Journal Dienstag, 8. Oktober 2019 – Nachdenken über Zusammennehmen

Mittwoch, 9. Oktober 2019 um 6:56

Ungute Nacht, Aufwachen mit migränoidem Kopfweh. Krankmelden war aus verschiedenen Gründen nicht drin, also eine weitere Übung in Zusammennehmen. (Wäre ich spirituell veranlagt, interpretierte ich meine schmerzhaft verknoteten Hüftmuskeln vielleicht als körperliche Manifestation eines jahrzehntelangen Zusammennehmens, das ja nichts anderes ist als Bekämpfung meiner angeborenen Faulheit und Schlechtigkeit, nichts anderes als Im-Zaum-Halten von Schlamperei und Schlendrian. Dann wäre jetzt die ideale Medizin eine Spritze Schlendrian intramuskulär.)

Zum Glück regnete es nicht mehr, ich konnte radeln.

Ein Besprechungstermin verschaffte mir einen seltenen Anblick die Hansastraße runter.

Das Rad brauchte ich nämlich am Nachmittag: Ich war wieder als Schöffin zum Amtsgericht vorgeladen. (Die Kopfschmerzen waren bis dahin zum Glück weg.) Am Eingang wurde ich ungewohnt streng kontrolliert – fand gestern irgendein besonderer Prozess statt? Vorm Verhandlungssaal traf ich wieder auf die Schöffin, mit der ich bereits zweimal verhandelt hatte. Wir musste eine ganze Weile warten, denn unsere war die letzte Verhandlung in einer Reihe seit dem Vormittag, es hatte wohl Verzögerungen gegeben.

Herr Richter erklärte uns, worum es gehen würde: Betrug, der Beschuldigte hatte Hotelübernachtungen nicht gezahlt („Eingehungsbetrug“) und war mit der Bahn schwarzgefahren – beides in vielen, vielen Fällen. Doch schon die erste Schilderung der Sachlage machte klar, wozu die Verhandlung dienen würde: Der Herr hatte von scheinbar nichts auf gleich fast zwei Jahre lang Betrug an Betrug gereiht – was war nur passiert?

Das erwies die Verhandlung tatsächlich, und ich war wieder davon berührt, wie sehr es in Strafgerichtsverhandlungen um Menschen geht. Klar ist da eine Straftat, klar wird sie nach dem Strafgesetzbuchs strukturiert und eingeordnet, gemäß Prozessrecht untersucht. Doch dabei steht immer Menschenliches im Vordergrund: Welche Aspekte des Menschlichen waren bei all dem relevant? Ein Richter, eine Richterin muss sich in enorm kurzer Zeit ein Bild von dem/der Beschuldigten machen – und bislang war ich sehr beeindruckt, wie nachvollziehbar das Ergebnis jeweils war, wie geschickt, erinfühlsam und offen der Richter/die Richtern fragten. Gestern war es sehr schnell allen Beteiligten inklusive der Staatsanwältin ein Anliegen, dem Beschuldigten neben einer Strafe auch eine Zukunft mitzugeben.

Beim Heimradeln in milder Luft dachte ich an dem Zusammennehmen und Verknoten und dem Schlendrian weiter: Eigentlich hatte ich seit Monaten geplant, gestern Abend die halbjährliche Infoveranstaltung eines bestimmten, in Arbeitsnähe gelegenen Qi-Gong-Anbieters zu besuchen. Denn Qi Gong hatte mir in der Reha gefallen und gut getan, außerdem hatte ich Herrn Kaltmamsell dafür interessiert, der mitkommen wollte. Ein Anfängerkurs mit wöchtentlichen Qi-Gong-Stunden hätte dann am Mittwoch der kommenden Woche begonnen. Doch nun überlegte ich, ob ich mir da nicht zu viel aufhalste: Schließlich bin ich noch bis Anfang nächsten Jahres an die wöchentliche Reha-Einheit abends gebunden, Physio-Termine müssen untergebracht werden, noch habe ich große Hoffnungen, mein Theaterabo in dieser Spielzeit wirklich wahrzunehmen – und dann eine zusätzliche wöchentliche Verpflichtung? Vielleicht würde mir Qi Gong bei einem Start in einem halben Jahr noch viel besser tun. Ich plante um. (Zudem stellte sich heraus, dass auch Herr Kaltmamsell in einem halben Jahr besser Zeit dafür haben würde.)

Also statt Programm ein gemütlicher Restabend. Herr Kaltmamsell hatte Jamón-Brühe (Sie erinnern sich an den ganzen Jamón von vergangener Weihnacht? Brühe hat er aus dem Knochen gemacht) aufgetaut und damit schlichten Cocido madrileño gemacht, also ohne zusätzliches Fleisch, sondern nur mit geschmacksgebendem Tocino, Chorizo, Morcilla. Köstlich.

Zum Nachtisch garte ich die Riesenquitte in Alufolie im Ofen und servierte sie mit Joghurt und Honig – genauer je ein Viertel für jeden, weil bereits die tellerfüllend waren. Und wenn ich schon am Schwänzen war, schwänzte ich auch das abendliche Entspannungsbad (zudem war das Heißwasser noch nicht wieder zuverlässig hergestellt).

§

Nochmal der Ossi.
Ich finde es ziemlich naheliegend, dass mich zerstörerische, antidemokratische Bewegungen in dem Staat bewegen, dessen Pass ich an Grenzen vorweise – ob in meiner Geburtsstadt Ingolstadt (letztes Jahr verlinkte ich diesen Artikel) oder in Leipzig.

Michael Lühmann vom Göttinger Institut für Demokratieforschung schreibt im Kreuzer:
„Die Tiefe der DDR
Warum wählen Ostdeutsche besonders oft rechts?“

via @holgi

Verbissen werden positive Bilder gegen den ignoranten Westen verteidigt, heftig wird die Zurücksetzung nach 1989 beklagt, intensiv wird am möglichst widerspruchsfreien Bild des Ostdeutschen gebaut. Der Grund dafür ist recht simpel und verweist zugleich auf die Virulenz, aber auch Aufgeladenheit der Debatte: Sie dockt eben nicht unmittelbar an die ostdeutsche Freiheitsrevolution von 1989 an, sie beginnt nicht mit dem Niederringen von Diktatur, Mauer und Stacheldraht, sondern sie setzte bereits 2015 ein, als im Osten der Bundesrepublik, insbesondere in Sachsen, die rechte Regression in einer neuen (alten) Qualität zu wüten begann. Ist der Osten, der Ossi besonders rechtsextrem?

(…)

Der Kern des ostdeutschen Rechtsrucks nahm seinen Ausgang ausgerechnet in den Stadien des DDR-Fußballs, breitete sich vom Berliner BFC Dynamo auf weitere Stadien aus. Nicht zufällig jedenfalls ist die lange Geschichte rechter Fankultur bei Lokomotive Leipzig bis in die Jetztzeit, etwa im Umfeld von Legida, dem Sturm auf Connewitz oder den gewalttätigen Angriffen auf einen Türsteher auf Mallorca in jüngster Zeit lokalisierbar und historisch eingeordnet verlängerbar. Auch der ostdeutsche Antifaschismus stammt, mit etwas zeitlichem Versatz, noch aus den Tiefen der DDR. In Potsdam, Halle und anderswo entstand im antifaschistischen Staat eine staatsunabhängige Antifa. Der im Angesicht rechter Übergriffe etwa auf die Berliner Zionskirche auch längst sichtbare gewalttätige Rechtsradikalismus hatte das Entstehen einer staatsunabhängigen Antifa hervorgerufen und wirkt, als Gegenwehr gegen rechte Hegemonieversuche, bis heute spezifisch fort.

Auch die Revolution von 1989, die lange – und von ihrer Intention her auch zu Recht – als friedliche Freiheitsrevolution gefeierte Erhebung gegen die Herrschaft der SED, zeugt von jener frühen Teilung. Natürlich war der Ruf »Wir sind das Volk« zunächst ein emanzipatorischer, ein Aneignungsruf, der das »Wir« der Bevölkerung gegen das »Die« der Obrigkeit im Arbeiter-und-Bauern-Staat zurückforderte. Aber es gab eben auch 1989 jene, und Peter Richter berichtet davon in seinem wunderbaren Roman »89/90«, die schon 1989 das »Wir« mit dem »Volks«gedanken zu einen suchten – durchaus in einem völkischen Sinne: »Die Vorstellung eines ethnisch homogenen Volkes war an der Oberfläche zunächst kaum sichtbar, zeigte ihre Virulenz aber schon in den rassistischen Pogromen der frühen 1990er Jahre und jüngst in der Welle fremdenfeindlicher Hetze und Gewalt gegen Migranten sowie in den Wahlerfolgen der AfD«, so kürzlich der Historiker Ralph Jessen.

(…)

Es ist dies eine unbequeme Sicht auf die Lage in Ostdeutschland, die dreißig Jahre nach 1989 natürlicherweise zur Einordnung herausfordert. Und es ist, mit Blick auf Aufarbeitungs- und historische Verarbeitungsprozesse, auch ein normaler Effekt. Belastete Vergangenheiten, davon zeugt der beiderseitige Umgang mit der nationalsozialistischen Geschichte, werden erinnerungslogisch häufig abgespalten, Schuldigkeiten delegiert, Vorwürfe umgedreht. Das ist ein normaler Prozess der Erinnerungskultur, der am Anfang solcher Debatten steht. Aber um das zu brechen, ist es wichtig, sich mit offenem Visier der Vergangenheit zu stellen, sie anzunehmen, die sprichwörtlichen Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Das aber findet im selbstethnisierenden Teil der Diskussion um Ostdeutschland nicht statt, im Gegenteil, an ihren Extrempunkten gemeindet die AfD die »Wende« ein und in der populären Debatte wird der ostdeutsche Opferdiskurs gepflegt und mit einer westdeutschen Schulddebatte angereichert.

Apropos:

Zum Thread.

Noch aproposer:
Christian Gesellmann ist mit seinem Buch Ostdeutschland verstehen auf Lesereise und berichtet auf Krautreporter aus dem Osten:
„Die DDR war eine extreme Leistungsgesellschaft, das wird heute oft vergessen“.

Auf was die Verkäuferin hier so subtil anspielt, ist ein offensichtlich extrem präsentes Konzept davon, was ein „ordentlicher Mensch“ macht, und was nicht. Dazu gehört zum Beispiel zeitig Aufstehen und Abendbrot um sechs, und wer sich nach acht noch Bier im Konsum kauft statt zu Hause dem Schlaf entgegen zu fernsehen, mit dem muss ja irgendwas faul sein. Wer um 11 Uhr vormittags beim Bäcker immer noch Guten Morgen sagt, obwohl doch „schon beinah Mittag ist“, der muss ein Lotterleben führen. Wer in seinem Beruf nicht genug verdient, der ist selber schuld, wenn er nicht lieber was anderes macht. Wer seinen Zug verpasst, der ist nicht rechtzeitig aufgestanden. Wer müde ist, der ist nicht rechtzeitig ins Bett gegangen. Wer nach zehn noch Musik hört, ist ein Assi. Wer dick ist, kann sich nicht beherrschen. Wer auf die Fresse kriegt, der wird es schon irgendwie verdient haben, und wer vergewaltigt wird, hat sich wahrscheinlich wie eine Schlampe angezogen.

die Kaltmamsell

21 Kommentare zu „Journal Dienstag, 8. Oktober 2019 – Nachdenken über Zusammennehmen“

  1. Frau Klugscheisser meint:

    Über das Zusammennehmen habe ich auch oft nachgedacht. Meine Hüftgelenke sind halt der Schwachpunkt der Kette. Als die Schmerzen begannen, steckte ich mitten im Studium, das sehr viel Zusammennehmen und Disziplin bei der Durchführung neben meinem Beruf erforderte. Dann übte ich mich im Loslassen – körperlich als „aushängen“ von Dir bezeichnet, das nur geht, wenn man tatsächlich alle kleinen Muskeln loslässt, und seelisch, indem ich mir nicht nur Schlendrian, sondern auch (m)eine Reaktion auf Enttäuschung, Traurigkeit über verlorene Möglichkeiten und ein neues Selbstbild erlaubte. Danach war ich zwei Jahre schmerzfrei. Ob das kausal zusammenhängt, weiß ich nicht, nur, dass die jüngst wieder aufgetretenen Beschwerden nicht ursächlich körperlich sind, jedoch gleichzeitig mit einer Situation auftraten, in der ich mich über einige Monate sehr zusammennehmen musste.

  2. Chris Kurbjuhn meint:

    Das, was Christian Gesellmann da beschreibt, ist m. E. keinesfalls nur DDR-typisch. Das beschreibt auch exakt das Lebensgefühl der westdeutschen Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin.

  3. die Kaltmamsell meint:

    Auch ich dachte sofort an die alte BRD, Chris Kurbjuhn, allerdings an die ganz alte: Nämlich assoziierte ich die Nummer „Der Spätgammler“ der Lach- und Schießgesellschaft aus den späten 60ern/frühen 70ern (leider konnte ich online nichts zum Nachhören und Verlinken finden, deshalb löschte ich den Hinweis wieder). Lühmann erwähnt ja, dass die 68er im alten Westen etwas bewirkt haben, was es im Osten wohl nicht gab.

  4. Petra meint:

    Interessant, wo bei Ihnen die Grenzen der Spiritualität verlaufen – die Psychosomatik ist ja nun wirklich wissenschaftlich anerkannt. Und jetzt nehmen Sie sich mit dem Qigong die Chance, etwas zum Guten hin zu verändern. Vielleicht sollten Sie in einer Ihrer nächsten „spirituellen“ Phasen überlegen, welchen Gewinn (an Aufmerksamkeit, Mitgefühl, was auch immer) Ihnen die Krankheit bringt, dass Sie so daran festhalten.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Sehen Sie, Petra: Genau dieser „halt selber schuld“-Aspekt der Psychosomatik stößt mich so ab – Selbstzermarterung hatte ich in meinem erzkatholischen Aufwachsen genug.

  6. lihabiboun meint:

    @ Chris Korbjuhn: Das war auch mein allererster Gedanke, diese Redensarten kenne ich noch allzu gut …. (bin ja auch nicht mehr 25 …)

    Verehrte Kaltmamsell, ich sehe das Ganze gar nicht spirituell, sondern sehr sehr
    materialistisch (und das haben Wissenschaftler inzwischen auch nachgewiesen): Ich ärgere mich/bin frustriert/abgenervt -> Körper produziert schlechte Chemie -> die macht bei jedem was anderes: Verspannungen, Darmprobleme, Kopfschmerzen usw. Ich weiß wovon ich rede. Und trotz des Wissens und Dagegen-Angehens, tja … nicht so einfach.

  7. Petra meint:

    Ja. Klar. Aber das Ableugnen und Ablehnen von Zusammenhängen bringt Sie auch nicht weiter.

  8. die Kaltmamsell meint:

    Und schon sind wir wieder beim Grundsatzproblem, Petra: Woher nehmen Sie Ihre Sicherheit, diese Zusammenhänge zu kennen, die ich angeblich ablehne und ableugne?

  9. berit meint:

    Na dann meld ich mich doch auch nochmal und bedanke mich für den Artikel, der mich jetzt 20min gefesselt hat, zumal ich offline erst darüber mit der Familie philosophiert hatte. Danke auch nochmal für Ihren Kommentar vor ein paar Tagen, der mich stark grübelnd zurück ließ bzgl. warum man sich an manchen Stellen angegriffen fühlt etc.

    Gute Besserung weiterhin! Das Sie mit dem Qigong erstmal aussetzen kann ich verstehen, das Wort Freizeitstress kommt nicht von ungefähr und wenn eine eigentlich schöne Sache nur ein weiterer Pflichttermin wäre, wäre das gerade bei Qigong sehr schade drum

  10. Mareike meint:

    Wow, auf die Gefahr hin, mich lächerlich zu machen – solch einen grandiosen Alpenblick hat man von München aus?? Kein Wunder, dass alle dort wohnen wollen ;)

    Danke für die Schilderung aus dem Gericht, schade, dass Sie nicht mehr verraten dürfen.

  11. Lempel meint:

    Vielleicht ist die Ursache Ihrer Hüftschmerzen doch auch ohne esoterisches-spirituelles Beiwerk zu erklären. Eine Bekannte hatte vergleichbare Beschwerden, die sich innerhalb recht kurzer Zeit verschlimmerten. Zum Schluss waren die so arg, dass sie vor Schmerzen kaum mehr aus dem Auto aussteigen konnte. Diagnose Hüftdysplasie und neue Hüfte mit 47.

  12. Lempel meint:

    Und ja, die Beschreibung der DDR-Leistungsgesellschaft könnte man genauso auf die schwäbische Schaffe-Schaffe-Mentalität der Menschen meiner 70/80er Jahre-Kindheit beziehen.

  13. Leserin Aziza meint:

    Ich möchte mich auch nochmal zu Wort melden. Ich hatte vor einiger Zeit die multimodale Schmerztherapie empfohlen. Das, was Sie hier mit Zusammennehmen beschreiben, wird bei der Entstehung von chronischen Schmerzen auch Durchhalten, Durchhalteappelle oder Durchhalteverhalten genannt.
    Psychosomatik hat nicht diesen „halt selber schuld“ Aspekt, wie Sie ihn nennen, aber auch nicht den „Gewinn“ im Vordergrund, wie Petra es schreibt, sondern es geht um die Zusammenhänge von Körper und Seele/Geist in seinem sozialen Umfeld, also dem sogenannten bio-psycho-sozialen Modell. Dabei soll einem auch nichts aufoktroyiert werden. Wenn es Sie interessiert, kann ich Ihnen gerne Links dazu schreiben.
    Und es würde mich noch sehr interessieren, wieso Sie die Psychosomatik mit „halt selber schuld“ verbinden? Auch den sogenannten „Krankheitsgewinn“ (ich mag das Wort schon nicht) verbinde ich nicht damit, sondern z.B. mit Bedürfnissen, die ich nicht äußern kann oder anders keinen Raum bekommen, oder auch ganz anderen unbewussten Mechanismen oder inneren Konflikten etc ….

  14. Hauptschulblues meint:

    @Leserin Aziza:
    H. stimmt zu. (Und diese Betrachtungsweise ist weit weg von Esoterik.)

  15. die Kaltmamsell meint:

    Sie werden doch verstehen, Leserin Aziza, Hauptschulblues, dass ich die Empfehlungen der Reihe nach abarbeite – und das auch erst nachdem ich das Ding mit Auf-meinen-Körper-hören lange genug ohne Erfolg ausprobiert habe? Und da kommt die multimodale Schmerztherapie halt erst an 16. Stelle.

  16. Leserin Aziza meint:

    Da steht Qi Gong ja gar nicht drauf. Das muss ich Ihnen noch schnell empfehlen, sonst dürfen Sie ja in 6 Monaten nicht damit anfangen. Aber Spaß beiseite, ich finde Qi Gong wirklich gut, mache es selbst seit ein paar Jahren immer wieder mal.
    Viel lieber würde ich Ihnen ein MRT der Hüfte empfehlen, falls noch keins gemacht wurde, trau es mir aber fast nicht zu sagen. Und das nächste Mal lieber eine ambulante orthopädische Reha statt einer stationären. So, jetzt bin ich aber durch mit meiner Verlängerung Ihrer Empfehlungen.

  17. Petra meint:

    Psychosomatik und Gewinn gehören aus meiner Sicht nicht zusammen, das sind zwei verschiedene Aspekte, die ich lediglich in einem einzigen Post genannt habe. Psychosomatische Beschwerden sind nicht „weniger wert“ als rein organisch bedingte und auch nicht selbst verschuldet. Und alles andere als esoterisch. Die psychosomatischen Kliniken sind voll mit Patienten mit Beschwerden am Bewegungsapparat und Kopfschmerzen.

  18. Trulla meint:

    Ich denke, wenn ein Teil (egal welcher) erkrankt, leiden die anderen über kurz oder lang mit. So habe ich auch den Begriff Psychosomatik verstanden: es reicht nicht, nur ein Teil zu betrachten. Der Mensch ist komplex.
    Ihnen, liebe Frau Kaltmamsell, einen Rat zu geben, werde ich mich hüten. Meine eigenen Erfahrungen zur L i n d e r u n g von Schmerzen (ThermaCare, Stufenlagerung und Rotlicht) sind in Ihrer Liste mit aufgeführt. Das heisse Vollbad hätte eigentlich noch dazu gehört. Ich hatte einfach nicht vermutet, dass Sie jetzt erst darauf gekommen sind, wie gut das tut.

  19. Frau Irgendwas ist immer meint:

    Wow – der Alpenblick!
    Können Sie mich in das Besprehungszimmer schmuggeln, natürlich nur bei guter Sicht? Bin auch pflegeleicht, würde nur mit großen Augen auf dem Fensterbrett sitzen …

  20. leserin meint meint:

    ungesund wie passiv-aggressiv sie stets reagieren, kaltmamsell

  21. Antje meint:

    Ich finde es gut, wie sie versuchen, sich ihren Schmerzen langsam anzunähern. Ich bewundere auch ihre Geduld und die Gelassenheit mit sich selbst. Das Qi-Gong zunächst zu vertagen verstehe ich als einen wichtigen Schritt herauszufinden, was und wieviel sie sich gerade aufbürden können und wollen. Das wurde ja auch schon gesagt. Ich habe mir gerade erlaubt zu denken, dass ihr Umgang mit der Erkrankung genau richtig ist. Das fand ich entlastend. Es gibt nicht immer auf alles gleich eine Antwort. Die Kunst ist, das anzuerkennen.

    Und das ist gar nicht so weit weg von der Ost-West „Problematik“. Es wird immer wieder gewünscht, man würde doch endlich zusammen wachsen, so dass die Spaltung in Ost und West nicht mehr notwendig sei. Auch da habe ich versucht zu denken, warum wird das so vehement eingefordert? Es ist jetzt so, und vielleicht ist es sogar „richtig“ und gar nicht weiter schlimm.

    Die 68er waren die, die erstmals nach dem Krieg wieder aufgestanden sind und eingefordert haben. Sie haben die Depression aufgebrochen, die in den Nachkriegsjahren über dem Land lag. Das gab es im Osten nicht, sie sind von der einen Diktatur in die nächste gerutscht. Der politische Umgang mit dem Kriegsverbrechen war auf beiden Seiten unaufrichtig.

    Liebe Frau Kaltmamsell, ich bedanke mich für ihre täglichen Denkanstöße und ihre Offenheit!

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