Durchbackenes Wochenende

Montag, 28. November 2011 um 8:43

Es fühlte sich gar nicht derart voll oder gar hektisch an, dieses Wochenende, aber jetzt beim Aufschreiben merke ich, wie reich es war. (Allerdings argwöhne ich, dass ich selbst von einem reinen Herumschildkröteln1 noch 50 Fotos heimbrächte.)

Das Wochenende begann, wie es sich gehört, am Freitagabend, den ich mit einer Freundin (doch, ich glaube, dass aus der ehemaligen Kollegin in wenigen gemeinsamen Abenden eine Freundin geworden ist) im Gesellschaftsraum verbrachte.

Besonders freute mich die Idee, Avokado mit Blaubeeren zu kombinieren – schmeckte genial. Ebenfalls hervorragend: Christstollen-Piccata auf Linsen als Hauptgericht (letztes Bild).
Allerdings war ich meist von den Köstlichkeiten abgelenkt, da die Unterhaltung mit meinem Gegenüber zu spannend war. Ich bilde mir ja auf wenig in meinem Leben etwas ein, aber was ich wirklich zu können scheine, ist, großartige Menschen kennenzulernen. (Muss eine kleine gerührte Pause einlegen.)

Suppe zum Selbstflambieren.

Samstagmorgen ein neues Brot ausprobiert: Brot mit Schmalz. Ist mir gelungen (ich hätte allerdings die Wasserschale früher entfernen müssen), schmeckt auch gut – aber derzeit sind mir kräftige Roggenbrote oder großporige Weizenbrote lieber.

Zum Adventeinstieg hatte ich mir Stollen- und Lebkuchenbacken vorgenommen, also jahreszeitliches staple food2. Die zwei Stollen (einen für meine Eltern, einen für uns) machte ich wieder nach dem inzwischen bewährten Rezept von Bäcker Süppke (meine Mutter führt mit ihrem Exemplar mittlerweile einen Feldzug gegen den anscheinend omnipräsenten Stollen einer Freundin, der sich durch besondere Trockenheit auszeichnet – was manche ja schätzen).

Das Rezept für Elisenlebkuchen verwende ich im dritten Jahr: Der Geschmack ist unübertroffen, nur fand ich die Lebkuchen bislang einen Tick zu trocken. Nach eingehendem Nachdenken darüber, was welche Zutat im Teig so tut, beschloss ich die Eiermenge zu reduzieren. Bingo! Jetzt sind sie perfekt. Was ich dabei auch gelernt habe: Mandeln und Nüsse lassen sich im Standmixer unserer Kenwood-Küchenmaschine gut portionsweise mahlen. Hatte meine Schwiegermutter mir schon lang geraten, jetzt habe ich es endlich verifiziert – und streiche meinen Wunsch nach einem Nussmühlenaufsatz für die Maschine. (Hier geht’s zum Rezept.)

Den Knaller des Samstagabends aber zündete der Mitbewohner: Köstliche Schweinshaxe vom Herrmannsdorfer.

Sonntagmittag in milden Lüften und Sonne zum gemütlichen Schwimmen ins leere Olympiabad inklusive anschließendem Spaziergang durch und am Olympiapark.

Es fühlte sich nicht nur warm an, es war tatsächlich 13 Grad warm um 14 Uhr am Sendlinger-Tor-Platz.

Dennoch abends ein erster Besuch auf dem Christkindlmarkt am Sendlinger Tor: Gebratene Regensburger spezial und Pommes mit Majo.

  1. Leider bislang nur auf Papier: Das wunderbare Interview mit Gerhard Polt im jüngsten Süddeutschen Magazin. Nachtrag: Jetzt ist es online! []
  2. Werde nie den Redaktionsplan einer Frauenzeitschrift vergessen, der „Stable Food“ vorsah – Augen auf bei der Fremdsprachenwahl. []
die Kaltmamsell

10 Kommentare zu “Durchbackenes Wochenende”

  1. Ulf meint:

    Eine Küchenmaschie von Kenwood! Was es alles gibt. – Für mich war Kenwood bislang ausschließlich ein Hersteller von Stereoanlagen, die wir uns vor dreißig Jahren vom Munde absparten, weil die Verstärker von Kenwood damals zu den renomiertesten gehörten. – Aber im Zeitalter des MP3 muss wohl so manche Firma auf alternative Produkte umsteigen … =;>)

  2. die Kaltmamsell meint:

    Wer sagt denn, Ulf, dass die nicht auch Musik machen kann? (Ich fürchte, allein die Verwendung des Worts „Stereoanlage“ platziert einen im alten Eisen.)

  3. kubelick meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  4. Ulf meint:

    Äh, ich bin verstört, Frau Kaltmamsell. Auf Ihren Hinweis habe ich bei der Wikipedia die Stereoanlage gesucht und tatsächlich nur Modelle aus den Sechziger- bis Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts gefunden.
    Alteisen merkt ja meist nicht von selbst, dass es sich antiquiert ausdrückt. Nur die anderen wissen sofort, dass die Stimme vom Schrottplatz kommt.

  5. Sebastian meint:

    Und ich habe mich früher immer über die fuchsbeschwanzten Testosteronschleudern gewundert, die quer über die Heckscheibe für eine Küchenmaschine geworben haben.

    Wegen der großartigen Menschen – wie wär’s denn dann, Salongastgeberin oder zumindest Muse zu werden? Auch auf die Gefahr hin, selbst als irgendwiegroßartig wahrgenommen zu werden?

  6. irka meint:

    Oh die Elisen. Aber das bringt mich auf die Idee, das Zimtsternerezept neu zu durchdenken, die werden nämlich auch immer zu mürbe und ich mag die eher „klebrig“

    Beim Stollen bin ich als Dresdnerin ans Familienrezept gebunden, was aber auch eher feuchte Stollen verheißt. der trockene ist dann im Jänner gut zum „ditschen“
    LG irka

  7. lihabiboun meint:

    Liebe Kaltmamsell, im Elisenlebkuchenrezept: hat die Unter- und Oberhitze ihren Grund oder geht das auch mit Umluft? Und außerdem schließe ich mich Sebastian an und plädiere für Salongastgeberin und so. Herzlich.

  8. die Kaltmamsell meint:

    Ich habe nur mit Ober- und Unterhitze Erfahrungen bei diesem Rezept, lilhabiboun, – bevorzuge sie grundsätzlich, weil sie nicht austrocknet. Mit Umluft müssten Sie selbst experimentieren.

  9. Heidi meint:

    Würde ich gerne nachbacken, die Elisen. Habe ich das richtig verstanden, mit 8 Eiern wird es nicht so trocken?

  10. die Kaltmamsell meint:

    Richtig, Heidi: Mit 8 Eiern wurden sie nicht so trocken wie mit den 9 aus dem Originalrezept.

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