Journal Freitag, 10. Januar 2020 – Leseexemplarfreuden

Samstag, 11. Januar 2020 um 7:49

Win some, lose some: Höllenschmerzen hatten mich vom Einschlafen abgehalten, dank 600 mg Ibu bekam ich wenigstens zwischen zwei und sechs Uhr ein paar Stunden durchgehenden Schlaf.

Ich war früh in der Arbeit, weil es viel zu tun gab. Und so ackerte ich durch, kaum gestört von Querschlägern, mit neuer Klarheit im aktuellen Albtraum-Projekt, die zumindest ein diesmal geordnetes Neuaufsetzen ermöglicht.

Mittags Bircher-Muesli mit Joghurt, nachmittags Apfel und Nüsse.

Beim Heimradeln in sehr milder Luft Abstecher zum Vollcorner, um unter anderem noch mehr Wein für die Samstagabendeinladung zu besorgen.

Daheim erst mal Häuslichkeiten, außerdem erste Schritte zum Nachtisch für Samstag. Große Freude über ein Leseexemplar von Bov Bjergs neuem Roman.

Herr Kaltmamsell sorgte für Nachtmahl, ich für den Gin Tonic zum Aperitiv.

(Wein wurde der Rest einer Flasche Sauvignon Blanc Reichsrat von Buhl.)

§

Wibke Ladwig berät Buchhandlungen und Bibliotheken bei Online-Kommunikationsprojekten. Vor Weihnachten arbeitete sie in einem Buchladen mit. Ihr Blogpost erzählt viel darüber, wie weit vorne der Buchhandel inzwischen wirklich ist:
„Abenteuer Buchhandel: Wie ich meinen alten Beruf nochmal anprobierte“.

§

Jacinta Nandi beschreibt als Zugezogene nach Berlin, wie sich alle Welt außer Deutschen verabredet – und im Gegensatz dazu Deutsche.
„Germans, find a better excuse to be flaky!“

AND I THINK THAT’S BEAUTIFUL!
(Allerdings verstehe ich immer besser, warum meine englischen Freundinnen während meines Studienjahrs in Wales regelmäßig warnen mussten: „Stop being so German!“)

via @annalist

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Freitag, 10. Januar 2020 – Leseexemplarfreuden“

  1. Sabine meint:

    Ha, Jacinta Nandi hat‘s halt nicht raus. Wer mit seinen Verabredeten in Kontakt bleiben will, muss lediglich wichtige Aspekte beiläufig ungeklärt lassen, die ein Nachfragen erfordern. Ich hab mich gestern für nächsten Freitag verabredet. Weil ich freundschaftliche, aber nicht aufdringliche Gründe brauche, meine Freundin zwischendurch zu kontaktieren, haben wir die Natur der zu kochenden Speisen, die Gästeliste und das Anfahrts-Verkehrsmittel offen gelassen. Einfach sagen: „wegen xyz melde ich mich nochmal“ und die Kommunikationskanäle bleiben offen, wie von Zauberhand. Trotzdem wird die Verabredung, wie es sich für eine solche gehört, sicher stattfinden.

    In der Außenwahrnehmung wirken Deutsche so oft humorlos, korrekt und direkt, dass sie eine leichte Zielscheibe bieten. Ich bin aber der Meinung, dass es da viele Nuancen und Bewältigungsstrategien gibt, die Außenstehende einfach nicht wahrnehmen, weil das Kantig-Preußische so einen unauslöschlichen Eindruck macht.

    Mein Lieblings-Feind unter den Texten zum Thema ist dieser von einem Übergelaufenen (martialische Wortwahl, geht doch!), der sich in der Dauerwitzelei der angelsächsischen Welt allzu bequem eingerichtet hat und auf einmal wie ein Elefant durch den Porzellanladen der deutschen Interaktionen trampelt. Natürlich sind dann die Deutschen dran schuld. https://www.1843magazine.com/dispatches/dispatches/let-me-explain-the-problem-with-german-humour

    (Wenn dort bitte jemand das kleingeschriebene German reparieren könnte)

  2. Croco meint:

    Mir scheint, dass das Humorverständnis schon ein Nord-Süd-Gefälle hat. So als Exilantin aus einem Landstrich, in dem es als Kunstform gilt, einen passenden Spruch rauszuhauen, habe ich es schwer hier. Humor als Waffe und Kunstform ist in ehemals preußisch überwachten Gegenden eher ungewöhnlich.
    Eine Kollegin, die lange in England gelebt hat, versteht das gut. Sie sagt, sie lässt es mittlerweile ganz.
    Das Hin und Her bei Verabredungen kenne ich auch, und mag es. Das Klare aber auch. Dieses „Nach dem Krieg um sechs? Nein, sagen wir halb sieben“ des Soldaten Schwejk hat so viel Charme. Klare Absprache, zack, fertig.

  3. Joe meint:

    Ich habe es gelesen bis zu der Stelle „o and hang out by the canal with a bottle of Rottkäppchen.“ Rotkaeppchen? Sorry nicht meine Welt, so jemand will mir mein Verhalten erklaeren?

  4. Lempel meint:

    Rotkäppchen ist eine Sektmarke aus dem Weingebiet an der Unstrut. Eine der wenigen Marken aus der DDR, die den Weg in die Marktwirtschaft überlebt haben.

  5. Joe meint:

    4 Euro die Flasche, 30 cent davon Umsatzsteuer, 1 Euro Schaumweinsteuer, 20 cent die Glasflasche. Inhalt max 2,50 Euro, incl. Haendlerspanne. Wenn da statt Rotkaeppchen „Henkell Trocken“ – die beliebteste Sektmarke der BRD – gestanden hatte, waere es auch nicht meine Welt.


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