Losgeflattert

Montag, 20. Juni 2005 um 10:12

Manchmal fürchte ich, dass ich viele Filme aus ganz falschen Gründen mag: Entschädigte mich The Hitchhiker’s Guide Through the Galaxy mit den Details der Heart of Gold für das Fehlen von Plot und Spannung, so hatte ich bei Batman Begins allein schon deshalb das Gefühl, etwas für mein Geld zu bekommen, weil ich Michael Caine zugucken durfte und Rutger Hauer wiedertraf. Oder Gary Oldman zur Abwechslung völlig zurückgenommen erlebte (die haben den auf Valium gesetzt, oder?).

Eine mal wieder exzellente Besprechung des Films gibt es bei Anke Gröner, deshalb hier nur persönlicher Senf dazu.

Der erste Batman-Film 1989 hat mich geprägt: Nach dem sonnigen 80-er Superman kam da ein düsterer Held ohne Superkräfte, dafür mit klasse Kostüm, fantastischen Sets, psychedelischem Superschurken. Und ich fuhr total auf Michael Keaton ab (Beetle Juice und The Dream Team sah ich zu spät um zu begreifen, warum seine Besetzung als Superheld damals mindestens Schmunzeln hervorrief). Christian Bale ist nach Val Kilmer und George Clooney eine Erleichterung, guckt für meinen Geschmack als Fledermausmann allerdings dem Tom Cruise zu ähnlich.

Die Kampf-Choreografie von Batman Begins irritierte mich zunächst: Die Szenen bestehen fast nur aus Nahaufnahmen und sind extrem schnell geschnitten, so dass ich nie einen richtigen Überblick bekam. Doch als ich aufhörte, krampfhaft danach auszuschauen, bemerkte ich, dass diese Szenen das flatterig Wuselige eines Fledermaus-Schwarms haben. Schön!

Der blöde Hans Zimmer durfte für die Filmmusik wieder seine Synthesizer-Trommeln auspacken und hatte offensichtlich noch eine Rechnung mit dem Sound Engineer offen: So mächtig und laut konnte keine Kampfszene sein, dass der Zimmer nicht noch volle Pulle Orchester drüberlegte.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Losgeflattert“

  1. a.more.s meint:

    Sie werden für die Blödheit eines Hans Zimmer wohl Ihre guten Gründe haben, verehrte Frau Batmamsell – ich kenne ihn nicht sehr gut und habe auch den hier von Ihnen erwähnten Batman-Film nicht gesehen – immerhin sei zu seiner Ehrenrettung ein kleiner Einspruch gewagt: Seine „You’re So Cool“ – Komposition, welche u.a. in TRUE ROMANCE (Patricia Arquette, Christian Slater, Dennis Hopper, Christopher Walken…) als Titelmelodie verwendet wurde, hat sich in meinen Hirnwindungen als absolut himmlisch eingegraben. Höre sie mir seit Jahren auch immer wieder regelmässig an; problemlos zehn-, zwölfmal hintereinander, weil sie nur 3:40 min dauert und ich gern sehr viel mehr als nur 3:40 hätte… kein Verleider, nie. Ist doch eher ausserordentlich. Eintagsfliege vielleicht?

  2. die Kaltmamsell meint:

    Oh, lieber Herr a.more.s, in Driving Miss Daisy mochte ich seine Musik, Greencard war auch nett. Nur dass er seither entweder eine dieser beiden Soundtracks aufgewärmt hat oder kompletten Mist komponiert.
    Es gibt ja Musiker, die zwei Sythesizer wie ein Wagner-Orchester klingen lassen können. Von Hans Zimmer behaupte ich, dass er es als einziger fertig bringt, ein erstklassiges Orchester wie einen billigen Synthesizer klingen zu lassen.

  3. mutant meint:

    die batman poster in rom sind cool: grosse flatterhaufen stossen aus luecken hervor.
    kommt an. ins kino, im sommer? hier im norden ist es nicht warm genug, das ein klimatisiertes kino locken wuerde…

  4. die Kaltmamsell meint:

    Frau mutant! Kinofreunde freuen sich auf den Sommer, weil er ihnen leere Kinos beschert. Zu meinen schönsten Jugenderinnerungen gehört ein heißer Samstagnachmittag, den ich mit zwei Freunden im Münchner Cinema verbrachte, um neben höchstens einem Dutzend Mitguckern das Tripple Feature Back to the Future zu sehen.
    Ich liebe schönes Sommerwetter! Von drinnen aus gesehen.

  5. mutant meint:

    ach, ich wollte eigentlich schreiben, das die aus dem colloseum rauskommen, hatte ich unterschlagen. das sieht jedenfalls gut aus.
    ich mag openairkino, aber nur an guten orten und dem richtigen film.

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