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Journal Mittwoch, 13. Mai 2026 – Erschöpftes Arbeiten in den Urlaub

Donnerstag, 14. Mai 2026

Gut geschlafen, dennoch Stressgefühl beim Aufwachen: Weil letzter Arbeitstag vor Urlaub (ohne Vertretung), weil Tag vor Reise.

Kalter, düsterer Tag.

Das Frühlingsfest ist noch nicht ganz abgeräumt, da werden bereits wieder weite Teile der Theresienwiese aufgerissen, um an der drunterliegenden Oktoberfest-Infrastruktur zu arbeiten.

Am Schreibtisch Start mit Turbo – weil letzter Arbeitstag vor Urlaub. Kurzer Schreck (das englische dismay enhält auch das gefühlte Sinken des Herzes): Ich wollte für eine dringende Erledigung während meines Urlaubs eine Liste weitergeben, deren Aktualisierung sehr viel Arbeit gekostet hatte, und hielt sie kurz für verschwunden (dass Microsoft Office 365 eine Vielzahl von parallelen Speicherorten und -systematiken enthält, erschwert alles) (boshaftes Amüsement, dass Office 365 zudem ein so großes Sicherheitsrisiko darstellt, dass ihm in der aktuellen IT-Sicherheitsschulung ein eigenes Kapitel gewidmet wurde). Gründliches Suchen brachten mich zum Glück doch dorthin: Selber schuld, mein eigener Fehler bei der Dateibenennung hatte zu dem Schreck geführt.

Vormittags Unterbrechung durch spontane Geselligkeit – der Anlass, ein Abschied, war mir wichtig genug, dass ich meine anti-geselligen Befindlichkeiten beiseite schob und teilnahm.

Keine Lust auf Mittagscappuccino, weil eh überdreht, statt dessen Marsch um die Blöcke – in kühlem, aber trockenen Wetter, da ich diesmal an einen Schal gedacht hatte, fühlte ich mich warm.

Der Genossenschaftsbau Heimeranblock nach der Renovierung und Aufstockung auch bepflanzt, jetzt freue ich mich auf den späteren Anblick mit hochgekletterten und dichteren Pflanzen.

Zu Mittag gab es Apfel (fast so gut wie aus Ernteanteil) sowie Quark mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Emsiger Nachmittag, ich hing deutlich vor Arbeitsende erschöpft in den Seilen, man möchte meinen, ich sei urlaubsreif. Lass nachrechnen: Jepp, mehr als vier Tage am Stück hatte ich zuletzt in den Weihnachtsferien frei. Hoffentlich habe ich meine Berlin-Tage vor re:publica nicht zu voll gepackt, ich brauche echt Erholung.

Erledigtsein machte mich langsam, ich kam nicht ganz so früh aus der Arbeit wie geplant. Da bis zuletzt keine Vertretungslösung für meinen Urlaub auftauchte, hinterließ ich lediglich eine Mail mit Links zu den Ablageorten relevanter Unterlagen.

Heimweg im Kühlen über Abendessenseinkäufe – und Bestellung der Rosentagsrosen für nächsten Donnerstag (Floristin freute sich, als ich ihre entsprechende Frage mit “Nein, für einen Herrn.” beantwortete).

Mein persönliches re:publica-Programm hatte ich finalisiert (Trauer, weil ich durch eigenen Auftritt zwei Frauen auf der Bühne verpasse, die ich wirklich gern gesehen hätte), diesmal dran gedacht, vor dem Ausdrucken bei allen Sessions gelb zu markieren, warum ich mich dafür interessiere (vergangenes Jahr zu häufiges “Hä? Wie kommt das da hin?”). Auch markiert: Wann Angela Merkel auftritt, denn um diese Zeit herum wird vor lauter Sicherheit kein Queren der Location oder sonstwie freie Bewegung möglich sein.

Schon am Dienstagabend hatte ich meine Knochenkopfhörer startklar gemacht: Das erratische Ladeverhalten der alten kabellosen Bügel-Kopfhörer war mir ein zu großes Ausfall-Risiko, und ich brauche doch was für die Funk-Bühnen auf der re:publica (plus Option Musikhören im Zug).

Eine Runde Pilates wäre mir zu gehetzt geworden, nach Räumen für Berlin-Urlaub ging ich sofort zum Alkohol über: Erstmal Manhattans mit arabischen Nüsschen. Zum Nachtmahl (grüner Spargel und wunderbares, glückliches Entrecôte) öffnete ich Schweizer Rotwein aus Direktimport: Nez Noir Rouge Domaine Rouvinez aus dem Wallis, also Schwarznasenschafwein – direktimportiertes Geschenk.

Schön rund und aromatisch, passte auch zum Spargel. Nachtisch viele Erdbeeren (sie werden immer besser) und reichlich Schokolade.

Sehr früh ins Bett, nicht mal mehr gelesen.

§

Begrüßenswerter Service für Müncher*innen von @heibie:

Auf rathausmuc.de findet ihr eine aufbereitete Übersicht mit allen Mitgliedern des neuen Stadtrates und allen 25 Bezirksausschüssen. Angereichert mit den Wahlergebnissen pro Person und ein paar statistischen Daten zum jeweiligen Stadtbezirk.

Journal Dienstag, 12. Mai 2026 – Schöne Füße, ganz kurz

Mittwoch, 13. Mai 2026

Unwilliges Aufstehen, aber vor allem wegen der unerquicklichen Aussicht auf einen weiteren Arbeitstag. Draußen regnerisch und düster, ebenfalls kein Laune-Aufheller. Auf dem Marsch in die Arbeit stellte sich das Nieseln auch noch als kaltwindig heraus.

Geordnetes Arbeiten, ich fand sogar Zeit für eine Online-Schulung – die sich als deutlich besser herausstellte als (wegen schlimmer Erfahrungen) befürchtet, ich hatte sogar Spaß!

Möglicherweise ist mein Zahnweh-Problem ins rechte Kiefergelenk gerutscht, das mich schmerzhaft an weitem Öffnen des Mundes hindert, noch sehen Sie mich amüsiert. Nach zwei unbeschwerten Tagen wollte Kauen wieder bedacht sein.

Raus ins Westend auf einen Mittagscappuccino: Ich blieb zwar trocken, aber es war scheißkalt, Menschen trugen Winterjacken.

Später zu Mittag gab es eingeweichtes Muesli mit Joghurt und eine Birne.

Anstrengender Arbeitsnachmittag, zumindest mit klarem Ende: Ich hatte einen Termin bei der Fußkosmetikerin.

Zu diesem marschierte ich noch mit warmen Füßen; für den Heimweg mit frisch lackierten Zehen hatte ich Sandalen dabei, um den Lack nicht gleich wieder zu ruinieren. Und so ging ich danach in ausgesprochen frischen Temperaturen über Drogeriemarkteinkäufe in nackten Füßen heim. War gar nicht so schlimm.

Den Lack am rechten großen Zehen ruinierte ich mir trotzdem: Eine Yogamatte, lassen Sie sich warnen, tut das bei Gymnastikübungen auf allen vieren, die ein Abstützen mit dem Fußrücken erfordern (z.B. bei Katze-Kuh), recht gründlich. Zefix. Aber das eigentliche Pilates war super.

Auf und um den Sessel in meinem Schlafzimmer begannen sich Kleidung und Dinge zu sammeln: Erste Pack-Schritte für meine Berlin-Reise ab Donnerstag.

Der Ernteanteil hatte rote Zwiebeln gebracht, da denke ich immer automatisch an Flammkuchen nach Nicky Stich. Herr Kaltmamsell war so freundlich sie umzusetzen.

Sehr gut. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen. Joachim Meyerhoffs Alle Toten fliegen hoch: Amerika liest sich schon gut, ist mir aber in vielen Passagen deutlich zu detailliert erzählt; es hat viel mehr von persönlichen Erinnerungen (bei denen man sich meist darüber freut, wie viele Kleinigkeiten man noch von vor 30 Jahren weiß und in denen die gut erzählte Geschichte weniger wichtig ist) als das spätere Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke.

In mir arbeitete der kürzlich gehörte Bericht über einen Arztbesuch: Der komplett unbekannte Herr Doktor hatte die erzählende Patientin geduzt, war auch mit “Der Peter kommt gleich” von seiner Mitarbeiterin angekündigt worden. Das machte mir bewusst, wie gern ich sieze. Das deutsche Duzen/Siezen wird ja manchmal zu Hierarchisierung erklärt: Wer sieze, erhebe sich bei Duzen über das Gegenüber, Beweis Duzen von Kindern. Sollte das je mehrheitlich so empfunden werden, entschiede ich mich in Konsequenz für Durchsiezen. Ja, auch meine Eltern und meinen Partner, ja, auch den zweijährigen Kollegensohn. Den sogar ganz besonders gern.

§

Genau wie Claudia es beschreibt, ersehne ich die Zeit nach dem Erwerbsleben:
“Wertvolles”.

Journal Sonntag, 10. Mai 2026 – Isarlauf mit nochmaligem Abrollen, Mittelgebirgsbügeln

Montag, 11. Mai 2026

Gut und schön lang geschlafen. Aufgewacht mit dem Bewusstsein, dass ich seit Samstagmorgen kein Ibu mehr gebraucht hatte, Rückkehr der Schuldgefühle wegen Anstellens. (Zefix: Ich hatte den Schmerzen mehrere Wochen gegeben, im Grunde Monate seit Weihnachten, um von selbst zu verschwinden – und JETZT taten sie es?!)

Gemütlicher Morgen, neben Bloggen endlich den Wasserfilter erneuert -> die eine Kanne anständigen Schwarztee alle paar Wochen.

Das Draußen war weiterhin sonnig und warm, ich freute mich auf eine Laufrunde an der Isar. Der Schwimmkrampf vom Vortag in der linken Wade machte sich schmerzhaft bemerkbar, also dehnte und blackrollte ich vorher gründlich.

Zum Radeln nach Hellabrunn schlüpfte ich noch in eine Windjacke, doch ab Abstellen des Radls am Tierpark war das ärmellose Oberteil genau richtig.

Guter Lauf, ich kam bald in Schwung, die Wade spielte genauso mit wie der restliche Körper. Dass die Wege sehr bevölkert waren, hatte ich erwartet an einem sonnigen Muttertagsonntag. Zudem sah ich Grüppchen, von denen ich wusste: Sie nahmen Angebote des gestrigen Langen Tags der StadtNatur wahr.

Der Boden federte auf den meisten Abschnitten herrlich trotz Trockenheit: In diesem Mastjahr waren sie dick von abgefallenen Buchenblüten bedeckt.

Floßlände bereits in Betrieb.

Auch in Betrieb: Wasservögel-Fortpflanzung, gestern sah ich endlich Gänse- und Entenküken.

Kein StadtNatur-Event, sondern Radtour-Stopp.

Große Weißdorn-Freude

Kurz nach dieser Aufnahme und nach Weiterlaufen auf der Großhesseloher Brücke hörte ich:
“Sie sind aber auch toll abgerollt!”
Nämlich von der Radlerin, die nach einem weiteren Jogging-Stolpern und -Sturz auf den Brückenplanken (WTF?) hilfsbereit abstieg, um nach mir zu sehen. Nachdem wir geklärt hatten, dass ich mir wirklich nichts getan hatte, diesmal durch Abrollen nach links über die ganze Körperlänge.
Ich nehme ja alles an Komplimenten, was ich kriegen kann. Und weiß wirklich nicht, wie mein Körper auf diese Roll-Reaktion kommt. (Dann wieder: Vielleicht habe ich als gebürtige Ingolstädterin die Stuntmanschule von Sascha Borysenko einfach im Blut?)

Nach dem Sturz am vorherigen Wochenende hatte ich noch nachgerechnet: Das war der vierte in meinen 20 Jahren Rennerei, das ging wirklich. Aber öfter brauchte ich das echt nicht!

Man könnte sich das Kunst-Installation hinlügen, aber tatsächlich funktioniert da etwas sehr gründlich nicht.

Heim radelte ich lieber auf der Flaucher-Seite, dort erwartete ich weniger vielköpfige Radlfamilien mit unberechenbaren kleinen Kindern auf Spielzeugrädern.

Zu Hause besonders ausführliche Körperpflege (der Sturz hatte tatsächlich nur eine kleine Abschürfung am linken Ellbogen hinterlassen). Frühstück um halb drei: Hausgemachtes Kimchi, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot, eine Scheibe eben geholtes Brot.

Fürs Abendessen war gestern ich zuständig, also startete ich rechtzeitig das Zitronen-Thymian-Brathähnchen.

Wie geplant bügelte ich dann an der offenen Balkontür das Mittelbirge Bügelwäsche weg. Dabei hörte ich ein Feature des Deutschlandfunks von Ralf Bei der Kellen:
“Eine Saison im Berliner Wasserdorf
Prinzenbad”.

Gefiel mir sehr gut, schönes Format.

Während das Hähnchen im Ofen garte, las ich auf dem Balkon endlich die Wochenend-SZ – eher kursorisch. Hängen blieb ich aber an der Seite Drei über Erben in Westdeutschland vs. Ostdeutschland (€):
“Erben? Was denn?”.

Zwei Prozent vom Erbschaftsteueraufkommen: Das ist der Anteil, den die Ostdeutschen haben an dem, was in Deutschland vererbt wird.

Wunderte mich nicht, und mich ärgert immer wieder, wie gründlich Westdeutsche ein paar grundsätzliche finanzielle Benachteiligung Ostdeutschland ignorieren (z.B. Frauenrente), die sich aus 40 Jahren unterschiedlichen Gesellschaftssystemen ergeben.

Abendessen wurde gut, wir waren uns beide einig, dass es öfter Hähnchen geben sollte. Nachtisch Schokolade, während draußen der angekündigte Regen an die Fenster prasselte. Angekündigt ist auch ein Temperatursturz, ich zwang mich dazu, meine Kleidungsplanung der kommenden Tage daran anzupassen.

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Geschichts-Professorin Hedwig Richter hatte zum Muttertag ein besonderes Schmankerl aus ihrer Forschung parat, als Thread auf Bluesky:

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Weil ich die Hilf- und Ratlosigkeit so gut nachvollziehen kann: Hier ein wirklich guter Beitrag zur Männlichkeitsdiskussion aus der aktuellen männertaz von Matthias Kalle:
“Über Männer”.

Journal Freitag, 8. Mai 2026 – Josef Hader bringt mich zum Nachdenken über Erzählhaltungen im Kabarett

Samstag, 9. Mai 2026

Schlaf nur wenig unruhig (bei jedem halben Aufwachen Schmerz- und Lage-Check) und nur wenig zu kurz, noch ein Glück (!) half Ibu auch in dieser Nacht gegen die Zahn-Sperenzchen.

Aufgestanden zu freundlichem Wetter, das sich beim Marsch in die Arbeit allerdings als knackig kalt herausstellte.

Bilderbuch-Biergarten am Bavariapark.

Morgens ein anstrengender Termin, aber auch morgens: schwächer werdender Schmerz! In Kombination mit Ende des Termins ein Enorphin-Schub.

Die Frühlingsluft zog mich mächtig raus: Mittagscappuccino im Westend.

Nach einigen verspäteten Tätigkeiten (Verspätung nicht von mir verursacht) gab’s zu Mittag Trockenpflaumen sowie Quark mit Sojajoghurt und Leinsamenschrot.

Geregelt abzuarbeitender Nachmittag, pünktlicher Feierabend. Ich nahm U-Bahnen zum Candidplatz, um im Caffe Fausto unsere Espresso-Vorräte aufzufüllen, zurück am Sendlinger Tor ein paar Lebensmitteleinkäufe fürs Abendbrot.

Daheim empfingen mich Blütenpracht und -duft:

Herr Kaltmamsell hatte auch dieses Jahr geschafft, mir Flieder zu besorgen.

Abendessen gab es früher als sonst: Wir hatten Tickets für einen Kabarett-Abend mit Josef Hader in den Kammerspielen. Ich bereitete aus Ernteanteilsalat und -Radiserln (plus die schönsten Radiserl-Blätter) mit Orangensaft-Haselnussmus-Dressing Salat zu, Herr Kaltmamsell briet zugekauften grünen Spargel sowie Grillkäse – der, wie sich herausstellte, vielleicht grillbar, sicher aber nicht bratbar war und einfach wie anderer Käse zerlief. Trotzdem gutes Abendessen.

Die Kammerspiele waren gestern ausverkauft, ich hatte Mitte März nur noch wenig Auswahl gehabt und mich für die letzte Reihe entschieden. Im Theater Erinnerung an meinen allerersten Besuch der Kammerspiele: 1986 Dieter Dorns Inszenierung von Der zerbrochne Krug. Damals hatten wir die letzte Reihe gewählt, weil a) billig und b) man für bessere Sicht auf die Bühne aufstehen konnte, ohne jemandem die Sicht zu verstellen.

Um uns herum alte Leute, also wie wir: Herr Kaltmamsell und ich dürften exakt im Altersdurchschnitt dieses typischen Kabarettpublikums gelegen haben. Und sahen Hader on Ice.

Ein gutes Programm mit über die beiden Stunden immer größerem körperlichen Einsatz – und es brachte mich dazu, über die verschiedenen Formen von Ein-Personen-Kabarett nachzudenken, also über das kabarettistische Ich. Hier ein erster Versuch der Einteilung in drei kabarettistische Erzählhaltungen:

1. Kabarettist*in trägt pointierte Texte vor, in denen es vor allem auf Analyse und Sprache ankommt, Bühnen-Ich und Person sind offensichtlich identisch. Beispiele: Dieter Hildebrandt und seine Generation politischer Kabarettist*innen, Hanns Dieter Hüsch, Sarah Bosetti.

2. Schauspiel mit offensichtlichem Schlüpfen in andere Figuren, oft inklusive Kostümierung, die Figuren werden damit karikiert, entblößt, der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Beispiele, die mir einfallen, überschneiden sich mit Comedy: Luise Kinseher, Waltraud und Mariechen, Monika Gruber (glauben Sie es oder nicht: die war mal gut), Misfits.

3. Haders Technik wiederum wird gerne mit “dem Publikum den Spiegel vorhalten” umschrieben: Das machte Gerhard Polt in seinen langen besten Zeiten, Helmut Qualtinger auf die bösartigste und meisterlichste Weise immer. Hader erzählt so vor sich hin, witzelt oder schimpft über Umstände, verlockt das Publikum immer wieder dazu, sich mit dieser Persona zu identifizieren – bis es dann vielleicht doch die eine oder andere eskalierende Übertreibung nicht mehr mitgeht. Aber Schimpfen auf entlegene Gegenden, die romantisiert werden, aber in Wirklichkeit dann doch gruslig sind? Geht immer.

Nur manchmal ist das kabarettierende Ich offensichtlich weit entfernt von Josef Hader, zum Beispiel als Verschwörungs-Mystiker oder wenn er das Zerbrechen seiner letzten Ehe mit einer sehr jungen Frau berichtet und die Beziehungs-Interaktion über zwei bis drei Generationen darlegt. Dabei wechselt Hader nicht mal den Habitus: Er stellt sich zur Verfügung für diese Geschichte, die man ihm – wüsste man nicht, wer er ist – bei einer flüchtigen Bekanntschaft als seine abnehmen würde.

Draufgebracht hat mich ein kurzer Abschnitt im Programm, in dem er sich über Facebook-Gruppen lustig machte, inklusive Lästern, wie zu viel Zeit die Leute dort ja wohl haben müssen: Der irritierte mich als 15 Jahre veraltet und offene Türen einrennend – außer Hader äffte damit eine bestimmte seit vielen Jahren immer nur wiederholte und nachgeplapperte Haltung zu Online-Plattformen nach.

Und er hatte sowohl Bühne als auch Publikum im Griff, auch wenn Hader immer stärkere Alkoholisierung und Kontrollverlust spielte. Der Abschlussapplaus toste – aber nur genau so lang, wie Hader es zuließ, bevor er uns alle nach Hause schickte.

Herr Kaltmamsell und ich waren von Arbeitswoche und überhaupt völlig erledigt; während ich mir in der Pause noch Nachtischschokolade beim Heimkommen wünschte, war ich dann tatsächlich daheim um elf nur noch froh, ins Bett zu kommen.

§

Entzückende 20 Minuten Sally Fields:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/GwSnqkV7eY0?si=gdsYuFHruPV1a6-3

via @joel.lu

Fields stellt sich als jemand heraus, mit der ich mich sehr gern einen Abend lang unterhalten würde (zum Beispiel über Teilchenphysik) – das geht mir bei den allerwenigsten Hollywood-Schauspielerinnen so. Unter anderem wegen ihrer sehr klugen Reflexionen darüber, was öffentlicher Ruhm und stardom bewirken, auch über ihr Schauspielen.

Schade, dass sie nicht über Not Without My Daughter spricht – der mein Bild von ihr lange Zeit und fälschlich dominierte. Und nicht über ihre Rolle in Emergency Room, die mir zeigte, was sie drauf hat. Kann ich sie ja bei unserem gemeinsamen Abend fragen.

Journal Donnerstag, 7. Mai 2026 – Ibu-Sorgen, Feierabend im Nash

Freitag, 8. Mai 2026

Klar sorge ich mich bei dem vielen Ibu um meine Magenschleimhaut, zumal mir vom Pantoprazol übel wurde und ich das nach wenigen Tagen erstmal wegließ. Größte Sorgen bereitet mir die Morgen-Ration Ibu, da ich ja nichts esse, was die Belastung der Magenschleimhaut abfedern würde. Also hielt ich es gestern für eine gute Idee, die Morgen-Ibu versuchsweise zu überspringen und die erste für nach dem Mittagessen zu planen.
Ja, nee.
Als ich bei Arbeitsbeginn kurz vor Einrollen auf dem Büroboden vor Schmerzen war (rechts oben, rechts unten, rechter Gaumen, rechte Gesichtshälfte), schob ich nach. Das half beglückend schnell.

Der Morgen war richtig kühl und eher grau mit fahlen Sonnenstrahlen, aber ich hatte nach dem Aufstehen vorm Wohnzimmerfenster bereits kurz einen Falken gesehen.

Vormittags fuhr ich für berufliche Einkäufe mit der U-Bahn in die Innenstadt – pragmatische Lösung eines bürokratischen Wirrwarrs. Die nicht ganz so direkt war wie gedacht, da das angesteuerte Geschäft nach Jahrzehnten plötzlich geschlossen hatte, ich stand vor einer Baustelle. Doch auch jetzt fiel mir eine Lösung ein. Sie führte mich unterm Stachus durch – und bescherte mir die Entdeckung von zwei funktionierenden Fotoautomaten am Gang zwischen Rischart und Ausgang Neuhauser Straße: Künftig gibt es wieder häufiger Beiträge zu meinem Langzeit-Projekt, wenn ich dafür nicht jedesmal zum Ostbahnhof muss.

Zurück fuhr ich ab Hauptbahnhof und sah auf dem Weg zum U-Bahnsteig zwei Mäuslein durchs Treppenhaus huschen. Was auch schön war: mehrere Stunden nahezu Schmerzfreiheit.

Ich hatte mir gerade einen Mittagscappuccino aus der Cafeteria geholt, als die seit Stunden dräuenden Wolken sich zu ein paar Regentropfen erbarmten. Aber halt nicht mehr.

Mittagessen Mango mit Sojajoghurt und Leinsamenschrot.

Emsiger Arbeitsnachmittag. Der Hauptschmerz war jetzt rechts oben einen Zahn weiter nach hinten gewandert.

Nicht zu später Feierabend, ich war zum Abendessen mit zwei ehemaligen Mitschülerinnen verabredet. Wir trafen uns im Café Nash am Jakobsplatz (das mir noch etwas schuldete, weil es nach dem anstrengenden Einsatz als Wahlhelferin geschlossen hatte).

Endlich das alkoholfreie Helle von Augustiner probiert (gut!), gutes Hummus gegessen, allerdings sehr schlimme Geschichten von aktuellen Lebensbelastungen gehört, u.a.: Wenn ein immer schon tyrannischer Vater im Greisenalter fast taub, fast blind, aber gleichbleibend bösartig ist, weiterhin die nur wenig jüngere pflegende Ehefrau ausbeutet und ans Haus fesselt. Bei mir lediglich ein weiteres Schmerz-Feature: Der neue Haupt-Schmerzzahn war berührungsempfindlich und fühlte sich an, als sei er drei Millimeter länger geworden – auch Kauen auf der Gegenseite ging nur sehr vorsichtig.

Doch wir erzählten einander auch schöne Dinge, und wir nahmen uns fest vor, dass dieses Jahr ein weiteres Treffen im Biergarten klappen wird.

Heimweg in kalter Luft, aber der Himmel hellte auf.

§

Wir mögen Spinner und Spinnerinnen.

Dieser Spinner erzählt die Geschichte seiner Kamera:

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Mek wiederum serviert eine schöne Geschichte von Ineffizenz:
[Mi, 6.5.2026 – simplicity in prose, Ringbahn, Tiergartenquelle]
Der Kellner an der Ampel am Ende des Posts könnte direkt aus der Tante Jolesch stammen, dort allerdings mit irgendeiner Pointe: Hintergrundgeschichte, die das alles erklärt? Unfall des Kellners, alle Gäste treffen sich an seinem Krankenbett?

Journal Mittwoch, 6. Mai 2026 – Morgens Lerche, abends Uigure

Donnerstag, 7. Mai 2026

Extrafrüher Wecker, das eigentlich noch frühere Aufwachen energisch weggedrückt.
Mich beim Aufstehen an die Schmerzattacke mitten in der Nacht erinnert – war ich auf der falschen Seite gelegen?

Beim Hellwerden sah ich auf den Straßen, dass es nachts geregnet haben musste. Es war auch kühler geworden, zum kurzärmligen Lauf-Shirt schlüpfte ich in eine Weste – das erwies sich als genau richtig.

Diesmal lief ich auf der westlichen Isarseite nach Süden, also in den Auen, der bedeckte Himmel machte eh keine große Hoffnung auf weite Blicke. Freude an der Bewegung stellte sich schnell ein mit dem Glücksgedanken: I’m really doing this! Der Boden war noch vom Regen feucht, die Pfade zwischen den Bäumen federten herrlich.

Ich passierte mehrere so abgezäunte Bereiche, vermutete Schutz gegen Biber.

Dominanter Blütenduft: Weißdorn und Bärlauch.

80 Minuten Lauflänge waren optimal – wenn ich öfter zum Laufen käme, könnte ich mich wahrscheinlich leichter darauf beschränken.

Zackige Körperpflege, dennoch beschleunigte ich meinen Arbeitsweg lieber durch U-Bahn für die zweite Hälfte: Ich wusste, dass jemand auf mich wartete.

Über den Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigung erjagte ich einen frühren Neurologen-Termin (Umkreis auf 20 Kilometer eingestellt) – aber auch bis zu dem muss ich noch fünf Wochen durchhalten (statt acht). (Las dann gestern von jemandem im Großraum München, die – wahrscheinlich mit der gleichen Methode – den ersten Termin Kinderpychiatrie in 15 Monaten bekam. Das ist deutlich schlimmer auf vielen Ebenen.)

Turbulenter Arbeitsvormittag, dennoch marschierte ich auf einen nahegelegenen Mittagscappuccino, bei all dem abgelenkt von Schmerzen (wenigstens deutlich unter Toben).

Auch dieses Jahr bereitet mir dieser Anblick in der Anglerstraße große Freude.

Zu Mittag gab es ein drittes Mal in Folge Apfel (ein letzter köstlicher aus Ernteanteil) sowie Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot, immer noch nicht langweilig und genau richtig bei eigentlich keinem Appetit.

Nachmittags verdüsterte sich der Himmel massiv: Hoffnung auf echten Regen, auch wenn mir das persönlich überhaupt nicht in die Pläne passte. Kurz nach vier hörte ich Donner, dann endlich Regenprasseln.

Auf einer Bewusstseinsebne das ständige Beobachten von möglichen Kausalitäten des Schmerzverhaltens, vor allem bei beglückendem Nachlassen: War es das Senken des Kopfes mit Nackendehnen? War es das Massieren des Knochens über der Schläfe? Bislang nichts davon reproduzierbar.

Ich hatte Glück, der Regen hörte wenige Minuten vor meinem Verlassen des Hauses auf. Heimweg über Einkauf von Süßigkeiten (Aldi) und Milchprodukten (Vollcorner). Die stellte ich daheim nur ab, dann ging ich wie verabredet mit Herrn Kaltmamsell zu dem uigurischen Lokal, das wir im Vorbeigehen in der Implerstraße gesehen hatten.

Vorspeisen Gurkensalat und scharfer Bohnenpudding, als Hauptspeisen hausgemachte Nudeln einmal klein mit Rind, einmal lang mit Huhn.

Schmeckte alles ok, ein wenig lieblos, vor allem kein Vergleich zum seinerzeitigen Taklamakan am Hauptbahnhof, bei dem wir uigurisches Essen kennengelernt hatten und begeistert waren. Gibt es leider schon lang nicht mehr, auch dessen Nachfolger ist kein Vergleich.

Zurück daheim Brotzeitvorbereitung und noch ein wenig Schokolade.

Die Telekom, bei der ich immer noch meinen Handy-Vertrag habe und der ich mühsam jede Art von Kontaktaufnahme untersagt habe, kündigt einfach mal an:

Künftig möchten wir Sie per E‑Mail und SMS über Empfehlungen zu vertragsähnlichen Produkten und Diensten der Telekom Deutschland GmbH informieren.
Wenn Sie künftig keine Empfehlungen per E‑Mail und SMS mehr erhalten möchten, können Sie bei jeder Ansprache widersprechen. Klicken Sie hierzu auf „Widerspruch“ und melden Sie sich im Kundencenter an.

Und was passiert, wenn ich mich mühsam einlogge und “Widerspruch” anklicke?

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Mehrfach. Ihr Saukerle. Einmal probiere ich es noch, dann geht Beschwerde an das Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht (ist Ländersache), ich hab den Hals echt voll.

Neue Lektüre Joachim Meyerhoff, Alle Toten fliegen hoch: Amerika, auf diesen Posten meines Wunschzettels hatte ich gerade am meisten Lust. Beim Zu-Bett-Gehen eine Schmerzattacke zur Abwechslung im rechten unteren Kiefer.

Journal Sonntag, 3. Mai 2026 – Zu warmer Isarlauf

Montag, 4. Mai 2026

Gut und ausgeschlafen. Draußen ein weiterer Sonnentag, die vorhergesagte Bewölkung noch nicht zu sehen.

Gebloggt und Mastodon-Timeline hinterhergelesen, rumgetrödelt, in aller Gemütsruhe (und mit reichlich Sonnencreme) für eine Laufrunde fertiggemacht: Plan war, zum Friedensengel zu radeln, ohne Eile und einfach im Strom der vielen zu erwartenden Radeln.

Als ich vors Haus trat, kehrte ich sofort um: Die Jacke würde ich wirklich nicht brauchen, auch nicht fürs Radeln. Es war für Mai viel zu warm.

Lauf ab Friedensengel nach Norden die Isar entlang, es war in Trägershirt gerade mal nicht zu warm.

Lichtspiele unter der Leinthalerbrücke.

Auf Höhe des Teichs an der Emmeramsbrücke vielstimmiges, energisches Froschquaken.

Wieder sah ich keine Schwalben – leidet der hiesige Bestand immer noch unter den Folgen der Starkregen-Katastrophe vom Herbst 2024? Noch mehr fiel mir das Fehlen von Flausch auf: Die Enten waren alle nur in Erwachsenenform unterwegs. WHERE ARE SE BIBERL?

Der Boden sehr trocken, was in Kombination mit den vielen Radelnden zu einer fast stehenden Staubwolke über allen Wegen führte.

Zahn-Gesichtsschmerz auf- und abschwellend, manchmal pulsierend, manchmal sogar fast weg. Dominanter Blütenduft: Flieder. Auf dem letzten Abschnitt, Thomas-Mann-Allee, stolperte und fiel ich abrollend auf die linke Schulter: Nur wenig Schreck, keine Verletzung, aber heldinnenhaft dreckiger linker Arm.

Schönes Heimradeln, große Vorfreude auf Wassertrinken: Der eine oder andere Trinkwasserbrunnen im nördlichen Englischen Garten wäre schon sensationell großartig.

Herr Kaltmamsell verarbeitete auf meinen Wunsch den Ernteanteil-Spinat zu einem Vier-Herdplatten-Frühstück:

Kurz nach zwei servierte er edle Eggs florentine – mit der perfektesten Hollandaise, die ihm je gelang.

Müder Nachmittag, vor allem auf dem Balkon gelesen – mit nackten Füßen!

Aber auch die Kiste mit Winterschuhen gegen Sommerschuhe getauscht. Im Keller begegnete ich Nachbarschaft, die gerade Winterjacken verräumte. Und da hörte ich auf, mir selbst genug Platz in meinen Kleiderschränken einzureden: Wenn Herr Kaltmamsell die nächsten Hemden von der Reinigung in Folie heimbringt, nutze ich diese Folie zum Verräumen der dicken Winterjacke und des Wintermantels im Keller.

Kuchenbacken für Dienstag: Ich hatte mich in eine Büro-Liste zum Kuchenmitbringen eingetragen. Es wurde Kirschkuchen mit Rahmguss, ein Familienklassiker, den ich aber offensichtlich noch nicht in meinen Rezepten hinterlegt hatte.

Jetzt schon, hier ist das Rezept (Foto ergänze ich nach Anschneiden).

Auch das Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell, aus den getrockneten schwarzen Ernteanteil-Bohnen hatte er mit Linsen und Soja-Hack sein klassisches Chili gekocht – das ich aber zum ersten Mal bekam. Ausgesprochen köstlich, dazu Labne und eingelegte Japaleños. Nachtisch Marmorkuchen und Kirschspeise (Kirschsaft vom Kuchenbacken mit Sago).

Früh ins Bett zum Lesen.

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Eine Geschichte von Ausnahme-Resilienz. (Wie immer meine Bitte: Obacht! Diese Einzelfälle beweisen NICHT, dass alles möglich ist, wenn man nur will. Sondern beweisen ein unmenschliches und frauenfeindliches Unterdrückungssystem, in dem seltene Ausreißer zu Geschichten werden, die man einander lange erzählt.)
“Wie konnten Sie und Ihre Mutter die gläsernen Decken durchbrechen, Frau Goldmann?”

Wilhelmine Goldmann war die erste Vorständin in der Geschichte der ÖBB – und die Tochter einer Karrierefrau. Ein Gespräch über den langen Weg zur Gleichberechtigung.

Mir fiel besonders auf:

Die Bürgerkinder aus St. Pölten haben sich über ihre geflickten Kleider lustig gemacht. Aber meine Mutter hat sich sehr dagegen gewehrt und sich darüber beim Direktor beschwert. Der hat die Kinder daraufhin gerügt, sie mussten sich bei meiner Mutter entschuldigen. Das war für sie eine Genugtuung.

Solch eine “Rebellion” basiert auf einer ungewöhnlichen Voraussetzung: Die kleine Wilhelmine war offensichtlich überzeugt, dass sie nicht minderwertig war, hatte die althergebrachte gesellschaftliche Hierarchie nicht internalisiert. Sehr wahrscheinlich rebellieren die allermeisten in ihrer Situation unter anderem deshalb nicht, weil sie den unterdrückenden Kräften irgendwo Recht geben.

§

Robin Detje hat seine greise Mutter verloren und entwickelt aus seiner Trauer eine bedenkenswerte Idee: Stuhlkreise gegen Menschlichkeitsverlust.
“Tod, Platzregen, Patriarchat”.

Zum Beispiel wünsche ich mir so etwas wie „Humans Anonymous“. „Anonyme Menschen“. Ihr kennt die Anonymen Alkoholiker (AA), die in jeder zweiten Krimiserie vorkommen? Da steht dann immer dieser Stuhlkreis, und einer sagt: „Josh, möchtest du heute etwas sagen?“ Und dann sagt Josh: „Ich heiße Josh, ich bin Alkoholiker und bin schon drei Monate nüchtern“, und erzählt etwas aus seinem Leben. Und neben ihm sitzt ein alkoholkranker Detective und findet in Joshs Worten zufällig die Lösung für den Fall mit dem bestialischen Serienkiller.

Im Stuhlkreis meiner Anonymen Menschen (AM) würde Josh vielleicht sagen: „Ich bin ein Mensch und war schon drei Monate lang nicht mehr böse.“

(…)

Religionsgründung fände ich grundsätzlich auch immer noch toll, mit Religion als Regelsystem, das Menschen aus der Gewalttätigkeit in die Sanftmütigkeit geleitet. Aber ich habe noch nicht verstanden, wie man eine Religion davon abhält, ihr eigenes fieses, Jahrtausende der Menschheitsgeschichte verfinsterndes Gewaltsystem zu errichten. Deshalb bin ich da im Moment noch skeptisch. Ein dezentrales System kleiner unaufgeregter Stuhlkreise, die sich nicht miteinander vernetzen und immer so klein bleiben, dass niemand Macht über die anderen ausüben will, kommt mir sicherer vor.