Archiv für November 2005

Formulierungsfalle

Montag, 21. November 2005

„Was ist es eigentlich“, fragte der Zaunkönig in seinem Ausguck über den Dächern, „was du an dieser Stadt so hasst?“
„Es ist wohl gar nicht diese Stadt“, antwortete ich. „Ich hasse mich in dieser Stadt.“
War mir eben erst eingefallen. Vielleicht mochte ich die Erklärung ja nur, weil sie so gut klang, vielleicht stimmte sie sogar. Denn sie hat mir doch gar nichts getan, diese Stadt. Mir lauern hier keine Geister auf, keine üblen Erfahrungen.

Doch ich fühle keinerlei Sympathie für mein früheres Ich. Für den Menschen, der ich in meiner Geburtsstadt war, am allerwenigsten. Das muss möglicherweise diese Stadt ausbaden.

Sog. Cocktail-Trotz

Freitag, 18. November 2005

Highball

Smir wurscht, dass in einen „echten“, „eigentlichen“, „richtigen“ Highball (bei mir immer: Jack Daniels in Ginger Ale) keine Cocktailkirschen gehören. Ich liebe Cocktailkirschen im Highball und würde mir ohne niemals einen machen.

Mein erster Schnee dieser Saison

Freitag, 18. November 2005

In München schniebelt es. Hat es angeblich bereits gestern am frühen Nachmittag getan, aber da war ich in einer unbeschneiten anderen Stadt.

Update 7:30 Uhr „Hey“, sagt die kleine Heckenbuche, „ich bin doch noch gar nicht fertig mit Blätterabwerfen!“

Domino-Flash

Donnerstag, 17. November 2005

Das „Streiflicht“ der Süddeutschen macht sich munter lustig darüber, banana denkt die Sache gewohnt unerbittlich zu Ende – und fordert schließlich dazu auf, mal wieder mit den Domino-Steinen Domino zu spielen, anstatt sie umzuschmeißen.

Wodurch der werte Herr Spackonaut einen Erinnerungsflash bei mir ausgelöst hat:

Domino, genauer jugar al dominó hat mir mein spanischer Großonkel Ignacio beigebracht. Auf dem Hinterhof seines Landhauses in Kastilien, im Schatten des Weinlaubs (auf dem unteren Foto sieht man den Platz, bitte scrollen), zwischen grauen Bartstoppel einen Zigarrenstummel im Mundwinkel, speckige Baskenmütze auf dem Kopf. Und natürlich mit echten Dominosteinen, also: schwarzer Boden, weiße Oberseite mit schwarzen Vertiefungen für die Punkte (allerdings aus Plastik, nicht aus Ebenholz / Elfenbein). In die Mitte der Oberseite gehört ein messingfarbener Knubbel: Der ist ganz wichtig, denn wenn man nur noch einen Dominostein hat, also kurz vor dem Sieg steht, legt man diesen letzten Stein mit der Oberseite auf den Tisch und und lässt ihn überlegen und siegesgewiss auf diesem Knubbel kreiseln.

Am Aufstellen und Umwerfen von Dominosteinen ohne Punkte kann ich nun gar nichts Lässiges finden.

Clever or what?

Mittwoch, 16. November 2005

Zu den Pestilenzen im Publikationsmarkt gehört die wachsende Zahl der Branchenverzeichnisse. Das sind Print- und Online-Publikationen, die gegen Geld Informationen über Firmen veröffentlichen und sich darauf berufen, dass sie von ganz vielen potenziellen Kunden genutzt würden und damit das Geschäft ankurbelten. Die meisten, die bei mir aufschlagen, sind unseriös. Inzwischen haben die besonders cleveren sich auf einen besonders cleveren Trick verlegt, um eine Reaktion auf ihre Anfrage auszulösen: Sie schicken die Druckfahne / den Screenshot der möglichen Veröffentlichung gleich mit – gespickt mit sachlichen Fehlern. Sie bauen clevererweise darauf, dass jeder verantwortungsvolle Verantwortliche den Reflex verspürt, diese Fehler richtig zu stellen und sich deshalb bei ihnen meldet. Netter Versuch.

Pop music is good for your grammar

Montag, 14. November 2005

„If I WAS…“ murmle ich korrigierend vor mich hin, als der Kollege mit ausländischem Besuch an meinem Büro vorbei geht und dem erzählt: “If I would be a customer…“
Hat der Mann nie Midge Ure gehört? Ist doch eigentlich meine Altersklasse. (singt weiter *… a soldier, captive arms I’d lay before her*… love this song…)

Sportliche Ungeduld

Montag, 14. November 2005

So ganz traue ich meiner wiedererwachten Bewegungslust immer noch nicht. Seit zwei Monaten dreimal wöchentlich medizinische Muckibude, eineinhalb Mal wöchentlich Laufen (das halbe Mal ist der stramme, 40-minütige Marsch von daheim zur Muckibude). Bei Regen, denk ich mir, wenn ich auch mal bei Regen zum Laufen gehe, glaube ich mir die Bewegungslust. Aber in den vergangenen beiden Monaten hat es an meinen Lauftagen nicht geregnet; ich konnte mir nichts beweisen.

Wenn es doch nur schneller ginge, meine Kondition von vor drei Jahren zurückzuholen. „Laufen“ heißt für mich immer noch erzwungenes Intervalltraining: Eine gute Stunde hauptsächlich marschieren, Puls zwischen 120 und 140, davon ein, zwei Mal fünf bis zehn Minuten traben – Puls gut 170, rotes Gesicht. Mehr geht noch nicht. Dabei sehne ich mich so danach, wieder zu fliegen: Felder, Wälder, Auen im Laufschritt zu durchmessen, auch mal fremde Städte und Parks oder Strandpromenaden. Bäume oder Häuser anschauen, Gerüche schnuppern, Vögeln lauschen, Hunde gucken.
Einfach loslaufen zu können, Puls ganz langsam hochbringen (musste ich immer schon, wenn ich zu heftig loslege, geht sehr schnell gar nichts mehr), und dann erst aufhören müssen, wenn mir fad wird.

Wird wohl noch eine Weile dauern, denn vor 5:40 Uhr (morgendliches Weckerklingeln) und nach 20:30 Uhr (abendliche Heimkehr) bring ich mich einfach nicht zum Laufen. Vielleicht kann ich die Weihnachtsferien für eine Beschleunigung nutzen.


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