Journal Dienstag, 26. Juni 2018 – Verliebt in einen Obststand

Mittwoch, 27. Juni 2018 um 5:38

Als gestern der Wecker früh genug für Sport klingelte, sprang ich vorfreudig auf: Es war im Gegensatz zu Montagmorgen der richtige Zeitpunkt. Und so hatte ich beim Strampeln auf dem Crosstrainer zu lustiger Musik auch so viel Spaß, dass ich gleich eine weitere solche Einheit für die Woche vorsah.

In die Arbeit ging ich unter strahlend blauem Himmel, aber mit kühlen Temperaturen – die mich keineswegs an tropfendem Nachschwitzen hinderten.

Der Tag wurde gemischtwolkig. Nach Feierabend ging ich über die südliche Seite des Bavariaparks zur Theresienwiese und schlenderte besonders langsam darüber, genoss die Weite und den angenehmen milden Wind.

Ich ging wieder am Obststandl vorbei, der mir am Freitag zuvor sehr gutes Obst verkauft hatte. Diesmal Instantverliebung in den Standler: Ich hatte um ein Kilo von den Pfirsichen im Sonderangebot gebeten. Sie waren sichtlich nicht mehr frisch, aber ich hoffte auf Süße und sie würden schon schnell wegkommen. Erst suchte Herr Obst mir sorgfältig die besten davon heraus, doch nachdem ich bereits ein Kilo Aprikosen und ein Kilo Tomaten geordert hatte, erklärte er, dass er mir statt der Pfirsiche Nektarinen geben würde: Die Pfirsiche seien weich und nicht mal saftig, die Nektarinen viel besser. Einverstanden, vom Fachmann lasse ich mich gerne dirigieren. Dann bat er mich, die italienischen Trauben zu probieren: trotz Vorsaison köstlich, ich kaufte Herrn Obst eine große Traube ab.

Zum Abendessen gab’s Wurst, Käse, Brot, Radiserln, Tomaten etc.

Das das frisch gekaufte Obst im Korb schon wieder dicht von kleinen Fliegen umschwirrt war, mischte ich die Fruchtfliegenfalle von Cucina Casalinga.

Ergebnis nach einer Stunde (danke für die kürzliche Erinnerung!).

Wieder machte ich mich früh bettfertig: Ich hatte es am Montagabend sehr genossen, fast eine Stunde am Stück in Grafs Das Leben meiner Mutter zu lesen und wiederholte das.

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Gestern kennengelernt: Das Konzept „Informationsethik“. Es ging um Bibliotheken uns dabei um die Wahl von Dr. Arne Upmeier, stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek Ilmenau, zum neuen Ethikbeauftragten des Deutschen Bibliotheksverbands.

Nach seiner Wahl betonte Dr. Arne Upmeier die Bedeutung, die er seinem neuen Amt als Ethikbeauftragter beimisst: „Bibliotheken sind mit ihrer neutralen und überparteilichen Bestandsauswahl das beste Bollwerk gegen ‚Fake News‘ und einseitigem Meinungsmachen. Dieser Aufgabe immer gerecht zu werden, ist im Einzelfall aber gar nicht so leicht. Typische Fragen im Bibliotheksalltag sind: Wie ist mit extremistischen Schriften umzugehen, egal ob von rechts oder links? Was geschieht mit Büchern wie der Dissertationsschrift von Theodor zu Guttenberg: Sollten sie als historisches Dokument im Bestand bleiben oder als Plagiat vernichtet werden? Wie viel Einfluss darf ein gewählter Bürgermeister auf die Medienauswahl in ‚seiner‘ Bibliothek haben?“

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Nur zur Sicherheit: #notallBayern
Robert Habeck, Grüner Politiker, Umweltminister und stellv. Ministerpräsident in Schleswig Holstein, schreibt darüber in seinem Blog:
„Welche Farbe hat weiß-blau?“

via @claudine

Ob meine Angst vor der Wahl des Bayerischen Landtags im Oktober noch sinken wird? (Klar habe ich mich wieder als Wahlhelferin gemeldet.)

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Babysteps: Deutschland erste queere Briefmarke ist Dr. Magnus Hirschfeld gewidmet, zum 150. Geburtstag des Arztes, Sexualwissenschaftlers und Mitbegründers der ersten Homosexuellen-Bewegung.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Dienstag, 26. Juni 2018 – Verliebt in einen Obststand“

  1. lihabiboun meint:

    Verehrte Kaltmamsell, darf ich fragen, was das für ein tolles Standl ist? Also, wo er diese Woche steht (die alternieren ja). DANKE – auch für den Fruchtfliegentip!

  2. die Kaltmamsell meint:

    Ich habe das ja immer noch nicht durchschaut, lihabiboun: Manche Standln wechseln durch (haben meist ein sehr begrenztes, saisonales Sortiment), manche scheinen feste Plätze zu haben (mit deutlich größerem Sortiment, darunter auch Gemüse) – der berühmteste von letzteren ist wohl der Stand an der Uni, 2013 Gegenstand der Mutter aller Imagefilme.

    Ich glaube, meine neue Liebe ist ebenfalls ein fester: Bei der Sparkasse Lindwurm- Ecke Kapuzinerstraße.

  3. marie.sophie meint:

    Herr Obst!!!
    Magnus Hirschfeld liegt so nah an meinem Herzen. Was für ein beherzter Aufklärung. Die Lücke, die die Zerstörung seines Institutes für die Sexualwissenschaft bedeutet, ist eine der vielen Kapitel, die eben auch Teil der nationalsozialistischen Programmatik waren.


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