Journal Samstag, 5. Oktober 2019 – #WMDEDGT

Sonntag, 6. Oktober 2019 um 7:59

Am 5. jedes Monats möchte Frau Brüllen wissen: #WMDEDGT Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Gesammelt wird hier. Und so gibt es heute noch mehr Alltagsdetails als sonst.

Ausgeschlafen bis halb acht – das tat gut. Gleich nach dem Aufstehen die eine Qi-Gong-Schulterübung, die ich seit der Reha jeden Morgen versuche zu machen. In einen von meinen beiden Nicky-Hausanzügen geschlüpft, jetzt ist es morgens kalt genug dafür. Wie immer hatte ich am Vorabend die Cafetera gefüllt und auf den Herd gestellt, so dass ich ihn nur anschalten musste. Milch dazu mit dem Brummsummsel geschäumt, daraus große Tassen Milchkaffee für Herrn Kaltmamsell und mich bereitet, den wir wie immer an unseren jeweiligen Rechnern tranken, er an seinem Schreibtisch, ich am Esstisch.

Während der Espresso durchlief, hatte ich eine Waschmaschine mit dunkler Wäsche gefüllt und angeschaltet. Ich war mit Kopfweh aufgewacht, doch es verschwand mit einer Aspirin.

Gebloggt, dann noch die Twitter-Timeline seit Vorabend nachgelesen. Die Waschmaschine gab piepend bekannt, dass sie durchgelaufen war: Ihren Inhalt hängte ich zum Teil auf einem Klappständer im Wohnzimmer auf, zum Teil lud ich ihn in den Trockner.

Zähneputzen, Sportzeug angezogen: Erst nutzte ich ausführlich die Faszienrolle, dann wärmte ich mich zehn Minuten auf und turnte eine halbe Stunde Bauch- und Rückenübungen mit einer vertrauten Fitnessblender-Routine. Ca. 20 Prozent der Übungen hätten Hüfteinsatz erfordert, den mir die Schmerzen verwehren, während der Zeit dehnte ich ein bisschen herum.

Duschen, Schminken, Anziehen. Da es draußen greislich war, dunkel und regnerisch, wählte ich sehr praktische Kleidung: Jeans, bügelfreies T-Shirt, alten schwarzen Baumwollpulli. Für draußen schlüpfte ich in meinen Ledermantel und legte ein Halstuch um, zog feste Schuhe an.

Einkaufsrunde zu Fuß durch die Innenstadt: Nachdem ich Altglas in die Container am Nußbaumpark geworfen hatte, marschierte ich durch heftigen Regen unterm Schirm zu Hugendubel wegen einer Geburtstagsidee, holte Laugenzöpferl beim Zöttl, dann Lebensmittel (gemeinsame Einkaufsliste mit Herrn Kaltmamsell in der Smartphone-App Wishlist) beim Alnatura: Croissants und Semmeln, Kresse, Zwiebel, Zitrone, Bananen, Käse, Mehl 405, Milch, Hüttenkäse, Sahne, Feta, Räucherlachs, Kapern.

Es regnete jetzt weniger, ich machte noch einen Abstecher zum Sendlinger Tor, weil ich beim Vorbeigehen die vertraute Blumenstandlfrau gesehen hatte: Blumen für die schönste Vase.

Daheim lud ich alles ab und huschte nochmal schnell raus zum Briefkasten: Ich hatte die Post vergessen (u.a. Feedbackbogen zur Reha von der Deutschen Rentenversicherung – der mir zumindest ermöglicht hatte auch durchzugeben, dass es mir nach der Reha recht steil schlechter ging und dass nicht auf meine Bedürfnisse eingegangen worden war).

Die Blumen in die Vase drapiert.

Frühstück! Croissant mit Kirschmarmelade, Laugenzöpferl mit Chorizo, dann eine kleine Banane und eine noch vorhandene Mandarine mit Joghurt.

Eine Weile bastelte ich am Rechner Geburtstagsgeschenk, bis alles zu meiner Zufriedenheit gelöst war. Die Wäsche vom Morgen war weit genug getrocknet – oder ganz trocken aus dem Trockner -, dass ich sie gleich wegbügeln konnte.

Ich setzte mich in einen Sessel unter eine Lampe (durch die Fenster kam an diesem Regentag zu wenig Licht zum Lesen) und las die SZ vom Wochenende. Für Herrn Kaltmamsell als Leseempfehlung hob ich das Buch zwei zum Stand der deutschen Wikipedia auf, außerdem die Feuilletonseite über die vertraute Münchner Nußbaumstraße.

Beim Lesen aß ich noch eine Kürbissemmel mit Himbeermarmelade. Mir war kalt, ich wechselte in meinen neuen Kashmir-Hoodie. (Schlafzimmertür bleibt zu, Schlafzimmer ungeheizt. Was bei meiner Oma jahrzehntelang ohne Schimmelproblem funktioniert hat, sollte auch in unserer Wohnung klappen – ihr Wohnblock und der, in dem ich jetzt wohne, wurden zur fast gleichen Zeit kurz nach dem Krieg mit Ziegeln gebaut.)

Internet gelesen.

Das Abendessen wurde diesmal wieder von Herrn Kaltmamsell serviert: Chinakohl-Lachs-Nudeln.

Pflichtteil des Abends: Das Entspannungsbad. Ich hatte am Freitag einen muskelentspannenden Badezusatz gekauft, den wendete ich erstmals an. Und da ich eh schon nass und durchweicht war, zog ich Rasieren und Haarewaschen vom Sonntagmorgen vor.

Direkt zu Bett, dort noch ein wenig Buchlesen.

§

Nachruf auf Karel Gott in der New York Times (auf Englisch funktionieren zum Glück keine „Gott“-Kalauer):
„Karel Gott, Pop Singer Called ‘Sinatra of the East,’ Dies at 80“.

via @AnkeGroener

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Interessantes Thema, über das ich noch nie nachgedacht habe:

Unser Autor arbeitet als Psychiater in Brandenburg und trifft öfter auf Patienten mit rechter Gesinnung. Wie soll er als Therapeut damit umgehen?

Der Artikel dazu in der taz (gestern mal wieder einen Fünfer rübergeschoben):
„Rechts im Stuhlkreis“.

via @antjeschrupp

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Kleine Erinnerung, wo wir mit dem Brexit derzeit stehen (Ja, ich weiß: Auch mein Hirn versucht umgehend sonstwohin zu fliehen, sobald das Thema erwähnt wird. Blöderweise steckt es in meinem Kopf auf meinem Körper, und der gehört zur EU, sogar aus Überzeugung.) von Michael Spicer:
„the room next door – Liz Truss and Brexit“.

§

Ein Interview mit der wundervollen Maggie Smith von 2017:

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https://youtu.be/detAlTL9sbM

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Samstag, 5. Oktober 2019 – #WMDEDGT“

  1. Berit meint:

    Super interessanter Artikel aus der taz, auch aus der taz. Die Ohnmacht in der Diskussion mit rechts ist mir sehr bekannt.

  2. Kai meint:

    „the room next door “ ist soooo gut. Wo war der nur die ganze Zeit bisher…

  3. Sabine meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  4. Rina meint:

    Die Blumen, die Vase, sehr sehr schön.

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