Bücher

Journal Donnerstag, 19. Februar 2015 – Lesenreden mit Pizza

Freitag, 20. Februar 2015

Morgens Bloggen statt Sport, zudem Pizzateig für die abendliche Leserunde bei mir angesetzt.

Bereits am Vormittag lichtete sich der kalte Hochnebel zu einem sonnigen, wenn auch weiterhin recht frischen Tag. Die Schneeinseln auf Straßen und Wiesen schmelzen nur zentimeterweise.

Abendliche Leserunde zu Uhlys Königreich der Dämmerung. Wir mochten den Roman, waren uns einig, dass Uhly fast alle Fallen vermieden hat, die das Thema Fiktionalisierung von Judenverfolgung und Nachkriegszeit aufstellt. Mir gefielen die sperrige Erzählstruktur, die die Aufmerksamkeit aufrecht erhält (Kapitel setzen immer wieder überraschend neu an, Erzählstränge wechseln ab, aber nicht unbedingt auf derselben Zeitebene), der historische Hintergrund (wenn auch in seiner Detailverliebtheit manchmal an Wikipedialiteratur grenzend), das Erbarmen für alle Figuren. Lediglich die Pathologisierung des SS-Monsters stieß mir auf: Der Nazihorror wurde eben nicht von Psychopathen ermöglicht, sondern von ganz normalen Spießern und Spießerinnen.

Den Mitlesenden war das Buch zu lang. Obwohl auch ich fand, dass die abschließende Berlinepisode gut streichbar gewesen wäre, stimmte ich nicht zu. Leseempfehlung.

(Beim Pizzaservieren passierte mir zum ersten Mal, dass ein Gast an Gluten erkrankt war und ihr Teller leer blieb. Ich konnte nur rasch ein Schälchen Nüsse füllen. Ich merke mir: Künftig immer etwas ohne Gluten und Laktose bereit halten. Fleischlose Alternativen verstehen sich ja inzwischen von selbst.)

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Fotos von Kühen am Strand.
“Portraits of South African cows on the daily pilgrimage to the beach”.

Ich misstraue zwar den 19. Jahrhundert-Tropenhelm-Anklängen von “Rimmer, who spent his youth in the Eastern Cape, explains that the Xhosa people have a deeply felt spiritual reverence for their cattle”, aber wenn man dasselbe von bayerischen Almerinnen sagen darf (that the Allgäu people have a deeply felt spiritual reverence for their cattle), und dabei die mir so vertrauten Bilder Kuh auf Almwiese sowie Almabtrieb vor Augen hat, geht’s wieder.

via @TravellerSam

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Viele wundervolle Fotos und ein Bericht von “Schneechaos in Istanbul”.

An Tagen wie heute wirkt das alte Istanbul plötzlich wieder wie hingezaubert an all die mystischen Orte, die wir von tausend Schwarzweißfotos kennen.

Bücher 2014

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Das war dann wohl das Jahr, in dem ich die wenigsten Bücher gelesen habe, seit ich lesen kann. Ich bin immer noch nicht draufgekommen warum.

Dies sind die Bücher, die ich ausgelesen habe, das ist schon mal ein Lob. Empfehlungen habe ich mit * markiert.

1 – Ian MacEwan, Sweet Tooth

2 – Barbara Vine, The Child’s Child

3 – Kressmann Taylor, Address Unknown

4 – Kate Chisholm, Fanny Burney: Her Life

5 – Meir Shalev, Ruth Achlama (Übers.), Im Haus der Großen Frau*
Viel Israel, indirekt aus der Gründungsphase, direkt bis heute. Seltsame Menschen, kindlicher Blick, zu einem nahegehenden Ganzen zusammengefügt.

6 – Granta 126, Do you remember

7 – Antoine Wilson, Panorama City

8 – Robert Sedlaczek, Die Tante Jolesch und ihre Zeit

9 – Haruki Murakami, Ursula Gräfe (Übers.), Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

10 – Lauren Beukes, Zoo City*
Auf angenehme Weise nicht-realistisch erzählt: In einem dystopischen Johannesburg bekommen Straftäter ein Tier zur Begleitung, mit dem sie einen Weg des Zusammenlebens finden müssen, das sie auch sofort als verurteilte Straftäter sichtbar macht. Hauptfigur Zizi ist ehemalige Journalistin, lebt zum Teil von ihrer Begabung, verlorene Dinge zu finden, zum Teil von Nigeria-Spam. Und sie hat ein Faultier am Hacken, weil sie den Tod ihres Bruders verursacht hat. Der Tonfall ist ziemlich hard boiled.

11 – Granta 125, After the War

12 – Batya Gur, Barbara Linner (Übers.), Denn die Seele ist in deiner Hand

13 – Granta 127, Japan

14 – Almudena Grandes, Roberto de Hollanda (Übers.), Das gefrorene Herz*
Habe ich hier ausführlich besprochen.

15 – Saša Stanišić, Vor dem Fest
(Ich weiß nicht, was mit mir nicht stimmt: Fand ich lediglich gut gemacht und interessant, keineswegs überragend.)

16 – Robert Seethaler, Der Trafikant

17 – Ronald Blythe, Akenfield*
Meine Empfehlung habe ich hier ausgeführt.

18 – Daniela Schreiter, Schattenspringer*
Daniela macht in Form einer auch heiteren Graphic Novel ein wenig nachvollziehbar, wie ein Mädchen mit Asperger-Syndrom aufwächst.

19 – Michael Chabon, The Amazing Adventures of Kavalier & Clay*
Fette und vielschichtige Geschichte um zwei junge Männer, Kusins aus Prag, im New York des Golden Age der Superheldencomics. Josef Kavalier ist gerade auf verschlungenen Wegen der Judenverfolgung in Europa entkommen, Sam Clay versucht schon seit einiger Zeit, ins Comicgeschäft einzusteigen. Wir haben gerissene Verleger, verzweifelte Ambitionen, Illusionskünstler, den Golem, Geldmangel, vor allem aber immer neue Superhelden mit immer neuen Abenteuern in immer neuen Zeichenstilen, alles in Wörtern erzählt: Michael Chabon schafft es, für eine Zeit, die eine unübersehbare Vielfalt an Comichelden hervorbrachte, ein paar weitere zu erfinden. Großartige Charaktere, fesselnder historischer Hintergrund, nicht nur für Comicfans. Wenn Chabon eine der vielen parallelen Handlungen weggelassen hätte (z.B. die Armeedetails), wäre der Roman perfekt.

20 – Tom Drury, The End of Vandalism

21 – Doris Lessing, The Summer Before the Dark*
Mein Favorit des Jahres, wenn auch schon recht alt (von 1973). Selbst mein Exemplar stand bereits 20 Jahre ungelesen im Regal, ich hatte es mir aus dem Stapel ausgemisteter Bücher einer Unikollegin genommen.

A woman stood on her back step, arms folded, waiting.
Thinking? She would not have said so. She was trying to catch hold of something, or to lay it bare so that she could look and define; for some time now she had been “trying on” ideas like so many dresses off a rack. She was letting words and phrases as worn as nursery rhymes slide through her tongue: for towards the crucial experiences custom allots certain attitudes, and they are pretty stereotyped. Ah yes, first love! … Growing up is bound to be painful! … My first child, you know … But I was in love! … Marriage is a compromise … I am not as young as I once was. Of course the choice of one rather than another of these time-honoured phrases has seldom to do with a personal feeling, but more likely your social setting, or the people you are with on an occasion.

Schon beim Lesen der ersten Sätze ging mir das Herz auf: Was konnte Lessing aber auch schreiben! Kate, eine gebildete Hausfrau Mitte 40, deren vier Kinder bereits groß sind, steht unvermutet vor einem Sommer für sich allein. Sie gibt dem Drängen ihres Manns nach, als Übersetzerin bei den Vereinten Nationen einzuspringen, wird dort schnell unersetzlich, übernimmt Managementaufgaben, es ergeben sich weitere Jobs und berufliche Reisen. Der Roman ist personal und streng aus dem Bewusstsein der Hauptperson erzählt, seine Faszination lebt von ihrer Sicht. Und diese ist nüchtern, lakonisch und offen zu gleich: Kate lässt sich in diesen Monaten in eine ganze Reihe alternativer Existenzen gleiten, testet sich in unterschiedlichsten Umgebungen aus. Doch nie werden explizite Schlüsse daraus gezogen, und auch die Ausgestaltung des Endes bleibt der Leserin überlassen.

22 – Donna Tartt, The Goldfinch*
Meine Begeisterung über den Roman und meinen Ärger über das Ende habe ich hier präzisiert.

23 – Pia Ziefle, Länger als sonst ist nicht für immer*
Auch Pias zweiten Roman habe ich sehr genossen. Ich las gespannt entlang der beiden großen Erzählstränge um Ira und die Bäckerin Evi, um Lew auf der Suche nach den Eltern, die ihn und seinen Bruder als Kind einfach im Stich ließen. Leise erzählt, mit einer sanften Heiterkeit, hinter der Schmerz liegt. Ich nahm mir viel mit aus dem Roman um die Liebe in Familien, die Wärme und Sicherheit bietet, aber auch eine Last sein kann. Um die Unmöglichkeit, diese Wurzeln schadlos zu kappen.
Und der Zuckerkuchen, den Pia ihrem Geschenk beilegte, war wirklich köstlich, großen Dank von Herzen für Buch und Gebäck.

24 – Granta 128, American Wild

25 – Harry Mulisch, Martina den Hertog-Vogt (Übers.), Die Entdeckung des Himmels*
Endlich mal Mulisch gelesen, vor Begeisterung gleich mal weitere auf meine Wunschliste gesetzt.
Ich mochte die beiden sperrigen Hauptfiguren, die innige Freundschaft zwischen den beiden Männern, die wahnwitzigen Geschichten über den halben Erdball, die sich von den 60ern bis zu den 80ern des 20. Jahrhunderts spannen. Gesellschaftliche und politische Entwicklungen in den Niederlanden und dem Rest der Welt bilden den Hintergrund der Handlung und beeinflussen ihn.

26 – Art Spiegelman, In the Shadow of no Towers

27 – Abasse Ndione, Margret Millischer (Übers.), Die Piroge

28 – Anne Wizorek, Weil ein #Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute*
Ausführlich hier besprochen.

29 – Laura Waco, Von Zuhause wird nichts erzählt*
Eine echte Entdeckung, angestoßen durch eine Mitleserin meines kleines Lesezirkels: Sie hatte die Verfilmung von Michael Verhoeven gesehen und las danach das Buch noch einmal.
Dieses Genre der künstlerischen Non-Fiction finde ich ohnehin hochspannend, es vermittelt in seiner Mischung aus Fakten und subjektiver Darstellung eine besondere Tiefe an Information, die ich auch an Blogs schätze.
Laura Waco erzählt eben doch von Zuhause, nämlich von dem Zuhause ihrer Kindheit: Ihre jüdischen Eltern hatten das Konzentrationslager überlebt, ließen sich erst in Freising bei München und dann in München selbst nieder. Aus unreflektierter, kindlicher Perspektive zeichnet Waco eine Welt, die mir neu war: Nicht sehr gebildete Überlebende der Shoa, schwankend zwischen Heimatverwurzelung, Abgrenzung, Auswanderungsplänen. Sehr bekannt war mir allerdings aus Erzählungen meiner Eltern das damalige Eltern-Kind-Verhältnis, geprägt von Willkür und Abwehr.
Diese Besprechung des Buches im Spiegel gefiel mir sehr.

30 – Granta 129, Fate

31 – Wolf Haas, Brennerova

32 – Christoph Ransmayr, Die letzte Welt

33 – Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur*
Auch wenn ich seinerzeit das Blog in Echtzeit las, war ich vom Buch gefangen und mitgenommen.

Journal Dienstag, 23. Dezember 2014 – Aufsetzen

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Sehr unruhige Nacht, vermutlich wegen Ersteinsatz Knirschschiene, sehr früh und benommen aufgewacht – und mich richtig gefreut, dass ich ins Krafttraining gehen konnte.

Am 23.12. um 7.30 Uhr immer noch acht Teilnehmerinnen, eine regelmäßige Mitturnerin hatte ihre urlaubende Zwillingsschwester dabei und erregte Aufsehen. Mich nochmal vom Vorturner liebevoll anpöbeln lassen, weil ich den letzten der drei Liegestütz-Blöcke mit Kniehilfe absolvierte.

Einkauf bei Verdi: So groß und vielfältig hatte ich das Angebot an Fisch und Fleisch noch nie gesehen. Bereits kurz nach neun standen Schlangen an den Theken. Gut, dass es auch den Pulpo von meiner Einkaufsliste gab, Beratung war nämlich vorübergehend aus: Die Kundin vor mir wollte nach ersten Bestellungen wissen: “Und dann hatten Sie dann mal so einen Fisch, der so aussah wie dieser, nur kleiner – ist das derselbe?” Antwort des Herren hinter der Theke: “Keine Ahnung. Ich helfe nur aus, der Meister ist gerade beim Frühstück.” Nicht dass ich bei dem großen Andrang eine Unterrichtstunde eingefordert hätte, aber da lagen wirklich spannende Fische auf Eis, die mir höchstens von Tierdokus bekannt vorkamen.

Am Fleisch hätte ich mich blöd kaufen können: U.a. Rinder-, Lamm, und Kalbsinnereien aller Art, Ochenschwanz, Kalbsbeinscheiben, Rinderbeinscheiben, sensationell gemusterte und dunkel abgehangene T-Bone-Steaks. Doch ich hielt mich an meinen Einkaufszettel und kaufte nur die Rindskutteln und Hohe Rippe für Suppe.

Daheim Kutteln aufgesetzt (mein Rezept für Kutteln römischer Art wollte, dass ich sie fünf Stunden mit ein wenig Wurzelgemüse in viel Salzwasser koche), gefrühstückt.

Nächstes Aufsetzen: Ein neuer Laptop, im Techniktagebuch beschrieben.
Der alte Rechner musste wirklich dringend ersetzt werden, er war mittlerweile so langsam, dass ich das Ladewindradl (Apples Pendant zur Sanduhr) bei praktisch jedem Schritt sah.

Bis ich allerdings all die Funktionen und Programme, mit denen mir Apple ungefragt helfen möchte und mir noch mehr Daten als ohnehin schon aus der Hand nimmt, gefunden und gelöscht habe, wird es noch einige Zeit dauern (iphoto habe ich schon mal rausgerupft).

Zuletzt setzte ich den Pulpo auf, nach der bewährten Methode: Topf Wasser zum Kochen bringen, Tintenfisch rein, Herdplatte ausschalten, drei Stunden warten. Ich richtete ihn mit Knoblauchscheibchen, grüner Spitzpaprika, Petersilie, Paprika (edelsüß und ein wenig de la vera scharf) und viel Olivenöl lauwarm an – köstlich (die Datteltomaten mussten weg).

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Dazu gab’s zwei aufgezeichnete Folgen Tatortreiniger.

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“In den Tiefen der Blogs” heißt eine Textsammlung, die Edition Barnimkante gestern als e-book veröffentlichte. Blogtexte, die nicht nur in Blogs gelesen werden sollen. Vielen Dank an Jana und Volker für Idee und Mühen.
Zwei Texte von mir sind auch dabei, vielleicht möchten Sie sich das Buch herunterladen – kost’ nix!

Journal Samstag, 1. November 2014 – Schwimmen und Lesen

Sonntag, 2. November 2014

Papierlektüre zum Morgenkaffee. Das jüngste SZ-Magazin hatte ein Philipp-Lahm-Interview zum Titelthema gemacht. Ja, ich weiß, dass das ein berühmter deutscher Fußballspieler ist, das gehört zur Allgemeinbildung. Obwohl mich das Thema überhaupt nicht interessierte, las ich rein: Gut gemachte Geschichten zeichnen sich ja dadurch aus, mich für ein Thema zu interessieren. Bis zur Hälfte drangeblieben bin ich allerdings aus Faszination an den spektakulär bescheuerten Fragen:

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Länderspiel in Februar 2004 gegen Kroatien? Ihre erste Ballberührung in der Nationalmannschaft war ein Fehlpass.
(…)
Versuchen Fußballspieler, sich vor jedem Spiel eine perfekte oder besonders schöne Spielsituation in Gedächtnis zu rufen, um sich so wie beim autogenen Training aufzubauen?
(…)
Bei der EM 2012 hat Bastian Schweinsteiger1 bemängelt, nicht alle Ersatzspieler hätten mitgefiebert. Spricht so etwas der Kapitän an oder macht das der Trainer?

Wenn das rauskommt, wenn man Fußballkundige Interviews mit Fußballstars führen lässt, bitte ich fürs nächste Mal um so fußballferne Interviewende wie möglich. (Meine Kontaktdaten stehen hier.)

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Das Wetter war so wundervoll, dass ich meine geplante Schwimmrunde nicht im Drinnen drehen wollte. Die Freibäder sind natürlich schon lange geschlossen, doch München bietet ja den Luxus eines Winterfreibads, sogar mit 50-Meter-Becken: Das Dantebad. Gestern war mir das die 7,80 Euro Eintrittsgeld wert. Da das Buch von Laura Waco, das ist zuletzt las, zum größten Teil in exakt dieser Gegend spielt (Borstei, Dantebad), hatte ich eh in letzter Zeit oft daran gedacht.

Das Hinradeln war wundervoll, doch dann folgten 75 Minuten Kampfschwimmen. Das Dantebad widmet eine seiner drei Schwimmerbahnen den Rückenschwimmern, also hatte ich angenommen, die anderen beiden Bahnen seien frei von Rückenschwimmerinnen. Irrtum: 50 Prozent schwammen Rücken, außerdem war ständig Schwimmspielzeug im Einsatz. Ein scharfkantiges Handpaddel auf der Nachbarbahn schrammte mir einen roten Striemen in den Oberschenkel.

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Im sonnigen Wohnzimmer Laura Waco, Von Zuhause wird nichts erzählt für meine Leserunde fertig gelesen.

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Schaufensterbummel zur blauen Stunde durch die Sendlinger Straße und die Theatinerstraße – alle paar Jahre habe ich Lust darauf. Aber eben nur alle paar Jahre, und so kenne ich die Shoppinggegend östlich von meiner Wohnung wenig. Ich sah Geschäfte ihre Schließung ankündigen, von deren Existenz ich nicht mal wusste, obwohl ich nur 500 Meter entfernt wohne.

Die Touristen saßen auch bei Dunkelheit noch tapfer in den Straßencafés auf dem Marienplatz und der Theatinerstraße.

Dass so viele Menschen vor dem geschlossenen Apple Schtore rumlungerten – stehend, auf dem Boden sitzend oder kauernd – und mit ihren Smartphone beschäftigt waren: Gibt’s da ein offenes W-LAN? (Ich war ohne Telefon unterwegs und konnte nicht nachsehen.)

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Mir ist schon klar, dass vier Tage Strohsingleleben sich nicht mit dauerhaftem Alleinleben vergleichen lassen. Aber die Erklärung fürs Niekochen “ach, für mich allein habe ich keine Lust” fällt mir schon schwer zu verstehen. Vielleicht liegt der Unterschied in der großen Freude, die mir ganz persönlich gutes Essen bereitet? Und die Niekocherinnen nicht kennen?

Zum Nachschwimmfrühstück bereitete ich mir Guacamole zu (beim Verdi war ich an einer reifen Avocado vorbeigekommen), dazu gab’s das letzte Eck des Mittwoch aufgetauten Viertels Frankenlaib von letztem Sonntag, außerdem Kaymak (also streichfähige Sahne, gerne verglichen mit clotted cream) mit Apfelmarmelade. Der Kaymak von Gazi enthält allerlei Stabilisatoren, kennt jemand einen Hersteller, der darauf verzichtet?

Und zum Abendbrot schnippelte ich mir Ofengemüse, dazu Couscous und Feta. Die zweite Hälfte nehme ich mir Montag als Brotzeit mit in die Arbeit.

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Allerdings gebe ich zu: Lebte ich dauerhaft allein, probierte ich wahrscheinlich seltener neue Rezepte aus. Und lernte dadurch weniger dazu.

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Zum Ofengemüse gab’s Tagesschau und den Schrecken, Recht gehabt zu haben:
Letzte Woche hatte ich dem wehrlosen Werkstudenten (natürlich kann ich mir auch als Sekretärin nicht die PR-Kriegsgeschichten verkneifen) Vorträge über die möglichen Auswirkungen des Veranstaltungstitels “Hooligans gegen Salafisten” gehalten: Auch wenn an den Krawallen und Attacken vergangenes Wochenende kein Salafist weit und breit beteiligt war, würde es irgendwann heißen, es habe sich um Gewalt zwischen Rechten und Salafisten gehandelt.

Dass das so schnell passieren würde, hätte ich nicht prognostiziert.
Schon gestern zitierte die 20-Uhr-Tagesschau in einem Beitrag über Bundespräsident Gauck eben diesen Herrn in indirekter Rede, er sei besorgt über “Straßenschlachten zwischen Salafisten und Hooligans”. Da waren keine Salafisten!

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Bizarritäten: HilliKnixibix twitterte

Capture

Und schlagartig fiel mir ein, wie ich vor längerer Zeit in der Umkleide des Olympiabads beim Haarefönen ein kleines, unauffälliges Fotoshooting beobachtet hatte und noch dachte: “Wenn’s nicht extrem unwahrscheinlich wäre, hielte ich die abgelichtete Dame für Frau Almsick.” Sie war’s wohl tatsächlich.

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Am Fernsehprogramm hängen geblieben, weil Pro7 überraschend Alice in Wonderland von Tim Burton zeigte und ich den endlich nachholen konnte. Gefiel mir, enttäuscht war ich allerdings von der Musik: Danny Elfman hatte wohl keine Lust und klaute lediglich ein bisschen von sich selbst.

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Die New York Times portraitiert Menschen, die in einer Ebola-Station in Liberia arbeiten. Heldentum ist ein belasteter Begriff, hier aber vielleicht doch mal angebracht.
“Braving Ebola. Portraits of those who labor and those who survived at an Ebola treatment center in rural Liberia.”

  1. Ja, ich weiß, dass auch dieser ein berühmter deutscher Fußballspieler ist. []

Anne Wizorek, Weil ein #Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute

Sonntag, 26. Oktober 2014

tl;dr – Endlich!

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Nachtrag: Jetzt auch mit Blog zum Buch.

Als Anfang vergangenen Jahres die Diskussionswelle um #aufschrei anschwoll, wagte ich bald zu hoffen, dass dies nun endlich wirklich echt ehrlich den Feminismus zum gesellschaftlichen Thema machen könnte. Ihn rausholen aus der Ecke, die in den etablierten Medien allerhöchstens zu etwas altmodischen Schlammcatch-Shows um Alice Schwarzer diente, ansonsten aber zur gegenseitigen Versicherung, man sei ja keine Feministin, denn man sei ja gerne eine Frau / habe nichts gegen Männer / es gebe schließlich Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Und all so geschah es.

Meine Mutter hat mich als Feministin erzogen: Von klein auf brachte sie mir bei, Geschlechtsstereotypen nicht einfach gelten zu lassen. Ich hörte sie die Hausmeisterin zurechtweisen: “Warum darf ein Mädchen das nicht?”, wenn diese blöde Kommentare zu meiner Baumkletterei machte. Wuchs damit auf, dass mein Bruder ebenso Putzen und Bügeln beigebracht bekam wie ich (und es sogar mit deutlich weniger bockigem Unwillen tat als ich). Hörte meine eigentlich religiöse Mutter konsequent die frauenfeindliche Haltung der katholischen Kirche kritisieren. Wie fortschrittlich Mama Kaltmamsell damit vor allem in ihrer Arbeiter- und Kleinbürgerumgebung war, konnte ich erst sehr viel später einschätzen.

Das setzte ich im Gymnasium konsequent um: Wenn ein Lehrer es für eine gute Idee hielt, eine Biostunde über Nahrungsmittelgifte mit “Das wird jetzt die Mädchen und künftigen Hausfrauen besonders interessieren” einzuleiten, hatte er umgehend eine Diskussion mit mir über diese Rollenzuweisung am Hals. Den lieben, gütigen, lustigen Herrn Graßl brachte ich angeblich wirklich zum Nachdenken (erzählte er zumindest laut meiner Mutter in einer Elternsprechstunde): Er hatte vor sich hingescherzt und -geprustet über diese Frauen, die mit dem Gesetzbuch zur Gleichberechtigung wedelten, während ihnen auf dem Herd ihr Essen verbrenne. Und ich hatte sofort gefragt, warum das denn bitte nur “ihr Essen” sein soll.

Es muss in der 11. Klassen gewesen sein, als ich die Früchte dieses konsequenten Gemeckers erntete (so kennt und fürchtet man uns Feministinnen ja, gell – als Dauermeckerinnen): Im Unterricht fiel wieder eine frauenfeindliche Bemerkung, und zwei Drittel der Klasse drehten sich sofort zu mir um (ich saß rechts im hinteren Drittel des Klassenzimmers). Diese zwei Drittel feixten und freuten sich darauf, dass es jetzt gleich wieder Rabatz geben würde, doch ich registrierte in erster Linie: Sie haben’s begriffen. Sie merken selbst, dass das sexistisch war und sehr wahrscheinlich die Feministin vom Dienst etwas dagegen einwenden wird.

Ähnlich sehe ich derzeit den ersten Erfolg der neu belebten Sexismusdebatte: Es werden weiter sexistische Bemerkungen gesagt und geschrieben, aber auffallend häufig mit einem “aber das darf man heute ja gar nicht mehr sagen” – noch beharren sie auf ihrem Recht auf Sexismus, bemerken ihn aber zumindest.

Damals vor anderthalb Jahren war auch ich überwältigt von der Tragweite von #aufschrei. Und schwerst beeindruckt, dass Anne Wizorek sich damit und dafür als Person sichtbar machte und sich zu einer Teilnahme an der Fernseh-Talkshow von Günther Jauch bereit erklärte – sie war schließlich nicht erst seit gestern mit dem Thema Feminismus unterwegs und wusste, dass sie damit zur Zielscheibe unvorstellbarer Niedertracht und Gemeinheit aus allen Rohren würde. Und dann war ihr Auftritt auch noch unglaublich souverän, inhaltlich wie persönlich. Bis heute möchte ich regelmäßig eine Runde Konfetti über Anne werfen, wenn sie mal wieder Interviews gibt und die immer gleichen anti-feministischen Fragen und Angriffe ruhig und groß beantwortet. (Unter anderem weil ich selbst schon lange nicht mehr wie noch als Schülerin beim Registrieren von Sexismus automatisch die Hand hebe und protestiere, sondern überdrüssig und müde geworden bin.)

Jetzt hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie diese versprengten Ansätze und Argumente bündelt, den heutigen Stand des Feminismus aus ihrer Sicht festhält: Weil ein #Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute. Und es war wirklich sowas von Zeit für dieses Buch. Seit ich Jessica Valentis Full Frontal Feminism verschlungen habe (meine Güte, das ist schon sieben Jahre her?), fühlte ich schmerzhaft die Lücke, die Anne jetzt geschlossen hat – deutlich und explizit beeinflusst von Valenti und den US-Feministinnen um feministing.com und in anderen Blogs, gleichzeitig aber ganz klar verortet im Hier (Deutschland Ost und West, mit globaler Anbindung über das Internet) und Jetzt (third wave feminism).

Und das hat sie so frisch und zugänglich gemacht, dass ich die Hoffnung wage, in absehbarer Zeit könnte der deutsche Feminismus nicht mehr einzig und allein Alice Schwarzer (in Person und ihrer Generation) zugeordnet werden. Anne Wizorek präsentiert die heutige Generation von Feministinnen da draußen im echten Leben. Also auch abseits der akademischen Diskussion – die es unbedingt ganz dringend braucht, die aber nun mal leicht ausgrenzend wirkt. Der Feminismus, den Anne schildert und für den sie sich einsetzt, ist ein einschließender.

Dieser Feminismus berücksichtigt mehr als je zuvor alle Frauen, nicht nur implizit die weiße, gebildete Mittel- und Oberschicht der vorherigen feministischen Ansätze. Er schließt die Anliegen unter anderem von LGBTQI ein, Nicht-Weißer, Behinderter – kurz Mehrfachdiskriminierung. Und er wirbt in allen Nuancen um Männer als Verbündete, sei es mit dem Appell an Eigennutz (auch Ihr werdet durch Geschlechterstereotypen eingeschränkt!) oder an Gerechtigkeitssinn (Ihr könnt doch da nicht einfach zusehen!). Zentrale Aufforderung ist: Zuhören! Und das gilt selbstverständlich auch für Feministinnen. Meine Beispiele (nicht die von Anne): Kopftuch-tragende Musliminnen nicht stereotyp zu Opfern erklären, sondern mit ihnen reden, ihnen zuhören, ihre Anliegen verstehen. Sex-Workerinnen nicht aus der Porno- und Prostitutionsdebatte ausschließen, sondern… genau: Mit ihnen reden, ihnen zuhören, ihre Anliegen unterstützen. Aus dem Behindertenaktivismus kenne ich den Slogan: No discussion about us without us.

Ich fand besonders interessant, welche Themen Anne Wizorek in ihrem Buch in den Mittelpunkt stellt – also aus den unzähligen feministischen Themen priorisiert:

In Teil 1 greift Anne tagesaktuelle Diskussionen auf, angefangen vom Mythen und Missverständnissen zu Feminismus über Geschlechterquote, Pille danach, Unterdrückung durch Schönheitsideal1, die Wertung von care work bis zu LGBTQI-Rechten.

Teil 2 dreht sich dann konkret um den Fall #aufschrei: Wie es dazu kam, wie er verlief, was daraus geworden ist. Einen Kampf allerdings hat sie wohl leider verloren: Wir alle Beteiligten können noch so oft wiederholen, dass die Veröffentlichung des Brüderle-Artikels NICHT der Anlass für #aufschrei war. Erst letzte Woche erklärte die SZ das Phänomen Hashtag, nannte als ein Beispiel #aufschrei (gut!) und erklärte ihn – mit dem Brüderle-Vorfall. Als Nebenfachhistorikerin weiß ich: History is what came down to posterity. Und wenn sich die posterity einig ist, dass genau das die Kausalität war, ist das halt die historische Wahrheit.
Das zweite Kapitel nutzt Anne auch für einen kurzen geschichtlichen Abriss des Feminismus (immer mal praktisch zum Nachschlagen) und um die Rolle des Internets für den heutigen Feminismus zu erklären. Auch hier war ich von ihrer Klarheit und ihrer Professionalität beeindruckt: Aktivismus hat wirklich eine beachtliche Entwicklung durchgemacht, keine Sprecherin für ein Anliegen bildet sich mehr ein, er reiche, dieses Anliegen aus tiefstem Herzen zu vertreten. So ließ sich Anne zum Beispiel auf ihren Auftritt bei Jauch von zwei Fernseh-geübten Feministinnenfreundinnen an der US-Ostküste, Deanna Zant und Jaclyn Friedman, über Google Hangout vorbereiten und auch mit frischem Zahlenmaterial versorgen. Was wiederum nur ein Beispiel für den Community-Effekt des Internets auch beim Thema Feminismus ist.

Das Leben und Diskutieren im Internet wirkt sich auch auf die Form von Annes Buch aus: Gleich in der Einleitung thematisiert sie, wie sehr sich das Schreiben für ein gedrucktes Buch von dem im Web unterscheidet. Im Web belegen wir Verweise durch Hyperlinks, illustrieren Stimmungen durch Bilder – Anne besonders gern und pointiert durch GIFs. Und wie schon in Anke Gröners Buch Nudeldicke Deern wirkt sich das in Hunderten von Fußnoten aus: Es würde sich wie unseriöses Rumbehaupten anfühlen, Argumente, Zitate, Verweise nicht nachprüfbar zu belegen.

Zum Schluss gibt es auch noch einen Serviceteil mit Erklärung von Schlüsselbegriffen sowie Lese- und Hörtipps.

Ich bin ungeheuer gespannt, wie es nun weitergeht – und wünsche Anne und allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern genug Souveränität und Energie, gegen Niedertracht, Unsachlichkeit und Diffamierung durchzuhalten.

Zur Einstimmung zwei Interviews mit Anne Wizorek:

1 – Im Stern: “Die Erkenntnis aus #aufschrei? ‘Sexismus existiert'”.
(Lieblingssatz: “Ich glaube nicht, dass ich Ihnen eine Betriebsanleitung fürs Mannsein liefern muss.”)

2 – In Wired: “Aktivistin Anne Wizorek im Interview: ‘Der Weg zu Gleichberechtigung ist eben unbequem'”.

  1. Hier zitiert Anne mich, und ich habe immer noch rote Ohren vor Stolz darauf. Dass nur zwei Seiten vorher Anke Gröner zitiert wird – macht das Anke und mich zu sowas wie Druckerschwärzeschwestern? []

Journal Montag, 13. Oktober 2014 – neue Nachbarschaft

Dienstag, 14. Oktober 2014

Morgentliches Strampeln auf dem Crosstrainer, das Lilarosa der Sonnenaufgangswolken in den Fenstern des Instituts gespiegelt, die meinen Fenstern gegenüber liegen.

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Arbeitslast entzerrt genug, dass ich eine richtige Mittagspause machen konnte, den Ernteanteilfenchel mit Orangen zu Salat schnippeln, Manouri drüberkrümeln.

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Nun wohnen wir hier mehr als 15 Jahre und hatten ein ideales Auskommen mit den Nachbarn: Man ließ einander in Ruhe, bei den seltenen Begegnungen grüßte man freundlich, in ganz seltenen Fällen kam es zu ein wenig Small Talk. Dieses Ideal habe ich möglicherweise zerstört.

Als mir die Idee einfiel, mich mit ein paar Kekslein aus der neuen Küche für das Ertragen des Baulärms zu bedanken, hatte ich noch überlegt, ob ich auf dem angehängten Zettel meine E-Mail-Adresse hinterlassen sollte: Mir war bewusst, dass einige Beschenkte sich würden wiederum bedanken wollen. Ich verwarf den Gedanken, weil das wie eine Aufforderung hätte wirken können.

Mit dem Bedürfnis nach Rückmeldung hatte ich allerdings recht: Gestern lag in unserem Briefkasten eine selbst gemachte Postkarte mit einem handschriftlichen Dank, der auf hohes Alter schließen ließ (ich bin in diesen 15 Jahren keineswegs allen 15 Parteien im Haus persönlich begegnet), außerdem ein ausgedruckter Brief eines Nachbarpaars mit nicht nur Dank, sondern einer Essenseinladung für November. Das habe ich nun davon.

Ich versuche das als großes Abenteuer zu sehen, öfter mal was Neues etc. pp. Nur rumort es in meinem Gemüt: Freunde aus dem, im und übers Internet haben ja den Kern ständiger Freiwilligkeit – das Band ist lose, man muss regelmäßigen zupfen, um es für beide Seiten spürbar zu machen, die Verbindung ist immer mit Willen und Aktion verbunden. Dafür reicht ein reines Unterlassen von Kontaktieren und Aktion für einen geordneten und höflichen Rückzug ohne größere Schmerzen.
Eine Nachbarschaft aber bleibt, bis dass ein Umzug uns scheidet. (Nachtrag: Wobei in diesem Haus ja sogar weniger weggezogen wird als eher weggestorben – so lange wohnen die Leute hier.) Man ist greifbar und physisch nahe – für mich eigentlich nicht die ideale Grundlage menschlicher Interaktion.

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Abends Leserunde zu Abasse Ndione, Margret Millischer (Übers.), Die Piroge. Sehr unterschiedliche Reaktionen auf dieselben Facetten des Texts. Das ungelenke, aufgesetzte und flache Erzählen ohne Figurenführung mochten die einen, die anderen (ich) sprachen ihm jede Literarizität ab. Wir waren uns allerdings einig, dass der deutsche Untertitel “Roman” ein Missgriff ist. Und freuten uns alle über die Kürze des Texts.

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Den ganzen Tag über war es mild und wolkig, wurde aber kühler. Beim Heimradeln von der Abendverabredung regnete es sanft.

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Pia Ziefle war zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse und begegnete nicht nur sich selbst in Großformat am Arche-Stand:
“Buchmessereise”.

Journal Montag/Dienstag, 6./7. Oktober 2014 – Mama wird 70

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Meine Mutter wurde 70 – ein seltsames Gefühl. Möglicherweise sogar seltsamer als mein eigener 50. Geburtstag in knapp drei Jahren.

Meine Mutter war immer jung, allerhöchstens mal im mittleren Alter. Aber alt? Doch nicht meine Mutter!

Abends gab’s im Familienkreis Fondue, mit allen familientraditionellen Sößchen (große Feier mit Landhausmode ist am Freitag).

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Am nächsten Morgen viel zu früh am zentralsten Bahnhof meiner Geburtsstadt gestanden.

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Zwei Tage lang brutal viel Arbeit – was in diesem kleinen Büro unter anderem dazu führt, dass ich mich neun Stunden praktisch überhaupt nicht bewege und nur sitze, außer aufs Klo zu gehen oder Wasser zu holen. Ich weiß nicht, wann ich mich zuletzt stundenlang so wenig bewegt habe. Bei Filmmarathons im Kino (3 x Back to the Future, 24 Stunden Star Trek)?

Vorm Fenster wurde über die zwei Tage das Oktifest 2 abgebaut. Jetzt nervt uns wieder die Laubbläserin statt Hossa!, Du kannst nicht immer 17 sein, Skiiiiifoan!

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Zumindest gestern konnte ich mittags kurz raus und einkaufen und wurde von einem sonnigen, sehr warmen Tag überrascht. Weather 2014 – you’re drunk.

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Jedes einzelne Bild, jedes einzelne GIF ein Treffer (mein Liebling ist 19.):
“25 Things That Happen When You Talk About Feminism On The Internet”.

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Angela Leinen hat den neuesten Roman von Paulo Coelho gelesen und beschreibt ihn nachvollziehbar anhand der Leitfrage: Warum sind Coelhos Bücher so erfolgreich?
“Lebenshilfe, als Belletristik getarnt”.

Interessantes Recherchenebenergebnis (und ewiger Streipunkt unter Übersetzerinnen):

Die Informationen über das politische System der Schweiz, die Coelho in “Untreue” eingebaut hat, waren im Original übrigens völlig falsch und wurden erst nach Übersetzung ins Deutsche vom Lektorat korrigiert.