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Journal Donnerstag, 25. April 2019 – Probeessen und rosenpinslige Eos

Freitag, 26. April 2019

Eine ganze Nacht ohne Bedarf nach Stufenlage, ich schlief gut und nahezu schmerzfrei.

Früher Wecker für eine Runde Sport: Neues Programm mit Low Impact Cardio und Rumpfkräftigung bei Fitnessblender gefunden mit einigen unbekannten Übungen, die Abwechslung gefiel mir.

Weg in die Arbeit wieder jackenlos durch einen Frühsommermorgen.

Emsige Arbeit. In den Callcentern einiger weit entfernter Länder ist gerade wieder Wir-rufen-irgendeine-Nummer-in-der-Großorganisation-an-und-lassen-uns-die-Kontaktdaten-einer-gewünschten-Person-raussuchen-Saison. Dem fünften solchen verweigerte ich gestern diesen Dienst, fühlte mich aber sehr unfreundlich.

Zu Mittag restliches Ostergeräuchertes mit Resten des vorabendlichen Ofengemüses.

Nach der Arbeit spazierte ich zu einem Probeessen fürs große Fest.

Im Westend hat’s wirklich schöne Ecken.

Mit Herrn Kaltmamsell aß und probierte ich, wir waren sehr zufrieden mit der Auswahl und änderten nur wenig, suchten passende Weine aus.

Auf dem Weg nach Hause war in milder Luft die gute Eos gerade mit einem dicken rosenfasrigen Pinsel am Werkeln.

Die Säulen von Klenzes Ruhmeshalle schienen aus rosa Marmor zu bestehen.

Auf der ganzen Theresienwiese verteilt sahen wir bereits Besetzer von Flächen für den Flohmarkt am Samstag.

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Sibel Schick hat da mal was ausprobiert.

Ganzer Strang (Vorsicht: nicht nur lustig).

Journal Montag, 22. April 2019 – Frühsommerlicher Ostermontag bei Elterns

Dienstag, 23. April 2019

Eine gute Nacht, in der ich erst nach ein paar Stunden wieder zur Entlastung der Lendenwirbelsäule eine Stufe ins Bett baute. Tagsüber wurden die Gehprobleme besser, einen Spaziergang konnte ich fast wie gewohnt machen, erst abends setzte das Bein wieder schmerzhaft aus.

Am Ostermontag waren wir bei meinen Eltern in Ingolstadt eingeladen; ich hatte mir einen fast Arbeitstag-frühen Wecker gestellt, damit ich davor Zeit zum Backen des Hefezopfs hatte.

Wolkenloser Sonnenschein kündigte einen weiteren Frühsommertag an, wir ließen die Jacken daheim.

Die erste Hälfte der Zugfahrt war das Großraumabteil vom Schwadronieren einer Männerstimme erfüllt; die Sprache war mir so fremd, dass ich sie nicht mal einer Weltgegend zuordnen konnte, doch Schwadronieren ist offensichtlich übersprachlich. (Wikipedia behauptet, heutzutage werde „Schwadronieren“ nicht mehr mit einer dröhnenden Stimme verbunden – echt?)

Das klassische polnische Osterfrühstück wurde diesmal um eine Käseplatte erweitert: Die Nifften verzichten aus Gründen des Klimaschutzes ab sofort auf Fleisch. Der Rest der Familie schmauste wie immer große Mengen Schinken und Wurst, dazu pürierte Rote Bete mit vom Bruder geriebenem Meerrettich, Osterzopf und Brot.

Wir drehten eine große Spazierrunde durch blühenden und zwitschernden Stadtrand, plauderten generationenübergreifend. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im blühenden Elterngarten – ich sah am Futterhäuschen einen Grünfink.

Zu einem sehr frühen Abendessen gab es Milchlamm auf Sepulvedaner Art (lange und langsam gegart mit nichs als Salz) für die Fleischessenden:

Den Zug zurück nach München nahmen wir bepackt mit letzten Lageräpfeln, Schinken, Bärlauchsalz, Suppenkräutermischung, Meerrettich, selbst gemachtem Limoncello – wie es sich für einen Heimatbesuch am Land gehört.

Journal Sonntag, 21. April 2019 – Ostersonntag bei Schwiegers

Montag, 22. April 2019

In der Nacht auf Sonntag allein geschlafen, weil durchgehende Schmerzen Stufenlage nötig machten – ich stapelte dafür ein paar Decken. So (und mit ordentlich Ibu intus) ging’s zum Glück.

Doch den ganzen Tag war kein schmerzfreier Schritt rechts möglich; dass ich schier nicht mehr wusste, wie Gehen geht, führe ich auf die Nerven als Auslöser zurück. Ich grämte mich darüber schon sehr. Als Somatopsychikerin schlagen mir körperliche Beschwerden ja gerne mal aufs Gemüt. Nicht einfach gehen zu können, belastete mich, ich fühlte mich gefesselt.

Nach ausführlichem Bloggen kleideten wir uns frühlingshaft und nahmen einen Zug nach Augsburg: Schwiegers hatten meine Eltern und uns zum Ostermahl eingeladen. Kurz vor Augsburg Hochzoll sah ich im ergrünten Feld sehr wahrscheinlich einen Kiebitz.

Das Wetter war sensationell, strahlender und wolkenloser Sonnenschein, Temperaturen über 20 Grad. Das heißt auch: Die Trockenheit hält an, mein Vater berichtete, dass er bereits wieder den Garten täglich gießen muss. (Und dass es bei der Verwandtschaft in Spanien kalt ist und regnet, in Murcia gab es am Karfreitag Überschwemmungen, auf Mallorca stürmische Unwetter.)

Herr Kaltmamsell hatte vergangene Woche eine aufwändige Rehpastete hergestellt, die gab es bei den Schwiegereltern zur ersten Vorspeisen.

Dann gab es frisch geräucherte Bachforelle, Sous vide-Lamm mit Bohnen, zum Nachtisch Portweinbirne mit Grießflammerie.

Nachmittags kam der Bruder von Herrn Kaltmamsell vorbei, zu den weiterhin vergnügten Gesprächen wurde Erdbeertorte serviert, irgendwann rief der liebe Neffe aus Florida an.

Am späten Nachtmittag nahmen wir einen Zug zurück nach München, auch auf dem Heimweg vom Bahnhof war Gehen für mich Konzentrationssache.

Ostermontag sind wir bei meinen Eltern zum Osterfrühstück eingeladen, mitsamt Bruderfamilie, worauf ich mich sehr freute. Ich darf den Osterzopf beisteuern und knetete vor dem Schlafengehen Teig zum kalten Über-Nacht-Gehen nach Frau Brüllen.

Journal Samtag, 20. April 2019 – Karsamstagswanderung um Benediktbeuern mit Kreuzottersichtung

Sonntag, 21. April 2019

Am Karsamstag, so hatte ich mir ausgerechnet, dürften die Wanderwege an diesem langen Osterwochenende noch am wenigsten überlaufen sein, selbst bei dem angekündigten frühsommerlichen Wetter.

Als Startort hatte ich Benediktbeuern ausgesucht. Die Gegend hatte ich mir eh schon länger ansehen wollen, außerdem verhieß sie die Wanderumgebung, die ich am liebsten mag: Hügelig mit Weite und Panoramen. Wir gingen also diese Tour, die mit 20 Kilometern und fünf Stunden Gehzeit beschrieben war.

Meine Kalkulation ging auf: Der Zug nach Benediktbeuern, den wir kurz vor Mittag nahmen, war übersichtlich besetzt, auf unserer Wanderung trafen wir fast keine weiteren Menschen, vor allem nicht auf Fahrrädern. Ausnahme war der Rückweg entlang der Loisach, der fast ausschließlich von Radlerinnen und Radlern genutzt wurde, und das von vielen (ca. 50 Prozent E-Bikes). Die Route war schön, nur die letzte Stunde von der Loisach bis Benediktbeuern auf einem flachen Schotterweg ein wenig eintönig (Herr Kaltmamsell: „Ist ja eine ganz schöne Wiese, aber die hatten wir ja jetzt lang genug.“)

Wir bekamen Aussichten über Frühlingswiesen (darauf immer noch Veilchen, aber vor allem Sumpfdotterblumen, Schlüsselblumen, Buschwindröschen, an der Loisach dann Wiesenenzian), erwachende Mischwälder, Brückerl über schmale Schluchten.

Das Tierangebot war gestern sensationell: Schon am Kloster Benediktbeuern sahen wir vier Störche einfliegen, auf dem Weg bekam ich die ersten Schwalben der Saison, die ich mir so sehr gewünscht hatte, Rauch- und Mehl-. Zudem Stare, Hühner, Meisen, Krähen, Buchfinken, am Himmel Greifvögel und ein Falke. An ungeflügeltem Viehzeug Pferde, Kühe, mehrfach Schlappohrschafe (Tiroler Bergschaf?), eine kleine Eidechse, und, die Sensation des Tages, eine junge Kreuzotter: Wir machten gerade auf einem Bankerl an der Loisach Pause und aßen einen Apfel, als sie direkt vor uns vorbeispazierte.

Die Temperaturen waren angenehm (das Display im Zug zeigte auf Hin- und „Außentempertur 20 Grad“ an), ein leichter Wind tat in Abschnitten mit praller Sonne gut. Diesmal hatte ich mich sorgfältig mit LSF 30 sonnengecremt, das besonders gefährdete Dekolleté sogar zweimal dick. Eingetrübt wurde mein Wandervergnügen etwas durch das schmerzende Bein (immer noch LWS-Bandscheibenvorfall), das immer wieder wegsackte, mich die meiste Zeit recht unrund gehen und verkrampft atmen ließ. Ich halte eine Reha für eine immer bessere Idee.

Gemessen gingen wir 27 Kilometer (darin zwar auch etwa anderthalb zusätzliche Kilometer, weil wir eine Abzweigung übersehen hatten, aber dann doch deutlich mehr als in der Beschreibung angegeben), für die wir mit einer Pause fünfeinhalb Stunden brauchten.

Wir kehrten abschließend in Benediktbeuern im Klosterstüberl ein, dort eher liebloses Essen. Auch im Zug zurück war es ruhig. Auf dem Heimweg vom Bahnhof holten wir uns das erste Eis der Saison als Nachtisch: Unsere nächstgelegene hole-in-the-wall-Eisdiele hatte schick umgebaut, ist jetzt ein etwas geräumigeres hole-in-the-wall; wir beglückwünschten den Gelatero.

Startklar fürs Karwandern. Die Jacke brauchte ich dann gar nicht.

Die Besichtigung der Klosteranlage Benediktbeuern verschoben wir auf einen eigenen Besuch.

Ebenso die der historischen Fraunhofer-Glashütte.

Runter nach Kochel.

Biberspuren an der Loisach.

Kreuzotter!
Links ist vorne, sie war etwa 30 Zentimeter lang.
(Bild: Herr Kaltmamsell)

Reizvoller Kontrast zwischen den entsättigten Farben des Loisacher Moors und der Buntheit der Weiden.

Eine gute Stunde lang dann doch ein etwas eintöniger Anblick.

Zurück nach Benediktbeuern.

Journal Donnerstag, 18. April 2019 – Migräne-Reboot

Freitag, 19. April 2019

Bäm, dann doch mal wieder eine Migräne in den frühen Morgenstunden. Ich brach sie mit Triptan, schlief ein und war beim Weckerklingeln um sechs fit genug zum Aufstehen. Da ich kein akutes Bedürfnis hatte, bitte jetzt gleich zu sterben, da ich mich aufrecht halten konnte, erklärte ich mich für arbeitsfähig. Den Fußweg in die Arbeit musste ich allerdings sehr langsam absolvieren.

Auf Twitter verglich @FrauZiefle, eine Leidensgenossin, das postmigränale SchbinnWrack-Gefühl mit einem Reboot. Das gefiel mir sehr gut, zum Beispiel war also auf dem Arbeitsweg GEHEN noch nicht ganz hochgefahren.

Bislang war ich gewohnt, dass ich nach einer Migränenacht spätestens gegen drei Uhr nachmittags wiederhergestellt war. Gestern nicht, ich hing bis abends in den Seilen.

Mittagessen: Gelbe Paprika und Almkäse vom Klenzemarkt, nachmittags vorgeschnittene Mango und Blutorange.

„Wegen eines Streiks in der Druckerei“ hängen seit einigen Wochen die Seiten der Süddeutschen nicht wie gewohnt. 1. fällt mir auf, dass ich über diesen Streik sehr wenig lese oder höre, hier ein Artikel vom März. 2. bekam ich diese Woche einige Male die lokalen Aufmacherseiten aus Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Wolfratshausen, Freisind, Starnberg, Dachau. Erding – sehr interessant. Themen: Klimawandel, Flüchtlinge vor Ort, heimische Großunternehmer, heimischer Fremdenverkehr, Mikroplastik vom Kunstrasen auf dem Sportplatz, Europawahl, Seelsorge zu Ostern.

Ich machte früh Feierabend und spazierte durchs Westend zum Hertie am Bahnhof. In der Gollierstraße blühte es aufs Schönste.

Im Kaufhaus ersetzte ich eine mittelgroße Glasschüssel, deren Abhandenkommen ein überraschend großes Loch in meinen Alltag geschlagen hatte: Sie war immer so perfekt für Kartoffelsalat und Mousse au Chocolat, dass sich jede andere Schüssel im Haushalt ungenügend anfühlte. Außerdem war vergangene Woche auch die große aus einem zweiteiligen Rührschüsselset zerbrochen (die kleine schon vor Jahren), ich kaufte beide. Die mittlere Standardrührschüssel bleibt seit 33 Jahren dieselbe; ich hatte mir gleich nach dem Auszug aus dem Elternhaus das billigste Exemlar beim Woolworth besorgt.

Daheim ließ ich mich von Herrn Kaltmamsell pflegen und verwöhnen: Er servierte auf meinen Wunsch Carbonara, ich machte dazu aus Ernteanteil einen Salat mit Radieschensprossen an, gleich in der neu erworbenen Glasschüssel (die zudem perfekt ist für kleine Salatportionen).

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„The Oldest Person Living With HIV Turns 100“.

Von Facebook, dort kommentiert mit „Science works!“. Der Esoterikerwitz dazu schreibt sich praktisch von selbst: „Aber mit Homöopathie wäre er schon 110 geworden!“

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Sehr coole Grafik zum Brand in Notre Dame und seinen Folgen im El País auf Twitter.

via @Croco_dylus

Hier der Artikel dazu, mit weiteren Erklärungen und Grafiken:
„Balance de daños de Notre Dame“.

(Castellano ist schon eine arg martialisch klingende Sprache: „Los rosetones“ für die Fensterrosen klingt wirklich nicht wie die filigranen Glaskunstwerke, die es bezeichnet.)

Journal Mittwoch, 17. April 2019 – Benommen

Donnerstag, 18. April 2019

Nach dem Wecken wieder sehr benommen, trotz ausreichend Schlaf, das ist für mich ungewohnt. Im Grunde fühlte ich mich verkatert, nur dass kein Alkohol beteiligt war.
Eine Folge: Ich vergaß, dem wenig später aufgestandenen Herrn Kaltmamsell Milchkaffee zu servieren. Bis er sich gespielt schüchtern neben mir am Bücherregal herumdrückte: „Please, Sir…“

Auf der Theresienwiese in München wird ja gerade das Frühlingsfest aufgebaut. Als ich den Aufbau gestern passierte, sah ich dazwischen einen Aufbauarbeiter (Capo?) auf einem Segway umhersausen – hier anweisend, dort grüßend, auch mich. Niedliches Detail am Rande: Ihn begleitete/umhüpfte ein mittelkleiner Hund.

Der Bavariapark hat bereits den Biergarten ausgeklappt.

Ich hatte den Friseur gebeten, meinen Scheitel auf die andere Kopfseite zu verlegen (aus Gründen). Interessant, wie oft mich das den Tag über aus der Routine brachte. (Nachgesehen: Auf die vorherige, eigentlich nicht natürlich fallene Seite hatte ich ihn vor gut Jahren für den Undercut gelegt.)

Zu Mittag restliche Bean Burger Patties vom Vorabend und köstliche Tarocco-Orangen – nachdem ich die ganze Saison keine wirklich guten Zitrusfrüchte bekommen hatte, entschädigen mich an deren Ende die Blutorangen. Als Snack eine Hand voll Mischnüsse.

Auf dem Heimweg Einkaufsrunde beim Vollcorner, Stopp bei meiner Bank.

Herr Kaltmamsell servierte zum Abendbrot Graupotto mit Pastinake, Karotte, Saubohne, (komplett geschmacksneutralem) Sommertrüffel, das meiste davon aus Ernteanteil.

Einen Eintrag fürs Techniktagebuch geschrieben, über den Haarsauger bei meinem Friseur.

Ich lass mal einen Link hier: Eine Techniktagebuchredakteurin ließ fallen, dass es Taschen aus Feuerwehrschläuchen gibt. KRAHAISCH! Einmerker für den nächsten Arbeitstaschenwechsel.

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Das Feuer in Notre Dame regt viele Menschen an, die Erinnerungen zu erzählen, die sie mit dieser Kirche verbinden. Diese hier finde ich besonders schön:
„Erinnerungen an Notre Dame“.

via @MlleReadOn

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„Sara Hassan: ‚Wir sehen nie, wo sexuelle Belästigung beginnt'“.

Im Nachhinein wird es vielen Frauen oft klar: die ersten Anzeichen, das erste Unbehagen. Wenn der Chef lieber immer allein – ohne KollegInnen – mit ihr arbeiten wollte, immer wieder Komplimente äußerte, mal sachliche über ihre Arbeit, mal völlig deplatzierte, sexuell eingefärbte. Und irgendwann steckt man so sehr in einem Strudel von zu spät oder nicht reagieren, dass man sich selbst die Schuld gibt, wenn es zu drastischeren Übergriffen kommt.

Die EU-Mitarbeiterinnen Sara Hassan und Juliette Sanchez-Lambert haben ab 2015 zahlreiche Gespräche mit Frauen, die so etwas erlebt haben, geführt und schließlich die Gemeinsamkeiten aus den viele Geschichten über sexuelle Belästigung in einem Guide zusammengefasst. In „It’s Not That Grey“ definieren sie sowohl Kontexte, die Übergriffe begünstigen – zum Beispiel hohe Hierarchien –, wie auch verbreitete Strategien von Belästigern. So solle es Betroffenen ermöglicht werden, übergriffige Situationen früher zu erkennen, um rascher reagieren zu können.

(…)

Hassan: Wir haben den Begriff der „Grauzone“ ganz bewusst gewählt – und unser Guide soll durchaus eine Kampfansage an diese Grauzone sein. Die Grauzone wird gern als etwas schöngeredet, das einer romantischen Anbahnung inhärent ist. Das geht sich aber nur dann aus, wenn man die Perspektive der Betroffenen völlig ausblendet. Wenn man sich die Berichte der von sexueller Belästigung Betroffenen anhört, stellt sich heraus, dass der Graubereich eigentlich nicht besonders grau ist. Unklarheiten und Spannungen gibt es in sozialen Beziehungen natürlich immer – es ist nicht alles eins oder null. Aber wir wissen, dass Belästiger diese „Unklarheiten“ auch ganz gezielt einsetzen, sie nutzen, um zu sehen, wie weit sie gehen können.

Journal Dienstag,16. April 2019 – Milde Ergrünung

Mittwoch, 17. April 2019

Der frühe Wecker wegen Sportplänen ließ mich benommen aufstehen. In der Stunde zwischen Aufstehen und Sportbeginn wurde ich aber ausreichend wach: Ich hob mich und Hanteln mit Vergnügen.

Ein schöner, sonniger Tag, langsam wird es wieder milder.

Das Frühlingsfest wird aufgebaut.

Über den Tag immer wieder nachgesehen, wie es Notre Dame in Paris ging: Das große Feuer der Nacht zuvor hatte wohl weniger unwiederbringlich zerstört, als es zunächst ausgesehen hatte. Und erstaunlich viele Leute wusste Erstaunliches an Hintergrund zu berichten, under anderem hatte Twitterer @_theek_ mal in einem Vortrag über Katastrophenpläne gelernt, wie das Vorgehen der Pariser Feuerweher in genau diesem Fall aussah (und dass in Versailles Bäume für den Dachstuhl von Notre Dame wachsen).

Brotzeit: Ofenspargel vom Vorabend mit Manouri, später Nachmittsgssnack Birnen mit Quark.

Nach Feierabend spazierte ich zum Friseur; auf meinem strammen Marsch braucht ich sehr schnell keine Jacke mehr. Nicht nur bekam ich wieder einen ausgezeichneten Haarschnitt, sondern auch wieder hochinteressante Gespräche, diesmal unter anderem über schädliche Dynamiken in Familien (Herr Friseur Frank hat sich mittlerweile über lange Zeit zum Coach ausbilden lassen).

Daheim erwartete mich Herr Kaltmamsell mit sehr wohlschmeckenden Bean Burgers (halt ohne Bun, aber die mochte ich noch nie besonders).

§

Margarete Stokowski berichtet, dass auf ihren Lesungen der letzten Jahre (also aus Untenrum frei und Die letzten Tage des Patriarchats) eine der meistgestellten Fragen war, was Männer für den Feminismus tun können. Sie hat da also mal eine kleine, unvollständige Liste gemacht:
„Wie kann ich als Mann Feminist sein?“

Wenn Sie das eh schon alles machen: Danke für die Unterstützung!

§

Umwelttipp des Tages:
„Warum man Schafe manchmal schubsen muss“.
(Mit Filmanleitung.)

via @franziskript

§

Es heißt ja, gut Geschichten passierten nur Menschen, die sie gut erzählen können. Beweisstück A: Das Blog von novemberregen. Beweisstück B:

Link zur ganzen Geschichte.

via @stephenfry (der sich in den vergangenen Tagen wieder ein bisschen mehr auf Twitter sehen lässt – bitte nicht verschrecken)


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