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Brightonjournal Samstag, 11. April 2015 – einmal gemischtes Wetter

Sonntag, 12. April 2015

Am letzten Urlaubstag nochmal den Wecker für einen Lauf auf dem Undercliff Walk gestellt. Er war wundervoll, auch bei düsterem Himmel, Wind und auf der zweiten Hälfte immer stärker werdendem Regen. Ein Möwenschwarm stand wie ein Mobile im Sturm.

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Hinweg

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Was eine Laufstrecke perfekt macht: Klo!

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Auf den letzten Metern kaufte ich zwei dicke Samstagszeitungen (Guardian und Daily Telegraph), die gerade noch Zeit hatten, fast so nass zu werden wie ich.

Während ich ausgiebig heiß duschte, schaltete irgendwer das Wetter komplett um. Zum Morgenkaffe trat ich unter nahezu wolkenlos blauem Himmel vors Haus. Und so blieb das Wetter den Tag über, wenn auch windig.

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Meine Pläne für den Tag: Noch möglichst viele Köstlichkeiten essen.

Mittagessen bei Food for Friends: Hier bekomme ich zuverlässig das inspirierendste Essen von ganz Brighton. Liebevoll zusammengestellt, immer wieder überraschende Geschmäcker und Kombinationen, großartige jahreszeitliche Zutaten. Dass das Ganze fleischlos ist, ist völlig irrelevant. Eine Entdeckung war dieses mal ein Limo: Luscombe Damascene Rose Bubbly, dessen Zutaten wahrscheinlich sogar den strengen Ansprüchen von katha standhalten.

Wir teilten uns drei Vorspeisen (knusprig panierter Seidentofu, drei Tahini-Dips, Persischer Gurkensalat), dann hatte ich mit Feta gefüllte Champignons mit Rübengratin und Pesto, der Begleiter einen Kartoffelkuchen mit Spinat, Artischocke, Rote Beete, Zwiebelring.

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Rückfahrt sichergestellt. Stehen wir halt noch eine Stunde früher auf.
Die “Visit Brighton”-Büros gibt es tatsächlich nicht mehr; statt dessen sind die offiziellen Anlaufstellen für Informationen jetzt Hotels, Museumsshops oder Busticketschalter.

Hochleistungsklamottenkauf des Reisebegleiters: Er ging wieder in den Laden, der ihm vor zwei Jahren bereits zwei umgehende Lieblingshemden verkaufte, und verließ ihn mit drei Hemden und einer Hose – sowie als Geschenk des Hauses für den Großeinkauf einem Paar Socken. Davor hatte er bereits einen Hut und eine Mütze gekauft (auf die ich ihn hingewiesen hatte).

Rumlungern auf dem Pier und in Cafés (mein erster Banoffee Pie! sehr gut!). Ich las The Shepherd’s Life aus, dazu später mehr, auf jeden Fall dicke Empfehlung.

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Brightonjournal Freitag, 11. April 2015 – Royal Pavillon

Samstag, 11. April 2015

Lange geschlafen, Kaffeetrinken im Red Roaster.

In noch einen Schuhladen geschaut – das mit den bestellten Schuhen bei Office hatte dann doch nicht geklappt: “Unfortunately the order failed and you will be refunded today.” Aber jetzt habe ich statt chinesischer Billigware britisches Design von Tracey Neuls.

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Das Frühstückscafé, das Eggs Benedict angeboten hatte, fand ich leider nicht mehr. Dann gab’s eben frühes Mittagessen bei China China.

Als Verdauungsspaziergang gingen wir ausführlich Baggergucken an der Baustelle des i360:

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Hier finden Sie das sogar als Filmchen.

Den Nachtmittag verbrachten wir im Royal Pavillon, dem eigenartigen Junggesellenschlösschen, das zum Wahrzeichen von Brighton wurde. Ausführlich hatte ich ihn nur einmal besichtigt, und das muss mehr als zehn Jahre her sein. Seither wurde weiter renoviert, außerdem gibt es einen sehr nützlichen Audioguide. In den Räumen darf man nicht Fotografieren; der Audioguide erklärt das mit den zahlreichen Leihgaben darin, die nur unter dieser Auflage überlassen wurden.

Ein Päuschen mit Tee auf der Schlossterrasse, Eichhörnchen beobachtet, Ringeltauben, Möwen und Stare.

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Der Reisebegleiter hatte herausgefunden, dass wir bei unserer Rückreise Hindernisse überwinden würden müssen: Am Reisetag findet in Brighton ein Marathon statt, der Busbahnhof, von dem aus wir nach Heathrow zurückfahren wollten, wird nicht bedient. Was tut die handelsübliche Touristin in solch einer Situation: Sie fragt bei bei der Tourist Information um Rat. Auf der Suche nach den in Karten angegebenen Büros (die wir auch von früheren Besuchen kannten) liefen wir dreimal im Kreis und stellten fest: Brighton hat die Tourist Information möglicherweise abgeschafft. Wir werden weitersuchen müssen.

Brightonjournal Mittwoch, 8. April 2015 – Leichtgelaufen

Donnerstag, 9. April 2015

Mich für einen Morgenlauf wecken lassen, trotz gutem Nachtschlaf mit der schweren Last auf den Schultern aufgewacht, die mich schon die vergangenen Tage verdüstert.

Meiner Idee gefolgt, nicht hinaus nach Osten zum Undercliff Walk zu laufen, sondern nach Westen, Hove. Mir von diesen anderthalb Stunden die Last von den Schultern nehmen lassen.

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Die Bänke an der Promenade sind meist gestiftet (wie auch Bänke in Parks) und Verstorbenen gewidmet. Diese hier fiel mir wegen ihres Blumenschmucks und ihrer Beschriftung auf: Sie ist einem kleinen Buben gewidmet.

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Der Tag wurde noch wärmer; das erste ernsthafte Frühstück konnten wir draußen essen.

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Nachmittags nach vielen Jahren mal wieder ins Sea Life – kuriose Mischung aus wirklich interessanten Fischen (Hauptattraktion: Rochen in vielen Sorten und Größen) und viktorianischer Architektur.

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Abends nochmal ganz fein Essen: 24 St. George. Französisch beeinflusst und köstlich, Portionen Nouvelle Cuisine, schöner Wein dazu.

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Lauch-Kartoffel-Süppchen

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Für mich: “Lobster, blue cheese, tarragon, lemon gel and apple”

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Für den Begleiter: “Scottish scallops, pork belly, salt baked pineapple, cauliflower and soy glace”

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Für mich: “Wild sea bass with chicken, dauphinoise potatoe, fricasse of mushrooms and pumpkin puree”

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Für den Begleiter: “Cod with salted cod croquette, red pepper, saffron & squid risotto in squid ink sauce”

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Für jeden von uns: “Locally made cheeses”

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Brightonjournal Dienstag, 7. April 2015 – Urlaub unter Palmen

Mittwoch, 8. April 2015

Erst die Pflicht, dann das Vergnügen. Der Dienstagvormittag gehörte dem Einkaufen. Allerdings gönnte ich mir erst mal einen Spaßpunkt von meiner Liste: Bei Waterstones das Buch von @herdyshepherd1 geholt.

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(Bild: Herr Kaltmamsell)

Dann eisern nach Hosen gesucht (ähnlich wie Schuhe ist hier das Risiko bei Onlinekauf zu groß, die müssen anprobiert werden). Schon aus dem dritten Laden kam ich mit vier Stück raus (ausbeuterische Billigware, leider), davon zwei reine Bürokleidung, war somit abgehakt.

Das mit den Schuhen wurden anstrengend. Von den drei Paaren, die ich beim Schaufensterbummeln entdeckt hatte, fragte ich bei zweien nach meiner Größe. Einer wurde mir nach längerem Warten in meiner Größe gebracht, allerdings in einer anderen Farbe. Der Vorschlag: Ich könne ihn ja in der vorrätigen Farbe probieren und bei Passen in der anderen bestellen. So machte ich es, denn er passte. Damit allerdings begann ein komplizierter Prozess. Die freundliche Verkäuferin bestellte an einem Tablet und brauchte dafür von mir praktisch alle persönlichen Daten – warum nicht, stehen eh im Internet. Als wir bei meiner Wohnadresse ankamen, scherzte ich dann doch, dass die für eine Abholung der Schuhe hier im Laden aber schwerlich relevant sein könne. Woraufhin ich erfuhr, dass ich die Schuhe gar nicht im Laden abholen konnte, sie müssten mir zugestellt werden. Nein, nach Deutschland ginge das nicht – vielleicht an meine vorübergehende Adresse in Brighton? Ich wies darauf hin, dass ich da zu Lieferzeiten gar nicht da sein würde. Ob ich sie nicht einfach in diesen Laden liefern lassen könnte? Nein, der Laden sei keine zugelassene Lieferadresse.
Ein herbeigerufener Kollege hatte die Idee, die Schuhe in den Laden nebenan liefern zu lassen. Einverstanden. Dann stellte sich heraus, dass die Bestellung mit meinen Angaben in Deutschland (Telefonnummer, Rechnungsadresse) nicht abgeschickt werden konnte. Es wurden irgendwelche englischen Daten eingegeben, Telefonnummer und E-Mail-Adresse hinterließ ich auf einem Zettel. Nun bin ich gespannt, ob und wann sich jemand meldet.

Spaß war wieder die Einkaufsrunde durch Waitrose: Süßstoff (hier gibt es Sweetex: viel konzentriertere Tablettchen, eine Packung hält bis zu zwei Jahren), Backpulver und Backnatron (hier für spottbillig und in Dosen zu bekommen statt in teuren und unpraktischen Einzelpackerln), Vanilleessenz.

Gegen den Mittagshunger Dim Sum im verlässlichen China Garden.

Neu getestet: Cheung Fun – Glibberteigrollen in Erdnuss- und Hoisinsoße, sehr gut.

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Mein Favorit: “Glutinous rice wrapped in lotus leaves (Chicken, Pork & Shrimp)”

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Ebenfalls neu: Dampfnudeln mit Puddingfüllung (“steamed cream paste buns”)

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Ein alter Bekannter: “char siu” buns (pork)

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Letzter Einkauf waren zwei Kilo Kaffeebohnen im Red Roaster, dann hatte ich frei.

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Wir spazierten gemütlich den sonnigen Undercliff Walk entlang, bei Flut, bis Rottingdean.

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Must I?

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(Bild: Herr Kaltmamsell)

Idyll in Kipling Gardens und der Beweis: Urlaub unter Palmen (die gibt’s hier an allen Ecken, aber selten kann man sich unter eine so schön legen).

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(Bild: Herr Kaltmamsell)

Im White Horse mehr Cider: Der linke wurde als schwedischer Beerencider angepriesen, schmeckte eher nach aromatisiertem Limo.

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Zurück in der erotischen Unterkunft fühlte ich mich dann doch ein wenig durchgefroren – aber wozu gab’s denn im Schlafzimmer die erotische Badewanne?

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(Bild: Herr Kaltmamsell)

Und so sah ich zum ersten Mal in der Badewanne fern. Es kam nämlich eine Folge der hochinteressanten BBC-Serie über britische Ernährungsgeschichte Back in time for dinner, gestern waren die 80er dran: Einzug der Mikrowelle in Küchen, die Erfindung abgepackter Sandwichs (trug zum Verschwinden der echten Mittagspause bei, weswegen in London viele traditionelle Innenstadt-Pubs Geschäft verloren, zu Wine Bars wurden), Nouvelle Cuisine, walisische Minenarbeiter im Streik (die mangels Geld auf Nachkriegsrezepte zurückgriffen), Siegeszug von Mc Donald’s und Burger King, die Briten entdecken Wein, Fertiggerichte für die Mikrowelle (technischer Fortschritt, der eine Kühlkette bei 1-5 Grad ermöglichte, wohl deutlich schwieriger als Gefriertransport), Anspringen der Diätmaschinerie. Zu Letzterem wurde zwar bemerkt, dass damals nur 6% der Bevölkerung als stark übergewichtig eingeordnet worden seien, heute über 25% – doch ein Bezug zwischen Diätkult und dieser Entwicklung wurde nicht hergestellt.

Brightonjournal Ostermontag, 6. April 2015 – Lauf und Markt

Dienstag, 7. April 2015

Ich hatte mir den Wecker gestellt: Laufen am Undercliff Walk, der nach meinen neuesten Informationen wieder ganz begehbar sein sollte. Und so war es auch. Außerdem schien die Sonne!

Ich genoss meinen Lauf mit Blick auf die von der Ebbe freigelegten Steine, sah Dohlen, Möwen, mögliche Wiesenpieper. Hinter dem großen Asda-Supermarkt war ich wieder von köstlichem Gebäckgeruch umhüllt (Croissants?), gehört für mich fest zu diesem Morgenlauf. Nachdem mich auf dem Hinweg die wärmende Sonne von vorn beschienen hatte (das Stirnband hatte ich schnell weggesteckt), fühlte sich das Wetter auf dem Rückweg völlig anders an: Ein eisiger Gegenwind ließ mich schnell das Stirnband aufsetzen.

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Dusche, Kaffee im Red Roaster.

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Spaziergang hoch zum Race Course, weil dort der Bank Holiday Market angekündigt war, der mich schon am Ostermontag 2011 sehr fasziniert hatte.

Auf dem Weg dorthin auf Höhe Queen’s Park ein merkwürdiges Bauwerk, das meine Recherche als Pepper Pot identifizierte. Sehr charmant: Kein Mensch weiß, wozu es ursprünglich erbaut wurde, nur dass das 1830 geschah.

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Der Market war eine Schatzkiste. Den billigen Fleischjakob gab es wieder, ebenso Paradiese für Hochzeitsgeschenke.

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Im Gegensatz zu vor fünf Jahren aber war das Speisenangebot erheblich breiter: Die Streefood-Welle ist auch hierher gespült. Neben englischem Hotdog, Burger, Chips sowie den vertrauten Thai und Indian Food gab es unter anderem: Healthy Mexican, Paella, deutsche Bratwurst (hat man hier gerade sehr, wird mit Sauerkraut und gebratenen Zwiebeln in der Semmel serviert), polnische Pierogi und Krakauer, dänische Wurst, ein Stand mit verschiedenen Sorten Mac’n Cheese. Der Begleiter wagte sich an die Spezialität Poutine am Stand “Fresh from the Alps”: Pommes mit Bratensoße, darüber gebratene Zwiebeln und Raclettkäse, frisch geschmolzen, dazu gebraten Speck und eine sehr europäische Wurst (will heißen: im Gegensatz zu britischen sausages geräuchert und ganz aus Fleisch bestehend).

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Der Besteller war zufrieden, ich kostete von Wurst und Käse: durchaus schmackhaft. Was die kanadische Eigentümlichkeit Poutine mit den Alpen zu tun haben sollte, bekamen wir nicht heraus, aber was wissen wir schon vom Streetfood entlegener Bergtäler.

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Wir gesellten uns zu den feiertäglichen Mußetuern, erst im Queen’s Park (manche der hiesigen Möven kommen mir geradezu schafsgroß vor), dann in Kemp Town (in einem Pub höchst interessante Ciders kennengelernt: einen rustikal hefigen und kohlensäurearmen und einen sehr spritzig aromatischen Aspall, den ich mir merkte – umgehend zu meinem neuen Lieblingscider geworden), schließlich auf dem Pier.

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Gleich mal Notizen für einen späteren Techniktagebucheintrag gemacht: Computerspiele sind Teil der Amusementgeschichte geworden.

Das Rote auf Stirn und Nase, das wir anschließend im Spiegel sahen, war dann doch möglicherweise ein Sonnenbrand.

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Fürs Nachtmahl ums Eck zum Inder. Auf dem Weg zurück in die Unterkunft strich ich bereits meine nächstmorgentlichen Laufpläne: Muskeln und Knochen meiner Beine und Füße fühlten sich an wie nach einer fünfstündigen Wanderung.

Brightonjournal Ostersonntag, 5. April 2015 – Brighton Beer

Montag, 6. April 2015

Lang geschlafen. Sehr lang geschlafen. Der Alkohol des Vorabends saß mir doch noch im Gehirn, zumindest verschonte er mich mit Migräne. Aber den geplanten Lauf den Undercliff Walk entlang strich ich.

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Kaffee im Red Roaster und ein Spaziergang nach Hove taten gut, ich bekam Hunger. Wir kehrten ein ins Brighton Beer Dispensary. Als ich mir das Angebot an Fassbier ansah, bekam die Barmaid schnell heraus, dass ich aus Deutschland kam – und wechselte in perfektes Deutsch. Ich bat um Beratung zu lokalem Bier und entschied mich für ein Pint des als besonders hopfig bitter beschriebenen Brighton Thirty Three sowie ein Pint Brighton No Name Stout. Beide schmeckten gut, das helle Bier aber besonders aromatisch, mit ganz leichten Aprikosen- und Hollerblütenanklängen.

Dazu gab es anständigen Sunday Roast (ebenso wie das Bier an der Theke geordert und bezahlt), für mich Schweinebauch, für meinen Begleiter Rinderbraten.

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Die Geschäfte hatten fast alle geschlossen, dennoch waren viele Menschen unterwegs. Wir schlossen uns dem allgemeinen Schaufensterbummel an, ich merkte mir in einem Geschäft schon mal drei paar Schuhe vor.

Spätnachmittags ins Kino: Cinderella. Nett, aber etwas mehr neue Ideen hatte ich mir schon erhofft; da war Drei Nüsse für Aschenbrödel bereits weiter.
Dass Kenneth Branagh und Patrick Doyle mal bei so einem Film landen würden, hätten wir vor 25 Jahren sicher nicht gedacht.

Heimweg mit viel West-Pier-Gucken.

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Brightonjournal Freitag/ Samstag, 3./4. April 2015 – Frühlingsmenü

Sonntag, 5. April 2015

Anreise am Freitag problemlos, wenn auch lang.

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(Bild schief, weil das Flugzeug ja beim Starten schräg liegt.)
Es gibt zwar inzwischen auch wieder Direktflüge München-Gatwick (von dort ist man in einer Stunde per direkter Bahnverbindung in Brighton), aber nur um nicht urlaubskompatible Zeiten. Also wieder die gut zweistündige Ochsentour mit dem National Express von Heathrow, auf der alle Terminals von Heathrow und Gatwick abgeklappert werden. Außerdem kam der Busfahrer 15 Minuten zu spät.

In Brighton empfing uns Regen. Nach Wiedergewinnen der Fassung über unsere Unterkunft und erstem Einrichten: Richtiges Ankommen im nächstgelegenen Pub.

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Unruhiger Schlaf, früh wach geworden – die Matratze dieses riesigen Erotikbetts ist eigenartig versinkig, daran muss ich mich erst mal gewöhnen.

Kaffee im ersehnten Red Roasters, wo sich so früh Hundebesitzer und -besitzerinnen nach dem Gassigehen trafen. Also nicht nur köstlicher Cappuccino, sondern auch noch schöne Wauzis.

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Wir hatten es nie geschafft, einen Samstag in Brighton zu verbringen, deshalb auch nie den samstäglichen Farmers Market mitbekommen – das sollte dieses Mal anders werden. Wir spazierten ein halbes Stündchen hinauf zur im Internet angegebenen Adresse.
Da war aber nix. Gar nix.

Also zurück zum ständigen Open Market, wo schöne 30er-Musik erklang – weil, wie wir feststellten, eine kostenlose Tanzstunde dazu stattfand.

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Der Regen hatte mittlerweile aufgehört, doch es blieb grau und kühl.

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Für den Abend hatte ich noch von München aus im Restaurant Graze in Hove reserviert, das war uns von früheren Besuchen in guter Erinnerung, auch die Weine dort.

Wir spazierten im letzten Abendrot an der Uferpromenade dorthin und ließen uns das achtgängige Frühlingsmenü servieren, inklusive Weinen. Es schmeckte alles sehr gut, doch mein Lieblingsgang war die Taubenbrust mit Kaffee-Gänseleber. Die Weine waren ganz hervorragend dazu ausgesucht, zum Beispiel kam anders als auf der Karte angekündigt zur Taubenbrust ein andalusischer 20 Degrees, Tierra Hermosa ins Glas, der sofort auf meine Nachkaufliste kam.

Bei Einschenken meinte der Herr Bedienerich es immer besonders gut mit uns; die letzten vier Gläser trank ich lieber nur halb, mein Begleiter übernahm den Rest. Zum Ausgleich unterstützte ich ihm auf dem Heimweg durch beherztes Lenken.