Journal Freitag, 13. Mai 2016 – Menopausenbloggen

Samstag, 14. Mai 2016 um 8:06

Seit ein paar Jahren scherze ich mit Frau Indica, dass aus uns Bloggerinnen der anderthalbten Stunde (vorher war Melody, vorher war antville) dereinst die erste Generation Menopausenbloggerinnen wird. Die Zeit des Scherzens ist vorüber, der Moment und die Lücke sind da.

Bewusst wurde mir das durch einen Post der eigentlich Foodbloggerin Kerstin Rodgers aka MsMarmite Lover:
„Menopausal in Canada“.

I’m going to write about the excellent food and the exhilarating travel and all that stuff don’t you worry. But what I really want to write about is my menopause.
Nobody ever talks about the menopause. Except me. I talk about it literally all the time. I just spent a week in New York telling EVERYONE I’m menopausal, to my daughter’s eye-rolling embarrassment.

Kerstin schreibt über ihre Hitzewallungen (was ist das bitte für ein Wort?), das sprunghafte Altern, Schlafstörungen, ihre Kommentatorinnen berichten über geistige Aussetzer und Gewichtszunahme. Zu meinem großen Schrecken aber auch darüber, dass diese Wechseljahrsymptome schon mit Mitte 30 auftauchen können und sich dann über 20 Jahre lang hinziehen. Prost Mahlzeit!

Ich hoffe, dass das Thema vermehrt in Journalblogs auftaucht. Im Mitschreib-Internet wird über Pubertät erzählt, also den Einstieg in die biologische Fruchtbarkeit des Menschen. Aber Erfahrungen mit ihrem Ende muss man schon suchen. So viele Menschen haben sich aufgehoben und informiert gefühlt, nicht mehr allein, weil andere über ihre Elternschaft oder ihre Krebserkrankungen schrieben. Könnte das mit dem Klimakterium nicht ähnlich sein?

Oder sind Wechseljahre ein Tabu? Ich kenne durchaus den leicht raunenden Tonfall, mit dem Frauen „in einem bestimmten Alter“ genannt werden, die Verlegenheit, mit der diese sich entschuldigen, weil sie bei normalen Bürotemperaturen in ärmelfreiem Oberteil am Schreibtisch sitzen und das Fenster öffnen. Doch selbst ernsthafte Diskussionen über die Einnahme von Hormonen als Gegenmittel habe ich bislang nur ganz am Rand meines Blickfelds mitbekommen.

Und die derbe und unkonventionelle TV-Miniserie Klimawechsel, die Doris Dörrie 2010 ums Klimakterium machte, steht ja bis heute allein auf weiter Dings.

Wie also bekomme ich mit, was so alles zu den Wechseljahren gehört (haben sie vielleicht bei mir auch schon mit 40 begonnen?), was ich erwarten kann (geht am End‘ meine Berufslebenskrise auf ihr Konto?), was noch in der Norm ist, ab wann ich mir Sorgen machen sollte (meine seit fast zehn Jahren brennenden und blätternden Lippen?), woran man überhaupt das Einsetzen der Wechseljahre festmacht (mein Zyklus ist immer noch 27-29 Tage lang, Beschwerden und Blutungsstärke schwanken, wie halt seit Menarche) – wenn nicht mehr Frauen diese Details in ihre Alltagsschilderungen einbauen?

Oder fände ich all dies gar in Frauengazetten, die ich seit Jahrzehnten ignoriere?

die Kaltmamsell

59 Kommentare zu “Journal Freitag, 13. Mai 2016 – Menopausenbloggen”

  1. Frau Mutti meint:

    Ich bloggte vor zwei Jahren über fiese Begleiterscheinungen wie Zysten und wurde daraufhin von meiner Gynäkologin gebeten, nicht so offen zu schreiben.
    Mit neuem Gynäkologen und Eintritt in die Wechseljahre mit damals Anfang 40 winke ich solidarisch! (beim letzten Frisörbesuch fand ich nichts zum Thema in den Zeitschriften)

  2. die Kaltmamsell meint:

    <3, Frau Mutti.

  3. Nathalie meint:

    Vielleicht sollten „wir“ (wer sich auch immer noch angesprochen fühlt), ein gemeinsames Blog aufsetzen – mit Erfahrungen, Empfehlungen, Halbwahrheiten etc?

  4. Angie meint:

    Ich weiß nicht, ob das wirklich so interessant ist, wie zB die Pubertät der Kinder. Ich habe darüber gebloggt, stellte aber fest, dass sich das Ganze so schnell weinerlich anhörte. Liegt vielleicht an meinem Schreibstil.
    Soo spektakulär ist es zumindest bei mir nicht, und nicht alles würde ich am hormonellen festmachen. Es ist eher das Thema des „in die nächste Generation wechseln“, des Älterwerden und die damit einhergehenden Gefühle und Ängste. Aber, zumindest bei mir, auch das Gefühl, immer freier zu werden, noch mehr ICH zu sein.
    Wenn ich so darüber nachdenke, bloggen ich doch über die Wechseljahre – ohne es immer so zu benennen.

  5. Arthurs Tochter meint:

    Ich dachte letztes Jahr, es ginge los. Hitzewallungen, kerzengrades „im Bett sitzen“ nächtelang, innere Unruhe, starke Konzentrationsprobleme…
    Ist dann aber doch ein Morbus Basedow diagnostiziert worden. Was ich sagen will – wenn Frauen bereits schon mit 30 unter ähnlichen Symptomen leiden, ist es vielleicht auch „nur“ ein unerkanntes Schilddrüsenproblem?
    Ich bin jetzt 48 und meine Periode könnte mir jederzeit, und zwar schon seit Jahren, gelinde gesagt gestohlen bleiben.

  6. Trulla meint:

    War ich froh, als die monatliche Heimsuchung durch Menstruation endlich ein Ende nahm.
    Obwohl eher klein und schmal gebaut, war ich bereits seit meinem 12. Lebensjahr damit gestraft. Ich konnte diesem „Leiden“ in all den Jahren nichts Positives abgewinnen. Hinzu kam, dass meine Periode zumeist sehr schmerzhaft, mit schlimmen Krämpfen verbunden war, was mich mitunter völlig außer Gefecht setzte. Und sogar von Frauen in verletzender Weise angezweifelt wurde. Wobei noch zu bemerken ist, dass man damals (ich bin 70 Jahre alt) ohnehin nur unter Frauen über derartiges sprechen konnte. Glück im Unglück für mich war, dass meine Periode nur unregelmäßig, im 3-Monats-Abstand erschien.

    Bis zur Geburt meines ersten Kindes (diese Möglichkeit wurde vom Arzt immer in Frage gestellt) verlief das so und mehrfach bekam ich menstruationsfördernde Tabletten (Duogynon), über deren Gefährlichkeit und auch Unnötigkeit ich erst durch feministische Literatur aufgeklärt wurde. Meinen Kinderwunsch hatte ich schon darauf eingestellt, dass wir uns nach meinem 30. Geburtstag um eine Adoption bemühen wollten. Na ja, dann wurde ich äußerst überraschend vorher schwanger. Die ersten Anzeichen dieser Schwangerschaft hielt ich allerdings anhand der Vorgeschichte für eine ernsthafte Erkrankung.

    Übrigens hat sich nach der Geburt des Kindes, dem noch zwei weitere folgten, alles in Richtung Normalität eingependelt. Nur meine Migränekarriere begleitete mich weiterhin parallel seit der Teenagerzeit und das weiß wohl inzwischen jede/r, das ist alles andere als angenehm.

    Das Ende bzw. die Erträglichkeit dieser Schrecken begann dann mit den Wechseljahren. Beginnende depressive Verstimmungen (morgens im Bett) besprach ich mit meiner Gynäkologin, nahm ein Jahr lang helfende Hormone, setzte diese wieder ab und voila, alles wurde nicht nur besser, sondern gut. Heute geht es mir im Großen und Ganzen bestens. Wohlfühl – Gewicht habe ich zugelegt, Gelassenheit gewonnen und Migräne – Attacken sind extrem selten geworden und dann meiner Unachtsamkeit geschuldet.

    Fazit: Für mich waren die Wechseljahre ein Segen, ich habe sie herbeigesehnt und freudig begrüßt. Andere Frauen machen andere Erfahrungen.

  7. Frau Klugscheisser meint:

    Angie, ich für meinen Teil finde das sehr interessant. Weil’s mich betrifft oder bald betreffen wird, weil’s nicht viel dazu zu lesen gibt, weil ich nur eine Freundin habe, mit der ich mich darüber austauschen kann, weil ich mich damit alleingelassen fühle. Bitte, Kaltmamsell, bitte unbedingt darüber bloggen.

  8. clubzimmer meint:

    Also ich bin auch sehr dafür, darüber zu sprechen. Finde es schon sehr hilfreich von anderen zu erfahren, wie sie diese Veränderungen erfahren. Das nimmt doch Unsicherheit und durch den Austausch gibt es sicherlich auch viele hilfreiche Anregungen. Oder „einfach nur“ Mitgefühl – das ist doch auch wunderbar!

  9. pepa meint:

    Dieses Thema ist in der Tat sehr interessant, ich würde mich SEHR über ein Menopauseblog freuen.
    Vor allem, weil wir diese Zeit – abhängig von der eigenen Geschichte, dem eigenen Umfeld, der früheren und momentanen physischen und psychischen Situation und nicht zuletzt, den eigenen Genen – recht unterschiedlich aber in Vielem auch wieder ähnlich durchleben.

    Allerdings sollte dringend vermieden werden, (vorsicht, das ist jetzt etwas hart ausgedrückt) laienmedizinische Spekulationen in einem solchen Blog zu lancieren.
    Nicht zuletzt aus den oben genannten Gründen.

  10. Ulla meint:

    Altersmäßig und schmerzerfahren genau wie bei Trulla! Im Wechsel dann starke Wallungen, die ich mehrere Jahre mit Hormonpflaster erfolgreich bekämpft habe.
    Die letzten 20 Jahre ohne, blieb mir regelmäßiges Schwitzen, sobald ich mich bewege z. B. einkaufen, bügeln, putzen usw. Beim Sport ist es mir egal, sonst aber äußerst unangenehm mit feuchtem Kopf und nassem Rücken unterwegs zu sein. Die Frauenärztin war auch keine Hilfe und sagte nur, meiner Mutter mit 80 geht es genauso.
    P.S. Keine Kinder!

  11. kelef meint:

    es ist wohl auch so, dass ganz viele frauen die wechseljahre einerseits als „jetzt bin ich nur mehr halb so viel wert“ empfinden, und ebenso viele ein so endloses, nervtötendes trara daraus machen, dass für die „normalen“ 50 % praktisch kein gehör mehr bleibt.

    als ich nach der diagnose gebärmutterkrebs mit 37 meine gebärmutter mit grosser überzeugung opferte, beliess man die eierstöcke wegen der hormonproduktion. ich hatte von der pubertät an elendiglich gelitten unter der menstruation und ihren begleiterscheinungen, und: keiner hat mich ernstgenommen, noch nicht einmal, wenn ich mit 14, 15, 16 jahren in der früh bewusstlos und eine blutspur hinter mir lassend ins vorzimmer kippte („muss das ausgerechnet beim frühstück sein, kannst nicht aufpassen?“). es ging dann so ähnlich weiter, bis auf die jahre da ich wegen des morbus crohn und der diversen begleiterscheinungen erst gar keine blutungen mehr hatte, dann die pille nahm und dadurch zwar blutungen hatte, leider aber übersah dass ich schwanger war. hahaha.

    menstruationsbeschwerden würden sich mit dem ersten kind mit sicherheit geben, ganz bestimmt, hatte man mir vielfach versichert. das sei alles nur psychisch. wobei sich weder mir noch den diversen ärzten jemals erschloss, wie man psychisch derartig bluten und krampfen kann, aber die umwelt weiss das ja bekanntlich immer besser.

    als die gebärmutter raus war, fing, man glaube mir, mein leben erst richtig an. manchmal hatte ich schon tatsächlich das gefühl, ich wäre irgendwie auf einer manischen wolke festgetackert. aber nein: alles normal, sogar die hormone, abgesehen von der angst, der krebs hätte gestreut haben können, alles gut. kam auch nix nach.

    lediglich die schwitzerei – kontinuierlich von kleinkind an – blieb. weil: alles was über 25°C ist, das ist für mich von übel. immer schon gewesen. da ich aber sowieso nicht in die sonne darf – allergische pusteln vom feinsten – kann ich das bis zu einem gewissen grad ganz gut wegstecken. ich bin halt die, der nie kalt ist, und die möglicherweise auch bei 5° (immerhin celsius und plus) im ärmellosen leibchen eine runde mit dem hund um den häuserblock macht (immerhin nur eine rund, aber ohne socken, und kalt: mir nie …).

    wann auch immer der wechsel eingesetzt hat bei mir, kann ich partout nicht sagen. ich hab mich wirklich gut beobachtet (aus den diversen o.a. gründen), aber: nein, da war nix. ich bin älter geworden, ich hab mir ein paar zusätzliche wehwehchen zugelegt, aber die hormone haben mich, ohne jedwede behandlung, substitution oder was auch immer, absolut in ruhe gelassen. da war wirklich nix. irgendwann dann mit 55 oder so: waren halt keine entsprechenden hormone mehr da. alles gut.

    gewichtszunahmen kann ich nur auf „zu viel gefressen“ schieben, allen ernstes. das kam allerdings erst, als ich mit 55 aufhörte zu arbeiten, der hund alt war und rücken hatte, ich das erste mal so richtig ischias hatte, und wir daher langsamen schrittes von einem wirtshaus ins andere latschten, um nicht zu hause zu versauern. gerne am abend (weil im sommer: nicht heiss, keine sonne, schanigarten!) um noch einen kleinen imbiss und ein oder zwei bierchen … nun ja. dann war der hintern fett, es hiess: neue garderobe oder die diät meines hausarztes: vor jedem bissen daran denken, dass nur ein glas wasser keine kalorien hat. der vater meiner tochter (der zu diesem thema allerdings schweigen sollte …) setzte noch eins drauf: aber nur, wenn das wasser fettfrei ist. und ja, ich habe, tadaa: abgenommen. in einem jahr ohne hungern, ohne jede andere diät, und TROTZ heftig plagendem ischias und altem, hatschertem hund und gerne ein backhendl essend: 12 kg. bmi im grünen bereich. und in zwei monaten passen mir wieder die jeans, die ich vor 20 jahren eingemottet habe, aus nostalgischen gründen, weil: ich muss abnehmen, demnächst.

    und nein, das ist ganz und gar kein „es liegt nur am kopf“, das ist ein „so kann es auch sein“ – beitrag. jetzt bin ich also 63 und habe den wechsel ganz bestimmt hinter mir, aber: schwitzen tu ich noch immer. obwohl man mir doch als kind, als pubertierender, als jugendlicher, als junger/mittelalter/entgebärmutterter frau immer gesagt hatte, nach dem wechsel und spätestens ab 60 würde ich ganz bestimmt nicht mehr schwitzen. hahaha.

    dafür hab ich kolleginnen gehabt, die hatten ihr ganzes leben keine „alle vier wochen“-probleme, hatten zwischen 25 und 35 (teils mehrere) gesunde kinder bekommen, und haben dann mit 45 begonnen, zu leiden wie die tiere. von stimmungsschwankungen über schweissausbrüche, aggressionsanfälle und heulendem elend bis zu identitätskrisen alles dabei. frauen, die eine gute ehe führten mit einem verständnisvollen ehemann, mit kindern die einen guten weg eingeschlagen hatten, bei denen – wenn man sie denn in einem „klaren“ moment erwischte – auch nach eigener meinung alles in ordnung war, und die sich selbst in den „entsprechenden momenten“ vor lauter abscheu vor sich selber am liebsten vor der welt versteckt hätten. von migräne-, panik- und sonstigen attacken rede ich erst gar nicht. aber: bei entsprechender behandlung war nach mehr oder weniger langer zeit alles wieder vorbei, und einige konnten sogar darüber lachen.

    kannste nix tun, wenn es einen erwischt, denke ich, als notfalls hilfe suchen: sei es bei menschen, die den zustand als das akzeptieren, was er ist: elendiglich anstrengend und mühsam, manchmal langwierig, auf jeden fall aber vorübergehend, oder bei einem oder zwei passenden ärzten, und bei den produkten der pharmazeutischen industrie.

    und männer – das weiss man in der zwischenzeit auch – kommen genau so in den wechsel. depressionen, unzufriedenheit im job, neues hobby, interesse an jungen frauen, plötzlich auftretende eitelkeit, wunsch nach erlebnissen der besonderen art (hochseeangeln, tiefseetauchen, fallschirmspringen, höhlenforschen, …) sind gute anzeichen dafür. das hat ganz oft gar nix damit zu tun, dass dem mann die bisherige frau langweilig ist, oder ihn die schwangerschaftsstreifen stören oder was auch immer, das ist einfach: der wechsel, der, wie die tödliche männergrippe, selbstverständlich viel massiver ist als der wechsel bei der frau, und entsprechende auch wesentlich schwerere wirkungen hat, bis zum wunsch nach einer scheidung, die nach 3 – 5 jahren (also wenn der wechsel endgültig vorbei ist) bitter bereut wird. auch das ist übrigens vorübergehend: bis auf das bittere bereuen.

    wer im entsprechenden alter den verdacht hat, dass es soweit ist mit der reduktion der entsprechenden hormone, der kann sich über ein blutbild eine übersicht über den verlauf verschaffen lassen. das kostet ein paar tropfen blut, und ist durchaus aussagekräftig und hilfreich. im passenden alter sollten das auch die diversen kranken kassen bezahlen. das gilt gleichermassen für weiblein und männlein.

    und: nix beschönigen, nicht schämen, nicht still leiden, sondern einfach sagen wie es ist. geistig gesunde menschen mit ein wenig empathie für die mitmenschen haben damit kein problem, und bei den anderen ist es meist sowieso egal.

  12. MissJanet meint:

    Ich habe darüber schon oft geschrieben, auch in Kommentarfeldern wie diesem. Ich erhalte fast nie irgendeine Form der Reaktion.

    Im realen Leben scheint es da auch so eine Art Konkurrenz zu geben: „Ich blute noch, also bin ich besser/sexuell aktiver/begehrenswerter/gesünder/fitter als du“.

    Stutenbissigkeit, sehr schade.

  13. kecks meint:

    tolltolltoll! bitte mehr hiervon! ich habe jetzt ihren text und all die kommentare mit sehr großem gewinn gelesen und finde, darüber sollte von und unter frauen (und freilich auch unter männern) viel, viel und nochmal viel mehr geschrieben und gesprochen und berichtet werden. *sehr, sehr gerne gelesen*

  14. Micha meint:

    Ich halte bereits das Thema *Menstruation* für tabuiisert (wobei ich mich auch nicht mit jeder/jedem darüber unterhalten wollte). So fand ich zu meiner Überraschung viel Unbekanntes für mich in dieser Sendung:

    Was Männer schon immer über Menstruation wissen wollten!

    Das geht Ihrem Thema *Menopause* zwar voraus – aber sollte dafür vermutlich Basiswissen sein…

  15. Thea meint:

    Mitte 40 kamen die ersten Symptome. Da ich kein Schwitztyp bin, verliefen die ersten Flashs trocken. Dann kam die Schlaflosigkeit usw. Mit allem konnte ich noch umgehen. Dann das Drama: Ob beim Fernsehen, beim Lesen, aus heiterem Himmel und wie per Schalter befielen mich massive Depressionsattacken. Als ich kurz vor dem Sprung vom Balkon war – es war wirklich so und ganz furchtbar -, rief ich erstens meinen ältesten und besten Freund an, der u.a. auch Gynäkologe ist, zweitens machte ich einen Dringlichkeitstermin bei meiner Gynäkologin. Nach eingehenden Untersuchungen und Befragungen stellte sie mir ein Rezept aus, ich bin eine Befürworterin der Hormonsubstitution: Kombipräparat, niedrigste Dosierung. Ich möge allerdings vor dem Einlösen des Rezepts erst noch zur Schilddrüsendiagnostik, weil viele Symptome sich sehr ähneln. Sechs Wochen sollte ich warten, beschrieb dann – wohl auch leicht hysterisch – der Dame am Telefon die letzten Monate. Daraufhin drei Tage später einen „Notfalltermin“. Diagnose: Schilddrüse in Ordnung, das sind die Wechseljahre. Sofort spazierte ich zum schönsten Platz Berlins, der sowieso nur ein paar Meter entfernt war, holte mir in der Apotheke meine „happy pills“, stapfte in ein schönes Café, wo ich mit einem Glas Prosecco, besseres Prickelwasser hatten sie da nicht, die erste Dosis zu mir nahm. Nach drei Tagen bereits war ich alle Symptome los, und ich war fast glücklich. Einmal im Jahr mache ich eine Pause von ein, zwei Monaten, um zu sehen, ob ich die Medis noch brauche.
    Ach ja, zu Hause dann habe ich „feierlich“ die letzten Tampons „verkokelt“, gebrannt haben sie nicht richtig.
    Menopausenblog wäre nicht schlecht.
    Schöne Pfingsten an alle hier.

  16. MissJanet meint:

    Ich hab da mal eine Frage über die Hormonersatztherapie. Wenn die Medikamente abgesetzt werden (und dass wird nach spätestens 2 Jahren gemacht, wg. der Nebenwirkungen), fällt der Körper dann nicht erst recht in ein Hormonloch, weil die Pillen die Wechseljahre nur herausschieben und der körpereigene Hormonspiegel dann plötzlich viel niedriger ist, der Wechsel also quasi schlagartig ist?

  17. Margrit meint:

    Spannendes Thema. Meine Erfahrungen hab ich nicht so schnell präsent, sie hier in ein paar Sätzen zusammenzufassen, wollte aber doch zumindest bekunden, dass ich es wichtig finde und unbedingt verfolgenswert.
    Margrit

  18. Thea meint:

    @Miss Janet: Dass die Hormonersatztherapie grundsätzlich nach 2 Jahren abgesetzt wird, ist mir nicht bekannt. Nach meinen Erfahrungen (und der einiger Freundinnen) entscheidet die Patientin in Absprache mit den behandelnden Ärzten. Sie allein weiß ja, wie es ihr geht und ob sie das noch länger braucht. Ich nutze diese Möglichkeit schon deutlich länger als zwei Jahre. Steht auch in meinem Post.

  19. lihabiboun meint:

    Die Lektüre all der Kommentare hier bestätigt mir einmal mehr, was ich schon immer beobachte: Jede Frau ist anders und jede hat eine andere Menopause. Lassen Sie sich bloß nicht verrückt machen beste Frau Kaltmamsell, mann kann auch durch diese Jahre „durchrutschen“, ohne daß irgendwas ist!!! Also, ich meine, ohne was, das man nicht in sein Leben einbauen könnte. Und ich habe so das Gefühl, Sie haben in Ihrem Leben schon dies und das gemeistert. Krönchen aufsetzen und weitergehen. Yeah!!!

  20. Melanie meint:

    Bitte unbedingt mehr davon! Meine Freundin und ich, beide Anfang 40, haben den Beitrag und die Kommentare mit großem Interesse gelesen! Ich denke, es wäre für viele sehr hilfreich, über andere Erfahrungen/Symptome/Begleiterscheinungen/eventuelle hilfreiche Therapiemöglichkeiten zu lesen. Austausch ist doch immer wichtig, oder nicht?
    Auf jeden Fall mal ein großes ‚Danke‘ für diesen Beitrag!

  21. tianes meint:

    Rollkragenpullover entsorgt, schöne Unterhemden gekauft, dünne Jacke darüber – die zu Hause 20 Mal am Tag in eine Ecke fliegt – im tiefsten Winter im T-Shirt in der S-Bahn gesessen – gespannt, was sich alles noch ändert

  22. waldviertelleben meint:

    jahrelang hormonpflaster in sehr niedriger dosierung. anders war es nicht auszuhalten und wallungen kann ich jetzt nach 15 jahren immer noch haben.
    leider auch hohen blutdruck bekommen. aber: das spannende war, dass sich das denken verändert. bin aus der weibchenrolle rausgefallen. vorher hat mich z.b. mode interessiert, danach wirtschaft. spreche auch auf andere äußere sexuelle reize an. und das finde ich interessant. zu sehen, dass unsere rolle, unser verhalten so sehr auch hormonabhängig ist.

  23. MissJanet meint:

    Waldviertelleben: Ja, ist interessant und auch toll, oder?

    Thea – nach 2 Jahren steigen einige Risiken deutlich an, deshalb sollte die Therapie eigentlich nicht länger dauern. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie dann aufhören muß, wenn Frau und Frauenärztin damit kein Problem haben und andere Risikofaktoren wie Übergewicht, rauchen oder familiäre Brustkrebserkrankungen nicht dazukommen.

    Da in meiner Familie Brustkrebs, Thrombose, Herzinfarkte und Schlaganfälle gehäuft vorkommen, habe ich auf die Ersatztherapie verzichtet, ich naive Frau dachte mir, was soll schon schiefgehen (haha, grimmiges Lachen). Leider gehöre ich zu den 10% der Frauen, die extreme Wechseljahresbeschwerden haben. Von bis zu 30 Hitzewallungen am Tag, jeder Menge anderer unschöner körperlichen Einschränkungen mal abgesehen, bin ich an einer so schweren Depression erkrankt, dass ich monatelang im Krankenhaus war. Dort traf ich auf eine große Gruppe von anderen depressiven Frauen um die 50, das ist wohl eine endokrine Sollbruchstelle für diese Erkrankung. Jetzt, mit fast 53, geht es mir wieder ziemlich gut, hab’s jetzt wohl auch fast schon durchgestanden. Doof ist natürlich, dass ich jetzt depressiv vorbelastet bin und mich das Wissen, dass die Erkrankung jederzeit zurückkommen kann, egal wie sehr ich mit therapeutischer Hilfe dagegen ansteuere, doch auch belastet.

  24. Hildegard Reinsch meint:

    1994 viel mir das Buch “ Ist es heiß hier drin, oder bin ich das? „In die Hände.Und war danach beruhigt über das beginnende Thema Menopause.Falls das Büchlein antiquarisch noch zu finden ist kann ich es allen Beginnerinnen empfehlen, es relativiert in unterhaltsamer Weise die Sicht der Dinge ohne was zu verschweigen.
    Ja, Menopause ist nicht immer nett und nervt-aber mit meinen 66 Jahren kann ich nur sagen, es geht vorbei und das Leben kann intensiver werden oder es bleibt weiterhin spannend.
    Die Autorin Gayle Sand bemerkt dazu im Abschlußsatz: Die Wechseljahre sind nicht das Ende, sondern der Beginn einen spannenden Abenteuers. Recht hat sie!
    Für alle – entspannte Pfingsten

  25. kelef meint:

    hormonsubstitution sollte nur gemacht werden, wenn vorher der hormonstatus bestimmt wurde. diese untersuchung ist – mit der entsprechenden begründung seitens des arztes – bei „wechsel-patientinnen“ kostenlos. wenn irgendeine kranke kassenstelle ablehnt, kann man durchaus damit argumentieren dass eine hormonersatztherapie weitaus kostspieliger ist als diese untersuchung, und möglicherweise gar nicht notwendig. zudem spielen die verschiedenen hormone einander quasi „in die hand“, nicht unähnlicher einem kaskadenwasserfall. um das richtige präparat zu finden, muss also vorher feststehen, woran es fehlt. im entsprechenden alter steht ausserdem auch die schilddrüse (haha, schon wieder hormone!) immer in generalverdacht.

    kostenpflichtig ist – möglicherweise – die feststellung des hormonstatus bei kinderwunsch. auch da kommt es aber auf die diagnose des arztes an, der möglicherweise ein eigenes labor hat und … aber wir gehen ja positiv an die sache heran. so oder so liegen die kosten für eine derartige untersuchung allerhöchstens bei € 100.–, die kosten für eine hormonsubstitution sind pro monat zwischen € 25.– und € 60.– (für die kasse!).

    hormone werden solange substituiert, bis sich alles vernünftig eingespielt hat – das kann nach 6 monaten oder nach 6 jahren sein, aber der wechsel dauert einfach mit oder ohne beschwerden und/oder medikamente einfach so lange, bis er vorbei ist. wann es so weit ist, wird wiederum über den hormonstatus festgestellt.

    die depressionen, die sich vielfach im wechsel einstellen, sind übrigens manchmal gar keine echten (man ist einfach nur zeitweise sehr, sehr viel dünnhäutiger als vorher und nachher), manchmal aber auch sehr, sehr ernstzunehmende erkrankungen. auch hier sollte man ohne zögern auf der stelle einen entsprechenden facharzt aufsuchen, und sich dann an die empfehlungen und verschreibungen halten. weder ein „reiss dich zusammen“ noch ein „gehört einfach dazu“ oder ähnliche gutgemeinte bemerkungen sind da in irgendeiner weise hilfreich oder sinnvoll, ganz im gegenteil.

  26. pepa meint:

    Jetzt wollte ich gerade in Sachen Hormonersatztherapie losschreiben und sehe, dass Sie Frau Kelef schon die wesentlichen Punkte beschrieben haben.

    Bliebe mir vielleicht noch ergänzend anzumerken, dass die Hormonersatztherapie nicht nur an die jeweilige Frau, sondern auch an die jeweilige Phase der Wechseljahre, in der sie sich gerade befindet angepasst werden muss.
    In aller Regel fahren nicht alle Hormone (peripher sind das Gestagene und Östrogene) gleichzeitig herunter.
    Den Anfang macht meist das Gestagen. Gestagen ist unter anderem schlaffördernd.
    Sein Mangel ist für die oftmals zu beobachtenden und wirklich sehr lästigen Schlafstörungen in den Wechseljahren (schon in den beginnenden) verantwortlich.

    Östrogenmangel hingegen, der sich meist später dazugesellt, verursacht unter anderem die unangenehmen Hitzewallungen – aber noch vieles mehr.

    Dazwischen kann es Phasen geben, in denen das Gestagen schon im Keller, das Östrogen aber noch (teils sehr) hoch ist.

    All diese Veränderungen müssen nicht unbedingt, können aber deutliche Symptome verursachen und sowohl die Hormonkonzentrationen, als auch ihre Folgen sind interindividuell sehr verschieden.

    Darüber hinaus gibt es unterschiedlichste Hormonpräparate mit verschiedenen synthetischen aber auch den natürlich vorkommenden Hormonen „nachgebauten“ Gestagenen und Östrogenen. Diese wiederum in unterschiedlicher Kombination und unterschiedlicher Konzentration.

    Wie Frau Kelef schon sagte: Am Anfang sollte idealerweise ein Hormonstatus stehen – danach kann – idealerweise hier in enger Zusammenarbeit mit einer sich in diesem Gebiet auskennenden Gynäkologin (oder Gynäkologen) – die Therapie titriert und ggf. auch immer wieder angepasst werden.

    Wegen möglicher Risiken gilt hier zwar „so viel wie nötig und so wenig wie möglich und das über einen möglichst kurzen Zeitraum“, dennoch sollte sich möglichst keine Frau durch die Wechseljahre quälen müssen. Es müssen halt – neben der gut angepassten Dosierung – auch entsprechende Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden.

    Bei weniger ausgeprägten Beschwerden helfen manchmal auch pflanzliche Präparate. Aber auch da sollte frau sich von ihrer Gynäkologin beraten lassen.

    Vieles davon habe ich selbst ausprobiert (bin jetzt 55 und es scheint langsam auf die Zielgerade zu gehen). Zu Anfang pflanzliche Präparate, später dann ein Gestagen-Monopräparat in halber Dosierung (zyklisch eingenommen), welches bei mir einen tiefen erholsamen Schlaf ausgelöst hat und – vielleicht in Folge – eine geradezu beängstigend guten Laune und fixen Denke. Meine Kinder haben mir in dieser Phasen mehrfach tief in die Augen geblickt und gefragt, ob ich etwa schon wieder Hormone genommen hätte. Sie fanden, ich sollte das ab jetzt immer machen, so gut drauf sei ich ohne nie.
    Gestagen hat bei einigen Frauen allerdings leider eine fiese Nebenwirkung: Übelkeit.

    Später, als die Hitzewallungen dazu kamen, wurde ein ganz kleines bisschen Östrogen hinzugegeben – was ich wegen massiver Blutungen aber schleunigst wieder abgesetzt habe. Gegen die Hitzewallungen hatte ich zeitweise einen Fächer dabei. (Wenn mich jemand deshalb irritiert angeschaut hat, habe ich gesagt: „Das ist meine Hormonersatztherapie“. Das ist aber sicher nicht in jedem Kontext sinnvoll.)

    Nach etwa zwei Jahren dann wieder etwas Pflanzliches, seit knapp einem Jahr gar nichts mehr.

    Wie dem auch sei, die Möglichkeiten der Symptomkontrolle in den Wechseljahren sind vielfältig und mit etwas Geduld findet man meist einen gangbaren Weg, möglichst minimal beeinträchtigt da hindurch zu kommen.

  27. Indica meint:

    Es gehört halt genau so mit zum Leben wie vieles andere und damit auch zum Themenkanon im Blog, klar, warum auch nicht? Wir schreiben über unsere Beruflichkeiten, Kinder (so vorhanden), wahrscheinlich allmählich auch die ersten über die Enkel, unsere Gedanken und Erfahrungen mit Literatur, Technik, Männern, Frauen, den tödlichen Schnupfen, unser Essen, Sport und Unfälle – warum also nicht über das Klimakterium? Gibt keinen Grund dazu.

    Bei mir wird’s langsam nerviger, mir nächtlicher Frostbeule wird’s gerade immer zu warm im Bett und nun ja, die Zahl der Shirts, die gewechselt werden, höher. Aber das ist seitdem ich in die Muckibude gehe, eh so.

    Ich finde es so schwierig rauszufieseln, ob manches allgemeine Lebensgemengelage, psychische Befindlichkeit oder Hormone sind. Wo fängt Schilddrüse an, wo hört Lebenskrise auf, wo ist Wechsel-Symptomatik? Mich persönlich würde es beruhigen, es fein säuberlich einsortieren zu können. Und auf den Tag, an dem das Geblute aufhört, freu ich mich jetzt schon, das war für mich noch nie Ausweis meines Frauseins.

    Alt fühle ich mich nicht, befindlich und innerlich empfindlich oft schon – aber das mag auch alles überstandene Lebenskrise der letzten Jahre sein. Mich schreckt eher mehr, das ich bei einigen Freundinnen sehr heftige Symptome gesehen habe; das war keine Empfehlung für das Klimakterium. Mein Kopf weiß aber, dass das bei jeder höchst unterschiedlich verlaufen kann und auch die Freundinnen, die wenig damit zu schaffen hatten, gibt es eben auch.

    Mal gucken, wie dieser ganze höchst nervige „Spaß“ weitergeht.

  28. Susann meint:

    Ich bin ja noch nicht so weit, aber sehr für Menopausebloggen zu haben. Ich weiß nicht, ob da ein Frauending ist: die Fassade zu wahren und HeileWelt vorzuspielen – ob’s um Kinder, Partner oder sich selber geht. Aber das Ergebnis ist ja nur, dass der Druck ob der vermeintlichen Perfektion der anderen steigt, es auch irgendwie hinzukriegen.
    Dagegen ist Wahrheit und Offenheit geradezu therapeutisch.

    Also, nur zu. Ich würde gerne wissen, was da schlimmstenfalls auf mich zukommt und was andere dagegen getan haben. Eins ist jetzt schon klar: Menopause ist, so wie Menstruation und Geburt, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Schweinsaug.

  29. Barbara meint:

    Es bestehen offensichtlich Bedarf und Interesse!
    Liebe Kaltmamsell, schreiben Sie bitte weiter über das Thema. Ich bin etwas jünger und möglicherweise noch weiter davon entfernt, es selbst zu erleben, aber interessant und wichtig und ansonsten unterrepräsentiert ist es in jedem Fall.
    Es muss aufhören, dass medizinische und gesundheitliche Themen von Frauen als eklig und nicht beachtenswert und im Zweifelsfall jedenfalls als unwichtig und von der Frau durchzustehen und hinzunehmen sind. Das geschieht so oft ebenfalls mit Themen um Schwangerschaft, Geburt, Menstruation, Beckenboden.

  30. Sjule meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  31. Christjann meint:

    Ich habe seinerzeit über die Krebserkrankung und das Sterben meines ersten Mannes gebloggt und sehr viel Zuwendung erfahren. Als ich Jahre später einen launigen Artikel über meine beginnenden Wechseljahre schrieb, weil es mich ständig beschäftigte, bekam ich außer peinlichem Schweigen auch den Hinweis, bitte in Würde und in aller Stille zu altern. Das wolle man nicht wissen. Seitdem halte ich darüber, zumindest öffentlich, den Mund. Nun, ich schreibe eigentlich aus meinem Alltag als Deutsche in Südfrankreich, aber auch dort plagt mich die Menopause. Interessant, dass Krebs und die zunehmene Hilflosigkeit und Verwirrung meines Mannes, ebenso sein Sterben ok waren, Menopause aber ein Tabu. Vor ein paar Jahren zumindest. Ich mache gerne noch mit, wenns jetzt geht, wobei es für mich jetzt nicht mehr sooo existenziell ist. Meine erste Verstörung hat sich gelegt ;-)

  32. berit meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  33. Trulla meint:

    @christjann
    Ich glaube, Sterben und das damit verbundene Drumherum ist in den Focus der Öffentlichkeit gerückt und damit – teilweise – enttabuisiert seit es HIV gibt. Und weil in unserer westlichen Welt anfangs überwiegend Männer davon betroffen waren, wurde es auch als Thema gesellschaftsfähig.

    Das ist auch gut so, denn jede/r muss sich früher oder später damit befassen.

    Menopause hingegen betrifft Frauen. Und weil es nun mal so war/ist, dass die Wertigkeit einer Frau in fast allen gesellschaftlichen Kontexten geringer geschätzt wird, erklärt sich das Unwissen und die Tabuisierung. Daran müssen wir Frauen selbst etwas ändern, indem wir nicht länger schweigen und uns nicht gegeneinander ausspielen lassen.

    Man kann doch über alles reden

  34. Christjann meint:

    @Trulla, danke für deine Sicht der Dinge, vielleicht ist Sterben auch eine „edlere“ Sorge; Menopause, genau wie die Probleme in den langen Jahren vor der „Pause“ (als würde es nochmal wieder einsetzen), ist „nur“ Gejammer, Frauengejammer kommt erschwerend hinzu.

  35. creezy meint:

    Und ich sprach schon – im Zusammenhang mit Frau Muttis Kommentar – dass es wohl Zeit würde, ein Menopause-Blog zu schreiben. Es wäre schade, wenn so ein wichtiges Thema mit so wichtige Posts sich auf einzelnen Blogs für die Nachwelt verlöre …

  36. ClaudiaBerlin meint:

    Ich hab mal drüber gebloggt, die Resonanz war eher spärlich:

    Der Schleier der Hormone – Abenteuer Altern

    Hatte das Glück, keine besonderen Leiden wg. Menopause zu erleben. Ganz im Gegenteil empfand ich eine stark zunehmende geistige Freiheit. Das bisschen gelegentliche Schwitzen hab ich nicht negativ wahrgenommen, da ich durch Saunabesuche und Reisen in die Tropen gelernt hatte, Schwitzen zu genießen. Wie bei vielen Ärgernissen gilt auch hier: der Widerstand gegen etwas macht bis zu 80% der Nerverei aus.

    Dass die Bluterei aufhörte, hat mir gefallen. Schön war auch das erotische Aufblühen, fast wie eine 2.Pubertät. Das harmonisiert sich allerdings nach ein paar Jahren wieder.

    Zugenommen hab‘ ich auch, der Kalorienbedarf sinkt ja mit den Jahren, man muss also bewusst gegen steuern, wenn man nicht jedes Jahr mehr drauf packen will. Mir gelingt das mal besser, mal schlechter, wobei mein Bemühen ums Abnehmen mittlerweile rein gesundheitlich motiviert ist. Es geht nicht mehr um Optik, anderen gefallen etc.

    Irgendwelche Mittel hab ich nicht genommen, aber viel gelesen über die Gefahren und Risiken der Hormonersatztherapie. Kenne zudem eine Frau, die das bis über 70 mitgemacht hat, dann aber absetzen MUSSTE – mit entsprechend rapidem Verfall im Anschluss. Ich altere lieber kontinuierlich… :-)

  37. Michou meint:

    Ich bin hier ganz zufällig über nicht mehr identifizierbare Pfade gelandet und was kann ich sagen? Ich blogge ständig darüber, mal in einem Nebensatz, mal in einem kompletten Beitrag. So wie ich mittlerweile über alles schreibe, was mich freut, ärgert, aufregt, traurig macht oder sonstwie beschäftigt. Dabei erstaunte mich wieder einmal: da schreibt etwas vor sich hin, mit dem man sich ein klein wenig allein und verloren fühlt und dann bekommt man Kommentare oder öfter eigentlich Mails von Frauen, die froh sind, dass „das endlich mal eine schreibt und mir geht es ganz genauso!“
    Schon ist man nicht mehr alleine und hat noch ein gutes Werk getan :-D Also kann ich nur sagen: traut euch doch. Schreibt über alles, was raus muss.

    LG

  38. Thalestria meint:

    Ich hab da letztens mal was zu gebloggt, auch darüber, dass es offenbar ein Tabu ist, was ich nicht nur schade, sondern auch hinderlich und erschreckend finde.
    Hier mein Beitrag dazu: https://thalestria.wordpress.com/2016/03/02/klimawechsel-ueber-das-schreckgespenst-der-wechseljahre/

    Ich hab versucht meine eigenen Ängste darüber zu verarbeiten und das dann verbloggt. Die Reaktionen darauf von Frauen waren sehr positiv, alle nach dem Motto: endlich schreibt mal eine darüber.

    Liebe Grüße,

    Thalestria

  39. Helga meint:

    Ein Outing, das mir schwerfällt: ich bin 44 und ich bin im Wechsel. Das habe ich auch bestätigt von meinem Arzt (wegen Schilddrüse bin ich unter Hormonkontrolle).

    Grundsätzlich bin ich der Beweis für die Volksweisheit: wenn du wissen willst, wann du in den Wechsel kommst, frag deine Mutter. Liebe Kaltmamsell, tun Sie das. Es scheint wirklich erblich bedingt zu sein.

    Was mich persönlich betrifft: mein Zyklus ist extrem unterschiedlich. Was nervt. Ich hatte schon immer einen kurzen Zyklus (nervt auch), aber jetzt halt teilweise doppelt solange Zyklen. Teilweise doppelt solange Blutungen. Hitzewallungen hatte ich vor ca 2 Jahren eine Zeit, die aber auch psychisch anstrengend war. Momentan sag ich: ich friere viel weniger als früher. Das ist nicht schlimm.

    Alles was psychisch oder auch gewichtsmäßig ist und war, bin ich mir nicht sicher, ob die Hormonveränderung eine Rolle spielt. Die Hormone haben bei mir von jeher verrückt gespielt.

    Ehrlich gesagt schrei ich „hurra“, wenn das Thema Blutung vorbei ist – und die Restchance ist inzwischen auch zum Restrisiko geworden. Und wer auch immer sich mit mir darüber austauschen möchte. Gerne. Bloggen Sie.

  40. Christjann meint:

    Guten Morgen!

    Ich erlaube mir, meinen gestrigen Text, ausgelöst durch Ihren Text und all die Kommentare, hier zu verlinken. Es geht nicht nur um die Menopause, aber auch, und falls Sie oder eine der anderen Bloggerinnen je einen Menopausenblog ins Leben rufen wollen, dann wäre ich zumindest gerne im Archiv damit zu finden ;-)

    Schöne Grüße in die Runde und Ihnen weiterhin frohes Wandern im grünen England,
    Christjann

  41. Christjann meint:

    Wäre nicht schlecht gewesen, den Link mitzuschicken … voilà:

    http://aufildesmots.biz/2016/05/menopause-oder-warum-ich-keinen-sehnsuchtstext-schreiben-kann/

  42. obadoba meint:

    Besten Dank an Frau Kaltmamsell für das Thema und an all die Damen, die hier so offen von ihren Erfahrungen mit der Menopause berichtet haben, die ich alle hochinteressiert gelesen habe.

    Zu mir: Seit 3 Monaten bin ich 50 (kaum zu glauben, wenn ich das so geschrieben sehe) und frage mich, wann die Wechseljahre denn nun anfangen. Keine Kinder. Bislang hat sich nichts geändert, meine ich (ich zeichne mich allerdings nicht durch außergewöhnliche Selbstwahrnehmung aus, fürchte ich). Keine Hitzewallungen, regelmäßige Blutungen so lästig wie eh und je, keine Schlafstörungen, nix. Vielleicht habe ich ja Glück und die Menopause geht vorbei ohne dass ich irgendwas merke. Von den ausbleibenden Blutungen abgesehen, natürlich.

  43. Extramittel meint:

    Auch mir ist das Thema bisher in den sozialen Netzen bisher kaum untergekommen – im realen Leben um so mehr. Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass quasi niemand in meiner Filterblase über 50 ist. Danke, dass ich in den Kommentaren hier auch mal Frauen über 50, 60 und 70 sehen durfte. Es ist ja schön zu wissen, dass einer offenbar nicht mit 60 der Internetzugang gesperrt wird.

  44. eausp meint:

    Mit Anfang 50 kam die Periode unregelmässig, etwas was mir gar nicht gefallen hat, war sie doch bis dahin immer sehr regelmässig.
    Grosse Schwitzattaken, wie ich sie von meiner Mutter kannte, die dann im kältesten Winter das Autofenster runterdrehte, weil ihr heiss war, hatte ich nicht.
    Ok, es wurde mir manchmal warm, aber das war eher angenehm, da mir sonst meistens kalt ist. Ausserdem schwitze ich gerne in der Sauna.
    Allerdings habe ich in dieser Zeit meine Rollkragenpullover in die hinterste Ecke des Schrankes befördert, weil diese mir dann doch zu warm waren. Diesen Winter habe ich sie wieder angezogen.
    Das nächtliche Schwitzen war schon unangenehmer. Nachts schweissgebadet aufwachen, Shirt wechseln und dann nicht wieder einschlafen können.
    Als die Periode ganz aufhörte, war das erst mal auch ein komisches Gefühl, so nach dem Motto, aha das isses jetzt also.
    Das ungewollte Zunehmen stört mich auch ein bisschen, konnte ich doch früher alles essen ohne gross über mein Gewicht nachzudenken. Heute muss ich nur ein üppiges oder spätes Abendessen zu mir nehmen und schon zwickt die Hose am nächsten morgen.

    Meine Frauenärztin hatte mir damals das Buch ‘Feuerzeichenfrau: Ein Bericht über die Wechseljahre’ von Julia Onken empfohlen, aber das hat mir nicht gefallen und ich habe es auch nicht zu Ende gelesen.

  45. AnnJ meint:

    Danke, liebe Frau Kaltmamsell, dass Sie diese Kaskade initiiert haben!
    *arbeitet sich durch alle Kommentare und Blogposts durch …*

    AnnJ

  46. Helena meint:

    Bitte nicht hinnehmen und weiblich unterwürfig dulden. Lesen Sie Alexander Römmlers „Die Wahrheit über Hormone“ (ja,der Titel ist doof, der Inhalt mit das Beste, was zu dem Thema geschrieben wurde. U.a. weil er viele relevante Studien nennt.
    Bitte lesen Sie auch im Brigitte-Forum „Wechseljahre“ hier insbesondere den Thread „40 Jahre und die Periode ist anders“ (auch blöder Name, aber was hier an Userinnen-Wissen und Erfahrung zusammengetragen wurde, ist m.W. einzigartig – und extrem hilfreich. ) Aus Zeitgründen kann ich gerade nicht mehr posten. Bei Fragen mailen Sie mich gerne an.

  47. Britta meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell,

    mein Blog heißt „Tendenz Wechselhaft“. Aus Gründen :0

    Doch, ich schreibe auch darüber, aber nicht nur.

    LG,
    Britta

  48. Margit meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell, bitte-bitte schreiben Sie darüber… Mit meinen 43 Jahren „kämpfe“ ich nun schon ein paar Jahre damit, wobei bei mir die körperlichen Beschwerden gar nicht so schlimm ankommen. Dafür war ich pünktlich 5 Tage vor Beginn der Periode erst ein paar Tage depressiv und weinerlich, dann ne Woche übelst aggressiv. Zum Zeitpunkt des Eisprungs das ganze nochmal, aber etwas abgeschwächt. Jetzt bekomme ich zwar Hormontabletten, die psychischen Beschwerden sind etwas besser, dafür bin ich seither nur noch müde und deshalb sogar eher weniger belastbar. Genug gejammert! Auf jeden Fall bleibt das Gefühl, auf der Welt ganz alleine damit dazustehen. Sobald ich Wechseljahre im Internet suche, taucht immer wieder der Hinweis auf, man solle lernen, die entstehende Energie zu nutzen…Wie das gehen soll, hab ich aber noch nirgends gefunden. Es täte manchmal gut, darüber zu lesen, dass man eben nicht alleine damit ist…
    LG, Margit

  49. Margrit meint:

    @Extramittel: Gesperrt nicht – aber womöglich gedrosselt ;)
    Ich jedenfalls kann dem immer wachsenden Tempo nur noch mit Langsamkeit begegnen. Stelle fest, dass ich oft die letzte Kommentierende bin oder dann doch drauf verzichte, weil der Tross schon wieder weitergezogen ist.

    So kommt mein persönlicher Beitrag zum Thema auch erst heute:

    Alles super spannend gerade hier, danke für die vielen mutigen offenen tollen Erfahrungeberichte und Gedanken.

  50. frau siebensachen meint:

    sehr schön, diese offenheit.
    ich bin – mit 50 – auch eine frau im wechsel und fände ein klimawechselblog sehr gut.

  51. Margrit meint:

    Mist, der Link hat nicht funktioniert, ich probiers noch mal:

    https://officewerkstatt.wordpress.com/2016/05/19/menopause/

  52. philine meint:

    Für die Frauen hier, die unter Menstruationsproblemen gelitten haben und auch noch unter der Menopause leiden und gelitten haben, mein Beileid. Ich hatte einfach Glück. Pille habe ich nie vertragen, immer geheult und mein Busen platzte quasi mit dem Eisprung, fürchterlich, also Jahre hinweg Spirale: immer sehr gut vertragen, bis die Diagnose kam: Zellveränderungen am Muttermund: Pap IV: OP, danach alles gut und in Dr. Mair an der Maiklinik in München einen sehr einfühlsamen und wunderbaren Frauenarzt gehabt. Den davor erwähne ich lieber nicht, der hat mir den Horror in Tüten geweissagt. Seit mehr als knapp 30 Jahren alles wunderbar. Habe keine Kinder, allerdings eine Abtreibung Anfang 20. Mit etwas über 40 begann die Menopause: Stimmungsschwankungen, die ich grässlich fand. Frauenarzttermin und ein Rezept für Femicliman, ein homöopathisches Mittel, (Centrifimuga Wurzel) welches man möglichst immer zur gleichen Uhrzeit einnimmt und prompt nach 6 Wochen Eingewöhnungszeit funktionierte es. Ich war psychisch im Gleichgewicht, nicht High, nicht Down, sondern einfach völlig normal. Die Periode war mal da, ging dann wieder und nach etwa 2 jahren war sie gar nicht mehr da. Habe dann meine gesamten Tampons an meine jüngere Freundin und meine Patentochter verschenkt. Kaum vergingen knappe 2 wochen: Bingo: wieder eine Periode, das war dann die letzte. Hatte natürlich auch Hitzewallungen: nachts: Bettdecke weg, Bettdecke wieder hin. Tagsüber in meinem Laden nicht wirklich witzig, bei Minus Zehn Grad die Ladentüre geöffnet, bis sich mein inneres Klima wieder geregelt hatte. Und eigentlich friere ich sehr leicht und 23° sind für mich nicht wirklich warm, da ziehe ich auch noch gerne einen leichten Pullover an. Ich war froh, als das ganze vorbei war und hatte keine psychischen Probleme und habe das Klimakterium einfach angenommen, als eine Änderung, die unabänderlich ist. Weder habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob ich als Frau jetzt weniger attraktiv bin, geschweige denn ob es an mir, an meinem Selbst etwas ändert. Über die Meinung der Männer habe ich mir nie Fragen gestellt, weil diese Meinung bei mir nicht vorkommt. Meine Grossmutter hat gesagt, daß sie nie Zeit hatte sich über ihre Menopause Gedanken zu machen, weil sie zwei Kinder in der Nachkriegszeit mit einem kriegsbedingt traumatisierten Mann überstehen musste. Das habe ich mir gemerkt und mich daran gehalten. Meiner 5 Jahre jüngeren Schwester geht es ebenso. Auch wenn jetzt vielleicht ein Shitstorm kommt: ich halte jede Überbewertung der Menopause für völligen Quatsch und je gelassener jede Frau damit umgeht, desto besser ist es. Einfach kommen lassen, die Symptome wie Hitzewallungen gelassen hinnehmen und einfach kommen lassen. Thema: Stinken: das ist nicht der eigene Geruch, es ist der Geruch der anderen! Mein Riechorgan hat sich seitdem extrem verändert: ich benutze keine Parfums mehr, benutze nur noch relativ neutrale Seifen, Haarshampoos und reagiere extrem auf Düfte von aussen. Auch dies ändert sich. Wahrscheinlich ändert sich auch – so empfinde ich es – der Eindruck des Eigengeruchs, der gar keiner ist. Benutze seit der Menopause keine Deos mehr, weil ich auch nicht mehr so schwitze, bw. anders schwitze. Ihr habt mein Mitgefühl und jeder reagiert anders.

  53. Margrit meint:

    Jetzt auch „Walli (79) bloggt Wechseljahre“
    https://officewerkstatt.wordpress.com/2016/05/23/walli-79-bloggt-wechseljahre/

  54. Michelle meint:

    Liebe Kaltmamsell!
    Menopausenbloggen? Ja UNBEDINGT. Ich habe bislang nur bei „Michou loves Vintage“ darüber gelesen und neulich war ich eine ganze Woche lang durcheinander und geknickt, als meine Mutter am Telefon plötzlich meinte, ob ich denn mal beim Gynäkologen gewesen wäre bzgl Hormone und so. Ich habe das erst gar nicht kapiert, bis der Groschen fiel. Wir hatten kurz vorher über das Alter einer ehemaligen Nachbarin gerätselt und ich meinte, die müsste so 47 sein, also ca 1 Jahr älter als ich (Ende des Jahres werde ich 47). Da war ich eine ganze Woche lang total durcheinander, denn ich merke NICHTS o.g. Geschwitzt habe ich seit meiner Kindheit ab 22 Grad Celsius und ca 50% Luftfeuchtigkeit, schlafen kann ich auch super, Zyklus wie immer, mies drauf nur mal ein-zwei Tage während PMS. Daher war ich wohl auch wie vor den Kopf geschlagen, weil ich mich – was mich persönlich betrifft – gar nicht mit dem Thema Menopause auseinandersetze. Ausser, man stößt mich mit der Nase drauf. Ob es daran liegt, dass unsere Tochter noch verhältnismäßig jung ist (7) und seit der Einschulung so viel los ist? Ich weiss es nicht. Merkt frau das denn so massiv? Wie genau? Ich komme mir etwas naiv vor, sowas zu fragen, aber evt verdränge ich das auch nur? In besagter Woche machte ich mir jedenfalls viele Gedanken, las viel darüber und erkannte dabei immer noch kaum (schwitzen, ok, wie seit mind 30 Jahren im Sommer, den hab ich noch nie gemocht) Parallelen. Blogs, in denen andere Frauen über Ihre Erfahrungen mit der Menopause berichten, lese ich regelmäßig und gerne.
    Liebe Grüße, Michelle

  55. MonikaZH meint:

    Hier: Wechseljahre in Etappen. Vor ca. 10 Jahren (ich bin jetzt 51) heftige Wallungen, sehr unangenehm. Gewichtszunahme die erste. Periode: schon damals keine mehr dank Mirena (Hormonspirale). Dann fast 10 Jahre Pause der körperlichen Syndrome. Jetzt: heftige Wallungen, noch viel unangenehmer. Der Körper heizt innerhalb Sekunden um gefühlt 10 Grad auf – vielleicht sollte ich mal messen. Inklusive roter Kopf und Schweiss über der Oberlippe und auf der Stirn. Ganz toll, wenn man grad in einem Meeting sitzt. Periode: keine mehr, Mirena entfernt, Hormone sagen: unfruchtbar. Gewichtszunahme die zweite.

    Über psychische Veränderungen kann ich nicht viel berichten, der Zyklus war immer so unregelmässig (ausser zu Pillen-Zeiten) dass da nichts festzustellen war, und heute mache ich solche Schwankungen eher an geschäftlichem oder privatem Geschehen fest als am Körper.

    Der Liebste übrigens, satte 10 Jahre älter als ich, berichtet seit einigen Monaten auch über Hitzewallungen. Und Stimmungsschwankungen. Beides kann ich durchaus bestätigen. Gibt es das Klimakterium des Mannes?

  56. Ella Bella meint:

    Ich bin auch so eine, der immer schon schnell zu warm war. Jetzt, mit 62 Jahren, seit 4 Jahren in der Menopause, merke ich nur einen kleinen Unterschied: Jetzt schwitze ich auch, wenn ich eine Treppe runtergehe.
    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mit sog. Tabuthemen ganz unbefangen umzugehen: ich mache kein Geheimnis aus meinen Hörgeräten -„ich habe früher zuviel Rockfestivals besucht“- und halte auch mit den Wechseljahres-Zipperlein nicht hinter dem Berg – „kannst du dir noch einen Pullover ins Büro mitbringen? Ich möchte die Heizung tiefer drehen“ usw. Es wird – gewöhnlich -gelacht und es ist gut.
    Und nach mehrjährigem Ringen habe ich mich auch mit meinem zusätzlichen Gewicht abgefunden – habe alle zu kleine Kleidung verschenkt und verkauft und weggegeben und trage jetzt zwei Nummern größer. Das allerdings hat mich viele Abnehmversuche und Frust und Verzicht und Ärger gekostet. Von kleineren Rückfällen abgesehen habe ich mich jetzt weitgehend mit meinen Speckröllchen arrangiert.
    Mal sehen, wie es weitergeht mit dem Altern. Ich hätte es früher nie geglaubt: Ich bin eine begeisterte und geliebte Oma. Es ist wunderbar: Ich muss nicht, aber ich darf….

  57. SAB meint:

    Meine Wechseljahre sind bisher nicht sonderlich dramatisch abgelaufen. Dass sich umstellen merke ich seit 8 Jahren, seitdem sich der Perioden-Rhythmus stetig verändert hat. Hitzewallungen hatte ich bisher kaum. Allerdings häuften sich in den letzten Jahren -trotz meiner Sportbegeisterung- schmerzliche Gelenk- und Hüftbeschwerden sowie Sehnenschmerzen, obwohl ich nicht den Eindruck hatte, dass die betreffenden Körperstellen mehr als früher belastet sind. Nach etlichen Recherchen habe ich einen Artikel im Netz gefunden, der diese Beschwerden in Zusammenhang mit der Hormonumstellung bringt. Also kann ich mich freuen, dass dieses später mal wieder besser wird, besser bleibt, denn mom bin ich schmerzfrei (meine Regel hab ich z.Zt. nur etwa alle 100 Tage). Mich ärgert allerdings, dass Gelenk- und Sehnenschmerzen in den Wechseljahresratgebern fast so gut wie nie beschrieben oder erwähnt werden. Auch mein Orthopäde wollte keinen Zusammenhang erkennen. Zu dem gehe ich nicht mehr….

  58. SAB meint:

    P. S. Aus Gründen noch Infos zu meinem Alter: Ich bin mom 54 J. alt, berufstätig, kinderlos.

  59. Chrisby meint:

    Wunderbar, ich bin auch dabei. Ich hatte mir vor einem halben Jahr eine Familienpackung Tampons gekauft – und ab diesem Zeitpunkt war es mit der Periode vorbei. Hätt ich schon mal eher machen sollen ;-), ich hoffe, es bleibt dabei. Hitzewallungen habe ich, aber nicht sehr stark. Ich nehme es eher mit Humor, wenn es mich mal wieder heiß überrollt *wedelz*. Unter Schlafstörungen leide ich sehr, mag aber (noch) keine Medikamente / Hormone nehmen, da es mir ansonsten gut geht. Meine Mutter kam übrigens mit 55, meine Großmutter mit 67 (!) in die Wechseljahre. Da bin ich froh, dass ich jetzt mit 51 schon dran bin.
    Insgesamt fühle ich mich deutlich gelassener. Ich mag mich zwar auseinandersetzen, aber nicht mehr böse streiten. Vielleicht liegt es auch daran, dass die zum Teil extreme Gereiztheit vor der Regel weg ist. An Gewicht habe ich bisher noch nicht zugelegt, bin vom Typ ohnehin eher mollig / geschweift.
    Liebe Frau Kaltmamsell, legen Sie los, ich freu mich drauf.

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