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Journal Samstag, 29. August 2026 – Wie man einmal am Viktualienmarkt richtig nett zu mir war / Wandern von Gauting über Starnberg nach Possenhofen

Sonntag, 30. August 2026

Okaye Nacht, aber müde aufgestanden – zumindest zum versprochenen wolkenlosen Sonnenschein mit kühler Luft, zu kühl für Morgenkaffee auf dem Balkon. Was wiederum wunderbar zu meinen Wanderplänen passte (Herr Kaltmamsell musste wegen doofer körperlicher Unpässlichkeit passen).

Erstmal kümmerte ich mich ums Brotbacken. Der Teig fürs Roggenmischbrot 70/30 entwickelte mords Aktivität, ich befürchtete bereits Übergare und Flachbrote mit Wasserrand.

Ging im Ofen aber nochmal auf –

und erwies sich beim Anschnitt am Abend als sogar besonders fluffig.

Vor Aufbruch zum Wandern ging ich auf eine kurze Einkaufsrunde zum Viktualienmarkt: Ich wünschte mir nach dem Wandern zum Abendessen eine Brettlbrotzeit, dann halt daheim, und für Exotisches wie Presssack zwingt mich das Metzgersterben der vergangenen Jahre in der Innenstadt zur Metzgerzeile.

Aufstieg ans Sendlinger Tor.

In der Metzgerzeile konnte ich meine Einkaufsliste leerkaufen, und wenn ich schonmal da war, schaute ich auch nach einem Gartenblumenstrauß.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich kein gutes Verhältnis zum Münchner Viktualienmarkt habe: In meinen ersten München-Jahren hat man mich einmal zu oft ‘pratzelt (Hochdeutsch: übers Ohr gehauen), und in den vergangenen Jahren gibt es immer weniger interessante Stände, der Markt wird wie seine internationalen Pendants Boqueria in Barcelona und Borough Market in London von der Quelle für gute und saisonale Zutaten immer mehr zur Snackeria für Touristen. Und das zu den legendär absurden Preisen, die auf dem Viktualienmarkt aufgerufen werden (gestern kam ich an Renekloden mit Preisschild 16,99 Euro fürs Kilo vorbei).

Doch ich fand das Standl einer lokalen Gärtnerei (auf der Freifläche ohne hölzerne Hütten – dorthin gehe ich eh noch am ehesten auf der Suche nach saisonalem Obst und Gemüse), daran viele Kübel mit frischen Astern in Rosa- und Lilatönen, hier stellte ich mich hinter die eh nur zwei Kunden vor mir. Und bekam ein so charmantes Viktualienmarkt-Erlebnis wie noch nie. Nach mir kam erstmal niemand, Herr Standler und Frau Standlerin konzentrierten sich ganz auf mich.

Gebunden war erst ein Asternstrauß, weil ich doppelt so viele wollte, band mir Frau Standlerin meinen frisch: “I tua Eana des ganze Grüne glei weg, des is doch sonst immer so a Sauerei in da Küch.” Und wir plauderten, über ihre Freude, hier mit ihrem Onkel zu arbeiten, über die schönen Astern, die dieses Jahr wegen der Hitze nicht so hoch wuchsen wie sonst, über Anbau und Wetter. Während mein Asternstrauß sorgfältig und mit Hingabe gebunden wurde, kam eine greise Kundin hinzu und schaltete sich ein, fragte nach Details der Standl-Arbeit seit Jahrzehnten, bekam gutmütge Antworten, es wurde mit einem Passanten über die Schönheit von Standler*innen und Kundschaft gescherzt.

Resultat: Ich bekam einen mächtigen, wunderschönen Strauß Astern, in den Herr Standler noch eine Karotte steckte, ein paar beim Binden abgefallene Asternköpfe (“Kenna’S in ara Schale tua.”) eigens in Zeitung eingewickelt und den Abschiedsgruß “Beehren’S uns bald wieder!”, der von Herzen klang. Ich war völlig verwirrt. (Und plane tatsächlich einen baldigen gezielten Einkauf dort.)

Als Wanderziel wünschte ich mir die Strecke Gauting-Starnberg, die ich noch nicht aus dem Hochsommer kannte, mit Erweiterung Prinzenweg nach Possenhofen. Zur passenden S-Bahn nach Gauting schaffte ich es nach Abladen meiner Einkäufe nur durch zackigen Marsch; die paar Minuten Verpätung kamen mir grad recht. Merke: Wenn in der MVG-App “München Hauptbahnhof, Gleis 2” angegeben ist, handelt es sich um den S-Bahnhof im Untergeschoß; die Gleise des südlichen Flügels Holzkirchner Bahnhof starten bei Nummer 5.

Das Wanderwetter war perfekt mit Sonne und lediglich milder Temperatur. Dennoch suchte ich auch gut sonnengecremt den Schatten. Der Körper beschwerdefrei, die Landschaft sonnenbunt. Dennoch dauerte es diesmal sehr lange, bis mir das Wandern half runterzukommen, eigentlich spürte ich erst in der letzten Stunde ab Starnberg die ersehnte Leichtig- und Fröhlichkeit.

Dieser GPS-Track führt ja erstmal eine ganze Weile durch Gauting selbst, hat mir ganz bezaubernde Schleichwege verraten.

Man kreuzt ein paarmal die Würm auf Holzbruckerln. Auf einem blieb ich stehen und suchte in der Würm nach Fischen (erfolgreich), als eine andere Bruckerl-Guckerin mir zurief: “Da sitzt ein Eisvogel!” Ich folgte ihrer ausgestreckten Hand und sah ihn von einem Ast auffliegen. Wie wunderbar! Ich dankte herzlich – so macht man das nämlich, man gibt besondere Sichtungen weiter (ich war verunsichert gewesen, weil ich schon mehrfach irritierte Blicke darauf geerntet hatte).

Reismühle

Verzauberter Weg entlang der Würm. Ich sah eine Weile einer Wasseramsel zu, die an einem bemoosten Ast herumpickte, dabei entzückend knickste.

Weg von der Würm Richtung Leutstetten, erster Blick auf den Starnberger See, einst Würmsee.

Nach gut zwei Stunden erstes Ausruhen auf einem Bankerl an der Villa rustica; Appetit hatte ich noch keinen. Über den Wiesen hörte ich erst und sah dann zwei Bussarde Thermik-kreisen.

Unterführung nach Perchta, am Uferweg nach Starnberg.

Hier war reger Besucherverkehr, aber noch weit vor Überlaufenheit. Dennoch bekam ich für meinen verspäteten Mittagscappuccino keinen Platz am Tisch (zugegeben: weil ich mich nirgends dazusetzen wollte).

Hoch zum Prinzenweg, Blick zurück auf Starnberger See im Sommerlicht.

Brotzeitblick, kurz nach drei setzte ich mich zur großen Pause. Die geschenkte Karotte hatte ich gleich eingesteckt; eigentlich vertrage ich seit einiger Zeit rohe Karotten nicht und bekomme Bauchweg davon, doch in meinem Grant beschloss ich, es einfach nochmal zu probieren. Wenn ich davon Bauchweh bekam, geschah es mir gerade recht, und der Hunger wäre trotzdem weg, und wenn nicht – umso besser. Ich greife vor: kein Bauchweh, ich könnte es also mal wieder versuchen. Außerdem aß ich mitgebrachte Mango mit Sojajoghurt.

Prinzenweg

Nach den Birkengeschwistern, die mir vor vielen Jahren beim ersten Vorbeiwandern von der Maisinger Schlucht aufgefallen waren, hielt ich gezielt Ausschau: Sie wirkten sehr krank, wie so viele Birken dieses Jahr. Dabei wirkte die Landschaft, durch die ich gestern wanderte, gar nicht ausgedörrt.

Nach knapp fünf Stunden Wanderung kam ich am S-Bahnhof Possenhofen an. Einige durchgesagte Zug-Ausfälle (Weiche, Stellwerk, Diesdas), doch nach einer halben Stunde Warten fuhr mich eine zurück nach München. Ich fühlte mich gut durchbewegt und angemessen körpermüde.

Zu Hause Räumen, Körperpflege, bis Herr Kaltmamsell von letzten Einkäufen zurück kam. Wir einigten uns als Alkohol des Abends auf Cuba libre, der mich wieder beim ersten Schluck in mein Jugend-Spanien beamte.

Den Abendessenstisch deckte ich mit einem Teller verschiedener Käsen, einem Teller Pressack rot und weiß, Schweinskopfsülze, schwarzgeräuchertem Schinken, frischem Brot, Butter, Tomaten. Sehr gutes German Abendbrot.

Abendunterhaltung: Die Dolly-Parton Doku “Everybody’s Darling” in der arte-Mediathek.

Journal Freitag, 28. August 2026 – Von bacherlwarm bis fröstlig, mit Lerchenschwumm

Samstag, 29. August 2026

Eine gute Nacht, bei früherem Weckerklingeln war ich eigentlich noch nicht damit fertig.

Durch die offenen Fenster und Türen kam bacherlwarme Luft herein, ich setzte mich für meinen Morgenkaffee auf den Balkon ins Dunkle.

Am Dantebad standen deutlich mehr Menschen an als an meinen bisherigen montäglichen Lerchenschwümmen.

Blick links aufs 50-Meter-Becken, rechts das Sprudelbad.

Tatsächlich war auf den beiden Schwimmbahnen auch durchgehend mehr los. Ich ärgerte mich über eine Rückenschwimmerin auf der Nebenbahn, die nicht auf ihrer Bahn blieb, sondern mir beim Schwimmen mit ihrer linken Hand in den Bauch boxte. Das dritte Mal machte mich so böse, dass ich ihr auflauerte und ebenfalls rübergriff, an ihren Rücken fasste. Auf mein dreimaliges lautes “AUA!” hatte sie davor nicht reagiert, davon erhoffte ich mir mehr. Tatsächlich war sie dann weg.

Schnelles Fertigmachen in der Umkleide, reibungsloser Arbeitsweg mit schnellem Anschluss, ich stempelte noch früher ein.

Schnelles Losarbeiten, ich hatte nichts verpasst. Nach langem mal wieder: Symptome von Chlorschnupfen, hatte ich sehr gar nicht vermisst.

Auf meinen Mittagscappuccino ging ich in überraschender Hitze und durch überraschend völlig leere Straßen.

Kurz darauf kam ein kleiner Regen durch, nachmittags wurde es ernsthaft regenfinster, und es regnete so richtig. Zu Mittag gab es Mango (Erntebeginn bei Crowdfarming, und auch diesmal hatte ich die Langfaser-Textilsorte an Mangos erwischt – oder kann man die Fasrigkeit mit einer bestimmten Nachreifmethode verhindern?) mit Sojajoghurt, außerdem die Anteile Flachnektarinen, die sich nicht für Schimmeln statt Nachreifen entschieden hatten.

Freitäglich pünktlicher Feierabend, der Regen hatte die Luft massiv abgekühlt: In Sommerkleidchen und Sandalen war sie fröstlig. Außerdem fühlte ich mich unangehm gereizt. Freitagabend- und Wochenendeinkäufe beim Vollcorner, schwer mit Schwimmzeug und Lebensmitteln bepackt ging ich nach Hause; zumindest brauchte ich keinen Regenschirm.

Daheim Sauerteig für samstägliches Roggenmischbrot angesetzt, bevor ich eine Folge Yoga turnte (darin mittlerweile erwartetes Scheitern an crow pose UND half moon, aber im Kopf machte ich sie beide mit).

Zum Nachtmahl gab es nach Langem mal wieder Kuh auf Wiese: Ich hatte ein dickes Entrecôte besorgt, das Herr Kaltmamsell briet, dazu gab es Ernteanteil-Salat und -Tomaten. Vorher rührte der Herr einen Manhatten Dry, dazu öffnete ich eine Flasche mallorquiner Rotwein Binigrau.

Der Alkohol tat mir gut und besänftigte endlich die Gereiztheit. Nachtisch Süßigkeiten aus der sich leerenden Kiste, doch ich hatte absichtlich noch nicht nachgekauft, um meine Süßkram-Eskalationen ein wenig einzuschränken. Schönes Plaudern mit Herrn Kaltmamsell. Früh sehr müde und betrunken zu Regenrauschen ins Bett.

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Unser Kartoffelkombinat in der Frankfurter Rundschau – ich freue mich sehr, dass manche mich so eng damit verbinden, dass sie mich darauf hinwiesen, danke!
“Kartoffelkombinat versorgt 2.500 Münchner Haushalte”.
(Aber auch bei der Frankfurter Rundschau: Kletternde Thermometer. Vielleicht wohnen die in Zeitungsverlagen?)

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@heibie beschreibt in seinem Blog ein schönes Münchner Projekt, was man mit Parkplätzen in Großstädten noch so machen kann (außer Sitzplätzen und Bäumen).
“Stelzenhaus, Essen auf Rädern und Reacher”.

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Nochmal Dolly Parton, heute geht es um die unerwarteten unter ihren Liedern. Kennen Sie zum Beispiel diesen “PMS Blues” von ihr? Live-Aufnahme von 1994 mit johlendem Publikum, jede Textzeile pures Gold.

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https://www.youtube.com/watch?v=IsB9jG8rVHo

Aus der Reihe hier im Guardian mit weiteren großartigen, aber weniger bekannten Songs, die ein genaues Hinhören auf den Text verdienen.
“Backwoods Barbie and the ‘God almighty’ PMS Blues: Dolly Parton’s 10 best deep cuts”.

via Herr Kaltmamsell

Oder wie Margarete Stokowski im Spiegel nachruft (€):
“Sie hätte das kommunistische Manifest schreiben können, aber Karl Marx nicht »9 to 5«”.

Journal Donnerstag, 27. August 2026 – Endlich Hirschgarten

Freitag, 28. August 2026

Herr Kaltmamsell und ich führen ja seit einiger Zeit eine Liste (er auch physisch) von Unternehmungen, die nur bei Sommerwetter funktionieren, und auf der sind dieses Jahr erstaunlich viele noch nicht unternommen, wenn man die bisherige Länge und Intensität des Sommers bedenkt.

Okaye Nacht, ich fühlte mich aber nicht ausgeschlafen. Freude allerdings über die frische Zimmertemperatur, die mir Einmummeln in die (ganz leichte) Sommerdecke erlaubte.

Die Morgenröte rutscht langsam zurück hinter St. Matthäus; im Höchstsommer findet sie einige Wochen links außerhalb meines Blickfelds statt.

Trotz Morgenfrische marschierte ich jackenlos ins Büro; es waren 30 Grad für den Tag angekündigt, die wollte ich nicht durch Jackenrumschleppen belasten.

Emsiger Vormittag, ich war trotz Augustruhe nützlich.

Mittagscappuccino unweit vom Markt am Georg-Freundorfer-Platz, anschließend aber wieder kein Käsekauf auf dem Markt, weil der Stand immer noch urlaubsabwesend war. Die Luft war bereits deutlich sommerlich, zu unangenehme Sonne aber durch Schleierwolkenfilter verhindert.

Mein Mittagessen bestand aus Nektarinen, Aprikosen, Renekloden, außerdem Skyjolei.

Nachmittag Online-Seminar mit einigen Erkenntnissen, kurz vor Feierabend kratzte ich nochmal meine Konzentration für einen Querschuss zusammen.

Direkter Weg nach Hause in schwülwarmer Luft unter dichten Wolken: Ich war mit Herrn Kaltmamsell zum Abendessen im Hirschgarten verabredet, diesen Punkt von unserer Sommerunternehmungsliste hatten wir noch nicht durchgenommen. Trotz der Schwüle zeigte der Regenradar weder Gewitter noch Niederschlagsgefahr an, ich verließ mich darauf.

Wir nahmen eine Tram raus zum Hirschgarten, und zu meiner großen Freude wurde sogar Steckerlfisch angeboten – hatte ich unter der Woche wirklich nicht erwartet. Die Makrele war auch noch frisch gegrillt und saftig!

Ausschenker an der Bierschänke auf die Frage eines Herrn, ob es auch Halbe gebe: “Naa. Mir san a Biergarten, koa Kindergarten.” (Gibt es im Hirschgarten natürlich schon, aber an Ausgaben, wo man auch andere Getränke bekommt.)

Hirsch bei der Arbeit.

Blasmusik gab es auch, sogar besonders gute und leicht unkonventionelle (Blas & Band, gleichmal notiert, man weiß ja nie, wann man mal eine anständige Musi braucht) – ein Stück nur knapp am Pasodoble vorbei.

Medienmix auf den Notenständern.

Sehr satt von der Tram nach Hause geschaukelt worden. Dort wirbelte ich noch ein einige Zeit Vorbereitungen für Freitag, ich wollte ein weiteres Mal vor der Arbeit Schwimmen.

Ein wenig Süßigkeiten als Dessert.

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Nochmal Dolly Parton – und ich freue mich sehr darüber, wie viele Menschen jetzt überrascht merken, dass sie großartig war.

1977 interviewte Barbara Walters Dolly Parton – zwei Welten trafen aufeinander. Und es war nicht etwa die toughe und erfahrene Reporterin, die dabei gut wegkam. Communication Coach Alexander Lyon analysiert, warum das so ausging und was man hier von Dolly Parton lernen kann.

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https://youtu.be/dwtzw0s-5BI?si=im7ZZi78VnvB9Qr6

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Auch Tim Curry ist mit 80 Jahren gestorben (für mich weniger überraschend, ich wusste um seinen Schlaganfall 2012 und seinen schlechten Zustand).

Sein Dr. Frank N. Furter in der Rocky Horror Picture Show hat mich als Teenager tief geprägt: Dass ich Tim Currys ganz konkrete Darstellung nicht im geringsten als unmännlich empfand, wird mir erst jetzt bewusst (RRRRRRRrrrrr). Extra Applaus für das Make-up von Pierre La Roche (und für Costume Designer Sue Blane).

Deswegen empfehle ich auch Ihnen den intensiven Genuss hiervon:

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https://youtu.be/ZCZDWZFtyWY?si=9alJBhwFJK6VHwa0

(Warum war ich eigentlich nur einmal bei einer Vorführung in den Münchner Museum Lichtspielen? Und das vor 40 Jahren? Wobei ich die Musik zu dieser Zeit bereits komplett auswendig konnte, der Soundtrack hatte es über meine damalige Freundin Andrea längst in mein Jung-Mädchen-Zimmer geschafft. Und wie viele Altersgenoss*innen habe auch ich eine Schul-Geschichte: Wie wir unsere – feine, elegante frankophile – LK-Englisch-Leistungskursleiterin dazu brachten, den Film mit uns anzuschauen, ca. 1985. Uns an ihrer kompletten Entgeisterung ergötzend.)

Journal Mittwoch, 26. August 2026 – National treasure Dolly Parton

Donnerstag, 27. August 2026

Endlich mal wieder eine gute Nacht mit spürbar tiefen und langen Schlafphasen.

Aufgestanden zu Regentröpfeln und Kühle, doch bereits auf dem Weg in die Arbeit (in Turnschuhen, nicht Sandalen) wurde die Luft zwischen den vereinzelten Regentropfen langsam wärmer.

Emsiger Arbeitsvormittag, ich konnte mein Gehalt wert sein.

Mittags zum Sanitätshaus gehuscht, um endlich mein Rezept für neue orthopädische Einlagen einzulösen. Jetzt brauchte ich schon keine Jacke mehr. Bei dieser Gelegenheit zum Mittagscappucino abgebogen: Wegen langer Schlange weitergebogen zu einer selten genutzten Quelle.

Was mich freute: Es wachsen mir Ideen für den Bloglesungstext.

Zu Mittag gab es Banane, Zuckeraprikosen, rote Aprikosen, Renekloden (so gut!), außerdem Skyjolei.

Geordneter Arbeitsnachmittag, auf dem Heimweg war es fast schon sommerlich warm.

Zu Hause Yoga, wieder sportlich. Vor dem Abendessen war noch Zeit, ich setzte mich auf den Balkon zum Lesen.

Zum Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell einen Quiche-Teig aus der Gefriere aufgebraucht für eine Gemüse-Quiche.

Sehr gut! Nachtisch Süßigkeiten, Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, beschienen durchs offene Fenster vom Vollmond am Sommernachthimmel.

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Dolly Parton war eine Jahrhundert-Begabung, sowohl als Musikerin als auch als echter Mensch.
Die Social-Media-Kanäle, in denen ich lese, waren und sind voll von Trauerbekundungen – in einem Maß und einer Breite, wie ich es noch nie erlebt habe. Niemand in den USA kam dem Status national treasure wohl näher als Dolly Parton – und hatte es sich verdient.

Mir ist am stärksten in Erinnerung geblieben, wie sie in einem Interview die Frage beantwortete, woher ihr Look eigentlich kam. Da erzählte sie, dass es in der verlassenen und bitterarmen Gegend Pittman Center, Tennessee, in der sie groß wurde, eine Frau gab, deren auffallende Aufmachung sie als kleines Mädchen unendlich bewunderte: Laute Farben, Glitzer, kurze Röcke, hohe Schuhe, riesige Haare. Dass man ihr erklärte, das sei die town tramp, die Dorf-Nutte, hinterließ genau gar keinen Eindruck: Genau so wollte sie einmal aussehen, fertig.
Diese Offenheit und diese selbstgewisse Subversivität bewunderte wiederum ich an Dolly Parton bis zuletzt.

Deshalb als meine Verneigung:

Dolly Parton Breaks Down 11 Looks From 1975 to Now | Life in Looks | Vogue

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https://youtu.be/ohvN75BaY1I?si=RX0YhyiFJMQmM_cp

Zudem ein ausführlicher Nachruf auf die Musikerin Dolly Parton im Guardian:
“Dolly Parton’s peerless career turned country music cliches inside out”.

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Künstlerin Katja Kelm hat in Hamburg einen Vortrag über ihre vier letzten Arbeitsgruppen gehalten und wie sie entstanden sind. Freundlicherweise hat sie ihn zusätzlich aufgenommen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/z9VNJjaLRCU?si=lpg9WEoSuKwL5G7G

Journal Samstag, 22. August 2026 – Reise im Bullerbü-ICE zum Westerwald

Sonntag, 23. August 2026

Eine recht gute Nacht – morgens erinnerte ich mich an keine bemerkenswerten Erlebnisse.

Angenehm früh zu sehr zapfig frischer Luft von draußen aufgestanden, für die Reise nach Wochen erstmals an sowas wie eine Jacke gedacht.

Schon auf dem Weg zum Zug war ich froh um diese Jacke. Wir bestiegen den ICE mit Ziel Köln, fuhren pünktlich ab – und ahnten da noch nicht, dass wir einen verzauberten Bullerbü-ICE erwischt hatten, mit dem Bahnfahrende vermutlich nur einmal in ihrem Reiseleben beschenkt werden.

Das begann damit, dass ich mich über die Sitz-Ausstattung freute, bei der sich jemand wirklich Gast-orientierte Gedanken gemachte hatte (und die vor allem eine vermutlich byzantinische Entscheidungskette tatsächlich durchbrachte).

Eindeutig zivilisatorischer Fortschritt: Ein Jackenhaken, mit dem das Hängut nicht die Aussicht verdeckt; ein Miniregal für Tablet/Handy mit Haltklammer zum Bewegtbildgucken während der Fahrt. (Kannte ich in einer edlen Holz-Ausführung schon an einem anderen ICE-Modell, diese Version ließ mich auf Serien-Einrichtung hoffen.)

Es ging weiter mit dem Personal dieses Zugs, das von einer Liebenswürdigkeit, Zuvorkommenheit und Eleganz war, dass damit mindestens ein schief laufendes Infrastrukturprojekt der Deutschen Bahn ausgeglichen wurde:
– Zweimal kamen Speisewagen-Mitarbeiterinnen durch und verkauften frische Kaffee-Getränke, beim zweiten Mal trug die Dame eine Haar-Schur in drei Ebenen, verschieden gefärbt, die ein abstraktes Landschaftsbild ergab – sensationell.
– Als ich im Bord-Bistro selbst für Herrn Kaltmamsell und mich Mittagscappuccino holte, erlebte ich beim Anstehen einen Barista, der das Kleinstkind auf dem Arm seiner Mutter aufs Charmanteste umgarnte (und die erbetene Milch aus frisch geöffneter Packung erstmal selbst testete, ob sie auch bestimmt in Ordnung war), beim Cappuccino-Zubereiten mit dem US-amerikanischen Gast vor mir plauderte und sicherstellte, dass er sich wohl fühlte. Auch der Austausch mit mir machte den ganzen Speisewagen gleich ein Stückchen heller.
– Schaffner 1 im perfekt sitzenden weinroten Uniform-Dreiteiler: freundlich und souverän, hilfsbereit bei der Suche nach einem nicht reservierten Platz.
– Dann kündigte eine Durchsage eine Runde Steckerleis für alle an, im pünktlichen Zug, einfach so – das auch wirklich verteilt wurde.
– Schaffner 2 jackenlos, die Ärmel des weißen Hemds ungemein elegant hochgekrempelt, der durch den Wagen schlenderte, Blick wechselnd zwischen Passagieren und Display – „Eingecheckt, schon eingecheckt, eingecheckt – ein Traum.“ – auch er hatte ein Steckerleis in der Hand.

Insgesamt wirkte diese Fahrt dann doch wie eine Fernseh-Inszenierung. Aber eine gute.

Dazwischen Holledau.

Pünktlich stiegen wir in Siegburg aus, die 45 Minuten Aufenthalt nutzten wir für ein wenig Umsehen in dem Städtchen – an einem Samstag-Frühnachmittag ausgesprochen quirlig und sympathisch, es wurde gehochzeitet, in Außengastronomie gesessen, eingekauft.

Letzter Abschnitt in den Westerwald mit der Regionalbahn entlang lauter Orten mit “(Sieg)” und entlang dem gleichnamigen Fluss, der aufs Malerischste durch Idyll mäanderte.

Ab Ankunft und Aussteigen genossen wir den Zweck der Reise: Zeit mit Freunden. Sie war gefüllt mit:
– Sightseeing-Autofahrt
– Kaffeeundkuchen (Apfelkuchen aus Frühäpfeln des eigenen Gartens)
– Gartenbesichtigung

Aussicht von selbigem aus.

Fallapfelbuntheit wie Schatzhöhle.

– Dorfbesichtigung mit viel Hintergrund zu gesellschaftlichen Mechanismen (und Kühen, Kälbern, Pferden, wunderschönen Bressehühnern)
– Sightseeing-Autofahrt zu den beruflichen Wirkstätten der Freunde
– Abendessen beim freundlichen und köstlichen Lieblingsitaliener (bei mir Fettuccine mit Birne und Käse, dazu ein frischer Pinot grigio)
– Spaziergang durch die abendliche Fußgängerzone mit viel historischer Information
– viele Stunden Zusammensitzen über mehr Weißwein mit Gesprächen bis weit jenseits Mitternacht

Was insgesamt bedeutete: Austausch, Nähe, Verbindung mit so wunderbaren Menschen – überlaufendes Herz.

Journal Mittwoch, 19. August 2026 – Ungeschminkte Zehennägel

Donnerstag, 20. August 2026

Wieder eine erlebnisreiche Nacht, dennoch hatte ich beim Weckerklingeln das Gefühl, dass dazwischen Schlaf gewesen war.

Dass ich nicht zum frühem Schwimmen kam, schmerzte dann nicht einmal: Ich fühlte mich energielos, und von draußen kam es sehr kühl herein. Aber ich freute mich über den Anblick der nassen Straßen und Wege. Über die ging ich mit sogar einem leichten Jäckchen in die Arbeit.

Zu meiner Überraschung gefallen mir diesmal meine ungeschminkten Zehennägel (sie profitieren noch von der professionellen Pediküre vor wenigen Wochen inklusive Nägel-Polieren).

An meinem Arbeitsplatz tobte der Einrichtungsirrsinn des neuen Laptops weiter, zwischen all den freiwilligen (weil: vielleicht geht das irrlichternde Verhalten davon weg?) und erzwungenen Neustarts versuchte ich, die dringendsten Angelegenheiten im E-Mail-Postfach zu erhaschen. Auch sonst war ich erleichtert, jetzt schon zur Verfügung zu stehen und nicht erst um halb zehn nach einer Schwimmrunde.

Entsprechend emsiger Vormittag, doch einer der Termine war auch Mittagscappuccino mit einer Kollegin. Dennoch trieb es mich am späteren Mittag nach draußen auf eine jetzt sonnig-windige Runde um die Blöcke.

Zu Mittag gab es Aprikosen und Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Es blieb sonnig und wurde wieder sommerlich warm, aber nicht unangenehm heiß – wie ich feststellte, als ich nach Feierabend mit der U-Bahn an den Odeonsplatz gefahren war und von dort zum Hofbräuhausmühlenladen spazierte: Ich kaufte Roggenmehl Type 1370, das bekomme ich in den immer besser mit Mehlen bestückten Biosupermärkten nicht. Nächstes Brotbacken plane ich allerdings erst am übernächsten Wochenende.

Zu Hause Beine epiliert (liebe Evolution: behaarte Knie – warum?), Wäsche aufgehängt, eine Folge 6 Yoga (= core work) geturnt, bei der allerdings eher meine Hüftbeuger als die Bauchmuskeln jammerten.

Aus weiteren kastilischen Familien-Kichererbsen hatte Herr Kaltmamsell zwei Sorten Hummus bereitet (marokkanisch und mit Haselnussmus statt Tahini), die gab es mit Gurke und roter Paprika, außerdem weitere Reste aus dem Kühlschrank von den vergangenen Tagen. Nachtisch Mochi (Herr Kaltmamsell war auf meine Gelüste hin suchen gegangen) und Fruchtgummi.

Früh ins Bett zum Lesen, meine nächste Lektüre ist von Amal El-Mohtar und Max Gladstone This Is How You Lose the Time War, eines der Bücher, die ich im Science-Fiction-Bereich des Waterstone in Brighton entdeckt hatte. Ich ließ mich nicht davon abschrecken, dass es mit “Twitter sensation” vermarktet wird: Der Roman erschien 2019 und wird immer noch empfohlen, das flößte mir Vertrauen ein.

Neues Buch, neues Glück – das funktioniert bei mir auch noch fast 53 Jahre nach Lesenlernen.

§

Ben, also Stadtneurotiker, lernte ich vor vielen, vielen Jahren (“mer zälle ja net” sagt die Hessin) u.a. als Rock-tragenden Blogger kennen. Damals hätte ich nicht erwartet, dass er diese vielen, vielen Jahre später immer noch der einzige ist, den ich namentlich kenne. Eben bloggte er mal wieder etwas über Röcke an Männern (nicht sein Hauptthema, zu anderen hat er viel öfter Interessantes zu sagen).
“Sich anti-kapitalistisch anziehen”.

Journal Sonntag, 16. August 2026 – Hoffentlich Abschied von der Brüllhitze und von Ferien

Montag, 17. August 2026

Nachts will ich eigentlich nicht so viel erleben: Fenster auf, weil es von Draußen endlich kühl kommt / Türen der Wohnung lieber zu, weil Wind aufkommt / Klo 1, 2, 3 / Aufwachen von Gebrüll im Nußbaumpark. Ein halbwegs durchschlafene Nacht würde dem Spiel gut tun.

Früh aufgestanden zu bedecktem Himmel, meine ersten Handgriffe galten dem Brotbacken. Blumengießen, Kaffeekochen, Balkonkaffee, Ibu 600 gegen Zahn-/Gesichtsschmerzen (wirkte überraschend schnell, war wohl die genau richtige Dosis). Schlechter Schlaf und Schmerzen am Kopf sind in meinem Assoziationsnetz weiterhin eng mit Verkaterung verdrahtet, ich musste mich immer wieder aktiv daran erinnern, dass ich am Vortag und -abend keinerlei Alkohol getrunken hatte.

Ärger über einen ungegebetenen Gesundheisttipp einer random Blogleserin per E-Mail nach dem üblichen Muster: Irgendeine random Ärztin wurde zitiert mit vagem Bezug zu meinen Beschwerden. Erntshaftes Grübeln: Warum und wozu schreibt mir jemand sowas? Sind das diese parasozialen Beziehungen, die ihr ein Verhältnis zu mir wie zu einer vertrauten Kollegin vorgaukeln, bei deren Gesundheitsbeschwerden man in der Bürotür einfach daherplappert? Zumindest musste ich die Mail nicht ganz lesen – im Gegensatz zu früheren Kommentaren hier im Blog.

Plan war eine Schwimmrunde im Dantebad, Aufbruch nach Brotfertigstellung. Da wieder deutlich über 30 Grad angekündigt waren, ließ ich das Fahrrad lieber im Keller und nahm die wohltemperierte U-Bahn raus zum Westfriedhof (mit Umsteigen in Gern: Ferienzeit ist Baustellenzeit).

Unter weiterhin bedecktem Himmel war auf den Schwimmbahnen überraschend viel los, und nicht alle erwiesen sich als freundlich. Doch ich genoss das Schwimmen, kraulte so gedankenverloren, dass mich mehrfach das Bahn-Ende überraschte. Also legte ich gleich mal 200 Meter auf meine 3.000 drauf. Gegen Ende riss der Himmel auf und ließ die Sonne durch. Ich merkte, dass ich in den vergangenen beiden Wochen wirklich genug Sonnenschein abbekommen und keinerlei Lust auf ein Bad darin hatte. Also gleich gründliches Duschen und Pflegen.

Rückweg mit Spaziergang bis Gern, U-Bahn zum Sendlinger Tor; das Apothekenthermometer zeigte im Schatten 33 Grad an. Aber gestern sollte ja der Tag des Umschwungs ins Kühle sein.

Balkon-Situation: Herr Kaltmamsell setzte ein Parmigiana-Rezept um, das ich ihm geschickt hatte (€) und in dem die Auberginenscheiben vor dem Braten in der Sommersonne angetrocknet werden. Da er gestern seine Eltern besuchte, übernahm das Wenden ich.

Frühstück kurz vor zwei: frischgebackenes Brot mit
– Butter
– Butter und Orangenmarmelade
– Butter und Zuckerrübensirup (bei diesen Temperaturen für meinen Geschmack zu dünnflüssig)

Auch gestern probierte ich Siesta, diesmal klappte sie eine halbe Stunde lang.

In der Hoffnung auf Verbesserung des Nachtschlafs auf den Arbeitsmontag fuhr ich den Arbeitsrechner hoch und checkte meine Mails. Keine wirklich bösen Überraschungen, aber deutliche Erinnerung, wie viel schöner Urlaub ist als Arbeiten.

Um wenigstens unbelastet von Bügelwäsche in die Arbeitswoche zu starten, machte ich klar Schiff und genoss Musik auf den Ohren.

Ich freute mich wieder auf Yoga, musste das aber etwas verschieben, weil mein Kreislauf eigene Pläne hatte und mich zweimal durchs ganze Programm mit Schwindel, Schweißausbruch, Frieren schubste.

Rechtzeitig zum Abendessen war ich wieder wohlauf.

Diese Parmigiana mit Sonnenbrand schmeckte ganz hervorragend, dank des verwendeten Scamorza sogar nach Schinken.

Anschließend lud ich Herrn Kaltmamsell zum Dessert auf einen Eisbecher beim benachbarten Eisdieler ein – doch der hatte geschlossen, erklärungslos. War gestern wieder ein wichtiges Fußballspiel (meine Wissens ein valider Grund für ihn, vorzeitig zu schließen)? Also gab es daheim wieder Schokolade.

Aufräumen für den Putzmann und für die Arbeitswoche. Tiefer Seufzer.