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Journal Donnerstag, 22. Oktober 2026 – Ein paar Tupfer Oktobergold

Freitag, 23. Oktober 2026

Recht guter Schlaf bis auf die sehr unruhige letzte Stunde. Dass das ein körperlich interessanter Tag werden könnte, merkte ich beim Aufstehen: Kreuzschmerzen ließen mich schier nicht in die Senkrechte. Massieren der LWS-Muskulatur schaffte zumindest dies.

Morgenblaue Stunde am Bavariaring, scharfer kalter Wind.

Schon auf dem Weg in die Arbeit fielen mir eine Reihe loser Enden ein, auf deren Knüpfen durch Zuarbeit ich mich verlassen hatte – was wohl nicht passiert war. Also am Schreibtisch erstmal ein paar freundliche (wirklich) Mails losgeschickt. Im Lauf des Vormittags zeigte sich: Das war notwendig, ich werde auf bestimmte Finger noch genauer schauen müssen.

Um das benachbarten Bürohochhaus sah ich vor wolkenlos blauem Himmel zwei Falken elegant im Wind, drumrum drei deutlich weniger elegante Krähen, die sicher dennoch nervten.

Grad um die Mittagszeit wurde es hektisch mit Dringlichkeiten, dennoch schaffte ich es raus auf Mittagscappuccino und Markteinkäufe – der Bodensee-Obststand war zurück.

Zu Mittag gab es eine Crowdfarming-Avocado – die sich als partiell gereift erwies, hatte ich auch noch nicht: Nur ein Drittel ließ sich cremig aus der Schale löffeln, der Rest war hart und bitter. Außerdem Crowdfarming-Mango (sehr gut) mit Sojajoghurt.

Mittel-anstrengender Nachmittag. Heimweg direkt, denn zu Hause warteten Körperpflege und Häuslichkeiten, ich freute mich auf einen Übernachtungsgast, für den ich Dinge vorbereitete. Außerdem Kostümprobe für die Bloglesung.

Zum Nachtmahl machte ich den Ernteanteil-Endiviensalat mit Orangensaft-Tahini-Dressing an, Herr Kaltmamsell garte den Ernteanteil-Spinat mit roter Paprika, Pinienkernen, Erdnussmus. Sehr gutes Abendessen. Nachtisch Schokolade.

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Auf einer Bürgerversammlung meines Stadtbezirks 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt wurde vor Jahren ein Antrag angenommen, der beiden auf dem Alten Südfriedhof beerdigten Juri und Miranha mit einem Denkmal zu – nun – gedenken. Von diesen beiden hatte ich bei einer Friedhofsführung erfahren, hier die Wikipedia-Zusammenfassung:

Juri und Miranha sind zwei indigene Kinder aus Brasilien, die 1820 von den beiden Naturwissenschaftlern Johann Baptist Spix und Carl Friedrich Philipp Martius nach München gebracht wurden. Die Namen der beiden Kinder sind nicht überliefert, Juri (= Yuri) und Miranha sind die Namen der indigenen Völker, aus denen sie stammten. Sie wurden auf die Namen Johannes (Juri) und Isabella (Miranha) getauft. Die beiden wurden öffentlich zur Schau gestellt und sind schon bald verstorben, Juri am 11. Juni 1821, Miranha am 20. Mai 1822 (beide in München).

Sie galten seinerzeit als “naturkundliche Objekte” und sind nur ein Aspekt der vielen kolonialen Verbrechen. Der Newsletter von “Public History München” (gehört zum Kulturreferat der Stadt) informierte mich, dass es dieses Denkmal nun geben soll, allerdings als Teil des übergreifenden Kunstprojekts “Sensing Sites – Dekoloniale Gedächtnissuche”. Ab heute und übers Wochenende gibt es zur Errichtung Veranstaltungen.

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“Frankreich Proteste weiten sich nach Wien aus” laut Stefanie Sargnagel.

Journal Montag, 19. Oktober 2026 – König Lear am Residenztheater: Mangelndes Shakespeare-Vertrauen

Dienstag, 20. Oktober 2026

Gut und tief geschlafen, aber bei Weckerklingeln war es definitiv nicht genug gewesen.

Unter anderem war mir wie zu erwarten beim Einschlafen die König Lear-Inszenierung vom Sonntagabend im Kopf herumgegangen. Das eigentliche Stück hatte mich an diesem Abend eher unberührt gelassen, angekommen waren bei mir vor allem die Bühnenmittel (Bühne Marlene Lockemann). Und hier spielte die beeindruckende Hauptrolle der kreisrunde Bühnen-füllende Ring mit Landschaft oben und Räumen in Gestellen unten, in ständiger, langsamer Bewegung, eingeführt im zweiten Akt durch den vertriebenen Edgar, der die Pfade oben entlang taumelt und dabei seine Verwandlung in Tom erzählt. Davor schon war es eine Wand mit in vielen Richtungen beweglichen Drehtüren gewesen, die riesig vor dem Zuschauerraum auf der Bühne stand und für die verschiedenen Verbindungen der Personen und Handlungsstränge genutzt wurde.

Doch Regisseurin Elsa-Sophie Jach beließ es nicht dabei. Dass nahezu durchgehend Live-Musik vom Bühnenhintergrund erklang, muss heutzutage wohl so, inklusive zweimal Live-Gesang. Aber dass immer wieder verschiedene Leinwände herabgelassen wurden, Live-Video-Projektionen aus Bühnenwinkeln darauf übertragen – über die vielen Jahre seit Einführung als Erzählmittel auf den Bühnen gerät das in meinen Augen zur inhaltsleeren Marotte, vor allem hier: Das Mittel der Soliloqui IST doch bereits ein Ins-Zentrum-Stellen einer Figur und ihrer Gedanken, da brauche ich ihr sprechendes Gesicht nicht auch noch acht mal fünf Meter groß gefilmt auf eine Leinwand projiziert.

Nicht nur deshalb habe ich den Eindruck, dass der Inszenierung das Vertrauen in Shakespeare fehlte, der eigentliche kraftvolle und bilderreiche Text ging fast unter. Immer noch eine Interpretationsebene, immer noch eine Vermittlungstechnik – die vielen Ansätze und Ebenen führten unterm Strich zum Eindruck der Unentschlossenheit. Lasst die Figuren doch mal in Ruhe reden! Ja, der gefeierte Manfred Zapatka als Lear bekam oft Raum für seine Worte, aber selbst er nicht immer, weil Kostüm oder Filmung sie überlagerten. Vielleicht hatte Vincent zur Linden als Narr da sogar mehr Texteskraft (die Doppelbesetzung auch als Edmund gefiel mir sehr gut).
Schauspielerisch beeindruckte mich am meisten Pia Händler als Regan: Sie lebte den Text statt ihn vorzutragen – das mag ich als Kind der 80/90er-Renaissance-Theatre-Company halt (damals war es Inszenierungs-Mode, den Blankvers nahezu zu ignorieren).
An den Besprechungen der Inszenierung gefiel mir die von Christoph Leibold für den Bayerischen Rundfunk:
“Seltsam unpolitisch: Der neue ‘Lear’ am Residenztheater”.

Außerdem zum Festhalten: Was anders ist am Resi als an den Kammerspielen. Am Resi gab es ein aufwändiges Programmheft zu kaufen, für die 2,50 Euro steckten sogar ein paar Postkarten mit Fotos aus der Inszenierung dabei. An dem Kammerspielen ist das gedruckte Programmheft mittlerweile eher dünn und kostenlos, die Informationen findet man breiter und ansprechender online auf der Website. An den Tischen für Programmheftverkauf wurde auch Merchandise angeboten, sehe ich mir nächstes Mal genauer an.

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Überraschen mild dampfiger Weg in die Arbeit.

Die kopfwehige Benommenheit wurde mir am Arbeitsplatz bald doch zu doof, ich griff zu Ibu.

Geschäftiger und unruhiger Arbeitsvormittag, Mittagscappuccino aus der Cafeteria, damit ich in der Mittagspause raus auf Einkäufe gehen konnte: Der riesige HIT in Fußweite bot auch die Cocktailkrischen an, die auf der Einkaufsliste standen.

Zu Mittag gab es Ananasstücke aus derselben Quelle, außerdem Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot. So ganz wach und munter wurde ich einfach nicht.

Entsprechend zäh fühlte sich der Arbeitsnachmittag an.

Nach Feierabend war es deutlich kälter geworden. Ich ging über Lebensmitteleinkäufe beim Vollcorner heim.

Zu Hause hatte ich trotz müder Benommenheit Lust auf Pilates, das nochmalige Üben meines Bloglesungstexts aber verschob ich auf Dienstagabend.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell die Ernteanteil-Karotten auf meinen Wunsch als Laksa, als würzige chinesische Suppe – eine sehr aufwändige Suppe mit vielen nur aufwändig zu bekommenden Zutaten.

Blöderweise schmeckte das ganz ausgesprochen köstlich, ich werde das wieder essen wollen.

Nachtisch Schokolade.

Sehr früh ins Bett zum Lesen und frühen Lichtaus.

Journal Sonntag, 18. Oktober 2026 – Erstes Mal Resi-Abo

Montag, 19. Oktober 2026

Guter Nachtschlaf, das war schön. Dennoch stand ich unwillig auf, ich wäre gerne länger in der Selbstabwesenheit des Schlafs geblieben.

An allen Fenstern weiterhin Wespen, die die Scheiben vollkotzen, am schlimmsten an den Küchenfenstern.

Den Berlin-Urlaub nach Jahreswechsel vorläufig fertig gebucht: Unterkunft, An- und Abreise (hin und zurück ohne Umsteigen inkl. Platzreservierung 102,96 Euro für zwei Personen mit BahnCard 25 – wirklich unschlagbar) (PLUS der Spannung, wie und wo die Fahrt dann tatsächlich verlaufen wird!), Vorstellungstickets sind gekauft, Museumsbesuche sondiert und geplant. Bleibt nur noch die Kulinarik: Welche Restaurants sollen uns erfreuen, wo wollen wir uns selbst versorgen.

Wie geplant ging ich nochmal raus auf eine Laufrunde. Diesmal ließ ich mich von einer U-Bahn an die Universität fahren und lief von dort durch den Englischen Garten an die Isar und auf meine übliche Strecke nach Norden. Über allem lag Dunst, anfangs auch feinster Nieselregen, das machte den Lauf klamm und kalt. Doch er bereitete mir dennoch Freude, ich lief nahezu beschwerdefrei und leicht.

Monopteros von unten.

Und von oben.

Nach Biergarten ist vor Christkindlmarkt.

Indian Summer am Föhringer Ring (auch ein schöner Romantitel).

Die Tages- und vor allem Essensplanung war auf den Theaterbesuch am Abend ausgerichtet, erstmals als Resi-Abonnentin hatte ich um 18:30 Uhr König Lear – gleich mal über drei Stunden, ich musste also vorher zu Abend essen. Auf diese Inszenierung war ich wirklich gespannt, zuletzt hatte ich ja 2015 bei König Lear in den Kammerspielen echte Schweine bekommen – die galt es also zu toppen.

Erstmal aber Frühstück kurz nach eins: Letzte Feigen und Trauben mit Käse.

Nachmittag vertändelt und verlesen, dazwischen Häuslichkeiten, unter anderem Wechsel Sommer- gegen die Winterschuhe aus dem Keller.

Zum Nachtmahl zu Pflegeheim-Zeiten um halb sechs servierte Herr Kaltmamsell aus dem Ernteanteil-Blumenkohl Aloo Gobi (sehr gut), mit einem mächtigen Miso Chocolate Cookie stellte ich sicher, dass ich bis Bettgehen keinen Hunger mehr bekommen würde.

Die hohen Absätze machten mich langsam, den Weg zum Residenztheater beschleunigte ich mit einer Station U-Bahn-Fahrt.

Jetzt also Wechsel von den städtischen Kammerspielen ins Bayerische Staatstheater, ganz andere Atmosphäre der Räume, bei diesem Mal ganz anderes Publikum (es wurde viel mehr geschaut – mag an dem viel größeren Foyer gelegen haben, nach Langem senkte ich den Altersdurchschnitt im ausverkauften Zuschauerraum – mag aber an dem Sonntagabendtermin gelegen haben).

Mit Pause. Und Käfer-Gastronomie mit vorbestellt eingedeckten Tischen oben, kannte ich sonst nur von Opernbesuchen.

Schweine bekam ich diesmal keine im König Lear, an Tieren nur das elektrische Spielzeug-Reittier des Narren. Dafür eine ausgesprochen opulente und teuer aussehende Inszenierung, Details morgen.

Nach fast dreieinhalb Stunden verlief die Garderoben-Ausgabe etwas holprig, ich nahm wieder eine U-Bahn, um schneller ins Bett zu kommen.

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Diesen empfohlenen Artikel bei Krautreporter hätte ich fast nicht gelesen, weil er so weit von meiner Lebenswirklichkeit entfernt ist. Oder, und deswegen las ich ihn dann doch, weil das Thema eine meiner tiefsten Ängste anspricht: Verschuldung.

Denn das, wurde mir klar, ist lediglich die Kehrseite meines aktiven Desinteresses an Geldanlage, an dem leichten Ruch, den es für mich (!) hat, Geld aus Geld zu machen (vielleicht finde ich mal heraus, woher diese kontrafaktische emotionale Reaktion kommt). Selbst mein Konto überzogen habe ich zuletzt wohl am Anfang meines Studiums und hörte damit auf, als ich mich darüber ärgerte, der Bank dafür Geld zu zahlen – wo ich doch sonst eher unterdurchschnittlich Probleme dabei habe, Geld für Blödsinn auszugeben. Wenn ich künftig knapp bei Kasse war, schränkte ich mich eben ein und schaute, dass ich möglichst schnell Geld verdienen konnte. Richtige Schulden hatte ich noch nie im Leben; offensichtlich wünschte ich mir nie etwas so sehr, dass ich dafür einen Kredit aufgenommen hätte – obwohl das ja sogar steuerlich gefördert wird, Invesitionen bedeutet, die Wirtschaft am Laufen hält, meinen Eltern die Verwirklichung ihres Traums vom eigenen Haus ermöglichte etc. etc. Irgendwas in mir fürchtet sich enorm vor der Abhängigkeit und dem Commitment, die automatisch dazu gehören.

Aus meinem Leben will ich einfach nur mit einer schwarzen Null herauskommen, auch materiell.

Wie so eine ganz normale Verschuldung aussieht (ich kenne jemanden, die mal in der Gehaltsabrechnung eines mittelgroßen, hochseriösen Unternehmens arbeitete und erzählte, dass der Prozent-Anteil von Mitarbeitenden mit Gehaltspfändung zweistellig gewesen sei) und wie der Weg hinaus, berichtet Marcus Ertlel, hier der Geschenk-Link:
“Ich war total verschuldet. Hier ist der Text, den ich gebraucht hätte.”

Journal Samstag, 17. Oktober 2026 – 1000-Teile-Puzzle-Oktoberfarben

Sonntag, 18. Oktober 2026

Unruhige Nacht, benommenes Aufstehen. Milchkaffee und Ibu 400 richteten das aber schnell.

Wir finden und töten weiterhin Mehlmotten und ihren Nachwuchs in der Wohnung, auch abseits der Küche. Herr Kaltmamsell hat mittlerweile ein kleines Vermögen in schicke Mepal-Plastikdosen investiert, kaufte gestern für weitere Vorräte nach.

Für meinen Isarlauf hatte ich mir etwas Neues ausgedacht, das nur zur Hälfte klappte. Die U-Bahn-Verbindung nach Thalkirchen ist ja jetzt nach Oktoberfest-Magie wieder wegen Bauarbeiten unterbrochen, meine Idee war: Von daheim aus bis Pullach laufen, von dort mit der S-Bahn zurückfahren. Was klappte: Von Haustür über gewohnte Wege an der Isar bis zum S-Bahnhof Pullach lief ich (mit zahlreichen Foto-Stopps) gut 90 Minuten (Selbstbeschränkung, weil ich auch am Sonntag laufen will), das machte selbst unter düsterem Himmel richtig Spaß. Was dann nicht so toll war: 20 Minuten Warten auf S-Bahn, 30 Minuten Fahrt bis – wegen Bauarbeiten Stammstrecke – Endstation Hauptbahnhof, zusätzliche 15 Minuten Fußweg nach Hause. Auf diese Relation Joggen-Heimfahrt werde ich wohl nicht oft Lust haben.

Doch der Körper spielte hervorragend mit, die Ibu mag geholfen haben (anfängliches Zwicken an der linken Kniescheibe durch Quadrizeps-Dehnen wegbekommen), und der Oktober ist gerade in seiner 1000-Teile-Puzzlemotiv-Phase.

Die Flosslände für den Winter abgelassen.

#ÖPNVStarren

Daheim war ich dann doch irgendwann, meine Frühstückssemmeln hatte ich in einer Pullacher Bäckerei während der Wartezeit auf die S-Bahn besorgt. Frühstück noch vor zwei: Trauben, Feigen, Körnersemmeln, eine davon mit einer letzten sensationellen gelben Tomate aus Ernteanteil.

Und dann raffte ich mich zum Backen auf! Das interessanteste Rezept ist ja immer das zuletzt entdeckte, und das war von David Lebovitz: Miso walnut chocolate chip cookies. Las sich am Donnerstag beim Entdecken abgefahren und machbar, ich setzte die Zutaten umgehend auf die Einkaufsliste. Miso, das wusste ich, hat Herr Kaltmamsell eh immer im Haus, allerdings, so lernte ich am Freitag, immer nur eine Farbe, und die ist derzeit braun. Er überzeugte mich, dass auch dunkles Miso für das Rezept taugte, riet allerdings zu einer geringeren Menge.

Die Walnüsse hatte ich schon vor dem Isarlauf mit Miso karamelisiert, jetzt machte ich den Rest. Und stieß dabei auf ein Zeichen der Zeit und ein ganz neues Risiko beim Backen: Ich war auf 80-Gramm-Tafeln Schokolade reingefallen. Im Vollcorner hatte ich zu meiner üblichen 70-Prozent-Backschokolade von Vivani gegriffen und nicht gemerkt, dass diese nicht mehr 100 Gramm schwer sind. Also ab sofort KEINERLEI gewohnte Standard-Größe mehr voraussetzen, merke ich mir für den Zutatenkauf für die Weihnachtsbäckerei. Ich möchte hier @daszeiserl zitieren: “80g Schokotafeln sind ehrlich wahr der Untergang des Abendlandes.”

(“Drei Stücke, Obelix.”)

Nachmittag mit Bloglesungsvorbereitung und Zeitunglesen, draußen versuchte es ein wenig zu regnen.

Eine halbe Stunde Pilates, bevor ich die Drinks des Abends rührte. Herr Kaltmamsell hatte sich Manhattans gewünscht, ich verrechnete mich bei den beiden Wermut-Zugaben – gab es halt doppelte Manhattans.

Aber dann sonst keinen Alkohol mehr. Hicks.

Basis des Nachtmahls war der Mangold aus Ernteanteil, den Herr Kaltmamsell mit Belugalinsen als Spaghgettigericht servierte, sehr gut.

Zum Nachtisch jeder einen der Riesen-Cookies: Waren auch mit 15 Gramm weniger Schokolade wegen Schummel-Tafeln sehr gut geworden, allerdings schmeckte ich nicht viel Unterschied durch das Miso (im Vergleich zu den eh schon sensationellen Chocolate Chip Cookies von David Lebovitz).

Im Bett begann ich die nächste Lektüre, auf die ich durch einen Hinweis in This Is How You Lose the Time War gestoßen war: Naomi Mitchison, Travel Light, veröffentlicht 1952.

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Donnerstagabend hatte ich Siri Hustvedt, What I Loved ausgelesen und bin sehr beeindruckt von dem Roman. Nur: Eigentlich habe ich gelernt und bin stolz darauf, meine Reader Response nachvollziehbar erklären zu können; in diesem Fall fühle ich mich hilflos. Ich weiß nicht recht zu sagen, warum ich dieses Werk so außerordentlich gut finde. Mich beeindruckte, dass Hustvedt aus der Ich-Perspektive eines Mannes schreibt, durchwegs glaubwürdig. Wie ich alle Figuren der Handlung glaubwürdig finde: Seine Frau Erica, das befreundete Paar Bill und Violet.

Ich begleitete diese Menschen durch einige Jahrzehnte ihres Lebens in New York, durch ihre Elternschaft, durch ihre Berufe, die alle mit der einen oder anderen Form des Kunstschaffens zu tun haben. Besonders beeindruckten mich die Beschreibungen vieler, vieler fiktiver Kunstwerke, dazu die der Kunstwelt, in der sie rezipiert werden. Ich lebte beim Lesen Alltag mit und ihre Randfiguren, Körperlichkeit, Trauer und andere tiefen Gefühle. Das tat ich in den Romanen von Sigrid Nunez auch, und doch sind sie völlig anders. Obwohl die Werke beider Frauen verbindet, dass ihre sprachlichen Mittel im Hintergrund bleiben.

Dann gebe ich mein Scheitern bei der Vermittlung meiner Begeisterung halt zu. Wenn Sie sich für Menschen interessieren und für Kunst, hohes literarisches Handwerk mögen – dann ist dieser Roman vielleicht etwas für Sie.

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Leben in hohem Alter – taz-Autorin Laura Catoni recherchiert, wie Menschen ohne Kinder oder sonstige nahe Angehörigen das machen.
“Gemeinschaft im Alter
Was kommt vor dem Tod?”.

Journal Freitag, 16. Oktober 2026 – Lerchenschwumm, griechischer Wein in Schwabing

Samstag, 17. Oktober 2026

Wieder einmal zu oft aufgewacht für eine Nacht, die sich wirklich erholsam anfühlt. Etwas früherer Wecker, weil ich bei angekündigt schönem Wetter vor der Arbeit im Freibad Dantebad schwimmen wollte.

Zeitunglesen in der U-Bahn zum Westfriedhof – zumindeste den Teil, den mich die Anzeigenabteilung lesen ließ. Die schafft es offensichtlich immer noch den Anzeigenkunden einzureden, dass diese Werbung wirkt? (Die Karte lässt sich nie Riss-frei ablösen. Wenn ich sie falte, verdeckt sie nur eine Spalte, abreißen zerstört Text auf zwei Seiten.)

Es wurde ein schöner Schwumm, zwar nicht ganz so enthusiasmierend wie auch schon, dafür komplett Krampf-frei. Auch sonst körperlich durch und durch erfreulich. Der Tag brach merklich später an als vor einer Woche, erst auf den letzten 500 Metern erreichte der Sonnenschein dunkelgolden die Baumkronen.

Zunächst war unter erstem Morgenrosa recht viel los auf meiner Schwimmbahn, nach 45 Minuten beruhigte sich die Lage. Erheiterung bekam ich auch: Jemand hatte einen Schwimmspielzeugladen leer gekauft und war unterwegs mit Mittelschnorchel, großen Handpaddeln UND Schenkelkissen. Na gut, an die Füße hätten noch Flossen gepasst – vielleicht legte sie die später an: Nach Abschluss meiner 3.000 Meter hatte ich rechte Mühe, über den Beckenrand aus dem Wasser zu kommen, weil dieser komplett mit Schwimmspielzeug vollgestellt war, darunter möglicherweise die Flossen der Geräteschwimmerin.

Dann kostet einmal Schwimmen im Dantebad halt 10 Euro, die Summe passt zur Größe des Vergnügens. Meine sportliche Bewegung wird mich dennoch nicht mehr als 60 Euro im Monat kosten (Dantebad-Schwimmen, für Fahrten zum und vom Laufen Deutschlandticket anteilig, Steady-Unterstützung an Gabi Fastner), damit liege ich wahrscheinlich immer noch unter den monatlichen Mitgliedsbeiträgen für Münchner Fitness-Studios. Auf jeden Euro achten kann ich in der Rente immer noch.

Auf dem Rückweg hatte ich so großes U-Bahn-Glück, dass ich für die Arbeit extrafrüh einstempelte. Auch gestern nutzte ich mein Büro zum Handtuchtrocken: Es war niemand da, den ich damit belästigt hätte.

Dafür gab’s reichlich Arbeit, ich las Korrektur und trieb mich in einer Datenbank herum.

Um die Mittagszeit aber RAUS in den schon wieder herrlichen Sonnenschein. Noch brauchte es meine Jeansjacke, doch ich schnaufte begeistert durch.

Die Heimeranstraße wirkte hier geradezu mediterran, sicher nicht wie Mitte Oktober.

Auferstehungskirche

Zu Mittag gab es erstmal Obst: Apfel (gut), Renekloden (nicht gut, weil alt und trocken), Feigen (gut), Trauben (schwarz, klein und mit Kernen – hervorragend). Trauben können also nach mehr als nur süß schmecken. Oder wie Herr Kaltmamsell es formulierte, dem ich die restlichen im Obstkorb daheim empfahl: “Sind so gut, dass sie bestimmt irgendwie heißen.” Tatsächlich stand auf dem Preisschild ein Name, nur hatte ich ihn mir nicht gemerkt. Und dann noch Hüttenkäse.

Emsiger Nachmittag, ich konnte alles Anliegende abschließen.

Weiterhin Freude über die Büroblumen, die ich nach Feierabend heim nahm. Ich legte meinen Heimweg nach Einkäufen im Vollcorner über den Süpermarket Verdi, um nach der köstlichen Traubensorte zu sehen.

Gemeint ist wahrscheinlich Muscat bleu. Wenn Sie die irgendwo sehen (und Trauben mögen): Empfehlung.

Zu Hause nur Auspacken und kurzes Frischmachen, abends hatte ich einen Tisch im griechischen Lokal Elia in Schwabing reserivert: Empfohlen von einer Leserin, weil dort auch Wein wichtig genommen werde.

Mit Herrn Kaltmamsell nahm ich eine Tram hinaus – und wurde bald unruhig, weil sie am Stachus (aka 7. Höllenkreis) im Autoverkehr feststeckte und ich deutliche Verpätung fürchtete. War dann gar nicht so schlimm.

Im Elia wurden wir freundlich empfangen. Wein hatte ich mir vorher bereits ausgesucht, in den Artikeln über die aktuelle Entwicklung des griechischen Weinbaus hatte mich der Xinomavro am meisten interessiert. Den bestellte ich gleich direkt.

Er wurde uns mit vielen Caveats eingeschenkt, der sei wirklich was ganz anderes und unerwartet, ausgesprochen gewöhnungsbedürftig, rufe gern mal heftige Reaktionen hervor. Ich weiß ja nicht, was die Gäste des Lokals sonst so trinken (um uns herum sah ich wenige Weingläser auf den Tischen, eher Longdrinks und Bier): Wir probierten einen angenehmen, eher leichten Rotwein, der eher durch Abwesenheit von typischen mediterranen Rotwein-Aromen wie Holz, Beeren, Tabak, Schokolade auffiel, dafür etwas Kräuter und Blumiges hatte.

Zu Essen bestellte ich Ziegenkäse auf Rote Bete zur Vorspeise (gut), Lammschulter als Hauptspeise – die tatsächlich nur mit Sauce serviert wurde, ich hätte die Nachfrage des Kellners nach Beilagen ernster nehmen sollen (Brotkorb nachbestellt). Besonders fein gewürzt war der Nachtisch Galaktoboureko – hatte ich schon sehr lang nicht mehr gegessen.

Durch immer noch nicht kalte Luft spazierten wir die Herzogstraße mit viel Außengastronomie lang zurück zur Tram, waren nicht zu spät im Bett.

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Laut Vox ein Trend in den USA: Bürger*innen sehen ihre kommunalen Behörden als so untätig an, dass sie deren Jobs selber machen – zum Beispiel Zebrastreifen einrichten.
“What if making your neighborhood safer means breaking the rules?”

Across the country, such civic paralysis has compelled a legion of guerrilla urbanists to take their city’s matters into their own hands. In Boston, a group of cyclists used strips of green and white duct tape to build a bike lane at an intersection where a truck struck and killed 36-year-old Louisa Gag in July. In Nashville, Kansas City, and across the Bay Area, volunteers have built and installed their own public benches at bus stops where city officials had slowly removed places to sit, after years spent curating increasingly hostile public spaces.

(…)

“We see the fear of litigation and liability” so thoroughly sabotaging mundane municipal projects that “a crosswalk takes half-a-million dollars in five years to do when it’s really a bucket of paint in an afternoon,” said Anthony Garcia, a Miami-based urban planner who, with his longtime collaborator Mike Lydon, pioneered the study of tactical urbanism, or low-cost, quick-fix interventions often led by ordinary citizens themselves. Both Garcia and Lydon now advise cities nationally on how to integrate the practices of guerrilla urbanists into the ways they govern and pilot their own new policies. “You don’t have to hold a crosswalk to the same standard that you hold a bridge,” Garcia said.

(…)

Advocates tell me that in almost every case they would much prefer to work with their city governments than against them. And sometimes they do: For well over a decade, the local transit advocacy group Reconnect Rochester has partnered with Rochester, New York to lay out boxy, brightly colored “bus stop cubes” at transit corridors around the city. Critically, these boxes were permitted.

Hierzulande verwandelt die Leute ja laut einigen Analysen solcher Unmut in AfD-Wähler*innen. Ich weiß nicht recht, was mir lieber ist.

Journal Donnerstag, 15. Oktober 2026 – Spätsommer in der Nachspielzeit

Freitag, 16. Oktober 2026

Mit einmal weniger Aufwachen wäre es eine wirklich gute Nacht gewesen.

Eher milder Marsch in die Arbeit, ein leichter Mantel reichte.

Ist die neue Brigitte-Diät raus?
(Verzeihung, aber das ist wirklich meine erste Assoziation. Frühkindliche Schädigung.)

Im Büro Dankesblumen bekommen, sehr gerührt gewesen und mich gefreut.

Früher Mittagscappuccino aus Termingründen, der geplante anschließende Markteinkauf (Bodensee-Obst) scheiterte an Abwesenheit des Bodensee-Obst-Stands – ich musste einiges neu planen. Das Wetter nochmal sonnig und mild.

Noch eine Besprechung, dann gab es Mittagessen: Kleine reife Feigen aus Italien (SO gut!) und Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Am Nachmittag einiges weggearbeitet, in der letzten Stunde vor Feierabend nochmal auf die Betriebstemperatur eines früheren Arbeitslebens hochgeschaltet und einen kleinen Tornado weggewirbelt (nachdem ich einen ganz kurzen Wie-Hackfleisch?-Aber-ich-hab-doch-schon-die-Maschine-saubergemacht-Moment hatte und versucht war, den Tornado auf Freitag zu schieben). Aber dann war wirklich Feierabend.

Das Wetter golden sonnig und mild, keine Herbstkühle nirgends, ich genoss meinen Heimweg sehr.

Sankt Paul mal von der anderen Seite. Bargeld geholt, andere Obsteinkäufe dann halt im Süpermarket Verdi.

Zu Hause eine halbe Stunde Pilates Kraft und Balance – WIEDER neue Übungen, Gabi Fastner ist eine anscheinend unerschöpfliche Quelle.

Donnerstag ist Ernteanteil-Tag. Diese Woche ohne Salat, deshalb verarbeitete Herr Kaltmamsell den Hokaido aus Ernteanteil zu einem Kokos-Curry – sehr gut. Nachtisch reichlich Schokolade.

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Zur Erinnerung:

Hier nochmal die Details, einzige Aktualisierung: Einlass bereits ab 18:15 Uhr, wer eher kommt, sitzt wahrscheinlicher.

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@muserine wandert gerade den Malerweg in der Sächsischen Schweiz und berichtet darüber auf instagram. Der sieht so super aus, ist zudem derart rundum von Service-Angeboten begleitet (Gepäcktransport, Öffi-Verbindungen, Paket-Angebote), dass er sofort ganz nach oben auf meine Liste für Oktoberfestflucht rutschte.

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Was übrigens NICHT stimmt: Das Internet vergisst nichts. Das wissen schon wir Blogger*innen seit vielen Jahren, wenn wir mal wieder auf tote Links in unseren Blogs stoßen. Doch dieses Verschwinden hat viel weiter reichende Folgen für die Gesellschaft. Auf netzpolitik.org schreibt Leonhard Pitz:
“Kritische Infrastruktur:
Bei der Web-Archivierung fehlt die Strategie”.

Als Historiker beschäftigt sich Crueger seit vielen Jahren mit dem Thema Web-Archivierung. Der frühere Abgeordnete der Bremer Bürgerschaft ist Redakteur bei irights.info und promoviert an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften in Brandenburg zur Geschichte der autistischen Bewegung in den 90er-Jahren. „Dafür schaue ich mir unter anderem an, wie sich autistische Personen damals im Web organisiert haben.“ Dabei hat er es nicht immer leicht.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass das Internet nichts vergesse, verschwinden weite Teile des Webs ziemlich schnell. Laut Digitalhistoriker Crueger waren 38 Prozent der Webseiten von 2013 ein Jahrzent später nicht mehr erreichbar. Die durchschnittliche Bestanddauer einer Webseite betrage nur rund 100 Tage, Seiten mit dynamischen Webinhalten ändern sich im Minutentakt. „Das Web ist vergänglich“, sagt Crueger.

Neben möglicherweise wichtigen Informationen, die dadurch verschwinden, ist das auch ein historischer Verlust. Die Folge: „Das frühe Web ist kaum noch erhalten“, so Crueger. Wer Informationen aus dieser Zeit sucht, ist deshalb oft auf analoge Mittel angewiesen. „Ein abgedruckter Screenshot in einem Print-Journal ist manchmal beständiger als das Digitale.“

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NOCHMAL WECHSELJAHRE!

Kabarettistin Kirstin Fuchs hat eine Viertelstunde ihrer “Fun Facts” damit gemacht, sehr informativ.

Journal Mittwoch, 14. Oktober 2026 – Arbeitstag, der nicht mal eine Überschrift verdient

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Schlechter und dann auch noch zu wenig Schlaf, die Aufgekratztheit nach dem Konzertabend hatte mich lange nicht zur Ruhe kommen lassen. Ich war gespannt, wie sich das auf meine Konzentrationsfähigkeit im Büro auswirken würde. (Ich greife vor: überraschend wenig.)

Draußen war es düster, doch die Wetter-App drohte nur wenig mit Regen. So schickte ich den anfragenden Herrn Kaltmamsell (ich bin die Wetter-Zuständige in dieser Partnerschaft) mit dem Rad in die Arbeit – nur um wenig später bei der Morgentoilette Regenprasseln im Innenhof zu hören. Dieser Regen hörte auch nicht auf, zumindest war ich fit genug im Kopf, vor Verlassen des Hauses und vor Griff zum Regenschirm Wechselsocken und
-schuhe in die Tasche zu werfen. Zwar war ich bei Eintreffen im Büro untenrum nicht patschnass, profitierte aber von der Möglichkeit, die teilnassen Schuhe und Socken durch Wechsel trocknen zu lassen. Überrascht war ich draußen von der milden Luft, in Janker und Halstuch schwitzte ich auf dem Arbeitsweg.

Emsiger Arbeitsstart, bald hörte der Regen auf. Zu meinem Mittagscappuccino im Westend schien bereits wieder die Sonne.

In meiner üblichen Mittagessenszeit lag ein Termin, diesmal aß ich vorher, weil ich großen Hunger hatte (erkläre ich mir mit frühem Abendessen am Vortag ohne Süßigkeitenschlacht): kleine italienische Feigen, außerdem Skyjolei.

Voller Nachmittag, noch vor Feierabend trieb mich erneuter Hunger zu den Notrationen in meiner Büro-Schublade: Müsliriegel in Flapjack-Anmutung.

Heimweg in milder Luft und schöner Sonne über einen Abstecher beim Friseur, um mir einen Termin für Ende Oktober zu holen.

St. Paul mit Abendsonne oben und Wildpiesler unten.

Der Marsch war leider nicht so schön, wie er bei dem Licht und in diesen Temperaturen hätte sein können, weil mein Kreislauf kapriolte, mit Schwindel und Schweißausbruch.

Zumindest war das Ganze bis zur Heimkehr nahezu durch, und bis ich abgeschminkt und umgezogen war, auf der Turnmatte stand für eine Folge Pilates, hatte sich der Kreislauf wieder eingekriegt. Die Gymnastik tat gut.

Brotzeit vorbereitet, Wäsche aufgehängt.

Zum Nachtmahl verarbeitete Herr Kaltmamsell die restlichen Quitten aus der Hand der Quittenfee zu Lamm-Quitten. Er hatte aus Erfahrung mit dem Rezept die Quitten diesmal vorgegart – so ließen sie sich gut halbieren, ließ sich das Kernhaus entfernen und konnte man sie wie im Originalrezept von Ottolenghi tatsächlich füllen.

Das schmeckte ganz hervorragend, so gut wie noch nie – so entfalteten die duftenden Quitten endlich ihr ganzes Aroma. Ich passte das Rezept umgehend an.

Nachtisch viel Schokolade. Früh ins Bett zum Lesen.

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Wieder Zeit für Dieter Hildebrandts Gedicht “Herbst” am Anfang seines “Schlesischen Jahreszeiten-Zyklus”, hier von ihm selbst gelesen. (Er fehlt. Oh mei oh mei, wie sehr er fehlt.)

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https://youtu.be/NpflKLO6dOw?si=ClFd3R0FbHavEq_l