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Journal Freitag, 4. September 2026 – Griechischer Abend daheim

Samstag, 5. September 2026

Die Nacht war ok, dennoch drückte mich am Morgen und Vormittag Müdigkeit gen Boden.

Die Luft draußen unter Wolken mild, wie schon am Abend zuvor roch sie herrlich nach Sommerabschied, aber noch fast ohne Herbst.

Nach der Zeitung sah ich erst gar nicht: Am Donnerstag hatte mich der Abo-Service der Süddeutschen mit der Information kontaktiert, dass ihr für die Zustellung ins Haus “kein Haustürschlüssel mehr zur Verfügung” stehe. Da sich am Schloss nichts geändert hat, wurde der Schlüssel wohl einfach verschmissen. Man bat mich für einen neuen Schlüssel um Kontakt zur Hausverwaltung. Mal wieder stehe ich vor der Entscheidung, ganz auf das (deutlich günstigere) Digital-Abo zu wechseln. Die Papier-Ausgabe leistete ich mir ja vor allem, um in der Mittagspause im Büro ein deutlich sichtbares Signal für *Bitte nicht stören, ich habe Pause* auf dem Schreibtisch zu haben, beim Online-Lesen im Urlaub vermisste ich eigentlich nichts. Ich verschob die Entscheidung und gab erstmal den Kontakt zur Hausverwaltung weiter (die seit ein paar Monaten eine in Stuttgart ist).

Im Büro einige Stunden hochkonzentrierte Termin- und Reiseplanung. Im Verlauf zeichnete sich bereits ab, dass ein dringender Spezialwunsch auf einem Irrtum basierte, aber dann plane ich halt nochmal neu, kriege ich ja alles bezahlt.

Mittagscappuccino aus der in-house Cafeteria, weil ich die eigentliche Mittagszeit für Einkäufe nutzte: Ich hatte mir fürs Abendessen von Herrn Kaltmamsell Lamm mit Kritharaki gewünscht, im unweit gelegenen großen Griechenladen Omilos besorgte ich dafür Käse Kefalotiri und dazu griechischen Weißwein.

Wie angekündigt war es unter jetzt wolkenlosem Himmel heiß geworden; auf dem Hinweg wärmte ich mich noch gerne in der Sonne von der Kühlschrankkälte des Büros, zurück war ich bereits um den kräftigen Wind froh.

Zu Mittag gabe es vom vorabendlichen Bulgursalat sowie zwei mehlige Plattpfirsiche.

Halbwegs geordneter Arbeitsnachmittag, freitäglich pünktlicher Feierabend. Meinen Heimweg legte ich nochmal über den Stachus: Die Fotoautomatenfirma hatte mich freundlicherweise informiert, dass zumindest eines der beiden Geräte wieder benutzbar war.

Auf dem Weg nutzte ich Schatten, es war zwar nicht extrem, aber doch unangenehm heiß – ich genoss vor allem das Sommerlicht.

Fotoautomatenerfolg!

Im Bodyshop fragte ich nach Resten des diesjährigen Sommer-Specials “White Tea and Elderflower”, dessen Duft mir besonders gut gefallen hatte: Vom Duschgel hatte ich noch reichlich, doch die Körpercreme dazu würde nicht bis Ende Duschgel reichen, und ich mische ungern Düfte. Leider gab es keine Creme mehr, ich werde halt die fast neutral riechende Oliven-Creme kombinieren.

Zu Hause duftete es bereits wundervoll nach Abendessen, ich stellte den Wein kalt. Eine längere Runde Yoga geturnt, meine aktuell verschärften Kreuzschmerzen rechts überging ich einfach.

Jetzt aber Wochenend-Alkohol!

Herr Kaltmamsell hatte unter Verwendung eines neu eingetroffenen Birnenschnapps einen Daiquiry geschüttelt – gut!

Zum Essen öffnete ich einen kretischen Vidiano Zacharioudakis 2022 (ausgesucht, weil autochthone kretische Rebsorte), der uns gleich mit ganz eigenen Noten begeisterte: Kräuter und Mineralisches in der Nase, Röstaromen im Mund. Ich will herausfinden, in welchem griechischen Lokal in München man Weine ernst nimmt und ich mehr probieren kann (sollten Sie eines wissen, freue ich mich über Tipps an die Kontaktadresse links).

Zum Festhalten: So weit südlich geht derzeit schon wieder die Sonne unter – im Höchstsommer verschwindet sie erst nach Wanderung über das Gebäude rechts.

Herr Kaltmamsell hatte das Giouvetsi im Schnellkochttopf gemacht, es wurde mit würziger Sauce und zartem Lamm hervorragend.

Nachtisch zu viel Schokolade.

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Erst hielt ich überhaupt für einen Scherz, dass Wolfgang Herrndorfs Blog Arbeit und Struktur verfilmt werden soll. Als dann noch jemand erwähnte, Herrndorf werde von Sandra Hüller gespielt, schmiss ich mich weg vor Lachen – das konnte nur Satire Marke Postillon sein.
Seit gestern lache ich nicht mehr.
“Biopic ‘Arbeit und Struktur’
Sandra Hüller spielt Wolfgang Herrndorf”

(Dabei hätte ich Hüller ja eher als Kathrin Passig gesehen EMOJI MIT SCHRÄG RAUSGESTRECKTER ZUNGE UND VERDREHTEN AUGEN)

§

Solche Überriech-Wesen wie ich wussten es schon immer, mussten aber durch Rüffel lernen, dass “alt” immer als Herabsetzung ankommt, und behielten fortan ihre Wahrnehmung bei sich.
“Do people really smell different as they get older? The truth behind ‘old person smell’”.

Baby-Fans schwärmen doch auch vom Baby-Geruch: Wenn Menschen am Lebensanfang erkennbar so riechen, dazwischen vom Raubtierkäfig-Odeur einiger Teeanger die Rede ist – liegt doch nur nahe, dass man auch alten Menschen die Lebensphase anriecht.

Experts say that we do smell different as we age. “It’s one of the most universal, least talked-about parts of being human,” says Dr Roya Javid, a dermatologist in Monterey, California. “It’s just biology, unfolding on schedule, the same way we grow taller, then our hair goes gray. Every single person on the planet goes through these same transitions.”

(…)

“Our skin is coated in a thin layer of natural oils called skin lipids. They keep skin soft, waterproof and protected,” she says. Those lipids are made up of fatty acids, and as we age, the fatty acids change in composition. At the same time, the skin’s ability to fight off every day wear-and-tear slows down. The oils are more exposed, and when they break down through oxidation, they release 2-nonenal.

Deshalb irritierte mich während des Studiums sehr, dass ich an einer jungen Kommilitonin Altmenschengeruch wahrnahm. Später erfuhr ich, dass sie wegen eines Herzleidens Medikamente nahm, die man üblicherweise erst im hohen Alter benötigt; leider erreichte sie dieses erst gar nicht, sondern starb früh.

Journal Donnerstag, 3. September 2026 – Indirekte Sprechakte und Cogito interruptus / Verlängerung der Lerchenlauf-Saison

Freitag, 4. September 2026

Confession time: Ich habe ein echtes Problem mit indirekten Sprechakten. Als indirekten Sprechakt bezeichnet man vereinfacht erklärt, einen

Sprechakt, bei dem die Sprecherintention (-absicht) nur indirekt und nicht wortwörtlich zum Ausdruck gebracht wird

Standardbeispiel, an dem uns das auch an der Uni in Sprachwissenschaft vermittelt wurde, wenn jemand sagt: “Es zieht.”, das aber in Wirklichkeit die Bitte ist, das Fenster zu schließen.1 Ich hoffe, das verstünde dann sogar ich, sonst aber komme ich meist nicht weiter als zu erkennen: Da sagt jemand gerade etwas anderes als auf der Wörtlichkeitsebene. Am schlimmsten ist das bei Fragen, denn ich bemerke, dass jetzt nicht eine Antwort auf die tatsächlich gestellte Frage erwartet wird, sondern auf etwas anderes (WAS???). Einfach fällt mir die Entschlüsselung noch, wenn die Situation im persönlichen Umgang auftritt und ich beim Absendenden eine klare Emotion erkenne. Ein zorniges “GEHT’S NOCH?” macht mir klar, dass ich Unmut ausgelöst habe, praktisch immer ist offensichtlich wodurch. Ein fröhliches “Na, alles klar?” erkenne ich als wohlwollenden Gruß. Dass mir bei indirekten Sprechakten in Form von Flirten allerdings jegliche Sensoren fehlen, habe ich hier erst kürzlich bekannt.

Doch vor allem schriftlich bin ich schnell und gründlich zu verunsichern, zumal wenn Fragen oder Handlungsaufforderungen nicht als solche formuliert werden. Erreicht mich “Habe zuletzt das Heft 1/2026 erhalten” als Kommentar eines Zeitschriften-Abonnenten, kann das alles von der Frage nach dem Erscheinen des nächsten Hefts bedeuten bis zur Bitte, die Datenbank auf korrekte Anschrift zu überprüfen – was ich alles nur vermuten und konstruieren kann. Oft ahne ich auch die Unterstellungen und Fehlannahmen hinter einer uneigentlichen Frage, kann mir aber nicht sicher sein und weiß, dass es den Kommunikationsfluss zu sehr stören würde, spräche ich meine Ahnungen zur Verifizierung aus.

Es gibt vermutlich zahllose psychologische und soziologische Erklärungen für die Wahl dieser uneigentlichen Kommunikation (und ich habe mir ja angelesen, dass es Kulturen gibt, in denen direkte Aussagen und Fragen sogar als ausgesprochen unhöflich gelten), mich bringt sie echt ehrlich an den zur Floskel gewordenen Rand der Verzweiflung.

Und erinnert mich gelockert assoziativ an Umberto Ecos “Cogito interruptus”. Eco führt diesen Begriff in einer gleichnamigen Buchrezension für Quindici von 1967 ein.

Cogito interruptus ist typisch für jene, die überall in der Welt Symbole sehen. So der Verrückte (der uns zum Beispiel ein Streichholzheftchen vor die Nase hält, uns lange und tief in die Augen blickt und schließlich bedeutungsvoll sagt: »Seht ihr, es sind genau sieben …«, in der Erwartung, daß wir den verborgenen Sinn dieses unwiderlegbaren Zeichens erfassen); so auch der Bewohner eines symbolischen Universums, dem jeder Gegenstand und jedes Ereignis zum Zeichen für etwas Überirdisches wird, das alle bereits vorhanden wissen und nur noch bestätigt sehen wollen.

Diese Form der Argumentation macht mich nämlich ebenso fertig wie indirekte Sprechakte: Wenn mir ein Fakt hingehalten wird – offensichtlich in der Erwartung, dass ich ihn genauso ins Thema einordne wie der Hinhaltende. Auch das funktioniert nur bei großer Vertrautheit und nach langem Abgleich von Argumenten, selbst dann mit Risiko des Missverstehens.

Was mich wiederum, Hölzchen -> Stöckchen, zur Empfehlung von Ecos Einteilung in Apokalyptiker und Integrierte bringt, wenn es um Neuerungen in Gesellschaft, Technik, allem geht. Die nämlich oft denselben Fakt jeweils für ihr komplett konträres Weltbild reklamieren. Ich bitte deshalb dazuzusagen, was der Fakt in einem konkreten Zusammenhang belegen soll.

(Wehmütige Erinnerung an die Zeiten, als ich mich mit Begeisterung und Konzentration durch sowas Dichtes wie Umberto Ecos Aufsätze fräste.)

§

Nach mittelguter Nacht zu frühem Wecker aufgestanden. Wie berechnet war es kurz vor halb sieben bei nahezu wolkenlosem Morgenhimmel hell genug für einen Risiko-armen Lauf an der Isar. Der Körper spielte einigermaßen mit, derzeit zwickt’s halt wieder arg im Kreuz und in den Hüften. Schöne 80 Minuten mit wundervollen Ansichten.

Wenn sie lautlos fliegen, sind sie auf dem Weg fort.

Neues unter der Brudermühlbrücke.

Leuchtpappel!

Vertrautes unter der Brudermühlbrücke.

Schabernack auf dem Alten Südfriedhof zum Abschluss (Besuch beim Chef, höhöhö). Mal wieder funktionierte das Motiv, das ich mir vorgestellt hatte, nicht so recht, ich sollte dann doch mal einen Selfie-Kurs bei der VHS belegen.

Zackige Körperpflege, kurze Abstimmung mit dem immer noch Ferien genießenden Herrn Kaltmamsell u.a. zu Ernteanteil-Abholung.

Mit U-Bahn-Beschleunigung stempelte ich um 08:43 Uhr ein, nicht mal eine Stunde später als im Durchschnitt. Hiermit sehe ich meine Lerchenlauf-Saison 2027 um einen Monat verlängert.

Emsiger Arbeitsvormittag, aber mit genügend Zeit für Mittagscappuccino auswärts. Eintrübung wegen fehlender Zeitungslektüre: Am dritten Tag in Folge war sie nicht geliefert worden.
Zu Mittag gab es Flachpfirsiche (mehlig nachgereift, ich erkläre die Saison für beendet) und Skyjolei.

Viel Work-around-Basteln, diesmal war es aus der Microsoft-Office-Suite Powerpoint, das mich im Stich ließ und die Notizseiten-Ansicht einer auszudruckenden Präsentation zerschoss, unreparierbar (mehr als eine Stunde versuchte ich es allerdings auch nicht). Ich behalf mich mit Zusammenpappen von Screenshots, um den Auftrag eines Papierausdrucks zu erfüllen.

Auf dem Heimweg holte also ich den Ernteanteil ab, Herr Kaltmamsell war auf Familientreffen. Er enthielt diesmal ein Riesenbündel Petersilie, zudem Tomaten, Gurke, Frühlingszwiebeln – ich plante Taboulé. Dafür übergoß ich daheim gleich mal Bulgur mit kochender Gemüsebrühe, bevor ich räumte und eine Runde Yoga turnte.

Tabloulé fertiggeschnippelt und angemacht, wurde ein gutes Abendessen, dazu etwas Käse. Nachtisch Schokolade.

Ins Bett zum ausdauernden Röhren einer Gebärenden durchs offene Fenster der benachbarten Klinik.

§

Abschied für immer von einer weiteren Ikone des Feminismus: Gloria Steinem wurde 9392 Jahre alt. Im Januar 1987 schrieb sie für Ms. über Dolly Parton, und das Magazin hat den Artikel neu veröffentlich:
“Dolly Parton’s Unique Feminist Power, as Told by Gloria Steinem”.

People who haven’t listened to Dolly Parton or to feminism may be surprised to learn that they go together. In fact, she has crossed musical class lines to bring work, real life, and strong women into a world of pop music usually dominated by unreal romance. She has used her business sense to bring other women and poor people along with her. And her flamboyant style has turned all the devalued symbols of womanliness to her own ends.

If feminism means each of us finding our unique power, and helping other women do the same, Dolly Parton certainly has done both.

  1. Wer mehr zur Spreachakttheorie von Austin wissen möchte, bitte hier klicken. []

Journal Mittwoch, 2. September 2026 – Existenzlinderungen

Donnerstag, 3. September 2026

Gute Nacht, wenige Minuten vor Weckerklingeln aufgewacht, dennoch war ich am Vormittag bleiern müde.

Wolkenloser Morgen, doch bald zog der Himmel zu.

Emsiger Vormittag, ich freute mich über den Marsch in kühler, frischer Luft auf einen Mittagscappuccino.

Mittagessen einmal durch den Obstkorb: Banane, Feigen, Flachpfirsiche, Mangos. Und ein paar Nüsse als Substanz in der Hoffnung, dass die Sättigung anhält. Funktionierte ganz gut, ich bekam erst nach Stunden wieder Hunger. Nachmittag dennoch mit immer weiter sinkender Stimmung.

Auf dem Heimweg Phantasien von Selbstauflösung, einfach ins Nichts, in Luft (die habe ich seit Kindertagen). Was gemeinerweise halt nicht geht.

Einkäufe beim Vollcorner. Zu Hause nur kurzes Auspacken und Waschmaschinefüllen, fürs Abendessen war ich mit Herrn Kaltmamsell aushäusig verabredet: Wir fuhren mit der Tram zum Müller’schen Volksbad in die Rustikeria.

Zu meiner Erleichterung bekamen wir auch ohne Reservierung einen Platz (ich hätte aber einen Plan B gehabt).

Es gab Drinks (ich erinnerte mich, dass ich hier die alkoholfreien besonders mochte) und schwer auszusprechende Schiacciata.

Für mich mit Grillgemüse und Mozzarella, ganz hervorragend. Das und die Erzählungen von Herrn Kaltmamsells Überlegungen zu seinen kürzlichen Lektüren (Ilias, Odyssee, Terry Pratchett) versöhnten mich ein wenig mit dem Existierenmüssen.

Dazu Aussicht.

Tram nach Hause, dort zum Nachtisch Schokolade.

Ins Bett mit Laufplänen für den nächsten Morgen: Wenn ich nach Lerchenschwumm um kurz vor halb zehn in die Arbeit kommen kann, geht doch noch eine Laufrunde spät genug für genügend Morgenlicht. Mal sehen, wann mich das an den Schreibtisch lässt, derzeit dürfte morgens nichts anbrennen.

§

Die Recherchen der Tagesschau-Redaktion ergeben: Bundeskanzler (!) Friedrich Merz hat hauptsächlich Schmarrn geredet:
“Das Interview mit Merz im Faktencheck”.

Das Schlimme ist: Ich vermute bei Merz weniger Manipulationsabsicht als echte Unkenntnis. Mein Bild von ihm: Er liest so gut wie keine Unterlagen und Informationen aus erster Hand, sondern verlässt sich auf das vage Reporting seiner Entourage. Doch wenn es stimmt (leider lässt sich das belegen), dass Wahlentscheidungen und politische Ansichten mehrheitlich eh nicht auf Fakten fußen, macht Merz ja auch nichts falsch.

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Der ADFC führt wieder seinen Fahrradklima-Test durch, “Wie fahrradfreundlich ist dein Ort?”: Je mehr Radler*innen daran teilnehmen, desto aussagekräftiger, diesmal mit Extra-Befragung von Jugendlichen – vielleicht mögen Sie auch?

Journal Sonntag, 30. August 2026 – Nymphendrama am Feigenbäumchen

Montag, 31. August 2026

Geben Sie zu: Die Überschrift ist der Knaller, oder?

Ganz wunderbar und lang geschlafen, ach war das schön.

Der Morgen sonnig und sehr frisch, doch da jetzt jede Gelegenheit die letzte für diesen Sommer sein könnte, setzte ich mich für meinen Morgenkaffee auf den Balkon.

In Socken und Wolljacke war mir auch warm genug.

Ausführliches Bloggen, am Vorabend hatte ich lediglich die Bilder vom Handy überspielt und benamst.

Am Vortag hatte ich an der reifsten Feige des rechten meiner beiden Topffeigenbäumchen (nur das trägt Früchte) mindestens ein Dutzend kleiner schwarzer Insekten entdeckt.

Jetzt machte ich davon Fotos, schickte sie meiner gründaumigen Mutter und fragte sie und mein Mastodon um Rat. Dadurch bekam ich den Tipp, dass es sich um die Nymphen von Baumwanzen handelt, die uns seit einigen Jahren eh ziemlich unangenehm belästigen. Sind wohl sehr widerstandsfähig, auch gegen Pestizide, deshalb der Rat: Töten! Ich legte ein Blatt Küchenkrepp bereit, und ab dann wurden sie bei Sicht zerquetscht (gruslige Erinnerungen an Kartoffelkäfereier-Zerquetschen in meiner Kindheit).

Plan für die Nutzung des schönen, aber nicht heißen Wetters: Laufrunde, ich wollte mal wieder den Hofgarten und den nördlichen Englischen Garten an der Isar sehen.

So oft wie heuer trug ich die kurze Laufhose noch nie (und schere mich wirklich nahezu gar nichts darum, dass man darin die altersgemäße Gewebestruktur meiner Oberschenkel sieht).

Wetter wirklich nahezu perfekt, in der Sonne um die Mittagszeit einen Tick zu warm, doch es ging ein angenehmer Wind. Mein Körper freute sich über die Unternehmung allerdings nicht so sehr wie mein Gemüt: Die ganze Mitte fühlte sich eng geballt wie eine Faust an, Hüften, LWS, Sitzbeinhöcker hielten die Luft an und ließen sie nicht mehr raus.

Da waren sie schon, die Verräterinnen des Sommers: Herbstzeitlose, und nicht zu knapp.

Doch sonst sagten die Farben der Uferauen noch unmissverständlich: Sommer.

Gut 110 Minuten gingen auch mit geballter Hüfte, mind over matter, wenn ich doch nur an Wochenenden dazu komme.

In der Tram nach Hause mehr Sommer: Eisbachschwimmer*innen (wer in Badekleidung ist, muss auf dieser Strecke keine Fahrkarte vorzeigen, manchmal habe ich München schon sehr lieb).

Zu Mittag aß ich gegen zwei selbstgebackenes Brot, einmal mit Butter und Schinken, einmal mit Butter und Tomate. Dann noch eine Textil-Mango.

Gemächlicher Nachmittag mit Siesta und Lesen auf dem Balkon.

Bei der erneuten Nymphenjagd an der Topffeige neben dem Balkontisch passierte Herrn Kaltmamsell ein Ungeschick mit weitreichenden Räum- und Reinigungsfolgen – wie bereits am Vorabend, als ein solches den Beginn unseres Abendessens verzögert hatte. Wieder waren wir beide sehr froh, dass es ihm passiert war und nicht mir, denn der Herr hat die charakterliche Größe, tatsächlich einfach nur zu Räumen und Reinigen, ohne zu zürnen, zu zetern und sich selbst zu beschimpfen – anders als andere Haushaltsangehörige.

Eine Einheit Yoga, meine Hüftregion immer noch geballt.

Herr Kaltmamsell servierte einen weiteren Punkt von der Sommerliste: Okroschka (mit Räuchertofu), sehr, sehr gut.

Nachtisch eine Sensation aus dem Kartoffelkombinat: Wassermelone. Nicht unsere erste, aber ich bin immer noch total geflasht. Weiterer Nachtisch Süßigkeiten.

Wohnungsräumen für den Putzmann-Einsatz am Montag und für meine Arbeitswoche, früh ins Bett zum Lesen.

§

Für mich sehr bewegend:
“Wie die erste Bar Mizwa in Ermreuth nach 110 Jahren gelingt”.

Journal Samstag, 29. August 2026 – Wie man einmal am Viktualienmarkt richtig nett zu mir war / Wandern von Gauting über Starnberg nach Possenhofen

Sonntag, 30. August 2026

Okaye Nacht, aber müde aufgestanden – zumindest zum versprochenen wolkenlosen Sonnenschein mit kühler Luft, zu kühl für Morgenkaffee auf dem Balkon. Was wiederum wunderbar zu meinen Wanderplänen passte (Herr Kaltmamsell musste wegen doofer körperlicher Unpässlichkeit passen).

Erstmal kümmerte ich mich ums Brotbacken. Der Teig fürs Roggenmischbrot 70/30 entwickelte mords Aktivität, ich befürchtete bereits Übergare und Flachbrote mit Wasserrand.

Ging im Ofen aber nochmal auf –

und erwies sich beim Anschnitt am Abend als sogar besonders fluffig.

Vor Aufbruch zum Wandern ging ich auf eine kurze Einkaufsrunde zum Viktualienmarkt: Ich wünschte mir nach dem Wandern zum Abendessen eine Brettlbrotzeit, dann halt daheim, und für Exotisches wie Presssack zwingt mich das Metzgersterben der vergangenen Jahre in der Innenstadt zur Metzgerzeile.

Aufstieg ans Sendlinger Tor.

In der Metzgerzeile konnte ich meine Einkaufsliste leerkaufen, und wenn ich schonmal da war, schaute ich auch nach einem Gartenblumenstrauß.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich kein gutes Verhältnis zum Münchner Viktualienmarkt habe: In meinen ersten München-Jahren hat man mich einmal zu oft ‘pratzelt (Hochdeutsch: übers Ohr gehauen), und in den vergangenen Jahren gibt es immer weniger interessante Stände, der Markt wird wie seine internationalen Pendants Boqueria in Barcelona und Borough Market in London von der Quelle für gute und saisonale Zutaten immer mehr zur Snackeria für Touristen. Und das zu den legendär absurden Preisen, die auf dem Viktualienmarkt aufgerufen werden (gestern kam ich an Renekloden mit Preisschild 16,99 Euro fürs Kilo vorbei).

Doch ich fand das Standl einer lokalen Gärtnerei (auf der Freifläche ohne hölzerne Hütten – dorthin gehe ich eh noch am ehesten auf der Suche nach saisonalem Obst und Gemüse), daran viele Kübel mit frischen Astern in Rosa- und Lilatönen, hier stellte ich mich hinter die eh nur zwei Kunden vor mir. Und bekam ein so charmantes Viktualienmarkt-Erlebnis wie noch nie. Nach mir kam erstmal niemand, Herr Standler und Frau Standlerin konzentrierten sich ganz auf mich.

Gebunden war erst ein Asternstrauß, weil ich doppelt so viele wollte, band mir Frau Standlerin meinen frisch: “I tua Eana des ganze Grüne glei weg, des is doch sonst immer so a Sauerei in da Küch.” Und wir plauderten, über ihre Freude, hier mit ihrem Onkel zu arbeiten, über die schönen Astern, die dieses Jahr wegen der Hitze nicht so hoch wuchsen wie sonst, über Anbau und Wetter. Während mein Asternstrauß sorgfältig und mit Hingabe gebunden wurde, kam eine greise Kundin hinzu und schaltete sich ein, fragte nach Details der Standl-Arbeit seit Jahrzehnten, bekam gutmütge Antworten, es wurde mit einem Passanten über die Schönheit von Standler*innen und Kundschaft gescherzt.

Resultat: Ich bekam einen mächtigen, wunderschönen Strauß Astern, in den Herr Standler noch eine Karotte steckte, ein paar beim Binden abgefallene Asternköpfe (“Kenna’S in ara Schale tua.”) eigens in Zeitung eingewickelt und den Abschiedsgruß “Beehren’S uns bald wieder!”, der von Herzen klang. Ich war völlig verwirrt. (Und plane tatsächlich einen baldigen gezielten Einkauf dort.)

Als Wanderziel wünschte ich mir die Strecke Gauting-Starnberg, die ich noch nicht aus dem Hochsommer kannte, mit Erweiterung Prinzenweg nach Possenhofen. Zur passenden S-Bahn nach Gauting schaffte ich es nach Abladen meiner Einkäufe nur durch zackigen Marsch; die paar Minuten Verpätung kamen mir grad recht. Merke: Wenn in der MVG-App “München Hauptbahnhof, Gleis 2” angegeben ist, handelt es sich um den S-Bahnhof im Untergeschoß; die Gleise des südlichen Flügels Holzkirchner Bahnhof starten bei Nummer 5.

Das Wanderwetter war perfekt mit Sonne und lediglich milder Temperatur. Dennoch suchte ich auch gut sonnengecremt den Schatten. Der Körper beschwerdefrei, die Landschaft sonnenbunt. Dennoch dauerte es diesmal sehr lange, bis mir das Wandern half runterzukommen, eigentlich spürte ich erst in der letzten Stunde ab Starnberg die ersehnte Leichtig- und Fröhlichkeit.

Dieser GPS-Track führt ja erstmal eine ganze Weile durch Gauting selbst, hat mir ganz bezaubernde Schleichwege verraten.

Man kreuzt ein paarmal die Würm auf Holzbruckerln. Auf einem blieb ich stehen und suchte in der Würm nach Fischen (erfolgreich), als eine andere Bruckerl-Guckerin mir zurief: “Da sitzt ein Eisvogel!” Ich folgte ihrer ausgestreckten Hand und sah ihn von einem Ast auffliegen. Wie wunderbar! Ich dankte herzlich – so macht man das nämlich, man gibt besondere Sichtungen weiter (ich war verunsichert gewesen, weil ich schon mehrfach irritierte Blicke darauf geerntet hatte).

Reismühle

Verzauberter Weg entlang der Würm. Ich sah eine Weile einer Wasseramsel zu, die an einem bemoosten Ast herumpickte, dabei entzückend knickste.

Weg von der Würm Richtung Leutstetten, erster Blick auf den Starnberger See, einst Würmsee.

Nach gut zwei Stunden erstes Ausruhen auf einem Bankerl an der Villa rustica; Appetit hatte ich noch keinen. Über den Wiesen hörte ich erst und sah dann zwei Bussarde Thermik-kreisen.

Unterführung nach Perchta, am Uferweg nach Starnberg.

Hier war reger Besucherverkehr, aber noch weit vor Überlaufenheit. Dennoch bekam ich für meinen verspäteten Mittagscappuccino keinen Platz am Tisch (zugegeben: weil ich mich nirgends dazusetzen wollte).

Hoch zum Prinzenweg, Blick zurück auf Starnberger See im Sommerlicht.

Brotzeitblick, kurz nach drei setzte ich mich zur großen Pause. Die geschenkte Karotte hatte ich gleich eingesteckt; eigentlich vertrage ich seit einiger Zeit rohe Karotten nicht und bekomme Bauchweg davon, doch in meinem Grant beschloss ich, es einfach nochmal zu probieren. Wenn ich davon Bauchweh bekam, geschah es mir gerade recht, und der Hunger wäre trotzdem weg, und wenn nicht – umso besser. Ich greife vor: kein Bauchweh, ich könnte es also mal wieder versuchen. Außerdem aß ich mitgebrachte Mango mit Sojajoghurt.

Prinzenweg

Nach den Birkengeschwistern, die mir vor vielen Jahren beim ersten Vorbeiwandern von der Maisinger Schlucht aufgefallen waren, hielt ich gezielt Ausschau: Sie wirkten sehr krank, wie so viele Birken dieses Jahr. Dabei wirkte die Landschaft, durch die ich gestern wanderte, gar nicht ausgedörrt.

Nach knapp fünf Stunden Wanderung kam ich am S-Bahnhof Possenhofen an. Einige durchgesagte Zug-Ausfälle (Weiche, Stellwerk, Diesdas), doch nach einer halben Stunde Warten fuhr mich eine zurück nach München. Ich fühlte mich gut durchbewegt und angemessen körpermüde.

Zu Hause Räumen, Körperpflege, bis Herr Kaltmamsell von letzten Einkäufen zurück kam. Wir einigten uns als Alkohol des Abends auf Cuba libre, der mich wieder beim ersten Schluck in mein Jugend-Spanien beamte.

Den Abendessenstisch deckte ich mit einem Teller verschiedener Käsen, einem Teller Pressack rot und weiß, Schweinskopfsülze, schwarzgeräuchertem Schinken, frischem Brot, Butter, Tomaten. Sehr gutes German Abendbrot.

Abendunterhaltung: Die Dolly-Parton Doku “Everybody’s Darling” in der arte-Mediathek.

Journal Freitag, 28. August 2026 – Von bacherlwarm bis fröstlig, mit Lerchenschwumm

Samstag, 29. August 2026

Eine gute Nacht, bei früherem Weckerklingeln war ich eigentlich noch nicht damit fertig.

Durch die offenen Fenster und Türen kam bacherlwarme Luft herein, ich setzte mich für meinen Morgenkaffee auf den Balkon ins Dunkle.

Am Dantebad standen deutlich mehr Menschen an als an meinen bisherigen montäglichen Lerchenschwümmen.

Blick links aufs 50-Meter-Becken, rechts das Sprudelbad.

Tatsächlich war auf den beiden Schwimmbahnen auch durchgehend mehr los. Ich ärgerte mich über eine Rückenschwimmerin auf der Nebenbahn, die nicht auf ihrer Bahn blieb, sondern mir beim Schwimmen mit ihrer linken Hand in den Bauch boxte. Das dritte Mal machte mich so böse, dass ich ihr auflauerte und ebenfalls rübergriff, an ihren Rücken fasste. Auf mein dreimaliges lautes “AUA!” hatte sie davor nicht reagiert, davon erhoffte ich mir mehr. Tatsächlich war sie dann weg.

Schnelles Fertigmachen in der Umkleide, reibungsloser Arbeitsweg mit schnellem Anschluss, ich stempelte noch früher ein.

Schnelles Losarbeiten, ich hatte nichts verpasst. Nach langem mal wieder: Symptome von Chlorschnupfen, hatte ich sehr gar nicht vermisst.

Auf meinen Mittagscappuccino ging ich in überraschender Hitze und durch überraschend völlig leere Straßen.

Kurz darauf kam ein kleiner Regen durch, nachmittags wurde es ernsthaft regenfinster, und es regnete so richtig. Zu Mittag gab es Mango (Erntebeginn bei Crowdfarming, und auch diesmal hatte ich die Langfaser-Textilsorte an Mangos erwischt – oder kann man die Fasrigkeit mit einer bestimmten Nachreifmethode verhindern?) mit Sojajoghurt, außerdem die Anteile Flachnektarinen, die sich nicht für Schimmeln statt Nachreifen entschieden hatten.

Freitäglich pünktlicher Feierabend, der Regen hatte die Luft massiv abgekühlt: In Sommerkleidchen und Sandalen war sie fröstlig. Außerdem fühlte ich mich unangehm gereizt. Freitagabend- und Wochenendeinkäufe beim Vollcorner, schwer mit Schwimmzeug und Lebensmitteln bepackt ging ich nach Hause; zumindest brauchte ich keinen Regenschirm.

Daheim Sauerteig für samstägliches Roggenmischbrot angesetzt, bevor ich eine Folge Yoga turnte (darin mittlerweile erwartetes Scheitern an crow pose UND half moon, aber im Kopf machte ich sie beide mit).

Zum Nachtmahl gab es nach Langem mal wieder Kuh auf Wiese: Ich hatte ein dickes Entrecôte besorgt, das Herr Kaltmamsell briet, dazu gab es Ernteanteil-Salat und -Tomaten. Vorher rührte der Herr einen Manhatten Dry, dazu öffnete ich eine Flasche mallorquiner Rotwein Binigrau.

Der Alkohol tat mir gut und besänftigte endlich die Gereiztheit. Nachtisch Süßigkeiten aus der sich leerenden Kiste, doch ich hatte absichtlich noch nicht nachgekauft, um meine Süßkram-Eskalationen ein wenig einzuschränken. Schönes Plaudern mit Herrn Kaltmamsell. Früh sehr müde und betrunken zu Regenrauschen ins Bett.

§

Unser Kartoffelkombinat in der Frankfurter Rundschau – ich freue mich sehr, dass manche mich so eng damit verbinden, dass sie mich darauf hinwiesen, danke!
“Kartoffelkombinat versorgt 2.500 Münchner Haushalte”.
(Aber auch bei der Frankfurter Rundschau: Kletternde Thermometer. Vielleicht wohnen die in Zeitungsverlagen?)

§

@heibie beschreibt in seinem Blog ein schönes Münchner Projekt, was man mit Parkplätzen in Großstädten noch so machen kann (außer Sitzplätzen und Bäumen).
“Stelzenhaus, Essen auf Rädern und Reacher”.

§

Nochmal Dolly Parton, heute geht es um die unerwarteten unter ihren Liedern. Kennen Sie zum Beispiel diesen “PMS Blues” von ihr? Live-Aufnahme von 1994 mit johlendem Publikum, jede Textzeile pures Gold.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=IsB9jG8rVHo

Aus der Reihe hier im Guardian mit weiteren großartigen, aber weniger bekannten Songs, die ein genaues Hinhören auf den Text verdienen.
“Backwoods Barbie and the ‘God almighty’ PMS Blues: Dolly Parton’s 10 best deep cuts”.

via Herr Kaltmamsell

Oder wie Margarete Stokowski im Spiegel nachruft (€):
“Sie hätte das kommunistische Manifest schreiben können, aber Karl Marx nicht »9 to 5«”.

Journal Donnerstag, 27. August 2026 – Endlich Hirschgarten

Freitag, 28. August 2026

Herr Kaltmamsell und ich führen ja seit einiger Zeit eine Liste (er auch physisch) von Unternehmungen, die nur bei Sommerwetter funktionieren, und auf der sind dieses Jahr erstaunlich viele noch nicht unternommen, wenn man die bisherige Länge und Intensität des Sommers bedenkt.

Okaye Nacht, ich fühlte mich aber nicht ausgeschlafen. Freude allerdings über die frische Zimmertemperatur, die mir Einmummeln in die (ganz leichte) Sommerdecke erlaubte.

Die Morgenröte rutscht langsam zurück hinter St. Matthäus; im Höchstsommer findet sie einige Wochen links außerhalb meines Blickfelds statt.

Trotz Morgenfrische marschierte ich jackenlos ins Büro; es waren 30 Grad für den Tag angekündigt, die wollte ich nicht durch Jackenrumschleppen belasten.

Emsiger Vormittag, ich war trotz Augustruhe nützlich.

Mittagscappuccino unweit vom Markt am Georg-Freundorfer-Platz, anschließend aber wieder kein Käsekauf auf dem Markt, weil der Stand immer noch urlaubsabwesend war. Die Luft war bereits deutlich sommerlich, zu unangenehme Sonne aber durch Schleierwolkenfilter verhindert.

Mein Mittagessen bestand aus Nektarinen, Aprikosen, Renekloden, außerdem Skyjolei.

Nachmittag Online-Seminar mit einigen Erkenntnissen, kurz vor Feierabend kratzte ich nochmal meine Konzentration für einen Querschuss zusammen.

Direkter Weg nach Hause in schwülwarmer Luft unter dichten Wolken: Ich war mit Herrn Kaltmamsell zum Abendessen im Hirschgarten verabredet, diesen Punkt von unserer Sommerunternehmungsliste hatten wir noch nicht durchgenommen. Trotz der Schwüle zeigte der Regenradar weder Gewitter noch Niederschlagsgefahr an, ich verließ mich darauf.

Wir nahmen eine Tram raus zum Hirschgarten, und zu meiner großen Freude wurde sogar Steckerlfisch angeboten – hatte ich unter der Woche wirklich nicht erwartet. Die Makrele war auch noch frisch gegrillt und saftig!

Ausschenker an der Bierschänke auf die Frage eines Herrn, ob es auch Halbe gebe: “Naa. Mir san a Biergarten, koa Kindergarten.” (Gibt es im Hirschgarten natürlich schon, aber an Ausgaben, wo man auch andere Getränke bekommt.)

Hirsch bei der Arbeit.

Blasmusik gab es auch, sogar besonders gute und leicht unkonventionelle (Blas & Band, gleichmal notiert, man weiß ja nie, wann man mal eine anständige Musi braucht) – ein Stück nur knapp am Pasodoble vorbei.

Medienmix auf den Notenständern.

Sehr satt von der Tram nach Hause geschaukelt worden. Dort wirbelte ich noch ein einige Zeit Vorbereitungen für Freitag, ich wollte ein weiteres Mal vor der Arbeit Schwimmen.

Ein wenig Süßigkeiten als Dessert.

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Nochmal Dolly Parton – und ich freue mich sehr darüber, wie viele Menschen jetzt überrascht merken, dass sie großartig war.

1977 interviewte Barbara Walters Dolly Parton – zwei Welten trafen aufeinander. Und es war nicht etwa die toughe und erfahrene Reporterin, die dabei gut wegkam. Communication Coach Alexander Lyon analysiert, warum das so ausging und was man hier von Dolly Parton lernen kann.

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https://youtu.be/dwtzw0s-5BI?si=im7ZZi78VnvB9Qr6

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Auch Tim Curry ist mit 80 Jahren gestorben (für mich weniger überraschend, ich wusste um seinen Schlaganfall 2012 und seinen schlechten Zustand).

Sein Dr. Frank N. Furter in der Rocky Horror Picture Show hat mich als Teenager tief geprägt: Dass ich Tim Currys ganz konkrete Darstellung nicht im geringsten als unmännlich empfand, wird mir erst jetzt bewusst (RRRRRRRrrrrr). Extra Applaus für das Make-up von Pierre La Roche (und für Costume Designer Sue Blane).

Deswegen empfehle ich auch Ihnen den intensiven Genuss hiervon:

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https://youtu.be/ZCZDWZFtyWY?si=9alJBhwFJK6VHwa0

(Warum war ich eigentlich nur einmal bei einer Vorführung in den Münchner Museum Lichtspielen? Und das vor 40 Jahren? Wobei ich die Musik zu dieser Zeit bereits komplett auswendig konnte, der Soundtrack hatte es über meine damalige Freundin Andrea längst in mein Jung-Mädchen-Zimmer geschafft. Und wie viele Altersgenoss*innen habe auch ich eine Schul-Geschichte: Wie wir unsere – feine, elegante frankophile – LK-Englisch-Leistungskursleiterin dazu brachten, den Film mit uns anzuschauen, ca. 1985. Uns an ihrer kompletten Entgeisterung ergötzend.)