Journal Dienstag, 11. Februar 2020 – Mein erstes mal BtM

Mittwoch, 12. Februar 2020 um 6:13

Nachts war ich von einem heftigen Gewitter geweckt worden, inklusive Regenprasseln und Sturm. Fenster zu, Ohrstöpsel rein. Dann schlief ich weiter so gut wie immer seit der Kortisonspritze in die arthrotisch entzündete Hüfte vor zwei Wochen.

Die gestrige Yoga-Einheit war sehr ruhig, es wurde viel geatmet und wohlgetan. Anschließend noch eine Runde Dehnen rund um die Hüfte.

Der Arbeitsweg auf dem Rad war immer noch sehr windig. Tagsüber immer wieder Schneetreiben, dazwischen Sonne, also lustiges Jalousien hoch und runter, Licht an und aus im Büro.

Vormittags war ich am G’richt: Schöffinneneinsatz. Anfahrt mit Radl stand außer Diskussion, es schneeregnete gerade heftig.

Am Eingang des Gerichtsgebäudes stauten sich die Menschen vor der Personenkontrolle, anscheinend guckten gestern einige Schulklassen Prozesse (gute Idee!). Richterinnen werden allerdings nicht kontrolliert (und Schöffinnen sind Laienrichterinnen, hier wird mir das jedesmal voller Respekt klar), ich musste lediglich Ladung und Personalausweis vorzeigen.

Gestern hatte ich meinen ersten BtMG-Fall (Betäubungsmittelgesetz). Juristinnen wissen schon jetzt, dass es sich um eine erhebliche Menge Drogen gehandelt haben muss, dass das mögliche Strafmaß ein Schöffengericht erforderte. Wieder diente die Verhandlung dazu herauszufinden, was passiert war und wer der Angeklagte war. Der junge Mann hatte nicht nur gestanden, sondern die Polizei sogar zu dem Vorrat geführt, wegen dem verhandelt wurde. In der Urteilsbegründung machte das den Fall minderschwer, ich hoffe sehr, dass der Bursche die Kurve kriegt und das sein letztes Mal auf der Anklagebank war.

Zur Mittagspause (Schmalzbrot wie am Vortag) saß ich schon wieder am Schreibtisch.

Tolle Sache: Beim Heimradeln erwischte ich eine Unwetterpause und blieb trocken – obwohl ich das Zusatzrisiko einging, unterwegs zum Einkaufen im Süpermarket anzuhalten.

Abenbrot aus Herrn Kaltmamsells Hand: Ribollita mit Ernteanteil-Schwarzkohl (Rezept von hier).

Für die nicht endende Flut der aus Ihrer Sicht anscheinend fundierten Expertinnenratschläge zu meinen Gebrechen (aus meiner Sicht sind sie das nicht, sondern lästig, übergriffig und ärgerlich) habe ich mir eine neue Lösung überlegt. Sie widersprechen einander in Ihren Anweisungen ja ständig, so können nicht mal Sie erwarten, dass ich all den Empfehlungen die gewünschte Handlung ableite. Bitte tragen Sie künftig alle weiteren Tipps, Ratschläge und Einschätzungen in dieses Google-Doc ein und diskutieren Sie diese dort kollaborativ aus. In zwei Wochen sehe ich nach, zu welchen Ergebnis Sie gekommen sind. Ich erwarte eine oder mehrere Behandlungsoptionen mit Begründung. Da Sie ja auch bisher weder ärztliche Befunde noch Untersuchungen für Ihre Diagnosen und Empfehlungen benötigt haben – Ärzte und Ärztinnen sind im Gegensatz zu Ihnen offensichtlich lächerliche Anfängerinnen -, selbst meine eigenen Beschreibungen ignorieren, ist das alles sicher auch künftig unnötig. Gesundheitstipps, die weiter hier in den Kommentaren landen, werde ich ab sofort per cut&paste ins Google-Doc übertragen. So hat der nicht unterdrückbare Beratungsdrang ein Ventil, und ich habe meine Ruhe.

§

In der New York Times gibt Mary Robinette Kowal einen Überblick über die Leistungen weiblicher Raumfahrerinnen – damit der Nachwelt nicht als einziges Detail hängenbleibt, dass sie weiblich waren:
„Christina Koch Lands on Earth, and Crosses a Threshold for Women in Space“.

§

Noch ein bisschen Schönheit: Aus Wim Wenders Pina.

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https://youtu.be/vJpgjsOr6hk

die Kaltmamsell

67 Kommentare zu „Journal Dienstag, 11. Februar 2020 – Mein erstes mal BtM“

  1. Frau brüllen meint:

    <345 (freut mich, dass du mit adriene zurechtkommst!)

  2. die Kaltmamsell meint:

    NAMASTE, MOTHERFUCKER!
    (Mich auch, Frau brüllen, sehr.)

  3. Sanne74 meint:

    Sich umfänglich im Blog über das eigene gesundheitliche Befinden auszubreiten und dann die Leser, die Anteil nehmen und ihre Erfahrungen mitteilen wollen, als übergriffig und ärgerlich zu titulieren finde ich schon sehr speziell. Frau Brüllen beispielsweise hat die Kommentarfunktion deaktiviert, das ist wenigstens konsequent.

  4. Evi meint:

    Ich denke, dass der geneigte Leser Frau Kaltmamsell so weit kennen müsste, dass sie fragen würde, wenn Sieeinen Tipp wollen würde.
    Sie beschreibt ihren Alltag, dazu gehören derzeit leider die geschilderten Beschwerden. Bevor man/ frau sich zu Ferndiagnosen hinreißen lässt, sollte man wohl eher der mehrfach geäußerten Bitte nach „keine Kommentare zu meiner Erkrankung“ entsprechen.

    Evi

  5. Trulla meint:

    @Sanne74

    Ich finde Ihren Begriff „speziell“ in diesem Fall sehr fein, aber treffend benutzt. Als teilnehmende Leser/in und Kommentator/in kann man sich mitunter schon recht abgewatscht fühlen.

  6. Die Alex meint:

    Ich habe mich köstlich über das Google-Doc amüsiert und zerbreche mir jetzt den Kopf, was ich da so eintragen könnte. Dummerweise hatte ich noch nie Hüftprobleme. Aber meine Mama hat’s an den Knien, da kann man sicher was ableiten. (Was ich in den Kommentaren auch schon öfter gesehen habe, das ist also legitim!!1!)

  7. die Kaltmamsell meint:

    Gibt es für Sie, Sanne74, keinen Unterschied zwischen der Möglichkeit zu kommentieren und der Aufforderung zu kommentieren? Sie können hier mitlesen, Kommentare aber muss ich lesen, da ich rechtlich dafür verantwortlich bis, dass sie sich im Bereich des Legalen bewegen. Das wollte sich Frau brüllen nicht mehr antun, Sie werfen mir vor, dass ich mir die Mühe durch eine Bitte erleichtern will.

    Wo Sie, Trulla, Agression diagnostizieren, werfen andere Kommentatorinnen mir passive Aggression vor. Mir ist Agression lieber, fühlen Sie sich also bitte, bitte herzlich abgewatscht.

  8. Frau Brüllen meint:

    @Sanne47: das ist nicht konsequent, sondern Aufgeben gegenüber den übergriffigen Kommentatoren, die ihr Sendungsbewusstsein so wenig im Griff haben, dass sie sehr deutlich ausgesprochene Bitten einfach ignorieren und einfach rausblöken ohne im Mindesten nachzudenken. Damit nimmt man sich und all den anderen Kommentatoren, die sich benehmen können und Wünsche der Blogger =( Gastgeber, und wenn man sich das mal ins Gedächtnis ruft, ist es gar nicht schwer, rauszufinden, was ok ist und was nicht) zu respektieren wissen, eine wunderbare Möglichkeit des Austauschs.
    @Trulla: well, ich kann es nur von der anderen Seite schildern: wenn man mehrfach äussert, dass man zu xyz bitte keine Ratschläge möchte, und das einfach munter ignoriert wird, dann fühlt man sich wie ins Gesicht gespuckt. (also: ich).

  9. Vroni meint:

    Das Google.Doc finde ich ja eine geniale Idee. Ich hätte gut Lust, etwas reinzuschreiben, obwohl ich bislang hier gar nicht kommentiert habe und eigentlich zu der Thematik auch nichts beizutragen habe.

  10. Annette meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell,
    Ich freue mich unglaublich, dass Sie wieder da sind. Mir hat Ihr Blick auf die Welt gefehlt und Ihr Überlegungen dazu.- Im ersten Schock über Ihre Pause hatte ich kurz überlegt, als Chronistin einzuspringen und Beobachtungen der Welt zu notieren, bin aber gleich gescheitert. Zwar hatte ich ein spannendes Erlebnis mit einer Gruppe junger Frauen, die alle eine lebensgroße Babypuppe umgeschnallt hatten und damit am Projekt Baby—Bedenkzeit teilnahmen, war aber so ungelenk beim Festhalten dieser Begegnung, dass ich weiter Versuche eingestellt habe. Umso mehr schätze ich Ihr Talent und die aufgebrachte Zeit und Mühe für die täglichen Berichte. Vielen Dank dafür und nur das Beste für Sie. Herzliche Grüße, Annette

  11. Corsa meint:

    Sie beiden sind ja köstlich.

  12. Kitty Koma meint:

    Da die Zipperlein nicht weniger werden, je älter wir sind, müssen wir tatsächlich einen höflichen und rücksichtsvollen Umgang damit und dazu untereinander finden.
    Das Googledoc als Echokammer bringt einen da schon mal weiter :D
    Manchmal bringt mir ein Kommentar etwas. Zum Beispiel die Vermutung, welche Erreger in altem Stalldreck sind, belegt mit einem Beispiel. Dann weiß ich, ich trage demnächst besser eine Maske beim Fegen.
    Aber wenn ich mich in meinem eigenen Blog einfach nur ausjammern will oder es erwähne, weil das Zipperlein zu meinem Tag gehört und dann kommen Ratschläge, die nun ja, mich in die Ecke stellen, ich wäre ein hirnloses Hascherl, das resolut bemuttert werden muss, dann zucke ich ziemlich.
    Keine Ahnung, woher der Reflex kommt, sofort und ungebeten gute Ratschläge zu geben. (Der ist mir ja nicht fremd.)

  13. Sanne74 meint:

    @Kaltmamsell Ich werfe Ihnen nichts vor, und ich persönlich verfüge auch nicht über genug Sendungsbewusstsein, um meine privaten Erfahrungen als Segen bringend für den Rest der Menschheit verallgemeinern zu wollen. Ich finde nur den Ton schwierig, in dem Sie Ihre Bitte vorbringen.

  14. Ursula meint:

    Diese Sequenz von Pina Bausch, die Nelken line, wird als künstlerisches Erbe seit ein paar Jahren überall auf der Welt nachgetanzt und die Videos dazu hier gesammelt: https://vimeo.com/pinabauschfoundation
    (So wunderschöne Menschen und Kleidung dabei! :)

  15. Nina meint:

    Was Sie da tun, nennt sich „tone policing“ („Das kann man doch wohl netter sagen!!11“) und ist eine bewährte (sexistische, rassistische) Strategie gegenüber Frauen und marginalisierten Gruppen, die sich wütend äußern oder einfach nur deutlich abgrenzen. Just saying.

  16. die Kaltmamsell meint:

    Wie wundervoll, danke Ursula!

  17. Nina meint:

    Aber wirklich! Das Maß an entitlement, das sich in solchen Kommentaren äußert, ist ja schon fast lustig, wenn es nicht so krass wäre.

  18. Frau Wissensdurst meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell, ich freue mich sehr darüber, dass Sie hier weiter machen. Ich lese Ihren Blog seit vielen Jahren und schätze Ihn sehr. Vielen Dank für die vielen Geschichten, Informationen und Denkanstöße. Sie (und auch viele Kommentatoren) haben ganz sicher meinen Horizont erweitert.

  19. Katrin meint:

    Ich finde all die Ratschläge vor allem vor dem Hintergrund seltsam, dass sie sich ja ganz offensichtlich mit Ihrer Krankheit sehr differenziert auseinandersetzen und selbst hartknäckig nach Lösungen suchen. Man sollte also annehmen, dass Sie vermutlich selbst den Weg zum Schamanen finden würden, wenn sie denn wollten. Weiterhin gute Besserung.

  20. Trulla meint:

    @Frau Brüllen
    Sie haben mir gerade ein Schlüsselwort zum Verständnis gegeben: den Blogger mit einem Gastgeber gleich zu setzen. Ja, und als Gast benimmt man sich! Unter dieser Voraussetzung gebe ich Ihnen recht.

    Tatsächlich habe ich dieses Blog in Tagebuchform bisher so nicht betrachtet, sondern eher als gewünschte Möglichkeit der Interaktion mit der Leserschaft. Wobei – jedenfalls nach meiner Meinung – nicht immer nur Übereinstimmung herrschen kann.

    Ich will auch keineswegs die Belästigung durch Zuschriften der ewig Sendungsbewussten verkennen, die bekanntermaßen jedes Forum nutzen, um ihre Botschaft loszuwerden.
    Zu diesen hätte ich allerdings nicht die Stammleser/innen der geschätzten Kaltmamsell gezählt, die sich mitfühlend äußerten.

  21. Frau Brüllen meint:

    @Trulla: nun ja, ich persönlich finde, man benimmt sich IMMER, nicht nur als Gast. Und wie genau kann man auf die Idee kommen, eine Art der Interaktion („Ratschläge zum Thema Gesundheit“) als erwünscht ansehen, wenn explizit darum gebeten wird, diese zu unterlassen?
    Es geht ja dann noch weiter: hier wird sich dann von Ihnen und Sanne74 drüber mokiert, dass man not amused über diese Grenzüberschreitung und Ignoranz ist. Daraus spricht schon ein interessantes und spezielles Selbstverständnis als Kommentator …

    Lesen Sie sich doch mal die 80 Kommentare zum „Post-Pause-Post“ durch und man kann ganz einfach rausfinden, was Mitgefühl ist und was halt nicht.

  22. Karin meint:

    Vielen Dank für die Erinnerung an die Pina und ihr Tanztheater.

  23. Brigitte meint:

    Und ich frage mich immer noch voller Ehrfurcht, ob Sie für Tag 19 empfohlene Übung von Adrienne durchführen werden. Tipp und Ratschläge habe ich leider keine für Ihre Hüfte, nur beste Genesungswünsche. Und eine Buchempfehlung: „Blackbird“ von Matthias Brandt. Großartig, genauso wie der Erstling „Raumpatrouille“
    Mit herzlichen Grüßen, lese hier sehr gerne mit
    Brigitte

  24. Margarete meint:

    „Sie widersprechen einander in Ihren Anweisungen“: Es liegt offensichtlich ein doppeltes Missverständnis vor:
    1. Ursache: das kognitive Nicht-Beachten des Unterschiedes zwischen Singular und
    Plural
    2. Ursache: das Ignorieren der Ambivalenz in der Interpretation von Kommentaren

  25. Olili meint:

    Die Publikumsbeschimpfung hätte ich mir besser ausgearbeitet gewünscht, aber das Google-Doc hat mich versöhnt…;)

  26. Frau Klugscheisser meint:

    PINA! P.I.N.A.!

    Ein schöner Link zur Nelken Linie aus aller Welt. Danke, hab‘ ich mir gleich gemerkt und steuere noch einen aus dem Film bei. Die Anfangsszene mit den Stühlen ist toll und die Musik von Jun Miyake sowieso:

    https://youtu.be/dWIs89Pub0w

  27. Christina meint:

    Ach Frau Kaltmamsell, ganz so einseitig ist das ja auch nicht mit dem Bloggen:
    Sie nutzen die Öffentlichkeit, um Ihrem Exhibitionismus zu frönen – ansonsten könnten Sie Ihre persönlichen Befindlichkeiten ja auch in einer privaten Gruppe von Bekannten darlegen. Wenn Sie aber das Bedürfnis haben, wildfremde Menschen detailliert an Ihren gesundheitlichen Problemen teilhaben zu lassen, dürfen Sie sich nicht wundern, dass diese mitunter den Wunsch verspüren, sich dazu zu äußern.

  28. Mrs. Knallenfalls meint:

    Heute ganz speziellen Dank für den ‚Pina‘-Link! Und dann in den Kommentaren noch den Hinweis auf die ‚Nelken Line‘-Videos, die ich nicht kannte, zu erhalten – made my day. Das ist hier schon ein sehr, sehr tolles Blog – und auch noch mit Kommentarfunktion!

    By the way, wie macht ihr das eigentlich, wenn eure Gastgeberin euch bittet, die Schuhe auszuziehen? Ausziehen, wieder gehen, streiten, ähm verhandeln?

  29. die Kaltmamsell meint:

    Es ist gefährlich und unfair, den stichelnden Kommentatorinnen, die in erster Linie Dampf ablassen wollen, mehr Aufmerksamkeit zu schenken als den wertschätzenden. Deshalb: Vielen Dank, Evi, Die Alex, Frau Brüllen, Vroni, Annette, Kitty Koma, Nina, Frau Wissensdurst, Kathrin, Karin, Brigitte, Olili, Frau Klugscheisser, Mrs. Knallenfalls.

  30. Frau brüllen meint:

    wow. einfach nur wow.

  31. Silke meint:

    Echt?
    Die Argumentation erinnert mich stark an “wenn du keinen Sex willst, warum ziehst du dann einen kurzen Rock an?“
    Natürlich darfst Du den Wunsch verspüren, Dich zu äußern, aber Du solltest den Wunsch respektieren, das hier nicht schriftlich zu tun.

  32. kelef meint:

    @to whom it may concern: man darf also den eigenen wunsch verspüren, sich zu äussern, soll aber gleichzeitig die wünsche anderer respektieren, das im eigenen blog nicht schriftlich zu tun, weil: es könnt‘ ja jemand lesen der es nicht lesen will. finde den fehler.

    also mir persönlich ist ja die eigene haut näher als ein fremder rock, aber vermutlich hat mir da schon wieder wer was nicht erklärt.

    irgendwie vergnüglich ist es aber schon, mancherlei einlassungen hier und anderswo zu lesen. demnächst wohl: kritik an den nachrichten, weil da über dinge berichtet wird die man selber nicht wissen will.

  33. Margarete meint:

    Es ist davon auszugehen, dass Ihnen Don Quijote vertraut ist?

  34. Katja meint:

    Ich staune, mit welcher Vehemenz manche KommentatorenInnen ihr „Recht“ verteidigen, ungewollte Ratschläge zu erteilen. Und das einzig mit der Begründung, dass es sich um ein öffentliches Blog mit Kommentarfunktion handelt. Ich muss mir doch im Bus oder Supermarkt auch keine Ratschläge zur Kindererziehung von fremden Menschen anhören, nur weil ich es gewagt habe, mein Zuhause zu verlassen. Aber vielleicht sind die, die sich hier so angegriffen fühlen, genau die, die jungen Müttern dann sagen, ihr Kind habe Hunger, wenn es schreit.

  35. Christina meint:

    @Katja: Denkfehler. Nicht „weil Sie Ihr Haus verlassen haben“. Der analoge Fall wäre folgender: Sie heulen im Bus/Supermarkt seit Monaten jeden Morgen die anderen voll, dass ihr Kind schreit und Sie schon alles Erdenkliche versucht haben, es ruhig zu bekommen, aber alles nur immer schlimmer wird.

  36. Margarete meint:

    Bus, Supermarkt, Blog, Vehemenz…Vive la différence!

  37. Katja meint:

    Dann hab ich mich halt ausgekotzt über mein Kind. Muss ich mir dennoch Ratschläge anhören, wenn ich nicht drum gebeten habe? Vielleicht gehört mir ja das Busunternehmen…

    Aber vermutlich ist es auch egal, wie man es dreht und wendet: Wer seine Meinung kundtun will/muss, wird dies wohl immer tun. Egal in welcher Form, gewollt oder nicht.

    Im Übrigen würde ich mich nicht permanent auf einem Blog tummeln, wenn ich mich vollgejammert fühle.

    Aber solche sinnlosen „Gespräche“ sind nicht nur anstrengend, ich finds traurig, dass anscheinend so wenig Menschen Rücksicht gelernt haben. Und ich weiß wieder, warum ich normalerweise nicht kommentiere.

  38. Frau brüllen meint:

    hm. ich weiss ja nicht genau, warum Sie hier mitlesen, oder was Sie hier tun, wenn es Ihnen so unangenehm ist, wohl kaum den Wocheneinkauf erledigen.
    Oder setzen Sie sich auch jeden Tag bei Wildfremden ins Wohnzimmer und beschweren sich, dass der gereichte Kuchen und das Gesprächsthema nicht nach Ihrem Wünschen ist?

  39. Rieke meint:

    You had me at Namaste, Motherfucker.

  40. Sarah meint:

    Ich kommentiere ja eher selten und da ich die Blogartikel meist früh morgens als Kaffeebegleitung genieße, kriege ich oft wenig von den Kommentaren mit. Heute war ich sehr spät dran und bei über 30 abgegeben Kommentaren war ich dann doch neugierig. Und bereue jetzt fast diese gelesen zu haben, da ich mich wirklich für einige Mitleser/innen schäme. Warum liest man hier mit, wenn man die angebliche „Jammerei“ nicht erträgt ohne vermeintlich kluge Ratschläge zu geben, die explizit nicht eingefordert wurden? Und ist dann noch persönlich beleidigt, wenn man auf sein unangebrachtes Verhalten hingewiesen wird? Der Vergleich mit dem Supermarkt/Bus hinkt ja wohl hinten und vorne …

    Liebe Frau Kaltmamsell, ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass Sie Ihre Pause beendet haben und weiterschreiben. Ich hoffe, die elendigen Diskussionen jetzt verleiden Ihnen die Rückkehr nicht komplett.

  41. Libussa meint:

    Hhhmmm, am meisten wundere ich mich über mich selbst, dass ich hier mitlese !!!

    Manchmal gibt es was, was mich interessiert; manchmal bin ich angeekelt, manchmal gerührt, manchmal über die gestelzte Sprache verwundert, die so hübsch auf die Fangemeinde überspringt.

    Ich vermute, Sie können ohne Zeugen nicht leben. Prost !

    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

  42. Ulla meint:

    @ Christina sehe ich auch so. Da hilft nur Kommentar abschalten.

  43. die Kaltmamsell meint:

    Einerseits fühle ich mich durch diese Diskussion um zehn Jahre jünger – das war ungefähr die Blog-Ära, als genau diese Vorwürfe „Exhibitionismus“ und Überschätzung der eigenen Bedeutung die Außensicht dominierten. Andererseits habe ich damals daraus meine FAQ entwickelt – so brauche ich heute nur noch darauf hinweisen:
    https://www.vorspeisenplatte.de/speisen/disclaimer

  44. Margarete meint:

    Kommentare müssen per se im Internet destruktiven Charakter besitzen, ausgenommen: Schmeicheleien von Jasagern, die alles abnicken.
    Kritische oder inhaltlich divergierende Äußerungen sehen manche Blogger gar nicht gern, weil sie sie oft missverstehen und sich nicht die Mühe machen wollen, darüber nachzudenken, wie wohl die eine oder andere Meinung gemeint sein könnte. Es geht jeder anders mit Sprache um und jeder hat sein eigenes Wertesystem, das sich durch Sprache erahnen lässt.

  45. Berit meint:

    Hm nun, es kann nicht überall gofugyourself.com sein denn da schafft man zu 95% auch es sich höflich zu unterhalten. Wie dem auch sei… Namaste motherfucker!

  46. Frau Irgendwas ist immer meint:

    Werte Frau Kaltmamsell,
    Ihnen und den im Hintergrund (Abendbrot zaubernden) Herrn Kaltmamsell allerherzlichsten Dank für Ihren Blog!
    Ich freue & staune & kopfschüttle über die Menge an Themen die ich vorfinde und bin so viele Male nach dem Lesen schlauer als vorher, wie gesagt, allerherzlichsten Dank!

  47. Andrea meint:

    Ich halte es mit Frau Irgendwas, Sarah, Frau Brüllen, Katja und so weiter.

  48. Susanne meint:

    Ui, was geht denn hier ab?

    Gratulation zur Idee vom Google Doc, kommt für mich leider zu spät, werd ich mir aber merken, genial. Denn… selbst medizinisch tätig zu sein schützt vor ungefragten Gesundheitsratschlägen nicht. Kurz aus dem eigenen Nähkästchen geplaudert: die weitaus häufigste, spontane Reaktion auf die Mitteilung über meinen Bandscheibenvorfall war nicht etwa Ausdruck des Bedauerns, sondern ein grinsendes „Warum hast Du als Physiotherapeutin einen Bandscheibenvorfall?“ Gefolgt von allerlei und mitunter skurrilen, immer jedoch unerbetenen Tipps. Ach.

    Schließe mich allen an, die sich an Ihren Posts stets erfreuen, sich gut und breit informiert und unterhalten fühlen, DANKE

  49. Sabine meint:

    Ich für mein Teil finde diese Nelken Linie sehr cool.

    Würde gern das Google Doc von Amfortas sehen. „Du also Amfortas, bei einer ewig nicht heilenden Wunde hat dem alten Ritter aus dem Gefolge meiner Tante so eine Bachblütenkur voll gut geholfen, willste vielleicht mal probieren?“ Das rechte Maß an Anteilnahme, altes Menschheitsthema.

  50. Anita meint:

    Puh, manche Menschen hier sind völlig empathiebefreit. Aber es sind wenige. Ich lese seit Jahren mit, kommentiere sonst nie, möchte hier aber mithelfen, die Wichtigtuer weiter in die Unterzahl zu drängen. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und freue mich, weiter von Ihnen lesen zu können.

  51. Mia meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell – Danke für alle Einblicke, Links, Gedankenanstösse, Freude, Spass – von Herzen wünsch ich gute Besserung und weniger Schmerz! Und viel Energie – wie immer!
    (Und keine weiteren übergriffigen Kommentare – mir fehlen die Worte)

  52. Robert meint:

    Da kommt schon wieder einer, Mia und Anita:

    Wer publiziert und direkte Äußerungen dazu zulässt, sollte diese akzeptieren, egal was im Rahmen der Meinungsfreiheit darin steht, Ratschläge eingeschlossen. Eben Meinungsfreiheit vs. Zensur. Mir gefällt da auch die Verwendung des Wortes „Beifall“ nicht: Beifall führt zu einem Echokammer-Effekt. Kritik, Überprüfung, ist wichtiger. Und was Ratschläge betrifft: Befolgen Sie die doch einfach nicht!

  53. Britta meint:

    Und wie immer in diesem schönen Ozean des www gilt: man kann ja weiterschwimmen, wenn die Regeln und Wünsche dieser schönen Insel hier einem nicht behagen.

  54. Mia meint:

    Ja, vs. übergriffig sein, auch und vor allem in Kritik…

  55. Elbe meint:

    Sehr verehrte Frau Kaltmamsell, ich bin jetzt einfach redundant und sage Ihnen, wie gut es mir tut, Ihren Gedanken zu folgen und Ihren Anregungen nachzugehen. Dafür danke ich Ihnen sehr. Und ich wünsche Ihnen von Herzen, Linderung für Ihre Beschwerden zu finden. Ich bin mir sicher, Sie finden die für Sie passende Lösung selbst. Mit herzlichen Grüßen!

  56. Eva meint:

    Ah, stimmt, Robert hat bisher noch gefehlt. Christina war schon da. Fehlt sonst noch jemand????

  57. Robert meint:

    Was ist mit Hauptschulblues?

  58. die Kaltmamsell meint:

    Vielen Dank für die Unterstützung, meine Damen.
    Und Sie, Robert, verwechseln die Freiheit der Meinungsäußerung mit der Pflicht, dass jede Plattform Ihnen die Möglichkeit jederzeit und in jeder Weise gibt. Diese Pflicht gibt es nicht. Statt dessen gibt es im Internet genug andere Orte der Öffentlichkeit, und die bitte ich Sie künftig zu nutzen.

  59. RdF meint:

    Soso, wir sollen uns all Ihre Mittagessen, Arztbesuche und Schnappschüsse in aller Ausführlichkeit reinziehen, aber die paar Ratschläge von uns wollen Sie im Gegenzug dafür nicht lesen? Ts, ts.

  60. die Kaltmamsell meint:

    Wer verlangt von Ihnen, RdF, dass Sie das sollen?

  61. Micha meint:

    Wer hätte je gedacht, dass Sie zum Yoga finden!?! Ich war ja auch kritisch – aber es tut mir gut. Je regelmäßiger ich es praktiziere, umso mehr fühlt es sich wie eine Selbstmassage an…

    Und: ich habe Ihren Soizismus schon lange bewundert im Umgang mit dieser Flut an übergriffigen und ungefragten Ratschläge in den Kommentaren – ich hätte schon viel früher ausgeholt und getreten!

    Außerdem: *gut/lieb gemeint* ist kein Argument, die Grenzen des Respekts zu vernachlässigen und distanzlos zu werden…

  62. Annegret Mäscher meint:

    Annegret
    Meine liebste Morgenlektüre,
    Z.Zt. könnte ich mich beömmeln

  63. Christian meint:

    Das ist ja mal interessant hier. (Inhaltsloser Kommentar, der meine Freude über Ihre Rückkehr ausdrückt und die Mehrheitsverhältnisse gerade rückt.)

  64. Christian meint:

    (Mist, muss doch noch was sagen:)
    Darüber hinaus: Ich habe übrigens oft eine vollkommen andere Idee davon, was man mit Hüften, Kindern, Ernährungsweisen, Job-Problemen, Hautauschlag, Vermietern, Geranienzucht oder whatever anderem tun sollte als die Blogautor:innen die ich lese. Ich verstehe nicht, wie ich daraus den Anspruch ableiten könnte, gegen den ausdrücklichen Wunsch der Schreibenden meine Meinung in den Kommentaren zum Ausruck zu bringen.

  65. MiGo meint:

    auch ich freue mich sehr, dass Sie wieder da sind !
    Aus meiner Schöffenszene :
    ich war schon relativ verzweifelt, da in meinem ersten Verfahren die drei Berufsrichter so abgehoben waren und uns Schöffen kaum in die Entscheidungsfindung einbezogen haben.
    jetzt im nächsten Verfahren ist zum Glück alles anders, zwei nette Richterinnen , die viel erklären und (sofern das Gesetz nix anderes vorschreibt) in jede Entscheidung miteinbeziehen.

  66. ANH meint:

    Meine Theorie: Diese gutgemeinten Ratschläge sind verquere Liebesbeweise…kaum sind Sie aus der Blogpause zurück werden Sie mit guten Ratschlägen überschüttet…das bedeutet wohl, sie wurden ernsthaft vermisst (das könnte man natürlich auch genauso so formulieren, ist aber einigen nicht möglich, weil sie es sich selbst nicht eingestehen dass sie gerne hier mitlesen?)
    Dass Sie diese Ratschläge ablehnen kommt einer Zurückweisung der (liebevollen) Gefühle der Kommentatoren gleich, deshalb die wiederum sehr scharf formulierten Vorwürfe der Undankbarkeit.
    Es fehlt nicht an Empathie für Ihren Gesundheitszustand aber die Rücksicht auf Ihre deutlich gesetzten Grenzen lässt zu Wünschen übrig.

  67. Trolleira meint:

    Made my day!!! das Google Doc! Endlich ein tieffundiertes Nachschlagewerk für Hüftprobleme.
    Du wirst sehen, eines Tages überholst Du damit diverse bekannte Seiten in den Suchmaschinen!

    …hm gar nicht schlecht die Idee, sollte ich für meine Gebrechen auf meiner Site andenken hihi


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