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Journal Dienstag, 14. Juli 2026 – Tag mit drei Wettern

Mittwoch, 15. Juli 2026

1) sonniger Sommermorgen, 2) Regentag, 3) schwüler Sommerabend.

Gut geschlafen (ich muss extrem schnell eingeschlafen sein, denn nach Lichtaus kurz vor zehn kann ich mich nicht an die zehn Glockenschläge vom Turm St. Matthäus erinnern), selbst als ich kurz vor fünf aufwachte, holte ich bis extrafrühes Weckerklingeln nochmal Einschlafen raus. Munter sprang ich aus dem Bett für einen Lerchenlauf – es wird wohl der drittletzte sein, denn dann Urlaub, und Mitte August ist es vor der Arbeit bereits zu dunkel. Dieses Jahr fühle ich mich unterlerchenlaufen, ich werde am Ende der Saison nicht auf meine Kosten gekommen sein.1

Zur Abwechlung nahm ich die westliche Route über den Flauchersteg. Besonders freute ich mich über das Gefühl von Körpertüchtigkeit: Schnaufen, Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft, Laune – alles stand mir zur Verfügung. Und ich schau halt jetzt, dass ich wirklich die Füße beim Laufen ein bisschen mehr hebe. (Die mittlerweile konsultierte Orthopädin hatte mich gründlich angefasst und einen Zusammenhang zwischen meinem Stolpern/Stürzen und LWS-Problemen ausgeschlossen. Sie vermutete eher zu selten neue Laufschuhe (DIE SIND ABER NOCH GUT!) und schludrigen Laufstil, empfahl Laufanalyse, evtl. Einzeltraining.)

Chronistinnenpflicht: Diese Hauswand am Westermühlbach sah ich zum ersten Mal ohne Graffiti. Kann schon morgen wieder vorbei sein.

Flaucherpracht

Meine liebste Art von Laufweg, schattig, schmal und federnd.

Alter Südfriedhof

Als ich mich daheim nach dem Duschen schminkte, klang es vom Innenhof wie Regen. Was ja wohl nicht sein konnte, siehe Fotos oben. Konnte es aber doch, der eine oder andere Tropfen erwischte mich auch auf dem Weg in die Arbeit (wieder durch zwei Stationen U-Bahn-Fahrt beschleunigt). Trotzdem hatte ich die Wohnung gegen Sonnenbeheizung abgesichert.

Das Wetter packte nach und nach Gewitter aus, als Untermalung einer sehr großen Online-Besprechung rumpelte und donnerte es ganz klassisch überm Bürohaus. Regen gab’s auch, zunächst allerdings eher unentschlossen mal mehr mal weniger. Außer auf meiner Wetter-App, die München hartnäckig als trocken anzeigte.

Unterm Schirm spazierte ich ins Westend für meinen Mittagscappuccino, es war eigentlich frisch genug für eine Jacke – die ich in Erwartung eines Hochsommertags nicht dabei hatte. Kurz nach Mittagessen (Rest Honigmelone, Skyjoli) verzogen sich Regen und Wolken, Sonne und blauer Himmel passten wieder zu meinem Sommerkleid.

Nach Feierabend war es auch sommerlich warm bis heiß geworden, doch ich genoss den Heimweg.

Zu Hause durfte ich mir ein Abendessen von Herrn Kaltmamsell wünschen, er stellte ein paar Möglichkeiten zur Auswahl.

Es wurden Tagliatelle carbonara – als Basis, unter die gebratene Ernteanteil-Zucchini gemischt wurden. Gute Idee.

Am Ende der Tageshelle zog der Himmel wieder gewittrig zu.

Im Bett freute ich mich an der Lektüre von Zadie Smiths On Beauty – aus einer Zeit, als sie sich fast noch nix schiss, ihre Figuren Einsichten formulieren ließ, die ihre Autorin in diesem Alter doch eigentlich noch nicht wissen konnte (Smith war noch keine 30, als sie es schrieb), die mit Sprache fröhlich einfach machte, was sie wollte, zum Beispiel mit “His well-madeness as a human being”. Das war noch ganz auf der Linie ihres sehr frühen Erfolgs White Teeth, hat sich inzwischen aber in einer Befangenheit verloren, die ich als Preis für mehr Wissen und mehr Erfahrung mit dem Altern nachvollziehen kann.

§

Damit möglichst wenige hinterher sagen können, man habe sie nicht gefragt, hier eine Online-Umfrage:
“Öffentlichkeitsbeteiligung zum nationalen Energie- und Klimaplan Deutschlands (NECP)Eine Befragung im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie”.

Ich bin sicher, auch Sie haben eine Meinung – geben Sie diese doch Katherina Reiche durch!
(Die Fragen gehen ziemlich tief – und das gesamte Befragungsdesign kommt mir eher unwissenschaftlich vor. Aber hey: Sie fragen!)

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Hatte auch ich mich schon mehrfach gewundert: Wieso ist eigentlich Nokia verschwunden? (tl;dr: Multitouch)
“Nokia’s 14 Years of Mobile-Phone Supremacy Ended in an Afternoon”.
via @wurzelmann

(Damit, liebe Kinder, haben wir einst mobil getwittert: SMS an eine Mobilnummer, erst an eine in den USA, teuer, dann gab es endlich auch eine deutsche. SMS verursachte auch die ursprüngliche Zeichenbegrenzung von Twitter auf 140, so blieben 20 Zeichen für den Benutzernamen. Wenig macht mich älter als dieses Wissen aus erster Hand.)

Aus dem Artikel lernte ich unter anderem, dass es Nokia durchaus noch gibt: Das Unternehmen verkauft Telekommunikation-Infrastruktur, zum Beispiel für 5G-Netze.

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Wie Steptanz heute (auch) aussieht.

Hier dieselbe Tänzerin etwas konventioneller (dadrauf habe ich mal Chachacha getanzt!).

  1. Futur II in freier Wildbahn, bitteschön. []

Journal Samstag, 11. Juli 2026 – Ausruh-Samstag (“Meine Hobbys sind Lesen und Schwimmen”)

Sonntag, 12. Juli 2026

Re: Überschrift – ich bin mir ziemlich sicher, dass ich vor 50 Jahren die Frage nach meinen Hobbys so beantwortet habe. Und mich offensichtlich seither nicht weiterentwickelt.

Mittelgut (der Alkohol) und nicht so lang wie ersehnt geschlafen, leicht verkatert aufgestanden.

Trotz langer Ärmel und Hosenbeine fröstelnder Balkonkaffee – gut so! Auch für die kommende Woche ist Hochsommer mit Tageshitze, aber nächtlicher Kühle angekündigt, das ließe sich gut aushalten.

Eher früh für einen Samstag brach ich zu meiner Schwimmrunde im Dantebad auf. Ins Becken ließ ich mich bei angezeigten 24 Grad im Schatten herab. Die Bahnen waren mittelrege genutzt, wir kamen gut miteinander aus. Nach ein paar hundert Metern wurde ich ruhig, die 3.200 Meter machten Spaß.

Danach war es unter nahezu wolkenlosem Himmel ein paar Grad wärmer geworden, ich legte mich geduscht und neu sonnengecremt in die Sonne und hörte Musik.

Oben.

Unten.

Da keinerlei Wind ging, wurde mir bald zu heiß.

Rückweg von roter Ampel zu roter Ampel – nervig, aber zumindest regte ich mich dadurch nicht über den Longboard-Fahrer auf, der auf den eh schon schmalen Radwegen und
-spuren an der Dachauer Straße, Seidlstraße, Paul-Heyse-Straße zwischen den Radler*innen kurvte.

Frühstück um halb drei: Ein Teller spanische Ochsenherz-Tomaten, ein paar frische Salzgürkchen (Herr Kaltmamsell hatte am Freitag neue angesetzt), Roggenvollkornbrot mit Tomate, dann noch eine Aprikose und reichlich Kirschen – ich liebe Sommer einfach schon wegen des saisonalen Obsts und Gemüses.

Fürs Zeitunglesen war ich jetzt zu müde und legt mich zu einer Siesta hin. Gerechnet hatte ich mit einem cat nap, doch ich schlief eine Stunde tief ein. Danach war ich erstmal benommen, aber das hatte es wohl gebraucht.

Zeitunglesen auf dem Balkon, mit herabgelassener Markise war die Temperatur wunderbar. Eine Runde Yoga, anstrengend.

Herr Kaltmamsell war aushäusig auf einer Gartenparty eingeladen, und das kommt dabei heraus, wenn ich mir selbst ein Samstagabendessen zubereite:

Reichlich Ernteanteil-Mangold mit Knoblauch gebraten, dazu Beluga-Linsen (eh klar) und Joghurt. Klingt vielleicht frugal, schmeckte aber hervorragend. Nachtisch 1: Lidl-Eis, ich hatte die Sorte Zimtschnecke mitgebracht, weil ich mir nichts darunter vorstellen konnte. Ergebnis: Joah, die Zimtschnecken sind in Form von Mini-Gebäckchen (Durchmesser ca. 4 mm) ins Eis eingearbeitet und kauen sich eher zäh, nicht mein Lieblingseis. Nachtisch 2: Schokolade.

In später Dämmerung nach Fledermäusen Ausschau gehalten – reichliche Sichtung, so schön!

Im Bett neue Lektüre: Immer wieder wünsche ich mir bei der Erinnerung an ein Lesevergnügen, das Buch nochmal zu lesen – habe das aber seit vielen Jahren doch nicht mehr gemacht. On Beauty von Zadie Smith hatte ich gleich bei Erscheinen 2005 gelesen, seither immer wieder daran gedacht, es vor über einem Jahr zum Wiederlesen rausgelegt. Gestern fing ich es tatsächlich an. Allerdings nicht das vorhandene Papierbuch: Lesen physischer Bücher finde ich immer beschwerlicher, und dann auch noch eines so dicken… Ich hatte nur mal geguckt, was das E-Book kostet, und für nur vier Euro war die Entscheidung leicht. Subjektive Bequemlichkeit siegt bei mir über Liebe zu Druckereien und Buchläden.

Und dann vergnügte mich die Lektüre auch gleich, schon 2005 startet der Roman mit E-Mails, die schön indirekt erste Informationen vermitteln.

§

“KI” hat die Betrugsmöglichkeiten bei Prüfungen sprunghaft erweitert. Schulen und Universitäten war das sofort klar, sie sind immer noch dabei, einen Umgang damit zu finden (im bayerischen Abitur 2026 mit Vorsichtsmaßnahmen, die sich fast schon apokalyptisch lasen).

Georg Passig ist Professor an der Technischen Hochschule Ingolstadt – und extrem bastelfreudiger Ingenieur. Er erzählt im Techniktagebuch von seinen Überlegungen, dass im Grunde Sendequellen im Prüfungsraum augespürt werden müssen. Was er bereits testet.
“Juli 2026
Mit dem Spectrum Analyzer durch die Prüfungen”.

(Große Liebe für die Schlusssätze.)

Journal Sonntag, 5. Juli 2026 – #WMDEDGT

Montag, 6. Juli 2026

Heute ist wieder der Ja-jetzt-ist-das-langweilig.-Aber-in-20-Jahren!-Tag der Tagebuchbloggerei: Frau Brüllen fragt “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? #WMDEDGT” und sammelt die Antworten, für Juli hier.

ENDLICH mal wieder richtig gut geschlafen, unterbrochen von nur einem Klogang um halb drei – und dann bis fast sieben durch.

Wieder ein sehr kühler Balkonkaffee, ich wärmte mich mit Strickjacke und anschließendem Ingwertee.

Das verunsicherte mich bei der Wahl meiner Kleidung für die Laufrunde an der Isar. Letztendlich verließ ich mich auf die wärmende Bewegung.

Das erwies sich schon beim Radeln zum Friedensengel als die richtige Entscheidung.

Loslaufen dann tatsächlich mit einem etwas mulmigen Gefühl, ob ich auch nicht wieder stolpern und stürzen würde (ich nenne das nicht Angst, Angst sind die Wellen und Strudel, die mich nachts wach halten). Ich versuchte dran zu denken, wirklich auf den Boden vor mir zu schauen und die Füße zu heben. Aber letztendlich konnte ich doch locker laufen, hatte Spaß und freute mich über meinen funktionierenden Körper.

Auf der Höhe Unterföhring spritzten mich ein paar Regentropfen an.

Das Gewitter vergangenen Montag hatte an den nördlichen Isarauen heftige Schäden hinterlassen: Viele mächtige Bäume lagen in Stücke zersägt am Wegesrand, ich sah die Bruchspuren oder wie hier im Wasser riesige abgebrochene Äste.

Biologiestunde mit der App Flora incognita gestern:

Nesselblättrige Glockenblume (bereits meine dritte Glockenblumen-Variante)

Jakobs-Greiskraut

Gewöhnliche Waldrebe

Gewöhnliches Leinkraut

Gewöhnlicher Dost

Immer wenn die Flora-incognita-Bestimmung das Attribut „gewöhnlich“ ergibt, raune ich der Pflanze zu: „Nichts an dir ist gewöhnlich, meine Schöne, du Juwel!“ Und halte ihr zum Beweis das Foto hin, das ich von ihr gemacht habe.

Daheim gründliche Körperpflege inklusive Bein-Peeling und Fußpflege, dann Zubereitung des Desserts fürs Abendessen (Schokoladenpudding mit darin geschmolzener Schokolade, untergehobene geschlagene Sahne würde daraus Schokoladenspeise ergeben), gegen zwei Uhr gab es zum Frühstück eine Körnersemmel mit Jamón serrano und eine halbe (reife!) Netzmelone.

Nachmittags war es mir für Lesen auf dem windigen Balkon tatsächlich zu frisch – ich las drinnen weiter, restliche Wochenendzeitung.

Ein Stündchen bügeln mit sehr interessanter Playlist von Freundin aus der Musik-Branche. Nach einem Telefonat mit meiner Mutter (alles in Ordnung) zog es mich nochmal auf eine Runde raus durch die Stadt, Schaufenster und Touristen gucken.

Daheim eine Einheit Yoga, zum Abendessen steuerte ich ein wenig Salat bei. Herr Kaltmamsell hatte den Ernteanteil-Spitzkohl geviertelt und mariniert im Ofen gebacken, servierte ihn mit Hummus. Nachtisch Schokoladenspeise. Währenddessen regnete es heftig.

Früh ins Bett zum Lesen, als nächstes Florian Matzner (Hrsg.), Albert Coers – Straßen Namen Leuchten. Ein Denkmal für die Familie Mann (es ist schwer einzufangen, was der tatsächliche Titel des Buchs ist, meine innere Literaturwissenschaftlerin rudert mit beiden Armen, ich habe jetzt einfach diesen beschlossen).

Journal Samstag, 4. Juli 2026 – Perfekt temperierter Sommersamstag

Sonntag, 5. Juli 2026

Meh, wieder eine zerhackte Nacht, am erholsamsten fühlten sich die knapp drei durchgehenden Stunden Schlaf nach fünf an. Aufgestanden mit bösem Kopfweh, das hatte ich nun von einem ausnahmsweise alkoholfreien Freitagabend. Eine Ibu half schnell.

Auf dem Balkon war es trotz wolkenlosem Sonnenschein kühl, ich brauchte eine Strickjacke für meinen Balkonkaffee.

Endlich wieder Schwimmen, ich freute mich sehr auf eine sonnige Runde im Dantebad. Die Rippen schmerzten zwar immer noch ein wenig vom Lerchenlauf-Sturz vor zehn Tagen, doch bei diesem traumhaften nicht heißen Sommerwetter riskierte ich das. Zudem riskierte ich Anfahrt per Rad: Nur einmal musste ich abspringen für Ohrenzuhalten und Gegensummen wegen LALÜ.

Kurz vor elf war der Radlparkplatz vorm Dantebad so leer, dass ich schon Hindernisse befürchtete – wenn ich EIN! MAL! nicht vor Abfahrt checkte, ob auch alles wie gewohnt geöffnet hatte. Doch nein: Es war einfach extrem wenig los, auch auf den Schwimmbahnen. Na gut, richtiges Freibadwetter hatte es bei 24 Grad auf der Anzeige über der Sprudelschnecke eigentlich nicht, doch nach meiner Erinnerung reichte sonst reichlich Sonne.

Das Schwimmen über David-Hockney-Poolboden war herrlich. Die Rippen spürte ich durchaus, fühlte mich aber nicht behindert davon, sondern zog 3.200 Meter vergnügt durch. Anschließend erneutes Sonnencremen, ein Stündchen auf der (völlig vertrockneten und nahezu Grün-freien) Liegewiese mit Musik auf den Ohren und guten Gedanken inklusive Ideen.

Die eine Wolke am Himmel.

Auf dem windigen Rückweg hielt ich am Edeka am Stiglmaierplatz, besorgte Frühstückssemmeln und Teile des Abendessens. Frühstück um drei: Körnersemmeln mit Butter und Tomaten, Schwarzkirschen.

Nachmittag mit Internetlesen auf dem Balkon, Zeitunglesen im Wohnzimmer, weil auf dem Balkon zu viel Wind. Am Ende des Nachmittags turnte ich eine Runde Yoga – bei Kreislaufkapriolen inklusive Schweißausbruch, die nass getropfte Yogamatte musste ich zum Trocknen erstmal liegen lassen.

Nachgeholtes Wochenend-Anstoßen mit Aperol Spritz.

Fürs Abendessen war ich zuständig: Es gab den Ernteanteil-Salat vom Donnerstag, einen Friseesalat, der mit seinen kräftigen Freilandblättern etwas von Koralle hatte. Ich mischte eine Ernteanteil-Minigurke und zugekaufte (sehr gute) Tomaten unter, drauf kamen harte Eier. Zweiter Gang Käse, Nachtisch Schokolade.

Im Bett las ich Helle Helle, Flora Fink (Übers.), Hafni sagt aus – ein angenehm seltsamer Roman aus der Perspektive einer Frau Mitte 40 mit zwei erwachsenen Kindern, die nach der Trennung von ihrem Mann über Land fährt. Er beginnt sehr eigenartig:

Um sicher zu gehen, dass das auch wirklich der Anfang ist, checkte ich die Leseprobe bei Amazon: Doch, das sollte so. Ähnlich bleibt die Erzählweise, allerdings mit sehr vielen sehr konkreten Ortsangaben in Dänemark – die mir alle nichts sagten. Ich begleitete Hafni dennoch gern.

§

Weiterführung des Themas gesellschaftliches Vertrauen. Auf Mastodon berichtet @katzentratschen von ihrer Familie.

Das individuelle Wertesystem ist zu ganz erstaunlichen Kapriolen fähig (mich immer eingeschlossen, hier sogar ganz besonders). Ich erinnere mich an einen bestimmten Angeklagten in einer Gerichtsverhandlung, die ich als Schöffin erlebte (alles öffentlich, ich berichte hier keine Indiskretionen). Dem Mann jenseits der 60 wurde vorgeworfen, Kontokarten aus Autos auf Friedhofsparkplätzen gestohlen und damit Geld abgehoben zu haben (bei der Gelegenheit lernte ich, dass dieses Vergehen unter Computerbetrug läuft). In der Verhandlung kamen wie immer auch die persönlichen Umstände und die Vergangenheit des Angeklagten zur Sprache. Er hatte beträchtliche Vorstrafen: Betrug, Diebstahl, solche Sachen. Erwerbstätig war er in seinem Leben nur sporadisch gewesen, mit Hilfsarbeiten. Doch er betonte stolz nach Verlesung dieser Fakten, er habe NIE! vom Staat Geld bekommen! Offensichtlich war für ihn gestohlenes Geld von anderen Menschen ehrlicher erlangt als Arbeitslosenhilfe – weil von eigener Hände Arbeit?

Sehr schön zu diesem Herrn auch die Szene, als in der Verhandlung als Beweismaterial die Aufnahmen der Überwachungskamera gezeigt wurden, die zur fraglichen Zeit von der Verwendung der Bankkarte im Bankautomatenraum aufgenommen worden waren. Der Angeklagte trug in der Verhandlung exakt denselben auffallend gemusterten Strickpullover, der an der Person auf den Bildern der Überwachungskamera zu sehen war. Und krähte sofort ungefragt: “DES BIN I NET!” Spätestens in diesem Moment erinnerte mich die Situation schon sehr ans Königlich Bayerische Amtsgericht.

§

Das Techniktagebuch fragt: “Wann sind eigentlich Internet-Cafés und öffentliche Internet-Terminals ausgestorben?”

Das ist tatsächlich eine interessante Frage, denn auch ich erinnere mich an Urlaube, in denen ich Internet-Cafés fürs Posten von Blogtexten suchte, erinnere mich ans abschließende Bezahlen an Theken, an unangenehm riechende Hinterzimmer. Oder an den besonderen Service mancher Hotels, die im Lobby-Bereich Computer-Schreibtische mit Internetzugang anboten, an mindestens einen mit Münzeinwurf. Doch ich erinnere mich nicht, wann ich zuletzt derartiges sah.

Journal Freitag, 3. Juli 2026 – Buchvorstellung zum Denkmal Familie Mann / Nachdenken über gesellschaftliches Grundvertrauen

Samstag, 4. Juli 2026

Etwas gehetzter Morgen, weil ich durch Verabredung am Vorabend nicht zum Bloggen gekommen war, außerdem Wäscheversorgung anstand (Wäscheständer leeren, Waschmaschine füllen und programmieren).

Das Draußen startete mit geschlossener Wolkendecke und kühler Luft, auf dem Weg in die Arbeit kam aber bereits die Sonne heraus.

Mittelemsiger Arbeitsvormittag, erschwert durch bleierne Müdigkeit. Hoffentliche schaffe ich es an diesem Wochenende mich zu erholen, idealerweise sogar durch viel Schlaf.

Raus auf einen Mittagscappuccino im Westend durch einen herrlichen Sommertag: Viel Sonne, Lufttemperatur so niedrig, dass sich der Sonnenschein angenehm wärmend anfühlte, immer wieder kräftiger, kühler Wind.

Zu Mittag gab es eine Nektarine, die ersten Kirschen der Saison (riesige Schwarzkirschen), Hüttenkäse. Der Freitagnachmittag kleckerte aus, ich ging pünktlich.

Ein paar Einkäufe auf dem Heimweg, daheim Wäscheaufhängen, Spannung, ob Herr Kaltmamsell es rechtzeitig zum Abendessen vor Abendverabredung von seinem Auswärtstermin nach Hause schaffen würde. Das tat er ganz knapp und zauberte uns in wenigen Minuten aus der Gefriere selbstgemachte Gnocchi mit Salbeibutter.

Auf den gestrigen Abendtermin freute ich mich trotz aller Erschöpfung. Sie erinnern sich an das Denkmal für die Familie Mann von Albert Coers? Dazu gibt es jetzt ein Buch, herausgegeben von Florian Matzner, und das wurde gestern Abend im Münchner Literaturhaus vorgestellt. Albert hatte Herrn Kaltmamsell und mich dazu eingeladen.

Wir spazierten durch die Abendsommermenschenmengen der Münchner Fußgängerzone zum Salvatorplatz.

Auch bei Tageslicht sehenswert: “Straßen Namen Leuchten”.

Im Gespräch mit der Leiterin des Literaturhauses, Tanja Graf, berichtete Herausgeber Florian Matzner von der Akademie der Bildenden Künste München über seine Sicht auf diese spezielle Kunst im öffentlichen Raum, Albert Coers von seinem Konzept des Denkmals und seinen Reisen über mehrere Kontinente auf Recherche nach Straßen, die nach Mitgliedern der Familie Thomas Mann benannt sind. Wenn es irgendwie ging, brachte er die Originallampen und -straßenschilder mit nach München (reichlich Anekdoten), die aus New York ließ er vor Ort duplizieren, die aus Los Angeles in einer Gießerei im bayerischen Landsberg. Er übernahm auch sonst für das Denkmal so viel Originalsituation wie möglich: Da er das Thomas-Mann-Straßenschild in Rom angefahren schief vorgefunden hatte (siehe Foto oben), steht es auch auf dem Salvatorplatz schief.

Den Aspekt Literatur im Exil beleuchtete in einem weiteren Gespräch mit Tanja Graf der Thomas-Mann-Experte Holger Pils, der die Wege der Familienmitglieder nach 1933 nachzeichnete. Das Buch selbst kauften wir gleich vom Büchertisch weg, ich freue mich schon sehr auf die Lektüre.

Nach der Veranstaltung genoss ich nur kurz den sensationellen Ausblick vom obersten Stockwerk des Literaturhauses, wir gingen gleich heim.

Diese Perspektive in der Kardinal-Faulhaber-Straße wird mich wohl jedesmal zum Zücken der Handy-Kamera bringen.

Eigentlich hatte ich noch Lust auf ein Speiseeiserl, doch am Marienplatz war mir die Schlange zu lang, und unser Eisdealer ums Eck von der Wohnung war bereits am Schließen. Also statt dessen Schokolade daheim.

Neue Lektüre im Bett: Helle Helle, Flora Fink (Übers.), Hafni sagt – eine angenehm eigenartige Road trip-Geschichte.

§

Dieser Text löste bei mir eine Gedankenkaskade aus, ein Bericht aus Finnland:
“Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser”.

via @holgi

Als Erstes assoziierte ich die immer wieder aufflammende Diskussion über die Regeln beim Wählen im Wahllokal: Nein, zum Wählen muss man nicht den Personalausweis vorlegen, die Wahlbenachrichtigung oder der Wahlschein genügt. (Nur wenn man keines davon hat, muss man die Wahlberechtigung durch Ausweis und Eintrag im Wählerverzeichnis belegen.)
Eine Wahlvorsteherin, mit der zusammen ich mal wahlhalf, erklärte das auf Nachfrage von Wähler*innen vor uns mit:
“Weil wir erstmal davon ausgehen, dass Sie uns nicht anlügen.”
Aber auch hier in den Blogkommentaren erinnere ich mich an Diskussionen, die vor allem die Betrugsmöglichkeiten bei diesem Vorgehen durchspielten.

Mein Naturell ist ein ganz anderes: Ich gehe wirklich erstmal davon aus, dass Menschen ehrlich sind, dass sie mir nichts antun und nichts wegnehmen, mich nicht anlügen. Das ist ganz tief in mir verankert.

Als Zweites dachte ich daran, wie viele Jahre ich bei Anfahrt an die Isar zum Laufen mit dem Fahrrad einen Überzug-Pullover oder eine -Jacke im Fahrradkorb ließ – denn man nimmt nicht einfach anderen Leuten ihren Pullover weg. Bis er halt doch mal weg war. Ich versuche mir die Situation bis heute konkret vorzustellen: Griff jemand in meinen Korb, besah sich den Pullover und wollte ihn ganz dringend selbst besitzen und tragen? Oder war es ein: “Schau mal, da ist jemand so blöd und lässt ihren Pullover einfach rumliegen! Soll sie mal sehen, wie blöd das ist.”? Mit der Folge, dass der Pulli anschließend irgendwo weggeworfen wurde?

Interessanterweise bekam ich meine Grundhaltung gerade NICHT im Elternhaus vermittelt. Meine Arbeiter-auf-dem-Weg-zum-Kleinbürgertum-Eltern nutzten jede Gelegenheit zu Steuer- und Versicherungs… äh… -tricksereien, die sie nur finden konnten. Und sie suchten sehr gründlich, hatten offensichtlich richtig Vergnügen dabei, noch so kleine Schlupflöcher in den Regeln zu finden. (Deswegen bin ich sicher, dass sie nichts dagegen haben, wenn ich es hier weitererzähle.) Die Grundhaltung: 1. Macht doch jeder. 2. Und wer es nicht macht, lässt sich übers Ohr hauen und ausnehmen.

Selbst aber identifiziere ich mich mit unserer Verfassung, unserer Gesellschaft, dem Staat: Das sind wir alle! Ich sehe mich nicht außerhalb des Steuersystems, sondern als Teil davon: Ich zahle Steuern und sichere damit staatliche Leistungen. Einfluss nehme ich darauf über Wahlen und politisches Engagement, akzeptiere aber, dass ich nicht bei der Verwendung jedes Euros meiner Steuern persönlich gefragt werde. (Und alles daran ist öffentlich, damit wird zum Beispiel dieser Haushaltstracker des Dezernats Zukunft – Institut für makrofinanzen gefüttert).

Ich sehe mich auch als Teil der Rechtsstaatlichkeit – einer zivilisatorische Errungenschaft, von deren Vorteilen ich zutiefst überzeugt bin. Und wenn ich so vielfältig davon profitiere, sehe ich mich auch verpflichtet, meinen Beitrag durch Regelbefolgung zu leisten. Wieder finde ich meine Einflussmöglichkeit in Wahlen und politischem oder zivilem Engagement.

Wieso konnten meine (durch und durch anständigen und menschenfreundlichen, das soll unbedingt betont sein) Eltern ihre eigene Haltung nicht auf mich übertragen? Dennoch sehe ich eine Brücke zu ihnen, nämlich in der Tendenz zum moralischen Rigorismus, der mich mit meiner Mutter verbindet und den sie in allem anderen als Steuern und Versicherungen lebt.

Beim weiteren Nachdenken komme ich durchaus auf viele schädliche Folgen meiner Grundhaltung: Ich kalkuliere das Böse zu wenig ein. Bestes Beispiel: Internet. Dass die Bösen dessen neue Möglichkeiten am effektivsten nutzten, und zwar für eigenen Vorteil zum Preis einer Verschlechterung der Welt – konnte vermutlich nur mich so sehr überraschen.

§

In diese Recherche hat sich Typo-Nerd Thomas Pfeiffer ganz besonders reingehauen:
Die Beschriftungen von historischen Präparaten des Royal College of Surgeons of England.
Ich liebe alles daran und bin sicher, dass Museums-Kuratorin Alice Watkinson-Deane Spaß mit seiner Anfrage hatte – Nerds erkennen einander.

§

Finde ich interessant: Die Service-Regeln des 1-Michelin-Stern-Restaurants Wielandshöhe.

(Falls jemand das fehlende Korrekturlesen übernehmen soll: Ich stehe zur Verfügung.)

Journal Montag, 29. Juni 2026 – Endlich Gewitter

Dienstag, 30. Juni 2026

Das Beste kam am Ende des Tages: Gewitter mit ordentlich Regen. Bis dahin:

Start in Arbeitswoche 5 vor Urlaub. Diese enthält drei Abendtermine, das ist für mich zwar willkommene Ablenkung von der Arbeit, aber bereits an der Grenze zu Zusatzbelastung.

Düsterer Himmel beim Aufstehen, aber kaum Abkühlung. Erste Handgriffe des Tages: Hefeteig für Empanada.

Ich überwand mich, die sonst eisern täglichen Bank- und Seitzstütz-Übungen nochmal ausfallen zu lassen: Der Rippenschmerz war wieder stärker geworden, womöglich hatte ich die Pilates-Einheit am Vorabend verfrüht genossen.

Sonniger Weg in die Arbeit (immer noch über die Theresienwiese, die Baustellen dauern an), geordnetes Losarbeiten.

Das Wetter schöpfte die Möglichkeit von Gewittern nicht aus, dennoch wagte ich mich mittags raus auf eine Spazierrunde – und wurde von angenehmen Schattentemperaturen überrascht, der Wind fühlte sich nicht mehr wie aus einem Haarföhn an, sondern erfrischte.

Mittagessen: Apfel, Aprikosen, außerdem Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Der Arbeitsnachmittag wurde noch richtig emsig, weil ich endlich die für einen Job nötigen Informationen hatte.

Nach Feierabend war die Temperatur halbwegs erträglich, aber immer noch weit entfernt von angenehm, ich nutzte jede Schattenmöglichkeit des Heimwegs.

Zu Hause eine Runde Yoga (Rippenschmerz immer noch hinderlich) – dass ich dabei ins Schwitzen kam, lag aber allein an der Zimmertemperatur über 27 Grad. Zumindest war ich nicht die in der Küche mit dem heißen Backofen, in dem gerade die Empanada zum Mitbringen für die Generalversammlung des Kartoffelkombinats Dienstagabend buk, das hatte Herr Kaltmamsell übernommen. Der dann auch noch das Abendessen servierte: Orecchiette mit Ernteanteil-Brokkoli. Vor denen ich bereits Salzgürkchen gesnackt hatte.

Schon seit einer Weile grollte Donner, und zur Tagesschau um acht kam endlich, endlich der Regen. Und dann bei Gewitter natürlich in großem Schwall.

Das herrliche Regenrauschen wurde unmittelbar gefolgt von LALÜ.

Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen – voll Vorfreude auf eine Nacht mit Zudeckenbedarf. Die neue Lektüre, Anna Maschik, Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten, nahm mich mit in eine bäuerliche Zeit und Welt, die ich ein wenig aus der Rumplhanni von Lena Christ kannte, diese aber am nördlichen Ende Deutschlands und sehr viel kultivierter erzählt (der Titel des Romans stellte sich bereits als ausgesprochen doof und heischend heraus).

Journal Sonntag, 28. Juni 2026 – Kocherl-Wandern

Montag, 29. Juni 2026

Nein, “Kocherl-” passt eigentlich gar nicht, war nur das erste, was mir gleichzeitig mit der Idee für diesen Sonntag einfiel. Die Idee: Um die Zeit, um die im Juli der Münchner Kocherball beginnt, eine Wanderung zu beginnen. Nur halt nicht, weil die Kocherl (= Hausangestellten) nur um diese Zeit frei hatten zum Tanzen, also vor der Arbeit, sondern weil es nur um diese Zeit kühl genug für eine Wanderung sein würde.

Also Wecker auf fünf, der mich nach recht guter Nacht aus tiefem Schlaf riss.

Balkonkaffee für Herrn Kaltmamsell und mich, danach genügte mir Katzenwäsche: Ausgiebiges Duschen samt Körperpflege verschob ich auf den späteren Tag. Als Wanderstrecke hatte ich mal wieder den Auer Mühlbach gewählt, erweitert um Anmarsch von daheim nach Thalkirchen, also die Heilig-Abend-Wanderstrecke. Um sechs Uhr verließen wir das Haus.

Die Morgen-Abkühlung nutzten nicht nur wir: Es waren viele Jogger*innen und Hundespazierende unterwegs, nach sieben umgaben uns schlagartig auch Sportradler*innen. Es wurde ein schönes Gehen in Morgenluft. Das mitgeführte Wasser reichte, zu wenig waren aber überraschen die Toiletten am Weg: Dass das Klohäusl bei Maria Einsiedel außer Betrieb war, brachte mich in Umstände.

An vielen Stellen sahen wir Badende, auch schon hier kurz nach sechs an der Wittelsbacherbrücke.

Wir passierten zahlreiche Flaschensammlungen – am Vorabend und in der Vornacht war offensichtlich reichlich gefeiert worden.

In Thalkirchen ging’s hoch.

In Siebenbrunn bei den Schrebergärten wurde reichlich im Auer Mühlbach gebadet.

Streetart in Giesing

Unterm Nockherberg

An Untergiesinger Altbauten auffallend viele Fenster mit Tüchern verhängt oder gleich mit Rettungsfolie versiegelt: keine Rollläden vorhanden.

Nach ein wenig Warten an der Haltestelle Deutsches Museum brachte uns eine klimatisierte Tram kurz nach neun nach Hause. Dort schnelles Versperren und Abdunkeln der Wohnung, ich ging nochmal raus für Frühstückssemmeln.

Das Feigenbäumchen (Foto vom Samstag) auf unserem Südbalkon hat nicht funktioniert: Das ärmste verbrennt dort, in den vergangenen Tagen warf es immer mehr Blätter ab. Ich rettete es auf den Westbalkon. Nächster Versuch Olivenbäumchen?

Eine weitere Hitzeanpassung: Ich muss Obst im Kühlschrank lagern, wie in Spanien, sonst verdirbt es innerhalb eines Tages.

Kurz nach 11 Uhr wurde ich schlagartig sehr, sehr müde – ich legte mich einfach hin und schlief über eine Stunde. So richtig munter wurde ich danach nicht mehr, das mag aber auch an der Hitze gelegen haben.

Zum Frühstück gab es kurz nach eins Salzgürkchen und zwei Körnersemmeln.

Nachmittag mit Lesen von allem möglichen, unter anderem nach Langem mal wieder einige Stunden am Stück Roman: Ich las Vivian Gornick, Fierce Attachments aus – durchaus interessiert, aber der dominante Duktus einer Psychoanalyse-Sitzung befremdete mich. Draußen zog der Himmel mit Wolken zu, im Westen sogar so dunkel, dass ich auf abkühlendes Gewitter zu hoffen begann. Vergeblich.

Die schmerzenden Rippen waren viel besser geworden, ich gab meinem Bewegungsdrang nach und turnte eine Folge Pilates – große Freude.

Zum Nachtmahl taute Herr Kaltmamsell die eingfrorenen restlichen Rinderippen vom Montag auf, rührte dazu Polenta – richtiges Sonntagsessen. Nachtisch Schokolade.

Eher spät ins Bett, weil ich nicht müde war, zudem weil das zu warme Schlafzimmer mit geschlossenen Fenstern nicht recht lockte.

§

Catatonic schreibt über das japanische Konzept/Werkzeug/Zeichen
“Sekimori Ishi”.

Und tut das so abgewägt, dass eine Zusammenfassung oder ein Ausschnitt das Ergebnis verfälschten, lesen Sie bitte selbst. (Mein Erwerbsleben besteht mittlerweile zu 80 Prozent aus solchen Zeichen; ich muss aufpassen, dass sie in meinem echten Leben nicht überhand nehmen.)