Naturspießerin im Supermarkt

Samstag, 26. März 2005 um 11:59

1. Wer sich schon immer gefragt hat, wer eigentlich die Trennklötzchen auf dem Supermarkt-Kassenförderband braucht: ICH! ICH FINDE DIE GENIAL! Denn ich bilde mir allen Ernstes ein, dass ich der Kassiere / dem Kassierer dadurch die Arbeit erleichtere. Er muss nicht die Spur eines Gedankens aufwenden um zweifelsfrei rauszubekommen, wo die Ware des einen Kunden endet und die des nächsten Kunden beginnt.

2. Mag mich das schon als Spießerin reinsten Wasser brandmarken – es kommt noch deutlicher. Ich gehöre zu den Leuten, die beschädigte Ware in ihren Einkaufswagen legen, sei es ein Joghurt mit Löchlein im Deckel oder, wie heute, eine aufgeplatzte Nudeltüte. Diese gebe ich an der Kasse ab, um größere Sauereien zu vermeiden. Ist die Sauerei bereits entstanden, zum Beispiel durch mehrere geplatzte Joghurtbecher oder lecke Milchtüten, sage ich spätestens an der Kasse Bescheid.

3. Heute fiel mir auf: Von allen alten Frauen, die mich an einer Kassenschlange leutselig in ein Gespräch zogen, hatte noch keine etwas auch nur ansatzweise Interessantes zu erzählen. Das Interessanteste an der alten Frau mit einem Korb voll Osterschokolade, die mich an der Karstadtkassenschlange anseufzte und mir von den verschiedenen Phasen ihrer seit drei Jahren andauernden Gürtelrose berichtete, war ihr unglaublich faltiges Pferdegesicht, das ihr fast bis aufs Dekolletée hing.

die Kaltmamsell

14 Kommentare zu „Naturspießerin im Supermarkt“

  1. godi meint:

    Ich hasse Supermakts !

  2. Arztgatten-Ehefrau meint:

    Was man an der Kasse gut tun kann

    1. wenn man mit seinem Gespons da ist

    – andere in Ehekrisen mitreinziehen.

    a) „Ich hol nur mal eben noch…“ „Immer fällt Ihr noch was ein…“ „Das kommt nur daher, weil du mich nie richtig gucken lässt – ah, ich seh schon, bei Ihnen ist es genauso“ Spätestens dann kommt irgend was, und wenn es nur ein zustimmender tiefer Blick ist.

    b) „Kann ich noch so ein kleines Steigel Äpfel mitnehmen“ „Öh“ „Du kannst doch auch mal einen Apfel mit auf Arbeit nehmen“ „Ich mag aber keine Äpfel“ „Sonst hast Du doch immer Äpfel gegessen“ und dann kams von der nächsten Kundin “ Ja oder machen Sie doch mal Apfelpfannkuchen“ und dann haben wir uns erst mal über Rezepte unterhalten und das die Männer immer so ungesund leben. Einvernehmen. Ist doch herrlich.
    – Ehekrisen vermeiden: nur einer darf den Wagen und das Band bepacken.
    Ich gehe meistens schon vor der Kasse nach draussen. Dann hat die liebe Seele ihre Ruhe. Man vermeidet auch: „Hast Du das in den Wagen gelegt?“ In diesem Zusammenhang ist es wichtig vor der Kassa zu checken, ob man nicht einen fremden Carren gekidnappt hat. Das kommt erfahrungsgemäss aber nur in den ersten 5 jahren des gemeinsamen Einkaufens vor.

    2. wenn man alleine da ist:
    zu alten Leuten: „Gehen Sie ruhig schon mal vor, ich sehe ja, Sie haben wenig Zeit.Mir macht es gar nichts aus, hier anzustehen, ich bin nämlich müde und komme von der Arbeit.“ Renter gehen ja am liebsten 5 vor 8 einkaufen.

    zu erwachsenen Kindern von alten Leuten: “ Sie können wohl nicht gut mit alten Menschen umgehen“ Kann man nur in D-Land machen, niemals in USA. Man hört ja so maches von Pumpgun Massakern in Supermärkten. Aber ich bin heute noch stolz auf diesen Spruch. Leider hatte ich keine Kamera, um die Gesichter von Tochter und Mutter zu fotografieren. So ein entsetztes „junges“ Gesicht und so ein wunderbares, mildes Lächeln im Gesicht der alten Dame.

    3. wenn man als einzige Kundin an der 5 Teile Schnellkasse 6 Pakete Kaffee aus dem Angebot und ein TK-Hähnchen hat und das nicht als zwei Teile gebongt wird, sondern man an eine normale Kasse verwiesen wird – die Sachen da lassen und mit seinem Karren wegfahren. Wichtig, ist es den Karren mitzunehmen, wegen der Münze. Ich war so wütend, dass ich ihn fast dagelassen hätte. War aber gut, nochmal zurückzukommen und das ärgerliche Keifen der Cassa noch mal mitzukriegen.

    Und nun sage mal einer, Einkaufen ist nicht schön. Obwohl das beste und letzte und grösste und überhaupt geilste Abenteuer der Stadt ist nicht die letzte Folge von SATC sondern die neuen Angebote bei TCHIBO.
    Ich war schon immer eine Koryphäe des guten Geschmacks. Meinen Kaffee kaufe ich allerdings woanders. O-Ton letztens bei T: „Diese Leute, die hier Kaffee kaufen halten den ganzen Betrieb auf“.

    Happy Easter
    Doc

  3. godi meint:

    FROHE GESUNDE OSTERN !

  4. Erwin L. meint:

    Ach, wenn es sich in Supermärkten doch mal rumsprechen würde, daß von den Warentrennern mehr als einen pro Kasse haben sollte, die auch gelegentlich mal abgewischt werden, so daß nicht der Dreck von tausend Jahren dran klebt.

  5. kid37 meint:

    Es heißt „Trennklötzchen“, nicht „Warentrenner“, Herr Erwin, das muß deutlich gesagt werden. Man kann mit ihm allerdings die Waren verschiedener Kunden voneinander trennen.

    Wenn ich mal arbeitslos bin mehr Zeit habe, würde ich gerne eine richtige, empirische Untersuchung machen, ob es wirklich stimmt oder nur selektive Wahrnehmung ist, daß dies immer dann passiert, wenn es schnell gehen soll:

    – der einzige Kunde vor einem Probleme mit seiner EC-Karte hat („Ach, jetzt habe ich mich zum dritten Mal bei der Geheimnummer vertippt. Na, dann zahle ich doch bar.“)

    – plötzlich neben dem einen Teil, das er auf das Band legte (Prima, hier geht es schnell!) noch 237 Pfandflaschen umständlich aus Taschen, Jacken und Hut zaubert, die umständlich abgerechnet werden müssen

    – die Kassenrolle gewechselt werden muß (passiert eigentlich ständig)

    – oder kurz bevor man an der Reihe ist, der verhängnisvolle und alles zum Stillstand bringende, gellende Ruf „Stornooooo!“ durch den Markt hallt.

    Irgendwas ist eben immer. In diesem Sinne friedvolle und ruhige Ostern.

  6. blue sky meint:

    Oh ja, die Trennklötzchen – seit einem einschneidenden Erlebnis möchte ich auch nicht mehr darauf verzichten. Ich bzw. der Mann hinter mir hatte versäumt, eines aufs Band zu legen. Die Kassierin (mir persönlich nicht nahestehend) zog brav meine Waren eine nach der anderen über den Scanner. Zum Schluss lag noch ein 6er-Pack Eier auf dem Band, das weder mir noch meinem Nachfolger eindeutig zuzuordnen war. Darauf die Kassiererin zu mir:

    „Bist du die Eier?“

  7. Erwin L. meint:

    Nix da, Herr Kid. Das heißt Warentrenner. Amtlich. Von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration in „A Manual for Germany / Ein Handbuch für Deutschland“ auf Seite 148 zu finden (http://www.handbuch-deutschland.de/download_de.html). Mit ihrem Trennklötzchen können Sie höchstens Bauklötzchen spielen. So, das mußte mal gesagt werden.

    So ein Warentrenner kostet übrigens rund 1,50€ (ohne MwSt.). Da wunderen ich mich noch mehr, warum sich Supermärkte keine ausreichende Anzahl leisten können.

    Bezüglich Verhalten an der Kasse: Zu meinen speziellen „Freunden“ gehörden die Damen, die ihren Kram weder schnell auf das Kassenband noch wieder runter bekommen, weil sie unbedingt schon den Geldbeutel aus der Tasche kramen mußten, diesen dann (als Rechtshänder) in der rechten Hand halten und mühsam und ungelenkig nur mit der linken Hand ihren Kram auf- und einladen. Oder die Paare, die sich beim Auf- und Einladen ständig selber im Weg stehen.

    Dann gibt es da die „moment ich hab’s passend“-Sucher, die nach 10 Minuten Kleingeldsuche doch aufgeben und den Schein zücken. Die Einkaufswagenvornezieher, die drei-Teile-jeweils-getrennt mit-separatem-Bon-Bezahler (Rechnen in der Schule Sechs, wa?), die Wagen-in-der-Kassenschlange-Absteller-und-noch-was-holen-müssen-Superschlauen usw.

  8. Indica meint:

    Werter Erwin L., die Dinger sind immer geklaut, weil irgendwelche Design-Maniacs die Warentrennhölzer wegen der Logos darauf ihren Sammlungen einverleiben!

  9. Julika meint:

    Ohoh, ich wittere den kulturellen definitiven Definitions-Unterschied. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand dieses Trenndings (das nenne ich nur so wegen Kompromissbereitschaft) nicht gebraucht hätte. Vergesse ich es hinzulegen, (weil ich mit dem irren Gedanken beschäftigt bin, wie ich der Kassierin das kaputte Jogurth mit einer grossen Geste vorlegen werde, aber sie wird mir eh nicht ewig danken, sondern einfach sagen: „oh“ ) dann kann ich mich darauf verlassen, dass der oder die Nachfolgende das für mich erledigen wird, egal wie alt. Wobei mich die Jungen da mehr enttäuschen, die stehen ohne Einkaufswagen hinter mir und haben also was Besseres zu tun, meinen sie, als beim Holen der Wagen nach Einfränkler, oder in machen Läden sind sie sehr raffiniert kundenfreundlich, nach Zweiern zu suchen, also nehmens den Korb oder, wenn sie noch cooler sind gar nichts und dann stehen sie da und sagen sie nichts und ich denke, die heutige Jugend kann nur noch reagieren, wend mir die Weinflasche vom Band fällt, wenn akute Katastrophen passieren, so reaktionslahm sind die, wir, wir haben damals noch abstrakt gezuckt, wenn ein Kind, schwarz, schmal, mit grossen Augen im Fernsehen war und sprachen mit der Kassierin, hier im Fall ist meine grossartige Leistung zu sagen, die Pasta gehört mir, aber die, die haben ja die Trenndinger und schauen einem an, als müsse man sie vorlassen, weil sie weniger haben, in der Hand, aber wo kämen wir da hin, wir die organisierten, die einmal die Woche einkaufen und die Hoffnung am Samstag Morgen dabei Spass zu haben, aufgegeben haben, aber das ist ein Klischee (Singlefrau), und kein Jugendlicher reagiert, wenn ich das mal grundsätzlich diskutieren will. Die Kassierinnen auch nicht.

  10. Julika meint:

    Und ja, ich sehe die Rechtschreibfehler, aber das liegt nur daran, dass ich keine Sekretärin habe, die zu arm ist, um Bioprodukte zu wählen, sagt sie.

  11. die Kaltmamsell meint:

    Lass mich Deine Sekretärin gewesen sein.
    (Obwohl ich als Sekretärin nicht zu gebrauchen wäre: Wenn ich nicht anschaffen darf, mach ich bloß noch Fehler und fühle mich nicht mal dafür verantwortlich.)

  12. CarpeNoctem meint:

    Also, ich finde, das ist nun ein krasses Vorurteil gegenüber alten Frauen. Vielleicht sollten sie mal in einem anderen Supermarkt einkaufen. All die Frauen, welche mich mal in der Warteschlange eines Supermarktes ansprachen (bin irgendwie der Ansprechtyp für ältere Damen), hatten immerhin smalltalk drauf, nicht nur ihre Krankheitsgeschichte. Eine verwickelte mich sogar in eine Diskussion über Einstein (weil wir doch das Einstein-Jahr haben), der ich dann leider nicht mehr folgen konnte, da mein von mir platziertes Trennklötzchen/Warentrenner von der freudig dreinschauenden Kassiererin dankbar weggelegt wurde und ich sie dann lieber beim eintippen kontrollieren musste (Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser).

  13. der Haltungsturner meint:

    Ich bekomm ja auch nie do ein Plastikdingens ab. Dafür ist es immer eine Freude, mit dem Jüngsten einkaufen zu gehen, weil dann alles noch länger dauert und die meisten Hektikerinnen einen halben Herzinfarkt bekommen.
    Und überhaupt müssste der Shopblogger mal was dazu sagen. Bei dem ist das bestimmt viel besser geregelt.

  14. Kristof meint:

    Die Trenndinger sind wirklich zu peinlich. Und jede Kassenfachkraft erkennt mit links, wo’s aufhört.
    Ich legen die Teile deshalb niemals drauf. Es ist aber interessant, wann die Jägerzaunspiesser hibbelig werden und selbst nachlegen.

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