Wochenendreport Ende März, Anfang April

Montag, 2. April 2012 um 6:38

Drei unangenehm kalte Tage waren das, FreitagSamstagSonntag, am Sonntag zumindest heftig von Sonne bestrahlt. Und kalt ja auch nur, weil uns die Wochen davor mit unzeitgemäßer Wärme verwöhnt hatten.

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Mohnkäsekuchen aus dem Blog Kaffeebohne gebacken. Das einzige Weizenmehl 405, das ich im Haus hatte, war ein „Instant-Mehl“, also ein griesliges. Versuchen kann man es ja mal, lassen Sie sich aber sagen: Eignet sich überhaupt nicht für einen Mürbteigboden. Beim Kneten verband sich nichts, und auch meine Hoffnung, der Teig würde durchs Backen zusammenkleben, erfüllte sich nicht: Ein einziges Gebrösel. Doch insgesamt war der Kuchen köstlich, für mich eine der idealen Verwendungsweisen meines geliebten Mohns.

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Ein wenig Computer-Genöle.
Nachdem immer mehr Programme und Plug-Ins sich nicht mehr aktualisieren ließen, hatte ich ja das Betriebssystem meines MacBook Pro auf 10.7 hochgeschraubt. Das war nicht ganz einfach, da ich die vorherige Aktualisierung ignoriert hatte: Der gesamte Rechner musste neu aufgesetzt werden, mit vielen heiklen manuellen Schritten. Was ein Glück, dass dem Mitbewohner sowas Vergnügen bereitet und er mir das meiste abnahm.

Und nun ist manches anders. Unter anderem hat sich das Back-up-Programm Time Machine substanziell verändert. Zuvor hatte ich dem Programm angegeben, dass es das Back-up bitte auf meiner externe Festplatte machen solle und mich dafür alle zehn Tage erinnern möge, dass ich diese Festplatte für ein Back-up anschließe. Das lief ganz wunderbar.
Die neue Time Machine macht kontinuierlich Back-ups – und braucht dafür einen ständig angeschlossenen Zielort. Alternative Back-up-Prozesse, zum Beispiel alle paar Tage und mit Erinnerung, bietet sie nicht an. Ich habe für meine Verältnisse wirklich viel im Web herumgesucht, doch alles weist darauf hin, dass der Hersteller ernsthaft davon ausgeht, dass ich meine externe Festplatte aufs Sofa, auf den Balkon, ins Café Gassi führe. (Nein, NAS geht laut allen besuchten Foren nicht, und eine Festplatte am Router würde sich mit der NTFS-Formatierung des Mitbewohners beißen, der dasselbe WLAN-nutzt). Aber sicher gibt es eine drahtlose Alternative. Von Apple. Heißt Time Capsule und kostet „ab 279 €“. Kann es sein, nur mal so als leiser böser Gedanke, dass die aktuelle Form der Time Machine in erster Linie Time Capsules für MacBoks verkaufen soll? (Mitnehmen ins Café ist dadurch aber auch nicht abgedeckt.)

Mei, jetzt ich plöppel ich halt die externe Festplatte nach dem Back-up ab und habe mir in meinen Kalender wöchentliche Erinnerungen für die neuen Back-ups geschrieben.

Oder habe ich einfach meinen Denkfehler noch nicht entdeckt?

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Externe Festplatte brauchte ich eh eine neue, die alte war irgendwie kaputt (Fachausdruck). Dazu ging ich zum ersten Mal in den Saturnladen am Stachus. Eine eher unangenehme Erfahrung, der Laden hat das Schraddlige eines Industriegebiets. Conrad war mir einfach nicht rechtzeitig eingefallen, dabei hätte ich dort mein Nerd-Groupietum ausleben können.

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Am Sonntagmorgen Sleepers von Lorenzo Carcaterra ausgelesen. Gefiel mir ausgesprochen gut. Ich kannte vorher vage die Handlung, weil ich von der Verfilmung von 1996 wusste. Doch vor dem verhängnisvollen Streich der vier jungen Burschen, der sie in die Hölle eines Jugendgefängnisses bringt, erzählt Carcaterra über 200 Seiten vom Aufwachsen im New Yorker Stadtviertel Hell’s Kitchen (heute Clinton), und das ist ganz großartig und lebendig. Es geht eine große Menschlichkeit und Wärme von diesem Roman aus, auch wenn er eigentlich immer wieder entsetzliche Geschehnisse beschreibt.

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Ab an die Isar zu einem ausgiebigen Lauf, Thalkirchen isaraufwärts. Bei aller Sonne war es richtig kalt, eher im einstelligen Gradbereich. Ich war zwar umsichtig gekleidet, zusätzlich eine Mütze hätte aber nicht geschadet.

Auf dem Waldstück vor Pullach raschelte es immer wieder im trockenen Laub am Wegesrand. Vögel konnten das nicht sein, dazu war das raschelnde Tier zu klein. Und endlich sah ich eines: Ein Mäuschen, vielleicht sogar eine Haselmaus blinzelte in die Sonne und sah mich an. Ich wusste, dass es viel zu lange dauern würde, die Kamera für ein Foto herauszuholen und genoss einfach den zuckersüßen Anblick.

Vögel bekam ich schon auch zu sehen: Blaumeisen, Kohlmeisen, einen Grünfink, Graugänse. Buntspechte hörte ich nur, sowohl klopfen als auch rufen.

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Winterkleidung gegen Sommerkleidung getauscht. Das bedeutete auch diesmal: Die beiden Umzugskisten voll Sommerkleidung aus dem Keller in die Wohnung getragen, die Winterkleidung aus dem Schrank aufs Bett gestapelt, Sommerkleidung den Kisten entnommen, empört festgestellt, dass auch diesen Winter bislang unbenannte gehässige Kleinlebewesen in alle Stoffe Falten und Verknitterung gebissen haben (hat da jemand „Schwerkraft“ eingeworfen? pah – billige Ausflüchte der Kleinlebewesenlobby). Nicht bügelbedürftige Sommerkleidung in den Schrank gehängt (ca. drei Stück), den Rest sorgfältig aufs Sofa gestapelt, damit sich die schuldigen Kleinlebewesen (oder Heinzelmännchen, immer gerne) um die Falten kümmern.

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Zwischen fünf und sechs konnte ich dann doch mal die Balkontür öffnen, um die Sonne hereinzulassen: Sie brachte ein wenig Wärme mit. Endkorrekturen für die Arbeit erledigt – den Freitag, an dem die zu sichtende Version eintraf, hatte ich auf einem Workshop weit weg vom Büro verbracht, doch Montagmorgen muss ich die Korrekturen durchgeben, damit der Drucktermin eingehalten werden kann.

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Es gibt auch richtig gute Aprilscherze – einfach ausgeklügelte Albernheit. Dieser hier ist von BBC und 2008.

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via @kscheib

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Wochenendreport Ende März, Anfang April“

  1. Dentaku meint:

    So viel hat sich an Time Machine eigentlich gar nicht geändert; auch bei 10.6 hat es schon stündliche Backups gemachtt, so lange das Ziel erreichbar war. Neu sind nur das schnellere Genöle und die vorübergehende lokale Speicherung.
    Ein NAS kommt übrigens durchaus in Betracht, es muss nur die notwendigen AFP-Features unterstützen (z.B. Synology, Drobo,…) — viel billiger als die Time Capsule sind diese Modelle aber auch nicht. Das „billigste“ unterstützte Netzwerkbackupziel ist wahrscheinlich eine USB-Platte an einer Airport Extreme-Basisstation.

  2. Dentaku meint:

    (oh, „Kommentar editieren“ bezieht sich nicht auf Tippfehler in der Adresse. na ja, was soll’s)

  3. Thomas meint:

    Ach, bevor mich das noch länger umtreibt (eigentlich grad das Aufräumen von Ordnern auf den Backup-Festplatten statt Arbeiten) …
    1. Oh, Mohn!!
    2. Das Setzen der Intervalle, z.B. mit TimeMachineEditor, sollte noch funktionieren.
    3. Probieren’S doch mal z.B. mal Carbon Copy Cloner aus: man kann da die Backup-Abstände einstellen, wie man lustig ist. Die Backups laufen dann an, wenn die Festplatte wieder verbunden wird.
    Je nach Platz und Bedarf kann man auch Ordner ausschließen (z.B. ~/Library/Caches). Am besten auf einer separaten Partition. Nach etwas Rumprobieren ist das dann komplett set & forget. Außer man will mal schauen, wann wo wie viel sich verändert hat.
    Am besten natürlich zusätzlich zu Time Machine …

    Nebenbei hatte ich das mit 10.7 und TM genau umgekehrt verstanden, also das soll mobiler geworden sein: es gibt doch die Mobile Backups, die angelegt werden und dann später in echt abgespeichert werden – das ist eher Teil des Versions-Systems [äh, wie Dentaku schon sagte].
    Was mich wirklich irritiert, ist, dass man die Backup-Festplatten nicht mehr direkt zum Starten benutzen kann … CCC kann das an sich auch.

    Schönes Blog nebenbei,

    Ein treuer RSS-Leser

  4. Thomas meint:

    Äh, falls das etwas wirr erscheint: ich schau später nochmal gern hier vorbei …

    Ach, so sieht der Blog aus – ich war bisher nur per RSS und iOS ‚hier‘.

  5. Regina Burbach meint:

    *ZU*: Pinguine
    Danke für den Spaß! Albernheiten, besonders von BBC produziert, gefallen mir sehr. Ich hab laut gelacht. Hat gut getan, nachdem soeben ein Projekt inklusive Nacht durcharbeiten beendet ist. Schluss, Computer-Ordner zugeklickt und Pinguine bei Vorspeisenplatte geguckt.
    *ZU*: Backup
    Ich winde mich schon ewig um Auto-Backup herum. Für mein Winden gibt es keinen logischen Grund, außer vielleicht, dass ich bereits 3 externe Festplatten auf meinem Schreibtisch stehen habe, und dann eine vierte brauchte, und noch mehr Gekabel hätte. Aber nicht, dass hier jemand denkt, ich wäre Technikfeindin, ganz im Gegenteil, ich bin mit Computern ‚groß’geworden und könnte ohne sie meine Arbeit nicht machen. Ja und warum dann das Gesperre gegen Auto-Backup? – Wenn ich das wüsste. Vielleicht ist es die (im Fall von Backups) irrwitzige Vorstellung, mit der manuellen Variante noch etwas selbst kontrollieren zu können (wer weiß, was ‚der Automatische‘ da auf der Platte alles veranstaltet, hinter meinem Rücken …)
    Seit ich bemerkt habe, dass ich pro Tag meist nur an einem einzigen digitalen Ordner arbeite, sieht mein Backup so aus: Für jeden Monat habe ich einen Backup-Ordner auf einer meiner 3 FPs. Da kopiere ich abends die bearbeiteten Dateien rein und fertig.

    Schöne Ostertage!

  6. Thomas meint:

    @Regina: man kann ja auch beides haben: automatisches Backup und dann regelmäßig nachschauen, ob die Ordner die richtige Größe usw. haben … deswegen fiel mir ja überhaupt ein, dass ich hier mal direkt lesen wollte :-)

  7. Regina Burbach meint:

    @Thomas: Das ist sicher eine Möglichkeit. Man würde dann Zeit mit dem Vergleichen zubringen. Auf Deine Anregung hin hab ich oben nochmal nachgelesen. Sehr interessant finde ich, dass man Ordner ausschließen kann, das wusste ich nicht. Danke! Da muss ich wirklich mal drüber nachdenken. Vielleicht mache ich es dann irgendwann doch. Und vielleicht findet sich eine Lösung, die keinen manuellen Extra-Aufwand verlangt. Danke und Grüße!


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