Journal Samstag, 23. November 2019 – Mein erstes Mal Hot Pot

Sonntag, 24. November 2019 um 15:23

Das angekündigte Wetter lautete strahlender Sonnenschein, also legte ich meine Schwimmrunde ins Dantebad, um im Freien zu schwimmen. Nur hatte das Wetter das Memo nicht bekommen. Nicht dass es greislich gewesen wäre, aber strahlender Sonnenschein war das nicht.

Sehr spät im Jahr läuten Heckenbuche und Lärche die letzte Farbphase des Herbsts ein. Ohnehin scheint es mir, als hängten heuer die Blätter besonders lange an den Bäumen – nächsten Sonntag ist ja schon erster Advent.

Ich machte mein Schlafzimmer Besuchs-fertig: Mein Bruder und seine Frau hatten sich zur Übernachtung nach einem Fest in der Nähe angekündigt, ich freute mich auf sie.

Zum Dantebad wählte ich die Panorama-Strecke, also über Hackerbrücke, Nymphenburger Straße, Gern; leichte Mütze und Fingerhandschuhe genügten. Im Bad selbst war gut schwimmen; Zwicken in der Hüfte erinnerte mich daran, dass ich die Beine besser wirklich locker schlug und nicht mit Spannung. Brav wieder nur 2.000 Meter geschwommen, trotz großer Lust auf mehr (unter Ignorieren des Hüft-Protests).

Auf dem Heimweg kurzer Stopp an einem Bäcker am Weg. Dort legte ich Mütze und Handschuhe in den Fahrradkorb, es war so mild geworden, dass es sie nicht brauchte.

Als spätes Frühstück gab es Semmeln und Salat aus restlichem Ernteanteil-Zuckerhut (wir bekamen am Freitag zusätzlich zum Erntenanteil von einer verreisenden Nachbarin einen Kopf Salat geschenkt und jemand in diesem Haushalt, der nicht ich ist, wurde unruhig, wann denn all der Salat gegessen werden sollte).

Bruder und Schwägerin kamen, ließen nur kurz ihre Sachen da und machten sich auf eine kleine Einkaufsrunde in der Innenstadt. Später bekamen sie einfach einen Wohnungsschlüssel für möglichst eigenbestimmtes Kommen und Gehen.

Abends waren auch Herr Kaltmamsell und ich verabredet, nämlich mit zwei Freunden zum Hot-Pot-Essen im Chois.

Der Gastraum ist schlicht und schön eingerichtet, es herrschte angeregter Trubel mit vor allem jungen und vielfältigen Publikum. Unsere Freunde kannten das Lokal und konnten uns die Modalitäten erklären: Man wählt aus einem Sortiment Brühen aus (wir nahmen drei verschiedene), die in Töpfen auf den Tisch gestellt und mit Gasflamme heiß gehalten werden, außerdem Zutaten, die man darin gart. Für einen Pauschalpreis kann man zweieinhalb Stunden lang aus dem Angebot bestellen, pro Bestellrunden und pro Gast bis zu drei Zutaten aus den Kategorien Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Gemüse, Nudeln (Exklusiveres wie Jakobsmuscheln kostet Aufpreis). Nach frühestens 15 Minuten kann man eine neue Bestellrunde beginnen. Das Ganze, auch die Getränkebestellung, funktioniert über ein Tablet für den ganzen Tisch.

Bild: Herr Kaltmamsell.

Wir aßen viel und lange, schwitzten, saßen bis nach Mitternacht noch über Cocktails zusammen. Gesprächsthema war unter anderem der kürzliche Segelurlaub der Freunde um karibische Inseln – und der Vergleich der sonntäglichen Stollenbackpläne, die der eine Freund und ich teilten: Der Freund hat inzwischen so viele Freunde und Familie zu versorgen, dass er in der ersten Runde zehn Stück backt und vergangenes Jahr keiner für ihn und seinen Mann übrig blieb. Ich wiederum habe dieses Jahr die Stollen für die italienische Verwandtschaft gestrichen, nachdem sie in der vergangenen Runde vier Monate bis zur Empfängerin gebraucht hatten und steinhart eingetroffen waren. (Ich zudem die Freude über Stollen von deutscher Verwandtschaft wohl ein wenig überschätzt hatte.)

Gemütlicher Spaziergang nach Hause, zum einen um die immer noch eher milde Luft zu genießen, zum anderen weil schnelleres Gehen mir Schmerzen bereitete.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Samstag, 23. November 2019 – Mein erstes Mal Hot Pot“

  1. Hauptschulblues meint:

    Eine schöne Spielerei, mit dem Tablet zu bestellen. Das kommt auch dem Gast zupass, der nicht mehr warten und winken muss. Alles geht schneller, das Serviertwerden und auch das Essen.
    Letzendlich ist es aber nur eine Einsparung von Arbeitskräften und eine Reduzierung der fixen Kosten des Restaurants.
    H. wird es auf jeden Fall ausprobieren.

  2. Joel meint:

    Oh, das Restaurant möchte ich auch probieren wenn ich das nächste mal in München bin.

  3. Kristin meint:

    Wir waren 2018 anlässlich meines Geburtstags im Chois und fanden es sehr lecker. Ich habe dort an dem Abend meinen Heiratsantrag bekommen ;-)

  4. Der alte Nörgeler meint:

    Kamen beim Gespräch mit den Freunden auch deren CO2-Fußabdrücke zur Sprache, die sie mit einem Segelurlaub in der Karibik hinterließen?

    Ich gehe davon aus, dass die Freunde nicht per Segelboot in die besagten Gefilde fuhren. Wenn doch: Hut ab. Wenn nicht: Ah, ja…

  5. Sonni meint:

    Muss das zur Sprache gebracht werden? Meine Freunde machen Kreuzahrten, Fernreisen, fahren SUV. Ich nicht.
    In einer allgemeinen Diskussion vertrete ich natürlich meine Meinung, aber ich bin nicht ihre Erzieherin. Da meine Freunde nicht doof sind, wissen sie selbst um die Umweltbilanz dieser Aktivitäten.

  6. Sandra meint:

    Ich glaube auch, wenn man jede Freundschaft abbricht, nur, weil der andere etwas macht, das einem nicht passt, bleibt man vermutlich bald allein. Ich bewundere aber unsere veganen Freunde dafür, dass sie uns unser Fleisch essen lassen und uns trotzdem mögen. Eigentlich müssten sie uns für dumm, herzlos, egoistisch halten, aber es ist eben Freundschaft und wer sich mag, der mag sich halt. Zumindest, wenn die Unterschiede nicht zu gravierend sind, bspw. politisches Weitauseinanderdriften…

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