Journal Dienstag, 25. Juni 2019 – Reise nach Utrecht

Mittwoch, 26. Juni 2019 um 9:48

Gut sieben Stunden Bahnfahrt sind dann doch eine ganze Menge, ich war sehr froh, als ich endlich am riesigen Bahnhof in Utrecht ankam.

Hopfencheck in der Holledau.

Begleitung waren nur mindere DB-Unbillen, also ausgefallene ICE-Teile, die dann doch nicht ausgefallen waren, beide Speisewagen funktionsunfähig (ich hatte eine belegte Semmel vom Bäcker und Cherry Pie von Herrn Kaltmamsell dabei, außerdem zweimal 0,7 Liter Wasser in eigenen Flaschen), ebenso das WLAN, Anschlusszug in Frankfurt mit 20 Minuten Verspätung (ich nutzte sie für ein wenig Herumlaufen und kaufte mir noch eine Cola) und zwei wegen ausgefallener Klimaanlage gesperrten Waggons, versagende Klimaanlage dann auch in dem Waggon, in dem ich saß, auch in diesem Zug kein WLAN. Aber hey: Alle gebuchten Züge fuhren, ich hatte reservierte sowie existierende Sitzplätze, kam mit wenig Verspätung an und musste nicht selbst fahren. Eine Autofahrt hätte mich deutlich mehr gestresst.

Schon in München war es vormittags heiß gewesen, Utrecht empfing mich mit Saharawind. Google Maps leitete mich zum B&B (auch auf diese Kulturtechnik bin ich fortan stolz, denn sie scheint nicht selbstverständlich zu sein: In München hatte mich auf meinem Weg zum Bahnhof kurz vor der Wohnung eine Frau nach dem Weg zur Prielmeyerstraße gefragt. Ich war in meiner Hektik ratlos, die Frau hielt mir ihr Smartphone hin, dessen Display den Weg dorthin anzeigte und 17 Minuten Fußweg zur Adresse berechnet hatte. Sonst helfe ich wirklich gern mit meiner Ortskenntnis und Orientierung, doch ich musste zum Zug und konnte die Frau mit Entschuldigung nur darauf hinweisen, dass die Adresse sicher nicht hier in der Nähe war.), ich kam mit fließendem Schweiß an.

Utrecht charmierte gleich mal auf dem Weg zur Unterkunft.

Oudegracht in die eine Richtung.

Oudegracht in die andere Richtung.

Universität.

Es waren sehr viele Radlerinnen und Radler unterwegs, in Bahnhofsnähe kam ich an einer gigantischen Fahrradparkanlage vorbei, die Straßen und Wege waren ganz deutlich am Radverkehr orientiert – super. Winziger Haken: Als Fußgängerin wusste ich oft nicht wohin mit mir, zu Fuß wird hier eher nicht gegangen. Dummerweise kannte Google Maps die aktuellen großflächigen Baustellen nicht, deren Umleitungen ganz auf den Fahrradverkehr ausgerichtet waren – ich ging einige Mal auf der Straße, weil ich zu Fuß keine Alternative sah.

Mein B&B-Zimmer lag in einem alten Haus über einem Restaurant und war ein Backofen: Man hatte zwar einen Ventilator hinein- und angestellt, aber das Fenster offensichtlich den ganzen Tag weit offen gelassen. Ich setzte mich erst mal vor den Ventilator.

So schwitze ich sonst nur beim Sport – weswegen ich mich vor Sport ja immer abschminke.

Bei der Ankunft hatte ich im Bahnhof keine Schaukeln zum Handyaufladen gesehen. Nach einer Runde Ausruhen und Lesen spazierte ich nochmal dorthin und sah mich ein wenig genauer um (holte mir außerdem eine Tüte Pommes mit Majo zum Abendbrot). Keine Schaukeln. Ich werde fragen müssen.

Abends wurde in der Oudegracht auch geschwommen.

Verabredung mit dem Anlass meiner Reise. Wir saßen wunderschön und in leichter Brise im Hof von De Rechtbank.

Nachts hatte es draußen angenehm abgekühlt, aber mein Zimmer war weiterhin ein Backofen. Ich ließ zum Schlafen den Ventilator erst mal an und hoffte, dass er den Transport kühler Luft durchs Fenster beschleunigen würde.

§

Irgendwo las ich letzthin ein Listicle: 101 Dinge aus dem Internet, die einem den Glauben an die Menschen zurückgeben. Ich hätte hier das 102.
„24. Juni 2019 – was vom Tage übrig bleibt …“

die Kaltmamsell

10 Kommentare zu „Journal Dienstag, 25. Juni 2019 – Reise nach Utrecht“

  1. Ulla meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

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  2. AndereFranziska meint:

    „… keine Schaukeln zum Handyaufladen…“

    Laut NS-website bei Gleis 19 neben der großen Wartehalle, also von Ihrer Seite (Hoog Catharijne) aus einmal ganz durch den Bahnhof durchlaufen. Kann sein, dass sie mittlerweile schon wieder abgebaut sind, waren ein Feature der Nachhaltigkeitswoche 16.-22.6.2019. Die NS wollte zwar untersuchen, sie permanent zu erhalten, weil sie ein so großer Erfolg waren, aber ich weiß leider nicht, ob das schon realisiert ist.
    (NS = Nederlandse Spoorwegen, nationale Bahngesellschaft)

  3. marthe meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

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  4. die Kaltmamsell meint:

    Vielen Dank für die Info, AndereFranziska! Jetzt konnte ich gezielt suchen (ohne jemanden fragen zu müssen…), stellte aber leider fest, dass die Schaukeln tatsächlich bereits abgebaut waren.

  5. Der Outsider meint:

    „Schaukeln zum Handyaufladen“?

  6. Elisabeth meint:

    Das schaut wirklich ganz bezaubernd aus. Und es gibt eine schnelle Zugverbindung nach Amsterdam! Ich schmiede Reisepläne. Viel Spaß Ihnen noch!

  7. die Kaltmamsell meint:

    Darauf hatte ich mich doch am Montag besonders gefreut, Der Outsider:
    https://twitter.com/sascha_p/status/1143051217284870144

  8. Der Linkfaule (previously known as Der Outsider) meint:

    Oh, pardon. Und ja schad.

  9. Angela meint:

    Die ‘gigantische’ Parkanlage ist wahrscheinlich die am Ausgang Moreelsepark. Die ist klein fuer niederländische Verhältnisse. Utrecht hat seit kurzem auch ein sehr cooles dreistöckiges Fahrradparkhaus an der Vorderseite des Bahnhofs. Fuer ca. 12.500 Fahrräder. Die ersten 24 h sind gratis. Und es war schon mal voll, als ich parkeren Wollte.
    https://m.youtube.com/watch?v=kGv7Nr6QQJI

    Als Fussgänger sollte man sich in den Niederlanden vorallem ruhig geradeaus bewegen und nicht aus dem Weg springen, wenn ein Radler kommt. Die Radler radeln um einen herum. Klingeln heisst meistens nicht zur Seite, sondern ist einfach ein Aufmerksam machen, dass man keine hecktischen Bewegingen machen soll.

  10. die Kaltmamsell meint:

    Ich muss gerade ein bisschen weinen, Angela: München baut sich derzeit einen neuen Hauptbahnhof, und als in der Bürgerversammlung (das Gelände gehört zum Bezirk, in dem ich wohne) nach zugehörigen Fahrradparkplätzen gefragt wurde, hieß es, die Bahn sehe das als Zuständigkeit der Stadt München. Was die Stadt nicht so sieht, jetzt werde halt verhandelt.

    Das mit dem Fußgängerverhalten habe ich auch schon bemerkt: Niemand springt aus dem Weg.

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