Fotos

Journal Samstag, 21. März 2026 – Isarlauf plus mit Besuch Isarspaziergang

Sonntag, 22. März 2026

Gut geschlafen trotz viel Alkohol am Abend zuvor, aber nicht lang genug für Ausnüchterung.
Bloggen und Bettwäschewaschen gingen trotzdem gut.

Am Freitag eingetroffen: Die Uhr mit Ziffernblatt für mein Nachtkastl, damit ich im Schlafzimmer immer schnell weiß, wie spät es ist. Dann doch bei ebay gekauft.

Ab Mittag war ich mit dem Besuch aus Oldenburg verabredet, davor war nach Resträumen und -spülen vom Vorabend (Herr Kaltmamsell hatte das meiste bereits erledigt) noch Zeit für eine Laufrunde.

Ich startete von der Haustür über Alten Südfriedhof am Westermühlbach entlang – und entdeckte auf einer kleinen Grünfläche keine drei Meter von mir entfernt einen Grünspecht! Ich höre sie ja sonst immer nur und hatte mich damit abgefunden, dass sie in Wirklichkeit nur ein erfundender Vogel sind, aber da saß wirklich einer und versenkte seinen Schnabel gerade in dem Moos vor ihm – das exakt die Farbe seines Gefieders hatte. Ich blieb bewundernd stehen, doch das reichte bereits, um ihn hoch in den nächstgelegenen Baum zu scheuchen.

Das Wetter war grau und kalt, der März kehrte von versuchtem Frühling zurück zu entsättigten Farben.

Spannend aber die Pferde, die die Isar kurz hinter Thalkirchen kreuzten.

Der Körper spielte trotz Restalkohol gut mit, allerdings wurde der Rückweg mit Gegenwind überraschend anstrengend.

Daheim aß ich nach Duschen und Frischmachen von dem Laucheintopf vom Vorabend, dann holte ich den Besuch vom Hotel ab: Sie interessierte sich für meine Laufstrecke, also spazierten wir diese nochmal. Vorher aber herzte und küsste ich das befreundete Hotel-Personal, das überraschend gerade mit eigenem Besuch vor Ort war.

Am Tierpark Hellabrunn bogen wir ab zum Auer Mühlbach. Auch wenn der Tag ein wenig heller geworden war, mussten wir uns für Farben schon sehr auf die Frühlingsblümelein konzentrieren – von denen wir aber eine große Vielfalt entdeckten. Wir spazierten vertieft ins Gespräch, und ich genoss die viele Zeit mit der Besucherin, die Gelegenheit für Plaudern auch über Alltägliches und Nebensächlichkeiten bot.

Einkehren an der Krämer’schen Kunstmühle im Caffe Fausto – das ich noch nie so voll gesehen hatte. Nach Cappuccino und Aufwärmen gingen wir weiter den Auer Mühlbach entlang bis zum Müller’schen Volksbad. Tramfahrt zum Sendlinger Tor, damit vor der Abendessen-Reservierung noch ein wenig Zeit zum Ausruhen blieb.

Diesmal kam Herr Kaltmamsell mit, der den Tag daheim arbeitend verbracht hatte. Zu dritt spazierten wir ein weiteres Mal, jetzt bis zum Restaurant Schmock im Volkstheater.

Wir starteten mit Drinks, wegen des frühen Wahlhilfeeinsatzes am Folgetag beließ ich es lieber bei diesem Alkohol. Wir bestellten gemischte Vorspeisen für drei. Noch bevor wir Luft holen konnten für die Bestellung von Hauptgerichten, erklärte die (hinreißende) Bedienung mit Augsburger Akzent (ich fragte später, ob ich mit meiner Einschätzung nach ihrem ersten Satz richtig lag): “Des war’s dann!” Auf unseren vorsichtigen Protest, schlug sie energisch vor, wir sollten uns erstmal das Bestellte schmecken lassen, dann werde sie nach weiteren Wünschen fragen.

Kluge Bedienung, nach diesen reichhaltigen Vorspeisen hätten wir weder Tscholent noch Königsberger Klopse wie eigentlich geplant geschafft.

Weiteres Plaudern in viele Richtungen, ich erfreute mich unter anderem an dem gelehrten Austausch der beiden Sprachwissenschaftler*innen, erfuhr mehr über die Vielfalt und Entwicklung der Sprachvermittlung an Universitäten.

Heim spazierte ich mit den beiden ungewöhnlich erledigt, war unterwegs überrascht, dass die öffentlichen Uhren erst 21 Uhr anzeigten. Doch ich musste wirklich ins Bett – und verabschiedete mich vom Besuch ja nur bis Juni, wenn ich mit Herrn Kaltmamsell in den Norden fahren würde.

§

Sie erinnern sich an den großen Stromausfall in Spanien und Portugal vergangenes Jahr? Jetzt zeigt ein Bericht, wie es dazu kommen konnte:
“Wie auf der Iberischen Halbinsel das Stromnetz kollabierte”.

Journal Freitag, 20. März 2026 – Wahlhilfevorbereitung, Abendgast

Samstag, 21. März 2026

Gut geschlafen, das war schön. Und dann wurde es auch noch zu blauem Himmel hell, wunderbar.

Sonniger Arbeitsweg.

Kurzes Stutzen an der Ganghoferstraße:

Ist das die Münchner Variante von Grün statt Parkplatz? (Zur Sicherheit: Besser als nix, mühsam ernährt sich etc.) Böser Vergleich: Wien mit seinem Stadtplanungsprojekt “Raus aus dem Asphalt”. Medial herumgereicht werden ja gerne die Vorher-Nachher Fotos aus Paris. Lebensnäher und übertragbarer scheinen mir diese aus Wien, Straßen wie die Neubaugasse kenne ich auch in München.

Das Wahlamt reagierte schnell: Noch vor neun hatte ich mein Berufungsschreiben im Postfach. Auf der Liste des Wahlhilfeteams neben mir nur drei bisherige, die drei neuen versuchte ich umgehend zu kontaktieren. Der erste, den ich erwischte, erklärte mir gleich mal, dass er aber nur vormittags könne und nicht beim Auszählen. Ich bat ihn um Meldung der Verhinderung bei der Bezirksinspektion. Weitere Telefonate ergaben, dass die neuen Leute auf meiner Liste in ihrem ursprünglichen Berufungsschreiben explizit informiert worden waren, dass sie NICHT für die Stichwahl berufen seien. Dass sie auch kein Berufungsschreiben erhalten hatten und durch meinen Anruf zum ersten Mal von ihrem Einsatz hörten. Das machte das Ehrenamt als Wahlvorsteherin schlagartig deutlich aufregender, als ich es mir bei der Stichwahl vorgestellt hatte – ich hatte erwartet, dass die überhaupt keine Aufregung wert sein würde. Zefix.

Sonstige Arbeit im Büro gut machbar, ich konnte gelassen auf meinen Mittagscappuccino ins Westend gehen. Unterwegs geriet ich an einem Zebrastreifen unter Kinder, die gerade verkehrserzogen wurden. Brav reihte ich mich ein und machte das koordinierte Gucken und Gehen mit. Wie hieß es in der Tanzschule gern: Grundschritte zu üben schadet nie.

Bevor ich zurück am Schreibtisch saß, hatte ich mein Wahlhilfe-Team für Sonntag vollständig und informiert – vorerst, ich bin vorsichtig geworden. Währenddessen trafen zwei weitere Berufungsschreiben für mich in meinem privaten E-Mail-Postfach ein, eines mit leichter Variation – das Wahlamt macht gerade echt nicht bella figura. Na gut, dann wiederum: Die jüngste reguläre OB-Stichwahl ist zwölf Jahre her. Vor sechs Jahren war Pandemie; damals wurden zur Wahlhilfe bei der Stichwahl Lehrer*innen rekrutiert, weil die Schulen eh gerade dicht waren (fiel mir ein, als ich dachte, “als wäre das ihre erste OB-Stichwahl”: ist es wahrscheinlich tatsächlich für die allermeisten Mitarbeitenden im Wahlamt).

Jetzt aber noch überraschend aufgelaufene Aufträge abgearbeitet. Dadurch wurde das Mittagessen eher spät: Köstliche Birne, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.

Danach mehr abgearbeitet, darunter sehr Interessantes.

Pünktlicher Feierabend, auf dem Heimweg Besorgungen. Zu Hause Abendgastvorbereitungswirbeln, auch wenn das eigentliche Kochen wieder Herr Kaltmamsell erledigt hatte.

Klingeln an der Haustür, große Freude: Wir hatten den Oldenburger Besuch seit zwei Jahren nicht gesehen. Es gab ausführliche Vorspeisen, damit niemand länger in der Küche verschwinden musste, dazu Luxemburger Cremant. Warme Hauptspeise war dann der beste Lauch-Eintopf aus Ernteanteil: Der Besuch hatte nach einer Dienstreisewoche mit viel Fleisch um eher etwas ohne gebeten. Dazu bot ich erstmal den Gemischten Satz von Marie Adler an – da der recht ungewöhnlich schmeckt, hatte ich aber einen konventionelleren Weißwein in der Hinterhand. Wir blieben beim Gemischten Satz, auch über den Nachtisch hinweg: Auf meinen Wunsch hatte Herr Kaltmamsell Sticky Toffee Pudding vorbereitet.

Vor allem aber Gespräch und Austausch, das war sehr schön. Zumal beides am heutigen Samstag fortgesetzt werden kann.

§

Faktencheck von Sarah Bosetti zum Sozialstaat – ichweißichweißichweiß, mit Fakten macht man keine Politik (die Grünen sind beim Versuch fast unterm Bus gelandet), aber bei Sarah Bosetti gibt’s wenigstens was zu lachen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=lYoYdTHuBn0

§

UND JETZT ABER ZU DEN GUTEN NACHRICHTEN!
“King opens world’s longest coastal path around England”.

Ich könnte sagen, dass ich im September 2025 an genau derselben Stelle stand wie König Karl auf dem ersten Foto, wenn ich nicht auf der gegenüberliegenden Seite der Cuckmere-Mündung auf den Coastal Path eingebogen wäre.

Aber dann halt auch:

For the first time in English law there is provision for the route to be moved inland – “rolled back”, Natural England calls it – if the coastline erodes or shifts.
This allows the trail to adapt to the changing shoreline and aims to ensure that the coastal walk remains continuous and practical for generations to come.

Journal Donnerstag, 19. März 2026 – Schöner erster Lerchenlauf

Freitag, 20. März 2026

Vor dem besonders frühen Weckerklingeln einen besonders schönen Traum geträumt, der in England spielte und in dem Herr Kaltmamsell eine zentrale Rolle hatte.

Wie fast immer war ich bereits weit in meinem Morgenhandlungen, bevor in meinem Bewusstsein ankam: Früh! Zu wenig Schlaf! Doch wie berechnet war es beim Verlassen des Hauses um Viertel nach sechs hell genug fürs Stolperrisiko-arme Laufen. UND KALT! Über der Isar hing eisiger Nebel.

Doch mit angemessener Kleidung (Handschuhe!) und Bewegung war mir warm genug, der Körper spielte gut mit (nach Kreuz- und Achillessehnenschmerzen beim Aufstehen allerdings mit präventiver Ibu), ich bekam so richtig was geboten.
Unter anderem sehr viele Eichkätzchen auf dem Alten Südfriedhof.

Vor der Haustür.

Von der Wittelsbacherbrücke aus.

Unter der Wittelsbacherbrücke.

Nach disziplinierten 70 Minuten war ich zurück daheim.

Zum Vergleich: Der erste Lerchenlauf 2025, dieser am 18. März.
(Warum so ein Tagebuchblog praktisch sein kann.)

Nach dem Frischmachen: Auftritt neue Bürobluse.

In der Arbeit stempelte ich 35 Minuten später als sonstiger Durchschnitt ein, Öffnen des E-Mail-Postfachs zeigte: Ich hatte nichts verpasst.

Unzufrieden war ich mit dem Wetter: Seit Tagen hatte man mir strahlenden Sonnenschein angekündigt, doch jetzt sah ich vorm Büro nur Wolkenhimmel.

Mittagscappuccino im Westend, auf dem Weg fühlte ich mich sehr müde. Hatte aber die endlich schlüssige Idee fürs Freitagabendessen, zu dem Herr Kaltmamsell und ich einen sehr angefreuten Gast haben werden.

Zu Mittag gab es eine überraschend gut Birne (ich LIEBE überraschend gutes Obst), dann eingeweichtes Muesli mit Joghurt. Aber Kopfweh und müde – hoffentlich nur wegen des arg frühen Aufstehens.

Gut machbarer Arbeitsnachmittag. Auf dem Heimweg Einkäufe für Freitagabend, das Wetter weiterhin eher kühl, aber deutlich trocken. Zu Hause nochmal die stretchige Yoga-Folge vom Mittwochabend, diesmal konnte ich sie wirklich genießen.

Als Nachtmahl kombinierte Herr Kaltmamsell einige Bestandteile des eben geholten Ernteanteils:

Von oben im Uhrzeigersinn: Kohlröschen, Ruccola, Einkorn (Ernteanteil der vergangenen Woche), Steckrübenpüree – ganz erstaunlich gut, weil fruchtig. Nachtisch Schokolade.

E-Mail vom Wahlamt mit Entschuldigung, dass die Wahlhilfe-Berufungschreiben für Sonntag so spät rausgegangen sind. Wenn man am gestrigen Donnerstag noch keines bekommen habe, solle man sich telefonisch oder per E-Mail für eine digitale Zusendung melden. Netterweise stand gleich drin, dass die Zusammensetzung der Teams NICHT auf dem Wahlhilfeportal stehe, sondern nur in dem Berufungsschreiben – das ersparte mir das geplante ultra-komplizierte Einloggen am Abend, mit dem ich mich über genau dieses hatte informieren wollen. Statt dessen antwortete ich dem Wahlamt mit Bitte um Berufung per E-Mail: Sie war nicht in der Post gewesen.

Endlich eine Wander-Anfrage zur diesjährigen Oktoberfestflucht losgeschickt – dann doch Wandern im Schwarzwald statt Sprachurlaub in Italien (oder Istanbul? der Theaterabend in Ingolstadt hatte mir mal wieder unter die Nase gerieben, wie super es wäre, das viele Türkisch in München wenigsten ein bisserl zu verstehen), aus purer Recherche-Faulheit.

§

Münchens grüner Bürgermeisterkandidat Dominik Krause wird sehr konkret, was er machen will, wenn er gewinnt:
“7 Punkte, die ich als OB anders machen werde”.

Meiner Ansicht nach liest sich darin sehr deutlich die Erfahrung von Dominik Krause aus seinen Jahren als 2. Bürgermeister Münchens: Er ist in keiner Weise naiv, sondern kennt die ganz konkreten Stellschrauben.
(Womit ich als Grünen-Parteimitglied endlich etwas zum Wahlkampf beigesteuert habe.)

§

Vielleicht mögen Sie auch zur re:publica? Und haben noch kein Ticket?
Joël hat eines zum Early-Bird-Preis abzugeben.

Journal Mittwoch, 18. März 2026 – Zumindest mit Wiedersehen der Alten Kongresshalle

Donnerstag, 19. März 2026

Endlich wieder gut geschlafen, nur wenig vor Weckerklingeln aufgewacht mit erholtem Gefühl.

Fein gemacht für Berufseinsatz.

Der Weg in die Arbeit führte nochmal über frostige Oberflächen.

Erstmal im Büro einiges weggeschafft, solange ich Ruhe hatte. Dann zweistündiger Einsatz auf einer internen Konferenz (die Projektleitung war meinem Wunsch nachgekommen, mir eine kleine Aufgabe zu übertragen, damit ich wenigstens kurz dabeisein konnte), sehr bereichernd.

Und ich sog wieder die Schönheit der Altens Kongresshalle auf.

Auf dem Rückweg Mittagscappucino, der damit verbundene Marsch war allerdings weniger angenehm als erhofft, weil ein scharfer und wirklich eisiger Wind blies.

Zurück im Büro gleichmal Betriebsrat gewählt, wir finden Betriebsräte super. Später Mittagessen am Schreibtisch: Apfel, Halbtrockenpflaumen, außerdem Mango mit Sojajoghurt.

Sehr konzentrierter Nachmittag – was ich nur schaffte, indem ich aus meinem Büro in ein ungenutztes Einzelbüro auszog. Eine langfristige Lösung ist bereits geplant, bis dahin beweise ich halt sowas wie Flexibilität.

Langsam vielleicht doch beunruhigend: Die LWS-Schmerzen, die immer stärker pieksen und Hüfte sowie Bein bis Knie mitnehmen, mal die eine Seite, mal die andere. Wie’s halt so ist bei Jahrzehnte langen Schmerzen: Zum einen schwer abzuschätzen, wann ein Arztbesuch sinnvoll wäre – zum anderen aus Erfahrung wenig Hoffnung auf Linderung. Ich sehnte mich sehr nach meinem Feierabend-Yoga: Auch wenn es nichts reparieren würde, stellte ich mir die angesagte Folge mit 35 Minuten Streching himmlisch vor.

Auf dem direkten Heimweg biss mich wieder heftiger Wind, wenn auch nicht mehr ganz so kalt.

Zu Hause chop-chop: Yoga (mittel angenehm, weil ich all die weiteren Tätigkeiten nicht aus dem Kopf bekam), trockene Wäsche abhängen, frisch gewaschene Wäsche aufhängen, Pflanzen gießen, Brotzeit vorbereiten, Teebeutel für Arbeit füllen.

Aber dann gab es ja Abendessen! Herr Kaltmammsell hatte schon vor Tagen Penne mit Käsesauce angekündigt, und zwar aus mindestens drei Käsesorten. Und genau die gab es, sogar mit vier Käsen, sehr gut. Als Gemüse aß ich fast alle restlichen bulgarischen Essiggurken. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, Wecker auf noch früher, weil ich die erste Laufrunde vor Arbeit der Saison plante.

Journal Dienstag, 17. März 2026 – Berlin-Orga für Mai

Mittwoch, 18. März 2026

Schwer eingeschlafen, zu früh aufgewacht, unerholt aufgestanden. Das Draußen weiter kalt und greislich, zumindest kam ich trocken in die Arbeit.

Dort spürte ich den Schlafmangel, Konzentration fiel mir schwer.

Urlaubsantrag für Mai gestellt, auf die Nicht-Existenz einer Urlaubsvertretung hingewiesen.

Trotz Müdigkeit bekam ich einiges weggearbeitet; es half, dass sich ein anstrengender Termin von selbst zerschlug.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria, da das Mittagessen spät werden würde, ausnahmsweise einen großen. Zu meiner Draußenrunde kam ich gestern sogar aus beruflichen Gründen: Ich hatte einen Termin in der Alten Kongresshalle.

Hello again – ich finde sie immer noch die schönste Veranstaltungs-Location in München. Und ich kann immer noch nicht glauben, dass wir meinen Traum, darin zu feiern, wirklich ganz echt ehrlich wahr gemacht haben.

Brotzeit zurück am Schreibtisch um halb zwei: Apfel, Hüttenkäse mit Leinsamenschrot.

Unruhiger Arbeitsnachmittag, unter anderem wegen fast durchgehender Telefonate in meinem Büro, bei Dauerbeschallung fällt mir Konzentration inzwischen wirklich schwer – ich werde dann doch ernsthaft Dienstag als Homeoffice-Tag angehen. Doch ich beendete ihn nicht allzu spät.

Auf dem Heimweg Einkäufe im Vollcorner und im Drogeriemarkt.

Noch war der Himmel winterlich – auch die Lufttemperatur.

Zu Hause Yoga, Wäscheaufhängen, Brotzeitvorbereiten.

Das Abendessen war um das Glas Essiggurken von bulgarischer Kolleginnengroßmutter herumgebaut: Wurst, Käse, Brot.

Herr Kaltmamsell hatte drei Sorten Leberwurst gekauft – von denen sich zu unserer Überraschung die feine als die interessanteste erwies. Außerdem zwei Sorten getrocknete Blutwurst, die ich besser in Erinnerung hatte. Doch der Knaller waren erwartungsgemäß die Gurken – und das, wo die davor ebenfalls verwandtschaftlich waren, von der fränkischen Schwester eines Freundes. Nie unterschätzen, WIE gut Essiggurken sein können.

Nachtisch Schokolade.

Unterkunft zur re:publica gebucht: Zwar in einem Winkel Kreuzbergs, in dem ich eventuell das letzte Bisschen Gottverlassenheit Berlins finde, aber es ist a) ein gewerblich vermietetes Apartment mit Küchenzeile in einem Apartment-Neubau, b) wirklich günstig – in einer Stadt, in der Übernachten so teuer geworden ist, dass selbst das Bundesreisekostengesetz für mit öffentlichen Geldern bezahlte Menschen 125 Euro pro Nacht inklusive Frühstück springen lässt (für München sind es nur 109 Euro), c) sehr nah an der Spree, vielleicht bekomme ich eine Laufrunde (allerdings heißt hier nix -ufer – ach, das werde ich halt rausfinden). Und nach tiefem In-mich-Gehen stellte ich fest, dass ich derzeit beim Alleinreisen lieber günstig, und nicht so hübsch wohne, das Geld statt dessen für schönes Essen- und Trinkengehen mit Freundinnen verprasse. Weite Wege stören mich auch nicht, nehme ich alles als Sight-Seeing, ich hab ja Urlaub, und die (reichlichen) Öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin deckt mein Deutschlandticket ab.

Bahnfahrt zur re:publica gebucht, hin und zurück inklusive Platzreservierung unter 70 Euro – gleich noch ein Schnäppchen. Die erste Freundin in Berlin habe ich auch schon kontaktierte: Sie ist da und nimmt sich Zeit für mich!

Trüge ich beschriftete T-Shirts, würde ich mir für das re:publica-Panel “Mythos Blogosphäre” diesen Tweet auf eines drucken lassen – gegen die vorherrschende Prämisse, jede*r wünsche sich, weniger Zeit am Smartphone zu verbringen.

Journal Sonntag, 15. März 2026 – Heimische und häusliche Flora und Fauna

Montag, 16. März 2026

Wecker gestellt, weil ich verabredet war und vorher noch Laufen gehen wollte.

Geordnetes Bloggen, Wäscheabhängen, Katzenwaschen…

Wie wunderbar diese Socken aus Freundinnenhand zu meinem aktuellen Lieblings-Schlumpfanzug passen!
… Sportkleidunganziehen (bei angesagten 3 Grad griff ich doch lieber zu leichter Mütze und Handschuhen – erwies sich als gute Idee), dann noch Morgengymnastik, und um halb neun war ich auf der Laufpiste ab Haustür Richtung Thalkirchen.

Der Körper spielte gut mit, ich hoffe, dass mein Formtief nun hinter mir liegt. 1 Stunde 50 Minuten waren nur ca. 15 Minuten zu viel, aber voraussichtlich komme ich erst in zwei Wochen wieder zu einer Runde.

Am Flaucher.

Hinter Maria Einsiedel. Düster war es und kalt, aber ohne Eisschicht auf dem Weg läuft es sich hier SO viel beschwingter als mit!

Wenn sie einer die Fotomotive schon direkt an die Laufstrecke stellen (Seidelbast).

Stockente auf – Stock?

Auf dem Alten Südfriedhof dominierten die Blausterne, aber der Bärlauch ist schon ganz stark im Kommen.

Kurz vor der Haustür sah ich eine Plakat, das Auftritte von Josef Hader in München ankündigte. Ich notierte sie, checkte daheim Kartenverfügbarkeit, fragte Herrn Kaltmamsell nach Begleitlust – und jetzt haben wir Tickets für sein Programm “Hader on Ice” am 8. Mai in den Kammerspielen. Bis dahin fließt viel Wasser die Isar hinab, und die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich kurz vorher frage, warum ich mir bitte einen der kostbaren Freitagabende mit sowas verplane, ist nicht gering. Aber jetzt freute ich mich erstmal darauf.

Eine große Tasse Zitrone-Ingwer-Pfeffer-Tee gekocht, um damit die kristallinen Reste in einem Honigglas zu lösen. War dann mehr Honigrest als erwartet, und spätestens jetzt weiß ich, dass ich Tee derzeit wirklich am liebsten ungesüßt mag (Ausnahme Englischer Schwarztee mit Milch).

Die mittägliche Verabredung war ein Kurzbesuch meiner Eltern: Sie brachten das Feigenbäumchen, das mir das Christkind geschenkt hatte, aber erst jetzt in einer Gärtnerei zu haben war. Und trafen deutlich später als geplant ein, weil sie wegen der PRÜF-Demo große Umwege fahren mussten.

Neue Mitbewohnerin unseres Küchenbalkons nach Süden: Violetta, die Bayernfeige.

Frühstück um halb zwei: Apfel, Roggenvollkornbrot mit Käse.

Internet gelesen. Nachmittags holte ich den Film Perfect Days von Wim Wenders nach, die ARD-Mediathek machte es möglich (ein Hoch auf die Öffentlich-Rechtlichen).

Wirklich schöner Film, ich mochte ihn von Anfang bis Ende. Zunächst störte ich mich daran, dass ich keine Originalversion mit Untertiteln auswählen konnte (keine Untertitel im Angebot), denn je weiter weg vom Deutschen, desto alberner empfinde ich Synchronisierung. Doch der Film enthält so wenig gesprochenen Text, dass das nichts ausmachte.

Typisch Wim Wenders waren für mich der fehlende Spannungsbogen, der Mensch im Mittelpunkt, der deutsche Blick auf Exotik, ohne zu Exotisieren – all das mochte ich wieder sehr. Wundervoller Hauptdarsteller Kōji Yakusho (beim Rumrecherchieren um den Film entdeckt, dass ich ihn aus Shall we dansu? von 1996 kenne).

Guter Sonntagnachmittag mit Wenigtun, erkennbar an der Länge meiner Blicke aus dem Fenster: Die Kastanien vor Herrn Kaltmamsells Fenster fangen JETZT an mit Pfötchengeben, aber noch sieht man beleuchtete Fenster jenseits des Parks, weil die Bäume kahl sind.

Ich startete nochmal das 30-Tage-Programm “True” von Adriene, ich freue mich schon darauf.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell das Ernteanteil-Blaukraut als Ofen-Steaks nach Herrn Grün. Schmeckte gut, aber als Beilagen-Blaukraut oder Salat mag ich es lieber. Nachtisch Schokolade.

Seit fast einer Woche wohnt eine zarte, langbeinige Spinne auf unserer Klotüre, unteres Fünftel, Seite zum Gang, nah an der Türkante. Wenn man die Tür nutzt, wackelt sie ein bisschen mit mindestens zwei Beinen, sitzt ansonsten ruhig. Uns fällt wirklich nicht ein, warum sie a) so ausdauernd, b) genau da sitzt. Aber wir bemerken sie, öffnen und schließen die Tür etwas sachter als sonst. Möglicherweise eine Zitterspinne.

Früh ins Bett zum Lesen, die Oscarverleihung würde ich verpassen und nachlesen müssen – doch vom vergangenen Filmjahr habe ich eh so gut wie nichts mitbekommen.

§

Alterserscheinung: Früher trug ich in Gesprächen unbefangen eigene Erlebnisse bei, flink herbeiassoziiert. Mittlerweile schlucke ich sie immer öfter unerzählt: Zweifel an Interessantheit, weil wahrscheinlich zu weit weg / Bewusstsein, wie viel Hintergrund ich erklären müsste.
(Zum Glück habe ich ein Blog.)

§

Wer die Fotos von Lisette Model sehen will, muss gar nicht wie ich in Wien in die Albertina:
Ab 18. März sind sie im Münchner Kunstfoyer ausgestellt.

§

Ich würde ja gerne LLMs ausprobieren, doch ich finde einfach keine Anwendungen (und meine wenigen, etwas an den Haaren herbeigezogenen Versuche gingen schlecht aus). Für Chat-Bots fallen mir noch weniger Einsätze ein. Bis gestern, als ich GRÜNESCHULD entdeckte.

Grüneschuld ist ein satirischer KI-Chatbot, der die beliebte deutsche Politikstrategie parodiert, für jedes erdenkliche Problem die Grünen verantwortlich zu machen.

Er funktioniert wirklich! Nenn ein beliebiges Problem und erfahre die wahre Ursache!

Journal Samstag, 14. März 2026 – Endlich wieder gut geschwommen

Sonntag, 15. März 2026

Mittelgute Nacht, die zu früh endete, mittendrinn nach Langem mal wieder von einem Krampf im Bein geweckt worden: Aufstehen und Yoga-Vorbeuge halfen.

Aufgestanden mit der schönen Aussicht, den ganzen Samstag nichts zu müssen (außer Nusszopfbacken und Schwimmen, weil mein Hirn das geplant hatte) – das brauchte ich so dringend, dass ich dafür sogar die Geburtstagsfeier eines lieben Menschen drangegeben hatte. Das Wetter sah gemischt aus, morgens Tendenz zu Sonne.

Erstmal kümmerte ich mich um den Nusszopf. Da ich eine faule Einkäuferin bin, hatte ich statt gemahlenen Haselnüssen gehackte verwendet – es hatte am einen Einkaufsort weder ganze, noch gemahlene Haselnüsse gegeben, selbst die eine Packung gehackter fand ich nur durch Zufall. Stellte sich als keine ideale Wahl heraus: Die Flüssigkeit der Füllung trat beim Backen aus.

Ansonsten gelang er aber gut.

Nach dem frühen Aufstehen war ich besonders früh startklar für meine Schwimmrunde. Mein Fahrrad ist immer noch platt, also nahm ich trotz attraktivem Wetter die U-Bahn zum Olympiabad.

Nach der vorherigen Schwimmschwäche und dem nächtlichen Krampf war ich etwas angespannt, wie es diesmal laufen würde. Doch ich wurde beschenkt: Der Körper machte problemlos mit, schon nach einigen Bahnen war klar, dass ich eine Freude haben würde. Meine gut 3.000 Meter waren schön und besänftigten mich, zumal ich immer wieder begleitet von Sonnenschein schwamm. Die innere Schwärze lichtete sich deutlich.

Zurück daheim gab es kurz nach eins nach einem Äpfelchen zum Frühstück reichlich Nusszopf.

Wenn man vernünftig rechtzeitig mit Essen aufhören könnte, wäre er ja nicht gelungen.

Ich spazierte nochmal raus: In der Innenstadt wollte ich nach einer Bürobluse suchen – in diesen Übergangswochen ohne Kälte oder Hitze mag ich in der Arbeit Baumwoll- oder Seidenblusen. Wichtiges Kriterium, das ein Anprobieren erforderte: Sie sollte Abnäher haben, um gut zu sitzen. Gerade geschnittene Hemden mag ich an mir nicht besonders, sie sehen leider nicht lässig, sondern unförmig aus, ich habe vorne unlässige Anatomie.

Nach einigem Umsehen in Einzelhersteller-Läden ohne Erfolg landete ich im Kaufhaus, im Kaufhof am Marienplatz. Hier konnte ich mir das Angebot zahlreicher Hersteller an einem Ort ansehen (Kaufhaus-Liebe), und tatsächlich fand ich eine Bluse, die mir gefiel und die passte. Auf dem Heimweg Lebensmittel-Einkäufe fürs Wochenende. Der Himmel war immer dunkler geworden, bei ersten Regentropfen kam ich nach Hause.

Nachmittag mit Zeitung- und Internetlesen, Blogger-Bücher-Übergabe an Besuch, eine letzte Folge Pilates.

Zum Nachtmahl kochte Herr Kaltmamsell nach einigem Hin- und Herplanen aus Ernteanteil-Karotten und -Kartoffeln eine Gemüsepfanne plus Zwiebel und Champignons, dazu gab es Dinkelkörner. Vorher gab es Jamón vom ganzen Bein, und ich holte das Glas Weißwein vom Freitagabend nach, einen verlässlichen Verdejo.

Nachtisch Schokolade, Herr Kaltmamsell taufte die Schachtel mit Süßigkeiten unsere “E-Kiste” – nach dem dort vorherrschenden Nutri-Score.

Im frühen Bett Start der Manuskript-Lektüre.

§

Mal wieder ein Selfie-Rückblick.

Vor zehn Jahren:

Ich vermisse diese Brille.
Vor 20 Jahren:

Hier ging es mir vor allem um den lustigen Pony, den ich mir vom Friseur genau so gewünscht hatte.

§

Der Wiener Oberarzt Wolfgang Hagen erinnert sich:
“Am 13. März 2020 wurde der erste COVID-Kranke auf meiner Station aufgenommen.
Drei Tage später ging Österreich in den Lockdown.”

Gefragt wurde niemand von uns, ob wir überhaupt bereit wären, in einer Zeit, als das öffentliche Leben durch Panik und Lockdowns zum Stillstand kam, uns dem Virus beruflich auszusetzen. Trotzdem erschienen alle weiterhin zum Dienst. Vom medizinischen Personal und der Pflege bis zur Reinigungsbrigade machten alle einfach weiter, nur eben unter völlig anderen Bedingungen als zuvor. Der Weg ins Spital führte durch menschenleere Straßen, den Nachweis der „systemerhaltenden Tätigkeit“ in der Tasche.

Und vor allem, was mir am meisten bei der so genannten “Aufarbeitung” der Pandemie fehlt: Er gedenkt einiger der Tausende Toten.

Erst vergangenen Sonntag erfuhr ich, dass eine Mitwahlhelferin der Kommunalwahl 2020 am 15. März 2020 und damit am Anfang der Pandemie in den Tagen darauf an Corona erkrankte, Wahrscheinlichkeit der Ansteckung beim Wahlhelfen sehr hoch. Wir erinnern uns, dass es keine Masken gab? Dass noch nicht mal der Nutzen von Masken entdeckt war? Zum Glück kam diese Kollegin ohne schwere Symptome durch die Erkrankung und leidet unter keinen Folgen.

§

Ein wunderschönes Interview mit Siri Hustvedt über den Tod ihres Manns Paul Auster und ihre Trauer (€):
“Das Paradoxe an Trauer ist, dass man weiterhin liebt”.

Sie sagt darin so viele kluge Dinge, dass ich jetzt mehr von ihr lesen möchte (bislang nur einen ihrer Romane), eher sogar ihre Sachbücher.