Archiv für April 2019

1000 Fragen 781-800

Mittwoch, 24. April 2019

781. Welche Figur aus einem Roman würdest du gern verkörpern?
Pipi Langstrumpf, immer noch.

782. Bist du ein unternehmungslustiger Typ?
Ich fühle mich nicht so, weil ich doch einfach nur meine Ruhe haben will. Wirke aber wohl oft von außen so.

783. Kommst du immer zu früh, zu spät oder genau rechtzeitig?
Genau rechtzeitig mit Tendenz zu zu früh.

784. Wie sorgst du für Struktur in deinem Kopf?
Für was?!

785. Bist du schon einmal irgendwo gewesen, wo du nur Sand und Wasser um dich herum gesehen hast?
Auf einer Sandbank mitten im Ozean? Nein, zum Glück nicht. (Jetzt ziehen alle Einsame-Insel-Cartoons von Mordillo an meinem inneren Auge vorbei. Wobei selbst die ja mit einer Palme versehen sind. Muss mal bei meinen Eltern nach dem großen Sammelband gucken.)

786. Auf welchen Platz setzt du dich in der Achterbahn?
Ich kann mich nicht erinnern, das ist so lange her. Heute würde ich mich tendenziell weit vorne setzen – und es möglicherweise bereuen.

787. Machst du eine andere Person schnell auf ihre Fehler aufmerksam?
Wenn sie sich oder andere damit in Gefahr bringt: Ja. Sonst: Nein.

788. Welche Rolle hast du in deiner Freundesgruppe?
Habe ich eine Freundesgruppe? Ich glaube nicht. So wie vor den wenigen Jahren, als ich während des Studiums Teil einer Freundesgruppe war, habe ich hauptsächlich unverbundene Freundinnen und Freunde.

789. Was ist das Exotischste, das du jemals gegessen hast?
Krokodilfleisch.

790. Liest du Horoskope?
Nein.

791. Was ist der seltsamste Ort, an dem du jemals aufgewacht bist?
Der Boden des Badezimmers, in das ich vor einer schnarchenden Zimmergenossin geflohen war.

792. Würdest du es gut finden, wenn etwas nach dir benannt würde?
Nein. Aber ich fände eine Plakette an der ehemaligen Lieblklinik nett, in der ich geboren wurde.

793. Was machst du, wenn du nicht schlafen kannst?
Auf Schlaf warten, aufstehen und lesen, wieder auf Schlaf warten.

794. Kannst du auch mit Leuten befreundet sein, die vollkommen anders denken als wir?
Ich will nicht nörgelig sein, aber dazu müsste ich wirklich erst mal wissen, wer „wir“ ist.

795. Wie lange könntest du auf einer einsamen Insel überleben?
Kommt sehr auf Klima und Lage an (nördlich von Schottland? südlicher Pazifik?), die geologische Ausstattung (Pflanzen? Tiere? Süßwasser?), die Begleitung (bin ich der einzige Mensch?). Wenn die Frage darauf abzielt, wie viele Überlebenstechniken ich kann (das nächste Mal bitte nach Überleben in der Zombie-Apokalypse fragen): Praktisch keine.

796. Wie oft googelst du den (die) Namen deiner Jugendliebe(n)?
Ca. einmal im Jahr.

797. Welches Unterrichtsfach in der Schule war für dich schrecklich?
So richtig schrecklich fand ich keines.

798. Welche Zutaten dürfen in deinem Lieblingskuchen nicht fehlen?
Zucker.

799. Was singst du unter der Dusche?
Nichts.

800. Fällt es dir leicht, einer Person zu sagen, dass du sie liebst?
In genau diesen Wörtern kann ich es nicht (siehe Umberto Eco in der Nachschrift zum Namen der Rose), anders formuliert schon.

Quelle: Flow-Magazin.

Zu den Fragen 761-780.
Zu den Fragen 801-820.

Journal Dienstag, 23. April 2019 – Spielen mit dem Ressourcenrechner

Mittwoch, 24. April 2019

Früh aufgestanden, für eine Runde Bauch- und Rückenkräftigung.

Der Fußweg in die Arbeit war immer noch beschwerlich, das Gehen wird erst sehr langsam wieder ein Selbstläufer (haha).

Ruhiger Tag in der Arbeit. Zu Mittag Osterschinken und zwei harte Eier, Breze.

Das Wetter hatte sich eingetrübt, war ein wenig kühler geworden, doch Regen ist weiterhin keiner in Sicht.

Auf dem Heimweg machte ich einen Abstecher in einen Edeka: Osterschokolade um die Hälfte. Ich hielt mich vor allem an Lindt-Schokoladen.

Ich öffnete die Wohnungstür in Bratapfeldüfte: Herr Kaltmamsell war gerade dabei, den Eimer Lageräpfel der Schwägerin einzukochen. Zum Nachtmahl hatte er aus Ernteanteilrüben, rot und gelb, eine Suppe gekocht, die er mit Chilisalz und Schnittlauch (beides ebenfalls vom Kartoffelkombinat) sowie Sauerahm servierte.

Dazu gab ein Scheibchen Rehpastete, danach große Mengen Osterschokolade.

Früh ins Bett, um noch zu lesen.

§

Das Wuppertal Institut hat einen Ressourcen-Rechner gebastelt, mit dem man ausrechnen kann:
„Wie viele Rohstoffe verbrauchen Sie?“

(Nicht zu verwechseln mit dem Carbon Footprint, der die Klimabelastung des eigenen Lebensstils ausweist – diese ist hier völlig unberücksichtigt.)

In meinem Fall wirkt sich wohl die große Wohnung am negativsten aus. Gestern wurde viel auf Twitter damit herumgespielt, viele waren vom Ergebnis überrascht. Doch das lässt sich vermutlich meist damit erklären, dass NICHT der CO2-Fußabdruck gemessen wird.

§

Interview mit der Ärztin Monika Hauser, die sich seit 30 Jahren für Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten engagiert (doofe Überschrift).
„‚Wir sprechen von Überlebenden, nicht von Opfern'“.

Wir haben mit der UN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ schon seit 2000 ein Instrument zum Schutz vor sexualisierter Gewalt und zur Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen. Das, was da drin steht, hätte längst umgesetzt werden müssen.

Was steht denn drin?

Dass die Seite der Frauen bei allen Themen konsequent mitgedacht werden muss. Dass es keinen Friedensvertrag, keine Friedensmission geben darf, die nicht auf die Gender-Perspektive hin abgeklopft wurden. Aber wir sehen das ja bei unserer Arbeit in den Krisengebieten: Die Realitäten der Frauen kommen nicht vor, nicht in den Friedensverträgen, nicht beim Wiederaufbau. Sie sitzen nicht mit am Verhandlungstisch. In Afghanistan zum Beispiel hätte es eine so tolle Chance gegeben. Deutschland hat da eine 15-jährige, teure Mission mitgestaltet, es hätte afghanische Frauen als Politikerinnen, als Fachleute in den Wiederaufbau einbinden können. Das hat man aber komplett verpasst.

Journal Montag, 22. April 2019 – Frühsommerlicher Ostermontag bei Elterns

Dienstag, 23. April 2019

Eine gute Nacht, in der ich erst nach ein paar Stunden wieder zur Entlastung der Lendenwirbelsäule eine Stufe ins Bett baute. Tagsüber wurden die Gehprobleme besser, einen Spaziergang konnte ich fast wie gewohnt machen, erst abends setzte das Bein wieder schmerzhaft aus.

Am Ostermontag waren wir bei meinen Eltern in Ingolstadt eingeladen; ich hatte mir einen fast Arbeitstag-frühen Wecker gestellt, damit ich davor Zeit zum Backen des Hefezopfs hatte.

Wolkenloser Sonnenschein kündigte einen weiteren Frühsommertag an, wir ließen die Jacken daheim.

Die erste Hälfte der Zugfahrt war das Großraumabteil vom Schwadronieren einer Männerstimme erfüllt; die Sprache war mir so fremd, dass ich sie nicht mal einer Weltgegend zuordnen konnte, doch Schwadronieren ist offensichtlich übersprachlich. (Wikipedia behauptet, heutzutage werde „Schwadronieren“ nicht mehr mit einer dröhnenden Stimme verbunden – echt?)

Das klassische polnische Osterfrühstück wurde diesmal um eine Käseplatte erweitert: Die Nifften verzichten aus Gründen des Klimaschutzes ab sofort auf Fleisch. Der Rest der Familie schmauste wie immer große Mengen Schinken und Wurst, dazu pürierte Rote Bete mit vom Bruder geriebenem Meerrettich, Osterzopf und Brot.

Wir drehten eine große Spazierrunde durch blühenden und zwitschernden Stadtrand, plauderten generationenübergreifend. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im blühenden Elterngarten – ich sah am Futterhäuschen einen Grünfink.

Zu einem sehr frühen Abendessen gab es Milchlamm auf Sepulvedaner Art (lange und langsam gegart mit nichs als Salz) für die Fleischessenden:

Den Zug zurück nach München nahmen wir bepackt mit letzten Lageräpfeln, Schinken, Bärlauchsalz, Suppenkräutermischung, Meerrettich, selbst gemachtem Limoncello – wie es sich für einen Heimatbesuch am Land gehört.

Journal Sonntag, 21. April 2019 – Ostersonntag bei Schwiegers

Montag, 22. April 2019

In der Nacht auf Sonntag allein geschlafen, weil durchgehende Schmerzen Stufenlage nötig machten – ich stapelte dafür ein paar Decken. So (und mit ordentlich Ibu intus) ging’s zum Glück.

Doch den ganzen Tag war kein schmerzfreier Schritt rechts möglich; dass ich schier nicht mehr wusste, wie Gehen geht, führe ich auf die Nerven als Auslöser zurück. Ich grämte mich darüber schon sehr. Als Somatopsychikerin schlagen mir körperliche Beschwerden ja gerne mal aufs Gemüt. Nicht einfach gehen zu können, belastete mich, ich fühlte mich gefesselt.

Nach ausführlichem Bloggen kleideten wir uns frühlingshaft und nahmen einen Zug nach Augsburg: Schwiegers hatten meine Eltern und uns zum Ostermahl eingeladen. Kurz vor Augsburg Hochzoll sah ich im ergrünten Feld sehr wahrscheinlich einen Kiebitz.

Das Wetter war sensationell, strahlender und wolkenloser Sonnenschein, Temperaturen über 20 Grad. Das heißt auch: Die Trockenheit hält an, mein Vater berichtete, dass er bereits wieder den Garten täglich gießen muss. (Und dass es bei der Verwandtschaft in Spanien kalt ist und regnet, in Murcia gab es am Karfreitag Überschwemmungen, auf Mallorca stürmische Unwetter.)

Herr Kaltmamsell hatte vergangene Woche eine aufwändige Rehpastete hergestellt, die gab es bei den Schwiegereltern zur ersten Vorspeisen.

Dann gab es frisch geräucherte Bachforelle, Sous vide-Lamm mit Bohnen, zum Nachtisch Portweinbirne mit Grießflammerie.

Nachmittags kam der Bruder von Herrn Kaltmamsell vorbei, zu den weiterhin vergnügten Gesprächen wurde Erdbeertorte serviert, irgendwann rief der liebe Neffe aus Florida an.

Am späten Nachtmittag nahmen wir einen Zug zurück nach München, auch auf dem Heimweg vom Bahnhof war Gehen für mich Konzentrationssache.

Ostermontag sind wir bei meinen Eltern zum Osterfrühstück eingeladen, mitsamt Bruderfamilie, worauf ich mich sehr freute. Ich darf den Osterzopf beisteuern und knetete vor dem Schlafengehen Teig zum kalten Über-Nacht-Gehen nach Frau Brüllen.

Journal Samtag, 20. April 2019 – Karsamstagswanderung um Benediktbeuern mit Kreuzottersichtung

Sonntag, 21. April 2019

Am Karsamstag, so hatte ich mir ausgerechnet, dürften die Wanderwege an diesem langen Osterwochenende noch am wenigsten überlaufen sein, selbst bei dem angekündigten frühsommerlichen Wetter.

Als Startort hatte ich Benediktbeuern ausgesucht. Die Gegend hatte ich mir eh schon länger ansehen wollen, außerdem verhieß sie die Wanderumgebung, die ich am liebsten mag: Hügelig mit Weite und Panoramen. Wir gingen also diese Tour, die mit 20 Kilometern und fünf Stunden Gehzeit beschrieben war.

Meine Kalkulation ging auf: Der Zug nach Benediktbeuern, den wir kurz vor Mittag nahmen, war übersichtlich besetzt, auf unserer Wanderung trafen wir fast keine weiteren Menschen, vor allem nicht auf Fahrrädern. Ausnahme war der Rückweg entlang der Loisach, der fast ausschließlich von Radlerinnen und Radlern genutzt wurde, und das von vielen (ca. 50 Prozent E-Bikes). Die Route war schön, nur die letzte Stunde von der Loisach bis Benediktbeuern auf einem flachen Schotterweg ein wenig eintönig (Herr Kaltmamsell: „Ist ja eine ganz schöne Wiese, aber die hatten wir ja jetzt lang genug.“)

Wir bekamen Aussichten über Frühlingswiesen (darauf immer noch Veilchen, aber vor allem Sumpfdotterblumen, Schlüsselblumen, Buschwindröschen, an der Loisach dann Wiesenenzian), erwachende Mischwälder, Brückerl über schmale Schluchten.

Das Tierangebot war gestern sensationell: Schon am Kloster Benediktbeuern sahen wir vier Störche einfliegen, auf dem Weg bekam ich die ersten Schwalben der Saison, die ich mir so sehr gewünscht hatte, Rauch- und Mehl-. Zudem Stare, Hühner, Meisen, Krähen, Buchfinken, am Himmel Greifvögel und ein Falke. An ungeflügeltem Viehzeug Pferde, Kühe, mehrfach Schlappohrschafe (Tiroler Bergschaf?), eine kleine Eidechse, und, die Sensation des Tages, eine junge Kreuzotter: Wir machten gerade auf einem Bankerl an der Loisach Pause und aßen einen Apfel, als sie direkt vor uns vorbeispazierte.

Die Temperaturen waren angenehm (das Display im Zug zeigte auf Hin- und „Außentempertur 20 Grad“ an), ein leichter Wind tat in Abschnitten mit praller Sonne gut. Diesmal hatte ich mich sorgfältig mit LSF 30 sonnengecremt, das besonders gefährdete Dekolleté sogar zweimal dick. Eingetrübt wurde mein Wandervergnügen etwas durch das schmerzende Bein (immer noch LWS-Bandscheibenvorfall), das immer wieder wegsackte, mich die meiste Zeit recht unrund gehen und verkrampft atmen ließ. Ich halte eine Reha für eine immer bessere Idee.

Gemessen gingen wir 27 Kilometer (darin zwar auch etwa anderthalb zusätzliche Kilometer, weil wir eine Abzweigung übersehen hatten, aber dann doch deutlich mehr als in der Beschreibung angegeben), für die wir mit einer Pause fünfeinhalb Stunden brauchten.

Wir kehrten abschließend in Benediktbeuern im Klosterstüberl ein, dort eher liebloses Essen. Auch im Zug zurück war es ruhig. Auf dem Heimweg vom Bahnhof holten wir uns das erste Eis der Saison als Nachtisch: Unsere nächstgelegene hole-in-the-wall-Eisdiele hatte schick umgebaut, ist jetzt ein etwas geräumigeres hole-in-the-wall; wir beglückwünschten den Gelatero.

Startklar fürs Karwandern. Die Jacke brauchte ich dann gar nicht.

Die Besichtigung der Klosteranlage Benediktbeuern verschoben wir auf einen eigenen Besuch.

Ebenso die der historischen Fraunhofer-Glashütte.

Runter nach Kochel.

Biberspuren an der Loisach.

Kreuzotter!
Links ist vorne, sie war etwa 30 Zentimeter lang.
(Bild: Herr Kaltmamsell)

Reizvoller Kontrast zwischen den entsättigten Farben des Loisacher Moors und der Buntheit der Weiden.

Eine gute Stunde lang dann doch ein etwas eintöniger Anblick.

Zurück nach Benediktbeuern.

Journal Freitag, 19. April 2019 – Karfreitag mit Sommervorbereitungen

Samstag, 20. April 2019

Erschlagen aufgewacht, weil mich in der Nacht zuvor die Beinschmerzen lange Stunden nicht einschlafen ließen.

Ein strahlender Frühlingstag. Beim Radeln zum Schwimmen im Olympiabad war ich noch froh über meine Strickjacke, beim Heimradeln hätte ich sie nicht mehr gebraucht. Das Becken war überraschend voll (ich hatte damit gerechnet, dass bei diesem Prachtwetter Schwimmen in einer fensterlosen Halle völlig abwegig erscheinen würde), ich blieb nach der schlechten Nacht und wegen Wanderplänen für Samstag brav bei 3000 Metern.

Frühstück daheim: Schnittlauchbrot aus aufgetautem Selbstgebackenem und Ernteanteil, Dickmilch mit Blutorangen und Mohn. Internetlesen.

Aus dem Keller holte ich die Umzugskiste mit Sommerkleidung und tauschte den Inhalt gegen Winterkleidung. Ich stellte fest, dass mein Kleidungsbestand gewachsen ist – dabei soll er doch schrumpfen. Gleich mal die beiden Kataloge (Boden und Poetry) ins Altpapier gelegt, in denen ich bereits Sommerkleidung zur Bestellung markiert hatte: Diese Saison gibt’s nichts Neues.

Währenddessen reinigte Herr Kaltmamsell den Balkon und die Balkonmöbel, wir stellten die Pflanzen vom letzten Jahr raus – hiermit ist der Balkon nutzbar. Auch dieses Jahr in kärglicher Form, ohne externe Hilfe wird in diesem Leben nie die geschmackvolle Pracht daraus, wie ich sie bei Nachbarinnen sehe. (Nicht dass mir etwas fehlen würde.)

Die Balkontür stand offen bis nach Sonnenuntergang, es war mild genug dafür.

Zum Nachtmahl bereitete ich Dampfnudeln zu.

Ich servierte mit Zwetschgenröster und Vanillesoße.

§

Die 20-Uhr-Tagesschau machte gestern auf mit einem Busunglück auf Madeira mit zahlreichen Todesopfern, das bereits am Vorabend vermeldet worden war. Erst an dritter Stelle thematisierte die Redaktion, dass es im noririschen Derry/Londonderry seit Tagen gewalttätige Ausschreitungen gibt (Karfreitag ist ja ein geschichtsträchtiger Anlass).1 Überhaupt in die Tagesschau schaffte es der Wiedergänger der troubles, weil eine junge Journalistin dabei ums Leben gekommen war: Lyra McKee.

Durch das Brexit-Schlamassel wird in letzter Zeit der Bürgerkrieg in Nordirland wieder Thema. McKee schrieb 2016 über ein auf den ersten Blick paradoxes Detail: Nach der Friedensvereinbarungen stieg die Selbstmordrate unter jungen Menschen in Nordirland stark an.
„Suicide of the Ceasefire Babies“.

via @Christiane

  1. Beim Recherchieren stieß ich auf den Umstand, dass die Democratic Unionist Party (DUP) dieses Abkommen nicht unterzeichnet hat. Dieselbe DUP, die derzeit Nordirland im britischen Unterhaus vertritt. /o\ []

Journal Donnerstag, 18. April 2019 – Migräne-Reboot

Freitag, 19. April 2019

Bäm, dann doch mal wieder eine Migräne in den frühen Morgenstunden. Ich brach sie mit Triptan, schlief ein und war beim Weckerklingeln um sechs fit genug zum Aufstehen. Da ich kein akutes Bedürfnis hatte, bitte jetzt gleich zu sterben, da ich mich aufrecht halten konnte, erklärte ich mich für arbeitsfähig. Den Fußweg in die Arbeit musste ich allerdings sehr langsam absolvieren.

Auf Twitter verglich @FrauZiefle, eine Leidensgenossin, das postmigränale SchbinnWrack-Gefühl mit einem Reboot. Das gefiel mir sehr gut, zum Beispiel war also auf dem Arbeitsweg GEHEN noch nicht ganz hochgefahren.

Bislang war ich gewohnt, dass ich nach einer Migränenacht spätestens gegen drei Uhr nachmittags wiederhergestellt war. Gestern nicht, ich hing bis abends in den Seilen.

Mittagessen: Gelbe Paprika und Almkäse vom Klenzemarkt, nachmittags vorgeschnittene Mango und Blutorange.

„Wegen eines Streiks in der Druckerei“ hängen seit einigen Wochen die Seiten der Süddeutschen nicht wie gewohnt. 1. fällt mir auf, dass ich über diesen Streik sehr wenig lese oder höre, hier ein Artikel vom März. 2. bekam ich diese Woche einige Male die lokalen Aufmacherseiten aus Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Wolfratshausen, Freisind, Starnberg, Dachau. Erding – sehr interessant. Themen: Klimawandel, Flüchtlinge vor Ort, heimische Großunternehmer, heimischer Fremdenverkehr, Mikroplastik vom Kunstrasen auf dem Sportplatz, Europawahl, Seelsorge zu Ostern.

Ich machte früh Feierabend und spazierte durchs Westend zum Hertie am Bahnhof. In der Gollierstraße blühte es aufs Schönste.

Im Kaufhaus ersetzte ich eine mittelgroße Glasschüssel, deren Abhandenkommen ein überraschend großes Loch in meinen Alltag geschlagen hatte: Sie war immer so perfekt für Kartoffelsalat und Mousse au Chocolat, dass sich jede andere Schüssel im Haushalt ungenügend anfühlte. Außerdem war vergangene Woche auch die große aus einem zweiteiligen Rührschüsselset zerbrochen (die kleine schon vor Jahren), ich kaufte beide. Die mittlere Standardrührschüssel bleibt seit 33 Jahren dieselbe; ich hatte mir gleich nach dem Auszug aus dem Elternhaus das billigste Exemlar beim Woolworth besorgt.

Daheim ließ ich mich von Herrn Kaltmamsell pflegen und verwöhnen: Er servierte auf meinen Wunsch Carbonara, ich machte dazu aus Ernteanteil einen Salat mit Radieschensprossen an, gleich in der neu erworbenen Glasschüssel (die zudem perfekt ist für kleine Salatportionen).

§

„The Oldest Person Living With HIV Turns 100“.

Von Facebook, dort kommentiert mit „Science works!“. Der Esoterikerwitz dazu schreibt sich praktisch von selbst: „Aber mit Homöopathie wäre er schon 110 geworden!“

§

Sehr coole Grafik zum Brand in Notre Dame und seinen Folgen im El País auf Twitter.

via @Croco_dylus

Hier der Artikel dazu, mit weiteren Erklärungen und Grafiken:
„Balance de daños de Notre Dame“.

(Castellano ist schon eine arg martialisch klingende Sprache: „Los rosetones“ für die Fensterrosen klingt wirklich nicht wie die filigranen Glaskunstwerke, die es bezeichnet.)


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