Journal Sonntag, 3. Januar 2021 – Sehnsucht nach Banalität

Montag, 4. Januar 2021 um 6:06

Unruhige Nacht: Dieser Umzug sorgt mich weitaus mehr als nötig. Herr Kaltmamsell strickt fröhlich Pläne und strahlt beherzte Energie aus, während ich mit panischer Verdrängung und mit Ausweichmanövern beschäftigt bin, weil mir ja doch nur immer neue Schwierigkeiten und Komplikationen einfallen (u.a. wohin mit all meiner Kleidung, bis der Einbauschrank fertig ist?!!!). Das sieht mir eigentlich so wenig ähnlich, dass ich flugs auch dieses auf das Titan in meinem Körper zurückführe.

Eine Folge der Panik: Weiteres Ausmisten von Büchern, gestern Morgen war die Abteilung Reise dran. Aus unserem Bestand folgere ich, dass wir vor etwa sechs Jahren aufgehört haben, uns mit Papierwerken auf fremde Länder vorzubereiten. Und selbst wenn ich nochmal zu Papier über eine Gegend greifen wollte, wäre das vorhandene Material veraltet – also weg damit.

Im Gegenzug war Twitter gestern besonders lieb zu mir. Nachdem die Twitter-Lektüre der vorhergehenden zwölf Stunden reines Doom Scrolling gewesen war, hatte ich einen kleinen Ausbruch.

Und schon eilten mir Menschen mit Tweets von ihren gefüllten Kaffee- und Teetassen zur Seite, ich lernte schönes Geschirr kennen.

Als Sport gab’s Yoga. Letztes Jahr war es die Idee von Herrn Kaltmamsell gewesen, jede Folge von Adrienes „Home“-Programm zweimal zu absolvieren. Und diese Idee ist für mich Anfängerin ganz ausgezeichnet: Beim ersten Mal bin ich noch sehr beschäftigt mit „wohin nochmal mit den Händen?“, „atmen auch noch?“, „wie jetzt – gleichzeitig?“, beim zweiten Mal kann ich die Bewegung dann genießen.

Raus ging ich gestern nur zum Semmelholen fürs Frühstück, es war bedeckt und unangenehm kalt. Nachmittags Häuslichkeiten wie Wäschewaschen.

Mit Herrn Kaltmamsell ging ich den Entwurf des neuen Mietvertrags durch, formulierte eine Antwort mit den für uns noch offenen Punkten. Und wir sammelten Aufgaben, die für, beim, nach dem Umzug anstehen – Sicherheit und Ruhe durch Listen.

Als Nachtmittagssnack gab’s Panettone mit Amarenakirschen zur Lektüre von The City & the City (hochinteressantes Konstrukt), zum Abendessen machte Herr Kaltmamsell eine schnelle Schmalspur-Paella (nur mit Erbsen, roten Paprika, Garnelen).

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Journal Sonntag, 3. Januar 2021 – Sehnsucht nach Banalität“

  1. Berit meint:

    Die Schmalspurpaella hört sich sehr lecker an. Hier gibt es grad Cappuccino aus der Union Jack Tasse.

  2. FrauC meint:

    Auf meiner Kaffeetasse steht in Goldbuchstaben „Heute ist mein Lieblingstag“. Die kommt immer zum Einsatz, wenn ich Aufmunterung brauche.
    Kleidung… Hm, schwierig. Vielleicht wie auf Reisen wenige, gut zu kombinierende Stücke auswählen, die zur Not gestapelt auf Stühlen oder auf Kleiderbügeln an Türen auf ihren Einsatz warten können. Und den Rest in den Umzugskisten lassen und diese möglichst platzsparend in einer Ecke stapeln.
    Wann wollen Sie denn umziehen?

  3. Nina meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell,
    wahrscheinlich bin ich bereits zu spät dran, aber falls Sie bei Ihrer Buchausräumaktion auch Literatur in spanischer Sprache aussortiert haben, würde ich mich darüber sehr freuen! Könnten Sie mich dafür ggfs. per Mail kontaktieren? Herzlichen Dank.

    Seit vielen Jahren freue ich mich darauf, morgens immer als erstes nachzulesen, was bei Ihnen gerade so los ist. Vielen Dank dafür, dass Sie uns Leserinnen daran immer noch regelmäßig teilnehmen lassen. Und Hut ab, wie kreativ und zielstrebig Sie sich gerade Ihr Sportprogramm zurückerobern! Ich wünsche Ihnen dabei auf Ihrem Weg weiterhin viel Erfolg. Genauso natürlich beim anstehenden Umzug – Schritt für Schritt werden Sie beide dieses Großprojekt sicherlich gut bewältigen und mit dem Ergebnis dafür belohnt werden.

    Viele herzliche Grüße und weiterhin alles Gute!

  4. Sabine Kerschbaumer meint:

    Hallo Frau Kaltmamsell,

    bedingt durch die Lebensumstände bin ich relativ oft umgezogen und musste immer mal wieder längere Strecken ohne Kleiderschrank auskommen. Ich habe für die Hängegarderobe einfach die Hängekisten des Umzugsunternehmens behalten, quasi als Schrankersatz. Die restliche Kleidung blieb in nicht allzu großen Umzugskisten, die ich mit der Öffnung nach vorne quasi als Regalersatz genutzt habe. Nicht schön, aber es hat prima funktioniert. Unterwäsche und Socken lagen in einem Wäschekorb….

    Dass Sie in München eine Wohnung gefunden haben, macht uns Mut für die Suche. Hier im Speckgürtel ist alles wie leer gefegt. Wir wollen uns verkleinern von 5 auf 4 Zimmer, da der Sohn ausgezogen ist. Zudem wäre ein Balkon halt schon nett, immer in den Schrebergarten fahren ist nicht das optimale.

    Einen schönen Montag wünscht

    Sabine

  5. Hildegard Reinsch meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell,
    alles halb-so- schlimm mit dem Umziehen( die Schweizer nennen es zügeln,klingt viel harmloser) wir ziehen nächsten Monat von 300qm Wohnfläche um auf 95 qm- eine Mammutaufgabe in Richtung Detox von Gegenständen. Bücher, Klamotten, Geschirr, Gläser, alles muß dezimiert werden und zwar drastisch. Und jedesmal wenn eine Kofferraumladung auf den Wertstoffhof gelandet ist fühlt es sich super an.
    Also das Kleiderschrankproblem haben wir auch, Läden sind ja zu und nur im Netz bestellen geht für mich garnicht. Ganz zu schweigen von den restlichen, noch zu beschaffenden Geräten und Gegenständen. Aber hey, das Jahr ist noch lang und etwas Abenteuer ist in dieser eingeschränkten Zeit auch gut. Also Kopf hoch, Krönchen richten und los…..
    Liebe Grüße Hildegard

  6. Alexandra meint:

    Die „Umzugskartons mit Kleiderstange“ (ich nehme an, das sind dieselben wie die weiter oben erwähnten „Hängekästen“) kann ich auch uneingeschränkt empfehlen. Als provisorische, schmale Kleiderschränke mit circa 140 cm Höhe sind die top. Bei professionellen Umzugsunternehmen gelten sie als Standard – und sind im freien Handel krass teuer. Ich habe gebrauchte Exemplare günstig erstanden und hinterher wieder verkauft. ;)

  7. Alexandra meint:

    Alternativ böte sich ein „Falt-/Stoffschrank“ an – in der Größe bis zu viertüriger „konventioneller“ Modelle. Preisgünstig in großen Verbrauchermärkten zu haben, auch im Versand. Fachgeschäfte für Campingbedarf bieten die ebenfalls an, da sind sie meist deutlich teurer. Nützlich zudem bei länger bleibendem Besuch als spontanes Zusatzmöbel. Genau so ein persönlicher Erfahrungswert von mir.

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