Archiv für Dezember 2017

Journal Dienstag, 26. Dezember 2017 – Familiengruppenfoto

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Gestern Weihnachtsessen bei der Schwiegerfamilie in Augsburg, mit allen.

Auf dem Weg zum Bahnhof wieder herrlichste Sonne, die unter anderem die alte medizinische Lesehalle beschien.

Köstliches Weihnachtsessen 2: Tomatensuppe mit Griessternen (weihnachtlich ausgestochener Griesnockerlteig), Rehfilet mit Blaukraut, Rosenkohl, Spätzle, Maronen, und zum Nachtisch Rotweincreme. Wenig später gefolgt von Plätzchen.

Herr Schwieger drängte zu einem Gruppenfoto – ausgezeichnete Idee, sollte man viel öfter und systematisch tun; das sind die Fotos, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, die man (auch ich) aber in der Fülle der heute üblichen Schnappschüsse vergisst.

Erkältung: Über den Tag Genesungsgefühle, auch wenn der Rachen weiterhin entzündet schmerzte und das Atmen mit den entzündeten Bronchien manchmal schwer fiel.

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Glumms Liebeserklärung an Menschen und Sprache in Solingen (mit vielen schönen Wörtern):
„Die wahren Helden wohnen um die Ecke“.

Journal Montag, 25. Dezember 2017 – Kränkliche Weihnacht

Dienstag, 26. Dezember 2017

Bessere Nacht, aber Stagnation bei Krankheit, Schmerzen, Rotz. In Weihnachtssonne zum Bahnhof spaziert: Meine Eltern hatten die Herrschaften Schwiegers und uns zu Gans eingeladen.

Wie erwartet fuhren wir von wolkenloser Sonne in den Hochnebel, Ingolstadt hat schließlich einen Ruf zu verteidigen. Auf dem Viertelstündchen Fußweg zu meinen Eltern war mir dann so fröstlig und elend, das ich bereits Bettlägerigkeit im Elternhaus als Option für den Tag ins Auge fasste.

Es ging natürlich doch, ich saß aufrecht an der Weihnachtstafel, ließ mich mit Steinpilzsuppe, Gans, Knödel, Bayrisch Creme und wenig später Plätzchen verwöhnen. Doch um die Nasenspray-Rest aus der elterlichen Hausapotheke war ich sehr froh, ich hätte sonst in München eine Notapotheke aufsuchen müssen (Tipp: nicht am Sonntagmorgen vor drei Feiertagen mit der intensivsten Phase einer Erkältung loslegen).

Auch das Ingolstädter Wetter entschloss sich im Verlauf des Nachmittags zu Sonne, auf der Terrasse turnten wieder dicke Stieglitze ums Vogelhäuschen.

Gemütliche Zugfahrt nach Hause, wo ich Rotweincreme zubereitete und eine Kinder-Variante mit Traubensaft ausprobierte – den 2. Weihnachtsfeiertag verbringen wir zu zehnt in Augsburg, und Frau Schwieger hat sich zumindest den Dessertgang entreißen lassen.

Journal Sonntag, 24. Dezember 2017 – Sonnige Weihnacht

Montag, 25. Dezember 2017

Nach übler Nacht doch noch ausgeschlafen. Erst hatte ich nicht einschlafen können (sehr rar bei mir) und dann stundenlang mit Nebenhöhlen- und Bronchienschmerzen gekämpft.

Geschwächt fühlte ich mich am nächsten Morgen zwar nicht (siehe Rossnatur), aber sogar ich sah ein, dass die Laufrunde, auf die ich mich so gefreut hatte, keine gute Idee gewesen wäre. Statt dessen rotzte ich halt am Laptop vor mich hin, wusch die Kopfkissen des Haushalts, bereitete Champignonsalat und Sößchen fürs abendliche Fondue zu. Draußen strahlendes Sonnenwetter.

Den Christkindlsuch-Spaziergang (ich bin die einzige in der Familie, die diesen mütterlichen Brauch meiner Kindheit noch pflegt) hatten wir so geplant, das wir zum Weihnachtsliederblasen am Alten Südfriedhof vorbeikommen würden: Am Brunnen hinter dem Stephanskirchlein standen drei Blechbläser und spielten Getragenes. So viele Menschen hatte ich dabei noch nie gesehen, der Termin scheint sich herumzusprechen – als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal zufällig daran vorbei gekommen war, hörten gerade mal eine Hand voll Menschen zu. Die Stimmung war wundervoll: Aneinander gekuschelte Paare, andächtigte Kinder, es wurde mitgesungen.

Nach ein paar Liedern spazierten wir weiter. Neben Eichhörnchen (ich hatte schon wieder Erdnüsse vergessen) sahen wir auf dem Friedhofgelände Schwanzmeisen – wir waren beide durch ihren Ruf aufmerksam geworden, der nicht in die gewohnte Vogelkulisse der Umgebung passte.

Zurück zu Hause machten wir uns gemütlich an die Abendvorbereitungen. Weihnachtsdeko fiel wieder aus, doch meine Fotokanäle instagram, Twitter und Facebook waren so voll Glitzer und Prunk, dass das ausreichte.

Wir starteten den Heiligen Abend mit hervorragenden Eggnoggs.

Und verbrachten die nächsten Stunden über Fondue (verdeckt vom Öltopf: der Teller mit Putenfleisch). Diesmal experimentierten wir mit Tofu und Auberginen: Tofu kann man gut machen, wird leicht knusprig. Die Auberginen waren der Knaller, sie wurde außen knusprig, innen cremig.

Es folgten Telefonate quer durch die Familie mit Geschenkefeedback. Besonders hatte ich mich über meine Idee gefreut, den Nifften Turnbeutel der Raubdruckerin zu schenken, mit Drucken von Madrider Kanaldeckeln – und zu meiner noch größeren Freude ging sie auf: Neffe 1 hatte kürzlich von dem Projekt gehört und konnte Hintergrundinfos liefern. Und wenn ich sehe, dass mittlerweile fast alle ihre Produkte ausverkauft sind (es gibt halt von jedem Motiv nur so viel, wie sie vor Ort drucken konnte), freue ich mich um so mehr, dass ich im November bei Entdeckung des Projekts sofort bestellt hatte.

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Dass „Baby it’s cold outside“ in letzter Zeit wieder in Mode gekommen war, hatte ich lediglich durch Kommentare über diesen Umstand mitbekommen. Und durch den Hinweis auf eine neue Version, die den creepy-Anteil löscht:

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https://youtu.be/amK4U4pCTB8

via @katiaberlin

Wobei meine Lieblingsversion von Heinz Erhardt eh schon deutlich weniger creepy ist als das Original.

Journal Samstag, 23. Dezember 2017 – Bazillenattacke

Sonntag, 24. Dezember 2017

Um halb sieben aufgewacht. Bis es über meinem Morgenkaffee langsam hell wurde, vergingen noch anderthalb Stunden.

Im heimischen Wohnzimmer sportelte ich mit Fitnessblender eine Runde Rumpfkräftigung, kam ordentlich ins Schwitzen.

Am späten Vormittag eine kleine Einkaufsrunde: Auf den Einkaufsstraßen der Münchner Innenstadt war es an diesem letzten Einkaufstag vor Heilig Abend ruhiger als an manch vorhergehendem Adventsamstag, später las ich auf Twitter von anderen deutschen Innenstädten Ähnliches – waren die Menschen gar zur Vernunft gekommen?

Unter anderem kaufte ich ein Kopfkissen: Am Vortag hatte ich beim Bettenüberziehen festgestellt, dass das Kissen des Herrn Kaltmamsell mittlerweile ein fleckiger, klumpiger Fetzen war – und da hatte ich mich erinnert, dass ich ihm am Anfang unserer Zweisamkeit ein paar Mal zwar nichts zu Weihnachten (die Geschenklosigkeit zu diesem Anlass hat sich von Anfang an ergeben), aber hin und wieder etwas für Weihnachten geschenkt hatte, zum Beispiel ein schönes Hemd für Heilig Abend. Und so ließ ich mir beim Betten Ried bezaubernd und fachkundig zu einem Federkopfkissen mit Daunenanteil raten, das man dort auch reinigen lasssen kann. Ich habe ja schwer was übrig für alteingesessene Geschäfte mit Fachpersonal, das da seit Jahrzehnten arbeitet. Plötzlich fiel mir ein, wie wichtig meiner polnischen Oma Qualität beim Bettzeug gewesen war, sie konnte ausführlich über die Wahl ihres Federbetts und ihrer Kissen referieren. Ähnlich hohe Ansprüche stellte sie nur an Schuhe; sie war meine ganze Kindheit durch für den Kauf der wirklich guten Schuhe für mich zuständig, machte auch in hohem Alter bei ihren eigenen trotz geringem Einkommen keine Abstriche bei Eleganz und Qualität.

Zurüch zu Hause merkte ich über den Nachmittag und Abend, wie dann doch der Atemwegsinfekt Land gewann, die grün vollgerotzten Taschentücher um mich herum ließen keinen Zweifel. Schon wieder? Was soll denn das? Wir hatten doch ausgemacht, dass ich die mit der Rossnatur bin? (Na gut, bin ich ja weiterhin, solange mich der Infekt nicht ins Bett wirft.)

Ich bügelte den Hügel Wäsche der letzten Wochen weg – die eine gute Seite, die ich dem Winter zuzugestehen bereit bin: Wenig Bügelwäsche. Das dauerte exakt so lange wie der Wrint-Podcast, in dem Andrea Diener über ihre Reisen des vergangenen Jahres erzählte.
„Frau Diener verreist nach Marokko (und andere Katastrophen)“.

Abends ergriff ich die Gelegenheit im Fernsehen, Die Eiskönigin – Völlig unverfroren anzusehen (Ohrfeigen für die Titelübersetzung), das einige kleine Mädchen in meiner Verwandtschaft nachhaltig geprägt hat. Ich muss irgendwie herausbekommen warum: Das ist der möglicherweise handlungsärmste Disney jemals, und das auch noch mit der lieblosesten Charakterzeichnung.

§

Was bis heute im heterosexuellen Teil unserer Gesellschaft als Abwehr gegen ungewollte Anmache zu gelten scheint: Der Hinweis, man habe einen Freund hat oder sei gar verheiratet. Das wäre mir schon mit 15 nicht eingefallen und tut es seither nie. Ich habe nachgedacht, warum das so ist. Meine Rationalisierung eines rein affektiven Impulses: Dieses Argument lässt sich darauf ein, dass Frauen in einer Partnerschaft Besitz eines Mannes sind. Dass der ungenehme Anmacher wahrscheinlich die Abfuhr einer Frau nicht respektieren wird, sich aber vor dem Übergriff auf den Besitz eines anderen Mannes hütet, wegen Ehrverletzung. Nichts daran akzeptiere ich.

Journal Freitag, 22. Dezember 2017 – Heimkehr ins Café Puck

Samstag, 23. Dezember 2017

An sich bilde ich mir ein, offen für Veränderungen zu sein (traue mir da aber nicht ganz). Solange ein paar Anker bleiben. Neue Arbeitsprozesse, neue Software, neue Technik, neue Kollegin – nur her damit, schau mer mal. Selbst das Schließen meines vertrauten Sportstudios schmerzt mich zwar, weckt aber auch Neugier auf Neues.

Der Gang durch manche heutige Gegend der Münchner Innenstadt hingegen wird schon arg von ihrer Vergangenheit beherrscht: Da war mal ein typisches Bombenlochfüller-Haus, hier die Rodenstock-Fabrik, da die Paulanerbrauerei, hier mein Lieblingslokal Marietta, dort ein Lieblingsfrühstückscafé Forum. Als ich also vor über einem Jahr vor dem verschlossenen Café Puck stand, fürchtete ich sehr, dass dieser Anker meines Münchnerinnentums durch die zweihunderteinundvierzigste Burgerbraterei in der Maxvorstadt ersetzt würde. Chefkorrespondent @SammyKuffour postete treu immer wieder Fotos von der Baustelle, die sich zog und zog – doch zumindest klar machte, dass das Café Puck das Café Puck bleiben sollte.

Wie konsequent das umgesetzt wurde, lernte ich gestern. Mein regelmäßiger Blick auf die Website des Cafés hatte ergeben, dass es tatsächlich endlich seit kurzer Zeit wieder in Betrieb ist. Seither stand mein Plan für den ersten Weihnachtsferientag: Schwimmen im Olympiabad mit anschließendem Frühstück im Café Puck – praktisch idealtypischer Ferientag.

Vieles deutet darauf hin, dass man alles herausgerissen, die Räume und das Mobiliar renoviert und dann alles wieder genau so eingebaut hat. Die Theke ist jetzt anders, aber ansonsten saß, guckte, aß und trank ich wie vorher.

Auch die Speisenkarte samt Preisen wurden exakt wie vorher neu gefertigt. Nur das Personal war anders (es wird übrigens noch Personal gesucht – ich nehme an, das ist auch der Grund, warum derzeit abends nicht geöffnet ist).

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Veränderungen allerdings beim Schwimmen im Olympiabad. Ich hatte mich schon lange darauf gefreut, die vergangenen Tage aber gebangt, ob es klappen würde (Bronchienrasseln, Zyklus): Gestern dann große Freude darüber, dass es ging; als Kompromiss mit dem bisschen Husten nicht geradelt, sondern ein Tagesticket für die Öffis gekauft (es war eh regnerisch).

Als ich im Badeanzug nach dem Duschen in die Schwimmhalle gehen wollte, führten mich die Pfeile aber schon wieder in eine andere Richtung als bei den vergangenen Malen (Sie erinnern sich: Das Olympiabad wird seit vergangenem Jahr bei laufendem Betrieb renoviert). Ziel der Pfeile war nicht etwa die große Halle, sondern das Trainingsbecken. Davon hatte ich schon mehrfach gehört, es war ursprünglich zum Aufwärmen der Olympiaschwimmer und -schwimmerinnen von 1972 gedacht, aber bislang nur vage vermutet, wo es liegen könnte. Nun gut: Auch hier 50-Meter-Bahnen, allerdings fensterlos. Ich schwamm leicht und selbstvergessen meine 3.000 Meter, rumpelte nur mehrfach schmerzhaft an den Arm eines Waagrecht-Kraulers auf der Nachbarbahn.

Nach einer Trambahnfahrt saß ich selig im Puck – ich bin so froh und dankbar, dass mein Körper mich Sport treiben lässt. Und alles essen lässt, was ich möchte. Guter Körper, weiter so.

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Nachmittags Lebensmitteleinkäufe für bis Dienstag. Ich war auf schlimme Zustände gefasst, doch im Basitsch an der Müllerstraße ging es ruhig zu. Meine Einkaufsliste war so lang, dass ich zwei von diesen gelben Körben an das Fahrgestell hängte und füllte. An der Kasse ein bizarres Erlebnis: Ich hatte gerade mal meine vier Liter Milch aufs Förderband gelegt, als der Herr hinter mir ein Trennklötzchen dahinter setzte und begann, seine Einkäufe aufs Förderband zu legen – es blieb kein Platz mehr für den restlichen Inhalt meiner beiden Einkaufskörbe. Da mir leider für solche Situationen die Geistesgegenwart von Novemberregen fehlt, wurde ich hektisch und schob und stellte stumm lediglich seine Einkäufe ständig weiter nach hinten, um meine auf dem Band unterzubringen. Er blieb komplett ungerührt.

Über den Tag vier Maschinen Wäsche gewaschen / aufgehängt / getrocknet / abgehängt.

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Die YouTuber und YouTuberinnen Datteltäter („Das islamische EmpÖrium“) habe ich ja auf einer Bühne der re:publica kennengelernt – und sofort gemocht.

Von ihnen gibt es interessante ernsthafte Einblicke:

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https://youtu.be/4CUnv1g40H0

via @ankegroener

Aber auch herrliche Brüller:

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https://youtu.be/gDlwEJzT2pQ

Journal Donnerstag, 21. Dezember 2017 – Arbeitsschluss 2017

Freitag, 22. Dezember 2017

Morgens Check beim Arzt. Die akute Beschwerde war zwar in der Zeit seit Teminvereinbarung vor vier Wochen von selbst verschwunden (davor hatte sie mehrere Wochen angehalten), doch da chronische Grunddisposition ließ ich trotzdem checken (wieder nichts Lebensbeeinflussendes).

Nachricht, dass wir zu Weihnachten liebe Übernachtungsgäste bekommen.

Der letzte offizielle Arbeitstag vor Weihnachten ist immer seltsam, dieser ging sogar. Ich war brav nicht die letzte, als ich noch bei letztem Tageslicht Schluss machte für dieses Jahr.

Da ich im strömenden Regen direkt heim ging, war ich dort schon um fünf. Von erfahrenen Feierabendlerinnen hatte ich den Tipp bekommen, die Stunden bis zum Abendbrot mit Lesen auf dem Sofa zu verbringen – doch so ein Sofa haben wir nicht. Ich las Der Besuch des Leibarztes im Sessel aus, doch in Sachen Sofa muss etwas geschehen.

Zum Nachtmahl Lauch-Kartoffel-Suppe sowie Feldsalat mit Kürbiskernöl und Kresse, alles aus Ernteanteil.

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Michael Seemann hat zusammen mit Michael Kreil (DataScience&Stories des Tagesspiegels) systematisch untersucht, wie sich Fake News verbreiten und welche Auswirkungen sie haben. Michaels Ansatz ist dabei die Dynamik „digitaler Stämme“. Vorgehen und Ergebnisse sind sehr spannend und verschafften mir neue Einblicke:
„Digitaler Tribalismus und Fake News“.

(Jetzt auch auf Englisch.)

Ein sehr gewinnbringender Forschungsansatz. Meta-meta-Ebene: Ich bin bereit, mspros Ausführungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken als anderen, weil sie meine Intuition (und Erfahrung als Berufskommunikatorin) bestätigt: Meinungen und noch mehr Grundhaltungen sind durch Fakten und Aufklärung nur zu geringem Teil beeinflussbar.

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„Portrait of a Marriage: Julia Child Captured in Paul Child’s Shimmering Photographs“.

Bezaubernde Buchvorstellung. Besonders gefiel mir, wie Paul Child den Anfang dieser Liebe beschreibt: “It wasn’t like lightning striking the barn on fire. I just began to think, my God, this is a hell of a nice woman.” Klingt für mich nach idealer Basis für eine Partnerschaft.

Journal Mittwoch, 20. Dezember 2017 – Meine Pistazienepiphanie

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Nach unruhiger Nacht (in meinen Atemwegen will sich ein Infekt breit machen) viel zu früh aufgewacht.

In der Arbeit wurde es zwar ruhiger, doch da ich mit einer Sache erst durch einen Anruf kurz vor geplantem Feierabend weiterkam, wurde es doch wieder spät.

Auf dem Heimweg Einkauf beim Gemüsetandler, die Tandlerin schenkte mir an der Kasse eine Hand voll von den eben eingetroffenen Pistazien aus Antep. Ich hatte nicht nur von einer Seite gehört, dass die in einer völlig anderen Geschmacksliga spielen, vor allem von Menschen mit türkischer Familie, und hatte das ein wenig in die Schwärmerei von Spaniern für die Produkte ihres Landes eingeordnet (die ich bislang noch nie nachvollziehen konnte). Hier aber: Hammer, diese Pistazien schmecken so großartig, dass ich hiermit tatsächlich für die herkömmlichen verdorben bin (kennt jemand eine verlässliche Quelle?).

Zum Abendbrot machte ich Ofengemüse mit Feta – komplett unsaisonal, aber sehr köstlich und genau das Richtige. Herr Kaltmamsell hatte bei Maelu (die mit den Törtchen in der Theatinerstraße) Pralinen gekauft, die er zum Nachtisch servierte: Oh ja, sehr gut.

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Bei Twitter kann man sich zeigen lassen, was alles an Informationen über eine selbst abgelegt ist (Profile – Settings and Privacy – Your Twitter Data) – das ist wie Kartenlegen lassen! Zum Beispiel:

Und dann der Spaß „interests“:

Überrascht bin ich lediglich von „Metal“, alles andere kann ich mir durch meine Timeline erklären.

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„Aktivisten packen Autos in Plastikfolie
In Stuttgart haben Radfahrer mit einer weihnachtlichen Protestaktion auf falsch geparkte Autos aufmerksam gemacht.“

Gnihihi – sollte jemand das in München wiederholen wollen und noch eine helfende Hand suchen: Bin dabei (und weiß sofort ein paar Einsatzstellen).

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Zu den sehnsüchtigen Plänen für die Weihnachtsferien gehört auch ein Besuch im Tierpark Hellabrunn. Der unter anderem eine ausgesprochen charmante Facebook-Seite hat. Dieses Jahr gab es einen Adventskalender mit GoPro-Aufnahmen aus verschiedenen Gehegen – allein schon die sehr unterschiedlichen Reaktionen der Viecherl auf die Kamera ist interessant. Gelernt habe ich daraus unter anderem, dass sich Rote Varis strecken und recken, wenn man sie am Bauch krault.

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Sexismus und sexuelle Übergriffe. Nein, nicht Augen rollen. Bitte all diese Selbstberichte lesen, um zu begreifen und dann nicht zu vergessen, dass Mädchen so aufwachsen, dass das im Hinterkopf der meisten Frauen sitzt. Sie zweifeln, weil Sie sich das gar nicht vorstellen können? Umso mehr sollten Sie jeden dieser Selbstberichte lesen, um Ihre Vorstellungskraft zu trainieren. Zum Beispiel die wütenden Geschichten von Katia Kelm (Everybody has a voice):
„mein kleiner beitrag zu #metoo“.

ich lehnte höflich dankend ab, tat, als wäre es das normalste von der welt und eigentlich ein super angebot.

So ist das nämlich, wenn einem dann mal wirklich sowas passiert: Die wenigsten wehren sich, die meisten wollen einfach nur aus dieser Situation raus.

Och, und wenn wir schon dabei sind: Ein Cartoon.
„Mansplaining, Explained“.

Credibility is a basic survival tool.


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