Archiv für November 2019

Journal Dienstag, 12. November 2019 – Arbeiten bis zum Welthass

Mittwoch, 13. November 2019

Einen langen Brief aus der Schweiz bekommen, über den ich mich sehr freute.

Zu leichtem Regen in die Arbeit geradelt.

Wieder mal Nachdenken, wie ein Erwerbsarbeitstag verlaufen sein muss, damit ich nicht völlig fertig und mit Hass auf die Welt rauskomme, also viele Aufgaben oder wenige, anspruchsvolle oder mechanische? Bis jetzt steht leider nur fest: Er muss nach höchstens sieben Stunden brutto enden. Und ich merke, dass ich mich an gutem Gehalt festhalten kann.

Im Moment kommt im Büro auch noch Hochdruck dazu, in einem Tätigkeitsbereich, den ich ungern mache, außerdem einige Dinge, die gleichzeitig fertigwerden müssten plus neue Themen und Besprechungen. Wenn ich nach neuneinhalb bis zehn Stunden aus dem Büro komme, hasse ich das Leben und die Welt gründlich.

Symptomatisch: Gestern Abend suchte ich im Fernsehen nach The Good Doctor, weil ich dachte es sei schon Mittwoch.

Mittags rote Paprika, selbst gebackenes Brot, ein Stückchen Käse.

Ich hatte an diesem einzigen Feierabend der Woche ohne Termine eigentlich eine Einkaufsrunde geplant, doch dafür war es gestern zu spät (die Läden, die ich im Sinn hatte, schließen um 18 Uhr). Zumindest stieg ich daheim gleich mal auf den Crosstrainer für meine genehmigten 20 Minuten. Danach Dehnen und Igelball-Massage.

Nach dem Abendessen (Kürbiscurry-Rest vom Vorabend) zog Herr Kaltmamsell die aktuelle Folge Last Week Tonight aus dem Rechner: „SLAPP Suits“. Mag in den USA die Meinungsfreiheit rechtlich noch so viel weiter gefasst sein als hierzulande: Mit hanebüchenen Klagen, die von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind, aber Energie binden und ordentlich Geld kosten, können Angegriffene in zahlreichen US-Bundesstaaten wirkungsvoll Angst vor öffentlicher Kritik erzeugen. Also genau die Taktik, die zum Beispiel in Deutschland mit Unterlassungsklagen gegen queer.de angwendet wird. (Halten Sie durch bis zur großartigen Musical-Nummer am Ende.)

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https://youtu.be/UN8bJb8biZU

Danach schaffte ich noch ein Entspannungsbad.

§

Hinreißende Unterhaltung gestern auf Twitter:

Mein Favorit wahrscheinlich sind „burutçun“:

Mein Klassiker ist meines bayerisch-spanischen Vaters „Trummhahn“ für Truthahn (viel besser als das Original).
(Und wenn wir meinen Konsonantenhäufungs-ungeschickten Vater aufziehen, er solle doch mal Zwetschge sagen, wackelt er inzwischen immer ganz bedrohlich mit seinen Augenbrauen <3 <3 <3)

Journal Montag, 11. November 2019 – Leserunde zu Curry

Dienstag, 12. November 2019

Ich hatte den Wecker eh früher gestellt, um meine 20 Minuten Crosstrainer zu bekommen, wurde aber schon um fünf aus dem Bett gehebelt, als unter meinem Schlafzimmerfenster lustig Mülltonnen rangiert wurden (keineswegs von der Müllabfuhr – die ist hier geradezu rührend fürsorglich geschickt und leise). Die Nacht war von stechenden Schmerzattacken geprägt gewesen, ich musste immer wieder heftig in einen fiesen schmalen Muskelstrang im Becken drücken, damit der Schmerz bis hinunter in die Zehen aufhörte (ich lerne durchaus von den Stunden bei der Anfasserin). Ergebnis: Recht gerädertes Aufstehen.

Meine 20 Minuten Strampeln holte ich mir dennoch.

Radeln in die Arbeit, es war ziemlich kalt, aber noch kurz über Frost: Mit einer leichten Mütze und Handschuhen kam ich zurecht.

Im Büro regierte der einpapierlte Wahnsinn, erst kurz vor der Mittagspause hatte ich genug weggeschafft, dass sich meine Panik legte. Mittags eine Breze und Granatapfelkerne mit Joghurt, Nachmittagssnack eine Hand voll Nüsse.

Auf dem Heimweg noch ein paar Einkäufe: Brotzeit für die nächsten Tage.

Daheim wollte ich dringend Alkohol, ich fühlte mich vom Arbeitstag unangenehm gestresst. Zur Unfallprävention schnitt ich vorher zwei Butternut-Kürbisse in Würfel, die Herr Kaltmamsell zu einem großen Topf Kürbis-Cocos-Curry wie vergangenen Mittwoch verarbeitete: Die Leserunde traf sich bei uns. Aber dann machte ich Gimlets – die entspannende Wirkung des Alkohols trat beim ersten Schluck ein.

Ich räumte die Wohnung und deckte Tisch.

Dabei fiel mir auf, dass diese Wassergläser zu dem wenigen spanischen Erbe in meiner Wohnung gehören: Ich habe sie alle über viele Spanienurlaube voller Nocilla gekauft (immer das zweifarbige meiner Kindheit) und nutze sie als nostalgische Wassergläser (waren in spanischen Haushalten das Pendant zum Senfglas). Eben sehe ich, dass das Produkt 50. Geburtstag feiert – mit einem Rückblick auf TV-Spots und vor allem Gläser aus 50 Jahren!

Neben dem Kürbiscurry (Herr Kaltmamsell machte diesmal auf meine Bitte auch die Roti-Brote aus dem Originalrezept dazu – nicht so toll) gab es noch viel Käse und selbst gebackenes Brot. Wir sprachen über Bill Hayes‘ Insomniac City, das nur nicht alle von uns sieben überhaupt oder ganz gelesen hatten – mit geteiltem Echo. Vier, darunter ich, hatten die einfühlsamen Beobachtungen in New York und zu seinen Menschen genossen, fühlten sich an eigene Aufenthalte in New York erinnert und an die Einmaligkeit dieser Stadt, waren berührt von der Liebesgeschichte zwischen zwei so unterschiedlichen Männern und wie sie miteiander umgingen, einander gut taten, ich hatte ja schon von der Lektüre geschwärmt. Eine hatte einfach kein Interesse daran, hätte Literatur statt Essayistik bevorzugt, fand die Beobachtungen auswechselbar, vermisste in der beschriebenen Beziehung jegliches Anzeichen von Leidenschaft. Ich folgerte daraus in einer gedanklichen Abkürzung, dass ich offensichtlch ein sehr anderes Liebes- und Sexualleben habe.

Journal Sonntag, 10. November 2019 – Häuslichkeit unter Hochnebel

Montag, 11. November 2019

Überraschend lang geschlafen, fast zehn Stunden – aber das brauchte es wohl: Ich fühlte mich danach frisch und munter wie lange nicht. Der Tag war hochneblig grau und wurde sehr kalt.

Mit dem am Vorabend angesetzten Grundsauer Kommissbrot nach Brotdoc gebacken: Von den Gästen am Montag leidet eine unter Zöliakie, die andere liebt Roggenbrot ganz besonders, dieses wirklich reine Roggenbrot müsste ideal sein.

Zwei Maschinen weiße Wäsche, darunter Bettwäsche.

Nach dem Bloggen die von Frau Physio erlaubten 20 Minuten Crosstrainer: Davor ausführlich Faszienrolle, danach ausführlich Bauchmuskelübungen – gerade, seitliche, untere, schräge.

Zum Frühstück ein Restschälchen Coleslaw und zwei Stück Zwetschgendatschi.

Nachmittags mehr Ausführlichkeit: Ich bügelte. Ablenkung in der ersten halben Stunde war ein Podcast: Holger Klein spricht mit Steffi Hornung, die seit anderthalb Jahren in Santiago de Chile lebt, über die politische Lage ihres Gastlands. Nach erfolgreichem Bügeln noch ein Stück Zwetschgendatschi.

Es war mittlerweile längst dunkel, doch mich zog es in die frische Luft, von der man so viel hört: Nach einem Telefonat mit meiner Mutter (allen geht es gut) zog ich mich warm an für einen Schaufensterbummel. Ich spazierte die Sendlinger Straße und Theatinerstraße bis zum Odeonsplatz, meanderte westlich davon zurück nach Hause.

Daheim holte ich mit Herrn Kaltmamsell die Balkonpflanzen herein. Er hatte nach Joggen und einem weiteren Verlassen der Wohnung bereits darauf hingewiesen, dass es sich draußen nach Nachtfrost anfühlte; mein Spaziergang hatte Zweifel ausgeräumt. Ich entkernte noch einen Granatapfel als Brotzeit für Montag, räumte Wohnung auf bis zum Nachtmahl: Reste der Gans und Gänsefüllung, ein viertes Stück Zwetschgendatschi.

Den Tatort ließen wir nach der Tagesschau nur kurz laufen (Meret Becker gehört zu den Schauspielerinnen, die ich mir in allem ansehe), dann ließ ich mir ein Entspannungsbad ein – meiner Hüfte geht es wieder deutlich schlechter.

Im Bett weiter mit Genuss Beloved gelesen.

Journal Samstag, 9. November 2019 – Start der Gänsebratensaison

Sonntag, 10. November 2019

Den Nachtschlaf störten böse Kopfschmerzen, ich nahm in den frühen Morgenstunden Ibu und schlief fast bis neun.

Zügiges Bloggen und Anziehen, die Pläne für eine kleine Einheit Crosstrainer (Frau Physio hatte mich zu einer Beschränkung auf 20 Minuten ermahnt, dafür aber täglich erlaubt) ließ ich fahren: Ich wollte dringender mit Herrn Kaltmamsell einkaufen – er muss an diesem Wochenende viel arbeiten, eine Stunde Einkäufe hatten wir als gemeinsame Quality Time vereinbart.

Erstes Ziel unter grauem Himmel (aber nicht sehr kalt) war der gewohnte Wild- und Geflügelhändler auf dem Viktualienmarkt – der umgezogen war, aber anhand der Fotos im Web konnte ich ihn lokalisieren: Ich hatte mir Gänsebraten gewünscht. Ich kaufte also für teuer Geld eine fünf Kilo schwere glückliche Bauerngans aus Niederbayern.

Dann liefen wir quer über den Gärnterplatz rüber zum Klenzemarkt. Beim Kreuzen der Fraunhoferstraße begutachtete ich die neue Verkehrssituation: Mir war nicht ersichtlich, woraus sich das komplette Halteverbot ableiten lässt, das die Anwohnenden in der Bürgerversammlung als unerträglich kritisiert hatten, ich fand kein Schild, das Halten zum Ein- und Ausladen, zum Ein- und Aussteigen verbot. Auch in der Straßenverkehrsordnung fand ich später keinen Passus, aus dem sich das ableiten ließe. Was übersehe ich?

Ausführlicher Käseeinkauf auf dem Klenzemarkt schon für Gäste am Montag. Am vertrauten Käsestand statt des gewohnten Herrn mittleren Alters zwei jüngere – von denen einer dem sonstigen Standler so ähnlich sah, dass ich sofort auf Sohn tippte (gefragt habe ich natürlich nicht). Nächste Station (Herr Kaltmamsell murrte bereits, weil wir die eingeräumte Stunde überschritten) Edeka (Sandwich-Toast für Schulunterricht – fragen Sie nicht), dann noch eine Runde durch den Basitsch (Wein, Rübenkraut, Milch).

Daheim setzte ich Hefeteig für Zwetschgendatschi an (die Zwetschgen hatten halbiert und entsteint im Gefrierschrank auf ihren Einsatz gewartet, da ich direkt nach der Ernte vom elterlichen Baum keine Zeit zur Verwertung gehabt hatte). Ich erinnerte Herrn Kaltmamsell daran durchzurechnen, wann die Gans in den Ofen musste: Unser erprobtes Rezept geht von vielen Stunden bei niedriger Temperatur aus.

Zum Frühstück unterwegs geholte Semmeln.

Erst als ich nach einer Stunde nach dem Geh-Stand meines Hefeteigs sah, fiel uns beiden der Denkfehler auf: Der Datschi benötigte denselben Ofen wie die bereits vor sich hin garende Gans. Lösung: Die Gans musste eine halbe Stunde Garpause einlegen, in der das Datschi-Blech ihren Platz einnahm.

Guter Datschi, es gab ihn Nachmittags mit Sahne.

Die Karriere der Gans, die sich als gut genährt und damit fett herausstellte.

Sie bekam eine Zwiebel-Apfel-Kürbis-Thymian-Füllung.

Garpause für Zwetschendatschi. Im Topf die Brühe zum regelmäßigen Übergießen.

Nach sechs Stunden bei 120 Grad (hätte noch eine halbe Stunde vertragen, Fleisch war noch nicht ganz so weich, wie es hätte sein können).

Gehungert hat’s sicher nicht, das Ganserl. (Dazu kam das Fett aus dem Bauchraum, das Herr Kaltmamsell vor dem Füllen entfernt hatte – auf dem ersten Foto zu sehen.)

Geschmack ausgezeichnet, die Füllung besonders köstlich. Und es blieb natürlich noch genügend für Sonntag.

§

„Germany Has Been Unified for 30 Years. Its Identity Still Is Not.“

„Strangers in their own land“, also Fremde im eigenen Land: Nationalistische Kräfte nehmen dieses Gefühl für weiße Menschen in Anspruch, deren Vorfahren alle in derselben deutschen Region lebten und Deutsch-Muttersprachler waren – und die mit dem Zuzug von Menschen aus anderen Gegenden der Welt und aus anderen Kulturen nicht zurecht kommen. Dieser Artikel der New York Times porträtiert anlässlich von 30 Jahren Mauerfall Menschen, die viel mehr Grund dazu haben, sich als Fremde im eigenen Land zu fühlen: Deutsche, die nicht weiß sind, die nicht auf mehrere Generationen von Deutsch-Muttersprachlern als Vorfahren zurückblicken – und die von anderen Deutschen ausgegrenzt werden. Gleich der Einstieg schneidet mir ins Herz:

Abenaa Adomako remembers the night the Berlin Wall fell. Joyous and curious like so many of her fellow West Germans, she had gone to the city center to greet East Germans who were pouring across the border for a first taste of freedom.

“Welcome,” she beamed at a disoriented-looking couple in the crowd, offering them sparkling wine.

But they would not take it.

“They spat at me and called me names,” recalled Ms. Adomako, whose family has been in Germany since the 1890s. “They were the foreigners in my country. But to them, as a black woman, I was the foreigner.’’

Übersetzung als Fußnote.1
(…)

Two decades after the country stopped defining citizenship exclusively by ancestral bloodline, the far right and others have started distinguishing between “passport Germans” and “bio-Germans.”

Eine sehr gute Statusaufnahme unseres Kampfs um deutsche Identität (inklusive sehenswerter Fotos). Ich beanspruche ja Deutschtum durchaus kämpferisch für mich (bemerkenswert, dass der Artikel alle Protagonisten und Protagonistinnen mit „identifies as…“ beschreibt – I identify as German), gerade weil es mir nicht angeboren ist (zur Erinnerung: spanischer Gastarbeitervater, meine Mutter ist Tochter einer polnischen Zwangsarbeiterin, die nach dem Krieg in Deutschland blieb, und war bis zu ihrer Heirat staatenlos, danach wie ihr Ehemann spanisch Staatsbürgerin, die Familie und somit ich bekamen 1977 die deutsche Staatsbürgerschaft, da war ich elf). Ich kann aber auch nachvollziehen, dass Einwandererkinder (looking at you) aus Protest gegen ständige Ausgrenzung die deutsche Staatsbürgerschaft ablehnen – und möchte gerade die so gerne anwerben als Schöffinnen und Schöffen, Wahlhelfende.

§

Die wundervolle Hannah Gadsby beantwortet in einer Talk Show Fragen über ihren Autismus und erklärt Details an konkreten Situationen, inklusiver der, in einer Talkshow zu sitzen.
via @DonnerBella

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https://youtu.be/PaT__mzkHbA

  1. Abenaa Adomako erinnert sich an die Nacht des Mauerfalls. Überglücklich und neugierig wie viele andere Westdeutsche war sie ins Berliner Stadtzentrum gefahren, um die Ostdeutschen zu begrüßen, die in Scharen über die Grenze kamen, um die neue Freiheit auszutesten.
    „Willkommen!“, rief sie einem orientierungslos wirkenden Paar zu und bot ihm Sekt an.
    Sie lehnten brüsk ab.
    „Sie bespuckten und beschimpften mich“, erinnert sich Adomako, deren Familie seit den 1890ern in Deutschland lebt. „Sie waren die Fremden in meinem Land. Doch weil ich schwarz bin, war ich für sie die Fremde.“ []

Journal Freitag, 8. November 2019 – Ersehntes Ende der Arbeitswoche, Beifang aus dem Internetz

Samstag, 9. November 2019

Ich war ja erst nach elf im Bett gewesen, noch dazu konnte ich überdreht nicht gleich einschlafen (nicht wegen der Bürgerversammlung, sondern wegen Arbeitsdingen, die ich während der Bürgerversammlung vergessen hatte) – dafür wachte ich schon um fünf auf. Ach, ich hatte in den Nächten davor genug geschlafen, da machte das ja nichts. Und ich hatte ja noch den Blogpost über die Bürgerversammlung zu schreiben. (Direkt vor der Veranstaltung hatte ich mich so erledigt gefühlt, dass ich eigentlich geplant hatte, diesmal nur eine vage Zusammenfassung zu posten, doch dann fand ich bereits den Bericht von Bürgermeisterin Strobl so interessant, dass ich anfing mitzuschreiben.)

Wie immer holte mich die Müdigkeit erst am späten Vormittag ein.

Mittags ein Laugenzöpferl, ein Becher Dickmilch, zwei Äpfel.

Ich fühlte mich sehr erschöpft und machte relativ pünktlich Feierabend, freute mich auf den Abend mit Herrn Kaltmamsell und einige Einkäufe davor im Vollcorner.

Dort verlockte mich ein junger Mann vorm Weinregal zu einem Probierschluck: Ich hatte abgelehnt, wollte aber gern mehr über die vorgestellten Weine wissen. Als er den apulischen Rotwein als etwas restsüß beschrieb, da die Trauben dafür antrocknen, wollte ich dann doch probieren. Interessante Rosinennote, und der eine Schluck knallte auf leeren Magen wie zwei Cocktails.

Ist natürlich übertrieben, ich radelte problemlos heim (kühler, grauer Tag). Dort gab es Gin Tonic, während Herr Kaltmamsell den Chinakohl aus Ernteanteil mit Kartotten aus derselben Quelle und mit Walnüssen, Majo und Joghurt zu Coleslaw verarbeitete. Dann briet er uns ein wundervolles Entrecȏte (hier mit Brutzeltönen als Filmchen).

Ungestellte Abendessensituation. Dazu ein Glas spanischen Prometus.
Früh ins Bett.

§

Wofür ich das Techniktagebuch immer wieder aufs Neue liebe: Einblicke in wirkliche Alltagstechnik anderer Leute, von der ich sonst nie erführe. (Die pragmatische Redaktionspolitik hat schon früh Diskussion über den Begriff mit dem Beschluss abgekürzt, dass jede Technik für irgendjemand Alltag ist.) Hier zum Beispiel:
„Alles wird besser: 33 Jahre Fortschritt in der Diabetes-Behandlung“.

§

Die Autorin und Feministin Margarete Stokowski hat den Tucholsky-Preis gewonnen, ich freue mich sehr für sie. In ihrer Rede zur Preisverleihung erklärt sie nicht nur, warum er etwas Besonderes ist und für sie eine besondere Auszeichnung, sondern auch was es für sie bedeutet, eine politische Autorin zu sein.
„‚Ich denke dann kurz: Ja, normal'“

Ich frage mich auch: Wie gesund ist das eigentlich, einen Job zu machen, bei dem man Morddrohungen irgendwann normal findet, und bei dem man sich daran gewöhnt, dass diejenigen, die diese Drohungen schreiben, oft nicht gefunden werden?

(…)

Man ist als politische Autorin in diesem Land heute nicht besonders gut geschützt, und das liegt unter anderem daran, dass diejenigen, die für den Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit eigentlich zuständig wären, ihre Arbeit zum Teil nicht gut machen. Es gibt dort Leute, die sich Mühe geben, aber es gibt auch die, die komplett versagen.

(…)

Im Einstellungsschreiben stand: „Ein öffentliches Interesse, das die Strafverfolgung gebietet, liegt nicht vor.“ – Sicher? Ich würde gern glauben, dass es ein öffentliches Interesse daran gibt, dass Autorinnen Texte schreiben können, ohne erklärt zu kriegen, sie sollten verprügelt, erschossen und verbrannt werden. Das scheint mir nicht zu viel verlangt.

§

Generalisierende Häme über die Arbeit von Politikerinnen und Politikern tut keiner Diskussion gut. Gerade die Unterstellung, jemand würde diese Karriere aus Faulheit oder Bequemlichkeit einschlagen, zeugt von bodenloser Ignoranz. Bundestags-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg ist in dieser Legislaturperionde zum ersten Mal dabei und erzählt im Interview über den Alltag, nachdem im Bundestag innerhalb eines Tages zwei Politiker zusammengebrochen sind:
„Linken-Abgeordnete über Bundestagsarbeit
‚Der Preis ist zu hoch'“.

§

Am 9. November jährt sich der Fall der Mauer zum 30. Mal. Annette Ramelsberger, die ich in den vergangenen Jahren als Gerichtsreporterin der Süddeutschen sehr zu schätzen gelern habe, war ab Januar 1989 mit 28 Jahren für den Nachrichtendienst AP Korrespondentin in der DDR.
„Wie viel Geschichte verträgt der Mensch?“

Die Stasi tat weiter ihre Arbeit, ich versuchte, meine zu tun: Ich wollte durch diese Milchglasscheibe schauen, die die DDR vor den Augen westlicher Journalisten aufgestellt hatte. Wir bekamen keine Gesprächstermine, durften nicht mal DDR-Bürger ansprechen. Also schlichen wir zu Informanten.

(Selbst habe ich keine Geschichte anzubieten, wie ich den Mauerfall als Studentin in Augsburg erlebte. Ich erfuhr aus dem Radio davon, doch dieser historische Moment gehörte zu den Augenblicken, die mich komplett überforderten – als Westdeutsche konnte ich einfach verdrängen. Wie Ramelsberger schreibt: „Bis die Menschen auf der Mauer tanzten, deutete kaum etwas auf den Untergang des Regimes hin.“)

Journal Donnerstag, 7. November 2019 – Bürgerversammlung Stadtbezirk 2 mit einem großen Thema

Freitag, 8. November 2019

Nachdem es in den Bürgerversammlungen des Münchner Stadtbezirks 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt in den vorherigen Jahren vor allem um die Sicherheit und den Raum von Rad- und Fußverkehr gegangen war, stand im Mittelpunkt der gestrigen jährlichen Bürgerversammlung das Recht auf Autoverkehr, vor allem in stehender Form. Von der ungewöhnlich hohen Anzahl von über 60 Anträgen bezog sich mehr als ein Drittel auf die neue Verkehrsführung in der Fraunhoferstraße.

Ich hatte bereits der Lokalpresse entnommen, dass im Juli die Fraunhoferstraße als Pilotprojekt in einer von den Anwohnern als Hauruck-Aktion empfundenen Maßnahme von allen ca. 130 Parkplätzen befreit wurde, statt dessen beidseitig mit einem aufgemalten Radweg ausgestattet – hier zeigt die Website des Bayrischen Rundfunks Bilder. Anträge genau dafür hatte es in den vergangenen Bürgerversammlungen bereits gegeben, meiner Erinnerung nach waren sie aber abgelehnt worden – zu verwegen hatte die Idee geklungen.

Nun ist der Aufruhr groß: Antrag um Antrag für Sonderhalte- und -parkrechte der Anwohner (auch der Seitenstraßen, die nach eigenen Aussagen jetzt noch schwieriger einen Parkplatz finden), von ausschließlichem Parkrecht für Anwohner über Sonderanlieferzonen, besserer Markierung der bereits eingerichteten solchen Zonen bis zu sofortigem Abbruch des Pilotprojekts. Dazu mehrere Anträge auf Einführung einer Tempobeschränkung auf 30 Stundenkilometer – die jetzt scheinbar breitere Straße, die ja schnurgerade von der Blumenstraße bis an die Isar führt, ist wohl zur Rennstrecke geworden. Und schließlich einige als Anträge formulierte Appelle, künftig doch bitte die Anwohnenden in Planung miteinzubeziehen, zumindest aber vorher ausreichend zu informieren (gemeint war vermutlich: direkt und individuell zu informieren, denn selbstverständlich waren Beschluss und Planung öffentlich gewesen und veröffentlicht worden).

Mit großer Mehrheit angenommen wurde davon lediglich das letzte Thema, alle anderen Details stießen auch in der gestrigen Bürgerversammlung auf unterschiedliches Echo (sogar einer der Anwohner hatte einen Antrag auf weiteren Ausbau des neuen Radwegs gestellt inklusive baulicher Abgrenzung zur Straße mit Mauer oder Pflanzen) – es gab immer wieder unwillige Zwischenrufe (eine Bürgerversammlung sieht keine Diskussion vor, sondern nur Anträge oder Anfragen, auf die am Ende und vor Abstimmung Fachleute von der Stadt wenn möglich reagieren).

Klar wurde für mich mal wieder: Farbe auf der Straße ist keine Infrastruktur, solche punktuellen Eingriffe in den Straßenverkehr vergrößern die Verkehrsmissstände in der Innenstadt eher. Es braucht dringend einen übergreifenden Plan. (Und ich nahm mir vor, möglicht bald mal selbst in der Fraunhoferstraße vorbeizuschauen: Da dürfen wirklich Autos nirgends auch nur mal kurz anhalten?)

Bürgermeisterin Christine Strobl leitete die Versammlung (sie wird in der nächsten Kommunalwahl nicht mehr kandidieren, ich werde sie vermissen), die Grundschul-Turnhalle, in der wir uns wieder trafen, war richtig voll. Sie präsentierte anfangs Lage und Zahlen der Stadt München und unseres Stadtbezirks 2. Strobl legte Wert darauf, dass die Stadt München nie eigene Wohnungen verkaufe, sondern im Gegenteil aufkaufe, dass ohnehin Infrastruktur wie Stadtwerke nie privatisiert worden sei (hätten schließlich Bürgerinnen und Bürger durch ihre Steuern finanziert). Die Finanzen sehen sehr gut aus, die Schulden der Stadt (derzeit 680 Mio. Euro) werden weiter reduziert, die Steuereinnahmen sind auf einem Allzeit-Hoch, die Stadtbezirke erhalten höhere Budgets zur eigenbestimmten Verwendung (Strobl forderte dazu auf, Ideen für den Einsatz dieser Gelder einzureichen).

Der neue Bezirksratvorsitzende Andreas Klose von der Rosa Liste, Nachfolger seines vergangenes Jahr verstorbenen Parteifreunds Alexander Miklosy, berichtete vor allem über die großen Bauprojekte im Viertel. Unter anderem erfuhr ich, dass der Bau des neuen Münchner Hauptbahnhofs erst 2033 so weit sein wird, dass wir uns über die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes unterhalten können. Klose verwies darauf, dass in unserem Stadtbezirk 2 das Budget auch ausgegeben wird (womit seinen Worten zufolge andere Stadtbezirke Schwierigkeiten haben) – für ihn der Beleg, wie lebendig und quirlig das Viertel ist.

Programmpunkt Polizeibericht: Polizeidirektor Hans Reisbeck nannte Zahlen aus der Polizeistatistik, nach denen die Kriminalität weiter sinkt, unter den Straftaten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz den größten Anteil haben (Bahnhofsviertel halt), es im vergangenen Jahr allerdings lediglich 25 Wohnungseinbrüche gab. Der Verkehr nehme zu, es habe aber weniger Unfälle mit Fußgängern oder Radfahrern gegeben – schrecklicherweise kamen dabei zwei Radler ums Leben.

Unter den Anträgen gab es neben der Fraunhoferstraße ein weiteres Schwerpunktthema: Geruchsbelästigung am Schlachthof, einige Anwohner erkundigten sich oder forderten schnelle Abhilfe. Dazu gab jemand vom Referat Gesundheit und Umwelt gleich nach Abschluss der Antragsstellungen Auskunft: Ursache ist eine neue Abwassertechnik seit Anfang des Jahres. Der Betreiber installiere derzeit eine Luftreinigungsanlage, die hoffentlich das Geruchsproblem löse. (Der Antrag einer Anwohnerin, den Schlachthof ganz zu schließen, weil sowas nicht in die Stadt gehöre, wurde übrigens mit großer Mehrheit abgelehnt.)

Weitere Anträge und Themen (insgesamt ein Drittel von Frauen gestellt, zwei Drittel von Männern) – fast ausschließlich zu Verkehr:

  • Anregungen zur Verschönerung von Plätzen im Viertel (immer unter Aufgabe von Parkplätzen)
  • mehr Anwohnerparkplätze (mehrfach)
  • Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk (angenommen)
  • Nutzung der Braunauer Eisenbahnbrücke auch als Fußgänger- und Radlbrücke über die Isar (ein Evergreen in der Bürgerversammlung – aber die Bahn will nicht)
  • Zuparken von Gehwegen durch Fahrräder und E-Roller
  • Verkehrsberuhigungen bestimmter Straßenabschnitte
  • Fußgängerüberwege über die Wittelsbacherstraße
  • Verbesserungen Radwegführung, mehr Grünbepflanzung (alle solche Anträge wurden angenommen)
  • Fütterungsverbot von „Raben“ (schön wär’s, das sind alles Krähen – so oder so abgelehnt)
  • ein seit Jahrzehnten verfallendes Haus in der Geyerstraße
  • Installation von Überwachungskameras zur Verhinderung von Graffiti (abgelehnt)
  • Lärmbelästigung durch eine 23-Stunden-Bar
  • Wohnbebauung Viehhofgelände nicht profitorientiert gestalten (angenommen, eh)
  • Gärtnerplatzfest
  • Maßnahmen „gegen Obdachlose“ am Gärtnerplatz und in der Reichenbachstraße (abgelehnt)

Dieses Jahr begleitete mich Herr Kaltmamsell – dem ich erst als wir saßen verriet, dass es sehr wahrscheinlich fast nur um ein Thema gehen würde (er liest keine Zeitung), nämlich um die Fraunhoferstraße. Die vielen Anträge und die geteilten Meinungen bei der Abstimmung per Handzeichen (es musste vielfach durchgezählt werden, da die Mehrheit nicht auf den ersten Blick ersichtlich war) verlängerten diese Bürgerversammlung bis kurz vor elf; das nächste Mal, meinte Herr Kaltmamsell, lasse er sich lieber wieder von mir erzählen.

Einer der letzten Anträge, über die abgestimmt wurde, setzte die Stimmung des Abends auf versöhnlich: Bewohnerinnen eines Hauses an der Wittelsbacherstraße, die direkt an die Isar grenzt, wünschten sich auf der Höhe ihres Hauses einen „sicheren Zugang zur Isar“, um im Sommer darin baden zu können, also eine Treppe oder eine kleine Plattform. Allgemeines Schmunzeln bei der Antragsverlesung, und als er zur Abstimmung kam, hörte ich hinter mir ein leises „Gönn ihnen“: Antrag angenommen, der Stadtrat wird sich damit befassen.

§

Vielleicht, vielleicht, vielleicht werden meine Hüftbeschwerden besser.
Seit dem Tag nach dem kräftigen Anfassen fühlen sich einige BänderFaszenMuskelstränge nicht mehr ganz so fest an und lassen mir mehr Beweglichkeit. Zum Beispiel kann ich mit fast geschlossenen Beinen stehen (Leidensgenossinnen wissen, wovon ich schreibe). Auch die Nacht auf gestern war gut.

Ein klarer, sonniger Tag. Und es war Tag der grünen Welle, ich flog geradezu mit dem Rad in die Arbeit. Den Rückweg versuchte ich über die Theresienwiese zu nehmen, in den vergangenen Jahren war sie um die Zeit wieder passierbar – nicht dieses Jahr, es steht noch eine Menge Oktoberfest rum.

§

Für Edition F schreibt Josephine Apraku:
„Warum ich weißen Menschen ab sofort nicht mehr von meinen persönlichen Rassismuserfahrungen erzählen werde“.

An mich wird, wenn ich schreibe, auf Podien spreche und manchmal wenn ich Workshops gebe, häufig die Erwartung gerichtet, dass ich explizit meine Rassismuserfahrungen schildere. Weiße Menschen hoffen für ihr eigenes Lernen zu Rassismus auf persönliche Erfahrungsberichte von Schwarzen Menschen/PoC, die ihnen einen Einblick in deren Erleben geben. Dabei ist das Internet voll von haarsträubenden Berichten, Tweets, Facebook-Posts, Videos, Blogeinträgen und Podcasts, in denen Menschen detailliert ihre alltäglichen Gewalterlebnisse schildern: Ich denke spontan an den Hashtag #metwo auf Twitter und diverse Videos rassistischer verbaler oder körperlicher Angriffe. Es ist also nicht so, als wären weiße Menschen auf die Schilderung meines persönlichen Traumas angewiesen, um Rassismus verstehen zu können. Außerdem: All die Zeugnisse, die teilweise brutalster rassistischer Gewalt ein Bild geben und die im Internet für alle frei verfügbar sind, haben bisher nicht zu mehr Empahtie oder einem gesellschaftlichen Wandel geführt.

(…)

Ich – Schwarze Menschen und Menschen of Color – müssen unseren eigenen Schmerz, unsere alltägliche Ausgrenzung nicht wieder und wieder zur Verfügung stellen, um für Weiße Räume des Lernens zu ermöglichen.

Journal Mittwoch, 6. November 2019 – Kein Theater, aber aus ganz neuen Gründen

Donnerstag, 7. November 2019

Nacht mit unruhigen Träumen, um vier von heftigen Kofschmerzen aufgewacht, Aspirin genommen.

Das mit dem Kopfschmerzen hatte bei Weckerklingeln migränoide Nebensymptome: Gähnen und wüstes Verschreiben/Vertippen beim Bloggen.

In der Arbeit dann Kanonade von ambulanten Querschüssen, um die Mittagszeit (Hüttenkäse und Joghurt mit Bananen) war klar, dass ich meinen Tagesplan nicht durchziehen können würde: Feierabend spätestens halb vier, um genug Energie für den abendlichen Theaterbesuch zu haben. Es wurde dann halb fünf – doch ich erhielt mir die Motivation.

Abwechselnd Wolken, Sonne, Regen, ich blieb aber auf allen Wegen trocken.

Auf dem Heimweg besorgte ich einen Kürbis fürs Abendbrot, daheim schälte und würfelte ich ihn schon mal. Als Herr Kaltmamsell nach Hause kam, hatte ich auch schon Zwiebeln gehackt. Ziel war das Kürbis-Kokos-Curry aus Immer schon vegan: Da Herr Kaltmamsell regelmäßig indisch kocht, hatten wir die sonstigen Zutaten eh daheim – wie sich herausstellte, hatte er sogar frische Curryblätter eingefroren (ich wusste nur von den getrockneten in der Gewürzschublade).

Das Curry schmeckte ganz ausgezeichnet, auch wenn statt der scharfen grüner Chilli grüne Paprika drin waren.

Wirklich gern machte ich mich mit dem Rad auf den Weg zu den Kammerspielen, stellte das Rad am Nachbarhaus ab, stopfte Mütze und Warnjacke in die Manteltaschen, sperrte mein Rad ab, spazierte ins Theater – und kam nicht weiter als bis zu Innentür: Dort erklärte ein Angestellter den eben Angekommenen, dass eine halbe Stunde zuvor ein Schauspieler zusammengebrochen sei und der Arzt die Vorstellung abgesagt habe. Er verwies auf die Möglichkeiten des Kartentauschs und auf eine Vorstellung von Yung Faust in der Kammer 2, die eine halbe Stunde später beginnen würde.

Ich radelte ein wenig verdutzt nach Hause, kam gerade rechzeitig zur Tagesschau heim. Dann halt Schokolade statt Theater.

§

Rezo hat jetzt eine Kolumne bei Zeit online und schreibt Kluges zur Meinungsfreiheit:
„Die CDU hat mich nicht verklagt“.

Es ist, denke ich, schon jetzt ausreichend gut belegt, dass der Begriff der Meinungsfreiheit von den rechten Brudis nur für die eigenen Zwecke benutzt wird. Jetzt könnte man sagen „Aaach, das machen doch alle so, speziell bei Meinungsfreiheit“ und klar gibt es in jeder politischen Richtung opportunistische Abstufungen, für was man wie stark in die Bresche springt. Aber die Union hat mich nach meinem Zerstörungsvideo zum Beispiel nicht verklagt, so wie es AfD-Politiker gern bei Andersdenkenden tun.

Außerdem legt er besonders gut dar, mit welchen Mechanismen Medienschaffende seit vielen Jahren den Rechtsextremen in die Hand spielen: „Wer Narrative wiederholt, stärkt den Spin“.

§

emobly ist ein Online-Magazin, das sich tiefgreifend, vielseitig und begeistert mit E-Mobilität beschäftigt. Umso interessanter ist, wie hier die massiv erhöhte Regierungsförderung des Kaufs von Elektroautos beurteilt wird – nämlich alles andere als positiv.
„Elektroauto-Förderung: Unsere Bewertung“.

Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass ja im Moment eine Vielzahl von Antriebstechnologien gefördert wird.

Fast alle Autos mit irgendeiner Art Elektromotor (reinelektrisch, Plug-In Hybrid und Brennstoffzelle) bekommen den Umweltbonus.

(…)

Eigentlich wird aktuell jeder Antrieb in irgendeiner Art und Weise finanziell bessergestellt, nur der Benzinmotor nicht. Wenn fast alle Technologien gleichzeitig gefördert werden, geht jegliche Lenkungswirkung verloren.

Zudem und für mich der Empörungspunkt:

Die Förderung wird von den Falschen bezahlt

Ein Kritikpunkt, der bereits bei der Einführung des Umweltbonus aufkam, gilt mit der Erhöhung umso mehr: Wer ein Fahrrad, den ÖPNV oder seine Füße nutzt, ist immer umweltfreundlicher unterwegs als mit einem Auto – völlig egal, welcher Motor unter der Haube arbeitet.

Diese Menschen gehen nicht nur leer aus, sie bezahlen sogar indirekt dafür, dass sie kein Auto nutzen, weil aus ihren Steuergeldern die oben genannten Förderungen mitfinanziert werden. Das ist ökonomisch, ökologisch und sozial fragwürdig.

Dieser „Umweltbonus“ (!!!) ist also de facto mal wieder – I’m going to die of a heart attack from NOT being surprised – Subventionierung der Automobilindustrie. Deren Dominanz in der deutschen Wirtschaft seit Jahrzehnten sehr sehr ungesund ist (ABER DIE ARBEITSPLÄTZE!!!EINSELF!! JADANNHÄTTEMANHALTSCHONSEITJAHRZEHNTENALTERNATIVENENTWICKELNUNDFÖRDERNMÜSSEN).


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