Archiv für Juni 2013

Angespült vom Internet – Filmchen

Donnerstag, 6. Juni 2013

Manche Stücke sollten lieber von Knabenchören gesungen werden – das gilt meiner Meinung nach für Bachmotetten (auch wenn mir das Selbstsingen seinerzeit ungeheuer Spaß machte) und wohl auch für die eine oder andere Weise von Daft Punk. Sehen Sie sich zum Beispiel diesen Chor Mode-Models an!

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https://youtu.be/l-22tSs8BP0

Die eingeblendeten Namen, so habe ich herausgefunden, sind die Herrschaften, die sich die jeweils im Bild gezeigte Kleidung ausgedacht haben. (via Jezebel)

Und wenn sie davon bereits aufgeweicht sind, wird Ihnen das nächste Filmchen erst recht zu Herzen gehen: Lindy West stellt sich auf eine Bühne und erzählt, wie sich ihre Haltung gegenüber bösartigen Kommentatoren verändert hat. (via @giardino)

Beifang aus dem Internet

Dienstag, 4. Juni 2013

Frau Novemberregen holt ein Auto von der Reparatur ab, liest die Rechnung dazu genau durch, will sie auch verstehen und lässt sie sich vom Meister erklären. Praktisch dreifaches Heldentum, doch: “Ich glaube, mit dem Meister habe ich jetzt eine gute Ebene gefunden”.

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Anders berichten über die Proteste in der Türkei bei Smillas Anders anziehen: Fatalistisch optimistisch.

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Mode hört nicht auf mich zu faszinieren, künstlerische Ideen für menschliche Bekleidung. Im Gegensatz zu fashionistas hat das allerdings bei mir nichts damit zu tun, dass ich die Produkte haben will, genauso wenig wie ich den Pergamon-Altar in meinem Wohnzimmer haben möchte. Ich haben keine Sehnsucht nach dem Markenmythos, der mich zum Teil der Marken-Community machen soll. Viel mehr ziehen mich Einzelstücke mit Geschichte an: Wenn ich beim Anblick eines Leiberls assoziiere “St. Tropez, 70er!” bezaubert mich das erheblich mehr als das Erkennen “ah, Prada”. Doch gerade Miuccia Prada ist eine faszinierende Persönlichkeit, wie diese Begegnung des Romanautors Andrew O’Hagan mit ihr zeigt: “Power of One”. (via Sartorialist)

“Fashion is about the way we compose ourselves every day,” Mrs. Prada once wrote.
(…)
“When I started, fashion was the worst place to be if you were a leftist feminist. It was horrid. I had a prejudice, yes, I always had a problem with it,” she said. “I suppose I felt guilty not to be doing something more important, more political. So in a way I am trying to use the company for these other activities.” She later added, “I’m not interested in the silhouette and I’m not able to draw. It’s complicated.

I am trying to work out which images of the female I want to analyze. I’m not really interested in clothes or style.”
(…)

The complication is that the people the Prada consumers often want to seduce are themselves.

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PR in Blogs ist schwierig. Doch auch wenn das für mein Blog keine Option ist, habe ich grundsätzlich weder dagegen etwas noch gegen Werbung in Blogs (solange sie mich nicht am Lesen des eigentlichen Blogs hindert). Aber ich habe einige Blogs aufgehört zu lesen, weil die Berichte über PR-Events oder über gesponserte Produkttest derart atemlose Begeisterungsstürme waren (die sich zudem in einem Fall über fünf Posts erstreckten), dass ich den Tonfall nur mit der Fassungslosigkeit über die Ehre erklären konnte, dass ein Unternehmen sie für wichtig genug für eine Einladung gehalten hatte. Und mit der Angst, bei kritischem Hinterfragen nie wieder etwas kostenlos zu bekommen. Nein danke, dann lese ich lieber einen guten echten PR-Text, von einer PR-Profi verfasst.

Selbstverständlich geht das auch anders. Lesen Sie hier bitte ein Beispiel auf dem Blog von dooce, die durch Werbung und PR sogar vom Bloggen leben kann, inklusive Beschäftigung von Angestellte: “Brokeback banana“.

This post is sponsored by Banana Republic which is pretty daring of them considering what you are about to see. Sadly, my butt had nothing to do with it.
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Yeah. That’s a car. A branded car. A branded car covered in a turquoise floral pattern. On purpose. Like, it didn’t go through some shady car wash in a bad part of town and come out the other side with a rash. No. Someone meticulously applied that design to its entire exterior. Someone who’s probably gay and very proud of his work.
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Listen, I know. I am a spoiled mommyblogger who gets to stay at expensive resorts and dress in free clothes and drive around in homosexual vehicles. How can I possibly relate to the average person when… wait. Hold on. My butler just walked in. He’s telling me that the caviar I had imported from Russia finally arrived. Phew! What else was I going to feed the dogs tonight?

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Dann war da noch der Untergiesinger, der in sein Schaufenster in diesem schon immer 1860er-Gebiet sehr groß das Vereinslogo des FC Bayern München hängte. Und deshalb jetzt Geschichten erzählen kann: “ANSICHTSKARTEN: Versöhnt in Giesing”.

A Farewell to Molar

Dienstag, 4. Juni 2013

(Möglicherweise too much information, empfindliche Gemüter mögen vielleicht nicht weiterlesen. Aber ich finde solche medizinischem Geschichten, bei denen ich was lerne, immer hochinteressant. Ich war ja auch von Emergency Room fasziniert.)

“Es ist wirklich schade”, sagte die Zahnärztin, versunken in den Anblick der Röntgenaufnahme meines Gebisses. Nach einer Pause wiederholte sie: “Schade.” Wir warteten gerade darauf, dass die Betäubungsspritze wirkte.
“Sie haben so gute Zähne, beneidenswert gute Zähne. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie jemals Ersatz brauchen”, erklärte sie nochmal. “Aber bei dem ist einfach nichts zu machen.” Und so verließ mich gestern ein Backenzahn nach fast 44 Jahren meist guter Zusammenarbeit. Es war genau der eine, der mir vor sieben Jahren zum ersten und einzigen Mal gezeigt hatte, was Zahnschmerzen sind. Und nun seit Monaten vor sich hin schwärte, zum Glück unter lediglich minimalem Schmerz.

Die Zahnärztin hatte mir beim Jahrescheck vor drei Wochen klar gemacht, dass diese Entzündung nicht von allein heilen würde. Außerdem entdeckte sie einen Sprung in diesem Zahn (der, wie sie nach Extraktion und bei Tageslicht feststellte, die Ursache der Entzündung war). Gestern Mittag kam er raus, wie vorhergesehen ohne Probleme weil mit geraden Wurzeln. Frau Doktor musste ihn nicht mal zerteilen, wie sie mir vorsichtshalber als mögliche Notwendigkeit angekündigt hatte: Ein bisschen mit dem Schraubenzieher (oder wie das heißt) gelockert, dann in kleinen Kreisen gezogen. Auf meinen flachen Scherz, ob sie denn auch gut im Krafttraining stehe, hatte die Ärztin mir vorher erläutert, dass Kraft genau die falsche Technik bei sowas sei. Damit habe schon so mancher Jungspund den zu ziehenden Zahn zerbröselt.

Morgens war ich noch Schwimmen gewesen; meine kleinen Twitterfreundinnen hatten mich auf das Sportverbot nach Zahnextraktion vorbereitet (EINE WOCHE?!). Und ich aß ein ordentliches Butterbrot, die Praxisangestellte hatte mich “kräftig gefrühstückt” bestellt.

Die Lokalanästhesie war hervorragend dosiert: Die Wirkung trat schnell und gründlich ein (ich hatte schon erlebt, dass nachgespritzt werden musste), und nach vier Stunden war alles wieder da (ich hatte schon erlebt, dass eine Betäubung fast zehn Stunden anhielt). Die operative Nachsorge ließ ich von meiner Twitter-Timeline begleiten: Sie gab mir unter anderem den hervorragenden Tipp, das Schmerzmittel bereits vor dem völligen Abklingen der Anästhesie einzunehmen. Und sie versicherte mir, dass fünf Stunden Kühlung lang genug sind, wenn nichts mehr blutet oder heiß ist. Auf diese Idee der Kühlungsfixierung kam ich aber selbst (mir waren Wilhelm-Busch-Zeichungen von Zahnweh-Kranken eingefallen):

Die Nacht verlief ruhig, nur fror ich unter meinem Federbett so sehr, dass ich mir eine Wärmflasche füllte – am 3. Juni. Der Morgenkaffee schmeckt. Na kommen’S: Ich soll nicht Sport, Kaffee, Nikotin, Alkohol; wenn ich die anderen drei brav einhalte, wird das morgendliche Koffein schon nicht die Wundheilung verhindern.

Ob ich ihn haben wolle, den Zahn, hatte Frau Doktor gefragt. Oh ja, sehr gerne! Die Zahnarzthelferin versprach, ihn noch ein wenig zu reinigen, beim Nachsorgetermin kann ich ihn mitnehmen.

Isarhochwasser

Montag, 3. Juni 2013

Weite Teile Bayerns (Sachsens und Thüringens) sind nach den unaufhörlichen Regengüssen der letzten Tage überschwemmt, in einigen Regionen wurde Katastrophenalarm ausgegeben.

München scheint es noch nicht ganz so schlimm getroffen zu haben, einige Keller stehen unter Wasser, kleinere Brücken und Radwege im Stadtgebiet wurden gesperrt. Doch der Höchststand wird auch hier erst heute Mittag erwartet.

Der unaufhörliche starke Regen schlug am Wochenende vor allem aufs Gemüt: Drinnen musste ich heizen, draußen waren Gummistiefel das einzig vernünftige Schuhwerk. Ich vertrieb mir den Nachmittag im Kino und sah mir in den Museumslichtspielen Gatsby an (am besten gefiel mir die Musik). Nach Hause ging ich zu Fuß, begegnete Menschen in Anorak mit pelzverbrämten Kapuzen, denen nicht zu warm zu sein schien.

So begegnete mir die Isar:

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Sensationelle Bilder gibt es immer wieder aktualisiert von der Kamera des Wasserwirtschaftsamts, die auf dem Deutschen Museum angebracht zu sein scheint. (via @probek)

In der Nacht zum heutigen Montag hörte der Regen irgendwann auf, doch es ist mehr angekündigt.

Zweiter Schwung Twitterlieblinge im Mai

Samstag, 1. Juni 2013

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(Wobei ja nicht die GEMA blockt, sondern YouTube, um nicht eventuell von der GEMA verklagt zu werden.)

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Nachtrag: Lieblingstweets woanders hat wieder Anne Schüssler gesammelt.