Journal Dienstag, 6. November 2018 – Mittägliches Radlvergnügen

Mittwoch, 7. November 2018 um 6:42

Früher Wecker, um vor der Arbeit noch Sport zu treiben. Stellte sich als viel zu früh heraus, der Wecker riss mich aus Tiefschlaf. Aber wo ich schon mal stand…

Krafttraining zu heller werdendem Himmel und aufgehender Sonne bei gekippten Fenstern – anstrengend, aber schön. In die Arbeit nahm ich das Rad, weil ich in der Mittagspause bei meiner Hausärztin ein Rezept abholen wollte. Das tat ich dann auch, der kleine Radausflug in warmer Sonne war herrlich. Als ich aus dem Altbau, in dem die Praxis der Ärztin liegt, hinaus auf die Straße trat, war die Luft draußen wärmer als drinnen.

Nach Feierabend auf dem Heimweg kurze Einkaufstopps (Apotheke, Obst im Biosupermarkt), Radeln wieder ein Genuss. Daheim wartete ein Brief von Oberbürgermeister Dieter Reiter und Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle auf mich: Eine Erklärung und Entschuldigung für die Komplikationen beim Wahlhilfeeinsatz.
– Die Wahlbeteiligung sei unerwartet hoch gewesen (10 Prozentpunkte über der Landtagswahl davor), dadurch habe sich das Wählen bis in die eigentliche Auszählzeit verschoben.
– Für die Auszählung der vielen Briefwahlunterlagen habe nicht wie sonst die Messe genutzt werden können, Schulturnhallen hätten herangezogen werden müssen. (Das war mir neu, das muss wirklich sehr umständlich gewesen sein.)
– IT-Probleme mit dem zentralen Server, der über die Eingabe an den Wahlkoffern die Auszählungsergebnisse zusammenfasste, hätten zu langen Wartezeiten geführt und zur Überlastung der IT-Hotline.
Der Brief schloss mit der Versicherung, dass das System verbessert wird.
Eine sehr professionelle und anständige Geste, finde ich.

Abendessen: Restlicher Kürbis und restliche Kartoffeln des Ernteanteils aus dem Ofen mit Käse und Butter, Süßigkeiten.

4. Tag der #Buchchallenge (7 Tage, 7 Cover, 7 Namen, keine Begründungen): Zadie Smith, White Teeth.

§

David Hugendick schreibt in der Zeit über den Autor von tausenden John-Sinclair-Groschenromanen, Helmut Rellergerd:
„Dämonendauerdienst“.

via @Cynx

64 Seiten in der Woche sind 256 Seiten im Monat sind 3.072 Seiten im Jahr. Sinclair, Sohn des Lichts mit dem ausgeglichenen Gemüt. Er erinnert ein wenig an James Bond und ein wenig an den Kontaktpolizisten, den man jederzeit anrufen kann. Sinclair hat Liebeskummer, Sinclair auch mal einen Kater. Der Oberinspektor ist immer zur Stelle, wenn sich ein sachgrundlos mordender Todesfürst ausgerechnet in eine Wohnzimmerstanduhr verirrt hat oder Killerpuppen das Urlaubshotel stürmen. Wenn der städtische Vergnügungspark leider über einem Tor zur Verdammnis errichtet worden ist und forthin Kapuzenskelette in der Achterbahn sitzen.

Wie er auf all das komme, kann man Rellergerd natürlich fragen. Er sagt: „Ach, das fällt mir eben ein.“ Das sei halt sein Beruf. Beamter der Fantasie. Nach dem Zombie ist vor dem Dämonenzwerg.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu “Journal Dienstag, 6. November 2018 – Mittägliches Radlvergnügen”

  1. Chris Kurbjuhn meint:

    Vielen Dank für den Hinweis auf den Artikel über Rellergerd. Wegen dem Mann wäre ich beinahe mal im Zug vor Lachen erstickt. Ich hatte mir in der Bahnhofsbuchhandlung einen Sinclair gegriffen, irgendwas mit Maskenmördern, die in Venedig ihr Unwesen trieben. Als der Markusplatz ins Spiel kam, beschrieb Rellergerd den in fünf, sechs vermutlich aus einem Reiseführer abgeschriebenen Sätzen und leitete dann mit „Aber auch die anderen Gebäude waren nicht von Pappe.“ zur Handlung über. Ein Gigant!

  2. Norman meint:

    Laut gelacht bei: „plötzlich ein paar Untote mehr im Bild“. Dank für den Sinclair!

  3. Nina meint:

    Fun fact: Thomas Böhle war unser Nachbar als ich ein Kind war. Ich habe viel Zeit mit seinen Kindern bei uns im Viertel auf der Straße verbracht. Immer noch lustig, von ihm in den Medien mitzukriegen.

  4. Herr Kaltmamsell meint:

    Auch von mir vielen Dank für die Erinnerungen an John Sinclair. Den habe ich – anders als Perry Rhodan – mit ein bisschen schlechtem Gewissen gelesen, aber doch eine ganze Weile.

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