Journal Donnerstag, 2. Februar 2012 – sich / einander

Freitag, 3. Februar 2012 um 6:21

Na gut, dann bin ich halt leicht zu beleidigen (meine korsische Seite?). Wenn ich in der knallvollen U-Bahn versuche Platz zu schaffen, indem ich mich in die etwas freieren Gänge schiebe, dabei einen Herrn mit meiner (selbstverständlich abgenommenen) Tasche anremple und mich mit „Verzeihung“ dafür entschuldige. Wenn er mich dennoch anschnaubt: „Mann, jetzt geht’s aber los.“ Dann bin ich beleidigt.

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Der Ton für den Tag war damit leider bereits gesetzt: Beim Heißwasserholen stieß ich meine volle (Metall-)Teekanne mit Schwung um und verteilte ihren Inhalt über meinen Arm und den Boden der Cafeteria. Nasser Jackenärmel, hochrote Hand (nichts Schlimmes, die Temperatur des Teewassers aus dem Kaffeevollautomaten ist ideal für Kräuter- und grünen Tee), Zusatzarbeit für das Kantinenpersonal, heute lieber keinen Tee.

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Eine meiner Sprachempfindlichkeiten habe ich hier noch nicht ausgelebt: Die Unterscheidung sich / einander. In Herrn Bosch habe ich einen Verbündeten im Kampf für diese Sache.

Das aktuelle Beispiel, warum diese Unterscheidung so wichtig wie korrekte Kommasetzung sein kann (siehe Eats, Shoots and Leaves) tauchte in meiner nächtlichen Twittertimeline auf:

Müssen sich Menschen wirklich beim Sportgucken umbringen?

Bevor ich die Nachrichten des Tages gelesen hatte, ging ich von einem bis dahin unbekannten Phänomen des Sportfan-Suizids aus: Menschen bringen sich um, während sie Sport gucken. In Verbindung mit den Nachrichten des Tages klärte sich mein Irrtum: In Ägyten hatten Sportfans einander umgebracht.

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Plan für den letzten Teil des Tages war gewesen: Muckibude, Abendessen bei kleinem Sendlinger Feinkostitaliener mit Freundin.
Leben war dann: Anders.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 2. Februar 2012 – sich / einander“

  1. Stephan meint:

    Temperatur für Kräuter- UND Grüntee ideal? Grüntee bei 50-70 °C, ja, aber Kräutertee sollte man meines und meines Teemanns Wissens zur Keim- und Pestizid(?)abwehr mit kochendem Wasser brühen.

  2. bosch meint:

    In der Tat benutze ich „einander“ recht häufig. Schließlich ist es ein großer Unterschied, ob „sie sich lieben“ oder „sie einander lieben“. „Offizieller Wortparte“ des schönen Wortes „einander“ ist übrigens Bastian Sick, von dem man ja halten mag, was man will. Aber mit „einander“ liegt er richtig: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,461708,00.html.


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