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Journal Dienstag, 12. Juli 2016 – #12von12

Mittwoch, 13. Juli 2016

Was #12von12 ist.

160712_01_Regenstrasse

Nachts hatte mich ein Gewitter aus ohnehin unruhigem Schlaf geweckt, der Sommer war erst mal vorbei. In den Räumen (Wohnung, Turnraum, Büros) stand noch die schwüle Luft des Vortags, aber draußen waren die Temperaturen abgesackt.

160712_03_Sportstudio

Ich kam noch vor sieben am Turnstudio an, musste ein paar Minuten aufs Öffnen warten.

160712_06_HotIron

So sieht mein Turnplatz für die Langhantelstunde aus. Da mir die Übungen vergangene Woche leicht gefallen waren, legte ich ein wenig Gewicht auf – das erst nach dem Aufwärmen auf die Stange geschoben wird, davor gibt es Übungen mit leerer Stange.

160712_08_Regenumhang

Auf dem Weg ins Büro regnete es kräftig, ich schwitzte unter dem Umhang ordentlich. Dass in dieser Kombination beim Warten an roten Ampeln meine Brille beschlägt, kann mich immer wieder überraschen.

160712_10_Mittagsschuessel

Eigentlich hatte ich mein Mittagessen am Schreibtisch fotografieren wollen, das aber vergessen: Zwei Brezen aus der Cafeteria, außerdem eine Schüssel Aprikosen und Pfirsiche mit Hüttenkäse.

160712_12_Bueroblick

Das Wetter blieb gestern den ganzen Tag düster und in verschiedenen Stärken regnerisch; mehr als oben gab der Blick aus meinem Bürofenster nicht her.

160712_16_Buerotreppe

Feierabend. Ich nahm wie meist auf dem Weg nach draußen die große Showtreppe des Bürogebäudes – so kam mein wieder notwendiger Regenumhang optimal zur Geltung.

160712_18_Abendnudeln

Herr Kaltmamsell war aushäusig, und auf dem Heimweg wollte ich nass und in Regenumhang nirgends zum Einkaufen stehenbleiben – es gab also Nudeln mit Tomatensugo (selbst eingekocht im Kartoffelkombinat), schwarzen Oliven und Parmesan. Gut!

160712_21_Abschminken

Meine Twittertimeline wird weiterhin von dem VR-Handy-Spiel PokémonGO dominiert – bis ich mal kapiert hatte, wovon die Leute reden! Das kommt davon, wenn man überhaupt keine elektronischen Spiele spielt, nie. Aber was nicht ist, kann ja: Ich probierte aus, ob ich mich auch mit der Kamera meines Telefons als Spiegel abschminken kann. Ja, geht. (Schminken ist was Anderes.)

160712_27_Schimmeltarte

Großes Ärgernis: Beim Ausräumen des Geschirrspülers wunderte ich mich über die Abwesenheit der Tarteform. Ich war davon ausgegangen, dass Herr Kaltmamsell das restliche Viertel gegessen hatte. Ein Blick in den Backofen ergab: Nein, wir hatten den Kuchenrest beide vergessen. Und jetzt musste ich ihn wegwerfen. Der Schmerz darüber machte mir klar, dass wir inzwischen tatsächlich praktisch nie Lebensmittel wegwerfen: Selbst aus Karottengrün wird Pesto, nicht essbare Gemüseschalen, -blätter, -stängel sammeln wir in einer Tüte im Gefrierschrank zum Auskochen als Brühe. Eingekauft wird fast ausschließlich für bereits geplanten Einsatz oder um Vorhandenes herumgeplant. Und wir sind sehr unempfänglich für Mindesthaltbarkeitsangaben: Riecht ok, ist schimmelfrei, bewegt sich nicht – wird gegessen.

160712_31_Ernteanteil

Letzter Check vor Zuklappen des Rechners: Woraus wird der Ernteanteil am Mittwoch bestehen?

§

„Wieso sind Sie so dick, wo Sie doch so hübsch sind?“

Anke Gröner wird unverschämt angesprochen – lässt sich aber auf ein Gespräch ein. Davor allein habe ich schon höchsten Respekt. Und sie findet dabei viel über sich heraus.

Ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass sich da draußen in puncto Dünnheitsdiktat praktisch nichts geändert hat – da mag ich noch so erleichtert in einer Umgebung leben und denken, in der der Wahnsinn dahinter entlarvt ist.

§

Zurück zu Pokémon Go und seine mögliche Auswirkungen (nein, nicht in erster Linie „WIR WERDEN ALL STERBEN!1!!“) – dieser Artikel hat mich ernsthaft dafür interessiert.
„AR is an MMO“.

Wobei AR augmented reality heißt und MMO massively multiplayer online (game). Hier schreibt ein Experte, der deutlich erfahrener im Spielen ist und gründlicher kritisch denkt als die reflexartigen „Aber Datenschutz!“-Rufer.

Journal Montag, 11. Juli 2016 – Oktoberfestausbruch und sonstiges Vitriol

Dienstag, 12. Juli 2016

Ein Tag mit Vitriol im Blut. Ich grantelte und wütete innerlich von früh bis spät, das Leben und das Arbeitsleben waren eine einzige Zumutung.

160711_Theresienwiese

Das viermonatige Grauen namens Oktoberfest hat begonnen. Beim morgendlichen Weg in die Arbeit sah ich die ersten Zeltskelette, abends war der Durchgang bereits gesperrt – eine Woche früher als angekündigt.

Früh ins Bett, um den Tag möglichst bald zu beenden und zu vergessen.

§

Sonntagabend hatte ich mich im Biergarten mit der Freundin unterhalten, welche Regeln wir in unserer Kindheit fürs abendliche Heimkommen vom Spielen draußen hatten. „Wenn’s dunkel wird“ konnte ja wohl nicht für lange Sommertage gegolten haben, wenn ich selbst in den Sommerferien nach der Tagesschau schon ins Bett musste. Wahrscheinlich rief mich meine Mutter im Sommer vom Wohnblockfenster aus zum Abendbrot herein.

Die Freundin hingegen wurde in einem 300-Einwohner-Dorf im Altmühltal groß und hatte viel spannendere Regeln: Es habe, so erzählte sie, zwei Heimkehrsignale gegeben, beide akkustisch. Das eine: „Wenn’s Sechwerg blohst“ (= Wenn das Sägewerk bläst. Lautung nur ungefähr – in diesem Teil des Altmühltals wird ein Dialekt gesprochen, der es an Verständlichkeit mit dem Walisischen aufnehmen kann) – 17 Uhr. Und dann das 18-Uhr-Läuten der Dorfkirche zur Abendandacht. Für sie habe das zweite Signal gegolten.

Jetzt will ich sie unbedingt dazu kriegen, einen Roman mit dem wundervollen Titel „Wenn’s Sechwerg blohst“ zu schreiben. Es müsste das Freibad in Kipfenberg drin vorkommen, die gefährliche Kletterei der Kinder auf den Altmühltalfelsen, das Wirtshaus ihres Onkels Hans. Aber bitte kein Lokalkrimi.

§

Mein Lieblingsbild vom Münchner CSD.

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Dass ich mal echte Entspannung und echtes Vergnügen aus Berichterstattung über Stars ziehen könnte, wurde mir sicher nicht an der Wiege gesungen.
Andererseits sang mir ebenso sicher niemand an der Wiege von den Fugly-Damen.
Die unter anderem Karl Lagerfeld in den Mund legen:

Do not beat around the bush. Occupy the bush. Stand up in the middle of the bush and shout, “I WILL NOT BE GARDENED.”

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Die US-Geschichte der Bürgerrechte für Frauen – und wie Frauen in den 60ern darum kämpften, anständige Jobs zu bekommen:
„Women were included in the Civil Rights Act as a joke“.

via @ankegroener

Apropos Women with small children were not eligible for hire.: Erst kürzlich (zur Erinnerung: im Jahr 2016, 49 Jahre nach dem im Artikel beschriebenen Fall) musste sich eine Freundin in einem Bewerbungsgespräch für einen IT-Posten fragen lassen, wie sie den Job mit zwei Kindern zu schaffen gedenke – in heißen Phasen könne es ja schon mal vorkommen, dass man nicht immer pünktlich gehen könne. Sie war zu verdattert um zurückzufragen, ob man einem Vater zweier Kinder dieselbe Frage stellen würde.

Journal Sonntag, 10. Juli 2016 – Hochsommer ausgeschöpft

Montag, 11. Juli 2016

Die Wettervorhersage hatte den einzigen Hochsommertag auf längere Sicht angekündigt, ich holte möglichst viel raus.

Morgenkaffee auf dem Balkon:

160710_01_Balkonkaffee

Radeln zum Ostbahnhof für eine Turnstunde, beim Umziehen genoss ich das gleißende Licht über Münchens Dächerlandschaft.

160710_04_Studioblick

Daheim Frühstück mit Bagel, Curryresten, Obstjoghurt. Dabei bekam ich die Nachricht einer Freundin, ob wir uns abends im Biergarten treffen wollten. Zu Biergarten hatte ich gerade Herrn Kaltmamsell überredet, der wegen Korrekturlast nur zögerlich eingewilligt hatte. Ich gab ihm also frei und verabredete mich statt dessen mit der Freundin.

Vorher schob ich noch Freibad ein – auch wenn mir bewusst war, dass ich halb München dort treffen würde. Ich radelte hinaus nach Thalkirchen ins Naturbad Maria Einsiedel. Wie gewohnt schlenderte ich an den Kassenschlangen vorbei zum Eingang für Bäderkartenbesitzerinnen – um dort festzustellen, dass ich kein Guthaben mehr auf meiner Karte habe (ich sehe auf der kleinteiligen Anzeige beim Reingehen nie, wie hoch mein Guthaben noch ist). Also stellte ich mich an.

160710_06_MariaEinsiedel

Das Bad war tatsächlich sensationell voll, doch ich kam zu meinem Schwumm einmal den eisigen Kanal runter.

Zurück daheim duschte ich und packte die Badetasche aus, dann radelte ich weiter zum Aumeister – recht weit weg für mich, aber für die Freundin mit zwei Kindern am besten zu erreichen. Außerdem lockte mich die Fahrt einmal längs durch den Englischen Garten, zumeist entlang der Isar.

Es war ein wunderbarer Biergartenabend. Zuvor war ich erst einmal im Aumeister gewesen, und das bei Kälte, gestern saßen wir gemütlich im Schatten der Bäume, völlig unbeengt. Ich ließ mir sagen, dass dieser Biergarten eigentlich nie ganz voll sei. Zwei Radlermaßn, eine Schweinshaxn mit Krautsalat – es ging mir rundum gut.

Highlight des Hochsommertags aber war die Heimfahrt. Ich radelte nach neun quer durch den Englischen Garten zurück, orientierte mich nur ungefähr an der Richtung. Im goldenen Abendlicht fuhr ich zwischen Blumenwiesen und Baumsilhouetten, vorbei an glucksenden Bächlein, begegnete der Schafherde, die gerade im Englischen Garten grast (ich roch sie, bevor ich sie sah), sah die Lichter eines weiteren Biergartens zwischen den Bäumen, hörte einen Entenstreit – bevor ich an den Chinesischen Turm gelangte und wieder genauer wusste, wo ich war.

§

Bitter, aber nötig:
„I racist“.

What follows is the text of a “sermon” that I gave as a “congregational reflection” to an all White audience at the Bethel Congregational United Church of Christ on Sunday, June 28th.

Black people think in terms of we because we live in a society where the social and political structures interact with us as Black people.

Mein Rassismus, wenn ich ehrlich bin: Wenn ich hier jemandem mit dunkler Hautfarbe oder sonstigen nicht-mehrheitlichen Herkunftsmerkmalen begegne, ist mir das sofort bewusst – so sehr, dass ich bei Grillhähnchen-gebräunten Menschen auf einer kleinen Ebene überlege, ob sie vielleicht doch so geboren wurden. Vor allem aber: Wenn ich einer Weißen begegne, ist mir das nicht bewusst – sie hat gar kein Merkmal, sie ist einfach da, norm-al. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das instinktive Registrieren der Abweichung auf mein Verhalten auswirkt, ist groß. Und das ist halt bereits Rassismus. Im besten Fall reflektiere ich es (und bin auch noch stolz darauf), aber es ist da.

§

Dazu passt hervorragend dieses ausführliche Interview mit der immer wieder bestürzend klaren Denkerin Carolin Ehmke. Es dreht sich um Intimität und Politik:
„’Einfach nur privatistisch Intimitäten ausplaudern, kann nicht zielführend sein.’“

Zum Artikel über Rasssismus oben passt:

Ich wehre mich gegen die machtvolle Konstruktion von Kollektiven, von Zuschreibungen kollektiver Identität, gegen die Negation von Individualität, weil ich darin den Ursprung von Ausgrenzung oder Gewalt antizipiere. Mit dem Unsichtbarmachen von Individualität und Vielfalt, mit der Repression von Differenzen, mit dem Erfinden von Normen und Codes, die manche ein- und andere ausschließen, beginnen jene Mechanismen von Exklusion, die aus manchen Menschen weniger wertvolle, weniger schutzwürdige Menschen machen.

Woran ich dabei allerdings herumkaue: Denken in Mustern, Stereotypen, Gruppen ist grundmenschlich, so funktioniert das menschliche Lernen. Ist die Technik der Deduktion nicht im Grunde Stereotypisierung? Kommt die Wahrnehmungsforschung nicht immer wieder auf die Gestalttheorie zurück? Aber was bedeutet das für unser Zusammenleben in einer Gesellschaft?

Je älter ich werde, je mehr ich lerne, nachdenke, umso weniger komme ich zu Ergebnissen. Soll ich es mir einfach gemütlich in der Aporia einrichten?

Sehr gefreut habe ich mich über Ehmkes Vergleich von Religiosität mit Liebe: Damit erkläre ich mir das nämlich auch. So wenig, wie man jemanden über Argumente dazu bringen kann, einen Menschen zu lieben (oder zu begehren, würde Ehmke ergänzen), kann kam jemandem religiösen Glauben ein- oder ausreden; er ist da oder eben nicht.

Journal Samstag, 9. Juli 2016 – Kochen, Backen, Essen

Sonntag, 10. Juli 2016

Ich wachte wacklig auf – wie schon ein paar Mal vergangene Woche war mir schwindlig, ich fühlte mich schwach, wurde manchmal von Übelkeitswellen erfasst. In der Arbeit bedeutet das Zusammennehmen und Anstrengung, am ersten ganz freien Wochenende seit Langem konnte ich mich gehen lassen. Also blies ich meine Schwimmpläne ab.

In aller Gemütlichkeit mahlte ich die am Vorabend geschälten Mandeln und buk neben Frühstückskaffee und Internetlesen eine Aprikosentarte.

160709_01_Aprikosentarte

(Ungefiltert: Die Früchte waren wirklich so knallfarben.)
Bis ich sie aus dem Ofen holte, war ich gereinigt und angezogen.

Einkaufsrunde mit Herrn Kaltmamsell. Wir spazierten zum Eataly. Da ich den Laden noch nie so leer gesehen hatte (gegen 12 Uhr nur ein paar versprengte Touristen), sah ich mich diesmal wirklich gründlich um. Im Einkaufskorb landeten allerdings wieder Guanciale, Schinkenabschnitte, Käse – die Speisen fürs Wochenende waren bereits geplant. Auf dem Rückweg Besorgungen im Biosuper- und im Drogeriemarkt.

Da der jüngste Ernteanteil eine junge gelbe und eine junge grüne Zucchini enthalten hatte, probierte ich zum Mittagessen den erst jüngst auf Twitter gelobten Zucchinisalat von 2010 aus, hier Ankes Rezept. Schmeckte wirklich sehr gut.

160709_03_Zucchinisalat

Auf Twitter enspann sich eine Diskussion über das Hobeln der Zucchini: In meinem Fall hatte Herr Kaltmamsell das mit einem Gurkenhobel übernommen – ich hatte mir beim letzten Mal ordentlich in einen Nagel gesäbelt. Mein Kartoffelschälmesser ist nämlich von diesem Typus (Prägung aus dem Elternhaus, anders kann ich’s nicht) und nicht von diesem – damit geht kein Dünnhobeln.

Als zweiten Gang gab’s gerade abgekühlte Aprikosentarte.

160709_05_Aprikosentarte

Ja, mit frisch selbst geschälten und gemahlenen Mandeln schmeckt sie besser.

Nach ausführlicher Siesta (das sonnige Wetter draußen rief Erinnerungen an Spanienurlaube meiner Kindheit hervor und die damaligen Siestas) kochte und buk ich die Bagels, die ich am Vorabend angesetzt und geformt hatte. Ich hatte mich ein wenig gesorgt, weil sie kaum aufgegangen waren, doch das Ergebnis war tatsächlich perfekt: kleinporige, aromatische und gummige Bagels.

Zeitunglesen auf dem Balkon, dann ging ich bei schmissiger Musik den Bügelberg an: Ich hatte morgens gewaschen, einige schwierig zu glättende Leinenstücke hatten genau den idealen Trockengrad.

Abendessen bereitete Herr Kaltmamsell zu: Er verarbeitete Blumenkohl aus Ernteanteil und Kartoffeln zu einem elaborierten Curry, Aloo Gobi.

160709_09_Blumenkohlkartoffelcurry

Dieser Aromenreichtum war der perfekte Weg, mir Blumenkohl unterzujubeln. Wobei ich gar kein so großes Problem mit zubereitetem Blumenkohl auf dem Teller habe wie mit der Zubereitungsphase, genauer: mit dem Geruch von kochendem Blumenkohl. Doch selbst dieser wird bei Aloo Gobi vom Duft der Gewürze überdeckt. Dazu tranken wir Gin&Tonic.

Journal Freitag, 8. Juli 2016 – Rosé am Balkon

Samstag, 9. Juli 2016

Noch ein Sommertag, ich meckere ja schon gar nicht mehr. Zumal er wieder nur schön warm, aber nicht heiß war.

160708_02_Theresienwiese

Nochmal Theresienwiese, wie sie ihrem Namen gerecht wird.

§

Früher so:
BOAH! ICH HAB EINE IDEE! UND JETZT BEGEISTERE ICH SO LANGE RUM, BIS ICH SIE UMSETZEN DARF!

Heute so:
Hoppla. Mir ist gerade eingefallen, wie man das lösen könnte. Oh je, und das würde auch gleich noch ein paar andere Probleme mit lösen. Aber was das wieder für Kämpfe werden. Und so viel Arbeit!

Wenn das vielleicht bloß das Klimakterium ist, darf ich auf eine Rückkehr des Früher hoffen? Irgendwann?

§

Ich hatte wieder fünf Tage auf Alkohol verzichtet, um mir zu beweisen, dass ich kein Alkoholproblem habe. Gestern Abend gab es als Aperitiv erst mal Gin&Tonic – OH GOTT, WAR DER GUT! Nein, ich meine keineswegs nur den Geschmack, ich meine durchaus die Instantbeschwipsung nach dem ersten Schluck. Darf ich einfach Alkoholikerin sein, ohne ein Alkoholproblem zu haben? Ginge das?

160708_03_Balkonessen

Erst war’s das Wetter, dann waren’s die Termine – gestern gab es mit großer Verzögerung endlich Salade niçoise auf dem Balkon. Mit Rosé (Erdbeer, Vanille).

§

Die nächste britische Regierung wird von einer Frau geleitet werden.
Aber, wie Laurie Penny schmerzlich genau kommentiert:

This is the feminist revolution in the same way that the Charge of the Light Brigade was a military triumph.

(Gnihihi.)

„A Tory leadership race between two women is not a feminist revolution“.

The truth is that women are not, in fact, magic. Women are, in fact, people, and people who happen to be female are no less complicated and unpredictable than those who happen to be male. Women have just as much capacity to be venal, petty and egomaniacal as men do, although they are less likely to be indulged in such behaviour. Women have just as much potential for crashing incompetence as men, although female mediocrity is far less frequently rewarded with jobs in government.

Journal Donnerstag, 7. Juli 2016 – Lesenreden mit Sommerfarben

Freitag, 8. Juli 2016

Ein astreiner Sommertag, und dabei nicht mal heiß.

160707_01_Turmaussicht

Ausblick aus dem Arbeitsfahrstuhl. Auf der Baustelle stand mal der TÜV.

Abends treffen mit Lesegruppe. Ich hatte What Maisie knew in jeder freien Minute noch bis zur Hälfte gelesen, doch es war nur eine Mitleserin, die es ganz gelesen hatte, ein paar sogar überhaupt nicht. Vielleicht sind wir ja gar keine Leserunde. Bis zur Hälfte hatte mir der Roman sehr gut gefallen, ich freue mich schon auf die zweite Hälfte (und schreibe dann mehr).

Heimweg durch die Dämmerung vorbei an Gemeinschaftsfernsehinseln – gestern war wieder Fußball.

160708_07_Wittelsbacherbruecke

Wegen Fußballs wieder mit Ohrstöpseln ins Bett.

Journal Mittwoch, 6. Juli 2016 – Isarlauf im Abendlicht

Donnerstag, 7. Juli 2016

Wenn die Tage schon so lang sind, und wenn schon für gestern eher kühle Temperaturen angekündigt waren, legte ich einen abendlichen Isarlauf ein.

Die gewohnte Strecke vom Friedensengel zum Föhringer Ring und zurück sah in der schrägen Abendsonne ganz anders aus.

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160706_12_Abendlauf

§

Wir sind alle unvernünftige Volltrottel.
„Why you can’t trust yourself“.

Acht Gründe, warum man Selbsteinschätzung und eigene Urteile immer wieder reflektieren sollte, zum Beispiel:

If you’re like most people, then you tend to make terrible decisions based on your emotions.

Oder:

Your memory sucks

As humans, we need an identity, a sense of ‘who’ we are, in order to navigate complex social situations and, really, just to get shit done most of the time. Our memories help us create our identities by giving us a story of our past.

In this way, it doesn’t really matter how accurate our memories are. All that matters is that we have a story of our past in our heads that creates that part of the sense of who we are, our sense of self.

Und da soll ich mir was auch immer zutrauen? Wenn ich mich so wenig auf mein zukünftiges Ich verlassen kann?
Es ist eine erheblich vernünftigere Idee, einen wohlgesonnenen Menschen um Entscheidungshilfe zu bitten, der einem schon lange zusieht und aus Beobachtungen logische Schlüsse folgern kann.