Fotos

Journal Mittwoch, 19. August 2015 – Gerippte

Donnerstag, 20. August 2015

Seit Sonntag hat das Wetter wirklich umgeschlagen, nach 34 Grad am Mittwoch vor einer Woche kam die Luft unter grauer Wolkendecke gestern nicht mal auf 20 Grad.

Nach der Arbeit wieder nach Untergiesing zu einer Hüpfstunde geradelt.
Ein technisches Detail der vergangenen Woche habe ich im Techniktagebuch beschrieben – allerdings will mir die Redaktion nicht glauben, dass man a) Musikkassettenmusik ohne Veränderung der Tonhöhe schneller und langsamer drehen konnte, b) dass das „pitchen“ heißt, weil doch Pitch gerade die Tonhöhe sei. Gibt es Hüpferinnen/Hüpfer, die dazu etwas sagen können?

Eine sehr freundliche Leserin hat mir zu Ebbelwoigläsern verholfen – sehen sie nur, wie wunderschön sich das Licht im Gerippe bricht.

150820_Ebbelwoiglas_5

§

Weiter mit Flüchtlingsgeschichten: Das SZ-magazin sammelt Erlebnisse und Begegnungen.
„‚Die Vorurteile gehen über Bord‘.“

Journal Samstag, 15. August 2015 – Geländegängigkeit

Sonntag, 16. August 2015

Ein Regentag war angekündigt, doch morgens blieb es trocken, und der Himmel riss immer weiter auf bis zu einer englisch vielfältigen Farbmischung. Die Abkühlung hatte sich gehalten, so kam ich zu einem wundervollen Sommerlauf an der Isar bei Thalkirchen. Zur Abwechslung nahm ich hinter der Brücke Maria Einsiedel die östliche Isarseite, die ich sonst unter anderem wegen des hohen Mountainbikeaufkommens meide.

150815_01_Isarlauf

150815_08_Isarlauf

Obwohl ich fast zwei Stunden lief, kam ich laut App nur auf 15,5 km. Das lag hauptsächlich daran, dass ich am Pullacher Ende des Weg weiterhin versuchte, so nah am Wasser zu laufen wie möglich und auf Wege geriet, die im Gebüsch oder in abschüssigem Ufer endeten; ich legte einige Kletterabschnitte ein.

150815_13_Isarlauf

Auf dem Rückweg begab ich mich sehenden Auges in die Schlacht mit den Mountainbikern und -bikerinnen: Ich nahm einen besonders interessanten Weg, den ich gut kenne und der als Geländeradelstrecke gilt; er ist aber auch gar zu schön.

150815_17_Isarlauf

150815_15_Isarlauf

Zum Glück kamen mir alle Radelnden entgegen, niemand von hinten. Und vor allem an schwierigen Stellen mit umgestürzten Bäumen oder Schlammlöchern war ich ohne sperriges Rad klar im Vorteil: Während die Biker noch ratlos nach einem Weg um die Stelle grübelten, war ich bereits wie eine Geiß um sie herumgesprungen.

Ich will endlich einen ungemein nützlichen Produkttipp weitergeben. Leider habe ich bereits vergessen, von welcher Kommentatorin hier ich ihn vor ein paar Jahren bekommen habe – herzlichen Dank! Es geht um den perfekten BH zum Joggen, wenn es ziemlich viel Masse festzuhalten gilt. Der Moving Comfort Juno ist das Beste, was ich je zum Laufen getragen habe. Ich verlinke hier den Hersteller, der BH wird von vielen Online-Shops angeboten, seltsame Farben gibt es deutlich billiger. (Meine beiden sind knalltürkis und oma-bordeaux, warum?)1

§

Brotteig für Fladenbrote zur sonntäglichen Grilleinladung zubereitet, auf dem Balkon gelesen, dabei eine Wespe beobachtet, die eine Rosine auf dem Sims (für die Amseln ausgelegt) systematisch aushöhlte. Gebügelt, Duolingo gespielt, mir von Herrn Kaltmamsell eine bodenlose Zucchinitarte servieren lassen (statt mit frischem Thymian mit frischem Estragon – hervorragend), zum Nachtisch auf ein Eis spaziert (in bereits unsommerlicher Kühle).

150815_wespe
(Foto: Herr Kaltmamsell)

§

Sehr interessant und sehr lustig:
„Web Design: The First 100 Years“.

Aufbereitetes Skript eines Vortrages, der Web Design erklärt am Beispiel der Entwicklung von Passagierflugzeugen in den vergangenen 50 Jahren. Der Titel sollte eigentlich lauten: „The Victory of Good Enough“.

via Techniktagebuch-Chat vor ca. 3 Wochen – so lange hatte ich den Tab offen, bis ich die Geschichte endlich las. Er wird mir fehlen, der Tab.

  1. Und wegen des Modellnamens wollen wir uns mal nicht so haben, sondern beschließen, dass uns jede antike Göttin recht ist, ok? []

Journal Mittwoch, 12. August 2015 – 12 von 12

Donnerstag, 13. August 2015

Hier sind wieder die Blogposts gesammelt, die den 12. des Monats mit 12 Fotos dokumentiert haben.

150812_01_Balkon

Es war das Foto, das Frau… äh Mutti aka DilemmaDeLuxe aka frau_frauchen auf instagram veröffentlicht hatte, das mich an #12von12 erinnerte, nicht allzu lang nach dem Aufstehen, nämlich beim Morgenkaffee auf dem Balkon.

150812_02_nuf_Buch

Ich öffente die Post, die am Vortag angekommen war: Das Buch von dasnuf mit Illustrationen von Beetlebum ist da!

150812_03_Baustelle

Von der geplanten Erweiterung der Medizinische Klinik und Poliklinik IV in der Ziemssenstraße, also in Sichtweite meines Balkons, hatte ich Anfang vergangenen Jahres in der Zeitung gelesen. Doch erst im März dieses Jahres hatten Bauarbeiten begonnen – die jetzt energischer werden. Auf dem Weg in die Arbeit per Rad dokumentierte ich sie.

150812_05_Bueroarbeiten

Den halben Arbeitstag verbrachte ich in einem Praktikantenbüro: In meinem, das ich mit einer Kollegin teile, wurden die ca. 40 Zentimeter tiefen Fensterbretter aus Holz erneuert.

150812_07_Mittagessen

Dort aß ich auch mein Mittagessen: Ich hatte eine Avocado mit selbst gemachtem Joghurt zermatscht und auf zwei Scheiben selbst gebackenem Roggenbrot verteilt, danach gab’s eine Kiwi. (Über die Kommentare von Kolleginnen zu meinen Mahlzeiten und was sie über unsere Essenskultur aussagen, wird noch gesondert zu schreiben sein.)

Gestern war der „Gesundheitstag“ der Organisation, mit Sportangeboten (Karate, Pilates), Blutdruckmessen, Vorträgen über „gesunde“ Ernährung (die laut Ankündigung allerdings lediglich die Diktate „Abnehmen ist immer gut“, „nur dünn ist gesund“ sowie „je niedrigerer Kaloriengehalt, desto gesünder“ wiederholten). Ich sah mich ein wenig um und stellte mich dem Kollegen zur Verfügung, der für die internen Medien fotografierte: Die AOK hatte ein Standfahrrad aufgestellt, dessen Bewegung an eine Getreidequetsche gekoppelt war und eine Hand voll Hafer bearbeitete – der Nachher-Zustand der Körner unterschied sich nicht wesentlich vom Vorher. Aber mein lachsfarbenes Sommerkleid hob sich sicher wunderbar vom grünen Hintergrund des AOK-Stands ab.

150812_08_Kolleginnengeburtstag

Eine Kollegin hatte Geburtstag und lud in den Multifunktionsraum (so wird er wirklich gennannt) zu Torten und Obst ein. Heiteres Geplauder und Geplänkel, das ist wirklich eine höchst angenehme Truppe.

150812_11_Wasser

Leitungswasser trinke ich gerne und viel, meist sogar etwas temperiert. Nur im höchsten Höchstsommer ist mir nach sehr kaltem und leicht aufgesprudeltem Wasser – da trifft sich, dass in der der Teeküche ein Leitungswasseraufsprudler steht.

150812_12_Isarstrand

Nach der Arbeit machte ich mich auf den Weg zum Sport. Auf der Wittelsbacherbrücke hielt ich an, um das Gewimmel am Isarstrand festzuhalten. Es war heiß.

150812_13_Stepstunde

Im Sportstudio stellte ich fest, dass ich diesmal tatsächlich meine Socken vergessen hatte. Statt zu fragen, ob es welche vor Ort zu kaufen gibt, beschloss ich, es ohne zu versuchen, nach acht Jahren mit diesen brauche ich eh neue Turnschuhe. War vor allem wegen der Einlagen eine rutschige Angelegenheit, Spaß hatte ich trotzdem (wir waren zu viert).

150812_15_Untergiesing

Vor dem Antreten des Heimwegs.

150812_16_Kopytka

Und auch gestern wurde ich abends bekocht. Zur Vorspeise gab es Pimientos de Padron aus der Pfanne, dann die restlichen Kopytka vom Vortag mit Tomatensoße, dazu Gurkensalat (ich genieße es ungemein, zu liebevoll und frisch gekochtem Essen nach Hause zu kommen).

150812_17_Duolingo

Abendvergnügen bei laufendem Fernseher: Duolingospielen in Spanisch und Italienisch, Schokoerdnüsse.

§

Tagebuchbloggen ist toll:
Hier beschreibt modeste, warum der Weg zur Kita fünf Minuten dauert, der Weg von der Kita aber fünf Stunden.

§

Versuchen wir es nochmal mit Aufklärung:
„Handys sind für Flüchtlinge kein Luxus“.

§

Journal Wochenende, 8./9. August 2015 – Gluthitze

Montag, 10. August 2015

Auch am Samstag gab’s den Morgenkaffee auf dem Balkon, doch eigentlich war es dort schon um 9 Uhr zu warm.

Herrn Kaltmamsell mit vorgehaltener Waffe gezwungen, einen Urlaub für sich zu buchen. Schon in den knapp fünf Wochen Sommerferien 2014 (Lehrer mit Nebenämtern arbeiten durchaus in der ersten und der letzten Ferienwoche, und dazwischen) war er nur daheim gewesen, dabei hätte ich zum einen die Wohnung durchaus auch gerne mal für mich, zum anderen wünsche ich mir, dass er hinausgeht, Abenteuer erlebt und mir dann davon erzählt. Er hatte für diese Sommerferien eine Reise angekündigt, doch bislang war sie nicht konkret geworden. Also drohte ich, dass ich bis Sonntagabend so lange quengeln würde, bis er etwas gebucht hatte – und warf ihm ein paar Tipps hin, was ihm gefallen könnte.

Ich radelte zum Schwimmen zum Schyrenbad, stellte dort fest, dass statt der sonst zwei nur eine Schwimmbahn abgeteilt war. In dieser wuselte es entsprechend vor Schwimmern und Schwimmerinnen, was viel Abstimmung beim Bahnenziehen erforderte. Doch schon nach meinen ersten tausend Metern waren wir nur noch zu fünft – diese professionellen Schwimmbadler wissen halt doch, was sie tun. Guter Schwumm, keinerlei Krampf in Sichtweite, gleich mal 200 Meter mehr geschwommen. (Selbstverständlich nicht am Ende, sondern dazwischen, also zweimal die Runde 17, weil’s mir da gerade einfiel, dass ich einfach ein bisschen mehr schwimmen könnte, und zweimal die Runde 28. Oh ja, das ist was ganz was Anderes, als zum Schluss zwei Runden anzuhängen.)

In der Sonne getrocknet und Musik gehört. Reste vom Abendessen gefrühstückt, dazu ein Dutzend Aprikosen, obwohl sie sich als mehlig herausstellten. In Gluthitze heimgeradelt, unterwegs noch im Supermarkt eingekehrt, Obst und Getränke gekauft. (Und Erdnuss-M&Ms, auf die ich am Vorabend so große Lust gehabt hatte.)

Zwetschgenkuchen mit Nussteig gebacken.

150808_Zwetschgenkuchen

Gazpacho zubereitet und kaltgestellt, den gab es zum Nachtmahl.

150808_Gazpacho_1

Zu Beginn der Nacht regnete es und kühlte wunderbar ab, ich schlief bei offenen Fenstern ein.

§

Beim sonntäglichen Morgenkaffee auf dem Balkon genoss ich die letzten Spuren der Regenkühle. Eigentlich war Wandern mit Herrn Kaltmamsell geplant gewesen, selbst als noch für Sonntag Regen angekündigt war – aber die jetzt voraussichtlichen 34 Grad hielten uns dann doch ab. Die richtige Entscheidung: Selbst meinen Isarlauf hätte ich lieber früh morgens angetreten. Aber ich wollte halt endlich den Text zu Auerhaus fertigschreiben.

Nach einer Woche steht fest: Die Mauersegler haben sich pünktlich zum 1. August verabschiedet. Am Samstag vor einer Woche hatte ich sie morgens noch schrill pfeifen gehört, seither weder gehört noch gesehen (anders als die Schwalben, die sind noch da).

Beim Laufen hatte ich zum Glück Wasser dabei. Zwar ging eine angenehme Brise, doch es war dann doch überraschend heiß. Allerdings kämpfte ich mit dem Gürtel und seinen vier Wasserfläschchen: Der Gummi ist völlig ausgeleiert, so dass ich nicht nur die Klettverschlüsse schon lang nicht mehr verwenden kann und statt dessen brutal knote. Doch auch die einzelnen Flaschenhalterungen aus Gummiband sind ausgeleiert, eine der vier kleinen Fläschchen fiel immer wieder heraus. Haben Sie gute Erfahrungen mit einem Trinkgürtelsystem gemacht, das Sie empfehlen können? In der Hand möchte ich nichts tragen, da ist schon der Fotoapparat.

Der Lauf selbst ging gut, immer wieder wunderbare Sommerlandschaftsanblicke.

150809_15_Isarlauf

Nach Duschen und kurzem Frühstück zum Kino geradelt (unter anderem weil mir eingefallen war, dass das Münchner Cinema mit seiner Klimaanlage mich schon vor mancher sommerlichen Gluthitze gerettet hat): Minions.
Nett, ich habe mich gut amüsiert. Allerdings wirkte der Film, als wäre das Drehbuch unterwegs dreimal umgeschrieben worden. Charaktereigenschaften tauchten überraschend auf, der Film wird immer wieder ein ganz anderer. Aber für alle Makel wurde ich gleich am Anfang entschädigt.

Zurück zuhause kochte ich spanischen Milchreis; kann man bei der Hitze gut als Snack herumstehen haben.

Mit Duolingo weiter Italienisch gelernt. Langsam beginnt sich der Wunsch nach einem Sprachurlaub in Italien zu formen, vielleicht sogar gleich nach meiner Probezeit im Januar. Haben Sie Tipps für organisierte Sprachreisen Italien? Oder eine Empfehlung für einen Sprachenschule/Sprachkurse vor Ort?

Zum eigentlichen Nachtmahl ging ich mit Herrn Kaltmamsell in den Schnitzelgarten (weil ja eigentlich eine Wanderung mit Einkehren geplant gewesen war, hatten wir nichts Substanzielles im Haus).

150809_24_Schnitzelgarten

§

Sehr gut beobachtet und ein interessanter Aspekt von Geschlechterstereotypen:
„Breathless: Why Can’t Straight Men Talk About Sex?“

Admittedly, I often find myself believing the double standard: Female sexuality is complicated, whereas men are Neanderthals who could have sex with a hole in the ground. But then you come across a sensitive guy, with complex desires, and you remember that navigating the labyrinth of sexuality is a hellish nightmare—for women and men both. Solidarity! For instance, last summer I was seeing this really sweet 24-year-old guy, and the first few times we got into bed he had trouble getting hard. It was sort of awkward because I could tell there was something he wanted from me that he couldn’t bring himself to articulate. It took multiple dates and extensive interrogation on my part for him to finally say that he wanted to be tied up and hit repeatedly in the face. I was like, “Dude, it would be my pleasure! I wish you’d felt comfortable enough to tell me earlier!”

When I talked to Hartley about this, she told me, “The other side of slut-shaming is man-shaming. We think, ‘Men only want one thing, they’ll fuck anything.’ Women think all we have to do is show up and he’ll get hard, so when he can’t, we say ‘What’s wrong with you?!’ rather than saying, ‘Hey sweetie, are you uncomfortable? Is it too hot? Are you worried about the test tomorrow?’ In reality, many men prefer or require intimate connection with their partner. We forget that the penis is a very reliable emotional barometer.”

(…)

Part of our cultural baggage is that women are supposed to be innocent while men are supposed to know everything about sex, but where are they supposed to get this knowledge from if no one’s talking about it openly? We have to stop gendering the emotional experience and start teaching boys that “real men” talk about their feelings too.

Journal Freitag/Samstag/Sonntag, 31. Juli bis 2. August 2015 – Sommerabende

Montag, 3. August 2015

Den ganzen Freitag freute ich mich auf die Abendverabredung mit Herrn Kaltmamsell: Wir feierten den Ferienanfang in der Acetaia. Wie erhofft konnten wir draußen sitzen und die Abenddüfte genießen. Wir aßen sehr gut (beim selbst gebackenen Brot müsste die Küche allerdings mit dem Salz aufpassen), ließen uns mit Wein begleiten. Darunter war die Entdeckung Elegia Primitivo di Manduria aus Apulien.

Das Heimradeln war vom Vollmond beleuchtet und ein wunderschöner Abschluss der Woche.

§

Am Samstag schlief ich aus und erwachte zu einem grauer Tag. Am Vortag hatte ich Duolingo auf spanisch fertig gespielt, es gab keine neuen Inhalte mehr. Ich begann den Italienischkurs dort, vielleicht lerne ich dadurch ja zumindest Grundlagen.

Zum Schwimmen war es mir eigentlich zu ungemütlich, Laufen hatte ich bereits für Sonntag geplant. Also stieg ich nach fünf Wochen Pause mal wieder auf den Crosstrainer und strampelte bei offenem Fenster.

Einkaufsrunde über Buchladen, Haushaltswarengeschäft und Bäckerei. Daheim Frühstück und eine Bügelschicht. Lange Siesta.

Herr Kaltmamsell bereitete das Nachtmahl, das zu 96 Prozent aus Ernteanteil bestand – nur die Eier im Zucchinigröstl nicht. Ganz hervorragend war der orientalische Krautsalat mit Karotten, geröstetem Kreuzkümmel, Zitronensaft, Olivenöl, frischer Minze.

150801_Nachtmahl

Treffen mit Freundin zu Cocktails: Die Angepeilte Goldene Bar war nicht nur noch geschlossen, sondern hatte auch ein Schild „Kein Zutritt“ vor der Tür – ein Angestellter erklärte uns auf Nachfragen, dass erst um 20 Uhr geöffnet werde (anders als auf der Website angegeben) und alle Plätze bereits reserviert seien. Sehr irritierend, machte mir nicht wirklich Lust auf einen weiteren Versuch.

Statt dessen zum Auroom geradelt. Auch dort auf allen Tischen „Reserviert“-Schildchen, doch an der Theke wurden wir gewohnt herzlich umsorgt und bedient. Die erste Runde sehen Sie hier. Es gab noch zwei weitere.

150801_Auroom_1

150801_Auroom_2

§

Sonntag hatte ich mir den Wecker gestellt, um vor der Fahrt zu Schwiegerelterns noch Laufen zu können.
Es war überraschenderweise regnerisch, aber das war mir egal. Ich kam dennoch zu einem schönen Lauf, eine Schirmmütze hielt die Tropfen von meiner Brille fern. Viele wilde Sommerblumen und viele Schwalben gesehen.

150802_Isarlauf_1

150802_Isarlauf_2

150802_Isarlauf_12

Schon während der Zugfahrt nach Augsburg wurde das Wetter minütlich besser, es endete als Sommertag. Bei Schwiegers gab es gefüllte Kalbsbrust und Familie. Meine Mutter erzählte Erlebnisse, die mein Vater (Jakobsweg) und ich (Klassenfahrt nach Griechenland) ohne sie hatten und schmückte sie mit Selbsterfundenem aus. Ich widersprach nicht.

Ich aß den ersten Zwetschgendatschi der Saison.

150802_Zwetschgendatschi_1

Journal Donnerstag, 30. Juli 2015 – gutes Essen und Sterntagebücher

Freitag, 31. Juli 2015

Letzte Vitamin-B12-Spritze in der Arztpraxis geben lassen – noch hat weder dieses noch das Eisenpräparat eine deutliche Besserung meiner Lippen bewirkt; zumindest die Mundwinkel sind nicht mehr entzündet.

Bei sonnigem, kühlen Wetter Fußmarsch in die Arbeit und zurück. Der Muskelkater vom Dienstagmorgen hatte in den hinteren Oberschenkeln nochmal eine Ladung draufgelegt, mein Gang hatte meinem Alter mindestens 20 Jahre voraus.

Die Theresienwiese veroktoberfestet weiter.

150730_Theresienwiese_2

Abends hatte Herr Kaltmamsell die Aubergine aus dem Ernteanteil in eine „Roast aubergine with Szechuan fragrant pork“ verwandelt – köstlich.

150730_Szechuan_Aubergine

Dazu hatte ich einen spanischen Rosé Merlot Altius aus der Cariñena aufgemacht – passte hervorragend und wurde zusammen mit den chinesischen Gewürzen noch fruchtiger.

Danach aß ich von der Elternbeute aus Südtirol Pseirer Weinkäse und Algunder Bergkäse – spektakulär aromatisch.

Echte Fassungslosigkeit beim Tagesschau-Gucken, wo Markus Beckedahl Stellung nahm zum Umstand, dass gegen netzpolitik.org allen Ernstes wegen „Landesverrats“ ermittelt wird – was, bitteschön, soll das? NSA-Gesetzesbrüche sind keine, aber Journalismus ist „Landesverrat“? Die Einstufung „VS-vertraulich“ der fraglichen Dokumente ist nicht mal besonders geheim.
(Leises Kichern über die Tagesschau-Formulierung „nach Ermittlungen der Süddeutschen Zeitung und des WDR“ – no na, wenn das Lesen eines Blogposts unter „Ermittlungen“ fällt.)

Herr Kaltmamsell zeigte mir eine deutsche Fernseh-Verfilmung von Stanisław Lems Sterntagebüchern – ich hatte ja keine Ahnung!

Journal Mittwoch, 29. Juli 2015 – schlechtes Essen, gutes Essen

Donnerstag, 30. Juli 2015

Wahrscheinlich gebricht es mir einfach an Vorstellungskraft: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen nicht gutes Essen schlechtem vorziehen. Wo doch gutes Essen gut schmeckt und wohl tut, schlechtes Essen hingegen traurig macht. Also ging ich mittags nochmal in die Kantine, der Speiseplan hatte als fleischloses Gericht eine „Hirtenpfanne mit Reisnudeln, Gemüse und Schafskäse“ angekündigt. Es war trauriges Essen, völlig verkocht und wässrig. Warum nur?

In der Etage, in der mein Büro liegt, arbeitet in einer anderen Abteilung ein Herr mit spanischem Namen. Man hatte mir schon zugetragen, er spiele mit dem Gedanken, mich auf Spanisch anzusprechen. Zum Glück (mein Spanisch ist alles andere als flüssig) erwischte er mich gestern in großer Runde, wir unterhielten uns auf Deutsch.

Als ich nach der Arbeit mit Ernteanteil nach Hause kam (Herr Kaltmamsell war wegen eines Sommerfestes verhindert), stand die Küche voller Köstlichkeiten: Meine Mutter hatte wie angekündigt Mitbringsel von ihrem Südtirolurlaub vorbeigebracht: Honig, Käse und Kaminwurzn. Und wenn sie schon mal da war, hatte sie gleich noch einen Fünf-Liter-Kanister andalusisches Olivenöl von der befreundeten Landwirtin Ramona Cucurull Casanovas mitgebracht (beachten Sie die Ortsangabe „Ctr. de Purchena a Urracal, Km. 0’8“, also Straße von Purchena nach Urracal, auf Höhe des Kilometers 0,8) – davon verbrauchen wir zu zweit im Jahr fast zwei (gutes Essen).

150729_Olivenoel

Zudem gab sie weiter, was einer ihrer Freunde regelmäßig von seinen Chinareisen mitbringt: Getrocknete Morcheln.

150729_Morcheln_2

Allerdings vier Schachteln davon. Hat irgendjemand der hier Mitlesenden Interesse an einer Schachtel getrockneter Morcheln? Im Ernst?

Zum Nachtmahl bereitete ich mir eine gigantische Schüssel frisch geernteten grünen Salats (gutes Essen).

§

Frauen werden ja überhäuft von Tipps, wie sich am besten verhalten, um nicht marginalisiert und diskriminiert zu werden. Zum Beispiel beim Sprechen. Hier die ultimative Liste von Tipps, die alle künftigen Listen mit Redetipps überflüssig macht:
„13 Tips on How To Speak While Female“.