Journal Sonntag, 4. August 2019 – Sonntagsruhe mit Laufen und Bügeln

Montag, 5. August 2019 um 6:23

Ausgeschlafen, allerdings nicht so lange wie erhofft.
Zu einem sonnigen Tag aufgewacht. Ich entschied mich für einen Isarlauf statt einer Schwimmrunde und radelte zum Friedensengel. Auch diesmal wollte ich die Runde abkürzen, ich lief also nur bis zur Leinthalerbrücke, ließ die wunderschöne Strecke bis zur Unterföhrunger Kirche St. Valentin weg. Das war immer noch zu viel, ich war dann aber so vernünftig, das letzte Stück zurück zum Fahrrad zu spazieren statt zu joggen.

Dennoch zahlte ich für den Lauf und konnte den Rest des Tages nur schwer gehen, weil rechts die Hüfte und das Beim so schmerzten. Das hatte aber auch mit einem Muskelkater von der samstäglichen Gymnastik zu tun.

Beim Heimradeln nahm ich Semmeln mit. Nach dem Frühstück wurde ich müde und bettschwer, legte mich zu einer Siesta hin. Als ich eine schmerzfreie Lage gefunden hatte, schlief ich tief und gut.

Der Bügelberg war schon wieder gewachsen, diesmal sollte er ganz wegkommen. Half ja nichts. Also verbrachte ich zweieinhalb Stunden überm Bügelbrett, hörte dabei Podcast:
WRINT: Andrea Diener verreist nach Osteuropa.

Vor dem Abendessen war dann zumindest noch Zeit, auf dem Balkon die Wochenendezeitung zu lesen. Herr Kaltmamsell hatte elaborierte Spareribs gemacht: gedämpft und dann mit einer lateinamerikanischen Glasur im Ofen gebacken.

Dazu gab es Reis und schwarze Bohnen.

Zum Nachtisch spazierten wir zur Nachbarschaftseisdiele – Schüsselchen und Löffel brachten wir mit.

§

Aus diesem Artikel habe ich nicht nur viel über den Wert von bestimmten Turnschuhen in bestimmten Bevölkerungskreisen gelernt, nicht nur, wie Geldgierler das ausnutzen, sondern auch, wie schädlich sich das auf hochspezialisierte kleine Hobby-Communitys auswirkt. Vor allem aber, mit welchem Schabernack eine dieser Communitys die Kriegsgewinnler ausgetrickst hat:
„Bonkers vs Bots
Wie sich der Frankfurter Shop gegen Reseller wehrt“.

Meine Mama hat immer gesagt: „Wenn dich einer anpisst, dann pisst du dreimal zurück, bis er ertrinkt.“ Also so genau hat sie das nicht gesagt, aber so in der Art.

(Da möchte ich ihn gleich ganz tantig in die Wange kneifen.)

§

Weil grad noch Platz ist.
Wenn Sie gerade nach ökologisch und ethischh vertretbarer, nachhaltig produzierter Kleidung suchen: Überlegen Sie einfach mal als Alternative, gar nichts zu kaufen. Das ist das Umweltfreundlichste. Oder, wenn der Bedarf oder Wunsch zu groß ist: Suchen Sie erst mal nach etwas Gebrauchtem.
Bittegerne.

die Kaltmamsell

11 Kommentare zu „Journal Sonntag, 4. August 2019 – Sonntagsruhe mit Laufen und Bügeln“

  1. Jongleurin meint:

    Bei gebrauchten Sachen kommt ja gerade die Diskussion auf, ob man damit nicht auch den angenommenen unnachhaltigen Konsum der Verkaufenden unterstützt… Das ist der Punkt, an dem ich seelisch und kognitiv aus ebendieser Diskussion aussteige. Keine Zeit dafür. Mein eigenes Verhalten überdenken reicht mir erstmal. (Trotzdem habe ich gestern ein paar Dinge aus der Stadtteiltauschbox mitgenommen und so NIEMANDEN unterstützt, nicht mal einen Paketdienst.)

  2. Madame Graphisme meint:

    Vielen Dank für den Skateshop-Artikel. Sehr amüsant!
    Schon eine ganz andere Welt. Und hier bin ich und kaufe meine Laufschuhe aus der vorletzten Kollektion in den bizarren Farben, die halt über bleiben … :D
    Das schöne Wort Steckenpferd.

  3. lihabiboun meint:

    Bots vs Bonkers: Ha ha ha – wie toll ist das denn!

  4. Julia meint:

    Frankfurter sind halt „street wise“. Ich liebe diesen Case vom Frankfurter Skateshop und das Interview klingt sehr, sehr authentisch. Danke für’s Teilen. Macht hier in Rhein-Main seit Tagen die Runde und wird einfach nur sehr gefeiert. (Bezüglich meiner Schuhe bin ich näher bei Madame Graphisme und den ätzend-farbigen Last-Season-Laufschuhen!)

  5. Sandra meint:

    Gar nichts kaufen? Wenn das alle so machen würden, wären die Geschäfte bald alle tot. Auch online. Muss man Eis essen? Lieber gar nicht kaufen, dann ist die Eisdiele auch weg und damit jemand, der Strom zum Kühlen verbraucht. Eben auch der Mieter. Könnte man ja Wohnraum schaffen. Nur eben nicht für den Einzelhändler, bei dem keiner mehr kauft, da nicht gekauft wird oder gebraucht.
    Ich glaube, kaufen hilft uns allen schon. Es ist eben auch heute wichtig, dass unsere Kinder versorgt sind und nicht nur in 100 Jahren, wenn es uns alle vermutlich nicht mehr gibt.
    Augenmaß behalten und Qualität kaufen ist aus meiner Sicht der Goldene Mittelweg.

  6. Susann meint:

    Ich kann Sandra da nur zustimmen. Der eine kauft sich halt ein Eis bei der Nachbarschaftseisdiele und das ist für ihn stimmig und vertretbar, der andere kauft sich ethisch einwandfrei produzierte, von einer peruanischen Frauenkooperative handgestreichelte Jogginghosen, und das ist für IHN stimmig und vertretbar.
    Ich will keine Vernaderungsgesellschaft, in der der eine scheel auf den Einkaufswagen des anderen blickt und ihm/ihr erklärt, dass er/sie sowieso am Besten nicht kaufen würde, was er/sie zu kaufen gedenkt.
    Ich gehe gern davon aus, dass meine Mitmenschen bei ihren Konsumentscheidungen sich etwas gedacht haben, genauso, wie ich mir bei meinen Konsumentscheidungen in der Regel etwas denke.

  7. Sandra meint:

    Mir fällt auch grade noch ein, dass Sie mit „besser nichts kaufen“ auch stimmig mit einer aktuellen Discounter-Radiowerbung sind. Da heißt es etwa „Ich kaufe einfach nichts, dann spare ich am meisten“. Dazu heißt es dann, was ja auch stimmt: „Kann man machen, muss man aber nicht“. In diesem Fall meint der Discounter, dass das so ist, weil man dort besonders günstig einkaufen kann…Fiel mir grade noch dazu ein.

  8. die Kaltmamsell meint:

    Ich widerspreche, Sandra, Susann: Unsere Wegwerfgesellschaft priorisiert sinnlosen Konsum in einem Maß, dass es sich lohnt, hin und wieder innezuhalten und Neukäufe zu hinterfragen.

  9. Sandra meint:

    Das meinte ich mit „Augenmaß“. Damit ist ja wohl kaum gemeint, jede Woche 50€ bei einem Billigklamottenladen zu lassen. Schön, dass Susann mich scheinbar verstanden hat bzw. verstehen wollte ;)

  10. Modeste meint:

    Tatsächlich habe ich mir dieses Jahr vorgenommen, auf Fast Fashion zu verzichten. Ich habe deswegen „nur“ zwei Kleider gekauft. Bis jetzt fehlt mir nichts. Ich kaufe selten ganz billige Sachen, deswegen würde ich vermutlich Jahre auskommen, bis wirklich Mangel herrschte.

  11. Simone meint:

    Völliger Konsumverzicht ist aus meiner Sicht nahezu unmöglich. Das eigene Konsumverhalten kritisch zu betrachten, kann dagegen nie verkehrt sein. Dinge, die nicht zwingend neu sein müssen, sind gebraucht oftmals auch viel günstiger zu bekommen. Als Gelegenheitsradlerin habe ich mir ein gut erhaltenes gebrauchtes Rad gekauft, was für meine Zwecke völlig ausreicht. Der Kinderwagen, in dem schon meine beiden Kinder lagen, ist inzwischen 17 Jahre alt, funktioniert einwandfrei und diente außerdem noch dem Neffen und zwei weiteren Kindern als Gefährt. Gut erhaltene Kleidung und Spielsachen werden weitergereicht.
    Sicher sind das auf den ersten Blick nur Tropfen auf den heißen Stein. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Summe vieler solcher kleinen Beiträge durchaus etwas bewirken kann.

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