Journal Montag, 7. Oktober 2019 – Abenteuer Busfahrt

Dienstag, 8. Oktober 2019 um 6:59

Es regnete gestern Morgen in Strömen. Normalerweise hätte ich mich in meine Gummstiefel gestellt und wäre unter einem Schirm in die Arbeit gegangen, doch diese drei Kilometer traue ich mir und meiner schmerzenden Hüfte derzeit nicht in guter Zeit zu. Ich hatte bereits meinen Regenponcho zu dem Gummstiefeln hervorgekramt, um missmutig darunter in die Arbeit zu radeln und überlegte, ob ich mich überhaupt schminken sollte, wenn der Regen gleich sowieso die ganze Kunst verwischen würde – als mir die Buslinie 62 einfiel: Anders als die U-Bahn erfordert diese Verbindung zwischen Sendlinger Tor und Heimeranplatz kein Umsteigen, und ich wollte sie eh mal ausprobieren.

Ergebnis: 30 Minuten von Tür zu Tür und damit fünf Minuten weniger als fit zu Fuß. UND es gab Abenteuer, die damit begannen, dass mit mir an der Haltestelle ein paar Oktoberfestreste warteten. Dann verhalf mir der weitschweifende Verlauf der Linie zur Entdeckung der Schlachthof-Friseure (mutige Benamsung – und genau das Gegenteil der typisch launigen Friseurnamen sonst), außerdem finde ich jetzt zur Alten Utting (hatte ich durchaus auf dem Stadtplan lokalisiert, aber mich immer gefragt, wo genau das sein sollte). An der Haltestelle Poccistraße stieg ein großer Pulk sehr diverser Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 und 16 ein, die alle Französisch sprachen (die beiden direkt neben mir machten schnell noch Spanisch-Hausaufgaben). Für einen Rollifahrer klappte der Busfahrer die Rampe aus. Ein kleines Mädchen lief mit dem Duft frisch eingepackter Brotzeit an mir vorbei. Kurz: Ich bekam wirklich etwas geboten für mein Geld.

Anstrengender Arbeitstag.

Der Regen hörte am Nachmittag auf. Da ich auf dem Heimweg noch ein wenig einkaufen wollte, versuchte ich ihn zu Fuß und langsam, mit viel Hüfteausschütteln und Beinaushängen vorher. Beim Vollcorner holte ich Milch aus der stählernen Kuh (die heutzutage nicht mehr so heißt, aber in den 1980ern unter diesem Namen vorerst vergeblich versucht worden war): Wegen Schlepperei werden wir zwar sicher nicht dauerhaft unseren Milchbedarf so decken, aber zumindest hin und wieder einen Teil. Außerdem besorgte ich Tomaten und Obst, darunter eine mächtige, sehr schiefe, aber angemessen duftende Quitte.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell um den Broccoli aus Ernteanteil Orecchiette.

Vor dem Schlafengehen ließ ich mir brav wieder mein Entspannungsbad ein – und stellte fest, dass es kein wirklich heißes Wasser in der Wohnung gab. Das hätte ich sonst gar nicht bemerkt, denn zum Geschirrspülen und Duschen war es warm genug. Doch ein Vollbad in lediglich warm ist zu kühl. Da ich den Heißwassermangel erst bemerkte, als die Wanne schon halb voll war, begann ich Wasser Wasserkocher-weise zu kochen und anzugießen, aber das war zu wenig: Ich setzte Töpfe mit Badewasser auf. Wie meine Oma seinerzeit.

§

Reporterin Michelle McQuigge lernt ihren neuen Blindenhund kennen:
„Hello Lucy! A reporter shares the emotional story of bonding with her guide dog“.

Lucy was born at the Seeing Eye, the oldest guide dog school in North America located in Morristown, N.J.

She spent 16 months learning basic commands and good behaviour in a home environment, then went through four months of specialized training to master commands only guide dogs need to know.

By the time I meet her in June 2019, Lucy has proven herself fully capable of keeping me safe. She’s passed tests requiring her to signal flights of stairs, flag upcoming street crossings, manoeuvre around both moving and stationary obstacles, even disobey commands that could put either of us in danger.

via @Christiane

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Montag, 7. Oktober 2019 – Abenteuer Busfahrt“

  1. lihabiboun meint:

    Ach ja, die Linie 62! Die Weltreise … alles Gute für die doofe Hüfte!

  2. Ruth P. meint:

    Meine Schwiegertochter arbeitete ein paar Jahre bei Seeing Eye in Morristown, und adoptierte dann ein ‘reject’ Schäferhund, der wegen Allergien aus dem Programmgenommen wurde. The best dog ever! Wir liebten ihn alle sehr.

  3. Joe meint:

    Nahe der Poccistr. ist die größte deutsch-französische Schule Deutschlands.

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