie meint:

    Habe glücklicherweise auch einen Feministen zuhause.

  4. ozi meint:

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    Genau!

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  5. diagonale meint:

    Danke, Frau Kaltmamsell.

  6. sue meint:

    auf den punkt genau – bravo!

  7. Hande meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

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  8. Brigitte Novacek meint:

    Freue mich schon auf den zweiten Teil. Und natürlich: gerne gelesen.

  9. synecstasy meint:

    klatschklatschklatsch! schön, dass sich sonst noch jemand ungeniert des Themas, Achtung, jetzt kommt das Wort, Feminismus annimmt. Man sieht sich doch oft allein auf weiter Flur: http://www.synecstasy.com/2009/08/02/wolfin-im-nacktpelz/
    Bin auch schon sehr gespannt auf Teil zwei…

  10. fragmente meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

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  11. beh meint:

    Vielleicht schreiben Sie in Teil 2 etwas dazu, aber wie kommen Sie, wenn sie (zu Recht und mit all meiner Zustimmung) Geschlechterstereotypen nicht mögen, damit zurecht, sich unter einem Namen einzusortieren, der etymologisch wieder nur mit einem der beiden (Haupt)geschlechtsgeschmacksrichtungen zu tun hat? Ich finde es, trotz meiner besagten völligen Zustimmung zu Ihren Ansichten, und trotz des Wissens um die Schall-und-Rauch-heit von Namen irgendwie doof, mich als Feminist zu bezeichnen/bezeichnen zu lassen.

  12. Remington meint:

    Einen Querulanten muss es ja geben…

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass unter dem Vorwand der Gleichstellung und des Ausgleichs von Benachteiligung zumindest europäischen Frauen massenweise Zucker in den Hintern gepustet wird. Und das nur, weil Europa sich das leisten kann.

    Und das hat mit Feminismus nur dahingehend zu tun, als dass dieser eine der Ursachen dafür ist.

  13. die Kaltmamsell meint:

    Du hast also entdeckt, Remington, dass Feminismus auch zur persönlichen Vorteilsnahme missbraucht wird. Ich fürchte, vor Missbrauch kann man keine noch so gute Idee schützen. Ist deshalb die Idee schlecht?

    Mit grammatikalischem Geschlecht, beh, hatte ich nie große Probleme. Ein neues System der Wortbildung habe ich ja schon mal vorgeschlagen.
    Und selbst beim natürlichen Geschlecht: Ja, ich bin eine Frau, eine Bloggerin, eine Autorin. Nur sträube ich mich dagegen, dass das der wichtigste Aspekt meiner Persönlichkeit sein soll.

  14. Eline meint:

    Als altgediente, gemässigte Radikalfeministin, sehe ich mit etwas Resignation, dass viel jungen Frauen, die Chancen, die sie durch rechtliche (Fast-)Gleichstellung und beste Ausbildung haben, zugunsten der Verwirklichung alter Rollenklischees locker über Bord werfen. Insoferne grüble ich doch manchmal, ob wir mit Radikalfeminismus nicht doch falsch liegen und manche Schattierungen des Differenzfeminismus recht haben.

  15. Rob meint:

    Wenn ich mir meine Nichten und Neffen und deren Umgebung anschaue, dann scheint irgendetwas sehr schiefgegangen zu sein. Da gibt es rosafarbene Prinzessinen mit Krone, die verkünden, sie hätten keine Zeit, sie müssten putzen. Und daneben die starken Anhänger der Ritter und Dinos, die einem Vorträge über Frauenarbeit halten. Ich rede hier nicht von einer unterklassigen Randgruppe.

  16. die Kaltmamsell meint:

    Dass Rosa in unserer Kultur erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts als Mädchenfarbe gilt, wissen Sie aber, Rob? Und welche Geschlechter erleben wohl Ihre Neffen und Nichten wohl als putzend oder Ritter?

  17. Remington meint:

    Ja, ich halte die Idee für schlecht. Weit vor dem Christentum, das alles verfälschte, hatten beide Geschlechter ihre Rollen und die entsprachen einfach den Fähigkeiten. Die Frauen der alten Zeit hatten Wissen über Nahrungskonservierung, Heilkunde, Gartenpflanzen und Kleinmittelherstellung. Die mussten sie haben, denn das Haus und seine Bewahrung waren ihr Metier und dort hatten sie ihre Rolle und auch ihre Achtung. Und sie wurden geachtet.

    Heute wollen sie alles und warum auch nicht. Aber wer will, muss auch leisten.

    Wir können auch mal abschwenken auf das Thema Beschneidung.

    Soweit ich weiß, führt kein Mann das Messer. Oder eher die Glasscherbe…

    Sich damit herauszureden, dass Männer so etwas fordern würden, ist eben typisch weiblich.

    Die Schuld liegt immer bei den anderen.

    Ein kluger Mann hat mal gesagt, dass wir nicht sollten sehen, was uns trennt, sondern das, was uns vereint.

    Nur, was ist das?

    Kinder?

    ´Mamselle, ich hoffe, sie nicht beleidigt zu haben, nichts läge mir ferner.

    Aber ich bin nun mal ein Dickschädel. Ein vernarbter dazu.

    Mit Respekt

    Remington

  18. die Kaltmamsell meint:

    Auch Ihnen Respekt, Remington, selbstverständlich.

    > Ja, ich halte die Idee für schlecht.

    Nur nochmal, damit ich das verstehe: Sie halten die soziale,
    wirtschaftliche und politische Gleichberechtigung der Geschlechter für
    schlecht? Oder gar: Sie halten Frauen für weniger wert als Männer? Das
    kann ich nicht recht glauben.

    >Weit vor dem Christentum, das alles verfälschte, hatten beide
    >Geschlechter ihre Rollen und die entsprachen einfach den Fähigkeiten.
    >Die Frauen der alten Zeit hatten Wissen über Nahrungskonservierung,
    >Heilkunde, Gartenpflanzen und Kleinmittelherstellung. Die mussten sie
    >haben, denn das Haus und seine Bewahrung waren ihr Metier und dort
    >hatten sie ihre Rolle und auch ihre Achtung. Und sie wurden geachtet.

    Ich bin ehrlich verwundert, dass Sie frühere gesellschaftliche Zustände
    als Rechtfertigung für heutige verwenden – das tun Sie sonst nie, im
    Gegenteil. (Außerdem bräuchte ich dann doch Belege dafür, dass Frauen vor dem Ausbruch des Christentums grundsätzlich geachtet wurden.)
    Es entsprach also Ihrer Überzeugung nach den angeborenen Fähigkeiten aller Menschen mit XX-Chromosom, anzupflanzen, Speisen zuzubereiten, ein Haus zu bewahren (auch mit Waffen gegen Eindringlinge?) etc. Sie halten es also für ausgeschlossen, dass jemand mit XX-Chromosom die angeborene Begabung hat, ein Werkzeug zu erfinden, ein Haus zu konstruieren und zu bauen? Gleichzeitig aber keinerlei Gabe zu haben, einen Eintopf abzuschmecken?
    Zudem: Welche Konsequenzen sollte die heutige Gesellschaft Ihrer Meinung nach aus Ihrer Beobachtung einer bestimmten Epoche der Menschheitsgeschichte ziehen? Keine Buben kochen lernen lassen? Keine Frauen in technische Berufe zulassen?

    >Heute wollen sie alles und warum auch nicht. Aber wer will, muss auch
    >leisten.

    Ich habe nicht behauptet, dass Frauen nichts leisten sollen – wem
    widersprechen Sie?

    >Wir können auch mal abschwenken auf das Thema Beschneidung.
    >
    >Soweit ich weiß, führt kein Mann das Messer. Oder eher die Glasscherbe…
    >
    >Sich damit herauszureden, dass Männer so etwas fordern würden, ist eben
    >typisch weiblich.

    Ich habe ganz sicher nicht behauptet, dass Männer die Beschneidung von Frauen fordern. Ich kenne auch keine Frau, die das behauptet – einen Mann auch nicht. Die Unterdrückung von Frauen hat ihre Wurzeln in komplexen kulturellen Hintergründen, die oft über die Jahrhunderte von Frauen verstärkt wurden. Sehr oft sind es Frauen, die eine große Beharrungskraft in der Erhaltung bestehender Ungerechtigkeiten haben – denn es ist sehr anstrengend, zu hinterfragen, zu kämpfen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Und viele ertragen es nicht, dass andere Frauen den Kampf schaffen, ihr Leben selbst bestimmen, aus eingefahrenen Bahnen ausscheren. Auch das kennen Sie doch selbst zu gut.

    >Die Schuld liegt immer bei den anderen.

    Finden Sie da oben irgendeine Schuldzuweisung? Es ist durchaus ein
    menschliches Grundmuster, schneller die Schuld für Missstände überall zu suchen, nur nicht bei sich selbst. Und es gibt viele Frauen, die sich dieses Erklärungsmusters bedienen – weil sie halt auch menschlich sind. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass ich nicht sehr dazu tendiere.

    >Ein kluger Mann hat mal gesagt, dass wir nicht sollten sehen, was uns
    >trennt, sondern das, was uns vereint.

    Na also: Sie sind ja doch auf meiner Linie. Da oben habe ich geschrieben, dass die Geschlechter mehr gemein haben als Trennendes. Und das gilt es hervorzuheben. In Ihrem ersten Absatz fordern Sie aber, das Trennende zum Maßstab zu machen.

    >Nur, was ist das?

    Das Grundmenschliche: Das Bedürfnis nach Zuwendung, nach Anerkennung, nach Wertschätzung der eigenen Individualität – ohne Vorurteile.

    >Kinder?

    Ja, das vereint die meisten Menschen: der Wunsch nach Kindern. Deshalb sollte die Gesellschaft dafür sorgen, dass es jedem Menschen möglich ist, Kinder zu haben und aufzuziehen – Männern wie Frauen.

    >Mamselle, ich hoffe, sie nicht beleidigt zu haben, nichts läge mir ferner.

    >Aber ich bin nun mal ein Dickschädel. Ein vernarbter dazu.

    Aber nicht doch – nur ist mir Ihre Argumentation immer noch nicht klar.

  19. Ilse aus München meint:

    Feministinnen sollten sich hüten, ihre Energien in fruchtlosen akademischen Debatten zu erschöpfen…Aber trotzdem dankbar, dass das F-Wort von jungen klugen Frauen wieder diskutiert wird.

  20. Sigourney meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Made my day

    *******************************************************

  21. beh meint:

    Oh, ich meinte etwas einen Hauch anderes, nämlich:

    Wenn ich Sie richtig verstehe, dann sind Feministinnen Ihrer Art gegen Geschlechtsstereotypen ueberhaupt. Also auch diejenigen, die männliche Menschen betreffen und behindern. Im letzten Absatz formulieren Sie ja auch nochmal explizit, dass es bei Feminismus immer um Gleichstellung geht.

    Wieso ist Feminismus dafür ein guter Name? Was hat das Eintreten für Gleichstellung mit “feminin” zu tun? Wäre Maskulinismus ein gleich guter Name?

    Ich persönlich finde beide Namen doof, weil sie mir in der ersten Assoziation irreführend scheinen und vll. ein Teil der von Ihnen aufgeklärten Irrtümer allein im Namen begründet ist, und frage interessehalber, wie Sie das sehen. Gibts da nicht einen schöneren Namen?

  22. die Kaltmamsell meint:

    Ah jetzt, beh: Feminismus heißt so aus historischen Gründen und ist leicht internationalisierbar, das ist für mich in Ordnung. Frauen waren die Initiatorinnen der Bewegung, zudem leiden weiterhin weit mehr Frauen weltweit unter der Ungleichbehandlung der Geschlechter – die darf man ruhig in der Bezeichnung sehen. (Dass ausgerechnet Feminstinnen als unfeminin gelten, mag ich wegen der inhärenten Komik.)

    Schönere Name könnte ich mir durchaus ausdenken, doch sie wären wirkungslos. Vielleicht kommt ja doch eines fernen Tages der Moment, in dem es nicht provokativ klingt, wenn ein Mann sich als Feminist bezeichnet. Im Moment klingt das ja bereits aus Frauenmund gewagt. (Siehe: “Ich bin ja keine Feministin, aber…”)

  23. Frank.beutell@googlemail.com meint:

    Schade das du in einem Blog Trackbacks deaktiviert hast. Deswegen hier einer per Hand :-)
    Danke für die gut zu lesende Zusammenfassung! Der Mettbrötchenvergleich hat mich zum schmunzeln gebracht! Ich habe die “10 Klarstellungen” weiterverlinkt: http://www.aktivefachschaftpolitikwissenschaft.de/?p=823

  24. Remington meint:

    Entschuldigung noch mal…ich hab in meinem Kommentar eher meine Gedanken zum Thema ausdrücken wollen und weniger Bezug zu Ihrem Beitrag genommen. Daher vielleicht das Mißverständnis. Tut mir leid.

    Gruß R.

  25. Schwarzmaler meint:

    Also zu behaupten die Unterschiede zwischen Männern und Frauen seien geringer als zwischen Individuen halte ich für gewagt. Ihr hängt sogar die Klopapierrollen andersrum auf :) Frauen sind schon anders, sonst wäre es doch furchtbar langweilig. Aber ich gebe zu als Mann den Feminismus nicht verstehen zu wollen und zu können – Gleichberechtigung und Frauenparkplätze gehen nicht zusammen, genausowenig wie ein Mann verstehen kann daß Frau mit hohen Absätzen Fahrrad fährt.

  26. Morjanne meint:

    Sehr schöner Beitrag – ich kenne selbst von meinen Schwestern höhnische Kommentare, wann immer ich die “feministische Keule” schwinge.
    Oh, und lieber Schwarzmaler: Meine Klopapierrole hängt so herum, dass man tatsächlich auch Klopapier abreißen kann;
    Frauenparkplätze halte ich für dann sinnvoll, wenn sie als Familienparkplätze verstanden werden – es ist ungemein schwer, ein Kind, das auf dem Rücksitz angeschnallt ist, zu befreien, wenn man die Autotür des Nachbarn am Hintern kleben hat;
    und zu guter Letzt – ich kann in High Heels nicht einmal laufen, habe dafür aber schon ein Wettrennen von gut zweihundert Männern in selbigen beobachtet :)
    Viele Grüße,
    Morjanne.

  27. Adrian Lang meint:

    @Schwarzmaler Dann kennst du nicht besonders individuelle Individuen.

    Danke für diesen schönen Text, werde mir gleich den zweiten Teil angucken. Mit der Bezeichnung des Radikalfeminismus als Hauptströmung gibst du dich aber meiner Meinung nach leider einem ungerechtfertigten Optimismus hin, selbst bei Blogs wie Mädchenmannschaft sehe ich manchmal Differenzfeminismus durchschimmern.

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