Vermischte Momente

Mittwoch, 28. Mai 2008 um 10:10

Der Tag mit dunkel bedecktem Himmel, der nach kontinuierlicher Abkühlung aussah und gleichzeitig immer wärmer wurde. Nächtliches Heimradeln in balsamdicker Luft.

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Urlaub daheim ist ein kleines Aussteigen. Frühmorgendliche Straßenbahnfahrt zur Muckibude, ich in Schlumpfklamotten, ungekämmt, Sand in den Augen, unsichtbar – um mich herum hübsche junge Menschen, duftend, frisiert, hergerichtet für den Arbeitstag, alert.

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„I‘ve always thought that love thrives on a certain kind of distance, that it requires an awed separateness to continue. Without that necessary remove, the physical minutiae of the other person grows ugly in its magnification.“
(Siri Hustvedt)

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Den „moo point“ von Joey in Friends gibt‘s ja wirklich im Englischen – fast, nämlich als moot point.

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Die komplizierte Straßenkreuzung, eigentlich zwei Kreuzungen kurz hintereinander, die ich auf dem letzten Stück meines Isarlaufs diagonal überqueren musste. Alle Ampeln waren ausgefallen, manche warnten gelb. Die morgendliche Rush Hour wurde also von Polizisten geregelt. Ich bedauerte sehr, dass ich keine Zeit hatte stehenzubleiben – ich liebe die gemessenen Tai-Chi-Bewegungen von verkehrsregelnden Polizisten, könnte ihnen stundenlang zusehen. Und in diesem Fall auch noch als Pas de deux, denn die beiden Männer in Beige-grün mussten ihre Signale aufeinander abstimmen, damit der Verkehr fließen konnte. Irgendwo hatte ich aufgeschnappt, dass Polizeibeamte es hassen, mitten auf einer Kreuzung den Hampelmann machen zu müssen – so sehen sie es angeblich. Schade, wo sonst in ihrem Job wirken sie so offensichtlich kompetent und souverän? Und macht es denn gar keinen Spaß, mit einer schlichten Handbewegung einen 18-Tonner zum Stehen zu bringen?

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Der Anti-Sangria, der in Brighton auf jedem Straßencafé-Tisch stand: Pimms als Longdrink mit Orangen- und Zitronenscheiben sowie Gurke und einem Minzzweig wird mein Sommergetränk.

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Letzter Urlaubstag. Hoffentlich meldet sich der Installateur, der den stark tropfenden Klo-Zufluss reparieren soll.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Vermischte Momente“

  1. walküre meint:

    Und macht es denn gar keinen Spaß, mit einer schlichten Handbewegung einen 18-Tonner zum Stehen zu bringen?

    Vermutlich nicht so sehr, wenn die Möglichkeit besteht, dass der 18-Tonner dann vielleicht trotz des Haltesignals nicht stehenbleibt … :-)

  2. zonebattler meint:

    Falls…

    …der inkontinente Klospüler

    – einen Spülkasten besitzt
    – jener außenbords sitzt
    – und ergo gut zugänglich ist

    dann ist die eigenhändige Instandsetzung meist nur Minutensache: Deckel ab (Klemmsitz), mittige Rohr-Mechanik demontieren (alles nur gesteckt), Ablagerungen (Kalk, Rost, seltener Schimmel) von der kreisrunden Gummidichtung des Ablaßrohres entfernen, den darunterliegenden Lochrand im Spülkastenboden gut abwischen (falls da auch ein dichtungs-foppendes Krümelchen draufsitzen sollte), fleißig ausspülen, alles wieder ordentlich zusammenstecken und Wasser marsch! Meist ist das Ding dann wieder vollständig dicht. Falls nicht: Nochmal aufmachen, Dichtungsring probehalber umdrehen, nur äußerstenfalls (Risse) durch Neuteil (EUR 1,50 im Baumarkt) tauschen. Ist wirklich keine Hexerei und die womöglich vorgefundenen Spuren der Zeit im allgemeinen harmlos!

    Die verwendeten Gummi-Handschuhe (vorzugsweise leuchtend gelbe) lassen sich hernach noch gut zum Verkehrs-Regeln auf der nächsten Kreuzung verwenden! ;-)

  3. die Kaltmamsell meint:

    Danke, Zonebattler! Könnten Sie die Übung jetzt für eine 50er-Jahr-Druckspülung durchspielen?

  4. zonebattler meint:

    Leider nein, ich habe selbst nur drei Lebenstage in den 1950ern verbracht. Aber das mit dem Druckspüler war ja nicht ganz klar (daher mein „falls…“). In dem Fall ist der mutmaßliche Spezialist einer selbstverschuldeten Überschwemmung sicher vorzuziehen… ;-)

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