Journal Donnerstag, 18. April 2019 – Migräne-Reboot

Freitag, 19. April 2019 um 8:56

Bäm, dann doch mal wieder eine Migräne in den frühen Morgenstunden. Ich brach sie mit Triptan, schlief ein und war beim Weckerklingeln um sechs fit genug zum Aufstehen. Da ich kein akutes Bedürfnis hatte, bitte jetzt gleich zu sterben, da ich mich aufrecht halten konnte, erklärte ich mich für arbeitsfähig. Den Fußweg in die Arbeit musste ich allerdings sehr langsam absolvieren.

Auf Twitter verglich @FrauZiefle, eine Leidensgenossin, das postmigränale SchbinnWrack-Gefühl mit einem Reboot. Das gefiel mir sehr gut, zum Beispiel war also auf dem Arbeitsweg GEHEN noch nicht ganz hochgefahren.

Bislang war ich gewohnt, dass ich nach einer Migränenacht spätestens gegen drei Uhr nachmittags wiederhergestellt war. Gestern nicht, ich hing bis abends in den Seilen.

Mittagessen: Gelbe Paprika und Almkäse vom Klenzemarkt, nachmittags vorgeschnittene Mango und Blutorange.

„Wegen eines Streiks in der Druckerei“ hängen seit einigen Wochen die Seiten der Süddeutschen nicht wie gewohnt. 1. fällt mir auf, dass ich über diesen Streik sehr wenig lese oder höre, hier ein Artikel vom März. 2. bekam ich diese Woche einige Male die lokalen Aufmacherseiten aus Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Wolfratshausen, Freisind, Starnberg, Dachau. Erding – sehr interessant. Themen: Klimawandel, Flüchtlinge vor Ort, heimische Großunternehmer, heimischer Fremdenverkehr, Mikroplastik vom Kunstrasen auf dem Sportplatz, Europawahl, Seelsorge zu Ostern.

Ich machte früh Feierabend und spazierte durchs Westend zum Hertie am Bahnhof. In der Gollierstraße blühte es aufs Schönste.

Im Kaufhaus ersetzte ich eine mittelgroße Glasschüssel, deren Abhandenkommen ein überraschend großes Loch in meinen Alltag geschlagen hatte: Sie war immer so perfekt für Kartoffelsalat und Mousse au Chocolat, dass sich jede andere Schüssel im Haushalt ungenügend anfühlte. Außerdem war vergangene Woche auch die große aus einem zweiteiligen Rührschüsselset zerbrochen (die kleine schon vor Jahren), ich kaufte beide. Die mittlere Standardrührschüssel bleibt seit 33 Jahren dieselbe; ich hatte mir gleich nach dem Auszug aus dem Elternhaus das billigste Exemlar beim Woolworth besorgt.

Daheim ließ ich mich von Herrn Kaltmamsell pflegen und verwöhnen: Er servierte auf meinen Wunsch Carbonara, ich machte dazu aus Ernteanteil einen Salat mit Radieschensprossen an, gleich in der neu erworbenen Glasschüssel (die zudem perfekt ist für kleine Salatportionen).

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„The Oldest Person Living With HIV Turns 100“.

Von Facebook, dort kommentiert mit „Science works!“. Der Esoterikerwitz dazu schreibt sich praktisch von selbst: „Aber mit Homöopathie wäre er schon 110 geworden!“

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Sehr coole Grafik zum Brand in Notre Dame und seinen Folgen im El País auf Twitter.

via @Croco_dylus

Hier der Artikel dazu, mit weiteren Erklärungen und Grafiken:
„Balance de daños de Notre Dame“.

(Castellano ist schon eine arg martialisch klingende Sprache: „Los rosetones“ für die Fensterrosen klingt wirklich nicht wie die filigranen Glaskunstwerke, die es bezeichnet.)

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 18. April 2019 – Migräne-Reboot“

  1. Trulla meint:

    Der Hömöopathenwitz ist schon gut, aber meine gestrige, zufällige Begegnung mit einem Esoteriker (oder geht’s noch schlimmer?) ist, glaube ich, nicht mehr zu toppen. Bei einer Besichtigung zusammen mit anderen einander fremden Menschen nutzt er, auf dem Balkon stehend, die Gelegenheit, auf die uns absichtlich vergiftenden Kondensstreifen der Flugzeuge hinzuweisen. Die verantwortlichen Politiker hätten sich alle schon für ihren Ruhestand auf der einzigen unverstrahlten Insel der Welt Häuser gebaut. Die Pharmaindustrie mache uns aus Profitgier alle krank. Von deren Medizin sterben wir. Früher seien Menschen sogar 8-900 Jahre alt geworden (ich schwöre, ich denke es mir nicht aus). Und natürlich gäbe es Wiedergeburt. Der war wie von der Leine gelassen, wasserfallartig spulte er sein ganzes “Wissen“ ab, Heilung bei Parkinson: 3 Metallplättchen ins Ohr, weisser Schal um den Hals. Organspender werden missbraucht als Ersatzteillager usw. Eigentlich wollte ich mich, da offensichtlich bekloppt, zurückhalten, aber es ging immer weiter, zu weit, erntete er doch schon zustimmendes Kopfnicken beim Politikerbashing.
    Auf meine energische Bitte, er möge mich verschonen mit seinen Verschwörungstheorien und unhaltbaren Ansichten, kam wie aus der Pistole geschossen: “aha, Sie wollen mich in die Nazi-Ecke stellen“.
    So machen die das!

  2. die Kaltmamsell meint:

    Oy di wey, Trulla. Sonst kulminiert meine Verzweiflung über sowas ja immer in der Erkenntnis: Und der darf wählen! Aber Ihre Beschreibung weist darauf hin, dass der sehr wahrscheinlich nicht wählen geht.

  3. Bobbie meint:

    Herrliche, bizarre Baumfotos. Homöopathie sehe ich ganz gechillt. Mir hat’s schon einige Male geholfen…

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