Journal Samstag, 14. Januar 2017 – Schneelauf

Sonntag, 15. Januar 2017 um 8:21

Zu Milchkaffee begann ich den Tag nach Ausschlafen mit ausführlichem Bloggen und Twitterlesen, als der Kaffee leergetrunken war, machte ich mir Tee.

Ich hatte mich auf einen Isarlauf gefreut, noch dazu hatte die Wettervorhersage eine Schneeapokalypse angekündigt – also das, was wir früher Schneien nannten. Vormittags schneite es tatsächlich ein wenig, doch als ich mich auf den Weg machte, hatte es bereits aufgehört. So blieb es auch bis auf ein paar Minuten am Nachtmittag.

Auch über die dünne Schneedecke war ich froh, weil sie die darunter zum Teil gefrorenen Wege griffig machte. Ich rutschte nur einmal aus und fiel auch gleich hin: Über den Weg an der Isar auf Höhe Aumeister war ein Auto gefahren, die Reifen hatten eine glatte Spur hinterlassen (alles gut, wird halt einen blauen Fleck am Knie ergeben).

Ich hatte meine Route über Hofgarten und Englischen Garten gelegt, weil ich gelesen hatte, dass der Monopteros fertigsaniert ist und wieder ganz frei liegt.

Zwei berittenen Polizistinnen begegnet, die sehr fröhlich wirkten, wir lachten einander an.

Straßenbahnfahrt vom Tivoli nach Hause, ordentlich Pokéstops geräumt.

Endlich beendete Menstruation zehn Tage böse Brustschmerzen. Gegen die Unterleibskrämpfe gleich mal Ibu eingeworfen – das praktischerweise die Folgen des Zweistundenlaufs (Achillessehnen, Hüfte) mitversorgte.
(Menopause, mach hinne!)

Amaretti gebacken (ich hatte drei Eiweiß übrig von der Crème brûlée, von der Donnerstagabend ich für gestern die halbe Menge gemacht hatte).

Zum Nachtmahl bereitete Herr Kaltmamsell aus dem Hokaido des Ernteanteils Kürbislasagne nach Don Dahlmann zu.

Abendunterhaltung war eine hervorragende ARD-Doku über das Dark Net: Unvoreingenommen und offen, viel Hintergrund, aufwendig mit vielen Selbstversuchen und Beispielen mit Interviews vor Ort, ohne Polarisierung.

§

Richard Rauch, Katharina Seiser, Die Jahreszeiten Kochschule Winter fertiggelesen. Ich bin unsicher, an wen sich das Konzept des Buchs richtet: Einerseits an Leute, denen man in den Warenkunde-Kapiteln erklären muss, dass Pastinaken echt gut sind und welche Teile vom Rind sich zum Brühekochen eignen. Andererseits an Menschen, die mit Yuzu-Saft und Verjus hantieren, daheim Gerichte mit Schäumen servieren und denen man nicht mehr zeigen muss, wie man Fisch filetiert. Am attraktivsten fand ich die Hefeteigrezepte. An den drei Menüzusammenstellungen möchte ich den Zeitplan loben – inklusive dem Schritt “Umziehen (ab jetzt Küchenkleidung nicht mehr nötig)”. Und das Zitronen-Rahmherz hatte wirklich köstlich geschmeckt.

Als Erstes hatte ich übrigens das Grundrezept Mayonnaise nachgeblättert: Jede andere Methode als die Idiotenmethode hätte das Buch für mich unglaubwürdig gemacht.

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Aus der Süddeutschen:
“München wird immer sicherer – und die Menschen immer ängstlicher”.

Was mich halt immer hilflos macht.

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Journal Samstag, 14. Januar 2017 – Schneelauf“

  1. Joriste meint:

    ah, das Originalrezept Idiotenmayo stammt von deliciousdays – das war mir nicht klar, ich bin seit langem froh über dieses Mayomethode, danke für den Hinweis!

  2. die Kaltmamsell meint:

    Naja, Joriste, da habe ich es her – Nicky bezieht sich auf eine Fernsehsendung mit Tim Mälzer.

  3. joriste meint:

    (äh, wer lesen kann undsoweiter… ich hatte es für mich bei Frau threefivesix verortet)

  4. Thea meint:

    Als die leider viel zu früh verstorbene Elfie Casty Chefredakteurin der Schweizer Zeitschrift “marmite” war, hatte ich dieses Heft abonniert. In einer Ausgabe aus dem Jahr 1995 gab es einen Sonderteil “Mayonnaise”. Seitdem mache ich meine Idiotenmayo nach Frau Casty – also seit mehr als 21 Jahren.

  5. marthe meint:

    Wie gerne würde ich mitjubeln aber oh je, oh je, – kaum einmal gelang mir die Idiotenmayo!
    Tief erschüttern mich regelmäßig solche Berichte, was machte ich bloß falsch?
    Inzwischen habe ich meine Versuchsreihen abgeschlossen zuviel grisseliges Fetteigelbgesmisch hat mich aufgeben lassen. I can`t

  6. philine meint:

    “Meno-Pause mach hinne”: Ich kann Ihnen nur empfehlen. ” Femicliman”, homöopathisch, dauert 6 wochen bis die Wirkung eintritt. Ist gegen die typischen Stimmungsschwankungen, gegen Brustschmerzen etc. p.p. Mir hats geholfen und schaden tut es nicht.

  7. die Kaltmamsell meint:

    Aber Sie wissen doch, philine, dass ich nicht religiös bin und auch diese Hokuspokusindustrie nicht unterstütze. Und auch wenn ich weiß, dass Sie es gut meinen: Woraus schließen Sie, dass es bei Ihnen die Zuckerkügelchen waren und nicht das Fortschreiten des Klimakteriums oder sonstige Hormonschwankungen? (Oder ein Kirchenbesuch?)

    Ein höchst interessanter Hinweis, Thea!

    Vielleicht, marthe, müssten Sie die Methode mal unter Aufsicht von jemandem einsetzen, dem sie immer gelingt?

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